Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik einen Puls vom RechteckClocksignal (38,4 MHz) entfernen


von Irina B. (irina92)


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Hallo, liebe Forum-Gemeinde!

Mein Name ist Irina und ich bin neu hier. Im Rahmen meines Studiums 
arbeite ich an der Entwicklung einer Echtzeit-Lokalisierungssystem mit 
Ultrawide Band (UWB) Technologie.

Um die Synchronisation zwischen verschiedenen Receivern (Ankern) zu 
realisieren benutze ich einen gemeinsamen Clockgenerator (TCXO 
Oszillator 38,4 MHz) für alle Funkmodule der Receivern. Das Clocksignal 
soll dann über einen Repeater mit twisted pair (CAT5) Leitung zu den 3 
Ankern verteilt werden.
Zusätslich zum Clocksignal muss noch ein Sync-Signal (one Puls) von 
einem gemeinsamen Trigger zu den 3 Ankern auch synchron übertragen 
werden.

beide Signale (Clock+Sync) sollen auf der gleiche Leitung (CAT5) 
übertragen werden, in dem ich das Sync-Signal und das Clocksignal in 
einem Clocksignal mit einem fehlenden Puls kombiniere (Siehe Anhang 
"Transmitter.png") und auf der Receiver-Seite den fehlenden Puls 
erkennen und daraus das Clocksignal und den Triggerimpuls zurückgewinnen 
(Receiver.png).

Mein Gedanke war, CLK direkt auf ein UND-Gatter Eingang und das 
Sync-Signal negiert auf der andere UND-Gatter Eigang zu geben. Das
UND-Glied würde dazu führen, dass der Ausgang vom UND auf Low bleibt 
wenn der Triggerimpuls kommt und so bekomme ich ein Clocksignal mit 
einem fehlenden Puls. Aber das kann dann nur funktionnieren wenn die 
Periodendauer von Clock Signal und Sync Signal synchrone sind.

Ich möchte euch fragen ob es ein vernünftiger Weg gibt, um das Problem 
bei 38,4 MHz (Clockfrequenz) zu lösen. Also einen Clock Signal mit einem 
fehlenden Puls auf der Transmitter-Seite zu senden und diesen auf der 
Receiver-Seite zu erkennen.

Vielen Dank für alle Tipps!

Gruß
Irina

von Patrick B. (p51d)


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Irina B. schrieb:
> Mein Gedanke war, CLK direkt auf ein UND-Gatter Eingang und das
> Sync-Signal negiert auf der andere UND-Gatter Eigang zu geben. Das
> UND-Glied würde dazu führen, dass der Ausgang vom UND auf Low bleibt
> wenn der Triggerimpuls kommt und so bekomme ich ein Clocksignal mit
> einem fehlenden Puls. Aber das kann dann nur funktionnieren wenn die
> Periodendauer von Clock Signal und Sync Signal synchrone sind.

hätte ich jetzt auch so gemacht. Eventuell noch die Propagation-Delays 
kompensieren, indem "Pseudo"-Gates in den Signalpfad geschleust werden.

Woher kommt den der Clock? Generierst du diese in einem FPGA/CPLD?

Ev. kommst du mit Transmission-Gates, oder mit simplen Flip-Flops schon 
weiter.

von Irina B. (irina92)


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Hallo Patrick,
Danke für deine schnelle Antwort. Das Clocksignal kommt aus einem 
TCXO-Oszillator mit 38,4 MHz.
Ich habe an D-Flip Flop Glied gedacht. Es könnte dafür sorgen dass die 
Clck-und Triggerperiode synchrone werden (siehe Anhang). Aber wenn wir 
seine Bearbeitungszeit betrachten (mind. 10ns) und die ganze 
Propagationszeiten von der Leitungen zwischen die ICs bleibt die Frage. 
Wäre das realisbar im Nanosekundenbereich? gibt es noch eine andere 
Lösung?

von Falk B. (falk)


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>Zusätslich zum Clocksignal muss noch ein Sync-Signal (one Puls) von
>einem gemeinsamen Trigger zu den 3 Ankern auch synchron übertragen
>werden.

Dann nutze dafür getrennte Leitungen.

>beide Signale (Clock+Sync) sollen auf der gleiche Leitung (CAT5)
>übertragen werden, in dem ich das Sync-Signal und das Clocksignal in
>einem Clocksignal mit einem fehlenden Puls kombiniere (Siehe Anhang
>"Transmitter.png") und auf der Receiver-Seite den fehlenden Puls
>erkennen und daraus das Clocksignal und den Triggerimpuls zurückgewinnen
>(Receiver.png).

Das kann man machen, ist aber gerade für den Empfänger eher aufwändig. 
Denn dann braucht man eine PLL, um aus dem Takt mit Synchronlücke wieder 
einen durchlaufenden Takt zu machen. Das macht man aber nur, wenn es 
absolut nötig ist.

>Mein Gedanke war, CLK direkt auf ein UND-Gatter Eingang und das
>Sync-Signal negiert auf der andere UND-Gatter Eigang zu geben. Das
>UND-Glied würde dazu führen, dass der Ausgang vom UND auf Low bleibt
>wenn der Triggerimpuls kommt und so bekomme ich ein Clocksignal mit
>einem fehlenden Puls.

In Prinzip ja, praktisch erzeugt man damit aber mal ganz fix einen 
Glitch. Siehe auch Taktung FPGA/CPLD.

> Aber das kann dann nur funktionnieren wenn die
>Periodendauer von Clock Signal und Sync Signal synchrone sind.

Logisch. Und wenn das Taktsignal und das Sync-Signal aus einer 
gemeinsamen Logik kommen (FPGA/CPLD), kann man dort auch gleich das 
richtige Signal direkt generieren. Ohne Glitch.

>Ich möchte euch fragen ob es ein vernünftiger Weg gibt, um das Problem
>bei 38,4 MHz (Clockfrequenz) zu lösen. Also einen Clock Signal mit einem
>fehlenden Puls auf der Transmitter-Seite zu senden und diesen auf der
>Receiver-Seite zu erkennen.

Gibt es, siehe oben.

von fop (Gast)


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Evtl. könntest Du Dein Flip-Flop auf die fallende Flanke triggern, dannn 
stören Dich die Verzögerungen nicht so.

von Clemens L. (c_l)


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Irina B. schrieb:
> Ich habe an D-Flip Flop Glied gedacht. [...] Aber wenn wir
> seine Bearbeitungszeit betrachten (mind. 10ns)

SN74AUC1G74 hat max. 1,2 ns. (Welche Spannung benutzt du denn?)

Für die Verzögerung könnte man irgendein Gate als Puffer einbauen.

von Irina B. (irina92)


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Hallo Falk,

Danke für deine Antwort.

> Dann nutze dafür getrennte Leitungen

Das Clock und Sync-Signal sollen auf 3 Meter Leitung übertragen werden. 
Dafür soll das RechteckClocksignal (CMOS) in LVDS moduliert 
(LVDS-Modulator) und verteilt (LVDS-Repeater) werden dann über die 3 
Meter Leitung übertragen und schließlich soll es bei der Receiver-Seite 
über einen Jitter Cleaner verbessert und in CMOS demoduliert 
(LVDS-Demodulator) werden. Das alles weil das LVDS robuster (bei langen 
Strecken Übertragung) gegen Störungen wäre. Jetzt und Um die ganzen ICs 
und Leitung (CAT5) für Sync-Signal zu sparren sollen beide auf gleicher 
Leitung übertragen werden.

von Falk B. (falk)


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@Clemens L. (c_l)

>> Ich habe an D-Flip Flop Glied gedacht. [...] Aber wenn wir
>> seine Bearbeitungszeit betrachten (mind. 10ns)

>SN74AUC1G74 hat max. 1,2 ns. (Welche Spannung benutzt du denn?)

>Für die Verzögerung könnte man irgendein Gate als Puffer einbauen.

MÖÖÖÖP! Falsch!

Einen Glitch verhindert man nicht durch schnelle Gatter oder Delays 
sondern durch das richtige Logikkonzept!

von Falk B. (falk)


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@ Irina Bobic (irina92)

>> Dann nutze dafür getrennte Leitungen

>Das Clock und Sync-Signal sollen auf 3 Meter Leitung übertragen werden.
>Dafür soll das RechteckClocksignal (CMOS) in LVDS moduliert
>(LVDS-Modulator) und verteilt (LVDS-Repeater) werden dann über die 3
>Meter Leitung übertragen und schließlich soll es bei der Receiver-Seite
>über einen Jitter Cleaner verbessert und in CMOS demoduliert
>(LVDS-Demodulator) werden.

Kann man machen, wenn gleich der Jitter-Cleaner wohl eher entbehrlich 
ist. CAT5 Kabel gibt es überall und hat 4 Adernpaare. Problem gelöst.

> Das alles weil das LVDS robuster (bei langen
>Strecken Übertragung) gegen Störungen wäre.

Naja, 3m sind noch nicht sooo lang, das geht auch noch mit Single Ended 
CMOS. Da man dort dann aber auch pro Signal eine Ader braucht, spart man 
nix gegenüber differentiellem LVDS.

> Jetzt und Um die ganzen ICs
>und Leitung (CAT5) für Sync-Signal zu sparren sollen beide auf gleicher
>Leitung übertragen werden.

Meine Antwort ändert sich dadurch nicht ;-)

von Irina B. (irina92)


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Hallo Fop und Clemens ,

das mit einem gettrigerten Flip-Flop auf die fallende Flanke scheint 
eine gute Idee zu sein (So hätte ich 13ns als mögliche Wartezeit bis das 
Sync-signal in UND-GATER ankommt). ich werde diese Lösung mit dem 
SN74AUC1G74 testen.

@Clemens: Ich benutze 3,3 V Spannung.

@Falk : PLL scheint die richtige IC für die Taktrückgewinnung zu sein. 
Ich mache mich schlau

Danke euch

Gruß
Irina

von Irina B. (irina92)


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Hallo nochmal,

ich brauche für mein Konzept ein IC das jedesmal nach mindestens 1s von 
START (Spannungsversorgung) nur ein Puls (Siehe Anhang) mit einer 
bestimmten Puls-breite von ungefähr 10ns bis 20ns generiert.

Vielen Dank für alle Tipps!

Gruß
Irina

von Joe F. (easylife)


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Wenn dieser Sync Puls nur ein einziges Mal (nach dem Start) übertragen 
wird, hätte ich noch eine andere Idee:

CLK einfach beim Gerätestart 1s lang "muten", und alle deine Receiver 
synchronisieren sich auf die erste eintreffende CLK Flanke.

von W.A. (Gast)


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Falk B. schrieb:
> In Prinzip ja, praktisch erzeugt man damit aber mal ganz fix einen
> Glitch.

Wozu einen Glitch erzeugen?
Der aufs UND-Gatter geführte Takt muss gegenüber dem Austastpuls 
natürlich etwas verzögert werden.

von Falk B. (falk)


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@W.A. (Gast)

>> In Prinzip ja, praktisch erzeugt man damit aber mal ganz fix einen
>> Glitch.

>Wozu einen Glitch erzeugen?

Nicht wozu, sondern warum! Den Glitch erzeugt man ja nicht absichtlicht!

>Der aufs UND-Gatter geführte Takt muss gegenüber dem Austastpuls
>natürlich etwas verzögert werden.

Klar, und dazu nehmen Experten wie du einfach mal ein RC-Glied. Das ist 
auch ganz sinnvoll auf einem IC wie FPGAs etc. . .

Aber Hauptsache mal wieder geschwätzt.

von Oswald K. (Gast)


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Verzögerungsglieder glitchen nicht, wenn sie aus RC-Gliedern 
zusammengesteckt werden. Zur Sicherheit könnte auch noch ein 
nichtinvertierender Schmitt-Trigger dahinter geschaltet werden, dann ist 
alles wieder im Lot. Bei kurzen Verzögerungszeiten im 
Nanosekundenbereich ist das aber nicht unbedingt erforderlich.

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