Forum: Offtopic Was hat damals ein einfacher IC der Logikfamilie 74xx gekostet?


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von Nano (Gast)


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Als damals die ersten 74xx00 NAND Bausteine auf den Markt kamen, was 
haben die so im Schnitt eigentlich nach so ca. einem Jahr nach Release 
gekostet?

Waren die damals schon ein Massenprodukt, das es für wenige Pfennig zu 
kaufen gab oder musste man für so einen simplen 4-fach NAND Baustein 
mehrere DM im zwei- oder mehrstelligen Bereich bezahlen?

: Verschoben durch Moderator
von HildeK (Gast)


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Nano schrieb:
> oder musste man für so einen simplen 4-fach NAND Baustein
> mehrere DM im zwei- oder mehrstelligen Bereich bezahlen?

Im mittleren einstelligen Bereich in DM.

von (º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· (Gast)



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Die waren TEUER.

von MUC (Gast)


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Habe noch einen alten RIM Katalog von 1969.
Da hat ein 7400 (die Auswahl war nicht so groß) so um die 10 DM 
gekostet.

von Nano (Gast)


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Ach du meine Güte.
Das ist echt teuer.

Vor allem so ein General Purpose amplifier.

Aber auch ein einfacher 7400 für 10 DM ist schon recht heftig, 
insbesondere wenn man davon mehrere benötigt.

Wenn man das mit heute vergleicht, dann ist Elektronik richtig günstig 
geworden. Man kriegt einen µC für wenige Cents mit dem man ein 
Vielfaches der
Funktionalität erzielen kann, die man nicht einmal mit dutzenden 7400 
erzielen könnte.

Ein 7400 bietet 4 NAND Gatter, wie viel hätte das einem denn damals 
gekostet,
wenn man diese 4 NAND Gatter mit diskreten Bausteinen realisiert hätte?
Erhielt man wenigstens aus dieser Perspektive, trotz des hohen Preises 
pro IC, einen Kostenvorteil?

von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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Und 10 DM waren vor fünfzig Jahren etwas mehr wert als die etwas über 
5 EUR, an die mancher zunächst denkt.

https://www.altersvorsorge-und-inflation.de/euro-rechner.php?dm_eur=DM_EUR

Ja, das waren fast 20 EUR.

von Paul B. (paul_baumann)


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Die Preise der Schaltgreise habe ich im Moment nicht zur Hand, aber die 
von Germanium-Transistoren von 1964 sind im Anhang. Da ging man 
vorsichtig dran, weil man eben nicht riskieren wollte, daß sie zum 
Teufel gingen.

TTl-Schaltkreise (Gatter Und/Oder/Nand) gab es später als Bastlerbeutel. 
Damit habe ich eine Uhr gebaut, die mir leider an der Arbeit gestohlen 
wurde.

MfG Paul

von lalala (Gast)


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Irgendwann mal erzaehlt bekommen:wohl so in den 60ern hat 1 bit 
Ferritkernspeicher 1 DM gekostet. Damit eine 1kbit Matrix 1kDM.

von Berufsrevolutionär (Gast)


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Nano schrieb:
> Als damals die ersten 74xx00 NAND Bausteine auf den Markt kamen, was
> haben die so im Schnitt eigentlich nach so ca. einem Jahr nach Release
> gekostet?

Falls es interessiert: "auf den markt kommen" hiess in Ostdeutschland 
das man eine Tüte "Halbleiterbastlerbeutel Nr. 8" ergatterte.
http://www.bastler-beutel.de/HTML/BB/index.htm
In diesem steckten 5 NAND-IC's und ein Begleitheft. Preis für alles 
waren lt. eingetrübter Erinnerung 20 Mark der DDR; zum Vergleich 
Monatslohn eines Arbeiters 700 Mark.

von Duennwandiger Troll (Gast)


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Fuer meinen ersten Transistor, BC107 oder aehnlich, anno '76, habe ich 
4DM bezahlt. Der wurde fuer eine ganze Menge an Experimenten zu einem 
Buch verwendet. Zusammengeloetet .. ja das Relais hat eine Verzoegerung 
.. next .. ohne das Ganze wirklich zu verstehen.

von $6.50 SN7400 (Gast)


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Und 10 DM waren vor fünfzig Jahren etwas mehr wert als die etwas über
> 5 EUR, an die mancher zunächst denkt.
>
> https://www.altersvorsorge-und-inflation.de/euro-rechner.php?dm_eur=DM_EUR
>
> Ja, das waren fast 20 EUR.

lt. wikipedia

2017   37.103 EUR west  33.148 EUR ost
Das vorläufige Durchschnittsentgelt für das Jahr 2017

grob netto /12 /35
~ 88 EUR/Std.


1965    9.229 DM west

/12 /40

~ 19DM/Std.

Irgendwie glaube ich aber nicht das der durchschnitts-Arbeiter mehr als 
zehn Mark in der Stunde mitnahm.

In den 60ern war der Wechselkurs zum Dollar festgesetzt auf 4 DM.

also 1965 26DM+ fuer die ersten $6.50 SN7400
aber auch nur für geübte Schwimmer ab Freihafen NY ;)

von ZF (Gast)


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$6.50 SN7400 schrieb im Beitrag #5130817:
> grob netto /12 /35
> ~ 88 EUR/Std.

Arbeitest du nur 12 Wochen im Jahr?

von $6.50 SN7400 (Gast)


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ZF schrieb:
> $6.50 SN7400 schrieb im Beitrag #5130817:
>> grob netto /12 /35
>> ~ 88 EUR/Std.
>
> Arbeitest du nur 12 Wochen im Jahr?

Wenn ueberhaupt, Oups. :()
Na dann noch mal grob durch vier. -huest-


---

das mit den 19DM kam mir nicht ohne Grund seltsam vor ...

von Gerald B. (gerald_b)


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So 1983 rum, schätze ich, hat ein P100 (P - Basteltyp der Dxxx) 
entsprach dem 7400 3,50 Mark der DDR gekostet. Der P192 (74192) ca. 18 
Mark, der P147 (7447) ebenso und die VQB 71 (rote eintellige 13mm 
7-Segmentanzeige) auch.
1986 waren die Preise dann auf ca. 1 Mark der P100 und die Zähler, 
Decoder und Schieberegister lagen so bei 3,50 rum.
Der Basteltyp des U880 (Z80) kostete '86 mit viel Glück 5 Mark.

von Joe F. (easylife)


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In den 80ern hat man sich daher als Bastler mit beschränkten Mitteln ja 
ganz gerne mit Bauteilen vom Sperrmüll versorgt (auslöten).

von michael_ (Gast)


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Paul B. schrieb:
> Die Preise der Schaltgreise habe ich im Moment nicht zur Hand, aber die
> von Germanium-Transistoren von 1964 sind im Anhang. Da ging man
> vorsichtig dran, weil man eben nicht riskieren wollte, daß sie zum
> Teufel gingen.

Vor dieser Zeit habe ich den Mittelwellensuper mit einer ZF-Stufe aus 
dem G. Radiobastelbuch gebaut.
Die HF-Typen OC880/LF880 ff. gab es noch nicht. Der LF871 aus deiner 
Liste ging in der Mischstufe nicht.

Für den OC872 für 12,50M bin ich dann einen halben Tag bei knallender 
Sonne Rüben verziehen gegangen.

Nano, sieh mal bei Wiki nach, was "Rüben verziehen" bedeutet.
Sei froh, dass du in so einem Elektronik-Schlaraffenland lebst.

von Manfred (Gast)


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Duennwandiger Troll schrieb:
> Fuer meinen ersten Transistor, BC107 oder aehnlich,
> anno '76, habe ich 4DM bezahlt.

Da kostete ein 2N3055 um 30 DM. Meine erste weiße LED war irgendwo um 6 
DM, keine Ahnung, wann genau das war.

Rote LEDs in den 70er um 1,80 DM als Sonderangebot, heute kaufe ich 
bessere LEDs um 1 ct vom Chinesen.

In meiner Lehrzeit kostete ein SW-Fernseher um 700 DM, Farbfernseher 
waren um 2400 DM zu haben.

Setze ich das gegen meinen aktuellen Stundenlohn, sind Elektronikteile 
unendlich billig geworden.

von Possetitjel (Gast)


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Manfred schrieb:

> Setze ich das gegen meinen aktuellen Stundenlohn, sind
> Elektronikteile unendlich billig geworden.

Sind sie.

Außerdem sind sie spektakulär gut. Basteltransistoren
haben schnell mal fT von 300MHz, Mikrowellentransistoren
für 5GHz kann man kaufen. Rauschzahlen unter 3dB sind
realistisch... 1kW mit einem FET schalten ist machbar.

von michael_ (Gast)


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Gerald B. schrieb:
> So 1983 rum, schätze ich, hat ein P100 (P - Basteltyp der Dxxx)
> entsprach dem 7400 3,50 Mark der DDR gekostet.

Kann man schlecht vergleichen.
Die ersten verfügbaren TTL in der DDR waren so um 1970 die TESLA MH7400.
Sicher nur für die Industrie. Preise???

Als es im RGW nicht so recht klappte, hat die DDR erst spät damit 
angefangen.

von Günter Lenz (Gast)


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Für den D192 (war die DDR-Variante des 74192) habe
ich damals 50 DDR-Mark bezahlt.

 Gerald B. schrieb:
>1986 waren die Preise dann auf ca. 1 Mark der P100 und die Zähler,
>Decoder und Schieberegister lagen so bei 3,50 rum.

Die P-Typen waren bei der Prüfung des Herstellers durchgefallen,
waren aber funktionsfähig und wurden dann als Bastlerware
verkauft.

von michael_ (Gast)


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Possetitjel schrieb:
> Basteltransistoren
> haben schnell mal fT von 300MHz

Gibt es ja gar nicht mehr.
Und 300MHz macht ja fast jeder NF-Transistor. Gut, für HF gelten noch 
andere Sachen.

Aber was für ein Theater gab es in der DDR mit dem legendären AF139.
Der wurde wahrlich mit mehr als Gold aufgewogen.

Paar Jahre gab es wenigstens Russentransis, mit denen man einen 
UHF-Verstärker bauen konnte.

von Possetitjel (Gast)


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michael_ schrieb:

> Als es im RGW nicht so recht klappte, hat die DDR erst
> spät damit angefangen.

Nicht nur. Die Partei- und Staatsführung war wohl der
Meinung, bei der Mikroelektronik handele es sich um
westliche Dekadenz.
Da ist teilweise halblegale Forschung betrieben worden,
um nicht völlig den Anschluss zu verlieren ("Arbeitsstelle
für Molekularelektronik Dresden").

Ich habe als Schüler auf dem Weg zum Musikunterricht vor
diesem Schild gestanden und mir den Kopf zerbrochen, was
Molekularelektronik sein soll... :)

von (º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· (Gast)


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> Die ersten verfügbaren TTL in der DDR waren so um 1970 die TESLA MH7400.

Ja, wenn ich mich recht entsinne, waren die ersten aus eigener
Produktion verfuegbaren TTLs die der High-Speed-Serie 200.
Also 74H00 aka D200/P200. Aber da mag ich mich auch taeuschen
oder das war nur ein regionaler Effekt :-).

Das was importiert wurde, erreichte den "normalen" Elektronik(RFT)-Laden
in den Anfangsjahren eher nicht.

Das die als Basteltypen gekennzeichneten Bauelemente Ausschuss
gewesen waeren, oder die Spezifikation erheblich verletzt haetten,
ist ein Geruecht.
Es gab da wohl eher auf "Parteibeschluss" Quoten die dem Handel
anzubieten waren und mit dem Bastlerlabel gekennzeichnet wurden.

von $6.50 SN7400 (Gast)


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Manfred schrieb:
> Duennwandiger Troll schrieb:
>> Fuer meinen ersten Transistor, BC107 oder aehnlich,
>> anno '76, habe ich 4DM bezahlt.
>
> Da kostete ein 2N3055 um 30 DM. Meine erste weiße LED war irgendwo um 6
> DM, keine Ahnung, wann genau das war.
>



Jojo, Conrad Jan. '76 (ELO)

2 N 3055   100V St. 1,95 10 St. a 1,75 DM
2 N 3055y  >60V St. 1,40 10 St. a 1,25 DM
2 N 3055yy <60V St. 1,10 10 St. a 0,98 DM

Jedes Stück geprüft!

BC108B 0,60 DM
LEDs hatten se grad nich  :)

---


74LS00  ~0,55 "Elektronikversand Hamburg"



----

> Setze ich das gegen meinen aktuellen Stundenlohn, sind Elektronikteile
> unendlich billig geworden.


Eindeutig Ja!

von $6.50 SN7400 (Gast)


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>>> Fuer meinen ersten Transistor, BC107 oder aehnlich,
>>> anno '76, habe ich 4DM bezahlt.
>>
>> Da kostete ein 2N3055 um 30 DM. Meine erste weiße LED war irgendwo um 6
>> DM, keine Ahnung, wann genau das war.

> 74LS00  ~0,55 "Elektronikversand Hamburg"

Bei dem hab ich mich verguggt, kann später gewesen sein


aber

Siemens Funzel LEDs LD21,23,25  usw. gabs beim Oppermann fuer 49Pf.
Ferranti BC107/8/9 177... für 45Pf 10St. DM 3,50

Januar 1976.

von Chris F. (chfreund) Benutzerseite


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Es entwickelt sich alles weiter. Ein "Wegwerfhandy" hat auch ein 
vielfaches der Rechenleistung eines Großrechners von 1970.

Vielleicht hat in 40 Jahren jeder einen 40 Exabyte Speicherkristall in 
eine Pobacke implantiert und fragt sich wie man 2017 mit 1TB-SSDs 
auskommen konnte und was die für ein unglaubliches Geld gekostet hatten.

von michael_ (Gast)


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Possetitjel schrieb:
> Nicht nur. Die Partei- und Staatsführung war wohl der
> Meinung, bei der Mikroelektronik handele es sich um
> westliche Dekadenz.

Quatsch. Die DDR sollte analoge IC für den Konsumerbereich machen, die 
Tschechen Analogrechner, Digitale IC die Tschechen und Russen.

Possetitjel schrieb:
> Arbeitsstelle
> für Molekularelektronik Dresden

Du hast es bis heute nicht begriffe, was das ist. Künstler eben.

(º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· schrieb im Beitrag 
#5131063:
> Also 74H00 aka D200/P200. Aber da mag ich mich auch taeuschen
> oder das war nur ein regionaler Effekt :-).

Das waren die erste.

(º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· schrieb im Beitrag 
#5131063:
> Das die als Basteltypen gekennzeichneten Bauelemente Ausschuss
> gewesen waeren, oder die Spezifikation erheblich verletzt haetten,
> ist ein Geruecht.

Nee. Irgendein Parameter lag außerhalb der Spezifikation.
Also Ausschuß.
Ich hatte Transis mit B von 1000 dabei. Passte in keine Kategorie.

(º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· schrieb im Beitrag 
#5131063:
> Es gab da wohl eher auf "Parteibeschluss" Quoten die dem Handel
> anzubieten waren und mit dem Bastlerlabel gekennzeichnet wurden.

Klar, exportfähige Bauelemente wurden an Bastler verramscht.
Die Gehirnwäsche hat gewirkt.

von $6.50 SN7400 (Gast)


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$6.50 SN7400 schrieb im Beitrag #5131087:
>>>> Fuer meinen ersten Transistor, BC107 oder aehnlich,
>>>> anno '76, habe ich 4DM bezahlt.
>>>
>>> Da kostete ein 2N3055 um 30 DM. Meine erste weiße LED war irgendwo um 6
>>> DM, keine Ahnung, wann genau das war.
>
>> 74LS00  ~0,55 "Elektronikversand Hamburg"
>
> Bei dem hab ich mich verguggt, kann später gewesen sein
>
>
> aber
>
> Siemens Funzel LEDs LD21,23,25  usw. gabs beim Oppermann fuer 49Pf.
> Ferranti BC107/8/9 177... für 45Pf 10St. DM 3,50
>
> Januar 1976.

Oh Mann. der Oppermann hatte die ja auch

SN7400  -,55
...
SN7490  1,53


Ein LM741 gabs fuer 2,75

---

TV-TENNIS

Das bekannte und beliebte Spiel mit dem jeder seine eigenen 
Daviscup-Turniere in der Wohnung austragen kann ....

Bausatz komplett einschliesslich  beider Platinen, sämtlicher 
Einzelteile (ICs mit Fassungen!) und Schaltung mit Bauanleitung
nur 78,70!

Jetzt zuschlagen!!!!

pong?! :)

von Possetitjel (Gast)


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michael_ schrieb:

> Quatsch. [...]
>
> Possetitjel schrieb:
>> Arbeitsstelle
>> für Molekularelektronik Dresden
>
> Du hast es bis heute nicht begriffe, was das ist.

Ahh ja.
Und Tschüss.

von Berufsrevolutionär (Gast)


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Joe F. schrieb:
> In den 80ern hat man sich daher als Bastler mit beschränkten Mitteln ja
> ganz gerne mit Bauteilen vom Sperrmüll versorgt (auslöten).

Naja, schon bei DIL's mit mehr als 10 Pins wird auslöten schwierig und 
nicht jeder dieser Steizeit-Halbleiter überlebte das. Glücklicherweise 
waren einige IC's gesockelt, vielleicht auch weil sie schon das Einlöten 
nicht überlebt hätten.

Aber 74*** vom Speermüll gab es m.E. so gut wie nicht.  weil die 
Gerätschaften mit diesen eher repariert und weiterverwendet als entsorgt 
worden (teuer) und wenn es billige Geräte waren, dann gabs da kaum 74* 
drauf sondern was kundenspezifisches ohne Datenblatt.

--

>> Als es im RGW nicht so recht klappte, hat die DDR erst
>> spät damit angefangen.

>Nicht nur. Die Partei- und Staatsführung war wohl der
>Meinung, bei der Mikroelektronik handele es sich um
>westliche Dekadenz.
>Da ist teilweise halblegale Forschung betrieben worden,
>um nicht völlig den Anschluss zu verlieren

?Halblegal? ?Dekadenz?
In der WP hats einen sehr informativen Artikel zum Chef des Institutes 
Werner Hartmann -> 
https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Hartmann_(Physiker)#1974.E2.80.931988:_die_Zeit_der_Repressionen 
Ich versteh den so, das es einfach Schwachköpfe in der 
Wirtschaftsleitung waren, die meinten das Studium der Pamphlete von Murx 
und Engels aus dem Zeitalter der Dampfmaschine könne eine 
Ingenieureausbildung und Technikbegeisterung ersetzen.

Was sich auch daranzeigt, das man im letzten Jahr der DDR groß über die 
"Kalten Fusion" konferierte, obwohl es aus dem Nicht-DDR Teil des 
Akademischen Elfenbeinturmes nur Dementis hagelte 
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13495799.html Das passiert halt, 
wenn man die fähigen Leute außer Landes drängt.

von Martin O. (ossi-2)


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Wer alte amerikanische Zeitschriften lesen will muss hier schauen:

http://www.americanradiohistory.com/
http://www.americanradiohistory.com/Popular-Electronics-Guide.htm

Da findet man dann auch Preise von Bauteilen und Geräten. Ein 
unglaublicher Fundus an Informationen!

von Icke ®. (49636b65)


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(º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· schrieb im Beitrag 
#5131063:
> Das die als Basteltypen gekennzeichneten Bauelemente Ausschuss
> gewesen waeren, oder die Spezifikation erheblich verletzt haetten,
> ist ein Geruecht.

Das halte ich wiederum für ein Gerücht. Natürlich enthielten die 
Bastlerbeutel mit etwas Glück manchmal ganz brauchbare Bauelemente. Aber 
die meisten hatten schon erhebliche Macken. Als Beispiel kann ich mich 
noch gut an ein Pärchen R273/R274 (Lautstärke-/Klangregelung) erinnern, 
die allenfalls als Rauschgeneratoren herhalten konnten, aber keinesfalls 
für den Einsatz in einem Verstärker taugten. Bei Bastel-LEDs war es die 
funzelige Lichtstärke und bei Digital-ICs meist die wesentliche 
geringere Grenzfrequenz.

> Es gab da wohl eher auf "Parteibeschluss" Quoten die dem Handel
> anzubieten waren und mit dem Bastlerlabel gekennzeichnet wurden.

Das ist insofern schon deswegen unplausibel, weil es die Bastlerware 
i.d.R. gleichzeitig auch als Normtypen zu kaufen gab. Nur eben zu 
Unpreisen.

von (º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· (Gast)


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> Klar, exportfähige Bauelemente wurden an Bastler verramscht.
> Die Gehirnwäsche hat gewirkt.
Hmm, ausser einem 64k-DRAM fuer den PIP in einem Fernseher hab
ich nie irgendwo TTL-Gatter aus DDR-Produktion in Geraeten aus
dem Weltmarkt gesehn.
So gewaltig scheint der Export nicht gewesen zu sein.

Der Punkt ist doch, dass es ueberhaupt derartige Bauelemente in
den Handel geschafft haben. Das waere ohne "Anweisung von oben"
in der Planwirtschaft voellig undenkbar gewesen.
Da lass ich mir auch keine Gehirnwaesche unterstellen.

> Ich hatte Transis mit B von 1000 dabei. Passte in keine Kategorie.
Das Mann bei (Bastel-)Transistoren den hFE ermittelte war normal,
die waren ja voellig ungekennzeichnet. Ja, und manche gaben einen
guten Rauschgenerator ab...

> Bei Bastel-LEDs war es die funzelige Lichtstärke
Das mag wohl sein.
Ich hatte mich auf einer Materialboerse mit "normgerechten" LED
eingedeckt (in 200er Beuteln lag der Preis bei 0.14 M).

von Icke ®. (49636b65)


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(º°)·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.· schrieb im Beitrag 
#5131270:
> Hmm, ausser einem 64k-DRAM fuer den PIP in einem Fernseher hab
> ich nie irgendwo TTL-Gatter aus DDR-Produktion in Geraeten aus
> dem Weltmarkt gesehn.

Was nicht verwundert. Ich weiß aus erster Hand (Mitarbeiter HFO), daß 
Exportware auf Wunsch kundenspezifisch gelabelt oder auch im Zollraster 
gefertigt wurde. Die Herkunft ist also äußerlich nicht ohne weiteres 
erkennbar.

von tg (Gast)


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Hab mal meine Preisliste rausgekramt, notiert in dem Geschäft in Dresden 
in der Nähe vom Altmarkt (Name fällt mir gerade nicht ein, in der 
unteren Etage gab es Schallplatten), welches Jahr genau weiß ich nicht 
mehr, aber auf jeden Fall in der Zeit von 1982 .. 1984.

Preise natürlich in Mark der DDR. Unten links sind paar Transistoren 
dabei.

tg

von Setkosten (Gast)


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Da müssen ja Fernsehserien wie Raumschiff Enterprise oder Kampfstern 
Galactica jede Menge Geld gekostet haben, bei dem vielen Geblinke, das 
man für das Set des Raumschiffinnere und die Darstellung der vielen 
schrankgroßen Pseudo-Computer benötigt hat.

http://www.startrek.com/uploads/assets/articles/991cb34d341b2073ea95b14c093e4c4b10163393.jpg

http://battlestar.popapostle.com/images/episodes/G1980/GDE_Pt02/bridge.JPG

https://i.ytimg.com/vi/uewfq_n9hOY/maxresdefault.jpg

von reduziert, alles muss raus. (Gast)


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Setkosten schrieb:
> Da müssen ja Fernsehserien wie Raumschiff Enterprise oder Kampfstern
> Galactica jede Menge Geld gekostet haben, bei dem vielen Geblinke, das
> man für das Set des Raumschiffinnere und die Darstellung der vielen
> schrankgroßen Pseudo-Computer benötigt hat.
>


Winnetou hatte keine LEDs an der Flinte, das waren Silberknoeppe ...

von Mac G. (macgyver0815)


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Setkosten schrieb:
> Da müssen ja Fernsehserien wie Raumschiff Enterprise oder Kampfstern
> Galactica jede Menge Geld gekostet haben, bei dem vielen Geblinke, das
> man für das Set des Raumschiffinnere und die Darstellung der vielen
> schrankgroßen Pseudo-Computer benötigt hat.


Eine Folge von TOS kostete damals laut Quelle Internet ca. 200k, in 
heutiges Geld umgerechnet grob 1,3 Millionen Dollar.
Dürfte genug Budget für geblinke sein, zumal man das auch 
elektromechanisch  lösen konnte denke ich mal - muss ja nicht lange 
halten.

von Bernhard K. (bkom)


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Berufsrevolutionär schrieb:
> Joe F. schrieb:
>> In den 80ern hat man sich daher als Bastler mit beschränkten Mitteln ja
>> ganz gerne mit Bauteilen vom Sperrmüll versorgt (auslöten).
>
> Naja, schon bei DIL's mit mehr als 10 Pins wird auslöten schwierig und
> nicht jeder dieser Steizeit-Halbleiter überlebte das. Glücklicherweise
> waren einige IC's gesockelt, vielleicht auch weil sie schon das Einlöten
> nicht überlebt hätten.
>
> Aber 74*** vom Speermüll gab es m.E. so gut wie nicht.  weil die
> Gerätschaften mit diesen eher repariert und weiterverwendet als entsorgt
> worden (teuer) und wenn es billige Geräte waren, dann gabs da kaum 74*
> drauf sondern was kundenspezifisches ohne Datenblatt.

Von wegen, die 74ger ohne LS gabs beim Trans Omega zu Nürnberg auf 
Platinen stapelweise, und das auslöten der TTls haben nur die ersten ICs 
mit ausgerissenen Beinen bezahlt dann hatte ich den Bogen raus und bald 
genug ICs für meine ersten Bastelarbeiten. Nur die Cmos-ICs starben 
dabei, bis mir jemand das mit dem ESD erklärt hat.

von Gerald B. (gerald_b)


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Bastlerware konnte viele Gründe haben. In Gera gab es z.B. MKT 
Kondensatoren, die Vergussfehler hatten. Da war in den Plastikbechern zu 
wenig Gießharz, zu viel Gieharz oder sichtbare Blasen in der 
Vergussmasse.

von Berufsrevolutionär (Gast)


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Joe F. schrieb:
> In den 80ern hat man sich daher als Bastler mit beschränkten Mitteln ja
> ganz gerne mit Bauteilen vom Sperrmüll versorgt (auslöten).

Nicht nur vom Speermüll, Winfried kauft sich Neuwertiges Gerät für 10 
MDN im RFT-Laden und schlachtet es, weil alleine die Transistoren den 
Gerätepreis übersteigen:
https://youtu.be/YTcSIdfyugg?t=1431

von Nano (Gast)


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Bernhard K. schrieb:

> Von wegen, die 74ger ohne LS gabs beim Trans Omega zu Nürnberg auf
> Platinen stapelweise, und das auslöten der TTls haben nur die ersten ICs
> mit ausgerissenen Beinen bezahlt dann hatte ich den Bogen raus und bald
> genug ICs für meine ersten Bastelarbeiten. Nur die Cmos-ICs starben
> dabei, bis mir jemand das mit dem ESD erklärt hat.

Hatte das mit dem ESD so viel Auswirkungen beim Auslöten?
Und wenn ja, was hast du da anders gemacht?

von Gerald B. (gerald_b)


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Nano schrieb:
> Hatte das mit dem ESD so viel Auswirkungen beim Auslöten?
> Und wenn ja, was hast du da anders gemacht?

Die ungepufferte A-Serie war da weitaus empfindlicher, als die 
gepufferten Serien. Da hatten die Hersteller dann nachgebessert und die 
Eingänge besser ESD geschützt.

von Jemand (Gast)


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Hallo

ziemlich DDR lastig hier - gibt es nicht auch nette Anekdötchen aus dem 
Gebiet der BRD vor 1990 - insbesondere bis in die Endachtzeiger Jahre?

Wie kam der Bastler hier an die speziellere Ware - fast noch 
interessanter woher wusste er was es den so an Spezialitäten gab?
Nur Datenbücher der Hersteller (wurden die auch offiziell an Bastler 
abgegeben?) und Anzeigen in den einstmals vielfältigen 
Elektronikmagazinen?

Wo hatte Bastler bestellt wenn es Conrad (Völkner) und später auch 
Reichelt nicht hatte.

Gab es auch in der BRD (USA) offizielle "Ausschussware" mit extra 
Bezeichnungen für die Bastler?

Jemand

von Einhart P. (einhart)


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Jemand schrieb:
> Gab es auch in der BRD (USA) offizielle "Ausschussware" mit extra
> Bezeichnungen für die Bastler?

Jau, meine ersten TTL ICs habe ich in Beuteln aus den Niederlanden 
gekauft. Die waren Fertigungsausschuss und nicht gestempelt. Zuerst 
musste man anhand der Gehäusegröße und der elektrischen Daten der Pins 
herausfinden um welche Bausteine es sich handelte und danach prüfen 
welche Gatter und Funktionen noch zum Basteln verwendbar waren. Mühsam 
aber für einen Schüler eine bezahlbare Quelle.

von Dieter W. (dds5)


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So richtig teuer waren komplexere TTL.
Für eine Dezimalstelle eines Zählers bezahlte man 1969 für den 7490 
30DM, für den 7475 20DM und für den 7441 50DM.

Monsanto MV50 LEDs kosteten 1972 5DM pro Stück.

Zum Glück gab es die Teile bei der Firma im Lager und der Mensch hinter 
der Theke hat für eine Flasche Bier und eine Schachtel Kippen mal ein 
paar Minuten nicht hingesehen.

: Bearbeitet durch User
von 1N 4. (1n4148)


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> eine Schachtel Kippen

Die lagen damals noch bei 2DM, oder?

von Thomas G. (Firma: Frickelhauptquartier) (taximan)


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1N 4. schrieb:
>> eine Schachtel Kippen
>
> Die lagen damals noch bei 2DM, oder?

ziemlich genau...

https://thinkpad-forum.de/threads/41928-gelöst-Zigarettenpreise-1953-2002

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