DSTN-LCD 640 x 480 =) Datenblatt =) Standardanschluss?

OP #5152742
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Ich habe ein Display welches optisch defekt ist. Von diesem gibt es ein 
Datenblatt mit Anschlussbelegung. Bevor ich weiter in das Thema 
einsteige frage ich nun, ob es sich bei der Anschlussbelegung um einen 
Standard handelt. Falls ja, besteht hier eine Chance ein anderes Display 
zu verwenden?

Grüße Marco
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Persönliche Seite #5152774
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Nein, das ist kein Standard, da es bei Displays lange Zeit noch nicht 
mal informelle Standards gab. Du wirst mindestens einen Adapter basteln 
müssen, um die Anschlussbelegung des Ersatzdisplays an das alte Display 
anzupassen.

Bist Du Dir sicher, daß Du wirklich dieses Display ersetzen möchtest? 
DSTN war schon vor zwanzig Jahren lausig ...

Ansonsten: Hast Du Dir Deine "Pdf"-Dateien mal angesehen?

1,4 MByte groß, und sie enthalten nur unscharfen Matsch.
OP #5153073
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Rufus Τ. F. schrieb:
>
> Bist Du Dir sicher, daß Du wirklich dieses Display ersetzen möchtest?
> DSTN war schon vor zwanzig Jahren lausig ...


Und gerade deswegen möchte ich dieses Display ersetzen. Das Gerät selbst 
und damit auch die Displayansteuerung sind funktionsfähig. Wenn ich nun 
wüsste, ob eingangsseitig in das Display ein "Standard" verwendet wurde, 
könnte man  -  wie du richtig schreibst - über einen Adapter (mechanisch 
+elektronisch) an ein anderes Display gehen.

Ich denke, dass es Forumuser gibt, die erkennen können , ob hier 
irgendetwas vertretbares machbar ist. Ich kann Platinen layouten, kann 
Schaltpläne und Datenblätter lesen. im Display-Bereich kenne ich mich 
aber Null aus und wenn ich einen guten Hinweis bekomme, steige ich 
gezielt ein.

Grüße
Marco
Persönliche Seite #5153106
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Marco S. schrieb:
> enn ich nun wüsste, ob eingangsseitig in das Display ein "Standard"
> verwendet wurde, könnte man  -  wie du richtig schreibst - über einen
> Adapter (mechanisch +elektronisch) an ein anderes Display gehen.

Das andere Display ist aber zwangsweise wieder ein DSTN-Display. Die 
Ansteuerung anderer Displays (TFT) ist komplett inkompatibel zu Deinem 
DSTN-Display, da hilft kein Adapter.

Das Problem liegt in der Übertragung der Bilddaten an das Display; bei 
einem TFT-Display werden pro Taktimpuls auf der Pixeldatenleitung 
üblicherweise* die RGB-Daten eines Pixels übertragen, und das geschieht 
auf 18 oder 24 Datenleitungen parallel.



Dein STN-Panel aber hat nur 8 Datenleitungen, und die werden zur 
Übertragung von maximal 3 Bit pro Pixel genutzt (sieh Dir das von Dir 
selbst gepostete Bild von Seite 3.4 an).

Damit kann das Display tatsächlich acht unterschiedliche Farben 
darstellen, was von einer sinnvollen Farbdarstellung weit entfernt ist.

Die erfolgt durch sequentielles Ausgeben von unterschiedlichen Bilddaten 
in einer Art zeitlichem Dithering.

Wollte man das auf ein TFT-Panel adaptieren, müsste man eine Schaltung 
konstruieren, die diese geditherten Daten wieder in die eigentlichen 
Farbwerte zurückübersetzt und die dann an das TFT-Panel ausgibt. Das 
würde einen Zwischenspeicher für den kompletten Bildinhalt erfordern, 
der mehrere nacheinander übertragene Bilder zusammenfügt, um sie dann an 
das TFT-Panel auszugeben. Dafür wird ein FPGA und einiger Aufwand nötig.



> Anbei 2 Detailseiten aus dem Datenblatt.

Warum kannst Du nicht das Datenblatt selbst verlinken?

(2 Sekunden Google: http://elinux.org/images/c/c0/Edmgrb8jf.pdf)

> Ich kenne die 2-reihigen monochrom- LCD' s mit dem bekannten HD44780.

Davon kann man nicht auf Graphikdisplays schließen. Komplett andere 
Baustelle.

Ohne ganz erheblichen Aufwand kannst Du Dein Display nur durch ein 
gleich mieses anderes STN-Panel ersetzen.


*) höherauflösende Displays sind in zwei Hälften geteilt, die parallel 
mit je einem eigenen Satz Datenleitungen angesteuert werden, und 
üblicherweise werden die 18 bzw. 24 Bit Pixeldaten seriell per LVDS 
übertragen - aber das Grundprinzip bleibt das gleiche: Alle Daten für 
ein Pixel kommen zur gleichen Zeit.
OP #5153155
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Danke "rufus" für die umfassende Antwort. Damit ist zumindestens klar, 
dass ein modernes TFT-Display einen Adapter erfordert, der für mich 
selbst nicht herstellbar ist. Ausgeschlossen ist damit aber noch nicht, 
dass es einen solchen irgendwo "fertig" gibt. Falls ein solche jemanden 
bekannt ist : Her damit!

Stehen die Chancen gut oder schlecht einen 1:1 Ersatz DSTN-LCD zu 
bekommen, da nun die Belegung des Original-Displays bekannt ist? Oder 
sind die "Andchlussvarianten / Ansteuerungsvarianten "innerhalb der 
DSTN-LCD's so unterschiedlich, akso so produktspezifisch, dass ein 
Suchen nach Ersatz mit Frustation endet. "Rufus" hat das ja schon 
anklingen lassen in seinem 1. post.


Grüße
Marco
Persönliche Seite #5153317
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"Marco", Du wirst Dir ansehen müssen, was heute überhaupt noch an 
STN-Displays verkauft wird, und Dir die Varianten aussuchen, die 
mechanisch zu Deinem passen.

Dann musst Du Dir das Datenblatt davon besorgen und einerseits die 
Anschlussbelegung ansehen, dann die benötigten Versorgungsspannungen und 
die Art der Datenübertragung. Das Diagramm hier 
https://www.mikrocontroller.net/attachment/342219/Screenshot_2017-09-23-12-18-55-640x1024.png 
ist wichtig; sieh Dir unten an, welche Bits welcher Pixel wann 
übertragen werden.

Im ersten Takt sind das RGB vom ersten und zweiten Pixel, dann R und G 
vom dritten Pixel. Im zweiten Takt folgt B des dritten Pixels, dann RGB 
des vierten und fünften Pixels, und dann nur R des sechsten Pixels. 
Dessen G und B folgen im dritten Takt, sowie RGB des siebten und achten 
Pixels.

Dein Ersatzdisplay muss das gleiche Bitmuster erwarten, sonst 
funktioniert es nicht.

Ich denke, daß das Problem bereits damit anfängt, überhaupt noch ein 
STN-Display zu bekommen. Die Dinger sind so mies, daß sie aus gutem 
Grund vor zwanzig Jahren aus praktisch allen Geräten verschwanden und 
durch TFTs ersetzt wurden - bereits in den späten 90ern waren 
TFT-Displays bei Notebooks Standard.

Du willst Dein Oszilloskop reparieren 
(Beitrag "LCD von Oszi =》Was ist das für ein LCD-Fehler"), das kann ich ja 
verstehen, aber Du solltest auch abwägen, ob das Ding das überhaupt wert 
ist.

Wenn Du firm im Umgang mit FPGAs wärest, könntest Du Dir einen Umsetzer 
auf TFT selbst stricken, aber sich in die Materie eigens einzuarbeiten, 
um ein --Verzeihung-- nicht besonders berühmtes Oszilloskop zu 
reparieren, halte ich für den Aufwand nicht wert.

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