Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Serienterminierung Auslegung


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von Walter T. (nicolas)


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Hallo zusammen,

ich mache mir gerade Gedanken um die Terminierung eines Taktsignals 
(Enable-Signal eines 8-Bit-Parallel-LCDs. Ja, der Tastkopf ist richtig 
kompensiert.)

Die Leitungslänge ist weniger als 5cm - also der Wellenwiderstand 
vernachlässigbar. Die Eingangskapazität des Eingangstreibers beträgt 
5,5pF (74LVC245A).

Reicht es hier, den Serienwiderstand so auszulegen, daß sich mit der 
Eingangskapazität ein Tiefpaß mit der Grenzfrequenz ca. der zweifachen 
Taktrate ergibt? In meinem Fall wären das ca. 680 Ohm. Oder bin ich da 
auf dem Holzweg?

Viele Grüße
W.T.

von Dumpfbacke (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Oder bin ich da auf dem Holzweg?

Ja.

Du musst erst mal lernen richtig zu messen. Die korrekte
Maseanbindung des Tastkopfs fehlt.

Walter T. schrieb:
> Die Leitungslänge ist weniger als 5cm

Bei solchen Leitungslängen gibt es keine Signale wie du
dargestellt hast.

von Possetitjel (Gast)


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Walter T. schrieb:

> Ja, der Tastkopf ist richtig kompensiert.

... und sicher auch mit der 10cm langen Masseleitung
angeschlossen, oder?

von Dumpfbacke (Gast)


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von HildeK (Gast)


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Walter T. schrieb:
> Die Leitungslänge ist weniger als 5cm - also der Wellenwiderstand
> vernachlässigbar.
Der Wellenwiderstand ist immer da.
5cm entsprechen einer Laufzeit von 500ps, das ist schon fast die 
Anstiegszeit eines LVC-Ausgangs.

> Reicht es hier, den Serienwiderstand so auszulegen, daß sich mit der
> Eingangskapazität ein Tiefpaß mit der Grenzfrequenz ca. der zweifachen
> Taktrate ergibt?
Der Serienwiderstand soll den Ausgangstreiber (je nach Typ zw. 10Ω und 
30Ω) auf den Wellenwiderstand der Leitung anpassen. Die 
Eingangskapazität ist höchstens störend.

> In meinem Fall wären das ca. 680 Ohm. Oder bin ich da
> auf dem Holzweg?
Ja, du bist auf dem Holzweg.
Da ich die Geometrie deiner Leitungen und Leiterplatte nicht kenne, aus 
Erfahrung aber weiß, dass man selten weit weg von 40Ω-70Ω mit Z liegt, 
empfehle ich dir einen quellseitigen Serienwiderstand von 33Ω.

Außerdem: deine Screenshots sehen eher so aus, als ob du auch ein 
Messproblem hättest: Tastkopf mit GND-Krokoklemme über (recht langem) 
Kabel irgendwo an Masse geklemmt. Miss das Ganze nochmals mit einer 
Tastkopffeder, die ganz vorne am TK aufgesteckt ist und siehe zu, dass 
Messpunkt und GND am Empfänger möglichst nahe beieinander sind.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Walter T. schrieb:
> Reicht es hier, den Serienwiderstand so auszulegen, daß sich mit der
> Eingangskapazität ein Tiefpaß mit der Grenzfrequenz ca. der zweifachen
> Taktrate ergibt?
Vergiss "Tiefpass" zusammen mit "Terminierung". Die Wirkungsmechanismen 
sind verschiedene...

Zur Praxis:
Ich sehe einfach mal an jede Busleitung einen Serienwiderstand vor. Wenn 
ich einen brauche, dann fange ich mit 22R an, probiere ggfs. einfach ein 
paar weitere Werte durch und nehme dann den besten. Wenns mit 0R schon 
klappt, dann wird der Widerstand für die Serie im Kupfer gebrückt.

Siehe dazu auch den Beitrag "Re: Serienwiderstand bei Hochfrequenz"

: Bearbeitet durch Moderator
von Walter T. (nicolas)


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Dumpfbacke schrieb:
> http://www.ko4bb.com/TDS2xxDump/

Richtig erkannt. Funktioniert aber mutmaßlich nur bei Oszis mit 
Datenmodul.

Dumpfbacke schrieb:
> Bei solchen Leitungslängen gibt es keine Signale wie du
> dargestellt hast.

Possetitjel schrieb:
> ... und sicher auch mit der 10cm langen Masseleitung
> angeschlossen, oder?

Momentan noch ein fliegender Aufbau mit 12cm langen Dupontkabeln. Später 
weniger als 5cm Leiterbahnlänge mit undefiniertem Wellenwiderstand (da 
Pfostenstecker mit furchtbarer Belegung dazwischen).

Ich lese aus den Antworten:
- Auch bei so kurzen Leiterbahnen sind diese maßgeblich.
- Terminierung Ausgangstreiberseitig.
- Impedanz Eingangstreiber nicht maßgeblich.
- Genauen Wert ausprobieren, 33 Ohm sind ein guter Startwert

Damit kann ich gut arbeiten.

von Falk B. (falk)


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@ Walter Tarpan (nicolas)

>Momentan noch ein fliegender Aufbau mit 12cm langen Dupontkabeln.

Aua.

> Später
>weniger als 5cm Leiterbahnlänge mit undefiniertem Wellenwiderstand (da
>Pfostenstecker mit furchtbarer Belegung dazwischen).

Trotzdem ist der Wellenwiderstand definiert, denn das Flachbandkabel hat 
ja eine konstante Geometrie.

>- Auch bei so kurzen Leiterbahnen sind diese maßgeblich.

Nö.

>- Terminierung Ausgangstreiberseitig.

Muss nicht

>- Impedanz Eingangstreiber nicht maßgeblich.

Stimmr.

>- Genauen Wert ausprobieren, 33 Ohm sind ein guter Startwert

Ja.

Man könnte auch den Artikel Wellenwiderstand lesen.

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