Nabend,
bei meiner Suche hier im Internet stell ich mir die Frage ob mir einfach
nur der richtige Begriff fehlt oder ich tatsächlich alles selber bauen
muss. Denn ich finde viele Basiselemente (wie Schalter), aber ich würde
sie gerne in der Form haben, dass diese schon "fertig" auf das Gehäuse
angebracht werden können, ohne mich noch groß um die Haptik und das
Design zu kümmern. Wenn dann dieser Taster wahlweiße mit LEDs leuchten
kann bin ich total zufrieden - aber woher bekomme ich solche
Sonderwünsche?
Zur besseren Vorstellung hier mal ein Video von der "Maschine MK3", die
mit so ziemlich allen Art von Potis und Tastern bestückt ist, die ich
suche
https://www.youtube.com/watch?v=3zlW8ooramo
Weiß das jemand was?
Beste Grüße!
EmbLin schrieb:> hier mal ein Video von der "Maschine MK3", die> mit so ziemlich allen Art von Potis und Tastern bestückt ist, die ich> suche
Solche Taster kannst du nicht fertig kaufen.
In diesen Geräten sind auf dem PCB zwar Standard-LEDs und entweder
Standard-Tactswitches oder Domeswitches verbaut oder als Sparvariante
einfach nur Fingerartige PCB Strukturen.
Über dem PCB befindet sich dann aber ein vom Hersteller des Gerätes
individuell angefertigtes Silikonteil, das wesentlich zur Optik und zur
Haptik der Taster beiträgt. Ähnlich wie in einem Taschenrechner oder
einer TV-Fernbedienung.
Ich stand/stehe vor dem selben Problem. Ich suche auch solche Schalter
und Taster für ein Musikprojekt, allerdings stimme ich meinem Vorredner
zu - diese Gummiknöpfe sind nicht zu kaufen - es gibt zwar irgendwelche
chinesischen Händler auf Aliexpress & Co, die eine solche Dienstleistung
anbieten, allerdings nicht in dieser Form der Knöpfe.
Was ich allerdings empfehlen kann, sind Schalter der Multimec 5 Serie
von APEM, die sind wahlweise beleuchtbar und haben auch passende,
lichtdurchlässige Kappen. Als Potentiometer kann ich die von Bourns
empfehlen.
Dann hat sich also meine Befürchtung bestätigt.
Allerdings dachte ich (und das ist doch eigentlich sehr naheliegend),
dass gerade durch die Arduino-Pi-Bewegung solche Stückwaren gefördert
würden, weil man nun eben nicht gerade eine Spritzguss im Keller stehen
hat und vielleicht generell kein Maschinenbauer ist, der mal eben an
alles denkt was so ein Element alles erfüllen soll. Das wär doch
eigentlich eine Marktlücke für so Endanwender wie beispielsweise mich
und die sind doch bekannterweise fix weg.
EmbLin schrieb:> Allerdings dachte ich (und das ist doch eigentlich sehr naheliegend),> dass gerade durch die Arduino-Pi-Bewegung solche Stückwaren gefördert> würden.... Das wär doch> eigentlich eine Marktlücke für so Endanwender wie beispielsweise mich> und die sind doch bekannterweise fix weg.
oh je, ich glaube da musst du deine Vorstellungen von Stückzahlen
gründlich revidieren. Die paar Bastler, sind kein Markt, das ist
Rauschen. Die Vorlaufkosten für derartige Dinge sind enorm, da müssen
schon Industrieanwendungen dahinter stehen, wenn das ein Massenprodukt
werden soll. Ansonsten lassen die Firmen schon mal gerne aus dem
Standardprogramm eines Herstellers firmenspezifische Varianten
herstellen.
Ansatzweise gibt es ähnliche Tasten hier:
http://www.mentor-bauelemente.de/de/bauelemente/tastaturkomponenten-vom-spezialisten/
Michael B. schrieb:> Schwer zu sagen ob das Silikontastaturen sind, oder Plastikkappen.> Sieht für mich eher aus wie Plastikkappen, insbesondere auf diesem Bild> erkennt man schwarze Tasten mit mattklarer bis zum Rand ragender> Abdeckkappe
Sieht aus wie Plastik, ist aber Silikon.
Das Bild ist von der MK2, die MK3 dürfte aber in dieser Hinsicht sehr
ähnlich sein. Zugehöriges Video:
https://www.youtube.com/watch?v=ttDzCwVVb-k
Man kann mit Zuschlagstoffen beim Silikon Eigenschaften wie Härte,
Milchigkeit einstellen. In weiteren Prozessschritten kann die Oberfläche
farbig bedruckt werden, per Laser feine Strukturen aus dem Druck wieder
herausgenommen werden, und ein Coating aufgebracht werden (z.B. auf PU
Basis), welches der Oberfläche eine abriebfeste, harte und glatte
Oberfläche gibt.
http://www.abatek.com/designguide/07SecondaryProcesses.html
Aber alles halt nicht für den "Heimgebrauch"...
Vielen Dank zuerst an all eure hilfreichen Infos
Joe F. schrieb:> Michael B. schrieb:>> Schwer zu sagen ob das Silikontastaturen sind, oder Plastikkappen.>> Sieht für mich eher aus wie Plastikkappen, insbesondere auf diesem Bild>> erkennt man schwarze Tasten mit mattklarer bis zum Rand ragender>> Abdeckkappe>> Sieht aus wie Plastik, ist aber Silikon.> Das Bild ist von der MK2, die MK3 dürfte aber in dieser Hinsicht sehr> ähnlich sein. Zugehöriges Video:> Youtube-Video "Taking a look inside my NI Maschine MK2 (Disassemble)">> Man kann mit Zuschlagstoffen beim Silikon Eigenschaften wie Härte,> Milchigkeit einstellen. In weiteren Prozessschritten kann die Oberfläche> farbig bedruckt werden, per Laser feine Strukturen aus dem Druck wieder> herausgenommen werden, und ein Coating aufgebracht werden (z.B. auf PU> Basis), welches der Oberfläche eine abriebfeste, harte und glatte> Oberfläche gibt.>> http://www.abatek.com/designguide/07SecondaryProcesses.html>> Aber alles halt nicht für den "Heimgebrauch"...
So viel hätt ich nun gar nicht erwartet, aber dass hilft einem natürlich
ungemein über ein eigenes (ich nenne es mal umfassend) Design
nachzudenken. Und doch sieht mir das aber auch aus wie Meterware.
Versteht mich nicht falsch, ich will dieses Gerät nicht imitieren, aber
ich wünschte mir mehr Taster die in diese Richtung gehen, denn das Auge
isst ja schließlich mit.
Eine der Referenzen - gerade im Audiobereich - ist die schon erwähnte
Firma MEC aus DK, vor ein paar Jahren aufgekauft von APEM.
Die haben auch spezielle Taster mit kaum hörbaren Kontaktgeräuschen für
eben diese Audioanwendungen.
In Punkto Verarbeitung, Haptik, Lebensdauer (Material!), Vielfalt und
Innovationsfreudigkeit stellen die alle uns sonst bekannten Hersteller
in den Schatten.
Übrigens auch im Bereich Kundenservice - großzügige Mustersendungen
(auch ungefragt Neuerungen) waren hier nie ein Problem.
Wenn Du herumspielen möchtest, würde ich Dir deren "Engineering Kit"
empfehlen, sofern es das noch gibt. Lego für Große sozusagen :-)
Ich hatte das damals mal fotografiert. Mittlerweile gibt schon wieder
sehr, sehr viel Neues:
Beitrag "Re: [S] Bezugsquelle für "schöne" Taster, z.B. MEC"
Ausschließlich diese Taster setzen wir bei allen unseren
Industrieanwendungen ein. Wirklich eine herausragende Qualität.
Dass es die nicht im Cent-Bereich gibt, sollte klar sein.
Die Taster sind das was das Alleinstellungsmerkmal und den teuren Preis
ausmacht bei NI Machine ausmacht. (Drum machine software gibt es ja
genug)
Aber es reicht ein einigermassen entprellte Tastmechanik und eine
latenzarme Umsetzung zum Computer.
Für den Bastler ist das nix. Industrietaster sind was anderes, aber
schau mal bei
www.e-switch.com
https://www.schurter.com/de/datasheet/MCS_18_Front
Richtig Aufwendig wird es wenn das auch Anschlagdynamik haben soll (halt
wie ein "richtiges" Instrument. Dann braucht man Mechanismen und eine
Form von Beschleunigungssensorik.
und ja Industrietaster kosten richtiges Geld.
Sebastian L. schrieb:> Richtig Aufwendig wird es wenn das auch Anschlagdynamik haben soll (halt> wie ein "richtiges" Instrument. Dann braucht man Mechanismen und eine> Form von Beschleunigungssensorik.
Hättest Du da was Empfehlenswertes?
Chris D. schrieb:> Eine der Referenzen - gerade im Audiobereich - ist die schon> erwähnte> Firma MEC aus DK, vor ein paar Jahren aufgekauft von APEM.
Hochwertige Taster ja, aber doch keine großflächigen aus Kunststoff /
Silikon
EmbLin schrieb:> Chris D. schrieb:>> Eine der Referenzen - gerade im Audiobereich - ist die schon>> erwähnte>> Firma MEC aus DK, vor ein paar Jahren aufgekauft von APEM.>> Hochwertige Taster ja, aber doch keine großflächigen aus Kunststoff /> Silikon
Doch, durchaus auch, bspw. die 10Q-reihe mit 22x22mm. Die gibt es auch
mit IP65, falls gewünscht.
Silikontasten gibt es dort allerdings nicht, das stimmt.
P.S.: Wir nehmen oft die Foilmec, da man da bzgl. Druck der Frontfolie
sehr flexibel ist und man recht problemlos IP66 erreicht.