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Forum: Haus & Smart Home Analogtelefon Rufspannung als Rechteck?


Autor: Heiko (Gast)
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Hallo zusammen,

ich bastel gerade an einer Möglichkeit, damit mein Mikrocontroller ein 
Analogtelefon anrufen kann. Eine Frage zu der Rufspannung hätte ich mal: 
Sie ist ja prinzipiell als Sinus mit 25Hz und ca. 60V definiert. So ein 
Signal habe ich mir auch aus einer H-Brücke und PWM erzeugt und es 
funktioniert auch soweit. Das Problem ist, dass die H-Brücke im PWM sehr 
heiss wird. Mein Telefon, welches ich gerade zum Testen verwende bimmelt 
damit. Allerdings bimmelt es auch genauso wenn ich einfach einen 25Hz 
Rechteck anlege, was viel weniger Aufwand ist und auch den H-Brück kalt 
lässt.

Ich möchte meine Schaltung aber nicht auf nur ein Telefon optimieren, 
kenne mich aber auch nicht zu sehr mit dem Innenleben alter und neuer 
Telefone aus.
Daher meine Frage: Wird voraussichtlich jedes Telefon bimmeln, wenn ich 
einfach ein 25Hz Rechteck anlege, oder kann ich damit auch was kaputt 
machen?

Vielen Grüße, Heiko

Autor: oszi40 (Gast)
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Heiko schrieb:
> 25Hz Rechteck

1.Ein Wagnerscher Hammer wird auch mit einem Rechteckimpuls bimmeln. 
Deine Brücke wird aber die hohen Abschaltspannungen der Spule nicht so 
ganz vertragen. Ein paar Schutzdioden könnten nützlich sein.
2.Steile Rechteckimpulse verursachen auch Störungen und Deine Leitung 
ist eine "schöne Antenne".

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Wirklich exakt sinusförmig wird das nicht sein müssen, bedenke, daß bei 
POTS teilweise kilometerlange Leitungen dazwischenhängen.

Dein Rechteck aber sollte nicht mit zu steilen Flanken arbeiten, weil 
das dann doch heftige Störungen hervorrufen wird.

Autor: Georg G. (df2au)
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oszi40 schrieb:
> Ein Wagnerscher Hammer

ist in Telefonen nicht vorhanden.

Autor: Brummbär (Gast)
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Georg G. schrieb:
>> Ein Wagnerscher Hammer
> ist in Telefonen nicht vorhanden.

Der würde auch mit Gleichspannung arbeiten.

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Im klassischen Telefon war kein Unterbrecher. Die Anschlagfrequenz der 
Glocken also direkt die Frequenz der Wechselspannung.

Autor: Typ (Gast)
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Heiko schrieb:
> Das Problem ist, dass die H-Brücke im PWM sehr
> heiss wird.

Vll. solltest du dem mal nachgehen. Wenn du nicht mit abartig hohen 
PWM-Frequenzen ansteuerst, sollten die FETs eigentlich nicht nennenswert 
lange im linearen Bereich bleiben ergo nicht viel heizen.

Autor: Mani W. (e-doc)
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Autor: Wolfgang (Gast)
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Heiko schrieb:
> Das Problem ist, dass die H-Brücke im PWM sehr heiss wird.

Dann hast du entweder Probleme mit der Ansteuerung, mit irgendwelchen 
Freilaufdioden oder mit den von dir gewählten MOSFETs

Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
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Aktuell können dich 3,84 Euro und etwas Wartezeit von deinen Sorgen 
bezüglich der H-Brücke und der Spannungserzeugung befreien:

https://de.aliexpress.com/item/Low-price-QCX601-ri...

Der QCX601 hat direkt einen Mikrocontroller-Anschluß. Ich habe mal ein 
Datenblatt für so ein Modul angehangen, da es nicht ganz einfach zu 
finden ist. Allerdings solltest du prüfen, ob das Datenblatt deinem 
Modul entspricht.

Autor: Heiko (Gast)
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Super. Vielen Dank für die vielen Tipps und Meinungen. Ich schaue mir 
jetzt noch ein paar Punkte an meiner Schaltung neu an und gebe später 
nochmal Rückmeldung, wenn ich die Probleme lösen kann.

Autor: Dangerseeker3000 (Gast)
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Hannes J. schrieb:
> Aktuell können dich 3,84 Euro und etwas Wartezeit von deinen
> Sorgen
> bezüglich der H-Brücke und der Spannungserzeugung befreien:
>
> https://de.aliexpress.com/item/Low-price-QCX601-ri...

Super Teil!
Wenn es sowas doch schon vor 30 Jahren gegeben hätte.
Damals habe ich mir beim Selbstbau (kein Bausatz, µC selbst mit C64 
programmiert) einer MCS-48 basierten Telefonanlage für 8 Teilnehmer mit 
Rufwechselstrom und OffHook Erkennung ganz schön einen abgebrochen...

Autor: Hubert Mueller (hm-electric)
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Ich habe für ein Theaterstück vor ein paar Jahren so ein altes Telefon 
mit 50 Hz Sinus 50V betrieben, hat sich ganz normal angehört....

Autor: Elo (Gast)
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@ TO Heiko, ist deine Schaltung Batterie- / Akku- betrieben, oder mit 
230V~ Netzspannung versorgt? Denn wenn mit Netzteil am Stromnetz nimm 
einen klitzekleinen Netztrafo der dir ab 45 V ~ mit ein paar mA bringt 
und dein Problem ist mit einem Schalt-Transistor einfach erschlagen.
So wurde es in vielen älteren Telefonanlagen für die analogen Ports auch 
schon professionel mit internem SNT vor langer Zeit gelöst.

Autor: Georg G. (df2au)
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Elo schrieb:
> 45 V ~

Meine erste selbst gebaute Heimanlage arbeitete mit 24V / 50Hz und auch 
damit klingelte jedes Telefon laut genug.

Autor: Frank Esselbach (Firma: Q3) (qualidat)
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Soll über deine Vorrichtung auch telefoniert werden, oder soll das 
Telefon nur klingeln?

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Wenn das Telephon ein altes mit mechanischer Klingel 
(Posthörnchensprache: "Wecker") ist, wie z.B. ein W48, dann ist es 
ratsam, 25 Hz und nicht 50 Hz zu verwenden. Bei diesen Geräten wirkt 
sich die Frequenz der Rufwechselspannung wahrnehmbar auf den Klang aus.

Bei Geräten mit elektronischer Klangerzeugung ist das natürlich 
irrelevant.

Autor: Elo (Gast)
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Georg G. schrieb:
> Elo schrieb:
>> 45 V ~
>
> Meine erste selbst gebaute Heimanlage arbeitete mit 24V / 50Hz und auch
> damit klingelte jedes Telefon laut genug.

Habe hier eine vollwertige Profianlage aus Baujahr so nach 2000, da 
liegt eine Speise-U im Ruhezustand von etwas über 26 V- an, und wenn 
dann ein Ruf auf die Nst. erfolgt wird da bekanntermaßen diese auf die 
Gleich-U aufgesetzt, und damit klingelt eben kein Telefon, auch nicht 
mal ein primitives Telefon wie ein Signo mit elektronischer 
Ruferzeugnung.
Also hast du bei dir eine viel geringere Speise-U in der 
Grundversorgung, oder im Rufzustand gar keine? womit diese dann nicht 
den Standards entspricht, aber trotzdem funktioniert.

Autor: Georg G. (df2au)
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Elo schrieb:
> Also hast du bei dir eine viel geringere Speise-U in der
> Grundversorgung, oder im Rufzustand gar keine?

Sieh dir mal das Innenschaltbild eines alten Telefons an. 
http://www.fernsprecher.info/assets/images/W48_Sch...

Die Versorgungsspannung (nominell 60V im Leerlauf, gemessen in der OVSt) 
ist relativ unkritisch. Mit 24V waren die meisten Telefone laut genug. 
Außerdem konnte man verschiedene Mikrofonkapseln und Hörerkapseln 
einbauen.

Die Rufwechselspannung wird im Telefon über einen Kondensator auf den 
Wecker geführt. Das Bimmeln ist also völlig unabhängig von der 
Versorgungsspannung.

> damit klingelt eben kein Telefon, auch nicht
> mal ein primitives Telefon wie ein Signo mit elektronischer
> Ruferzeugnung.

Dann hast du irgendwo eine Fehler eingebaut. Messen (oder Gelbe Seiten) 
wäre angesagt.

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