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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik UV-Quarzglasbirne mit Vorschaltgerät nutzen


Autor: Wolfgang Rostek (wolfi089)
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Hallo zusammen,

ich habe eine uralte Höhensonne und möchte die UV Birne
einzeln nutzen. Sie kann nur in Reihe mit den beiden IR Stäben
betrieben werden. Bei einigen Stunden Laufzeit ist das störend.
(gleiches Modell wie 
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/alte-h... 
)

Von einem Bekannten habe ich ein
OSRAM POWERTRONIC PTi 70/220  (für 70W HCI/HQI)
bekommen.

Statt der beiden IR möchte ich dieses Vorschaltgerät nehmen.
Es erzeugt aber eine Zündspannung und ich möchte meine
UV-Birne auf keinen Fall verlieren.

Ist das unkritisch oder kann man mit einfachen Mitteln
das Vorschaltgerät doch nutzen?

danke

Autor: Einhart Pape (einhart)
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Ich denke das Gerät enthält eine 400W Quecksilberdampflampe. Die braucht 
eine HV Zündung. Das 70W Vorschaltgerät passt aber nicht.

Autor: Günter Lenz (Gast)
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Die UV-Quarzglasbirne benötigt eine Strombegrenzung.
Den Orginalstrom messen, und dann die UV-Quarzglasbirne
mit einer Drossel, die den Strom auf diesen Wert begrenzt,
in Reihe schalten.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Günter Lenz (Gast)

>Die UV-Quarzglasbirne benötigt eine Strombegrenzung.

Ja, das haben im Originalgerät die IR-Heizstäbe gemacht.

>Den Orginalstrom messen, und dann die UV-Quarzglasbirne
>mit einer Drossel, die den Strom auf diesen Wert begrenzt,
>in Reihe schalten.

Na dann mal viel Spaß beim Suchen und einbauen der Monsterdrossel! Und 
auch mal Nachdenken was beim Einschalten passiert. Es hat schon seine 
Grund, warum es elektronische Vorschaltgeräte gibt.

Autor: Wolfgang Rostek (wolfi089)
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Hab noch eine Angabe auf dem Gerät vergessen zu erwähnen.

nur IR: 400W
IR + UV: 300W

Für die UV Birne bekomme ich dann (auf Basis 220V gerechnet)
40ohm
1,36A
73W

Gestern beim Suchen habe ich als Lösung eines
ähnlichen Problems den Vorschlag mit 2x 0,5A
Drosseln parallel gelesen. Hatte den Eindruck
gewonnen, dass es grundsätzlich so gehen
müsste.

Wolfgang R.

: Bearbeitet durch User
Autor: HQL? (Gast)
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Einhart P. schrieb:
> Ich denke das Gerät enthält eine 400W Quecksilberdampflampe.

Eine Quecksilberdampf-Hochdrucklampe/HQL - evtl. Aber 400W? Nein.

> Die braucht eine HV Zündung.

Das wäre mir bei HQL neu - die haben nämlich Zündelektroden, so daß 
nicht einmal ein Starter wie bei LSR erforderlich ist.

> Das 70W Vorschaltgerät passt aber nicht.

Einzig korrekte Feststellung. So etwas betreibt man im einfachsten Fall 
mit einer passenden Drossel. Hat man diese nicht, kommen tatsächlich 
auch zwei identische solche parallel in Frage.

(In Serie wäre unklug - dazu müßte man nämlich zwei Drosseln für jeweils 
die doppelte Leistung seriell verschalten - was zum vierfachen Volumen 
und Gewicht führte.)

Da kein wirklich starker und hoher Hochspannungsstoß durch ein Zündgerät 
erzeugt wird (auch nicht werden muß), kann man IMHO sogar Drosseln von 
Leuchtstofflampen verwenden.

Oder welche Art Drosseln wurden Dir da empfohlen?

Autor: Manfred (Gast)
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Einhart P. schrieb:
> Die braucht eine HV Zündung.

Nein, die klassische Höhensonne nicht. Das ergibt sich auch aus 
Wolfgangs Beschreibung "zwei IR in Reihe zum UV".

Wolfgang R. schrieb:
> Für die UV Birne bekomme ich dann (auf Basis 220V gerechnet)
> 40ohm
> 1,36A
> 73W

Da würde ich mal schauen, ob es eine klassische Drossel einer alten 
1,5m-Leuchtstofflampe tut. Ob zwei parallele aus 1,2m / 36W es auch tun, 
probieren.

Autor: Teo Derix (teoderix)
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HQL? schrieb:
> Das wäre mir bei HQL neu - die haben nämlich Zündelektroden, so daß
> nicht einmal ein Starter wie bei LSR erforderlich ist.

Das lässt sich so pauschal nicht sagen, unter HQL gibts einige 
Varianten, mit u. ohne Vorschaltgerät!

Autor: Wolfgang Rostek (wolfi089)
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Also gerade mal getestet.

75W/220V Glühbirne: periodisch 2 sek an, 30 sek aus

Lastwiderstand im Bereich 30-100 ohm gestestet => OK,
wird gut warm und funktioniert kontinuierlich.

Sieht also gut aus, da die UV-Birne ca. 40 ohm hat.

Was mir nicht klar ist, wann kommt die hohe Zündspannung
zum tragen? Kann das die UV-Lampe beschädigen?

Wolfgang R.

p.s. in der Höhensonne ist keinerlei Elektronik im Spiel.
Nur die beiden IR-Stäbe und die UV-Quartzbirne.

Autor: Teo Derix (teoderix)
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Wolfgang R. schrieb:
> Was mir nicht klar ist, wann kommt die hohe Zündspannung
> zum tragen?

Braucht's nich unbedingt, kommt auf die Lampe an.

> Kann das die UV-Lampe beschädigen?

Dito
Die billigen sind auch nur eine Kompi aus Glühbirne u. HQL in einem 
Gehäuse.

Autor: Bert 0. (maschinist)
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Ich habe auch noch so eine alte Höhensonne im Keller liegen, damit habe 
ich seinerzeit in wenigen Minuten EPROMs gelöscht, als die noch kommod 
waren... ;-)

Die IR-Stäbe dienen im UV-Betrieb als ohmscher Vorwiderstand für die 
UV-Röhre, ihre Induktivität durch die Wendelung spielt bei 50 Hz keine 
Rolle. Sie begrenzen halt den Strom durch den UV-Brenner, wenn der seine 
Betriebstemperatur erreicht hat und alles Quecksilber als leitfähiger 
Dampf vorliegt.

Du kannst diese Mimik prinzipiell kapazitiv oder induktiv nachbilden, 
verlierst aber die Charakteristik der ursprünglichen Schaltung:

Im kalten Zustand sind die IR-Stäbe niederohmig, die UV-Röhre hochohmig, 
also max. Spannung am UV-Rohr. UV-Rohr zündet, zieht Strom durch die 
IR-Stäbe, UV-Rohr erwärmt sich, Quecksilber verdampft, wird 
niederohmiger. Im gleichen Maßstab erwärmen sich die IR-Stäbe werden 
hochohmiger, begrenzen den Strom. Irgendwann stellt sich ein 
Gleichgewicht ein, in dem das UV-Rohr optimal brennen sollte und die 
IR-Stäbe durch die Strombegrenzung gemütlich glühen. Das verhindert 
nebenbei, daß der Nutzer der thermisch relativ kalten UV-Röhre zu nahe 
rückt.

Das kannst Du IMHO mit nur einer Drossel oder Kondensator nicht so 
einfach ersetzen, es fehlt die halt Temperaturcharakteristik der 
IR-Stäbe.


Gruß... Bert

Autor: Teo Derix (teoderix)
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Bert 0. schrieb:
> Gruß... Bert

Danke Bert.
Das mal so zerklüsert durchzugehen, interessant. :)

Autor: HQL? (Gast)
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Teo D. schrieb:
> HQL? schrieb:
>> Das wäre mir bei HQL neu - die haben nämlich Zündelektroden, so daß
>> nicht einmal ein Starter wie bei LSR erforderlich ist.
>
> Das lässt sich so pauschal nicht sagen, unter HQL gibts einige
> Varianten, mit u. ohne Vorschaltgerät!

Was hat letzteres mit der Zündelektrode zu tun? Es gibt freilich 
sogenannte HQL-Mischlichtlampen, bei welchen ein klassische Glühwendel 
intern in Reihe liegt. Diese benötigen daher kein Vorschaltgerät, aber 
haben ebenfalls eine Zündelektrode (!).

Die Weiterentwicklung unter den Hochdrucklampen, die auf die HQL 
folgten, sind die HQI (Halogen-Metalldampf-Lampen). Dabei gibt es 
Ausführungen mit Zündelektrode, wie bei HQL, oder aber für 
HV-Pulszündung (obwohl etwas niedrigere Zündspannung als bei 
HPS/SON/NAV).

Lampen mit Zündelektrode dürfen keinesfalls mit Hochspannungszündung 
beaufschlagt werden!

Die Zündelektroden dürften sonst dabei als erstes "dran glauben". Doch 
sogar, wenn die (restliche) Lampe das Ganze erstmal überleben sollte, 
kommt es (wiederholt) zu Überschlägen, da weder innerhalb der "Birne", 
noch außerhalb, die Zuführungen /Drähte (und auch nicht die Fassung!) 
dafür konstruiert und/oder isoliert sind.

Und hier kann nur eine Lampe mit Zündelektroden verbaut sein.

Wolfgang R. schrieb:
> Was mir nicht klar ist, wann kommt die hohe Zündspannung
> zum tragen? Kann das die UV-Lampe beschädigen?

Ja, das würde sie definitiv. Würde ich nicht ausprobieren. Außerdem 
lieferte ein 70W-EVG nicht genug Strom - also sogar wenn die Funzel 
irgendwie halbwegs leuchten würde, zu Nennbetrieb käme es wohl bei 
weitem nicht.

Manfred schrieb:
> Da würde ich mal schauen, ob es eine klassische Drossel einer alten
> 1,5m-Leuchtstofflampe tut. Ob zwei parallele aus 1,2m / 36W es auch tun,
> probieren.

Damit kommt man aber nicht annähernd auf die 1,3 Ampere. Dieser 
approximierte Nennstrom dürfte stimmen, aber halt die so (über den 
Widerstandswert) geschätzte Leistung wohl eher nicht.

(Der kann ja für vom Hersteller festgelegte ca. 300W - für die 
Serienschaltung mit den IR-Stäben - gar nicht stark vom berechneten Wert 
abweichen. In einer Serienschaltung ist der Strom ja überall gleich.)

Wolfgang hatte selbst eröffnet, die improvisierte Verwendung 2er 
Drosseln -
 mit je 0,5A parallel = 1,0A - woanders als Lösung gehört / gelesen zu 
haben. (Nur leider noch nicht, wo und von wem - und was da sonst noch 
stand.)

Das kann funktionieren - bei etwas weniger Betriebsstrom steigen IMHO 
nur Brennspannung und Farbtemperatur leicht an ("weißer" wirkendes 
Licht).

Bert 0. schrieb:
> Im kalten Zustand sind die IR-Stäbe niederohmig, die UV-Röhre hochohmig,
> also max. Spannung am UV-Rohr. UV-Rohr zündet, zieht Strom durch die
> IR-Stäbe, UV-Rohr erwärmt sich, Quecksilber verdampft, wird
> niederohmiger.

Vielleicht liege ich ja falsch - aber m. W. beginnen HQL ihre 
Aufwärmphase mit einer sehr niedrigen Brennspannung von 25-35V --- und 
diese steigt erst an deren Ende auf 75-100V an. Und während dieser 
35V-Zeit "mögen" (*) die HQL (wenn es ihnen denn "erlaubt" wird) 
durchaus gerne etwas mehr, als den späteren Nennbetriebsstrom ... aber:

((*): Mögen, um schneller warm zu werden. Nicht brauchen ...)

Den wirklich sehr hohen Einschaltstrom durch die 
Kaltleitercharakteristik der IR-Stäbe würde ich dann eher als eine Art 
"Gewaltstart" betrachten. Also durchaus funktional und auch sozusagen 
noch ok - aber als so ideal, wie Du, betrachte ich das nun nicht. Ich 
sehe die Drossel im Vorteil.

Vielleicht sagen ja andere noch was dazu, würde mich freuen.

Autor: Tippgeber (Gast)
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Guten Morgen zusammen, ich bezweifle ja, dass es sich um einen 
Hochdruck-Lampe handelt. Ein Detailfoto wäre hilfreich.
Damals löschte ich meine Eproms und µC (PIC16C56JW läßt grüßen) u.A. mit 
einer Hochdruck-Kurzbogenlampe (HBO50) mit Gleichrichter, Heizlüfter und 
Regeltrafo. Da musste ich immer aufpassen und nachregeln, dass die 
Lampen-Leistung nicht zu stark anstieg.

Autor: Wolfgang Rostek (wolfi089)
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Danke Euch allen. Da steckt ja wie vermutet viel Detailwissen drin.

Da ich die Höhensonne unbeschädigt zurückgeben möchte,
riskiere ich den Umbau nicht.

Etwas störend ist das längere Heizen mit den IRs, aber was solls.

Die Anmerkung mit den parallel geschalteten Drosseln
habe ich am Ende dieses Threads gesehen
Beitrag "Höhensonne 222 - Quarzglasbrenner"

Im übrigen dient das Ganze dazu, vergilbte Kunststoffabdeckungen
von einer großen Anzahl Lichtschalter wieder weiß zu bekommen.
Der erste Versuch mit ShowTime peroxide 12%, 40Vol war recht
vielversprechend. Üblicherweise wird dies einfach mit
Sonnenlicht gemacht, trocknet dann aus und ist etwas umständlich.

Wolfgang R.

Autor: Wolfgang Rostek (wolfi089)
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Tippgeber schrieb:
> Ein Detailfoto wäre hilfreich

Lampe identisch zu dem Bild im genannten Thread.

Autor: Wolfgang Rostek (wolfi089)
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Also nach 5x1h hat ein IR Stab aufgegeben.

Damit war der Weg frei die UV Birne zu testen.

Mit dem o.a. OSRAM PTi leuchtete sie gefühlt
ganz brauchbar. Aber nach 2min hat das PTi
abgeschaltet. War nicht kaputt und lies sich
wieder anschalten.

Scheint aber so nicht die Lösung zu sein.

Autor: HQL? (Gast)
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Wolfgang R. schrieb:
> Scheint aber so nicht die Lösung zu sein.

Gut, daß Du das so siehst. Denn um so schlimmer wäre es, wenn man es 
immer wieder versuchen würde. Die Zündimpulse sind Gift für die 
Quarzlampe - weit schlimmer als Betrieb bei etwas abweichendem 
Betriebsstrom. Obwohl sie natürlich nur kurz anliegen, weil das EVG 
schnell erkennt, daß ein Stromfluß auch ohne Stoßionisation stattfindet.

Diese EVGs haben wohl eine Erkennungsfunktion, ob "die richtige" Lampe 
dran ist. Wenn nach der festgelegten maximalen Anlaufzeit (während 
welcher Strom wie auch Brennspannung stark abweichen) nicht der korrekte 
Betriebsstrom "gezogen" wird (evtl. dann sogar Messung, ob korrekte 
Brennspannung), macht das EVG halt Schluß. Eigentlich gut... eigentlich.

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