Ich sammel alte Stoppuhren. Nun gibt es bei Ebay gerade ein Teil,
das nicht zuordnen kann.
Wozu ist diese Uhr gut?
Ein Sektor (Blau, bzw. Weiß), wird in einer Minute durchlaufen.
Eine gesamte Umdrehung des Zeigers also 4 Minuten.
Ziffern, bzw. Unterteilungen gibt es nicht.
Die Uhr lässt sich stoppen und auf Null-Stellen.
Zwischenstopp ist nicht möglich.
Baujahr ca. 1910, Frankreich.
Meine grobe Vermutung: Das hat was mit Sport zu tun.
Fechten war damals große Mode. Ein Gang dauert eine Minute.
Ein Gefecht 3-4 Minuten.
Bei Funzellicht wurde die Uhr an den Nagel gehängt, und war auch durch
das Visier ablesbar.
Aber, solche Uhren tauchen alle paar Jahre auf und niemand weiß wirklich
ihren Zweck.
(BMW fällt aus, die gab es damals noch nicht :)
Grüße Bernd
Nach heutiger Kaufkraft hat man für das Teil 200,- bis 300,-€
hinlegen müssen. Das war bestimmt keine Eieruhr.
( Da ist ein feines Chronographenwerk verbaut)
Grüße Bernd
Hmmh,
da steht Soldatenausstattung von 1939...1945.
Auf dem Uhrwerk steht Slow und Fast, hätten die Franzosen so wohl nie
draufgeschrieben.
Bin ansonsten auch ratlos, aber schön ist sie auf ihre eigene Art &
Weise.
Fred F. schrieb:> Hmmh,> da steht Soldatenausstattung von 1939...1945.> Auf dem Uhrwerk steht Slow und Fast, hätten die Franzosen so wohl nie> draufgeschrieben.> Bin ansonsten auch ratlos, aber schön ist sie auf ihre eigene Art &> Weise.
Der Verkäufer weiß auch nichts. Wenn da eine Patentnummer im
Werk wäre, hätte ich das in 10 Minuten geklärt.
So bleibt mir nur Raten.
Dieses Zifferblatt mit dem Werk wurde bestimmt 1000 mal gebaut,
nicht ohne Grund und Käuferschicht.
Grüße Bernd.
Hier eine Stoppuhr aus der Sammlung.
Eine Umdrehung = 60 Sekunden, oben ein Minutenzähler.
Warum die Dezimaleinteilung? Einfach, da geht es um Arbeitszeit-
erfassung. Das ist Dezimal einfacher zu rechnen.
Die Uhr hat einen Unruhstopp (seitlicher Schieber) damit sind
Messungen mit Unterbrechungen möglich.
Nullstellung erfolgt über die Krone.
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> 1910???
Nein, nicht die Jahreszahl, sondern die Farben Blau/Weiß haben mich zu
der Schlussfolgerung gebracht. Ich kann mich aber auch irren, denn im
Gegensatz zu einigen Nutzern hier bin ich nicht perfekt...
MfG Paul
Paul B. schrieb:> Bernd F. schrieb:>> 1910???>> Nein, nicht die Jahreszahl, sondern die Farben Blau/Weiß haben mich zu> der Schlussfolgerung gebracht. Ich kann mich aber auch irren, denn im> Gegensatz zu einigen Nutzern hier bin ich nicht perfekt...>> MfG Paul
Du auch nicht?
So ein Mist aber auch.
Viele Grüße Bernd
Paul B. schrieb:> Vielleicht ist es ein Fanartikel für Hertha BSC oder Schalke 04-Fans.>> :)
Dann aber höchstens als Stoppuhr für die Nachspielzeit :-P 4 Quadranten
à 1 Minute ist schon eigenartig.
Hier das Sahnestück meiner Stoppuhrsammlung.
Was ist an der so toll?
Sie ist deutlich größer als normale Stoppuhren und sie hat eine
eigenartige Funktion.
Beim Drücken auf die Krone startet sie, beim nächsten Druck läuft
sie rückwärts! Nochmal drücken ist Nullstellung, nochmal ist
Start.
Wozu ist das gut? Es handelt sich hier um eine frühe militärische
Stoppuhr (vor 1914) um Bomben abzuwerfen. Damals mussten die Jungs
im Doppeldecker mit 2 Uhren hantieren, um nicht 500 Meter daneben zu
werfen.
Jetzt reichte eine Uhr um 250 Meter daneben zu werfen.
(Gott sei Dank, weil ich Pazifist bin)
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Es handelt sich hier um eine frühe militärische> Stoppuhr (vor 1914) um Bomben abzuwerfen. Damals mussten die Jungs> im Doppeldecker mit 2 Uhren hantieren, um nicht 500 Meter daneben zu> werfen.
Ein Glück hat der ehemalige Besitzer deines Schmuckstückes nicht aus
Versehen die Uhr abgeworfen :-)
BMW passt übrigens auch nicht, das Blau-Weiss ist spiegelverkehrt:
https://www.logodesignlove.com/bmw-logo-evolution
Matthias S. schrieb:> Bernd F. schrieb:>> Es handelt sich hier um eine frühe militärische>> Stoppuhr (vor 1914) um Bomben abzuwerfen. Damals mussten die Jungs>> im Doppeldecker mit 2 Uhren hantieren, um nicht 500 Meter daneben zu>> werfen.>> Ein Glück hat der ehemalige Besitzer deines Schmuckstückes nicht aus> Versehen die Uhr abgeworfen :-)
Das war ja noch vor WK I. Grüße Bernd
Interessant finde ich, das die Blau-Weiße ein sehr aufwändiges
Uhrwerk hat. Eigentlich das gleiche, wie der Chronograph auf
dem Bild.
Der hat auch eine Besonderheit: Der "Sekundenzeiger" dreht sich
nur einmal in 4 Minuten.
Dadurch gibt es eine schöne Geschwindigkeitsangabe.
Der Lokomotivführer hatte seine gut sichtbaren Kilometersteine.
Tacho in der Dampflok gab es noch nicht.
Ein Kilometer gestoppt, und er konnte ablesen, ob er mit 60 oder
70 fuhr.
Mist: Falsches Bild.
Aber, wenn es schon mal da ist: Zeit ist Geld, besonders bei Ärzten.
Um keine Sekunden beim Patienten zu verschwenden, hatten die
spezielle Stoppuhren.
Grüße Bernd
Fred F. schrieb:> Das Uhrwerk des Objektes der Begierde hat keine Steine, daher könnte ich> mir immer noch ein Militäreinsatz vorstellen.
Nein, das mit den Lagersteinen wird überbewertet.
Begierde stimmt, aber ohne Sinn und Zweck des Objektes zu kennen?
Grüße Bernd
Man kann das heute kaum nachvollziehen. Damals(um 1900) gab es
spezielle Stoppuhren für alles mögliche.
Textilmaschinen, Wassermengen im Kanalsystem, Geschwindigkeit
beim Stenographieren usw.
Da gibt es exotische Zifferblätter, deren Aussage uns rätseln lässt.
Jachttimer! Also Startuhren für eine Segelschiffregatta oder
spezielle Stoppuhren für Hunderennen....
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Begierde stimmt, aber ohne Sinn und Zweck des Objektes zu kennen?
Irgendwann wirst Du es wissen, aber dann hast Du die Uhr nicht ....
Schenke sie Dir zu Weihnachten :D
Ach, Hobbies sind doch was schönes. Man kann, aber man muss sich nicht
rechtfertigen. Und die Begründungen Sammlung und Hobby sind die besten!
Schönes WE
Henrik
Anbei ein Bild einer elektromechanischen Stoppuhr
Anbei ein Bild des Probators :)
Die Uhr wird durch den Andruck des Dorns, der die Umdrehungen zählt
aktiviert.
Nullstellen des Zählwerkes und der Uhr (incl. Aufziehen) am roten Rad.
Bernd F. schrieb:> Ein Sektor (Blau, bzw. Weiß), wird in einer Minute durchlaufen.> Eine gesamte Umdrehung des Zeigers also 4 Minuten.>> Ziffern, bzw. Unterteilungen gibt es nicht.>> Die Uhr lässt sich stoppen und auf Null-Stellen.> Zwischenstopp ist nicht möglich.
vlt. Segeln, Segel/Regatta/Yacht-Rennstart-Timer?
Die meisten gehen zwar bis fünf bzw. fünfzehn
aber vier Minuten vom letzten Schuss bis zum erlaubten überqueren der
Startlinie. Die Startflaggen sind glaube ich sogar auch blau/weis oder
blau/weis/blau.
Kann nat. auch was ganz anderes sein :)
Verwendungszweck: ganz klar "haben wollen"
Du kannst ja mal Rückmeldung geben wenn Sie da ist, vieleicht weißt du
den auch um was für ein Werk es sich handelt.
Fred F. schrieb:> Verwendungszweck: ganz klar "haben wollen">> Du kannst ja mal Rückmeldung geben wenn Sie da ist, vieleicht weißt du> den auch um was für ein Werk es sich handelt.
Das müsste ein Werk von Guinand sein.
Nicht von schlechten Eltern. Für die verbleibende Funktion fast
zu schade.
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Nun gehört sie mir, aber ich habe keine Ahnung vom Verwendungszweck.
Die Uhr wurde extra für Sammler neu entworfen, um in die Marktlücke
"Stoppuhrensammler" vorzustoßen.
habe mal nach ähnlichen Uhren gegoogelt. Mir ist dabei bei einigen
(normalen analogen) Armbanduhren ein ähnliches Muster aufgefallen,
erster und dritter Quadrant blaue, zweiter und vierter weiß (bzw.
silber), allerdings mit normaler Geschwindigkeit von 15s pro Quadrant.
Untertitelt waren diese Uhren als "nurse watch" mit "pulse quadrant".
Vielleicht war dies eine Spezialanfertigung für Ärzte o.ä. im
medizinischen Bereich zur Bestimmung der Plus-Frequenz. Da wäre eine
genaue Zwischenzeit nicht notwendig, wohl aber das Erkennen der genauen
Grenzen.
Zum Thema Sport bin ich öfter auf Fitness-Übungen gestoßen die 4x1
Minute ausgeführt werden. Vielleicht wurde die Uhr für körperliche
Ertüchtigung in Schulen oder Militär verwendet. Ich selbst hatte
letztens mit einer verspannten Schulter zu kämpfen, und bekam vom
Physiotherapeut verschiedene Übungen verschrieben, jeweils 4x30
Sekunden. Dazu wäre eine solche Uhr praktisch, zumindest ist es mir
öfter passiert dass ich vor lauter Ablenkung von Radio oder TV nicht
wusste, ob ich nun die dritte oder vierte Wiederholung habe. Deine Uhr
würde Zeit und Wiederholung anzeigen auf Basis 4x1 Minute.
eventuell auch was astronomisches?
für Bilder mit längerer Belichtungszeit?
für irgendwas das im Dunkeln besser zuerkennen ist.
ein "slow oder fast" deutet schon mal darauf hin,
dass mindestens das Uhrwerk ein Zukauf der Firma war.
Evtl ist das ganze Ding
für französischen Bedarf auch im englischen Sprachraum produziert
worden.
Bernd F. schrieb:> Ich konnte mich nicht bremsen :)> Nun gehört sie mir, aber ich habe keine Ahnung vom Verwendungszweck.>> Grüße Bernd
Auf das sie gut ankommen möge!
Kommt am 1.12 an, also das erste Türchen ... :D :D
● J-A V. schrieb:> eventuell auch was astronomisches?> für Bilder mit längerer Belichtungszeit?>> für irgendwas das im Dunkeln besser zuerkennen ist.>> ein "slow oder fast" deutet schon mal darauf hin,> dass mindestens das Uhrwerk ein Zukauf der Firma war.>> Evtl ist das ganze Ding> für französischen Bedarf auch im englischen Sprachraum produziert> worden.
Die Uhr ist aus der Schweiz. Eventuell nicht für den französichen
Markt gedacht.
Das lässt sich so erklären: Schweizer Uhren bekamen für den fran-
zösichen Markt einen Importstempel auf das Werk.
"M" für Metallgehäuse (Stahl oder Nickel). "A" für Silbergehäuse.
Den Stempel konnte ich auf dem Werk nicht entdecken.
Grüße Bernd
Hmm, ich komme da nicht weiter.
Interessannt ist die Gravur auf der Rückseite der Uhr.
T M ?, was könnte das sein?
Nr. 23 lässt mich darauf schleißen, das es mehrere davon gab?
Rätsel über Rätsel.
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Hmm, ich komme da nicht weiter.
Da wirst Du Dich evtl. mal bei der Sendung "Kunst und Krempel" vom
Bayrischen Rundfunk anmelden müssen. Ich habe da schon oft gestaunt, was
die Experten dort herausfinden konnten.
MfG Paul
Paul B. schrieb:> Bernd F. schrieb:>> Hmm, ich komme da nicht weiter.>> Da wirst Du Dich evtl. mal bei der Sendung "Kunst und Krempel" vom> Bayrischen Rundfunk anmelden müssen. Ich habe da schon oft gestaunt, was> die Experten dort herausfinden konnten.>> MfG Paul
Die Experten im Pocket-watch-forum wissen nichts, und die können über
diese Fernsehsendung nur müde lächeln.
Das geht jetzt nicht gegen die Sendung (Schaue ich auch), hier wird es
insofern schwierig, weil dieses Zifferblatt in der Literatur (davon
gibt es einiges), nie auftaucht.
Das ist halt sehr exotisch.
Ich habe selbst stundenlang das Netz durchwühlt, kein Treffer.
Viele Grüße
Bernd
Toll ist ja, das die Schweizer ihre Patente digitalisiert haben.
Anhand einer Patentnummer kann man schnell alles finden.
Blöd ist, das ist auf Französich (Ist bei Zeichnungen egal).
Eine Suche ohne Nummer ist aber fast aussichtlos.
Aber, so schnell gebe ich nicht auf.
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Die Experten im Pocket-watch-forum wissen nichts, und die können über> diese Fernsehsendung nur müde lächeln.
Gut -von einem solchen Forum wußte ich Nichts. Im Bezug auf
(Taschen)-Uhren bin ich eben kompletter Laie.
MfG Paul
Paul B. schrieb:> Bernd F. schrieb:>> Die Experten im Pocket-watch-forum wissen nichts, und die können über>> diese Fernsehsendung nur müde lächeln.>> Gut -von einem solchen Forum wußte ich Nichts. Im Bezug auf> (Taschen)-Uhren bin ich eben kompletter Laie.>> MfG Paul
Paul, ich bin schon seit 30 Jahren dabei und lerne noch jeden Tag dazu.
Das schweizer Patentwesen ist deshalb interessant, weil es keine
Grenze für die Schöpfungshöhe gab. Du konntest dir jede Schraube
patentieren lassen.
Wenn da also eine Patentnummer eingraviert ist (in jedem dritten Werk),
gibt das tolle Rückschlüsse auf die Zeit und den Hersteller.
Dummerweise hat die Uhr keine Patentnummer.
Grüße Bernd
soll der Zeiger auch mehrere Umdrehungen machen können?
wie herum läuft der Zeiger?
könnte das für ein Countdown gewesen sein?
beim Googlen von
57449 clock
erhält man gleich als erste beide Bilder eine Quadrantenuhr.
-Zufall?
● J-A V. schrieb:> soll der Zeiger auch mehrere Umdrehungen machen können?> wie herum läuft der Zeiger?>> könnte das für ein Countdown gewesen sein?>> beim Googlen von>> 57449 clock>> erhält man gleich als erste beide Bilder eine Quadrantenuhr.> -Zufall?
Nie die Zeit vergessen.
Diese Uhr entstand zwischen 1900-1910.
Das macht die Zuordnung so schwierig, heutige Technik, selbst Autos
waren nur bei Randgruppen präsent.
Petroliumfunzel und Dampfloks waren Stand der Technik.
Grüße Bernd
Paul B. schrieb:> Bernd, ich glaube jetzt, daß das eine Krankenschwester-Uhr ist, die so> angewendet wird:>> http://www.krankenschwesteruhr-info.de/blog/puls-ermitteln-mit-einer-krankenschwesteruhr>> (Eben war die Nachbarin da, die früher Schwester war. Die sagte, daß sie> sich daran erinnern konnte)>> Daraufhin habe ich den Link gefunden, der plausibel erscheint.>> MfG Paul
Paul, das trifft es nicht.
Krankenschwesteruhren haben die Markierung bei 15 Sekunden.
Das heißt, die Schwester misst 15 Sekunden den Puls, multipliziert
mal 4, und hat den Wert.
Bei dieser Uhr läuft der "Sekundenzeiger" in Zeitlupe. Ein Quadrant
= 1 Minute.
Eine Minute Pulsmessen kostet zu viel Zeit.
( Bei Ärzten das mehrfache :)
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Nie die Zeit vergessen.
Dafür haben wir ja die Uhren...
:)
> Diese Uhr entstand zwischen 1900-1910.
Meine Nachbarin (o.g. Krankenschwester) entstand schätzungsweise
zwischen 1930 und 1940 -da könnte man ihr evtl. während ihrer Ausbildung
so eine Uhr gezeigt haben. Ich habe ihr vorhin das Bild aus dem ersten
Beitrag gezeigt und sie sagte: "Das ist eine Schwesteruhr!"
MfG Paul
Oh -ich schrieb noch, während Dein Beitrag schon da war. Sch....ade!
Da geht mein Puls wieder runter.
:)
Paul B. schrieb:> Bernd F. schrieb:>> Nie die Zeit vergessen.>> Dafür haben wir ja die Uhren...> :)>>> Diese Uhr entstand zwischen 1900-1910.>> Meine Nachbarin (o.g. Krankenschwester) entstand schätzungsweise> zwischen 1930 und 1940 -da könnte man ihr evtl. während ihrer Ausbildung> so eine Uhr gezeigt haben. Ich habe ihr vorhin das Bild aus dem ersten> Beitrag gezeigt und sie sagte: "Das ist eine Schwesteruhr!">> MfG Paul
Paul, das ist durchaus möglich.
Ich suche nur den belegbaren Hinweis, was das sein könnte.
Allerdings gibt es was zu bedenken: Diese Uhr war damals nur
den Chefarzt erschwinglich.
Grüße Bernd
Vieleicht war es auch nicht das endgültige Ziffernblatt, sondern eher
sowas wie eine Transportsicherung. Viele Hersteller haben ja zugekaufte
Werke eingebaut. Wenn jetzt auch das Gehäuse mitgeliefert wird wäre ein
provisorisches Ziffernblatt sinnvoll. Die Uhr kann so sicher zum
"Hersteller" versendet werden, der kann die Uhr so testen, und danach
sein Ziffernblatt mit seinem Label einsetzen.
Nur so eine Idee, aber ich kenn sowas, lässt ein keine Ruhe.
Fred F. schrieb:> Nur so eine Idee, aber ich kenn sowas, lässt ein keine Ruhe.
Vor Allem, weil ja in der Uhr schon von Natur aus Unruhe drin ist.
:)
MfG Paul
Bernd F. schrieb:> Paul, das ist durchaus möglich.> Ich suche nur den belegbaren Hinweis, was das sein könnte.> Allerdings gibt es was zu bedenken: Diese Uhr war damals nur> den Chefarzt erschwinglich.>> Grüße Bernd
Wie ich schon oben schrieb, kommt mir das Quadrantenmuster weiß-blau
auch recht ähnlich dem Muster der Schwesternuhr ("nurse watch") vor.
Ich weiß nicht, ob man schon damals ebenso hektisch war wie heute
(abgesehen von Notfällen), und vielleicht doch die ganze Minute zählte.
Weiterhin dürfte sich nicht nur der Chefarzt, sondern auch ein
Krankenhaus solche Uhren leisten können. Die gezeigte Stopuhr könnte
aber kaum für etwas anderes benutzt werden, so das Entwenden etwas
weniger interessant wird.
Fred F. schrieb:> Wenn jetzt auch das Gehäuse mitgeliefert wird wäre ein> provisorisches Ziffernblatt sinnvoll.
allerdings auch keine Zeiger...
Bernd F. schrieb:> Das müsste ein Werk von Guinand sein.
Ich weiß nicht wie solche Firmen heute "drauf" sind, haben die Interesse
daran bei Recherchen zu solchen alten Uhren zu helfen und haben
vielleicht noch Aufzeichnungen aus der Zeit?
Oder ist da die Firmengeschichte nur noch ein in der Bilanz erfasstes
Asset, was von der Marketingabteilung ausgeschlachtet wird?
1900... Muss man sich mal vorstellen wie es war damals zu leben.
Zu Fuß, mit dem Pferd oder vielleicht mit dem Rad war man unterwegs.
Von Amerika nach Europa wird ein Telegraphenkabel gelegt.
Das Luftschiff Ferdinand Graf von Zeppelin hebt zum ersten mal ab.
In Paris wird der Dieselmotor und die Rolltreppe vorgestellt.
Und während Freud ein Werk über Traumdeutung veröffentlicht können
Ingenieure nur von Dingen wie einem Taschenrechner träumen.
Die Idee mit dem Sport könnte doch auch stimmen.
Nehmen wir mal an das ist eine Uhr zum Fechten und es ist ~1910.
Fechten ist aufgrund der Waffen damals wie heute ein "relativ" teurer
Sport und Uhren sind damals Luxus gewesen. Wenn es jetzt also eine Uhr
für den Sport geben würde, wäre sie wenn möglich ohne Ziffernblatt um
kosten zu sparen. Da sieht man auch aufgrund des Farbkontrastes auf
einen Blick wann die drei bzw. vier Minuten um sind.
Die 4 Minuten können sein, heute geht ein Gefecht zwar 3 Minuten aber
ich kann leider nicht sagen wie die Regeln vor 100 Jahren waren.
Phil H. schrieb:> Die 4 Minuten können sein, heute geht ein Gefecht zwar 3 Minuten aber> ich kann leider nicht sagen wie die Regeln vor 100 Jahren waren.
Bis einer tödlich getroffen aufgegeben hat. Zumindest ist das in den
Kostümfilmen immer so.
Max M. schrieb:> 1900... Muss man sich mal vorstellen wie es war damals zu leben.> Zu Fuß, mit dem Pferd oder vielleicht mit dem Rad war man unterwegs.> Von Amerika nach Europa wird ein Telegraphenkabel gelegt.> Das Luftschiff Ferdinand Graf von Zeppelin hebt zum ersten mal ab.> In Paris wird der Dieselmotor und die Rolltreppe vorgestellt.> Und während Freud ein Werk über Traumdeutung veröffentlicht können> Ingenieure nur von Dingen wie einem Taschenrechner träumen.
Sehr schön zu diesem Thema: Ein Buch das vor hundert Jahren geschrieben
wurde und die Welt in hundert Jahren beschreibt.
http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1940274/DIE-WELT-IN-100-JAHREN/
Richard H. schrieb:> Phil H. schrieb:>> Die 4 Minuten können sein, heute geht ein Gefecht zwar 3 Minuten aber>> ich kann leider nicht sagen wie die Regeln vor 100 Jahren waren.>> Bis einer tödlich getroffen aufgegeben hat. Zumindest ist das in den> Kostümfilmen immer so.
Ganz so falsch ist es auch nicht, es gibt ja heute nicht umsonst die
dicke Sicherheitskleidung und Masken. Ein Florett und einen Säbel von
vor ~60 Jahren haben wir bei uns im Verein, von den will ich mich nicht
mal mit heutigem Schutz treffen lassen...
Hallo!
Könnte die Uhr für religiöse Zwecke gedacht sein?
Wenn ich die Suchmaschine mit "Minutengebet" beauftrage, kommen etliche
Treffer.
Sport: Es gab mal die "4 minutes a mile" - Grenze, die wurde erst 1954
geknackt.
Phil H. schrieb:> Richard H. schrieb:>> Phil H. schrieb:>>> Die 4 Minuten können sein, heute geht ein Gefecht zwar 3 Minuten aber>>> ich kann leider nicht sagen wie die Regeln vor 100 Jahren waren.>>
Guckt doch halt mal nach. Auf die Plätzchen, duckduck...GO!
Sieger war derjenige der zuerst drei Treffer landete.
Gefechtdauer max. 5 Minuten, wenn keiner drei Treffer erzielt hat zwei
Minuten Pause dann drei Minuten Verlängerung, danach Abbruch.
library.la84.org/6oic/OfficialReports/1908/1908.pdf
RULES FOR THE OLYMPIC GAMES OF 1908 London
>> Bis einer tödlich getroffen aufgegeben hat. Zumindest ist das in den>> Kostümfilmen immer so.> Ganz so falsch ist es auch nicht, es gibt ja heute nicht umsonst die> dicke Sicherheitskleidung und Masken. Ein Florett und einen Säbel von> vor ~60 Jahren haben wir bei uns im Verein, von den will ich mich nicht> mal mit heutigem Schutz treffen lassen...
Heute will sich auch keiner mehr selbst von Schnaken stechen lassen :)
Bernd F. schrieb:> Ich sammel alte Stoppuhren. Nun gibt es bei Ebay gerade ein Teil,> das nicht zuordnen kann.>> Wozu ist diese Uhr gut?>> Ein Sektor (Blau, bzw. Weiß), wird in einer Minute durchlaufen.> Eine gesamte Umdrehung des Zeigers also 4 Minuten.>> Ziffern, bzw. Unterteilungen gibt es nicht.>> Die Uhr lässt sich stoppen und auf Null-Stellen.> Zwischenstopp ist nicht möglich. ...> Baujahr ca. 1910, Frankreich. ....> Meine grobe Vermutung: Das hat was mit Sport zu tun.
Blau-Weiss erinnert mich an den Blauen Peter (Flaggenalphabet "P")
Hier setzt man im Segelsport den "Blauen Peter" nunmehr 5 min vor dem
Start und setzt einen Schuss ab (Startankündigung). 1 min vor dem Start
zieht man am Horn und alle müssen hinter der Startlinie sein.
Andere Gewässer - Andere Sitten:
https://saildelmar.jimdo.com/app/download/2955547909/Startablauf.pdf?t=1275164706
Damals(R) hatte man sicher alle möglichen Spezialuhren. Hatten viele
aber nicht einfach nur ein anderes Blatt vor irgendeinem Laufwerk, das
von jemand anderem kam und verfügbar war und man da hatte man gerade
0,25 rpm und kein 0,2 rpm Laufwerk parat?
Und ausserdem 4min - 5 min "merkt doch eh kein Schwein", weil die
Küstensegler keine mechanischen Uhren hatten und Sanduhren an Bord wenig
praktisch sind.
> Wozu ist diese Uhr gut?
Läuft meistens bei Politiker-Pressekonferenzen und anderen Talgschaus
mit,
uneinsehbar für das jeweilige Auditorium:
Wenn Blau, dann soll beim Lügen gelächelt werden,
wenn weiss, dann darf keine alte Lüge wiederholt werden.
Max M. schrieb:> bist doch bestimmt in nem Uhrenforum, hat da keiner ne Idee?
Ich bin im Taschenuhrforum.
Aber auch die Spezialisten rätseln, scheint doch sehr exotisch zu sein.
Grüße Bernd
Ist denn bekannt, ob das (Nicht-)Ziffernblatt original ist?
Ansonsten würd mit nur "inverse" Bildersuche einfallen um andere Seiten
im Internet zu finden, die evtl. Infos liefern könnten.
Ist der Hersteller bekannt?
Johann L. schrieb:> Ist denn bekannt, ob das (Nicht-)Ziffernblatt original ist?>> Ansonsten würd mit nur "inverse" Bildersuche einfallen um andere Seiten> im Internet zu finden, die evtl. Infos liefern könnten.>> Ist der Hersteller bekannt?
Der Hersteller, Guinand, ist aus der Schweiz.
Das Werk ist eventuell für den englischsprachigen Raum gebaut worden.
(Es fehlt der französiche Importstempel "M", und die Beschriftung
"SLOW-FAST" auf dem Unruhkloben weist darauf hin).
Eventuell geht es um eine exotische britische Sportart?
Die Uhr samt Zifferblatt ist zu 100% original.
Nichts verändert oder rumgebastelt.
Grüße Bernd
Bernd F. schrieb:> Der Hersteller, Guinand, ist aus der Schweiz.
Nachdem es den noch gibt, könnte man evt. mal anfragen... Der Webseite
nach legen sie ja viel Wert auf Tradition, da sollten sie es entweder
wissen oder doch interessieren ;)
Georg A. schrieb:> Bernd F. schrieb:>> Der Hersteller, Guinand, ist aus der Schweiz.>> Nachdem es den noch gibt, könnte man evt. mal anfragen... Der Webseite> nach legen sie ja viel Wert auf Tradition, da sollten sie es entweder> wissen oder doch interessieren ;)
Die gibt es nur noch dem Namen nach, so wie Grundig, Wega, Blaupunkt
usw.
Ob das Archiv noch da ist??
Grüße Bernd
>> Danke Johann,> das ist die Lösung :-)>> Viele Grüße> Bernd
Dafür kannst du mit deiner aber auch zum Tir à l’Arc antreten.
Oder du kochst dir ein weiches Ei :)
Meine Uhr ist ca. 10-15 Jahre früher entstanden.
Das ist zwar der gleiche Hersteller, aber Zwischenzeiten waren da wohl
uninteressant.
Das könnte auch eine Trainingsuhr gewesen sein.
Ich finde das super, endlich einen Hinweis auf den Verwendungszweck zu
haben.
( Der Extraknubbel, sprich "Drücker", konnte die Uhr anhalten und
weiterlaufen lassen. Das kann meine nicht)
Viele Grüße
Bernd
oder "watch" anstatt "timer" gibt's aber schon wieder andere
Ergebnisse...
Von Stoppuhren hab ich übrigens ü-ber-haup-keine Ahnung; wie du am
"Extraknubbel" bestimmt schon bemerkt hast :o)