http://www.deutschlandfunk.de/handelspolitik-neues-eu-gesetz-zum-schutz-vor.1939.de.html?drn:news_id=823253 http://www.consilium.europa.eu/de/infographics/trade-defence-instruments/ Es geht um Importe von Produkten in die EU, welche im Ausland durch Subventionen oder Verstöße gegen grundlegende Umweltschutzvorgaben und "faire" Arbeitsverhältnisse hier billiger angeboten werden können. Und das ist ein ziemlich weites Feld. Mir fallen da der Schiffbau ein, aber auch die Elektronikindustrie, wo China und Indien da einen schice auf Arbeits- und Umweltschutz geben. Was wird das für die ganzen billigen ETechnik-Komponenten bedeuten, die wir tagtäglich so tagtäglich bei Ebay, aliexpress, usw. aus China einkaufen?
Mike B. schrieb: > Was wird das für die ganzen billigen ETechnik-Komponenten bedeuten, die > wir tagtäglich so tagtäglich bei Ebay, aliexpress, usw. aus China > einkaufen? Idealerweise würde es natürlich bedeuten, dass diese Produkte hier nicht mehr kaufbar wären, bis sie unter Berücksichtigung der Richtlinien hergestellt werden. Praktisch wird es bedeuten, dass Zertifikate gefälscht werden und so weitergemacht wird wie bisher.
Ma W. schrieb: > Praktisch wird es bedeuten, dass Zertifikate gefälscht werden und so > weitergemacht wird wie bisher. Bloß das die Preise natürlich glaubhaft höher sein müssen.
Mike B. schrieb: > Was wird das für die ganzen billigen ETechnik-Komponenten bedeuten, die > wir tagtäglich so tagtäglich bei Ebay, aliexpress, usw. aus China > einkaufen? In der Praxis nichts. Der Chinamann kleibt dann einfach eine entsprechde Umweltettikette auf, so wie Sie es jetz mit dem CE Zeichen und UL,FCC und was auch immer machen.
Hat jemand mehr dazu gefunden als etwas Blabla aus wenigen Zeilen? Denn wenn nicht, ist das erst einmal nur ein Rorschachtest für Forenjunkies.
Sowas ist ueblicherweise eine Massnahme, um wirtschaftliche Gegner zu beeindrucken, und den eigenen Markt abzuschotten.
Mike B. schrieb: > Was wird das für die ganzen billigen ETechnik-Komponenten bedeuten, die > wir tagtäglich so tagtäglich bei Ebay, aliexpress, usw. aus China > einkaufen? Wahrscheinlich gar nichts. Im verlinkten Text steht: "Bisher ist die EU gegen unfaire Handelspraktiken aus China durch Sonderregelungen der Welthandelsorganisation geschützt. Die Regierung in Peking dringt aber darauf, dass diese bis Ende des Jahres auslaufen." Es wird also eine WHO-Regel durch ein EU-Gesetz ersetzt. Über die Durchsetzungsmittel steht da nichts zu lesen - weder was die alte, noch was die neue Regelung anbelangt.
> Neues EU-Gesetz: was wird es bedeuten?
Ist doch klar:
Den Ausgebeuteten geht es noch besser,
den Ausbeutern geht es noch schlechter,
als vorher.
(Wer das nicht glaubt, glaubt wenigstens noch daran, das jede als
demokratisch deklarierte 'Wahl' etwas bewirken könnte.)
SCNR
Ganz Afrika und alle Solzial-Ökos in Europa beschweren sich, dass wir mit in der EU subventionierten Lebensmitteln die Landwirtschaft in Afrika plattmachen. Aber wir in der EU dürfen nicht jammern, das die Asiaten uns mit ihrem Staats-Schiffbau die Werften und ihren Billiglöhnen die gesamte Industrie zerstören. Normal sollen sowas ja, im offiziellen Regierungsdeutsch geredet, "die Märkte regeln". lol
@ Mike B. (Firma: Buchhaltung+Controlling) (mike_b97) Benutzerseite >Subventionen oder Verstöße gegen grundlegende Umweltschutzvorgaben und >"faire" Arbeitsverhältnisse hier billiger angeboten werden können. >Und das ist ein ziemlich weites Feld. >Mir fallen da der Schiffbau ein, aber auch die Elektronikindustrie, wo >China und Indien da einen schice auf Arbeits- und Umweltschutz geben. In der Tat. Geht das auch in die andere Richtung? Wenn wir Dumping machen? http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-deutschland-beteiligt-sich-finanziell-an-drei-u-booten-a-1174239.html >Was wird das für die ganzen billigen ETechnik-Komponenten bedeuten, die >wir tagtäglich so tagtäglich bei Ebay, aliexpress, usw. aus China >einkaufen? Nix. Zumindest für mich, denn weder kaufe ich täglich noch nennenswerte Mengen dort. ;-)
Mal richtig OT https://de.wikipedia.org/wiki/Dolphin-Klasse "Der Preis der später gebauten drei Einheiten schwankt verschiedenen Angaben zufolge zwischen 400 und 550 Millionen Euro.[10] Die Preissteigerung resultiert vor allem aus dem technisch aufwendigeren Brennstoffzellenantrieb, der eine Verlängerung des Rumpfes um etwa zehn Meter erforderlich machte." Selbst im U-Boot (wo vermeintlich reichlich Platz ist und Gewicht keine Rolle spielt) ist der E-Antrieb per Brennstoffzelle nicht so wirklich toll ;-)
Falk B. schrieb: > Mal richtig OT Ein Lieblingsthema war schon ein paar Tage nicht dran? ;-) Aber ist das nicht normal, dass derlei Gerät kaputt ist, schon bevor man aufeinander schiesst? Ist auch keine deutsche Spezialität.
Mike B. schrieb: > Es geht um Importe von Produkten in die EU, welche im Ausland durch > Subventionen oder Verstöße gegen grundlegende Umweltschutzvorgaben und > "faire" Arbeitsverhältnisse hier billiger angeboten werden können. > Und das ist ein ziemlich weites Feld. Vermutlich nichts. Außerdem vergisst die EU gerne, dass die Chinesen eine scharf geladenen Revolver in Form eurpäischer Staatsanleihen auf unseren Kopf richten und den der Amis. Der Satz "We dont buy you T-Bonds anymore" dürfte den Anleihenmarkt hier crashen lassen. Auf den stehe ich schon länger short aber die Blase wächst wohl noch. Es war schon immer klug die Schulden des Gegners in der Hand zu haben.
> Was wird das für die ganzen billigen ETechnik-Komponenten bedeuten, die > wir tagtäglich so tagtäglich bei Ebay, aliexpress, usw. aus China > einkaufen? Das bedeutet für Dich als Privatkäufer Nachteile bzw. Willkür. Wenn Du Pech hast wird Deine Sendung nachverzollt aufgrund genau dieser Grundlage des EU-Gesetzes; Deutschland ist ja heiß darauf diese auch umzusetzen - im Gegensatz zu anderen EU Ländern, die sich nicht obtroyieren lassen. D.h. für Dich noch mal kaufen bevor das EU Gesetz in Kraft tritt und damit der Auslandseinkauf zur Zollwillkür wird. Dann kannst Du nämlich auch gleich Roulette spielen.
S. B. schrieb: > Das bedeutet für Dich als Privatkäufer Nachteile bzw. Willkür. Hat diese Aussage tatsächlich etwas mit dem neuen EU Gesetz zu tun? Die einzige konkrete Information ist bisher, dass eine auslaufende Regelung der WTO durch eine Regelung der EU ersetzt werden soll. Wenn man also schon auf Kaffeesatzlesen aus ist, dass liesse sich daraus am ehesten ableiten, dass sich für das Individuum nicht ändert. Darüber hinaus gehende Interpretationen sind ohne genauere Information nur eine Projektion der eigenen Phantasie auf eine ziemlich leere Leinwand. Ob Sonne oder Regen, ich bin erst einmal dagegen.
> Wenn man also schon auf Kaffeesatzlesen aus ist, dass liesse sich > daraus am ehesten ableiten, dass sich für das Individuum nicht ändert. neue Gesetze sind wie neue Steuern - sie bringen Nachteile außer für Beamte. > Darüber hinaus gehende Interpretationen sind ohne genauere Information > nur eine Projektion der eigenen Phantasie auf eine ziemlich leere > Leinwand. Ob Sonne oder Regen, ich bin dagegen. Es steht doch eindeutig drin was geplant ist: Zollgebühren bei Zuwiderhandlung - und wer freut sich da? Der Zollbeamte, der entsprechend des EU-Gesetz die Einordnung trifft ob der Artikel jetzt zollpflichtig ist oder nicht. Das wird Dich als Privatkäufer treffen, weil Du den Verkäufer aus dem Ausland nicht kennst bzw. Zeitaufwand betreiben darfst. Also Glücksspiel Zollgebühren für kleine Privatkäufer.
S. B. schrieb: > Es steht doch eindeutig drin was geplant ist: Zollgebühren bei > Zuwiderhandlung - und wer freut sich da? Und was daran ist neu? Neu ist dabei nur, wo es steht.
> Und was daran ist neu? Neu ist dabei nur, wo es steht.
Neu ist, daß es jetzt ein Gesetz ist und EU-Gesetze werden in
Deutschland (anders als z.B. in Ungarn oder Italien) haarscharf
umgesetzt - da gibt es keinen Ermessenspielraum.
S. B. schrieb: > Neu ist, daß es jetzt ein Gesetz ist und EU-Gesetze werden in > Deutschland (anders als z.B. in Ungarn oder Italien) haarscharf > umgesetzt - da gibt es keinen Ermessenspielraum. Auch die WTO Regeln waren bereits formal bindend, für Deutschland, für die EU und - im Unterschied zur neuen Regelung - auch für China. Was u.U. dazu führen könnte, dass die Chinesen auf eine einseitige EU-Regel scheissen und die EU bei der WTO anschwärzen. Was also auch eine geringere Verzollung zur Folge haben könnte (oder tit for tat, aber auch das gibts längst). Die Definition, was wie hoch verzollt wird, ist ein wirtschaftspolitisches Verfahren, über das ziemlich weit oben im Rahmen der EU entschieden wird. Das war bisher so, das ist nachher so. Nur die Grundlage dieser Entscheidung auf EU-Ebene wechselt von WTO- zu EU-Regel. Für deutsche und italienische Zöllner ändert sich folglich exakt nichts.
S. B. schrieb: > ne schöne neue Abzocke mit EU als Rechtsgrundlage. Als harter Verfechter totaler wirtschaftlicher Freiheit und Globalisierung bist du mir bisher nicht in Erinnerung. Aber man lernt nie aus. ;-)
> Nur die Grundlage dieser Entscheidung auf EU-Ebene wechselt von WTO- zu > EU-Regel. Für deutsche und italienische Zöllner ändert sich folglich > exakt nichts. Du hast den Link nicht gelesen, Zitat: "Die EU kann demnach künftig bei der Erhebung von Zöllen bewerten, ob zum Beispiel Umwelt- und Arbeitsschutzstandards eingehalten werden. Die Verschärfung der Import-Regeln dürfte vor allem China treffen." Die "Bewertung" erfolgt jetzt an anderer Stelle - ansonsten hätte man es ja bei den WTO-Kriterien belassen können ??! Den Vorteil haben mal wieder große Gewerbetreibende, die Ihren Händler in China kennen. Wenn Du als Privatkäufer für z.B. 2 Euro inclusive Versand etwas aus China bestellst, dann 'kann' bzw. wird es zu einer Nachverzollung kommen, weil xyz nicht eingehalten wurde - diese Drohung besteht ab nächsten Jahr dann immer 'latent' ... das war vorher anders.
S. B. schrieb: > ansonsten hätte man es ja bei den WTO-Kriterien belassen können ??! Eben nicht. Apropos lesen: "Bisher ist die EU gegen unfaire Handelspraktiken aus China durch Sonderregelungen der Welthandelsorganisation geschützt. Die Regierung in Peking dringt aber darauf, dass diese bis Ende des Jahres auslaufen."
> Als harter Verfechter totaler wirtschaftlicher Freiheit und > Globalisierung bist du mir bisher nicht in Erinnerung. Aber man lernt > nie aus. ;-) Wieso? Grundversorgung wie Wasser, Justiz, usw. gehört verstaatlicht und bei dem Rest sollte sich der Staat raushalten.
> Eben nicht. Immer noch mehr Verordnungen, Gesetze, noch mehr Abgaben & Steuern? > Apropos lesen: "Bisher ist die EU gegen unfaire Handelspraktiken aus > China durch Sonderregelungen der Welthandelsorganisation geschützt. Die > Regierung in Peking dringt aber darauf, dass diese bis Ende des Jahres > auslaufen." Ja, das heißt nur, daß China den bisherigen Zollfreibetrag von 22,.. Euro als unfair betrachtet ... das konnte man als Privatverkäufer umgehen, indem man unter dieser Grenze blieb - nur jetzt wird das Ganze durch ein EU-Gesetz der Willkür weiter verschärft und trifft auch auf Warensendungen bis 5 Euro ganz nach Gutdünken zu.
>Wenn Du als Privatkäufer für z.B. 2 Euro inclusive Versand etwas aus >China bestellst, Daß jemand anderes den Preis für dein Billig-Geraffels, den du nicht zahlst, zahlen könnte, kommt dir nicht in den Sinn? Mal sehen, wie du schreist, wenn dein Job deswegen mal wegfallen könnte. >...bei dem Rest sollte sich der Staat raushalten. Au ja, dann wird alles ganz toll.
S. B. schrieb: > Wieso? Grundversorgung wie Wasser, Justiz, usw. gehört verstaatlicht und > bei dem Rest sollte sich der Staat raushalten. Wenn also die Staat A sich gegen Importe sperrt und Exporte subventioniert, dann darf der Staat B nichts dagegen unternehmen, sondern hat seine Grenzen gefälligst für Dumping offen zu halten? Ich habe das bewusst neutral formuliert, weil sowohl China als auch EU das auf unterschiedliche Gebieten gerne so halten, und die USA demnächst auch deutlich in diese Richtung spazieren könnten (Tax Cuts and Jobs Act). Zölle sind "dual use". Sie dienen einerseits dem Protektionismus. Andererseits sind sie Korrektiv und Verhandlungsmasse zum Abbau davon.
> Daß jemand anderes den Preis für dein Billig-Geraffels, den du nicht > zahlst, zahlen könnte, kommt dir nicht in den Sinn? Du als kleiner Gewerbetreibender wirst nur bedingt profitieren, das große 'C' und andere Großfirmen sind die Profiteure. > Mal sehen, wie du schreist, wenn dein Job deswegen mal wegfallen könnte. Tja, mußt halt vorsorgen und ansonsten gilt: Konsumverzicht. Der Staat wird Dich nicht retten als Kleinfuzzi.
S. B. schrieb: > Ja, das heißt nur, daß China den bisherigen Zollfreibetrag von 22,.. > Euro als unfair betrachtet ... Gab es bei dir Eintopf zu Mittag? Die 22€ Grenze hat nichts mit Zoll zu tun, sondern betrifft die Einfuhrumsatzsteuer. Das Import-Äquivalent zur Mehrwertsteuer. Völlig andere Baustelle.
> Wenn also die Staat A sich gegen Importe sperrt und Exporte > subventioniert, dann darf der Staat B nichts dagegen unternehmen, > sondern hat seine Grenzen gefälligst für Dumping offen zu halten? Dumping hast Du auch z.b. im Automobilbereich! Deswegen gibt es ja Reimporte bei Automobilien und das ist ja dann auch eine Form von Dumping, wenn die Produkte im Herstellungsland viel teurer verkauft werden ??! > Zölle sind "dual use". Sie dienen einerseits dem Protektionismus. > Andererseits sind sie Korrektiv und Verhandlungsmasse zum Abbau davon. Zölle sind eine prima ABM für Zollbeamte, die sich doch lieber um verbotene Produkte kümmern sollten. Zölle verschärfen den Spielraum für Privatkäufer und kleine Gewerbetreibende - defacto eine Arbeitsplatzvernichtung zugunsten von Großkonzernen.
Beitrag #5238384 wurde von einem Moderator gelöscht.
> Gab es bei dir Eintopf zu Mittag? Die 22€ Grenze hat nichts mit Zoll zu > tun, sondern betrifft die Einfuhrumsatzsteuer. Das Import-Äquivalent zur > Mehrwertsteuer. Völlig andere Baustelle. richtig und was ist das? Eine Hürde mehr für den Privatkäufer, Du mußt jetzt noch eine Steuer berappen. Und im übrigen geschenkt: ab x Euro zahlst Du Zoll und China sieht das eben als unfair an - nachvollziehbar.
>Du als kleiner Gewerbetreibender wirst nur bedingt profitieren, das >große 'C' und andere Großfirmen sind die Profiteure. Du hast meinen Kommentar überhaupt nicht verstanden. Aber ich will dir mal helfen: Du zahlst bei KIK für Billigklamotten nur ein paaar Euro. Den Preis zahlt die Näherinnen in Bangladesh, die unter menschenunwürdigen Bedingungen nähen müssen. Aber das dürfte in deinem Profit- und Spardenken keinen nennenswerten Raum einnehmen. >Tja, mußt halt vorsorgen Warst du nicht mit F.B. einer unser Anlageexperten?
S. B. schrieb: > Eine Hürde mehr für den Privatkäufer, Du mußt > jetzt noch eine Steuer berappen. Bist du also für die völlige Abschaffung der Mehrwertsteuer oder bloss die Abschaffung der Einfuhrumsatzsteuer? Hältst du es für richtig, dass der deutsche Händler dafür bestraft wird, dass er nicht in China sitzt, indem er beim Verkauf der Ware eine Steuer zahlt, die beim Import aus China ggf. nicht anfällt? Wie die EU das anzugehen gedenkt hatten wir bereits hier: Beitrag "Re: Befreiung für eingeführte Kleinsendungen (22EUR) entfällt" Aus meiner Sicht ein Win-Win. Das Ergebnis dieses Verfahrens erscheint mir fair, es reduziert den Aufwand für Käufer, Logistiker und Zollamt erheblich. Und für Ware, die oberhalb der bisherigen Grenze eingepeilt wird, vermeidet es u.U. auch eine saftige Provision der Logistiker für Privatkunden. Aber wie schon gesagt: Das ist komplett Off Topic, weil es nichts mit Zoll als Kostenfaktor zu tun hat. Allenfalls mit dem Zoll als abwickelnder Behörde. Aus allgemeiner Unzufriedenheit mit allem dann auch alles zusammen in einen Thementopf zu werfen bringt nichts. Ausser noch mehr Unzufriedenheit.
> Du hast meinen Kommentar überhaupt nicht verstanden. Aber ich will dir > mal helfen: Du zahlst bei KIK für Billigklamotten nur ein paaar Euro. > Den Preis zahlt die Näherinnen in Bangladesh, die unter > menschenunwürdigen Bedingungen nähen müssen. "Menschenunwürdige" Bedingungen ist eine Definitionsfrage ... die findest Du auch in Deutschland vor je nach Betrachtungsweise. Wenn z.B. die Vorgaben von irgendeiner fixen Marketingabteilung nicht erfüllt werden, dann gibt's Druck auf die Mitarbeiter. Die Zusatzsteuern, die hierzulande erhoben werden kommen nicht Deinen Näherinnen, sondern vielleicht den Zollbeamten in Form von Arbeitsplatzsicherung aber noch wahrscheinlicher irgendwelchen Vorständen zugute, die sich immer weiter vermehren ): Wenn jetzt die Endverbraucher mehr zahlen müssen, heißt das eben nur, daß marginal was an schlechten Bedingungen geändert wurde, wenn überhaupt - verdienen tun andere! Es wird weiterhin nach 'billig' gesucht, weil das Portemonaie des Endverbrauchers immer weniger offen für teure Produkte, wie auch bei Lohndumping im eigenen Land ?! Bei einem Totalboykott bzw. 100% Strafzoll wären die Näherinnen Ihren Job los - ist das dann gut für Dich?
> Bist du also für die völlige Abschaffung der Mehrwertsteuer oder bloss > die Abschaffung der Einfuhrumsatzsteuer? Hältst du es für richtig, dass > der deutsche Händler dafür bestraft wird, dass er nicht in China sitzt, > indem er beim Verkauf der Ware eine Steuer zahlt, die beim Import aus > China ggf. nicht anfällt? am besten beide Steuerarten abschaffen. Du bist offenbar nicht im Bilde - den Firmensitz kann man auch im Ausland haben und das machen ja immer mehr Firmen. Deswegen fließen die Investitionen der Firmen verstärkt in andere Länder. Ansässige Großfirmen können sich natürlich steuerlich arm rechnen, ab einer gewissen Größe geht das automatisch ... da gibt's nun wirklich Tricks ohne Ende und da wird nichts gemacht wegen der engen Verquickung - stattdessen lieber noch mehr Steuern & Abgaben & Subventionen. > Wie die EU das anzugehen gedenkt hatten wir bereits hier: > Beitrag "Re: Befreiung für eingeführte Kleinsendungen (22EUR) entfällt" Zitat: "Wenn die Initiative das EU-Parlament und den Ministerrat passiert, könnte der hiesige Gesetzgeber so den reduzierten Satz von 7 statt 19 Prozent auch für elektronische Publikationen einführen." DAS ist eine Steuererhöhung! > Aus meiner Sicht ein Win-Win. Das Ergebnis dieses Verfahrens erscheint > mir fair, es reduziert den Aufwand für Käufer, Logistiker und Zollamt > erheblich. Und für Ware, die oberhalb der bisherigen Grenze eingepeilt > wird, vermeidet es u.U. auch eine saftige Provision der Logistiker für > Privatkunden. Ergo: Du findest die Steuererhöhung gut, weil das Win-Win ist, wieso auch immer ): LOL, Win-Win für den Endverbraucher, er darf noch mehr zahlen :-> > Aber wie schon gesagt: Das ist komplett Off Topic, weil es nichts mit > Zoll als Kostenfaktor zu tun hat. Allenfalls mit dem Zoll als > abwickelnder Behörde. Aus allgemeiner Unzufriedenheit mit allem dann > auch alles zusammen in einen Thementopf zu werfen bringt nichts. Ausser > noch mehr Unzufriedenheit. Wahrscheinlich ist Dein Nettoverdienst so gut, daß das alles keine Rolle mehr spielt, wenn hier und da mal wieder was an Mehrkosten hinzukommt. Und letztendlich ist es ja auch Marketing - mehr Qualität, Verpackung in Pink & alles schön auf Premium getrimmt und schon darf es teurer werden ?! Kostenfaktor egal, merkt doch sowieso keiner :->
>"Menschenunwürdige" Bedingungen ist eine Definitionsfrage ... die >findest Du auch in Deutschland vor je nach Betrachtungsweise. Ich habe gesagt, daß irgendjemand den Preis zahlt. Wo derjenige sitzt ist gleichgültig. Bangladesch war nur ein einfaches Beispiel für dich. >Bei einem Totalboykott bzw. 100% Strafzoll wären die Näherinnen Ihren >Job los - ist das dann gut für Dich? Na, dann ein Hoch auf die Kinderarbeit. Die arbeiten bestimmt noch billiger.
> Ich habe gesagt, daß irgendjemand den Preis zahlt. > Wo derjenige sitzt ist gleichgültig. Bangladesch war nur ein einfaches > Beispiel für dich. Deutschland ist nicht der einzige Staat, der bei den Näherinnen in Bangladesh einkauft. Andere Staaten sind skrupeloser und ggf. läuft das Geschäft dann eben nur noch 'teurer' über einen Zwischenhändler-Staat und die Näherinnen werden dann noch erbärmlicher ausgebeutet ohne daß Du es siehst ... offenbar Deine Zielvorstellung? Wenn wir nicht kaufen, dann machen das andere Staaten und die zahlen noch weniger. Außerdem ist das Geld hier beim Staat und nicht beim Bürger (da landet es nicht mehr) - nicht jeder kann sich Gucci&Lacoste auch leisten, da reicht es eben nur für einen Billig-Discounter oder eben auch für gar nichts ... erst mal im eigenen Land anfangen: http://www.deutschlandfunk.de/sozialstatistik-immer-mehr-obdachlose-in-deutschland.1818.de.html?dram:article_id=373118 Eigentlich komisch, daß das trotz Hartz4 möglich ist - die Frage stellt natürlich keiner. > Na, dann ein Hoch auf die Kinderarbeit. Die arbeiten bestimmt noch > billiger. Wenn etwas schiefläuft ist das Sache des jeweiligen Staates und der dortigen Bevölkerung Gesetze zu erlassen, durchzusetzen oder selbst mal was dagegen zu tun ... ansonsten an die UNO wenden, Deutschland muß nicht die Welt retten.
>Wenn wir nicht kaufen, dann machen das andere Staaten und die zahlen >noch weniger. Welche Staaten sitzen denn jetzt deiner Meinung nach feixend in den Startlöchern? Und warum kaufen die nicht schon jetzt da? >Deutschland muß nicht die Welt retten. Da hast du Recht. Es reicht, wenn es schön billig für dich bleibt.
> Welche Staaten sitzen denn jetzt deiner Meinung nach feixend in den > Startlöchern? die Staaten, die einen neuen Mittelstand haben, also auch China. > Und warum kaufen die nicht schon jetzt da? Wer ist denn 'Importweltmeister', wohlgemerkt Import? https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157858/umfrage/groesste-importlaender-weltweit/ Diese Statistik ist von 2016 - Du kannst aber davon ausgehen, daß es mit dem neuem EU-Gesetz zumindestens in Deutschland einen Effekt geben wird - vielleicht ist das ja das Ziel der Gesetzgebung, arbeiten bis zum Umfallen und Konsum immer weiter verteuern damit noch mehr Subfirmen Kasse machen. > Da hast du Recht. Es reicht, wenn es schön billig für dich bleibt. Ich fürchte nur, daß es teurer wird für mich, weil jetzt eben Zwischenhändler ins Spiel kommen werden, also irgendwelche Subunternehmen. Und nur damit auch Du mal merkst, daß dann nichts besser wird: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-11/decathlon-arbeitsbedingungen-herstellung-textilien-asien Du selbst kannst dann nicht mehr Textilien in Asien direkt kaufen, sondern mußt bei einem Textildiscounter in Deutschland kaufen - Sinn und Zweck der EU-Gesetzgebung!
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