Forum: Offtopic Kosten Photovoltaik/Akku-Anlage


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von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Fabian F. schrieb:
> Unsere Solaranlage hat 16200€ gekostet und produziert zwischen 6000 und
> 7500 kWh/Jahr. Davon verbrauchen wir rund 80% selber. Das erspart uns
> ca. 1400€ die wir sonst dem Versorger Zahlen müssten. 169€ Gibts für
> eingespeisten Strom. Versicherung und Zähler kosten 68€/Jahr. Die Anlage
> macht sich also nach rund 10,5 Jahren bezahlt, wenn der Strompreis nicht
> weiter steigt. Die Panel haben eine Garantie von 20 Jahren, der Akku
> 5000 Zyklen. Lohnt sich für uns also durchaus. Würde sich auch ohne EEG
> lohnen.

Das sind auf jeden Fall mal interessante Zahlen.
Wie groß ist die Solaranlage flächenmäßig?

6000kWh bei nur 16200€ Investition sind richtig interessant, zumal wir
im Moment nur 3000kWh benötigen, aber es in Zukunft wohl einiges mehr
wird (kleine Spritzgussmaschine in 24/7-Betrieb).

Ich nehme an, dass der Akku da aber nicht eingerechnet ist, oder?

Wie sieht es im Winter aus? Müsst Ihr zukaufen?

Fabian F. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>
>> Das sind auf jeden Fall mal interessante Zahlen.
>> Wie groß ist die Solaranlage flächenmäßig?
>
> Wir haben 26 Polykristaline Panels mit je 260Wp von IM Solar. Insgs.
> also 6,7kWp.
> Die Panels haben je ca. 1,7m². Insgesamt also rund 44m².
>
> Die 16200€ setzen sich zusammen aus:
> 5100€ für die Panels
> 1300€ für 2 3,6kW Wechslrichter
> 5500€ für die Akkus (gebraucht)
> 4000€ Installationskosten (Teilweise eigenleistung)
> 300€ Kleinteile
>
>> Wie sieht es im Winter aus? Müsst Ihr zukaufen?
> Ohne Zukaufen gehts in Deutschlaand wohl kaum. Vor allem im Dezember und
> Februar gibts immer wieder Phasen wo man nur 5-10% der Peak-Leistung
> sieht. Die 600W reichen, dass der Stromzähler still steht, wenn man grad
> keine großen Elektrogeräte betreibt. Von April bis Oktober müssen wir
> aber selten Strom kaufen. Für 100% Autonomie müsste man schon absurd
> riesige Akkus in den Keller packen.


Vielen Dank für die Zahlen. Es ist schon erstaunlich, wie günstig die 
Panels mittlerweile sind. Und der Preis ist inkl. Batterie.

Wir haben ja hier auch einen kleinen, einstöckigen Anbau mit Flachdach - 
so um die 20qm. Da würde ich mir sogar eine Selbstmontage zutrauen. 
Mechanische Werkstatt ist ja vorhanden :-)

Muss ich mal durchrechnen.

Wie groß ist denn Euer Akkupack und von wem gibt es die gebraucht?

von Fabian F. (fabian_f55)


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Unser Akkupack besteht aus zwei Akkus von LG-chem á 6,7kWh. Die haben 
wir von unserem Nachbarn, dessen Haus gebrannt hatte, was seine 
Solaranlage zerstört hat.
Unsere Solarpanels kosten inzwischen sogar noch weniger. Wir haben noch 
knapp 200€ je Panel gezahlt. Inzwischen gibts entweder mehr Leistung 
fürs selbe Geld oder günstiger.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Das hört sich richtig interessant an.

Wenn man jetzt noch im Hinterkopf hat, dass irgendwann ein Elektroauto 
hier in der Garage stehen wird (und damit meine ich wirklich überwiegend 
stehen), dann sind Konzepte mit dem Automobilakku als Stromspeicher für 
das Haus durchaus wirtschaftlich denkbar.

Wir müssen nicht viel fahren, der Betrieb liegt zu einem Großteil hier 
im Haus.

Wie ist das bei Eurem E-Auto - hattet ihr das mal als zusätzlichen 
Puffer angedacht?

von Christoph Z. (rayelec)


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Bei selbstmontage, schau mal hier:
www.photon-solar.de
leider stehen jetzt keine Preise mehr auf der Webseite. Aber laut eben 
dieser liefern die auch an Privatkunden. 6kWp Materialsatz mit einem 
Speicher war vor kurzem soweit ich mich erinnern kann um die 10k€ ohne 
MWst.

von Korax K. (korax)


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Chris D. schrieb:
> sind Konzepte mit dem Automobilakku als Stromspeicher für
> das Haus durchaus wirtschaftlich denkbar.

Autoakku als Puffer?

Wieweit willst du den Autoakku entladen? So nach dem Motto: "Heute back' 
ich, morgen fahr' ich." - "Mist, hab' ja gestern gebacken.."

Wieweit willst du den Autoakku kaputtladen? Das Auto ist zwar nach 5 
Jahren Schrott (Akkukapazität gering), aber hey, ich habe ein paar ct 
gespart.

Nicht umsonst gibt es die Idee bei ausgemusterten Autoakkus die 
Restkapazität als Pufferspeicher zu verwenden.

von Fabian F. (fabian_f55)


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Fra N. schrieb:
> Chris D. schrieb:

> Wieweit willst du den Autoakku entladen? So nach dem Motto: "Heute back'
> ich, morgen fahr' ich." - "Mist, hab' ja gestern gebacken.."

Das ist weniger ein Problem. Ich brauche 50km Reichweite um zur Arbeit 
und zurück zu kommen. Ich könnte also theoretisch ~60 des Auto-akkus als 
Pufferspeicher nutzen.

> Wieweit willst du den Autoakku kaputtladen? Das Auto ist zwar nach 5
> Jahren Schrott (Akkukapazität gering), aber hey, ich habe ein paar ct
> gespart.

Da ist was dran. Die Akkus in E-Autos sind (noch) deutlich teurer als 
Heimspeicher. Eine gepeicherte kWH in einer Solarbatterie kostet ca. 
0,13€. Im Auto sinds eher 0,25€. In Zukunft wird das wohl noch sinken, 
aber recycelte Zellen werden natürlich immer günstiger bleiben.
Aktuell gibt es aber eh kein Auto was in das Netz einspeisen kann.
Was man machen kann ist das Aufladen des Autos timen, damit man 
möglichst den Solarstrom direkt nutzt. Geht natürlich nur, wenn das Auto 
tagsüber zu hause ist.

von Lars R. (lrs)


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Fabian F. schrieb:
> 1300€ für 2 3,6kW Wechslrichter

Welcher?
Und welcher Lader?

Danke, Lars.


> Die Akkus in E-Autos sind (noch) deutlich teurer als
> Heimspeicher.

Wird bis in alle Ewigkeit so bleiben.

von Fabian F. (fabian_f55)


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Lars R. schrieb:
> Fabian F. schrieb:
>> 1300€ für 2 3,6kW Wechslrichter
>
> Welcher?
> Und welcher Lader?
>
Wir haben ein DC/DC Ladeystem von SolarEdge. Das haben wir vom Nachbarn 
übernommen, von da weiß ich nicht genau welcher Typ. Außer "SolarEdge" 
steht da nix drauf.

>> Die Akkus in E-Autos sind (noch) deutlich teurer als
>> Heimspeicher.
>
> Wird bis in alle Ewigkeit so bleiben.

Teurer, ja. Aber der Abstand wird sinken. Wenn der Preis für Auto Akkus 
auf >0,14€ je genutzter kWh fällt kann man das sogar rentabel nutzen.
Sonderfall wäre noch ein "Rentner"-Auto. Wenn man <8000km/Jahr fährt, 
wird man den Akku des Autos vorraussuchtlich niemals durch das Fahren 
verschleißen, bevor das Auto selbst Schrottreif ist. Dann kann man den 
Akku auch als Solarspeicher nutzen ohne Wirtschaftlichen schaden..

von Lars R. (lrs)


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Fabian F. schrieb:
> Lars R. schrieb:
>> Fabian F. schrieb:
>>> 1300€ für 2 3,6kW Wechslrichter
>>
>> Welcher?
>> Und welcher Lader?
>>
> Wir haben ein DC/DC Ladeystem von SolarEdge. Das haben wir vom Nachbarn
> übernommen, von da weiß ich nicht genau welcher Typ. Außer "SolarEdge"
> steht da nix drauf.

Scheinbar ist der Titel des Threads falsch. Richtig: "Kosten 
gebrauchte Photovoltaik/Akku-Anlage". Oder?


>>> Die Akkus in E-Autos sind (noch) deutlich teurer als
>>> Heimspeicher.
>>
>> Wird bis in alle Ewigkeit so bleiben.
>
> Teurer, ja. Aber der Abstand wird sinken. Wenn der Preis für Auto Akkus
> auf >0,14€ je genutzter kWh fällt kann man das sogar rentabel nutzen.
> Sonderfall wäre noch ein "Rentner"-Auto. Wenn man <8000km/Jahr fährt,
> wird man den Akku des Autos vorraussuchtlich niemals durch das Fahren
> verschleißen, bevor das Auto selbst Schrottreif ist. Dann kann man den
> Akku auch als Solarspeicher nutzen ohne Wirtschaftlichen schaden..

Die geringe Energiedichte von Li-Ion gegenüber Diesel/Öl wird man 
niemals überwinden. Hinzu kommen die enormen Standverluste. Deshalb wird 
Speicherung von Energie in Akkus langfristig niemals technologisch 
sinnvoll sein.

Diese heutigen Milchmädchenrechnungen ala "wenn das und das so viel 
kostet, dann kommt akku ganz groß raus" basieren alle auf staatlichen 
Abgaben, insbesondere den enorm hohen Abgaben auf bezogene elektrische 
Energie.

Wenn der Liter Diesel (oder Synthesediesel) 2 EUR kostet und Du mit 50% 
Wirkungsgrad Strom davon erzeugst, so kostet die kwh 33 Cent (Erzeugung 
UND Speicherung).

Wenn Du für elektrische Energie wegen "Erneuerbare" die Stromkosten nahe 
Null ansetzt, so wird auch der Liter Synthesediesel keine 2 EUR 
kosteten. Schließlich hätte der Diesel dann nach dieser Logik auch keine 
Stromkosten zur Erzeugung.

Solaranlage kann Sinnvoll sein (Ich überlege auch). Akku dazu kann auch 
sinnvoll sein. Aber diese ganzen Schönrechnungen über zukünftige Akkus 
sind doch alle quatsch. In Relation zum Primärenergiebedarf ist Solar 
und Wind in Deutschland praktisch nicht vorhanden. Heute nicht und 
zukünftig auch nicht. Der Verbrenner wurde in den letzten 20 Jahren in 
eine Sackgasse hinein entwickelt. Das musste nicht sein, aber ist nun 
einmal so. Nun benötigt das Auto eben einen Akku, wenn es kein 
Verbrenner mehr sein soll. Das ist alles.

: Bearbeitet durch User
von Axel L. (axel_5)


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Lars R. schrieb:

> Die geringe Energiedichte von Li-Ion gegenüber Diesel/Öl wird man
> niemals überwinden. Hinzu kommen die enormen Standverluste. Deshalb wird
> Speicherung von Energie in Akkus langfristig niemals technologisch
> sinnvoll sein.

Aber das unwiderbringliche Verbrennen von Rohstoffen, deren Entstehung 
150 Mio. Jahre gedauert hat, findest du langfristig technologisch 
sinnvoll ?

Gruss
Axel

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Fra N. schrieb:
> Autoakku als Puffer?
>
> Wieweit willst du den Autoakku entladen? So nach dem Motto: "Heute back'
> ich, morgen fahr' ich." - "Mist, hab' ja gestern gebacken.."

Offenbar funktioniert das bei Fabian zumindest über ein Halbjahr 
vollkommen autark - und das bei einem eher kleinen Akku von 13kWh.
Automobilakkus sind heutzutage schon deutlich größer.

> Wieweit willst du den Autoakku kaputtladen? Das Auto ist zwar nach 5
> Jahren Schrott (Akkukapazität gering), aber hey, ich habe ein paar ct
> gespart.

Wie Fabian schreibt, sind 5000 Zyklen selbst bei gebrauchten Akkus 
offenbar kein größeres Problem. Wenn der Akku nur abends und über Nacht 
benötigt wird, dann sind das 10-15 Jahre.

Wobei ich hier bei uns ja viel messe (Strom/Gas/Ẃasser) und vergleiche, 
was Sparmaßnahmen so bringen. Und da ist unser Stromverbrauch nachts 
wirklich gering. Meist nicht mehr als 1kWh von 21 bis 7 Uhr, 
hauptsächlich durch Kühlschrank und Gefriertruhe.

> Nicht umsonst gibt es die Idee bei ausgemusterten Autoakkus die
> Restkapazität als Pufferspeicher zu verwenden.

Die Akkupreise fallen ja weiterhin :-)

Es ist aber natürlich ein reizvoller Gedanke, ein Auto, das 95% 
herumsteht, entsprechend zu nutzen. Wir fahren jetzt mit beiden Autos 
zusammen keine 10000km pro Jahr. Das E-Auto würde also wohl bei 5000km 
jährlich liegen.
Nicht, dass mir der Akku vergammelt, weil nicht genutzt ;-)

Christoph Z. schrieb:
> Bei selbstmontage, schau mal hier:
> www.photon-solar.de

Danke für den Link - das sind mittlerweile tatsächlich schon attraktive 
Preise.
Lars R. schrieb:
> Scheinbar ist der Titel des Threads falsch. Richtig: "Kosten
> gebrauchte Photovoltaik/Akku-Anlage". Oder?

Genau: scheinbar.
Denn der Titel bezieht sich natürlich nicht nur auf Fabians Angaben, 
sondern soll generell zur Diskussion über die Kosten einer solchen 
Anlage dienen.

> Die geringe Energiedichte von Li-Ion gegenüber Diesel/Öl wird man
> niemals überwinden. Hinzu kommen die enormen Standverluste. Deshalb wird
> Speicherung von Energie in Akkus langfristig niemals technologisch
> sinnvoll sein.

Es gibt ja auch durchaus andere Batteriearten, die sich in der 
Entwicklung befinden. Und was für Standverluste? Fall Du die 
Selbstentladung meinst, so ist diese schon bei den üblichen Li-Ion-Akkus 
sehr gering.

Die Energiedichte spielt bei einer Verwendung im Haus auch keine große 
Rolle - es ist genug Platz da und die zu speichernde Energiemenge ist 
bei der elektrischen Versorgung des Hauses (um nichts anderes geht es 
hier im Thread) überschaubar.

> Diese heutigen Milchmädchenrechnungen ala "wenn das und das so viel
> kostet, dann kommt akku ganz groß raus" basieren alle auf staatlichen
> Abgaben, insbesondere den enorm hohen Abgaben auf bezogene elektrische
> Energie.

Interessiert mich nicht - mich interessiert, wie ich Geld sparen kann. 
Und wenn ich damit noch fast autark werde - umso besser.
Und dass der Strompreis in Zukunft großartig sinken wird, glaubt wohl 
keiner.

> Wenn der Liter Diesel (oder Synthesediesel) 2 EUR kostet und Du mit 50%
> Wirkungsgrad Strom davon erzeugst, so kostet die kwh 33 Cent (Erzeugung
> UND Speicherung).
>
> Wenn Du für elektrische Energie wegen "Erneuerbare" die Stromkosten nahe
> Null ansetzt, so wird auch der Liter Synthesediesel keine 2 EUR
> kosteten. Schließlich hätte der Diesel dann nach dieser Logik auch keine
> Stromkosten zur Erzeugung.

Diesel interessiert hier im Thread aber nicht. Es geht um 
Photovoltaik/Akku-Systeme für das Eigenheim.

> Solaranlage kann Sinnvoll sein (Ich überlege auch). Akku dazu kann auch
> sinnvoll sein. Aber diese ganzen Schönrechnungen über zukünftige Akkus
> sind doch alle quatsch. In Relation zum Primärenergiebedarf ist Solar
> und Wind in Deutschland praktisch nicht vorhanden. Heute nicht und
> zukünftig auch nicht.

Es geht hier um den elektrischen Bereich im Haus. Und da kommt 
Photovoltaik inkl. Speicher offenbar in Bereiche, die das Konzept 
interessant werden lässt.

Davon abgesehen: die Quote der Stromerzeugung vom Oktober fand ich schon 
beeindruckend. 48% kamen von "erneuerbaren Energieträgern".

: Bearbeitet durch Moderator
von Cyblord -. (cyblord)


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Fabian F. schrieb:

> Das ist weniger ein Problem. Ich brauche 50km Reichweite um zur Arbeit
> und zurück zu kommen. Ich könnte also theoretisch ~60 des Auto-akkus als
> Pufferspeicher nutzen.

Ja klar, weil E-Autos so komfortabel hohe Reichweiten haben, kann man 
von deren Speicher gerne noch mehr als die Hälfte für andere Dinge 
nutzen.

Langsam nimmt das E-Auto gekasper hysterische Züge an.

> Was man machen kann ist das Aufladen des Autos timen, damit man
> möglichst den Solarstrom direkt nutzt. Geht natürlich nur, wenn das Auto
> tagsüber zu hause ist.

Jo, finde den Fehler.

von Lars R. (lrs)


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Axel L. schrieb:
> Lars R. schrieb:
>
>> Die geringe Energiedichte von Li-Ion gegenüber Diesel/Öl wird man
>> niemals überwinden. Hinzu kommen die enormen Standverluste. Deshalb wird
>> Speicherung von Energie in Akkus langfristig niemals technologisch
>> sinnvoll sein.
>
> Aber das unwiderbringliche Verbrennen von Rohstoffen, deren Entstehung
> 150 Mio. Jahre gedauert hat, findest du langfristig technologisch
> sinnvoll ?

Wir beide hatten das doch schon. Wo nichts ist, kann auch nichts 
gespeichert werden (siehe Primärenergiebedarf vs. Erträge von Wind und 
Solar hier in D).

Und vielleicht ist kurzfristig sogar das Verbrennen der 150Mio Jahre 
alten Flüssigkeit besser, als nun (Ost-)Europa abzuholzen.

Letztlich ist eine kwh gleich eine kwh. Dafür haben wir in Deutschland 
und wahrscheinlich auch ganz Europa einfach nicht genug Solar+Wind, 
zumindest nicht wirtschaftlich einsammelbar. Es bleibt also bei 
Kernenergie (Spaltung oder Fusion) sowie importiertem Öl (aus der Erde 
oder synthetisiert). Das Öl wird schon synthetisiert werden, wenn es 
irgendwann mal teuer genug dafür ist. Dass dies trotz günstiger 
Solar-Technik noch nicht der Fall ist, sollte einem doch zu denken 
geben.


Chris D. schrieb:
>> Die geringe Energiedichte von Li-Ion gegenüber Diesel/Öl wird man
>> niemals überwinden. Hinzu kommen die enormen Standverluste. Deshalb wird
>> Speicherung von Energie in Akkus langfristig niemals technologisch
>> sinnvoll sein.
>
> Es gibt ja auch durchaus andere Batteriearten, die sich in der
> Entwicklung befinden. Und was für Standverluste? Fall Du die
> Selbstentladung meinst, so ist diese schon bei den üblichen Li-Ion-Akkus
> sehr gering.

Wie klein ist die Selbstentladung über 4 Wochen, die Du hier als "sehr 
gering" bezeichnest? Und wie viel ist es über 4 Monate?

Die Nacht oder 1-2 Tage überbrücken, ja, denke ich auch. Aber Du musst 
ja auch nicht gerade alle Verbraucher und die Heizung ausgerechnet 
nachts anschalten.

> Die Energiedichte spielt bei einer Verwendung im Haus auch keine große
> Rolle - es ist genug Platz da und die zu speichernde Energiemenge ist
> bei der elektrischen Versorgung des Hauses (um nichts anderes geht es
> hier im Thread) überschaubar.

Wenn ich meinen Strom aus Öl/Gas erzeuge, dann komme ich mit den Tanks 
sehr weit. Mit so viel Akkus wäre das Haus voll, von den Kosten zu 
schweigen.

>> Diese heutigen Milchmädchenrechnungen ala "wenn das und das so viel
>> kostet, dann kommt akku ganz groß raus" basieren alle auf staatlichen
>> Abgaben, insbesondere den enorm hohen Abgaben auf bezogene elektrische
>> Energie.
>
> Interessiert mich nicht - mich interessiert, wie ich Geld sparen kann.
> Und wenn ich damit noch fast autark werde - umso besser.
> Und dass der Strompreis in Zukunft großartig sinken wird, glaubt wohl
> keiner.

Mit dem bisher hier skizzierten Ansatz wirst Du ja gerade nicht autark. 
Ziel ist, auch Dich als Hausbesitzer mit viel Platz und Möglichkeiten an 
den Stromanschluss/Hausanschluss zu binden.

>> Wenn der Liter Diesel (oder Synthesediesel) 2 EUR kostet und Du mit 50%
>> Wirkungsgrad Strom davon erzeugst, so kostet die kwh 33 Cent (Erzeugung
>> UND Speicherung).
>>
>> Wenn Du für elektrische Energie wegen "Erneuerbare" die Stromkosten nahe
>> Null ansetzt, so wird auch der Liter Synthesediesel keine 2 EUR
>> kosteten. Schließlich hätte der Diesel dann nach dieser Logik auch keine
>> Stromkosten zur Erzeugung.
>
> Diesel interessiert hier im Thread aber nicht. Es geht um
> Photovoltaik/Akku-Systeme für das Eigenheim.

kwh ist kwh. Wenn Du dann, wenn die PV nicht liefert, bereits heute den 
Strom mit einem Notstromaggregat billiger selbst erzeugen kannst, als 
der Bezug über die Leitung kostet, so spielt das eine Rolle. Und dann 
fragt es sich, warum Du unbedingt auf Akku statt Öl als Speicher setzen 
willst, nur um im Winter auf für elektrische Energie doch wieder 
beziehen zu müssen.
Und zwar eine elektrische Energie, die bei uns im Winter auch nicht 
regenerativ erzeugt wird.


>> Solaranlage kann Sinnvoll sein (Ich überlege auch). Akku dazu kann auch
>> sinnvoll sein. Aber diese ganzen Schönrechnungen über zukünftige Akkus
>> sind doch alle quatsch. In Relation zum Primärenergiebedarf ist Solar
>> und Wind in Deutschland praktisch nicht vorhanden. Heute nicht und
>> zukünftig auch nicht.
>
> Es geht hier um den elektrischen Bereich im Haus. Und da kommt
> Photovoltaik inkl. Speicher offenbar in Bereiche, die das Konzept
> interessant werden lässt.
>
> Davon abgesehen: die Quote der Stromerzeugung vom Oktober fand ich schon
> beeindruckend. 48% kamen von "erneuerbaren Energieträgern".

Wasser und Bio lässt sich nicht weiter steigern. Eher wird Bio 
zurückgefahren. Solar und Wind sind vernachlässigbar für den 
GESAMTbedarf.

von Lars R. (lrs)


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Nachtrag:
Ich denke, es ist wichtig, zunächst den Verbrauch intelligent, maximal 
und soweit erträglich an die PV-Erträge anzupassen. Jede PV-kwh, die 
irgendwie verbraucht werden kann, muss nicht gespeichert werden.

Die Frage ist, ob es aus Sicht der Kosten nicht sogar besser ist, den 
PV-Ertrag in das Warmwasser zu stecken, anstatt ihn im Akku zu 
speichern. Ggf. ist diese Entscheidung auch von der Jahreszeit abhängig.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Lars R. schrieb:
>> Es gibt ja auch durchaus andere Batteriearten, die sich in der
>> Entwicklung befinden. Und was für Standverluste? Fall Du die
>> Selbstentladung meinst, so ist diese schon bei den üblichen Li-Ion-Akkus
>> sehr gering.
>
> Wie klein ist die Selbstentladung über 4 Wochen, die Du hier als "sehr
> gering" bezeichnest? Und wie viel ist es über 4 Monate?

Bei Wikipedia lese ich etwa 1% pro Monat und 15°C.
Ich habe gerade mal bei Varta nach UL1642 (ist wohl die Standardzelle) 
geschaut. Dort werden 80% nach 12 Monaten und -15°C bis 20°C angegeben.
Wenn man die bei 15°C betreibt, passt das mit 1% pro Monat wohl.

Das halte ich für vernachlässigbar.

Eventuell hat Fabian ja zu seinen Akkus Unterlagen und kann etwas dazu 
beisteuern.

>> Die Energiedichte spielt bei einer Verwendung im Haus auch keine große
>> Rolle - es ist genug Platz da und die zu speichernde Energiemenge ist
>> bei der elektrischen Versorgung des Hauses (um nichts anderes geht es
>> hier im Thread) überschaubar.
>
> Wenn ich meinen Strom aus Öl/Gas erzeuge, dann komme ich mit den Tanks
> sehr weit. Mit so viel Akkus wäre das Haus voll, von den Kosten zu
> schweigen.

Man lädt ja auch täglich nach - daher kann der Akku entsprechend kleiner 
ausfallen.

> Mit dem bisher hier skizzierten Ansatz wirst Du ja gerade nicht autark.

Ich komme dem aber schon recht nah.

> Ziel ist, auch Dich als Hausbesitzer mit viel Platz und Möglichkeiten an
> den Stromanschluss/Hausanschluss zu binden.

Das finde ich nicht so dramatisch, zumal ich ja auch überschüssige 
Energie im Sommer verkaufen kann. Das geht beim "Öl/Gas-Modell" bspw. 
nicht.
Schon deshalb muss ich sowieso einen Anschluss haben. Und der ist ja 
auch nicht wirklich teuer.

>> Diesel interessiert hier im Thread aber nicht. Es geht um
>> Photovoltaik/Akku-Systeme für das Eigenheim.
>
> kwh ist kwh. Wenn Du dann, wenn die PV nicht liefert, bereits heute den
> Strom mit einem Notstromaggregat billiger selbst erzeugen kannst, als
> der Bezug über die Leitung kostet, so spielt das eine Rolle. Und dann
> fragt es sich, warum Du unbedingt auf Akku statt Öl als Speicher setzen
> willst, nur um im Winter auf für elektrische Energie doch wieder
> beziehen zu müssen.

Weil ich dann deutlich abhängiger vom Ölpreis etc. bin.
Bei Photovoltaik habe ich einmal die Ausgabe und kann mich dann zu 
wenigstens 80% selbst versorgen. Außerdem ist das deutlich leiser ;-)

> Und zwar eine elektrische Energie, die bei uns im Winter auch nicht
> regenerativ erzeugt wird.

Wenn ich mir hier die Windräder ansehe, dann erzeugt man im Moment ganz 
enorme Mengen an Strom regenerativ.

>> Davon abgesehen: die Quote der Stromerzeugung vom Oktober fand ich schon
>> beeindruckend. 48% kamen von "erneuerbaren Energieträgern".
>
> Wasser und Bio lässt sich nicht weiter steigern. Eher wird Bio
> zurückgefahren. Solar und Wind sind vernachlässigbar für den
> GESAMTbedarf.

Mal davon abgesehen, dass noch viele, viele Dachflächen (sicherlich 95%) 
keine Photovoltaik haben: mir geht es um den Strom hier im Haus.

Und: nur weil ich die anderen Primärenergieträger noch nicht ersetzen 
kann, soll ich es beim Strom einfach auch lassen?

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Lars R. schrieb:
> Nachtrag:
> Ich denke, es ist wichtig, zunächst den Verbrauch intelligent, maximal
> und soweit erträglich an die PV-Erträge anzupassen. Jede PV-kwh, die
> irgendwie verbraucht werden kann, muss nicht gespeichert werden.

Das auf jeden Fall. Wobei man ja auch (noch) Geld mit dem Verkauf 
verdienen kann.

> Die Frage ist, ob es aus Sicht der Kosten nicht sogar besser ist, den
> PV-Ertrag in das Warmwasser zu stecken, anstatt ihn im Akku zu
> speichern. Ggf. ist diese Entscheidung auch von der Jahreszeit abhängig.

Ja, das muss man sich sicherlich genauer anschauen.

Was ich mir gerade überlegt habe: Interessant für Leute mit einem 
entsprechend großen Grundstück wäre eventuell ein Energielagespeicher 
anstatt Batterien. Ich werde das mal durchrechnen.

Das beste Mittel zur Einsparung ist es aber immer noch, Energie gar 
nicht zu benötigen.

Wir sind jetzt von 2011 mit 4800kWh runter auf wohl unter 3000kWh dieses 
Jahr. Und das, ohne uns vom Komfort her einzuschränken (das ist bei mir 
Voraussetzung): alles nur durch messen und echtes Ausschalten von 
Geräten (durch Steckerleisten/Funksteckdosen etc.).
Ich hätte nicht gedacht, dass da so viel Einsparpotenzial vorhanden 
ist.

von Lars R. (lrs)


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Chris D. schrieb:

> Eventuell hat Fabian ja zu seinen Akkus Unterlagen und kann etwas dazu
> beisteuern.

Bin gespannt.

> Man lädt ja auch täglich nach - daher kann der Akku entsprechend kleiner
> ausfallen.

Im Winter lädst Du nix täglich nach.


>> Ziel ist, auch Dich als Hausbesitzer mit viel Platz und Möglichkeiten an
>> den Stromanschluss/Hausanschluss zu binden.
>
> Das finde ich nicht so dramatisch, zumal ich ja auch überschüssige
> Energie im Sommer verkaufen kann.

Jedem das seine. Je mehr im Sommer verkaufen und im Winter beziehen, 
desto teurer größer wird der Anteil von Infrastruktur und Kraftwerk, der 
auf eine kwh verkaufter Strom umgelegt werden muss. Zunehmend setzen 
PV-Besitzer auf Wärmepumpe und verzichten auf andere Heizung. 
Schließlich kann man im Sommer verkaufen und der Strom kostet im Winter 
genauso viel wie im Sommer (Ist das nicht toll ;) )

Bereits heute ist der Anteil der Treibstoffkosten (Öl/Gas/Kohle) am 
kwh-Endpreis extrem gering. Praktisch vernachlässigbar.

> Mal davon abgesehen, dass noch viele, viele Dachflächen (sicherlich 95%)
> keine Photovoltaik haben: mir geht es um den Strom hier im Haus.

Ja, mehr davon.

> Schon deshalb muss ich sowieso einen Anschluss haben. Und der ist ja
> auch nicht wirklich teuer.

Mal sehen...

> Weil ich dann deutlich abhängiger vom Ölpreis etc. bin.

Womit heizt Du und wie viel kwh-Verbrauch hast Du dabei? Aber um das 
bisschen elektrische kwh sorgst Du Dich um die Abhängigkeit von Öl/Gas?

> Bei Photovoltaik habe ich einmal die Ausgabe und kann mich dann zu
> wenigstens 80% selbst versorgen. Außerdem ist das deutlich leiser ;-)

Ich empfehle nicht, dass Du keine PV kaufen sollst. Ich überlege/rechne 
auch hinsichtlich PV.

> Wenn ich mir hier die Windräder ansehe, dann erzeugt man im Moment ganz
> enorme Mengen an Strom regenerativ.

Subjektive Eindrücke spielen keine Rolle.

> Und: nur weil ich die anderen Primärenergieträger noch nicht ersetzen
> kann, soll ich es beim Strom einfach auch lassen?

Auf jeden Fall ist es Mist, die Dinge absichtlich getrennt zu 
betrachten, nur weil sonst die Milchmädchenrechnung in sich zusammen 
stürzt.

> Was ich mir gerade überlegt habe: Interessant für Leute mit einem
> entsprechend großen Grundstück wäre eventuell ein Energielagespeicher
> anstatt Batterien. Ich werde das mal durchrechnen.

Beim dezentralen Verbrennen von Öl/Gas fällt Energie elektrisch und als 
Wärme ab. Beides kann ganzjährig genutzt werden. Idealerweise genügt 
jedoch im Sommer PV auch für Warmwasser.

Bevor ich einen Lagespeicher aufstelle, werde ich Wärmetauscher an 
Stromaggregate anbauen. Ein Stromaggregat läuft auch nicht ständig. Das 
sollte es auch nicht, weil es nur unter Volllast effizient läuft. Dh, 
auch diesbezüglich ist tendenziell ein kleiner Akku sehr nützlich.

> Wir sind jetzt von 2011 mit 4800kWh runter auf wohl unter 3000kWh dieses
> Jahr. Und das, ohne uns vom Komfort her einzuschränken (das ist bei mir
> Voraussetzung): alles nur durch messen und echtes Ausschalten von
> Geräten (durch Steckerleisten/Funksteckdosen etc.).

Bei mir geht mir das Stromsparen langsam auf die Nerven.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Lars R. schrieb:
> Im Winter lädst Du nix täglich nach.

Aber man muss eben nicht den Jahresvorrat im Akku speichern.
Fabian schreibt doch, dass man zumindest die Grundlast (600W waren das 
bei ihm) durchaus noch ziehen kann.

> Bereits heute ist der Anteil der Treibstoffkosten (Öl/Gas/Kohle) am
> kwh-Endpreis extrem gering. Praktisch vernachlässigbar.

Das wird aber sicherlich nicht so bleiben - und vernachlässigbar finde 
ich meine Spritkosten beim Zweitwagen bspw. nicht.

Zukunftssicherer erscheint mir da eine Lösung, bei der so viel wie 
möglich selbst produziert wird.

>> Mal davon abgesehen, dass noch viele, viele Dachflächen (sicherlich 95%)
>> keine Photovoltaik haben: mir geht es um den Strom hier im Haus.
>
> Ja, mehr davon.

Jepp - ich sehe da keine größeres Problem außer dem lieben Geld.
Aber Flächen wären noch mehr als genug da, ohne in die Natur 
einzugreifen.

>> Schon deshalb muss ich sowieso einen Anschluss haben. Und der ist ja
>> auch nicht wirklich teuer.
>
> Mal sehen...

Laut Fabian €68 pro Jahr inkl. Versicherung
Vielleicht kann Fabian dazu auch noch schreiben, wie es sich aufteilt.

>> Weil ich dann deutlich abhängiger vom Ölpreis etc. bin.
>
> Womit heizt Du und wie viel kwh-Verbrauch hast Du dabei? Aber um das
> bisschen elektrische kwh sorgst Du Dich um die Abhängigkeit von Öl/Gas?

Ich sorge mich um jede Abhängigkeit und versuche die seo weit wie 
möglich zu verringern. Und am einfachsten geht das derzeit bei Strom.
"Das bißchen Strom" sind bei uns übrigens die Hälfte der Energiekosten.

>> Wenn ich mir hier die Windräder ansehe, dann erzeugt man im Moment ganz
>> enorme Mengen an Strom regenerativ.
>
> Subjektive Eindrücke spielen keine Rolle.

Stimmt, daher aktuelle Zahlen:
http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie

Zur Stunde sind wir bei etwa 30GW reiner Windenergie.

Übrigens ist die Windenergie in der dunklen Jahreszeit deutlich stärker 
vorhanden als im Sommer. Mein Eindruck trügt offenbar nicht.

>> Und: nur weil ich die anderen Primärenergieträger noch nicht ersetzen
>> kann, soll ich es beim Strom einfach auch lassen?
>
> Auf jeden Fall ist es Mist, die Dinge absichtlich getrennt zu
> betrachten, nur weil sonst die Milchmädchenrechnung in sich zusammen
> stürzt.

Warum? Ich weiss, was ich an Ausgaben für Strom habe und ich kann 
ermitteln, wieviel ich investieren muss und wann es sich amortisiert.

Das ist keine Milchmädchenrechnung sondern lohnt sich offenbar für 
Fabian. Und das schon, wenn der Strompreis nur als gleichbleibend 
angenommen wird.

Und ich möchte das hier für mich eruieren, zumal ich in Zukunft eben 
einen höheren gewerblichen Strombedarf haben werde.

> Bevor ich einen Lagespeicher aufstelle, werde ich Wärmetauscher an
> Stromaggregate anbauen. Ein Stromaggregat läuft auch nicht ständig. Das
> sollte es auch nicht, weil es nur unter Volllast effizient läuft. Dh,
> auch diesbezüglich ist tendenziell ein kleiner Akku sehr nützlich.

Ja, das wäre noch eine Möglichkeit. Man könnte im Winter per Aggregat 
"zufüttern".

Was kosten denn solche Hauskraftwerke? Wie sieht das mit weiteren Kosten 
(Wartung, Abgase, Schornsteinfeger? etc.) aus?

>> Wir sind jetzt von 2011 mit 4800kWh runter auf wohl unter 3000kWh dieses
>> Jahr. Und das, ohne uns vom Komfort her einzuschränken (das ist bei mir
>> Voraussetzung): alles nur durch messen und echtes Ausschalten von
>> Geräten (durch Steckerleisten/Funksteckdosen etc.).
>
> Bei mir geht mir das Stromsparen langsam auf die Nerven.

Deswegen schrieb ich das ja. Es muss so geschehen, dass das nicht 
merkbar einschränkt.

Man könnte vermutlich noch viel mehr sparen, aber das ginge dann auf 
Kosten des Komforts und wäre ein unverhältnismäßig hoher Aufwand.

Wichtig ist vor allem, wirklich an jedem Monatsersten abzulesen, um auch 
nachvollziehen zu können, ob eine Änderung wirklich etwas gebracht hat.

von Lars R. (lrs)


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Chris D. schrieb:
> Ich sorge mich um jede Abhängigkeit und versuche die seo weit wie
> möglich zu verringern. Und am einfachsten geht das derzeit bei Strom.
> "Das bißchen Strom" sind bei uns übrigens die Hälfte der Energiekosten.

Falls die Kosten der gesamten Infrastruktur und der Großkraftwerke nur 
noch auf den Dezember würden, so wäre der Strom noch teurer.

Ist wie mit dem Abwasser.

Wenn Du nun schon selbst feststellt, dass Dich die elektrisch bezogene 
kWh viel mehr kostet, als die kWh Wärme aus Öl/Gas, so wäre dies ein 
Grund mehr, langfristig die Stromerzeugung aus Öl/Gas in Erwägung zu 
ziehen.

>>> Wenn ich mir hier die Windräder ansehe, dann erzeugt man im Moment ganz
>>> enorme Mengen an Strom regenerativ.
>>
>> Subjektive Eindrücke spielen keine Rolle.
>
> Stimmt, daher aktuelle Zahlen:
> 
http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie
>
> Zur Stunde sind wir bei etwa 30GW reiner Windenergie.
>
> Übrigens ist die Windenergie in der dunklen Jahreszeit deutlich stärker
> vorhanden als im Sommer. Mein Eindruck trügt offenbar nicht.

Und ich als Mensch kann bei moderaten Umgebungstemperaturen auf dem 
Ergometer mehr Watt erzeugen als im Hochsommer. Das interessiert jedoch 
für den Primärenergiebedarf nicht. Soll man es deshalb erwähnen? 
Ja/nein, scheinbar ja.

>> Auf jeden Fall ist es Mist, die Dinge absichtlich getrennt zu
>> betrachten, nur weil sonst die Milchmädchenrechnung in sich zusammen
>> stürzt.
>
> Warum?

Weil Du Dich sowohl hinsichtlich Umweltschutz, als auch hinsichtlich 
Abhängigkeit auf den Strom konzentrierst, während bereits Du allein (von 
Industrie/Verkehr nicht zu reden) Wärme in einer anderen Größenordnung 
verbrauchst (und zwar im Winter). Diese Massenhypnose hat dazu geführt, 
dass es nicht zu der längst überfälligen Verbreitung einfacher, kleiner, 
günstiger BHKW kommt.
Beim Strom ist kein Aufwand zu groß für die Einsparung eines Tropfens Öl 
und bei allem anderen machen wir die Augen zu. Wohlwissend, dass es 
nicht ohne Importe geht.

> Ich weiss, was ich an Ausgaben für Strom habe und ich kann
> ermitteln, wieviel ich investieren muss und wann es sich amortisiert.

Das steht Dir immer frei und das habe ich auch nicht kritisiert. Ich 
habe kritisiert, dass der Akku hier als tolle Lösung angepriesen wird, 
während dies, so wie sich die Dinge entwickeln, langfristig eher der Weg 
in den Abgrund ist.


> Das ist keine Milchmädchenrechnung sondern lohnt sich offenbar für
> Fabian.

Fabian implizierte ursprünglich, soweit ich es verstanden habe, seine 
Kaufpreise für Ware aus abgebrannten Häusern als Preise für Neuware. 
Netterweise hat der das konkretisiert. Für den Individualfall alles gut 
und schön. Nur diese ständigen Verallgemeinerungen und 
Milchmädchenrechungen nerven.

Wo gibt es denn nun brauchbare Inverter mit 3,6kW für 650EUR? Ich bin 
der letzte, der sich über deren Verfügbarkeit beschweren würde?

> Und das schon, wenn der Strompreis nur als gleichbleibend
> angenommen wird.

Fabian macht bitte was er möchte. Ich kritisiere auch nicht persönlich, 
falls jemand das aktuelle System zu Lasten aller massiv ausnutzt. Nur, 
gleichzeitig als Gutmensch darstellen, Gebrauchtpreise als Neupreise 
darstellen und technologische Machbarkeit behaupten wo nichts ist, 
dagegen argumentiere ich.

> Und ich möchte das hier für mich eruieren, zumal ich in Zukunft eben
> einen höheren gewerblichen Strombedarf haben werde.

Ich sag nur: Am Ende ist Stromerzeugung aus Öl langfristig IMHO billiger 
als Investitionen in große Akkus. Denn am Ende muss im Winter ohnehin Öl 
verbrannt werden, egal ob Du Akkus im Keller hast oder nicht.

Letztlich auch Deine Sache, ob Du das prüfst oder ob das bei Dir möglich 
ist. Gegen PV sag ich auch nix und gegen Akkus zur Überbrückung auch 
nicht.


>> Bevor ich einen Lagespeicher aufstelle, werde ich Wärmetauscher an
>> Stromaggregate anbauen. Ein Stromaggregat läuft auch nicht ständig. Das
>> sollte es auch nicht, weil es nur unter Volllast effizient läuft. Dh,
>> auch diesbezüglich ist tendenziell ein kleiner Akku sehr nützlich.
>
> Ja, das wäre noch eine Möglichkeit. Man könnte im Winter per Aggregat
> "zufüttern".
>
> Was kosten denn solche Hauskraftwerke? Wie sieht das mit weiteren Kosten
> (Wartung, Abgase, Schornsteinfeger? etc.) aus?

Stichworte: MikroBHKW, MiniBHKW. Größenordung 1x.000EUR. Im Moment ist 
das noch teurer und die BHKWs sind absichtlich nicht auf maximale 
Stromerzeugung hin optimiert, wegen der Förderstrukturen in Deutschland.
Auch sind sie bisher nicht auf Kurzbetrieb optimiert, sondern eher auf 
Dauerbetrieb, so dass hohe Laufzeiten und Wartungskosten entstehen. Es 
fehlt u.a. der Akku.

Ein Stromaggregat beginnt bei ein paar Hundert Euro. Allerdings geht Dir 
die Wärme verloren.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Chris D. schrieb:
> Stimmt, daher aktuelle Zahlen:
> 
http://www.windjournal.de/erneuerbare-energie/aktuelle_einspeiseleistung_wind_und_solar_energie
>
> Zur Stunde sind wir bei etwa 30GW reiner Windenergie.

Noch besser und übersichtlicher ist übrigens dieser Link:

https://www.energy-charts.de/power_de.htm?source=conventional&week=50&year=2017

Nimmt man da bspw. heute 12:45, dann wurden dort 76,6GW an elektrischer 
Leistung bereitgestellt. Davon entfielen auf Photovoltaik 9,5GW, auf 
Wind 32,6GW und auf konventionelle Energie 34,4GW.

Mit anderen Worten: es wurden heute Mittag trotz Sauwetter und 
Totalbewölkung und kurz vor der Wintersonnenwende mehr als 55(!)% der 
elektrischen Energie hier in DE nur durch Wind und Sonne bereitgestellt. 
Wasser, Biogas etc. ist da noch nicht mal dabei.

Man kann also auch im Winter durchaus schon umweltschonend Strom 
zukaufen - und das wird sich in Zukunft ja noch weiter Richtung 
Erneuerbare verschieben.

Bei allen Fehlern, die bei der Energiewende gemacht wurden und werden 
(insb. bzgl. Speichertechniken, das haben wir ja schon in anderen 
Threads hinreichend diskutiert): erneuerbare Energien sind sicher keine 
Randerscheinung mehr.

von Lars R. (lrs)


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Chris D. schrieb:
> Man kann also auch im Winter durchaus schon umweltschonend Strom
> zukaufen - und das wird sich in Zukunft ja noch weiter Richtung
> Erneuerbare verschieben.

1. Das sind nur Momentaufnahmen

2. Relevant ist der Primärenergiebedarf.

3. Die Treibstoffkosten für fossil erzeugte elektrische Energie sind 
praktisch bei Null (in Relation zum Endpreis). Es gibt bei Strom aus dem 
Netz nichts mehr zu sparen durch mehr regenerative Energie.

4. Je mehr Erneuerbare in das Netz einspeisen, desto teurer wird der 
Endpreis pro bezogene kWh.

von Jan L. (ranzcopter)


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Chris D. schrieb:
> In Relation zum Primärenergiebedarf ist Solar
>> und Wind in Deutschland praktisch nicht vorhanden. Heute nicht und
>> zukünftig auch nicht.
>
> Es geht hier um den elektrischen Bereich im Haus. Und da kommt
> Photovoltaik inkl. Speicher offenbar in Bereiche, die das Konzept
> interessant werden lässt.
>
> Davon abgesehen: die Quote der Stromerzeugung vom Oktober fand ich schon
> beeindruckend. 48% kamen von "erneuerbaren Energieträgern".

stimmt - allerdings muss man da wohl genau aufpassen, welche Statistik 
was genau aussagt; die des Umweltbundesamtes nennt bei 
"Primärenergieverbrauch" für 2016 hingegen nur 12,6% Erneuerbare. Das 
ist erheblich mehr als "nicht vorhanden", aber doch irgendwie 
ernüchternd im Vergleich zum Anteil der Stromerzeugung...

von Jan L. (ranzcopter)


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Chris D. schrieb:
> Was ich mir gerade überlegt habe: Interessant für Leute mit einem
> entsprechend großen Grundstück wäre eventuell ein Energielagespeicher
> anstatt Batterien. Ich werde das mal durchrechnen.

schon erledigt; 0,5GWh wären für 43Mio zu haben ;-)
http://www.physik.uni-regensburg.de/forschung/rincke/Allgemeines/Lageenergiespeicher-Lehrertage-2013.pdf

Welche "Lage" im Garten würdest du denn in Energie umsetzen wollen 
(können)? Das Gartenhaus auf Hubzylinder setzen und hochkurbeln, oder 
den Gartenteich auf den Hausberg pumpen? :)

von Rolf B. (falker)


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Chris D. schrieb:
> Aber man muss eben nicht den Jahresvorrat im Akku speichern.
> Fabian schreibt doch, dass man zumindest die Grundlast (600W waren das
> bei ihm) durchaus noch ziehen kann.

Wann im Winter wenn es bewölkt ist und sogar noch Schnee auf der Platten 
liegt. Keine Chance. Besitze eine Anlage mit peak 2,8kW und einen 
Speicher mit 10kWh mit Lifepo4 Zellen aber ab ca. Mitte Oktober bis ca. 
März ist der Ertrag nicht mal 1/100 der Sommermonate. Was nützt es im 
Sommer Energie im Überfluß zu erzeugen den man eigentlich im Winter 
gebrauchen könnte.
z. Z. Einspeisevergütung bei derzeitiger Neuanschaffung ev. 8ct/kWh.

Soviel zu meinen Erfahrungen.

btw. ich habe für die 10kWh Lifepo4 nichts bezahlen müssen.

Kaufen ist m.E irrelevant

Gruß falker

Beitrag #5242510 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Holm T. (Gast)


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Lars R. schrieb:
[..]
>> Was kosten denn solche Hauskraftwerke? Wie sieht das mit weiteren Kosten
>> (Wartung, Abgase, Schornsteinfeger? etc.) aus?
>
> Stichworte: MikroBHKW, MiniBHKW. Größenordung 1x.000EUR. Im Moment ist
> das noch teurer und die BHKWs sind absichtlich nicht auf maximale
> Stromerzeugung hin optimiert, wegen der Förderstrukturen in Deutschland.
> Auch sind sie bisher nicht auf Kurzbetrieb optimiert, sondern eher auf
> Dauerbetrieb, so dass hohe Laufzeiten und Wartungskosten entstehen. Es
> fehlt u.a. der Akku.
>
> Ein Stromaggregat beginnt bei ein paar Hundert Euro. Allerdings geht Dir
> die Wärme verloren.

Das Problem ist wohl das man erst mal welche finden muß die halten was 
sie versprechen. Hier im Ort gibts ein Hotel, die hatten 2 Stück 
Propangas betriebene Dachse angeschafft.
Ich habe neulich mal gefragt was die Dinger machen...die sind aus. Es 
müßte eine Wartung durchgeführt werden, aber der Wartungstyp kommt 
einfach nicht.
Ich habe mich gewundert..kann doch nicht sein..und habe gesagt ich 
kümmere mich mal. Ergebnis: das ist mit Nichten ein Einzelfall. Die 
Kisten erleben ihre Propagierte Lebensdauer offensichtlich nie, die 
Kosten für die Wartung explodieren und die Wartungsfirmen kommen einfach 
nicht mehr..scheint System zu haben..

Nix gegen einen alten großen Diesel Notstromer mit Pflanzenöl als BHKW, 
aber gegen Biodiesel hatte da ja irgendjemand was..deswegen die 
Mineralölsteuer.
Jede Wette das diese Art Bremse bei PV auch noch gezogen wird, geht ja 
nicht an das man Strom billig selber macht...nicht in diesem Land!

Gruß,

Holm

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Lars R. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Man kann also auch im Winter durchaus schon umweltschonend Strom
>> zukaufen - und das wird sich in Zukunft ja noch weiter Richtung
>> Erneuerbare verschieben.
>
> 1. Das sind nur Momentaufnahmen

Richtig - man muss sich nur die kontinuierlich steigende Quote 
Regenerativer über die Jahre ansehen. Selbst durchschnittlich liegen wir 
jetzt schon bei 40%. Tendenz: steigend, in den letzten beiden Jahren 
sogar beschleunigt.

> 2. Relevant ist der Primärenergiebedarf.

Auch dort zählt Strom dazu.
Und wenn ich nur meine Stromerzeugung umstellen möchte, dann ist der 
Primärenergiebedarf mir persönlich sogar egal. Für mich zählt nur: lohnt 
es sich, oder nicht? Dazu möchte ich hier Informationen sammeln.

> 3. Die Treibstoffkosten für fossil erzeugte elektrische Energie sind
> praktisch bei Null (in Relation zum Endpreis).

Hast Du dazu eine Quelle?

> 4. Je mehr Erneuerbare in das Netz einspeisen, desto teurer wird der
> Endpreis pro bezogene kWh.

Das kann nicht stimmen, wie man an der sogar leicht gefallenen 
Ökostrom-Umlage für 2018 sehen kann. Obwohl deutlich mehr neue Anlagen 
installiert wurden.

Neue Windkraftbetreiber erhalten nach fünf Jahren nur noch 4,5ct/kWh - 
und trotzdem lohnt es sich offenbar. Und das heisst auch, dass die 
Erzeugungskosten pro kWh nochmal deutlich darunter liegen werden. 
Regenerative Energie aus Sonne und insbesondere aus Wind ist offenbar 
mittlerweile durchaus konkurrenzfähig.

Rolf B. schrieb:
> Wann im Winter wenn es bewölkt ist und sogar noch Schnee auf der Platten
> liegt. Keine Chance. Besitze eine Anlage mit peak 2,8kW und einen
> Speicher mit 10kWh mit Lifepo4 Zellen aber ab ca. Mitte Oktober bis ca.
> März ist der Ertrag nicht mal 1/100 der Sommermonate. Was nützt es im
> Sommer Energie im Überfluß zu erzeugen den man eigentlich im Winter
> gebrauchen könnte.
> z. Z. Einspeisevergütung bei derzeitiger Neuanschaffung ev. 8ct/kWh.
>
> Soviel zu meinen Erfahrungen.

Noch jemand mit Erfahrungen, sehr gut :-)
Dazu hätte ich noch einige Fragen:

Wie groß ist Deine PV-Fläche?
Wann wurde sie installiert?
Welchen durchschnittlichen Jahresertrag an Energie hast Du daraus bisher 
erhalten?

Besten Dank für eine Antwort.

: Bearbeitet durch Moderator
von Lars R. (lrs)


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Chris D. schrieb:
> Lars R. schrieb:
>> Chris D. schrieb:
>>> Man kann also auch im Winter durchaus schon umweltschonend Strom
>>> zukaufen - und das wird sich in Zukunft ja noch weiter Richtung
>>> Erneuerbare verschieben.
>>
>> 1. Das sind nur Momentaufnahmen
>
> Richtig - man muss sich nur die kontinuierlich steigende Quote
> Regenerativer über die Jahre ansehen. Selbst durchschnittlich liegen wir
> jetzt schon bei 40%. Tendenz: steigend, in den letzten beiden Jahren
> sogar beschleunigt.

Oben habe ich schon dazu geschrieben.


>> 2. Relevant ist der Primärenergiebedarf.
>
> Auch dort zählt Strom dazu.
> Und wenn ich nur meine Stromerzeugung umstellen möchte, dann ist der
> Primärenergiebedarf mir persönlich sogar egal. Für mich zählt nur: lohnt
> es sich, oder nicht? Dazu möchte ich hier Informationen sammeln.

Du hast doch angefangen von Windrädern, wie toll, dass die sich 
drehen... und von Solar auf anderen Dächern, usw. (siehe erstens) Darauf 
habe ich eben geantwortet. Mit Deiner persönlichen Kalkulation hat das 
nicht unmittelbar zu tun.

>> 3. Die Treibstoffkosten für fossil erzeugte elektrische Energie sind
>> praktisch bei Null (in Relation zum Endpreis).
>
> Hast Du dazu eine Quelle?

An anderer Stelle hatte ich es vor einiger Zeit bereits geschrieben. 
Bevor ich es wieder detailliert anführe, hast Du keine Stromrechnung, 
auf der das drauf steht:
Mehrwertsteuer, Netznutzung, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, 
Netzabrechnung, Messdienstleistung, Messstellenebetrieb, Umlagen (KWKG, 
StromNEV, AbLaV), Offshore-Haftungsumlage.

Weiterhin hat Dein Stromanbieter auch noch Ausgaben.

Dann können wir schauen, wie viele Kosten des Kraftwerks 
Treibstoffkosten sind.

Kraftwerke werden sogar an der Stromrechnung vorbei staatlich gestützt, 
weil es nicht mehr anders geht.

Hast Du vielleicht schon einmal davon gehört, dass die Handelspreise für 
Strom niedrig, manchmal sogar negativ sind? Wie viel Treibstoffkosten 
sind wohl im Endverbraucherpreis enthalten, wenn der Handelspreis 
bereits negativ ist? ;)


>> 4. Je mehr Erneuerbare in das Netz einspeisen, desto teurer wird der
>> Endpreis pro bezogene kWh.
>
> Das kann nicht stimmen, wie man an der sogar leicht gefallenen
> Ökostrom-Umlage für 2018 sehen kann. Obwohl deutlich mehr neue Anlagen
> installiert wurden.

Nochmal: Die Treibstoffkosten sind praktisch Null. Das heißt, der Strom 
wird nicht billiger dadurch, dass mehr Kraftwerke ohne Treibstoffkosten 
online gehen, denn dieser Anteil ist doch bereits null.

Teurer wird der Strom unter anderem wegen der bevorzugten Einspeisung 
(es gibt weitere Gründe). Die staatlich gestützten Kraftwerke werden 
teurer pro kwh, wenn sie weniger kwh verkaufen können. Ggf trägt diese 
Kosten der Staat direkt.
Weiterhin nehmen die Kosten für Netznutzung zu. Dies ist bereits der 
größte Posten.

Schau Dir Deine Stromrechnung an.


> Neue Windkraftbetreiber erhalten nach fünf Jahren nur noch 4,5ct/kWh -
> und trotzdem lohnt es sich offenbar. Und das heisst auch, dass die
> Erzeugungskosten pro kWh nochmal deutlich darunter liegen werden.
> Regenerative Energie aus Sonne und insbesondere aus Wind ist offenbar
> mittlerweile durchaus konkurrenzfähig.

Nachts bei Windstille sehr konkurrenzfähig. Freilich, kann man so 
bezeichnen.

Chris D. schrieb:
> Rolf B. schrieb:
>> Soviel zu meinen Erfahrungen.
>
> Dazu hätte ich noch einige Fragen: [...]

Ausrichtung, ggf. Beschattung ist wichtig.
Ebenfalls von Sonnenstunden vor Ort abhängig, Berg/Tal,...
Es gibt Rechner im Netz dazu.

: Bearbeitet durch User
von Lars R. (lrs)


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Das Ganze nimmt hat auch einen perversen Touch: Je mehr PV-Anlagen es 
gibt, desto teurer wird der Strom. Je teurer der Strom wird, desto mehr 
kaufen sich eine PV-Anlage. Und es lohnt sich auch immer öfter, 
schließlich wird der Strom immer teurer.
Die Einsparung, die der PV-Käufer rechnerisch! macht, zahlen eben 
diejenigen ohne PV-Anlage. So gesehen bezahlen diejenigen ohne PV-Anlage 
dem PV-Käufer auch die PV-Anlage.
Irgendwoher muss der Strom nun einmal auch im Winter kommen.

Zusätzliche Einspeisevergütung brauchen wir nicht mehr anschauen, obiges 
System läuft inzwischen fast ohne ganz gut.

Selbst wenn wir es tatsächlich schaffen sollten die Reservekraftwerke 
überflüssig zu machen, was ich nicht glaube:
Dann leiten wir bei Bedarf jede einzelne kwh kreuz und quer von 
Flensburg nach München und umgedreht. Zusätzlich wird elektrisch 
gespeichert. ENORME Kosten durch dieses Netz und die ganzen Speicher. 
Denn schließlich wollen ja erstmal den Strom vom Öl weg bringen.
Und dann freuen wir uns bei 60...100 Cent/kwh (insbesondere diejenigen 
ohne PV), dass wir die paar elektrischen kwh regenerativ erzeugen, 
während im Keller der Öl- oder Gaskessel die khw Wärme zu zehntausenden 
produziert.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Lars R. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Lars R. schrieb:
>>> Chris D. schrieb:
>>>> Man kann also auch im Winter durchaus schon umweltschonend Strom
>>>> zukaufen - und das wird sich in Zukunft ja noch weiter Richtung
>>>> Erneuerbare verschieben.
>>>
>>> 1. Das sind nur Momentaufnahmen
>>
>> Richtig - man muss sich nur die kontinuierlich steigende Quote
>> Regenerativer über die Jahre ansehen. Selbst durchschnittlich liegen wir
>> jetzt schon bei 40%. Tendenz: steigend, in den letzten beiden Jahren
>> sogar beschleunigt.
>
> Oben habe ich schon dazu geschrieben.
>
>
>>> 2. Relevant ist der Primärenergiebedarf.
>>
>> Auch dort zählt Strom dazu.
>> Und wenn ich nur meine Stromerzeugung umstellen möchte, dann ist der
>> Primärenergiebedarf mir persönlich sogar egal. Für mich zählt nur: lohnt
>> es sich, oder nicht? Dazu möchte ich hier Informationen sammeln.
>
> Du hast doch angefangen von Windrädern, wie toll, dass die sich
> drehen...

Das bezog sich nur auf Deine Aussage:

Lars R. schrieb:
> Und zwar eine elektrische Energie, die bei uns im Winter auch nicht
> regenerativ erzeugt wird.

Ich habe da nur anhand aktueller Daten dargelegt, dass das auch für den 
Winter nicht stimmt und sich in Zukunft noch weiter Richtung regenerativ 
verschieben wird.

> An anderer Stelle hatte ich es vor einiger Zeit bereits geschrieben.
> Bevor ich es wieder detailliert anführe, hast Du keine Stromrechnung,
> auf der das drauf steht:
> Mehrwertsteuer, Netznutzung, Stromsteuer, Konzessionsabgabe,
> Netzabrechnung, Messdienstleistung, Messstellenebetrieb, Umlagen (KWKG,
> StromNEV, AbLaV), Offshore-Haftungsumlage.
>
> Weiterhin hat Dein Stromanbieter auch noch Ausgaben.
>
> Dann können wir schauen, wie viele Kosten des Kraftwerks
> Treibstoffkosten sind.

Ah, ok, dann habe ich Dich missverstanden.
Du meinst das allgemein - ich muss aber nur für mich rechnen.

Die ganzen Posten fallen für mich ja zum Großteil weg, wenn ich meine 
elektrische Energie selbst erzeuge. Der reine Zähleranschluss ist nicht 
wirklich teuer und die Posten werden fast nur für aus dem Netz bezogenen 
Strom fällig.

Und wenn ich nur für mich kalkuliere, dann sind die Treibstoffkosten 
eines Generators im Haus bei der Stromerzeugung eben doch erheblich. Ich 
bezweifele, dass ich mit so einem heimischen Blockheizkraftwerk inkl. 
Wartung etc. usw. günstiger Strom produzieren kann als mit PV und Akkus.

Dazu käme noch die finanzielle Kalkulierbarkeit. Für eine PV inkl. Akku 
habe ich jetzt einmal die Ausgabe und dann kalkulierbare Folgekosten 
über viele Jahre. Ich weiss aber im Gegenzug nicht, wie hoch der Ölpreis 
nächstes Jahr, geschweige denn in zwanzig Jahren ist. Immer noch $60, 
oder vielleicht doch wieder $150?

> Kraftwerke werden sogar an der Stromrechnung vorbei staatlich gestützt,
> weil es nicht mehr anders geht.

Der Staat hat die Kraftwerkstechnik seit je her subventioniert - finde 
ich auch in Ordnung. Energiesicherheit ist mMn eine der zentralen 
Aufgaben des Staates. Und wenn die alten Dinger jetzt noch benötigt 
werden, aber unrentabel sind, dann muss man diese stützen. In einer Zeit 
der Umstellung hat man solche Kosten.

> Hast Du vielleicht schon einmal davon gehört, dass die Handelspreise für
> Strom niedrig, manchmal sogar negativ sind? Wie viel Treibstoffkosten
> sind wohl im Endverbraucherpreis enthalten, wenn der Handelspreis
> bereits negativ ist? ;)

Das hängt natürlich mit der schlechten Speicherbarkeit zusammen.
Aber das will ich hier nicht nochmal aufdröseln - da gab und gibt es in 
der Politik erhebliche Versäumnisse.

>>> 4. Je mehr Erneuerbare in das Netz einspeisen, desto teurer wird der
>>> Endpreis pro bezogene kWh.
>>
>> Das kann nicht stimmen, wie man an der sogar leicht gefallenen
>> Ökostrom-Umlage für 2018 sehen kann. Obwohl deutlich mehr neue Anlagen
>> installiert wurden.
>
> Nochmal: Die Treibstoffkosten sind praktisch Null. Das heißt, der Strom
> wird nicht billiger dadurch, dass mehr Kraftwerke ohne Treibstoffkosten
> online gehen, denn dieser Anteil ist doch bereits null.

Aber er wird auch nicht mehr wirklich teurer durch die Erneuerbaren. 
Längerfristig werden die Förderungen auslaufen.

> Teurer wird der Strom unter anderem wegen der bevorzugten Einspeisung
> (es gibt weitere Gründe). Die staatlich gestützten Kraftwerke werden
> teurer pro kwh, wenn sie weniger kwh verkaufen können. Ggf trägt diese
> Kosten der Staat direkt.
> Weiterhin nehmen die Kosten für Netznutzung zu. Dies ist bereits der
> größte Posten.

Natürlich wird man die alten, schwerfälligen Kraftwerkstypen ersetzen 
müssen. Wird ja auch schon gemacht, bspw. durch Gaskraftwerke, die 
schnell aktiviert werden können. Und die Wettervorhersagen sind 
mittlerweile auch recht gut, so dass man sich durchaus darauf einstellen 
kann.

>> Neue Windkraftbetreiber erhalten nach fünf Jahren nur noch 4,5ct/kWh -
>> und trotzdem lohnt es sich offenbar. Und das heisst auch, dass die
>> Erzeugungskosten pro kWh nochmal deutlich darunter liegen werden.
>> Regenerative Energie aus Sonne und insbesondere aus Wind ist offenbar
>> mittlerweile durchaus konkurrenzfähig.
>
> Nachts bei Windstille sehr konkurrenzfähig. Freilich, kann man so
> bezeichnen.

Solche Szenarien kann man durch Gaskraftwerke recht gut abfangen.

Und man müsste natürlich langsam mal in neue Speichertechnologien 
investieren. Ganz klar ein Politikversäumnis. Auch im Jahr 2000 wusste 
man sicherlich, dass es nachts auch mal windstill ist.

Es bleibt aber trotzdem die Tatsache, dass im Jahresmittel mittlerweile 
40% mit steigender Tendenz regenerativ erzeugt werden.

Kernkraftwerke mit ihren nicht abzuschätzenden Folgekosten (Abbau, 
Endlagerung, Restrisiko) können jedenfalls nicht die Lösung für eine 
Zukunft sein.

> Chris D. schrieb:
>> Rolf B. schrieb:
>>> Soviel zu meinen Erfahrungen.
>>
>> Dazu hätte ich noch einige Fragen: [...]
>
> Ausrichtung, ggf. Beschattung ist wichtig.
> Es gibt Rechner im Netz dazu.

Schon klar, mich interessieren aber reale Erfahrungen.

von Lars R. (lrs)


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...Und dann...dann kommen die nächsten und sagen: Jo, das Netz in 
Deutschland ist toll, das brauchen wir in dieser Qualität flächendeckend 
und feinmaschig in ganz Europa, um überall jede khw einzusammeln. Dann 
reicht's VIELLEICHT auch für mehr als nur den Strom. Wer darf's 
bezahlen?

Chris D. schrieb:
> Lars R. schrieb:
>> Und zwar eine elektrische Energie, die bei uns im Winter auch nicht
>> regenerativ erzeugt wird.
>
> Ich habe da nur anhand aktueller Daten dargelegt, dass das auch für den
> Winter nicht stimmt und sich in Zukunft noch weiter Richtung regenerativ
> verschieben wird.

40% Solar+ Wind waren es das letzte Mal, als ich geschaut hatte, nicht. 
Jemand anders hatte Dich hier bereits korrigiert...

> Ah, ok, dann habe ich Dich missverstanden.
> Du meinst das allgemein - ich muss aber nur für mich rechnen.

Kaum verständlich. Selbstverständlich hast Du mit PV keine 
Treibstoffkosten.

> Der reine Zähleranschluss ist nicht
> wirklich teuer

Abwarten.

> und die Posten werden fast nur für aus dem Netz bezogenen
> Strom fällig.

Vorläufig. Die Frage ist natürlich, ob zukünftig unter bestimmten 
Umständen auch Netznutzung auf selbst erzeugten und selbst verbrauchten 
Strom anfallen wird. Bei Steuern ist das teilweise bereits der Fall.
Wie Holm schon schrieb, wenn sich fast jeder PV kauft, dann brauch es 
einen "neuen" Mechanismus.


> Und wenn ich nur für mich kalkuliere, dann sind die Treibstoffkosten
> eines Generators im Haus bei der Stromerzeugung eben doch erheblich. Ich
> bezweifele, dass ich mit so einem heimischen Blockheizkraftwerk inkl.
> Wartung etc. usw. günstiger Strom produzieren kann als mit PV und Akkus.

Eine günstigste Variante ist PV+Stromanschluss. PV verbrauchen und 
Einspeisen im Sommer. Im Winter beziehen. Gesamtwirtschaftlich schlimm, 
individuell gut.

> Dazu käme noch die finanzielle Kalkulierbarkeit. Für eine PV inkl. Akku
> habe ich jetzt einmal die Ausgabe und dann kalkulierbare Folgekosten
> über viele Jahre. Ich weiss aber im Gegenzug nicht, wie hoch der Ölpreis
> nächstes Jahr, geschweige denn in zwanzig Jahren ist. Immer noch $60,
> oder vielleicht doch wieder $150?

Fängst Du wieder an mit dem Ölpreis? Wenn ich jetzt wieder darauf 
antworte, dann schreibst Du, betrifft Dich nicht oder "Wärme und 
elektrisch muss man einzeln betrachten".

>> Kraftwerke werden sogar an der Stromrechnung vorbei staatlich gestützt,
>> weil es nicht mehr anders geht.
>
> Der Staat hat die Kraftwerkstechnik seit je her subventioniert - finde
> ich auch in Ordnung.

Die Kraftwerke wollen vom Netz und der Staat lässt sie nicht. Das ist 
nicht seit je her so.

> Energiesicherheit ist mMn eine der zentralen
> Aufgaben des Staates. Und wenn die alten Dinger jetzt noch benötigt
> werden, aber unrentabel sind, dann muss man diese stützen.

Hat mit dem Alter nichts zu tun.

> Das hängt natürlich mit der schlechten Speicherbarkeit zusammen.
> Aber das will ich hier nicht nochmal aufdröseln - da gab und gibt es in
> der Politik erhebliche Versäumnisse.

Es gibt keine Speicher und Speicher werden auch nicht von der Politik 
entwickelt. Die behaupten nur, man könne plötzlich welche haben mit ganz 
wunderbaren Eigenschaften.

>>>> 4. Je mehr Erneuerbare in das Netz einspeisen, desto teurer wird der
>>>> Endpreis pro bezogene kWh.
>>>
>>> Das kann nicht stimmen, wie man an der sogar leicht gefallenen
>>> Ökostrom-Umlage für 2018 sehen kann. Obwohl deutlich mehr neue Anlagen
>>> installiert wurden.
>>
>> Nochmal: Die Treibstoffkosten sind praktisch Null. Das heißt, der Strom
>> wird nicht billiger dadurch, dass mehr Kraftwerke ohne Treibstoffkosten
>> online gehen, denn dieser Anteil ist doch bereits null.
>
> Aber er wird auch nicht mehr wirklich teurer durch die Erneuerbaren.
> Längerfristig werden die Förderungen auslaufen.

Doch, weil die Reservekraftwerke immer unrentabler werden und die 
Netzkosten immer weiter zu nehmen.


>> Teurer wird der Strom unter anderem wegen der bevorzugten Einspeisung
>> (es gibt weitere Gründe). Die staatlich gestützten Kraftwerke werden
>> teurer pro kwh, wenn sie weniger kwh verkaufen können. Ggf trägt diese
>> Kosten der Staat direkt.
>> Weiterhin nehmen die Kosten für Netznutzung zu. Dies ist bereits der
>> größte Posten.
>
> Natürlich wird man die alten, schwerfälligen Kraftwerkstypen ersetzen
> müssen. Wird ja auch schon gemacht, bspw. durch Gaskraftwerke, die
> schnell aktiviert werden können.

Es geht doch nicht um die Anlaufzeiten. Selbst neueste Gaskraftwerke 
laufen nicht rentabel. "Deaktiviert" (Still stehend) sind die Kosten 
nicht Null.

>> Chris D. schrieb:
>>> Rolf B. schrieb:
>>>> Soviel zu meinen Erfahrungen.
>>>
>>> Dazu hätte ich noch einige Fragen: [...]
>>
>> Ausrichtung, ggf. Beschattung ist wichtig.
>> Es gibt Rechner im Netz dazu.
>
> Schon klar, mich interessieren aber reale Erfahrungen.

Ohne Ausrichtung und durchschnittliche Sonnenstunden pro Jahr (Ort) kann 
man von einer Erfahrungsäußerung nicht auf den eigenen Nutzen schließen.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Lars R. schrieb:
>> Dazu käme noch die finanzielle Kalkulierbarkeit. Für eine PV inkl. Akku
>> habe ich jetzt einmal die Ausgabe und dann kalkulierbare Folgekosten
>> über viele Jahre. Ich weiss aber im Gegenzug nicht, wie hoch der Ölpreis
>> nächstes Jahr, geschweige denn in zwanzig Jahren ist. Immer noch $60,
>> oder vielleicht doch wieder $150?
>
> Fängst Du wieder an mit dem Ölpreis? Wenn ich jetzt wieder darauf
> antworte, dann schreibst Du, betrifft Dich nicht oder "Wärme und
> elektrisch muss man einzeln betrachten".

Je unabhängiger ich vom Öl-/Gaspreis bin, desto weniger trifft mich eine 
Verteuerung.

Mit einem BHK träfe mich ein Ölpreisanstieg quasi doppelt.

Und da hätte ich dasselbe Problem wie mit der PV - nur eben im Sommer. 
Ich habe ja hier unsere Zahlen zum monatlichen Gasverbrauch über 
mittlerweile 7 Jahre. Der ist in den Sommermonaten quasi nichtexistent. 
Das bißchen Duschwasser kann man offenbar vergessen.

Ideal wäre wohl eine Kombination aus PV und BHK - aber das dürfte den 
Investitiosrahmen sprengen.

>> Das hängt natürlich mit der schlechten Speicherbarkeit zusammen.
>> Aber das will ich hier nicht nochmal aufdröseln - da gab und gibt es in
>> der Politik erhebliche Versäumnisse.

> Es gibt keine Speicher und Speicher werden auch nicht von der Politik
> entwickelt. Die behaupten nur, man könne plötzlich welche haben mit ganz
> wunderbaren Eigenschaften.

Die Politik könnte aber endlich die entsprechenden Rahmenbedingungen 
setzen (ähnlich wie bei Regenerativen), damit es sich für private 
Betreiber lohnt, solche Speichertechnologien zu entwickeln. Ideen dazu 
gibt es ja - man muss nur endlich mal anfangen.

> Es geht doch nicht um die Anlaufzeiten. Selbst neueste Gaskraftwerke
> laufen nicht rentabel. "Deaktiviert" (Still stehend) sind die Kosten
> nicht Null.

Richtig. Umso wichtiger sind Speichertechnologien. Das gilt ja nicht nur 
für mein Haus :-)

von Lars R. (lrs)


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Chris D. schrieb:
> Ideal wäre wohl eine Kombination aus PV und BHK - aber das dürfte den
> Investitiosrahmen sprengen.

Das mag aktuell so sein, insbesondere für käuflich Erwerbbares. 
Bezüglich Deiner individuellen Kalkulation sage ich nur (schon die ganze 
Zeit), kaufe Dir nicht absichtlich einen (zu) großen Akku. Versuche so 
viel wie möglich ohne Akku zu realisieren und den Verbrauch an PV 
anzupassen. An eventuellen (praktischen, selbst realisierbaren und 
gleichzeitig günstigen) Lösungen bin ich schon lang auch selbst 
interessiert (Steuerung von Kühlschränken, intelligente Steckdose der 
Waschmaschine, usw, niedriger Standby-Verbrauch der Elektronik, ggf über 
ein abgesichertes Funk-Protokoll,...)

>>> Das hängt natürlich mit der schlechten Speicherbarkeit zusammen.
>>> Aber das will ich hier nicht nochmal aufdröseln - da gab und gibt es in
>>> der Politik erhebliche Versäumnisse.
>
>> Es gibt keine Speicher und Speicher werden auch nicht von der Politik
>> entwickelt. Die behaupten nur, man könne plötzlich welche haben mit ganz
>> wunderbaren Eigenschaften.
>
> Die Politik könnte aber endlich die entsprechenden Rahmenbedingungen
> setzen (ähnlich wie bei Regenerativen), damit es sich für private
> Betreiber lohnt, solche Speichertechnologien zu entwickeln.

Wie Holm und ich schon schrieben. Es ist nicht gewollt, dass Du wirklich 
unabhängig wirst.


> Richtig. Umso wichtiger sind Speichertechnologien. Das gilt ja nicht nur
> für mein Haus :-)

Wie ich oben schon schrieb. Technologisch sinnvoll als Speicher ist Öl, 
nicht Akku. Akku ist für kurzfristige Überbrückung gut.

: Bearbeitet durch User
von Rolf B. (falker)


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Lars R. schrieb:
>>> Chris D. schrieb:
>>>> Rolf B. schrieb:
>>>>> Soviel zu meinen Erfahrungen.
>>>>
>>>> Dazu hätte ich noch einige Fragen: [...]

Standort nahe München Nord 480m ü.n.0
Ausrichtung 10° West
Dachneigung 28°
durschschnittliche Jahreserzeugung 2000kWh in den letzten 6 Jahren.

Besser ist mein Ertrag für die Brauchwassererwärmung des EFH mit 11m²
Solarfläche. selbst im Winter bei -15° Aussentemperatur lassen sich
500l. Wasser von 9° auf ca. 35° erwärmen. Sonnenschein vorausgesetzt!

solong

PS: habe den Jahresverbrauch an Energie von 28000kWh in etwa halbiert.

: Bearbeitet durch User
von Fabian F. (fabian_f55)


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Irgendwo wurde es mal gefragt. Unsere Solar-Haftpflicht kostet 45€/Jahr 
und ist Teil der Wohngebäudeversicherung. Der Rest ist die Differenz aus 
unserem alten Zähler zu dem neuen Bi-direktionalen Zähler.

Zu der Selbstentladung der Batterie kann ich nichts sagen. Das 
Datenblatt sagt nichts dazu.
Auch das Nachfolgemodell LG Chem RESU10 sagt nix dazu.
Nachdem der Strom aber eigentlich nie länger als 3-4 Tage gespeichert 
wird wären die 1%/Monat die hier mal im Raum standen irrelevant.

Der Strom wird nie >1€/kWh kosten. Ein Kraftwerk hat fix-kosten und 
Verbrauchskosten.
Bei dem Franken II Kohlekraftwerk, wo ich mal auf Besichtigung war, 
hatte erwähnt, dass die Kosten je kWh für die Produktion ca. wie folgt 
aufteilen:
40% Brennstoff, 40% Abschreibung, 20% Betrieb.
Wenn also ein Kraftwerk 70% weniger Output hat, weil es z.B. von 
April-Oktober nicht benötigt wird, sind  die Betriebskosten ca 30%-35% 
niedriger, teilen sich aber auf nur 30% der kWh auf.
Ein Gaskraftwerk produziert Strom für rund 0,05€/kWh bei Vollast. Bei 70 
Passivzeit wären es dann 0,12€/kWH. Nachdem EEG, Netzentgeld und 
Stromsteuer aber gleich bleiben würde dann die "Winter"-kWh so um die 
0,35€-0,45€ kosten.
Monate im Jahr CO2-neutral unterwegs zu sein ist allemal besser als 0 
Monate.

BHKWs sind zwar eine feine Sache, aber den Strombedarf decken tun die 
bei weitem nicht. Zum einen hätte ich auch gerne im Sommer Strom, zum 
anderen haben Niedrigenergiehäuser zu wenig Heizbedarf in Relation zum 
Strombedarf.
Unsere Wohnung hat z.B. einen Wärmebedarf von ca. 6000kWh/Jahr. 
Zusätzlich ca. 2500kWh für Warmwasser. Beides brauchen wir überwiegend 
im Winter. Ein BHKW hat einen El. Wirkungsgrad von ca. 30%. Unser BHKW 
würde also 2550kWh Strom produzieren, also nur rund die hälfte unseres 
tatsächlichen Bedarfs.
An sich würden BHKWs sich hervorragend mit Solar ergänzen und wir hätten 
auch gerne eine BHKW gehabt, aber räumlich was das in unserem Haus nicht 
machbar.

von Lars R. (lrs)


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Der mit Abstand größte Posten auf meiner Stromrechnung ist die 
Netznutzung. Tendenz zunehmend. Dann kommt die Mehrwertsteuer (für 
Privatpersonen), usw.
Bereits jetzt kostet die kWh>25Cent und das wird nicht besser werden.

Ob und wann die kWh >1 Eur kostet, weiß ich auch nicht. Es jedoch 
prinzipiell auszuschließen, halte ich angesichts der Entwicklung für 
gewagt. Jedenfalls hat der kWh-Endpreis für elektrische Energie in der 
Praxis schon lang nichts mehr mit dem Ölpreis zu tun.

Sinnhaftigkeit des BHKW hängt von Wohnort und Gegebenheiten ab. Wer zum 
Beispiel noch viel mit Holz heizt oder eine neue Heizung hat und 
zufrieden ist, der braucht eventuell nicht zusätzlich ein BHKW.

Unabhängig davon kannst Du beim BHKW kannst Du die Wärme auch weg 
werfen. Das Gaskraftwerk und das elektrische Netz hat auch Verluste. 
Weiterhin nutzt Du beim BHKW den günstigen Treibstoff, insofern es sich 
der Gesetzgeber nicht mal wieder kurzfristig anders überlegt (leider 
keine Rechtssicherheit in D). Weiterhin sparst Du mit BHKW eventuell 
andere Investionen. Irgendwas mit großem Akku lohnt sich dann nicht 
mehr. Vielleicht lohnt sich je nach Standort sogar PV nicht mehr.

Daher ist Wegwerfen von Wärme beim BHKW eher unkritisch. Kritisch sind 
beim BHKW aktuell, wie Holm schon schrieb, die Kosten für Anschaffung 
und Wartung/Unterhaltung.

In anderen Threads wurde das bereits besprochen. Ein Ergebnis der 
Diskussionen war, dass ein PKW-Motor zwischen zwei Wartungen relativ 
kurze Laufzeiten hat, zumindest im Vergleich zu einer aktuellen Heizung.

Das Problem ist also, dass die BHKW entsprechend der aktuellen Mode, zu 
klein dimensioniert sind, um, wie bei anderen aktuellen Heizungen auch, 
die Standzeiten und "Auskühlverluste" zu minimieren und die Effizienz zu 
erhöhen. Außerdem ist alles viel zu sehr "integriert".

Liefe ein BHKW jedoch eher kurz und hätte Akkus sowie größere 
(Kessel-)Wassermengen zu bedienen, so sollte auch Laufzeitbedingter 
Verschleiß reduziert sein. Ein ganzer Dacia kostet neu 8.000 Euro...

: Bearbeitet durch User
von Holm T. (Gast)


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Nochmal zu Speichern:
Ich hatte gepostet das der, der glaubt das in einer LiFePo Zelle nach 
einem Jahr noch 80% der geladenen Kapazität stecken, der glaubt meiner 
Meinung nach auch an das Ding mit den Zitronenfaltern oder Bauleitern.
Egal was in Wikipedia steht, kennt hier Jemand einen Laptopakku den man 
voll geladen ein Jahr liegen lassen kann und der dann noch 80% der 
Kapazität hat?
Ich nicht, das will ich unbedingt mal sehen!

Die Meinung war wohl nicht opportun: Beitrag wurde gelöscht..

Was gibts noch für Speicher? Pumpspeicherwerke sind wohl das, das 
momentan die höchsten Energiemengen puffern kann, leider nicht endlos 
baubar und die Umweltnazis setzen auch schon mal 3 Frösche aus um den 
Bau zu verhindern oder mittels Justiz jahrelang zu verzögern (wurde in 
der Vergangenheit schon zugegeben, Hufeisennasen kommen auch gut in 
Frage).

Also keine Pumpspeicher.

"Lageenergiespeicher"? Ich habe 9 Jahre lang im Institut für Geophysik 
der TU Freiberg als Systemi gearbetet, ich weiß das das für immer ein 
Traum bleiben wird. Geht nicht, basta. Kein Berg ist homogen genug und 
wegen Undichtigkeiten weg geschwemmte Frösche oder Hufeisennasen will 
die Öko-Clientel auch nicht. Haken dran.

Was gibts noch..für große Energiemengen? Power to Gas? H.W. Sinn hat 
vorgerechnet das man das zwar tun kann, aber der Preis des russischen 
Erdgases um ein Vielfaches steigen müßte damit sich das überhaupt lohnt.
(Quelle: Energiewende ins Nichts" ..Video youtube gucken).

Elektroautos? Das Thema hatten wir hier schon, das schöne daran ist das 
das Auto genau dann entladen ist, wenn man fahren will, ganz abgesehen 
von der schieren benötigten Menge An E-Autos bzw. deren Akkus. (Quelle 
siehe oben, wurde auch kalkuliert)

Stationäre Akkus? ..klar doch, wenn man die geschenkt bekommt und es 
möglichst Ni-Fe Zellen mit nahezu ewiger Lebensdauer sind für die man 
Platz hat..bitteschön. Reicht nur leider für die Fläche hinten und vorne 
nicht.

Was also bleibt, für das die Regierung nun endlich mal die Weichen 
stellen müßte damit der Privatanwender nun endlich was entwickelt? (das 
war sinngemäß ein Zitat von oben).

Aus meiner unmaßgeblichen Sicht bombt uns diese ökologische Energiewende 
wieder in die Steinzeit. Elektroenergie wird in naher Zukunft etwas für 
die oberen 10000 sein, der Rest sitzt im finsteren Kalten. Die 
Verteuerungsspirale dreht sich doch schon und die wird erfolgreich durch 
sich selbst beschleunigt, die Strompreise steigen, die Bevölkerung wird 
gemolken, die Ärmsten am meisten.

Die Unterschicht kann dann ökologisch und klimaneutral abnippeln, wie 
wir wissen werden so viele clevere Arbeitskräfte hier gar nicht mehr 
benötigt, deswegen wurde die Bildung ja vor Jahren schon herunter 
gefahren.
Leute die mit einfachen Verhältnissen klar kommen bzw. mit dem Mangel 
klar kommen werden importiert, die sind ja auch gewöhnt das sie machen 
was man ihnen sagt..
Wen interessiert schon ne frierende dt. Oma..

--

Dieser VW Müller hat ja nun auch den nächsten, offensichtlich völlig 
uneigennützigen Vorschlag zur Beseitigung der Mobilität eingeläutet:
Die Dieselförderung seitens des Staates soll eingestellt, Diesel 
verteuert werden, man möchte ja schließlich volle Kanne auf der E-Mobil 
Welle surfen können die man selber mit dem Betrug eingeläutet hat...

Der Mann muß in den Knast. Jetzt und dringend.


Gruß,

Holm

von Max M. (zbmax)


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Will mich hier mal einklinken auch wenn ich bei weitem nicht alles 
gelesen habe.
Was haltet ihr von diesen kleinen Anlagen die mit einem normalen 
Schukostecker verwendet werden?

So eine kleine Anlage erzeugt an den besten Tagen nicht genug um meinen 
stündlichen Verbrauch am schlechtesten Tag das Jahres zu decken.
Installieren kann ich das auf dem Gartenhaus in Eigenarbeit.

Wenn ich also die stündliche Leistung der Anlage so dimensioniere das 
sie meinen stündlichen Verbrauch nicht übersteigt brauche ich auch 
keinen Speicher.
Ich schätze mal unter 300W komme ich pro Stunde nicht, genaueres müsste 
ich erst noch nachmessen.
Das heißt die Anlage könnte bis 300W pro Stunde liefern. Grob gerechnet 
mit 6 Stunden pro Tag im Schnitt sind das 657kw im Jahr
Umgerechnet bei 27 Cent das kW wären das ~177€ im Jahr.
Ich habe nun Paneelen gesucht und festgestellt das man für 300-400€ 
etwas passendes bekommt (300wp).
Wechselrichter und Material in Summe nochmal so 600€, was der 
Wechselrichter mit Schukoanschluss kostet weiß ich aber nicht. 
Materialkosten hätte ich mit 200€ gerechnet

In Summe dann 1000€ kann das hinkommen?

Alles in allem würde es sich dann bereits nach 5,5 Jahren rechnen.

Ich kann damit zwar nicht autark leben aber die Kosten langfristig etwas 
reduzieren.
Ich hatte aber mal gelesen das man hier aber schon Auflagen vom 
Energieversorger hat da es ja sein könnte das man doch ins Netz 
einspeist. Das würde zusätzliche Kosten verursachen.

Aktuell halte ich die Rechnung für zu schön. Oft ist es ja doch zu schön 
um Wahr zu sein. Irgendwo muss ich noch einen Denkfehler haben oder aber 
die Preise für Paneel und Wechselrichter unterschätze ich?

von Axel L. (axel_5)


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Holm T. schrieb:
> Nochmal zu Speichern:
> Ich hatte gepostet das der, der glaubt das in einer LiFePo Zelle nach
> einem Jahr noch 80% der geladenen Kapazität stecken, der glaubt meiner
> Meinung nach auch an das Ding mit den Zitronenfaltern oder Bauleitern.
> Egal was in Wikipedia steht, kennt hier Jemand einen Laptopakku den man
> voll geladen ein Jahr liegen lassen kann und der dann noch 80% der
> Kapazität hat?
> Ich nicht, das will ich unbedingt mal sehen!

> Gruß,
>
> Holm

Toller Vergleich.

Gruss
Axel

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