Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Tipps für Fehlersuche in einem Sperrwandlernetzteil gesucht


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von Uwe P. (uwetaz)


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Hallo zusammen,

ich verbringe leider schon Tage vergeblich damit eine Netzteilbaugruppe 
von einem Subwoover (HKTS210) zu reparieren.
Der war innerhalb der Garantie schon mal mit dem gleichen Symptom 
defekt, konnte aber durch die zuständige Servicefirma repariert werden.
Diesmal müsste ich ca. 120€ für die Reparatur einplanen. Eine komplette 
Netzteilbaugruppe käme 75€. Allerdings gibt es keine Garantie auf 
Ersatzteile. Ein neuer baugleicher Subwoover käme 160€.
Leider hat mich mein Ehrgeiz gepackt dass ich es selbst schaffen will 
und ich bin schon lange über die von mir gesetzte Zeit die ich maximal 
investieren wollte drüber.
Zum Glück gibt’s nen Schaltplan (sind nur drei Seiten, siehe Anhang). 
Ohne den hätte man keine Chance.
Meiner Meinung nach ist es ein Sperrwandler mit zwei 
Schaltreglerbausteinen die Spannungen aus den 320V DC machen. Einer (U1 
auf S.2) generiert Hilfsspannungen mit +-7V (die zur Verstärkerbaugruppe 
gehen) und 15V (die eine Hilfsspannung auf der Stromversorgungsbaugruppe 
darstellen) und ein Schaltregler (U1 auf S. 3) ist vermutlich für die 
Endstufe und bringt irgendwas um die 50V DC wenn er läuft.
Letzterer Baustein ist auf einem Subboard (Stecker CN3 und CN1 auf dem 
Subboard) und bekommt eine 12V Versorgung die aus der 15V generiert 
werden und via Steuereingang (PS/ON) von der Verstärkerbaugruppe (bei 
Signaleingang an der LFE Buchse)
Der damalige Reparaturbericht sagte, dass die Shottkydiode D4 defekt 
gewesen wäre. Die habe ich ausgelötet, kontrolliert und für gut 
befunden. Dann habe ich diverse Elkos ausgelötet. Aber die sind alle ok. 
Es sind alles 105° Typen und deren Kapazität ist meist im oberen 
Toleranzbereich. Teilweise sind auch low ESR-Typen verbaut.
Nach diesem Stochern habe ich einen etwas systematischeren Weg 
eingeschlagen. Ich habe die +-7V nachgemessen und eine Brücke von 7V auf 
den PS/ON Eingang eingelötet. Dann habe ich mich lange mit der Schaltung 
um den Schaltregler für die Endstufe aufgehalten und durch Auftrennen 
von Leitungen immer weiter vorangehangelt. Irgendwann waren die 15V gar 
nicht mehr da und siehe da jetzt war Diode D4 wieder kaputt. Ich habe 
statt der MBR1200 (Shottky) eine 1N4007 (nicht Shottky) eingebaut. Ich 
hatte nix anderes da und die Spannung scheint ja zu passen.
Letztlich ist der Schaltregler für die Endstufe jetzt von der 15V Ebene 
abgekoppelt und ich kann das Fehlerbild auf den Sperrwandler U1 auf S.2 
eingrenzen. Die Spannungen sind im Leerlauf wie sie sein müssen (+-7V 
und irgendwas um die 15V).
Lege ich aber an die 15V einen kleinen Lastwiderstand (1k für 15mA Last) 
an, schwanken die Spannungen (+7V und 15V) stark und ich kann mir 
partout nicht erklären warum. Die -7V passt dagegen.
Der Wandler hat einen Feedbackzweig der irgendwie über der Filterdrossel 
L1 misst und dann über eine regelbare Referenz (IC1) und einen 
Optokoppler (U2) zurückkoppelt. Das entspricht auch der typischen 
Applikation die im Datenblatt des Schaltreglers (Infineon ICE3B0365J). 
Allerdings habe ich das nicht so recht verstanden. Funktioniert das so, 
dass die Leuchtdiode im Optokoppler weniger leuchtet wenn die 
Ausgangsspannung zu hoch ist und zieht so den Feedback nach unten?
Jetzt wollte ich fragen ob jemand von Euch einen Tipp hat wie ich hier 
systematisch weiterkommen kann. Ich habe es zwar etwas eingegrenzt aber 
es wackelt im Fehlerfall die Versorgung an Pin 7 vom Schaltregler und 
die Ausgangsspannung und ich habe den Feedbackmechanismus nicht 
verstanden. So weiß ich nicht was ich jetzt abkoppeln kann um den Fehler 
weiter einzugrenzen. Einen Defekt des Schaltreglers oder des Trafo halte 
ich für unwahrscheinlich.
Häufige Fehler mit dieser Netzteilbaugruppe sind in Foren eher in dem 
Snubbernetzwerk in dem Schaltreglerteil für die Endstufe gewesen. Meine 
Version der Baugruppe scheint auch etwas neuer zu sein, da z.B. das 
Snubbernetzwerk etwas anders dimensioniert ist als in den Foren um im 
Schaltplan beschrieben.

Danke für eine Antwort
Grüße
Uwe

von der schreckliche Sven (Gast)


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Uwe P. schrieb:
> Zum Glück gibt’s nen Schaltplan (sind nur drei Seiten, siehe Anhang).

Ich sehe da nur eine Seite.

Uwe P. schrieb:
> statt der MBR1200 (Shottky) eine 1N4007

Überhaupt nicht kompatibel.

Uwe P. schrieb:
> Dann habe ich diverse Elkos ausgelötet.

Der Elkotauschreflex. Bringt allermeistens garnix.

Ich kann im Schaltplan fast nichts entziffern. Wenn Du den kompletten 
Schaltplan in lesbarer Größe posten kannst, kann ich Dir evtl. mehr 
erzählen.

von hinz (Gast)


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der schreckliche Sven schrieb:
> Ich sehe da nur eine Seite.

der schreckliche Sven schrieb:
> Ich kann im Schaltplan fast nichts entziffern.

Nicht refelxartig aufs Bunti Bildi klicken, sondern den Link darunter 
nehmen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Uwe P. schrieb:
> Ich habe
> statt der MBR1200 (Shottky) eine 1N4007 (nicht Shottky) eingebaut.

Keine gute Idee. Da diese Diode die Spannung aus dem Schaltnetzteil 
gleichrichten soll, muss sie schnell sein - eine UF4001-UF4007 ist also 
deutlich besser geeignet. Du wirst merken, das die 1N4007 auch bald warm 
wird.

Das Hauptnetzteil ist der gleiche Klassiker, der auch in nahezu allen 
PC-Netzteilen (AT und ATX) verwendet wird. Der 3525 erzeugt nicht 
überlappende PWM Signale, die über die Impulstrafos an die Endstufe 
gehen. Mich erstaunt ein wenig, das die Herrschaften keinerlei 
Treibertransistoren dazwischen haben - aber meinetwegen.

> Funktioniert das so,
> dass die Leuchtdiode im Optokoppler weniger leuchtet wenn die
> Ausgangsspannung zu hoch ist und zieht so den Feedback nach unten?

Wenn der Optokoppler anfängt zu leuchten, wird der Chip abgeregelt, im 
'eingerasteten' Zustand ist der Optokoppler also ganz leicht aufgeregelt 
und der Phototransistor leitet ein wenig. Immer verdächtig in dieser 
Schaltung ist C8 (22µF) und auch die 1N4148 ist da etwas merkwürdig bzw. 
verdächtig. Diese Schaltung versorgt den Chip, sobald er gestartet ist.
C8 sollte man also einfach mal wechseln und dann (Achtung 
Netzpotenzial!) schauen, ob das Standby Netzteil ordentlich startet und 
seine Versorgung nicht pumpt.

der schreckliche Sven schrieb:
> Ich kann im Schaltplan fast nichts entziffern.

Lads dir in PDF Xchange Viewer und dreh alle Seiten um 90° im 
Uhrzeigersinn.

: Bearbeitet durch User
von hinz (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Das Hauptnetzteil ist der gleiche Klassiker, der auch in nahezu allen
> PC-Netzteilen (AT und ATX) verwendet wird. Der 3525 erzeugt nicht
> überlappende PWM Signale, die über die Impulstrafos an die Endstufe
> gehen. Mich erstaunt ein wenig, das die Herrschaften keinerlei
> Treibertransistoren dazwischen haben - aber meinetwegen.

Der SG3525 hat PP-Ausgänge, der in PC-NTs oft verwendete TL494 nicht.

von hinz (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Uwe P. schrieb:
>> Ich habe
>> statt der MBR1200 (Shottky) eine 1N4007 (nicht Shottky) eingebaut.
>
> Keine gute Idee. Da diese Diode die Spannung aus dem Schaltnetzteil
> gleichrichten soll, muss sie schnell sein - eine UF4001-UF4007 ist also
> deutlich besser geeignet. Du wirst merken, das die 1N4007 auch bald warm
> wird.

Merkürdig, dass da eine 200V Schottky verbaut wurde. So viel 
Spannungsfestigkeit ist gar nicht nötig, und auch sonst hätte es eine 
UF400x bestens getan.

von Uwe P. (uwetaz)


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Danke schon mal für Eure Kommentare.

Ich habe C8 getauscht und die Diode D3 geprüft. Sie ist in Ordnung. 
Außerdem habe ich bei D4 eine STPS10 eingebaut da die eine schnelle 
Schottkydiode ist. Wobei ich der Meinung bin, dass das Netzteil starten 
muss, egal was bei D4 eingebaut ist. Regeln tut er ja auf die 7V. Und 
darauf hat ja D4 keinen Einfluss.

Jedenfalls hat sich nichts geändert.

Habt Ihr vielleicht weitere Ideen?

Mir ist immer noch ein Rätsel wie der Schaltregler anläuft wenn er sich 
aus einer Hilfsdrossel bzw. einem separatem Abzweig versorgt. Das ist ja 
der Trafo den er selbst schaltet.

Grüße
Uwe

von Hmm... (Gast)


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Uwe P. schrieb:
> Mir ist immer noch ein Rätsel wie der Schaltregler anläuft wenn er sich
> aus einer Hilfsdrossel bzw. einem separatem Abzweig versorgt. Das ist ja
> der Trafo den er selbst schaltet.

Hab nicht nachgesehen - aber am Anfang wird da meist über einen 
Widerstand Strom von der "HV" fließen müssen. Aus der Hilfswicklung erst 
frühestens beim(/oder nach dem) ersten Durchschalten.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Uwe P. schrieb:
> Das ist ja
> der Trafo den er selbst schaltet.

Das ist eine Besonderheit des Chips. Er hat eine interne Startschaltung 
(Startup Cell im Datenblatt), die sich bis zur internen Startspannung 
aufbaut und sich aus der Drain der Endstufe versorgt. Damit kann dann 
kurz mal die Endstufe gezündet werden. Dann wird die normale 
Betriebsspannung des Chip aus der 1N4148 und der Siebkette mit C8 
versorgt.

von Hmm... (Gast)


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Abschaltbare Stromquelle im CoolMOS integriert. Interessant. :)

von der schreckliche Sven (Gast)


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Uwe P. schrieb:
> Außerdem habe ich bei D4 eine STPS10 eingebaut

STPS10-?? Für welche Spannung? Eine 10A-Diode für den SG3525? Die 
Ausgangsspannung beträgt zwar nur 15V, aber es ist mit einer 
Sperrspannung bis ca. 50V zu rechnen.

Uwe P. schrieb:
> schwanken die Spannungen (+7V und 15V) stark und ich kann mir
> partout nicht erklären warum. Die -7V passt dagegen.

Uwe P. schrieb:
> es wackelt im Fehlerfall die Versorgung an Pin 7 vom Schaltregler

Alle Spannungen wackeln/schwanken, nur eine nicht. Physikalisch nicht 
möglich.

von T. M. (tomtomtom)


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schau Dir mal R 20 genauer an, ob der in Ordnung ist.

M.f.G.
tomtomtom

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