Glättungskondensator, warum Elko

Gast #5258011
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Hallo!

Ich habe mal eine hoffentlich simple Frage:

Bisher habe ich zum Thema Glättungskondensator immer nur etwas über 
Elkos gelesen. Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb immer Elkos 
eingesetzt werden oder könnte man prinzipiell jeden (ausreichend 
dimensionierten) Kondensator verwenden?

Danke!

uboot
Gast #5258021
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Inzwischen könnte man wohl je nach Anwendung auch KerKos mit X7S nehmen, 
aber da hat man dann halt stundenlang zu Löten, bis man ein paar mF 
zusammen hat. Auch wenn's Platztechnisch kein allzu großer Unterschied 
zu nem LowESR Elko sein sollte.
Gast #5258336
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uboot schrieb:
> Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb immer Elkos
> eingesetzt werden

Größe und Preis. Aber es gibt auch Gründe, keinen Elko zu verwenden.
In Sachen Temperaturbereich, Lebensdauer und Zuverlässigkeit ist 
Polypropylen überlegen. Braucht halt Platz. Z.B. 100µF/600V (Wima 
DC-Link) 35x50x57mm. Kostet 10 Euro und ein paar zerquetschte.
Gast #5258364
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Bauteil schrieb:
> Du brauchst viel Kapazität auf kleinen Raum und einen geringen ESR.

Also einen Polymer Tantal :-)

Weil Elkos haben keinen geringen ESR. Ich definier jetzt mal "geringer 
ESR" mit 5mOhm. War ja nicht vorgegeben.

Im Ernst:
Die Auswahl von Kondensatoren ist eine Wissenschaft für sich.
Alle Kondensatoren haben fiese Gemeinheiten, die man wissen muss:
Tantal : Voltage Derating 50% (beachtet kaum wer, daher der schlechte 
Ruf)
Elko : ESR, ESL, Toleranz, Alterung
Kerko : DC-Bias-Charakteristik, Mikrofonie
Poly-Tantal : Preis
Folienkondensator : Baugröße / Kapazität

DEN Kondensator gibts nicht. Und DEN Glättungskondensator sowieso nicht. 
Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man es mit 50Hz oder 1MHz zu tun 
hat (ja, 1MHz begegnet einem in der Praxis häufiger als 50Hz).
Gast #5258418
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Man kann übrigens auch mit einer Induktivität (Netzdrosselspule) 
glätten, dann kann der Sieb-C sehr klein ausfallen.

Wird heutzutage wohl nur noch bei high-End-Röhrenverstärkern der 
besonderen Art gemacht.

Oft ist der C dann ein selbstgewickelter Ölfolien-Kondensator mit ein 
paar µF.

Hier das Prinzip:

https://www.frihu.com/1.hifi/gallery/tpr1-srpp/tpr1-srpp.jpg


So eine Drosselspule muss für niedrige Frequenzen wie 
Netzbrumm/50Hz/100Hz allerdings eine recht hohe Induktivität aufweisen 
bei geringem ohmschen Widerstand und ist dann entsprechend teuer (weil: 
dicker Draht = viel Kupfer).

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