Hallo Leute ich grüble darüber nach wie man eine Spannungsreferenz (z.b.
REF 03 GPZ) eichen/trimmen könnte. meine idee: könnte das gehen?
1. Ein thermoelement typ k(oder anderes besser geeignetes) in kochendes
wasser halten
2. über wetter.de aktuellen luftdruck ermitteln und darüber die
siedetemperatur des wassers
3. mit NTC raumtemperatur messen, geht doch sicher 0,1 °C genau oder?
damit hat man die temperaturdifferenz der das thermoelement ausgesetzt
ist und kann über tabellenwerte die empfindlichkeit des elements im
bereich von 0 bis 100 °C berechnen und dann die erzeugte spannung
berechnen.
http://tc-systems.de/pdf/data_pdf/d129901.pdf
40,95µV/°C (0-100°C)
https://www.omega.de/temperature/Z/pdf/z204-205iec.pdf
40,96µV/°C (0-100°C)
http://www.temperaturmesstechnik.de/fileadmin/user_upload/pdf/tmh_typ_K_grundwertreihe.pdf
40,96µV/°C (0-100°C)
https://www.wikapolska.pl/upload/DS_IN0023_de_de_51541.pdf
40,96µV/°C (0-100°C)
angenommen die jungs in den links haben nicht nur voneinander
abgeschrieben und der fehler liegt also bei 0,01µV/°C und angenommen es
ist 18°C und der luftdruck liegt bei 996,6hPa und somit die
siedetemperatur bei 99,5°C so ist die temperaturdifferenz 81,5 K +-0,1K
die erzeugte thermospannung beträgt also 3,2657mV +-0,0008mV und die
temperaturungenauigkeit macht +-0,004mV....
ach scheiße das ist immer noch zu ungenau. verstärkt man das signal mit
1000 und vergleicht man die spannungsreferenz über comparator mit diesem
wert und trimmt die referenz bis beide spannungen gleich sind so werden
gute referenzen ungenauer +- 5mV :-(
hat jemand eine andere idee wie man sich einen sehr genauen messwert
oder was auch immer erzeugen kann zum eichen?
Du unterschätzt gewaltig die Probleme der Temperaturmessung. Wenn Du die
Lufttemperatur auf 0.5°C genau messen kannst, bist Du gut. Damit eine
Spannungsreferenz zu eichen ist ein Witz. Das dürfte mit jedem China
Multimeter genauer gehen.
Schau mal hier rein:
http://www.ti.com/power-management/voltage-reference/series-voltage-reference/products.html
Da bist Du bei einigen schon um eine Größenordnung besser als mit Deinem
REF 03 GPZ.
Christian schrieb:> wetter.de aktuellen luftdruck ermitteln
Die zeigen den aktuellen Luftdruck normiert auf Normalnull Höhe an..
Besser ein barometer nutzen, wenn du nicht am meer wohnst..
Christian schrieb:> Hallo Leute ich grüble darüber nach wie man eine Spannungsreferenz (z.b.> REF 03 GPZ) eichen/trimmen könnte. meine idee: könnte das gehen?
Was interessieren dich für deine Spannungsreferenz irgendwelche
eichrechtlichen Vorschriften. Außerdem nehme ich an, dass du nicht über
eine für die Eichung erforderliche Berechtigung im Rahmen einer
staatlich anerkannten Prüfstelle verfügst.
https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung
Das Eichen kannst du also vergessen :-(
Probiere es mal mit kalibrieren ;-)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalibrierung
Christian schrieb:> hat jemand eine andere idee wie man sich einen sehr genauen messwert> oder was auch immer erzeugen kann zum eichen?
Eichen kannst du sowieso nicht, denn "Eichungen werden in der
Bundesrepublik Deutschland von den Landeseichämtern und staatlich
anerkannten Prüfstellen unter fachlicher Aufsicht durch die
Physikalisch-Technische Bundesanstalt durchgeführt." (Wiki)
Du kannst also allenfalls kalibrieren.
Zweckmäßigerweise lässt du das von Leuten machen, die vom Know-How und
gerätetechnisch dafür ausgerüstet sind.
Das muss nicht teuer sein, und in der Vergangenheit sind sogar
Mitarbeiter der PTB auf manchen Messen mit einigen ihrer heiligen
Normalien anwesend gewesen und haben die Meßgeräte von Amateuren
kostenlos überprüft.
Dass dein obiger Ansatz völlig unbrauchbar ist, magst du daran sehen,
dass man 6-1/2 stellige und bessere Voltmeter für dreistellige Euros auf
dem Gebrauchtgerätemarkt bekommen kann.
Das 6 stellig bedeutet bei einer Spannung von 1V eine Auflösung von 1µV,
oder eine Entfernung von 1km mit einer Auflösung von 1mm zu messen.
Die absolute Genauigkeit ist meist nicht so hoch, aber vielleicht
erahnst du, welch desaströsen Einfluss die Thermospannungen selbst von
kleinsten Temperaturschwankungen bei solchen Messungen haben.
Die PTB verwendet den Josephson-Kontakte um Spannungen höchster
Genauigkeit herzustellen. Solche Maschinen sind nicht ganz klein, u.a.
weil sie mit flüssigem Helium gekühlt werden.
Für den Preis einer solchen Spannungsquelle kannst du dir auch ein rotes
italienisches Sportauto kaufen.
Das (normal erhältliche) Thermometer mit der besten Genauigkeit ist
immer noch das Platin-Widerstandsthermometer.
Ein Thermoelement ist ein Temperatur-DIFFERENZ-Meßgerät und als solches
für Kalibrationen ungünstig. Einsatzgebiet sind bevorzugt hohe
Temperaturen.
Siedendes Wasser ist auch kein Fixpunt, besser ist erstarrender
Schwefel, auch für den Hobbyisten.
Verwende einen Platinwiderstand zum kalibrieren eines NTC. Du brauchst
keine Linearisierungsschaltung, die Widerstandstabelle genügt.
Gruß - Werner
Werner H. schrieb:> Siedendes Wasser ist auch kein Fixpunt, besser ist erstarrender> Schwefel, auch für den Hobbyisten.
Für Hobbyisten wäre ein Fieberthermometer schon besser geeignet.
Dazu noch die Temperatur schmelzenden Eises.
Harald W. schrieb:> Forist schrieb:>>> Das Eichen kannst du also vergessen :-(>> Vielleicht könnte man ja Buchen. :-)
Das sagt ja auch schon der Volksmund:
Eichen sollst du weichen,
Buchen sollst du suchen.
Andreas B. schrieb:> Du unterschätzt gewaltig die Probleme der Temperaturmessung. Wenn Du die> Lufttemperatur auf 0.5°C genau messen kannst, bist Du gut. Damit eine> Spannungsreferenz zu eichen ist ein Witz. Das dürfte mit jedem China> Multimeter genauer gehen.> Schau mal hier rein:> http://www.ti.com/power-management/voltage-reference/series-voltage-reference/products.html> Da bist Du bei einigen schon um eine Größenordnung besser als mit Deinem> REF 03 GPZ.
danke für den link, aber naja einige größenordnungen stimmt nicht ref 03
gpz macht +- 0,6% Vout und bei TI sind die besten mit 0,05% Vout
angegeben. also genau eine größenordnung
und mit einem NTC sollte man doch besser als 0,5°C messen können?! ich
meine die dinger machen große widerstandsänderungen bei 0,1K um
raumtemperatur
dunno.. schrieb:> Christian schrieb:>> wetter.de aktuellen luftdruck ermitteln>> Die zeigen den aktuellen Luftdruck normiert auf Normalnull Höhe an..> Besser ein barometer nutzen, wenn du nicht am meer wohnst..
danke guter hinweis
Forist schrieb:> Christian schrieb:>> Hallo Leute ich grüble darüber nach wie man eine Spannungsreferenz (z.b.>> REF 03 GPZ) eichen/trimmen könnte. meine idee: könnte das gehen?>> Was interessieren dich für deine Spannungsreferenz irgendwelche> eichrechtlichen Vorschriften. Außerdem nehme ich an, dass du nicht über> eine für die Eichung erforderliche Berechtigung im Rahmen einer> staatlich anerkannten Prüfstelle verfügst.> https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung>> Das Eichen kannst du also vergessen :-(>> Probiere es mal mit kalibrieren ;-)> https://de.wikipedia.org/wiki/Kalibrierung
wie auch immer ihr es nennen wollt. wenn ihr wollt könnt ihr mich
verstehen und was ich machen will. danke für den hinweiß der josephson
kontakte aber gibt es noch andere realisierbare vorschläge?
Werner H. schrieb:> Das (normal erhältliche) Thermometer mit der besten Genauigkeit ist> immer noch das Platin-Widerstandsthermometer.> Ein Thermoelement ist ein Temperatur-DIFFERENZ-Meßgerät und als solches> für Kalibrationen ungünstig. Einsatzgebiet sind bevorzugt hohe> Temperaturen.> Siedendes Wasser ist auch kein Fixpunt, besser ist erstarrender> Schwefel, auch für den Hobbyisten.>> Verwende einen Platinwiderstand zum kalibrieren eines NTC. Du brauchst> keine Linearisierungsschaltung, die Widerstandstabelle genügt.>> Gruß - Werner
danke für den hinweis mit platinwiderstandsthermometer zu kalibrieren
warum ist siedendes wasser bei bekanntem Druck kein fixpunkt?
und warum ist erstarrender schwefel besser? wie soll ich denn den
erstarrenden schwefel bei konstanter temperatur halten?
Christian schrieb:> Andreas B. schrieb:>> Du unterschätzt gewaltig die Probleme der Temperaturmessung. Wenn Du die>> Lufttemperatur auf 0.5°C genau messen kannst, bist Du gut. Damit eine>> Spannungsreferenz zu eichen ist ein Witz. Das dürfte mit jedem China>> Multimeter genauer gehen.>> Schau mal hier rein:>>> http://www.ti.com/power-management/voltage-reference/series-voltage-reference/products.html>> Da bist Du bei einigen schon um eine Größenordnung besser als mit Deinem>> REF 03 GPZ.>> danke für den link, aber naja einige größenordnungen stimmt nicht ref 03> gpz macht +- 0,6% Vout und bei TI sind die besten mit 0,05% Vout> angegeben. also genau eine größenordnung>> und mit einem NTC sollte man doch besser als 0,5°C messen können?! ich> meine die dinger machen große widerstandsänderungen bei 0,1K um> raumtemperatur
okok ich sehe ein auch die ntcs haben Tolleranzen in den R25 und B
werten scheiße^^
gibt es den keine möglichkeit eine genaue kalibiererung selbst zu
machen? also meinetwegen nur 100µV genau
Christian schrieb:> hat jemand eine andere idee wie man sich einen sehr genauen messwert> oder was auch immer erzeugen kann
Na ja, du brauchst 2.5V, sonst bekommst du Messfehler durch
Spannungsteilerwiderstände, und die gibt es (für dich) kaum genauer als
0.1%.
Aber du wirst ebensolche Schwierigkeiten haben initial genauere 2.5V
Spannungsreferenzen (MAX6350 0.02%, VRE3025J 2.5V 0.01%) zu bekommen.
Ein Thermoelement ist nicht so steil, du kannst also aus einer ungenauer
eingehaltenen Temperatur (z.B. 1 GradC) eine genauere Spannung machen,
brauchst aber viele hundert in Reihe. Nicht anders funktionieren die
Josephson Spannungsnormale an der PTB. Wie genau es damit geht, weiss
ich nicht.
Auch Multimeter sind nicht besser, es sei denn sie wurden neulich durch
Vergleichsmessung kalibriert.
Früher vetwendete man Weston Nirmalelemente, heute wegen RoHS eher
genaue Spannungsreferenzen, und genauer geht es halt nicht.
Christian schrieb:> gibt es den keine möglichkeit eine genaue kalibiererung selbst zu> machen? also meinetwegen nur 100µV genau
Bau dir sowas (aus Spektrum/Lexikon der Physik):
"Meßtechnische Bedeutung hat heute praktisch nur noch das
Weston-Normalelement, eine Kette Cd-CdSO4-Hg2-SO4-Hg+ mit einer
Leerlaufspannung von rund 1,018 65 V bei 20 °C (siehe Abb. 1). Meist
werden die Elemente auf 30 °C (mit einer Schwankungsbreite von wenigen
mK) betrieben. Ihr Temperaturkoeffizient ist relativ hoch (-4 · 10-4 /
K), sie sind außerdem sehr empfindlich gegen mechanische, elektrische
und thermische Störungen, ferner ist nach jeder Stromentnahme eine
Erholungszeit erforderlich (bei Entladung um 3 mC etwa 1 Tag, bei Ladung
einige Monate)."
Nach dem Stand der Technik nimmt man eher Josephson-Elemente, aber die
Kühlung mit flüssigem helium wird dir sicher zu teuer sein.
Georg
Christian schrieb:> danke für den link, aber naja einige größenordnungen stimmt nicht ref 03> gpz macht +- 0,6% Vout und bei TI sind die besten mit 0,05% Vout> angegeben. also genau eine größenordnung>> und mit einem NTC sollte man doch besser als 0,5°C messen können?! ich> meine die dinger machen große widerstandsänderungen bei 0,1K um> raumtemperatur
Wie groß die Änderung pro °C oder K ist, ist fast egal,
Widerstandsmessungen werden, wenn's genau werden soll, ratiometrisch
durchgeführt d.h. die Fehler durch Verstärkung, Thermospannungen etc.
fallen raus und nur der Fehler des Vergleichswiderstands/-normals bleibt
in der Gleichung (zumindest bei 0.1K). Nichtsdestotrotz ist die Messung
der Lufttemperatur (Warum eigentlich? Hängt die Kaltstelle des
Thermoelements in der Luft?) deutlich ungenauer als bspw. die Messung
einer Fixpunkttemperatur. Einflüsse auf die Lufttemperaturmessung u.a.
Luftströmung, Strahlungsquellen usw.
NPL (National Physical Laboratory = UK Äquivalent zur PTB) schafft bei
Lufttemperatur gerade mal erweiterte Messunsicherheiten im Bereich
+-0.08K
http://www.npl.co.uk/upload/pdf/20141209-npl-ukas-bell.pdf
Div. Ungenauigkeiten und Langzeitdriften in der Kaltstelle und beim
Thermoelement bzw. beim Vergleichswiderstand + PTx bleiben erhalten.
Sehr langzeitstabile, relativ günstige Spannungsreferenzen kann man sich
dennoch selbst bauen... man muss sie nur kalibrieren können
http://www.eevblog.com/forum/metrology/
Eine Idee, die dort im Forum mWn noch nicht umgesetzt wurde, gibt's hier
zum Nachlesen: Eleven years of monitoring an ultra-stable 10 V
zener-based voltage standard
http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1742-6596/733/1/012065/pdf
>Hallo Leute ich grüble darüber nach wie man eine Spannungsreferenz (z.b. REF 03
GPZ) eichen/trimmen könnte.
Wie genau soll die Referenz denn kalibriert werden? Welche Abweichung
ist noch tolerabel? Es gibt Festspannungsreferenzen zu erschwinglichen
Preisen (< 10€), die "aus dem Stand" eine maximale Abweichung von 20ppm
erreichen, z.B. diese hier:
http://www.analog.com/media/en/technical-documentation/data-sheets/ADR4520_4525_4530_4533_4540_4550.pdf
Genauigkeiten in dieser Größenordnung benötigen auch eine entsprechend
stabile Elektronik drumherum. Schon die Thermospannungen an den
Lötstellen können einige 100µV erreichen. Die Offsetspannungen von
Verstärkereingängen können durch Alterung, Temperatur etc. driften, hier
wäre also Auto-Zero Pflicht. Ansonsten hätte eine noch so präzise
Kalibrierung nur kurzzeitig Bestand.
Christian schrieb:> wie auch immer ihr es nennen wollt. wenn ihr wollt könnt ihr mich> verstehen und was ich machen will.
Nein, dazu sind Deine Angaben zu konfus.
Christian schrieb:> warum ist siedendes wasser bei bekanntem Druck kein fixpunkt?
Weil der Siedepunkt auch noch durch andere Faktoren beeinflusst
wird.
> und warum ist erstarrender schwefel besser?
Das weiss ich auch nicht. Ich würde eher Gallium nehmen.
denn das ist ein "offizieller" Fixpunkt. M.W. sind alle
"offiziellen" Fixpunkte Schmelzpunkte.
> wie soll ich denn den> erstarrenden schwefel bei konstanter temperatur halten?
Mit einem Thermostat.
Christian schrieb:>> und mit einem NTC sollte man doch besser als 0,5°C messen können?
Ja, kann man. Entsprechende Sensoren sind z.B. in Fieberthermometern
verbaut.
> gibt es den keine möglichkeit eine genaue kalibiererung selbst zu> machen? also meinetwegen nur 100µV genau
Wenn Du ein entsprechendes Messlabor und eine entsprechende
Ausbildung hast. Vielleicht hast Du ja mal die Möglichkeit,
ein vom DAkkS zertifiziertes Meßlabor zu besichtigen. Dann
kannst Du ja mal fragen, was man da alles beachten muss.
Ich habe das z.B. im Rahmen eines mehrtägigen Intensivlehr-
gangs erlernt.
Hallo Christian,
Christian schrieb:> Hallo Leute ich grüble darüber nach wie man eine Spannungsreferenz (z.b.> REF 03 GPZ) eichen/trimmen könnte. meine idee: könnte das gehen?
Aus Deinem Beitrag geht nicht hervor, ob Du die
Temperaturempfindlichkeit einer Spannungsreferenz mit Hilfe von
Zusatzkomponenten kompensieren willst, oder ob Du die Kennlinie eines
bestimmten Temperatursensors bestimmen willst und für die Messung eines
Spannungsreferenz einsetzen willst.
Mike schrieb:> Es gibt Festspannungsreferenzen zu erschwinglichen> Preisen (< 10€), die "aus dem Stand" eine maximale Abweichung von 20ppm> erreichen, z.B. diese hier:
Du hast eine Null vergessen.
Christian schrieb:> gibt es den keine möglichkeit eine genaue kalibiererung selbst zu> machen? also meinetwegen nur 100µV genau
Geh zu jemandem, der ein 10 Mal genaueres Voltmeter hat.
Selbst von den 6-1/2 oder 7-1/2 stelligen sind tausende im Land
verstreut, vorwiegend wohl an Unis oder THs bei Physikern und
Elektronikern.
MaWin schrieb:> du brauchst 2.5V, sonst bekommst du Messfehler durch> Spannungsteilerwiderstände, und die gibt es (für dich) kaum genauer als> 0.1%.
Man kann sie sich aber leicht aus einer grossen Zahl "gleicher"
Widerstände genauer aussuchen. Dafür genügen sogar billige 1%-ige
Widerstände.
MaWin schrieb:> Ein Thermoelement ist nicht so steil, du kannst also aus einer ungenauer> eingehaltenen Temperatur (z.B. 1 GradC) eine genauere Spannung machen,> brauchst aber viele hundert in Reihe. Nicht anders funktionieren die> Josephson Spannungsnormale an der PTB. Wie genau es damit geht, weiss> ich nicht.
Etwas anders funktionieren die Josephson Normale schon, insbesondere
sind das keine Thermoelemente, NTCs o.dgl.
Dass man auch von den Josephson-Kontakten viele tausend in Reihe
schalten muß um auf handliche Spannungen zu kommen ist richtig. Die PTB
verkauft so etwas sogar in Form integrierter Schaltungen.
Das sind aber keine Temperaturmesser irgendwelcher Art, sondern sie
benutzen den Zusammenhang zwischen der Frequenz einer eingestrahlten
Hochfrequenz und der zugehörigen Spannung.
Frequenzen kann man bekanntlich überaus genau messen, die Temperatur ist
aber nahezu uninteressant.
Die (teure) Kühlung mit flüssigen Helium benötigt man nur, damit die
Geschichte überhaupt funktioniert.
https://www.ptb.de/cms/ptb/fachabteilungen/abt2/abt2-josephson.html
Arc N. schrieb:> Eine Idee, die dort im Forum mWn noch nicht umgesetzt wurde, gibt's hier> zum Nachlesen: Eleven years of monitoring an ultra-stable 10 V> zener-based voltage standard> http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1742-6596/733/1/012065/pdf
Interessant, obgleich immer wieder die Frage nach der Wirtschaftlichkeit
gestellt wird.
Ein Foto vom inneren Aufbau wäre spannend.
-branadic-
nachtmix schrieb:>> gibt es den keine möglichkeit eine genaue kalibiererung selbst zu>> machen? also meinetwegen nur 100µV genau>> Geh zu jemandem, der ein 10 Mal genaueres Voltmeter hat.
Dann hat man aber nur einen Augenblickswert und keine Kalibrierung.
Harald W. schrieb:> Dann hat man aber nur einen Augenblickswert und keine Kalibrierung.
Wenn Du in ein Kalibrierlabor damit gehst werden die es auch einfach
messen.
Sag doch mal wo Du her kommst. Hier gibt es ja etliche Leute die Dir das
messen können.
Harald W. schrieb:> Dann hat man aber nur einen Augenblickswert und keine Kalibrierung.
Spielst Du auf die Messdauer an?
Wenn Christian wirklich eine Referenz vermessen will, reduziert selbst
ein Augenblickswert den größten Teil seiner Unsicherheit, oder?
Phil schrieb:> Sag doch mal wo Du her kommst.
Ich habe lange in einem Meßlabor gearbeitet. Allerdings nicht für
elektrische, sondern für andere Messgrössen. Trotz meiner guten
Grundlagenkenntnisse musste ich speziell für die Messtechnik eine
Menge dazulernen. Z.B. den Satz: "Man misst nicht so genau wie
möglich, sondern so genau wie nötig". Speziell dieser Satz wird
hier im Forum meist nicht beachtet.
Phil schrieb:> Wenn Du in ein Kalibrierlabor damit gehst werden die es auch einfach> messen.
Wenn es ein Labor ist, welches sich nicht nur um den eigenen Verdienst
kümmert, werden sie Dir aber vielleicht vorher sagen, das sich z.B.
Dein Aufbau für eine Kalibrierung nicht eignet. Wir haben hier im
Forum ja eine Spezialistin für Präzisionsspannungsmessungen. Diese
hat ja u.a. festgestellt, das sich die Ausgangsspannung von Normalen
ändert, wenn sich die Luftfeuchtigkeit ändert, bzw. wenn man das
Normal auf den Kopf stellt. Das hätte ich vorher auch nicht geglaubt.
Die Luftfeuchtigkeit musste ich für meine Messungen zwar auch
berücksichtigen, weil sie die Lichtgeschwindigkeit verändert, aber
das war vorher "allgemein bekannt".
Harald W. schrieb:> Wir haben hier im> Forum ja eine Spezialistin für Präzisionsspannungsmessungen. Diese> hat ja u.a. festgestellt, das sich die Ausgangsspannung von Normalen> ändert, wenn sich die Luftfeuchtigkeit ändert, bzw. wenn man das> Normal auf den Kopf stellt.
Anja's Aussage zur Feuchteempfindlichkeit bezieht sich erstens nicht auf
Normale sondern auf Spannungsreferenzen und zweitens auf solche im
Plastikgehäuse.
Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Veröffentlichungen, die sogar den
Einfluss des Umgebungsdruck auf Spannungsreferenzen in hermitschen
Gehäusen nachweisen (LTZ1000, LTFLU, ...).
Die Lageempfindlichkeit bezieht sich auf solche Spannungsreferenzen, die
beheizt sind. Man muss diese Aussagen schon im gesamtheitlichen Kontext
wiedergeben.
-branadic-
In manchen Labors verwendet man zum Spannungstransfer noch
Spannungsteiler. Manche Teiler sind ein bisschen abhängig von der
Luftfeuchtigkeit, weil der Widerestandsdraht auf Glimmer gewickelt wurde
un dieser Feuchtigkeit aufnimmt.
Bei der Darstellung von Kräften mit Massen im Schwerefeld der Erde geht
der Luftdruck mit ein. Er bestimmt die Luftdichte massgeblich und damit
den Auftrieb in Luft.
Je genauer du hinguckst, desto mehr Randbedingungen musst du beachten.
Harald W. schrieb:>> Sag doch mal wo Du her kommst.>> Ich habe lange in einem Meßlabor gearbeitet.
Ich hatte eigentlich den Wohnort des TO gemeint, damit man schauen kann
ob nicht irgendwer in der unmittelbaren Umgebung entsprechendes
Equipment hat.
War wohl etwas undeutlich von mir formuliert, sorry.
Ich denke die 100µV auf 2,5V sind sehr ambitioniert für diese einfache
Referenz. Das sind ja nur 40ppm. Im worst-case ändert sich diese
Referenz 50ppm/K. Das heißt der TO müsste schon für eine sehr stabile
Temperatur beim Verwenden der Referenz sorgen. (Ja, ich habe gelesen,
dass sie typisch 10ppm/K, aber da man es nicht weiß sollte man zunächst
das Maximum aus dem Datenblatt ansetzen.)
Zudem driftet das Teil in den ersten 1000h auch noch bis zu 50ppm.
Wenn er das Teil wirklich auf 100µV vermessen möchte (was nicht sinnvoll
erscheint), dann reicht da so etwas wie ein 34401A nicht aus. (2,5V *
35ppm + 10V * 5ppm = 138µV Unsicherheit bei jährlicher Kalibrierung)
MaWin schrieb:> ie genau es damit geht, weiss ich nicht.
Inzwischen weiss ich es: Nicht besonders, schlechter als 1%:
https://www.picotech.com/library/application-note/improving-the-accuracy-of-temperature-measurements
Ein Thermoelement, das man versucht auf 100 GradC zu halten, und die
Junction auf 0, erzeugt eine Spannung die z.B. 1.5 GradC daneben liegen
kann, also eine Spannung mit einer Abweichung von ebenfalls grob 1.5%.
Als Spannungsquelle zum kalibrieren von Referenzen also untauglich.
Hält man das Thermoelement auf 1000 GradC macht zwar die 1.5GradC
Abeweichung nur noch 0.15% aus, aber man mzss erst mal konstante 1000
GradC erzeugen (und dazu wohl messen). Geht also auch nicht.
Phil schrieb:> Das sind ja nur 40ppm. Im worst-case ändert sich diese> Referenz 50ppm/K.
Ach kommt Leute. Vor 50 Jahren vielleicht.
MAX6325/6350: Initial accuracy 0.02%, TempCo 0.5..1ppm/K (C-Type),
Long-Term 30ppm/1000h.
Die Dinger haben einen Trim-Eingang, damit kann man die abgleichen.
Karl schrieb:> Phil schrieb:>> Das sind ja nur 40ppm. Im worst-case ändert sich diese>> Referenz 50ppm/K.>> Ach kommt Leute. Vor 50 Jahren vielleicht.>> MAX6325/6350: Initial accuracy 0.02%, TempCo 0.5..1ppm/K (C-Type),> Long-Term 30ppm/1000h.
Sorry, ich habe das auf die REF03 bezogen und erst später gesehen, dass
es nur ein Beispiel war.
Ja die 6350 ist deutlich besser, hat aber auch so ihre Probleme. Unter
anderem Popcorn-Noise und eine ordentliche Hysterese (Temperatur), aber
das ist hier im Bereich von 20ppm alles noch uninteressant.
Beim angegebenen TC muss man aufpassen wie dieser bestimmt wurde.
Oftmals wird ein großer Temperaturbereich angesetzt und über diesem
gemittelt. So kann es zB durchaus sein, dass sich die Spannung zwischen
23°C und 24°C deutlich mehr als 1ppm ändert.
Karl schrieb:> Die Dinger haben einen Trim-Eingang, damit kann man die abgleichen.
Und damit sämtliche Instabilitäten der Trim-Schaltung in die Referenz
bringen. Ich würde den Eingang nicht benutzen, die Referenz vermessen
(lassen) und einfach den Wert draufschreiben.
kleine Korrektur:
Die Hysterese habe ich bei der LTC6655 beobachtet. Die MAX6350 war, was
das anging, ganz ok. Da gab es allerdings wie gesagt Popcorn-Noise,
welches über diverse Referenzen unterschiedlich stark ausgeprägt war.
Teilweise Sprünge von einigen ppm über mehrere Sekunden.
Harald W. schrieb:> Forist schrieb:>>> Das Eichen kannst du also vergessen :-(>> Vielleicht könnte man ja Buchen. :-)
Warum ist der Stamm der Kiefer oben hellbraun und unten dunkel?
...
Damit man Oberkiefer und Unterkiefer unterscheiden kann!
Harald W. schrieb:> Die Luftfeuchtigkeit musste ich für meine Messungen zwar auch> berücksichtigen, weil sie die Lichtgeschwindigkeit verändert, aber> das war vorher "allgemein bekannt".
So unbekannt war das auch bei Spannungsreferenzen nicht, zumindest für
die Luftfeuchtigkeit
http://www.ti.com/jp/lit/an/slyt183/slyt183.pdf aus dem Jahr 1999
"Practically all voltage references vary with time or environmental
factors such as humidity, pressure, and temperature."
"Package induced instability in voltage reference microcircuits
encapsulated in plastics" 2003
https://nepp.nasa.gov/docuploads/054ECE0C-7EE9-4A4F-98A6EC448C80B9C6/package%20induced%20instability%20in%20Vref.pdf
"THE EFFECTS OF THE ENVIRONMENTAL CONDITIONS OF SOME ZENER VOLTAGE
REFERENCES" 2002, Abhängigkeit der Ausgangsspannungen von Flukes 732B
von Luftfeuchtigkeit, Luftdruck- und temperatur (deutlich im
Sub-ppm-Bereich)
branadic schrieb:> Arc N. schrieb:>> Eine Idee, die dort im Forum mWn noch nicht umgesetzt wurde, gibt's hier>> zum Nachlesen: Eleven years of monitoring an ultra-stable 10 V>> zener-based voltage standard>> http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1742-6596/733/1/012065/pdf>> Interessant, obgleich immer wieder die Frage nach der Wirtschaftlichkeit> gestellt wird.
140 REF102, dazu günstige 0.1% Widerstände, eine nachregelbare
Spannungsversorgung und ein ziemlich temperaturstabiler Ofen. Flukes
732B kostet neu und kalibriert ~10000 USD, die übliche Konfiguration 4x
732B + 1x 734A entsprechend mehr...
https://www.eevblog.com/forum/metrology/the-current-cost-of-chasing-ppm's-(fluke-732b-price-list)/> Ein Foto vom inneren Aufbau wäre spannend.
Würde mich auch interessieren, leider auch nicht im Artikel von 2005 zu
finden https://iie.fing.edu.uy/publicaciones/2005/STD05/MaWin schrieb:> Hält man das Thermoelement auf 1000 GradC macht zwar die 1.5GradC> Abeweichung nur noch 0.15% aus, aber man mzss erst mal konstante 1000> GradC erzeugen (und dazu wohl messen).
Nicht ganz ernstgemeinte Ideen und völlig OT... ;)
Die Thermoelemente driften bei den Temperaturen ordentlich...
Aber es gibt auch mittlerweile selbst-validierende, auch wenn's hier
nicht hilft...
http://www.npl.co.uk/upload/pdf/self-calibrating-thermocouples-closing-presentation-jul2012_1.pdf
(Prinzip: Thermoelement bekommt einen kleinen Hochtemperaturfixpunkt mit
eingebaut, geht die Temperatur nun über/unter den Fixpunkt hinaus, sieht
man die Übergänge sehr deutlich im Temperaturverlauf und kann
abgleichen).
Was aber gehen könnte: Stabiles Thermoelement bzw. eine Thermosäule
bauen, dazu einen selbstgebauten Wassertripelpunkt
https://www.scientificamerican.com/article/tackling-the-triple-point/
und was anderes aus der ITS-90, Gallium-Schmelzpunkt (29.7646 °C) oder
bspw. Zinn-Gefrierpunkt (231.928°C), nehmen. Konstante
Temperaturdifferenz -> konstante Thermospannung.
Wenn's nicht funktioniert, hätte man immerhin noch eine nette Ausrüstung
zum Kalibrieren von Temperatursensoren ;)