Hallo zusammen,
Ich habe vor ein paar Tagen ein Paar 12ax7 geschenkt bekommen.
Mit einigen Bauteilen, die ich hier noch rumfliegen hatte, habe ich
einen Röhrenvorverstärker aufgebaut (siehe Anhang) mit Ra = 47k, Rk =
470R bei 90V Anodenspannung (siehe gelbe Arbeitsgerade aus JJ Electronic
Datenblatt).
Soweit hört sich auch alles super an, jedoch "clippt" der Verstärker am
Ausgang recht schnell. Am Özi erkennt man, dass bei z.B. 1kHz Sinus
(Amplitude = 2x 0,7V) am Eingang die positive Halbwelle am Ausgang bei
ca. 0,7V begrenzt wird; die negative Halbwelle hat aber große Resrven
(ca. 20V).
Wie man an den Arebeitsgeraden sehen kann, habe ich schon einige
Widerstandskombinationen durchprobiert (ich habe auch schonmal testweise
die Widerstände durch Potis ersetzt). Dabei veränderte sich jeweils die
Amplitude der negativen Halbwelle; die positive blieb annähernd gleich.
Hat jemand einen Tipp oder eine Idee, woran es liegen könnte?
Vielen Dank für eure Hilfe!
Schöne Grüße
Franky
Franky32 schrieb:>> Hat jemand einen Tipp oder eine Idee, woran es liegen könnte?>
OK, ich habe keine Ahnung von Röhrenverstärkern, aber der Widerstand R1
scheint mir im Vergleich zu R2 zu hoch. Wie soll denn da Strom bei
positiver Halbwelle fließen?
Franky32 schrieb:> Ich habe vor ein paar Tagen ein Paar 12ax7 geschenkt bekommen.> ... 90V Anodenspannung
Du meint 90V Betriebsspannung?
Lasse Dir eine 12AU7 schenken. (ECC82)
LG
old.
Die 12au7 wäre wegen ihrer größeren Steilheit natürlich auch eine Idee
wert.
Ist dann was fürs nächste Mal :-)
Aber trotzdem sollte es doch kein Problem sein eine 12ax7 an 90V zu
betreiben:
Der aktuelle Aufbau:
R1 = 47k || 47k = 23,5k
R2 = 470R
C2 = 100µF
Somit gilt nach meinen Berechnungen:
Ia = Ua/Rg = 90V / (23500R + 470R) = 3,76mA
Ug = Ia*Rg = 3,76mA * 470R = 1,77V
1,77V / 2 = 0,885V
-> Amplituden von 2x 0,7V < 2x 0,885V
-> Kein Übersteuern
...oder sehe ich da etwas falsch??
Franky32 schrieb:> Die 12au7 wäre wegen ihrer größeren Steilheit
Schau mal ins Datenblatt.
Franky32 schrieb:> Aber trotzdem sollte es doch kein Problem sein eine 12ax7 an 90V zu> betreiben
Doch, das ist ein Problem.
Franky32 schrieb:> R1 = 47k || 47k = 23,5k
Total runterbelastet. :-( Kannst auch gleich einen Transistor nehmen,
wenn Du darauf stehst.
Besorge Dir eine ECC81/82/88, die kommen mit 90V
Betriebsspannung als "Widerstandsverstärker" gut klar.
LG
old.
Zunächst einmal danke old!
Ich bin davon ausgegangen, dass man jede Triode (mehr oder weinger gut)
an fast jeder Spannung betreiben kann.
Woran machst du denn fest, dass die Röhre unterbelastet ist?
Ich finde 3,8mA schon ganz ordentlich..
Ganz allgemein ergibt sich dann die Frage:
Wie komme ich an die minimal erforderliche Anodenspannung?
Ich hätte jetzt grob überschlagen:
(Uin * µ) + Ug = 0,7V * 100 + 1,77V = 71,77V
71,77V < 90V -> 90V reichen aus
Danke,
LG Franky
Franky32 schrieb:> Wie komme ich an die minimal erforderliche Anodenspannung?
Erstmal klärst Du, welche maximale Ausgangssignalspannung
Du erwartest.
Diese teilst Du durch die Verstärkungsziffer.
Dann bekommst Du die Gitterwechselspannung.
Auf deren Spitzenwert addierst Du nochmal
mindestens 0.5V als Sicherheitsfaktor.
Nun hast Du den Mindestbetrag für die negative
Gittervorspannung.
Jetzt schaust Du in den Kennlinien welche Anodenspannung
sich bei Deinem Wunschanodenstrom einstellt.
Dazu addierst Du den Spannungsabfall am Arbeitswiderstand.
Dann bekommst Du die Betriebsspannung.
90V werden das bei der ECC83 wohl eher nicht sein.
Solche Sachen kannst Du übrigens ganz bequem mit LTspice machen.
LG
old.
Optimal aussteuerbar ist der Verstärker, wenn an R1 genau die halbe
Betriebsspannung steht. Das hängt vom Röhrenstrom ab, den du über den
Kathodenwiderstand einstellst.
@ old: Danke sowas habe ich gesucht! Da ist die Bettleküre für heute
abend gesichert ;-)
@Matthias: Danke für den Hinweis. Das war mir so nicht bewusst.
Dann werde ich wohl meine Schaltung auf eine 12au7 anpassen.
Vielen Dank für eure Hilfe!