Hallo Leute, seit einiger Zeit gehen in den Nachrichtenportalen die Meldungen umher, dass einige Digitaluhren zum Teil um Minuten falsch laufen. Betroffen sollen vor allem Radiowecker und Küchengeräte sein. In den Nachrichten spricht man davon, dass es in den letzten Monaten zu Frequenzschwankungen im Stromnetz kam und die Uhren ihre Zeit anhand der 50Hz des Stromnetzes generieren. Ich frage mich, was von der Behauptung zu halten ist. Mein Problem ist, dass ich selbst nicht betroffen bin. Bei mir lief keine einzige Uhr falsch. Die Uhren im Backofen und in der Mikrowelle (hatte beide Geräte bereits offen) haben auf der Platine einen 32,768 kHz Quarz. Und auch der 10 DM, 20+ Jahre alte Radiowecker vom Dachboden hat einen Quarz. Und die Elektronik aus China, die bei uns aufläuft, hat in der Regel einen kompletten RTC-Baustein mit Quarz. Und wenn da die Uhr nachgeht, dann weil der Mikrocontroller zu oft die Uhrzeit pollt. Was meint ihr zu der Behauptung? Wie aus 32,768 kHz ein 1 Hz Tackt generiert wird, verstehe ich. Aber wie bekommt man einen Tackt aus 50 Hz bei 230V hin?
Mathias B. schrieb: > Ich frage mich, was von der Behauptung zu halten ist. Sie entspricht der Wahrheit und wurde hier bereits ad nauseam durchgehechelt. Nur weil Du diverse Uhren hast, die ihr Frequenznormal nicht aus der Netzfrequenz beziehen, bedeutet das nicht, daß das nicht gebräuchlich wäre - früher waren frequenzstabilisierende Bauteile wie Quarze schlichtweg zu teuer, so daß man sie eingespart hat. Heute (und letztlich auch schon vor zwanzig Jahren) ist Elektronik so billig, daß es nicht darauf ankommt, aber das Konzept der Netzsynchronuhr ist um einiges älter. Mathias B. schrieb: > Aber wie bekommt man einen Tackt aus 50 Hz bei 230V hin? Einen Takt (ohne C) kann man leicht ableiten - man muss halt durch 50 teilen, statt durch 32768. Wo ist das Problem?
Mathias B. schrieb: > Aber wie bekommt man einen Tackt aus 50 Hz bei 230V hin? Einen "Tackt" bekommt man daraus nicht, aber einen Takt schon. Man verdoppelt die Frequenz (Zweiweggleichrichtung macht das automatisch) und teilt dann durch 100. Was ist daran schwierig? Macht man offenbar, weil man zu faul ist, den 32-kHz-Quarz irgendwie noch zu justieren (so uhrenmäßig komplett "aus der Dose raus" sind sie dann doch nicht genau genug), und das mit der Netzfrequenz ja im westeuropäischen Verbundnetz eben "schon immer" geklappt hatte. Die Frequenz muss man sowieso stabil halten (aus anderen Gründen), dabei gleich noch mit die Zeit stabil zu halten, erschien offenbar bislang kein zu großes Problem. Ansonsten gibt's für das eigentliche Thema (zumindest für dessen technische Belange – die politischen können wir hier eh nicht lösen) einen eigenen Thread: Beitrag "Netzabweichung im Verbund"
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