Da hier so viele direktimporte machen noch einmal zur Erinnerung:
Ab dem 01.01.2021 ist Schluss mit den Freibeträgen. Dann muss auf jeden
Import MWSt. gezahlt werden. Die staatlichen Stellen (Zöllämter) dürfen
das Eintreiben der MWSt. den Transporteuren überlassen, die eine Gebühr
für diese Dienstleistung erheben können. EU 2017/2455
So ist zu 1 dollar free shipping dann
+ 0,16 Eur MWSt.
+ 9,68 Eur Gebühr (oder weiss der Geier) zu entrichten.
In Schweden ist das seit 01.01.2018 durchgesetzt. Die Zahl der Sendungen
aus China ist dort auf 7% im Vergleich zum Vorjahr gefallen.
Wie das mit Kauf im Vereinigtem Königreich wird, weiss kein Schwein.
Zumindest die DHL ermöglicht es einem seine
Kontodaten/Einzugsermächtigung bei ihnen zu hinterlegen. Dann fällt
zumindest die "Geldbereitstellungsgebühr" (oder so ähnlich wie die sie
nennen) nicht an!
Wieviel sie für den Service verlangen wird sich zeigen, aber auch da
gilt das Prinzip der Marktwirtschaft. Wird also keine horrende Summe
sein oder wird gleich über die Versandkosten abgerechnet.
Ja, mwst wird wohl drauf kommen.. Ist zu einem gewissen grad auch fair.
Eine verzwei- bis zehnfachung (bei Kleinteilen) der Preise, wie sie
deutsche re-seller gerne aufrufen wird es dadurch nicht.
So lange sich die Dienstleister bei der Berechnung von Zoll und
Einfuhrumsatzsteuer an dem orientieren, was die Chinesesen aufs Paket
schreiben, ist das doch eh unkritisch ;)
Oliver
Sebastian L. schrieb:> So ist zu 1 dollar free shipping dann> + 0,16 Eur MWSt.
Wie lange hast du Mehrwertsteuererhöhungen nicht mitbekommen ? Seit dem
Krieg ?
> + 9,68 Eur Gebühr (oder weiss der Geier) zu entrichten.
Eher 25 EUR Gebühr.
Dabei sollten nach dem Gesetzeswillen private Importe zum persönlichen
Gebrauch sowieso abgabenfrei sein.
Nur die Durchführungsverordnungen, die unsinnigerweise nicht bei
Handelsware nachgucken ob die verzollt importiert wurde, sondern bei
jedem Import nach Freimengen und Pauschalgrenzen urteilen und dabei
massenhaft Fehlurteile fällen in denen private Importe trotzdem als
angeblicher Import von gewerbsmässig weiterverkaufter Handelsware
angenommen wird tritt den Gesetzeswillen mit Füssen.
Das würde auch jede Menge Zölllner freisetzen, so daß die nun Drogen,
Schwarzarbeit und Elfenbeinimporte jagen könnten.
Das will die Regierung aber offenkundig absichtlich nicht.
Michael B. schrieb:> Sebastian L. schrieb:>> So ist zu 1 dollar free shipping dann>> + 0,16 Eur MWSt.>> Wie lange hast du Mehrwertsteuererhöhungen nicht mitbekommen ? Seit dem> Krieg ?
er nun wieder....
1 USD steht auf 0,85€
19% davon sind 16,15 Ct. oder 0,16 € MWSt
was hast du daran auszusetzen?
Sebastian L. schrieb:> Ab dem 01.01.2021 ist Schluss mit den Freibeträgen. Dann muss auf jeden> Import MWSt. gezahlt werden.
... und ab 2021 soll dann das gelten, was schon 2016 ein unnötiger
Aufreger war. Man muss zwar die MwSt zahlen - das ist nur fair - aber
die Abwicklung kann so erfolgen, dass der chinesische Händler diese
bereits abführt:
Beitrag "Re: Befreiung für eingeführte Kleinsendungen (22EUR) entfällt"
Das wird vielleicht nicht jede chinesische 1-Personen-GmbH so halten,
aber das dürfte auf Dauer kein Problem sein.
Die EU Webseite dazu bestätigt dies noch einmal:
https://ec.europa.eu/taxation_customs/business/vat/digital-single-market-modernising-vat-cross-border-ecommerce_de
Soll heissen: Eine Bestellung und Lieferung aus Hongkong funktioniert im
Rahmen des OSS geradewegs so wie eine aus deutschen Landen. Ohne Zollamt
und ohne Paketdienst-Fahrer als Kassierer. Nur eben ohne den bisher
üblichen Beschiss, d.h. mit MwSt auch bei Kleinbeträgen.
Michael B. schrieb:> Dabei sollten nach dem Gesetzeswillen private Importe zum persönlichen> Gebrauch sowieso abgabenfrei sein.
Also sollen Importe wie bisher billiger sein, als der Verkauf vor Ort?
Denn vor Ort zahlst du auch unterhalb von 22€ die MwSt. Im Import nicht.
Ist das fair für die lokalen Händler?
> Das würde auch jede Menge Zölllner freisetzen, [...]> Das will die Regierung aber offenkundig absichtlich nicht.
Offenbar doch. Denn eine massive Vereinfachung des Verfahrens für Zoll
und Kunden ist eines der Ziele der neuen Regelung.
Joachim B. schrieb:> er nun wieder....>> 1 USD steht auf 0,85€> 19% davon sind 16,15 Ct. oder 0,16 € MWSt>> was hast du daran auszusetzen?
Oh, Dollar für Euro gehalten.
A. K. schrieb:> Soll heissen: Eine Bestellung und Lieferung aus Hongkong funktioniert im> Rahmen des OSS geradewegs so wie eine aus deutschen Landen. Ohne Zollamt> und ohne Paketdienst-Fahrer als Kassierer. Nur eben ohne den bisher> üblichen Beschiss, d.h. mit MwSt auch bei Kleinbeträgen.
Keine MwSt. (Einfuhrumsatzsteuer) bei Kleinbeträgen ist heutzutage kein
Beschiss, sondern gesetzlich so vorgesehen. Du kannst gerne versuchen
dem Staat 19% für deinen Import von ICs im Wert von 2,50 Euro
aufzudrängen, natürlich gegen Erhalt eines offiziellen Abgabenbescheids.
Viel Spaß.
Der Beschiss beginnt jenseits der Kleinbeträge, wenn der Chinamann es
lustig findet auf ein 200 Euro Messgerät "Gift $15" drauf zu schreiben
und es so ohne Abgaben durch den Zoll kommt. Im Kern bleibt dieser
Beschiss auch nach 2021, nämlich dann, wenn die 19% nur für die fiktiven
$15 (ca. 13 Euro) bezahlt werden. Um beim Beispiel zu bleiben, statt
korrekter 38 Euro landen 2,47 Euro in der Staatskasse.
Hannes J. schrieb:> Im Kern bleibt dieser> Beschiss auch nach 2021, nämlich dann, wenn die 19% nur für die fiktiven> $15 (ca. 13 Euro) bezahlt werden.
Ohne darüber recherchiert zu haben, stelle ich mir das OSS-Verfahren
ungefähr so vor:
Es wird im OSS einen Händleraccount geben, mit Konto zur Abwicklung der
EUSt. Lieferungen werden mit Meldung im OSS eine eindeutige
maschinenlesbare Identifikation erhalten. Diese Kennung (zB QR-Code)
schleust sie am Zoll-Verfahren vorbei und erlaubt eine direkte
Auslieferung (fast track). Jede Lieferung ist somit eindeutig
zugeordnet, vmtl mit konkreter und bepreister Inhaltsangabe statt
anonymer Wertangabe.
Fällt bei Stichprobenkontrollen Beschiss auf, riskiert der Händler, aus
dem OSS-Verfahren zu fliegen. Da das bisherige Verfahren nicht mehr
existieren wird, muss er dann auf das alternative Verfahren mit
Abrechnung der EUSt durch den Paketfahrer ausweichen. Für den Kunden
entsteht dadurch erhöhter Aufwand durch Inkasso bei Lieferung, und es
wird durch eine Inkassogebühr teurer.
Mindestens Unternehmen wie Alibaba, die das OSS-Verfahren möglicherweise
für Kleinhändler abwickeln werden, sowie grössere Lieferanten mit
längerer Lebensdauer, haben dann ein solides Eigeninteresse, sich an die
Regeln zu halten.
A. K. schrieb:> Mindestens Unternehmen wie Alibaba, die das OSS-Verfahren möglicherweise> für Kleinhändler abwickeln werden, sowie grössere Lieferanten mit> längerer Lebensdauer, haben dann ein solides Eigeninteresse, sich an die> Regeln zu halten.
Ich bin mal gespannt, ob die das hinkriegen. Sollen die das bundeln?
Also
a) Haftung übernehmen? - igittigitt.
b) OSS ist für Kleinunternehmen entwickelt. Wer wachsen will stösst, an
Grenzen.
Grössere Exporteure sind mir im B2C Export-Import von China aus kaum
bekannt. Wer sollte das sein?
Die Web-Portale "Ali, Wish & Co" sind doch eben nur "Dienstleister" des
Verkäufers. und auch nach so vielen Jahren ist die Auto-translate
Sprache oft grottig: "Stellungen sparen" und das bei einer Sprache eines
120 Mio Menschen Marktes.
Naja die Briefpost wird sich freuen, sie wird einen Klotz vom Bein los,
und kann Zolleintreibegebühren erheben.
Michael B. schrieb:> Joachim B. schrieb:>> er nun wieder....> Oh, Dollar für Euro gehalten.
Damals (R) war man höflicher. Was ist gegen ein
"Ich möchte sie auf.... hinweisen". und/oder
"Ich bitte meine Fehleinschätzung zu entschuldigen"
einzuwenden?
Wir sind hier nicht bei Facebook. Ein Niedergang des Umgangston ist der
Untergang jedes Forums.
Sebastian L. schrieb:> Damals (R) war man höflicher. Was ist gegen ein> "Ich möchte sie auf.... hinweisen". und/oder
was bitte war an
Joachim B. schrieb:> er nun wieder....>> 1 USD steht auf 0,85€> 19% davon sind 16,15 Ct. oder 0,16 € MWSt>> was hast du daran auszusetzen?
unhöflich?
das "er nun wieder...." war nur meine Anmerkung an manchen / zu vielen
Schnellschüssen vom
Michael B. schrieb:> Wie lange hast du Mehrwertsteuererhöhungen nicht mitbekommen ? Seit dem> Krieg ?
> Eine verzwei- bis zehnfachung (bei Kleinteilen) der Preise, wie sie> deutsche re-seller gerne aufrufen wird es dadurch nicht.
Hier ärgert mich vor allem, dass mein süddeutscher Bastelhöker noch
nicht einmal ansatzweise eine Qualitätskontrolle erkennen lässt.
Oliver S. schrieb:> Also noch paar Jahre Zeit sich das Lager vollzustopfen.> Irgendwann muss man doch alles haben :-)
"Alles haben": Ich habe verdammt viel, aber immer wieder fehlt eine
Kleinigkeit.
Ich schätze es, Kleinteile bestellen zu können, ohne dass die
Versandkosten deren Wert übersteigen. Dass die Lieferung etwas dauert,
na ja, es muß nicht mehr alles gleich und sofort fertig sein.
... die Gebühr ist das, was übel wird. Ich denke dann wird es mehr Lager
in Deutschland geben. Schade, wenn man dann Kleinteile für 5 Euro
benötigt, aber dann 10 Euro Gebühr bezahlen muß...
Reichelt und Conrad werden sich freuen...