Ich habe mal einen Artikel gelesen über ein "neues Problem" bei
Platinen. Nach einiger Zeit sollen aus dem Lot Fäden "wachsen". Sah aus
wie ein Topfkratzer in Miniaturformat. Irgendwann kommt es dann zu
Kurzschlüssen. Das Phänomen wurde auf Lötzinn ohne Blei geschoben.
Genaues wusste man angeblich noch nicht.
Wie ist denn der Stand heute? Vorausgesetzt, jemand weiß, was ich meine.
Bei Google habe ich gerade nichts gefunden. Ich weiß aber, dass ich
damals viele Treffer hatte. Ich weiß aber auch nicht mehr, nach was ich
suchen soll.
Roth schrieb:> Genaues wusste man angeblich noch nicht.
Dieses Problem ist schon seit Jahrzehnten bekannt, wurde aber um 2005
herum im Rahmen der Bleifreieinführung wieder aufgewärmt. Dieses
Nadelwachstum ist aber auch aus anderen Bereich bekannt, z.B.
Zinknadeln, die auf verzinkten Oberflächen wachsen. Es gab Hersteller
von "doppelten Böden" für Rechenzentren, die dies nicht beachteten, was
zu haufenweise Ausfällen irgendwelcher Server führte.
Arno K. schrieb:> Jo..du meinst wohl "tin whiskers"> Hilft das?
Jepp, danke :-) Genau das meine ich.
Was ist denn daraus geworden? WIE wurde Abhilfe geschaffen und wodurch
entsteht der Effekt nun tatsächlich?
Hallo Roth.
Roth schrieb:> Ich habe mal einen Artikel gelesen über ein "neues Problem" bei> Platinen. Nach einiger Zeit sollen aus dem Lot Fäden "wachsen". Sah aus> wie ein Topfkratzer in Miniaturformat. Irgendwann kommt es dann zu> Kurzschlüssen. Das Phänomen wurde auf Lötzinn ohne Blei geschoben.> Genaues wusste man angeblich noch nicht.
Thin Whiskers. Ist ein Exotenproblem.
> Wie ist denn der Stand heute? Vorausgesetzt, jemand weiß, was ich meine.> Bei Google habe ich gerade nichts gefunden. Ich weiß aber, dass ich> damals viele Treffer hatte. Ich weiß aber auch nicht mehr, nach was ich> suchen soll.
Das Problem mit den Whiskers besteht weiter. Ist aber in der üblichen
Elektronik fast nicht relevant, weil es nur Lötverbindungen oder
überhaupt Verzinnte oder Teile aus Zinn betrifft, die aus sehr reinem
Zinn sind.
Sobald eine Legierung Zinn mit irgendwas besteht, ist das Problem weg.
Es gibt aber mehr Probleme mit Bleifrei, die je nach Fall mehr oder
weniger schwerwiegend sind.
Bleifrei benetzt schlechter und steigt schlechter durch Spalte.
Das bedeutet mehr Vorarbeit beim reinigen der Lötstellen und größere
Genauigkeit erforderlich.
Bleifrei benötigt was um 30°C höhere Löttemperatur als Bleihaltig.
Dadurch gelangt man beim Löten oberhalb eines Punktes, wo die Haftung
eines Lötpads auf der Platine durch das Löten irreversibel
verschlechtert wird. Und zwar bei jedem Lötvorgang erneut. Das ist sehr
unangenehm bei Prototypen, an denen viel herumgelötet wird.
Darum wird dort auch heute noch sehr viel bleihaltig gelötet.
Durch die höhere Löttemperatur und das fehlende Blei verzundern
Lötspitzen schneller und lassen sich dann auch noch schlechter reinigen.
Durch die höhere Löttemperatur bestehen verstärkt Probleme beim verlöten
temperaturempfindlicher Bauteile. Z.b. keramische Kondensatoren mit X7R
Dielektrikum wegen mechanischer Verspannungen.
Die Duktilität von bleifreiem Löt ist schlechter. Daraus resultieren
ebenfalls Probleme bei mechanischen Verspannungen.
Die Temperaturwechselfestigkeit von bleifreien Loten ist schlechter als
die von bleihaltigen.
Es gibt zwar immer eine Legierung, die ein spezielles Problem löst, aber
dafür wird dann an anderer Stelle etwas schlimmer.
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten bleifreien lote nach Erkalten
mattgrau sind, ähnlich wie eine "kalte Lötstelle" bei bleihaltigem Lot.
Eine optische Sichtkontrolle in der Produktion ist damit aber fast
unmöglich.
Darum hat man eine Legierung eingeführt, die auch nach Erkalten noch
etwas glänzt. Die glänzt aber fast immer, auch bei schlechten
Lötstellen. Eine
Sichtkontrolle ist dadurch auch nicht zuverlässiger geworden, aber die
Kunden sind zufriedener, weil sie die blanken Lötstellen halt noch als
"gut" von früher kennen.
Dafür benetzt das Zeug dann wiederum schlecht......
Die ternären Zinnlegierungen hat man wohl auf der Suche nach einem guten
Ersatzlot alle durch, und ist jetzt bei den quaternären.....seit ca. 10
Jahren ohne Erfolg. Natürlich versprechen einem die Verkaufsfritzen das
blaue vom Himmel......
Für sicherheitskritische Anwendungen wird darum auch heute noch oft
bleihaltig vorgeschrieben. Insbesondere venn es um den Einsatz in weiten
Temperaturbereichen geht.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Dankeschön für die wirklich tollen Hinweise. Ich wußte schon nicht mehr,
ob ich das wirklich gelesen habe, oder nur geträumt. Bei Google habe
ich, ohne den Begriff zu kennen, NULL gefunden...
Ich habe vor kurzem Lötzinn bestellt, bleihaltiges... Aber ich löte auch
nicht viel.
Hallo Roth.
Roth schrieb:> Ich wußte schon nicht mehr,> ob ich das wirklich gelesen habe, oder nur geträumt. Bei Google habe> ich, ohne den Begriff zu kennen, NULL gefunden...
Das mit den "Thin whiskers" war halt mal ein Hype. vermutlich aus
rhetorischen Gründen, weil zwar, in den Situationen, ein sehr
ernsthaftes Problem, das auch nachvollziehbar war, aber auch ein
exotisches, was kaum jemanden betraf.
> Ich habe vor kurzem Lötzinn bestellt, bleihaltiges... Aber ich löte auch> nicht viel.
Ich löte auf der Arbeit bleifrei. Mittlerweile habe ich mich auch an die
Handhabung gewöhnt, aber privat meide ich das. Vor allem, wenn es um
problematische Stellen geht.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Es gibt aber mehr Probleme mit Bleifrei,
Bleifrei hat aber auch Vorteile, die werden von den ewigen Nörglern
gerne verschwiegen:
Hält höheren Bauteiltemperaturen stand, wiegt weniger und Silberlote
leiten besser (und vermutlich noch einige mehr, die mir jetzt nicht
einfallen).
Bernd W. schrieb:> Darum wird dort auch heute noch sehr viel bleihaltig gelötet.
Gefühlt vermutlich mehr als tatsächlich. ;-) Die Liste der genehmigten
Ausnahmen wird allmählich kleiner, viele der anfänglichen Probleme sind
zumindest in der Serie mittlerweile im Griff. Handlöten ist zwar damit
etwas anspruchsvoller, aber wir haben auch schon Lötanfänger damit
hantieren lassen, geht durchaus.
Roth schrieb:> WIE wurde Abhilfe geschaffen
Dort, wo es wirklich drauf ankommt, behilft man sich wohl mit Überzügen
(Schutzlack oder sowas). Kannst du aber im Internet nachlesen.
Jörg W. schrieb:> Dort, wo es wirklich drauf ankommt, behilft man sich wohl mit Überzügen> (Schutzlack oder sowas). Kannst du aber im Internet nachlesen.
Also die Fäden wachsen immer noch, oder was haben die Überzügen
auszusagen?
Was ist denn nun der Grund? Das fehlende Blei? Und wieso kann tote
Materie überhaupt "Fäden" wachsen lassen? Für mich ist das fast ein
Mysterium ...
Roth schrieb:> Also die Fäden wachsen immer noch, oder was haben die Überzügen> auszusagen?
Lies doch selbst nach, das Stichwort hast du doch nun …
Was der Grund ist, weiß wohl nach wie vor niemand genau. Man weiß aber,
dass es nur bei (fast) reinem Zinn passiert (es genügt auch eine
galvanische Verzinnung der Pins, tin whiskers gab es daher schon vor der
Erfindung des bleifreien Lötens). Ich glaube mich zu erinnern, dass
thermischer Stress (Temperaturwechsel) das begünstigt, und alles
Mögliche stört es, eben Anwesenheit von Blei oder irgendein Lack drüber.
> Und wieso kann tote> Materie überhaupt "Fäden" wachsen lassen?
Weil es bei Temperaturen jenseits des absoluten Nullpunkts immer
irgendwelche Molekularbewegung gibt, die auch Kristalle umschichten
kann.
Roth schrieb:> Und wieso kann tote> Materie überhaupt "Fäden" wachsen lassen? Für mich ist das fast ein> Mysterium ...
Na dann setz Dich mal vor Deinen Salzstreuer und sinniere ein wenig über
dieses Mysterium nach.
Jörg W. schrieb:> Weil es bei Temperaturen jenseits des absoluten Nullpunkts immer> irgendwelche Molekularbewegung gibt, die auch Kristalle umschichten> kann.
Von Salzen kenne ich das (z.B. Salpeter-Ausblühungen). Dazu ist aber
zwingen notwendig Wasser erforderlich. Das ist bei tin whiskers nicht
so, und das irritiert mich doch sehr.
Hallo Faulpelz.
Faulpelz schrieb:> Bernd W. schrieb:>> weil es nur Lötverbindungen oder überhaupt Verzinnte oder Teile aus>> Zinn betrifft, die aus sehr reinem Zinn sind.>> Das liest sich aber hier genau anders rum:>> "Weiterhin muss bei der Whiskerbildung bei einer Lotlegierung der> Zinnanteil betrachtet werden. Wenn der Zinnanteil der Legierung kleiner> als 70 Prozent ist, tritt der Effekt des Whiskerwachstums nicht auf."> https://de.wikipedia.org/wiki/Whisker_(Kristallographie)#Whiskerwachstum
Ich hatte meine Info von hier:
https://nepp.nasa.gov/whisker/background/index.htm
Dort ""Hair-like" Crystalline structures that May Grow from mostly pure
Tin (or Zinc) Finished Surfaces."
Hängt vieleicht auch an der Interpretation von "mostly pure". Es könnten
auch reine Stellen in einer mehrphasigen Legierung gemeint sein.
> Roth schrieb:>> Und wieso kann tote Materie überhaupt "Fäden" wachsen lassen?>> Für mich ist das fast ein Mysterium ...>> Dann schau mal hier:> https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/49/Zinc_whiskers.jpg
Von https://nepp.nasa.gov/whisker/background/index.htm
"Growth Mechanism(s): UNKNOWN!
Diffusion Processes within finish or on Surface are likely involved, but
what drives diffusion into specific grains and then launches them out
from surface?
fundamental Research is INCOMPLETE."
Weiter unten auf der Seite steht noch etwas mehr über die vermuteten
Ursachen.
Zinn ist bei näherer Betrachtung schon ein komisches Zeug, auch was den
Übergang von Beta zu Alpha Zinn angeht, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zinnpest
Was ich schon in der Kindheit beobachtet habe, ist, dass sich
Gegenstände aus relativ reinem Zinn wie Zinngeschirr mit der Zeit
anfangen "von selber" zu zerbeulen und zu verbiegen.
Mein damaliger Physiklehrer kannte das Phänomen auch und erklärte das
mit dem Phasenübergang zwischen Alpha und Beta Zinn bei 13,2 °C. Der
scheint
aber eher für die Zinnpest verantwortlich zu sein.
Möglicherweise spielt auch mit hinein, dass Zinn relativ weich ist.
Temperaturspannungen durch ungleichmäßige Erwärmung/Abkühlung führen
dann zu einer plastischen Verformung, und bei jedem mal Abkühlen und
Erwärmen wird es schlimmer.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Hallo Jörg.
Jörg W. schrieb:>> Darum wird dort auch heute noch sehr viel bleihaltig gelötet.>> Gefühlt vermutlich mehr als tatsächlich. ;-) Die Liste der genehmigten> Ausnahmen wird allmählich kleiner, viele der anfänglichen Probleme sind> zumindest in der Serie mittlerweile im Griff.
Naja. Eher hat man sich oft die Randbedingungen angeschaut, und dann
halt dort Einschränkungen gemacht. Z.B. hat man sich überlegt, ob man
wirklich den vollen Temperaturbereich braucht....
> Handlöten ist zwar damit> etwas anspruchsvoller, aber wir haben auch schon Lötanfänger damit> hantieren lassen, geht durchaus.
Zwischen "es geht" und "es ist gut" ist aber schon ein Unterschied.
>> WIE wurde Abhilfe geschaffen>> Dort, wo es wirklich drauf ankommt, behilft man sich wohl mit Überzügen> (Schutzlack oder sowas). Kannst du aber im Internet nachlesen.
Ein Coating verlangsamt das Whisker-Wachstum, aber unterbindet es nicht.
siehe
https://nepp.nasa.gov/docuploads/95565195-0E5A-40D8-98D88425FF668F68/JayBrusseRevision2.pdf
Aber ein Coating kann die Wahrscheinlichkeit verringern, das ein Whisker
einen Kurzschluss macht
Siehe
https://nepp.nasa.gov/whisker/reference/tech_papers/2012-Panashchenko-IPC-Art-of-Metal-Whisker-Appreciation.pdf
Seite 15.
Aber auszuschliessen ist das trozdem nicht. Seite 93.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Faulpelz schrieb:> Dann schau mal hier:> https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/49/Zinc_whiskers.jpg
Das ist die Rache des GOTTES. Weil ihm die Wissenschaft ins Handwerk
pfuschen will. Stichwort KI. "Ihr wollt sein wie ich? Seht her, das ist
euer Werk. Das kommt dabei raus, wenn ihr Menschen glaubt, ihr könnt
was"
Oder anders gesagt:
Lehrer: "Wie ist die Vergangenheitsform von 'Der Mensch denkt, und Gott
lenkt'?"
Fritzchen: "Der Mensch dachte, und Gott lachte"
:-))
Bernd W. schrieb:> Zinn ist bei näherer Betrachtung schon ein komisches Zeug, auch was den> Übergang von Beta zu Alpha Zinn angeht, siehe:> https://de.wikipedia.org/wiki/Zinnpest
Zinnpest :D Das kannte ich auch noch nicht. Hört sich gefühlt nach
Mittelalter an.
> Was ich schon in der Kindheit beobachtet habe, ist, dass sich> Gegenstände aus relativ reinem Zinn wie Zinngeschirr mit der Zeit> anfangen "von selber" zu zerbeulen und zu verbiegen.
Sage ich doch, Mystik Aber auf mich hört ja immer nie jemand.
> Möglicherweise spielt auch mit hinein, dass Zinn relativ weich ist.> Temperaturspannungen durch ungleichmäßige Erwärmung/Abkühlung führen> dann zu einer plastischen Verformung, und bei jedem mal Abkühlen und> Erwärmen wird es schlimmer.
Nö. Das ist Magie. Der Zinn-Geist. Hatte vor gut vier Wochen auch sowas
ähnliches. Völlig unerwartet, zerstörte es in nur 10 Sekunden mein Werk.
Eine fertige 150A-Hochstromplatine. Was habe ich gemacht? Natürlich Nix.
Nur ein Gedanke. Ich könnte meinem sehr kupferhaltige Produkt eigentlich
ein Tauchbad in Seno Glanzzinn gönnen. Die Platine hats verdient, habe
ich mir überlegt, so viel Arbeit... Also rein ins Glanzzinn-Bad. Erst
habe ich es gar nicht gerafft. CHLOR strömte in die Küche. Gasmelder
sprang an. Im Becken sprudelte es wie wild. Das kannte ich so gar nicht.
Alles, was aus ZINK war (also Zink, nicht Zinn) hat sich in Windeseile
in ein schwarzes chemischen Etwas verwandelt. Das waren die
Rohrkabelschuhe, alle Schrauben, Muttern und das komplette
Montagematerial.
Hallo Roth.
Roth schrieb:> CHLOR strömte in die Küche. Gasmelder> sprang an. Im Becken sprudelte es wie wild. Das kannte ich so gar nicht.
Erinnert mich an meine Kindheit. In der Küche in der Edelstahlspüle
Chlorgas erzeugt. Wurde aber etwas viel. Also Fenster aufreissen,
Kanarienvogel vom Haken und fliehen.
Nach einer einer halben Stunde hatte die Reaktion aufgehört, und ich
konnte die Küche wieder betreten.....die Edelstahlspüle hatte eine
elegante schwarze Färbung angenommen. Ich habe stundenlang mit Schmirgel
und Polierpaste hantiert, um zumindest wieder sowas wie einen
metallischen Glanz hinzubekommen. ;O)
> Alles, was aus ZINK war (also Zink, nicht Zinn) hat sich in Windeseile> in ein schwarzes chemischen Etwas verwandelt. Das waren die> Rohrkabelschuhe, alle Schrauben, Muttern und das komplette> Montagematerial.
Die Rohrkabelschuhe, die ich kenne, sind fast alle aus verzinntem
Kupfer. Ok, ich habe auch schon welche aus vernickeltem Eisen gesehen,
aber dass war für einen Heissbetrieb. Bei Schrauben und Muttern könntest
Du den Zinkanteil im Messing meinen. Montagematerial wie
Führungsschienen und Haltewinkel ec. könnte natürlich aus Zinkdruckguss
sein.
Roth schrieb:> Das ist die Rache des GOTTES. Weil ihm die Wissenschaft ins Handwerk> pfuschen will. Stichwort KI. "Ihr wollt sein wie ich? Seht her, das ist> euer Werk. Das kommt dabei raus, wenn ihr Menschen glaubt, ihr könnt> was"
Vermutlich denken wir komplett anders. Aber wenn ich Gott wäre, würde
ich jeden furchtbar in den Hintern treten, der mich anbetet, statt einer
wie auch immer gearteten Tätigkeit (und da würde ich dann sogar
Faulenzen aktzeptieren) nachzugehen.
Ich kann mich fast nicht in Leute mit religiösem Empfinden hineindenken.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Die Rohrkabelschuhe, die ich kenne, sind fast alle aus verzinntem> Kupfer. Ok, ich habe auch schon welche aus vernickeltem Eisen gesehen,> aber dass war für einen Heissbetrieb. Bei Schrauben und Muttern könntest> Du den Zinkanteil im Messing meinen. Montagematerial wie> Führungsschienen und Haltewinkel ec. könnte natürlich aus Zinkdruckguss> sein.
Verzinkte Schrauben waren das. Mit den Kabelschuhen hast du recht.
Kupfer ist normal verZINNt. War trotzdem alles schwarz. Die Kabelschuhe
habe ich abgeschliffen, Schrauben + Montagematerial gegen Neuteile
getauscht.
> Aber wenn ich Gott wäre, würde ich jeden furchtbar in den Hintern> treten, der mich anbetet.
Ich auch. Die Narren würde ich scheuchen...sollen lieber arbeiten gehen
Bernd W. schrieb:> ...
Ich habe beruflich hunderte Platinen zu je Tausenderstückzahlen im Serie
zu betreuen. Die sind ALLE bleifrei. Und teils mehr als 20 Jahre als
(ja, im gewerblichen Bereich kommt das vor!).
Was die angeblichen Probleme angeht:
Temperaturen: Mir sind 0 Fälle von vertoasteten Bauteilen bekannt.
Benetzung / Lötstellen: Die Prozessstatistik sagt nein, das passt
Whiskers : Mir sind 0 Fälle bekannt
Ich traue mir zu, zu sagen, bleifreie Lötung ist problemlos prozessicher
hinzubekommen, und die damit gelöteten Platinen sind dauerhaft sind (>20
Jahre Felderfahrung in Großstückzahlen) und qualitativ hochwertig.
Blei ist für normale Elektronik unnötig, und man hat den bleifreien
Prozess sicher im Griff.
Ob es vor meiner Zeit Probleme gab, kann ich nicht sagen. Heute gilt:
Blei nötig? Nein!
Was die Sicherheitstechnik angeht:
Wir haben zig SIL3-Platinen in Großserie, die sind alle bleifrei
verarbeitet. Dem TÜV wurde das auch so vorgelegt, schon bei den
Konzeptprüfungen. Bei der allgemeinen Qualität der bleifreien Platinen
(validiert durch Langzeiterfahrungen im Feld) traue ich mir auch die
Aussage zu, dass das kein Sicherheitsproblem ist.
Auch für Sicherheitstechnik gilt: Blei nötig? Nein.
An bleifreien Lötstellen habe ich das auch noch nicht gesehen, aber mal
länger nach einem (sporadisch auftretenden) Fehler gesucht an einer
verzinnten Abdeckung eines Steckverbinders.
Anbei ein selbst aufgenommenes Foto - so sehen schöne Whisker aus.
Fehler war nach Auskunft des Herstellers der Abdeckung wohl ein
fehlerhafter Aufbau der Verzinnung, irgend eine galvanische
Zwischenschicht wurde vergessen. Ich kenne mich da nicht so aus ....
HildeK schrieb:> Anbei ein selbst aufgenommenes Foto - so sehen schöne Whisker aus.> Fehler war nach Auskunft des Herstellers der Abdeckung wohl ein> fehlerhafter Aufbau der Verzinnung, irgend eine galvanische> Zwischenschicht wurde vergessen. Ich kenne mich da nicht so aus ....
Ja, Verzinnung von Bauteilen dürfte die einzige Stelle sein, wo man
reines Zinn antreffen wird. Und vielleicht bei verzinnten Leiterplatten.
Lötzinn ist legiert. Angeblich gibts das Problem da nicht. Bin aber kein
Experte.
Schönes Foto, und danke fürs hier reinstellen :-)
Reines Zinn ist sowieso ein seltsames Material. Zinnpest ist sehr
schräg:
https://www.youtube.com/watch?v=FUoVEmHuykM
Oder:
https://www.youtube.com/watch?v=ITgfscq6__A
Hallo soso....
soso... schrieb:> Die sind ALLE bleifrei. Und teils mehr als 20 Jahre als> (ja, im gewerblichen Bereich kommt das vor!).
Und ich kenne auch Platinen, die in den 70er, 80er Jahren in Through
hole entwickelt wurden und immer noch gebaut werden, wo das Layout nicht
auf bleifrei angepasst wurde. Die werden problemlos gefertigt, was Löten
angeht, aber wenn ich bei einer Fehlbestückung etwas ändern muss, fängt
der Ärger an.....
> Was die angeblichen Probleme angeht:> Temperaturen: Mir sind 0 Fälle von vertoasteten Bauteilen bekannt.
Doch, kenne ich, interessanterweise keine Halbleiter, sondern große
keramische Kondensatoren mit X5R oder X7R Dielektrikum. Verbrannt kann
man dabei auch schlecht sagen, sie hatten Sprünge und daraus
resultierend Kapazitätsverlust oder Kurzschlüsse. Das resultierte aus zu
ungleichmäßiger Erwärmung, und die möglichen zu hohen
Temperaturgradienten können bei höheren Temperaturen auch höher werden.
Die sich ablösenden Pads bei Prototypen, an denen öfter was geändert
wird oder bei Geräten, die mehrfach Repariert werden hatte ich ja oben
schon erwähnt.
Insgesammt wird Dein Toleranzfeld beim Löten in der Temperatur nach
unten beschnitten, was bedeutet, dass es enger wird und schwieriger zu
treffen. Das bedeutet nicht, dass es unmöglich wird, etwas zu Löten. Du
must aber mehr Sorgfalt und Zeit investieren.
> Benetzung / Lötstellen: Die Prozessstatistik sagt nein, das passt> Whiskers : Mir sind 0 Fälle bekannt
Whiskers habe ich persönlich nie (bewusst) erlebt. Aber dass könnten die
Kurzschlüsse an hochomig angesteuerten Gates sein, die nach einer
Überprüfung plötzlich weg sind.....
> Ich traue mir zu, zu sagen, bleifreie Lötung ist problemlos prozessicher> hinzubekommen, und die damit gelöteten Platinen sind dauerhaft sind (>20> Jahre Felderfahrung in Großstückzahlen) und qualitativ hochwertig.> Blei ist für normale Elektronik unnötig, und man hat den bleifreien> Prozess sicher im Griff.
Bei meinem alten Handhelt GPS hatte ich im Winter öfter das Problem,
dass Lötstellen offen wurden. Temperaturwechsel im Betrieb können zum
Problem werden.
Die Frage stellt sich dienstlich für mich eher nicht, weil alles doch in
relativ gut klimatisierten Räumen betrieben wird.
> Ob es vor meiner Zeit Probleme gab, kann ich nicht sagen. Heute gilt:> Blei nötig? Nein!
Solange es Grosserien betrifft auch sicher nicht, weil das Umfeld darauf
ausgelegt ist, möglist definierte und saubere Prozessumgebungen zu
bieten.
Aber das hinzubekommen ist bei Reparaturen im Feld wesentlich
aufwändiger.
> Was die Sicherheitstechnik angeht:> Wir haben zig SIL3-Platinen in Großserie, die sind alle bleifrei> verarbeitet. Dem TÜV wurde das auch so vorgelegt, schon bei den> Konzeptprüfungen. Bei der allgemeinen Qualität der bleifreien Platinen> (validiert durch Langzeiterfahrungen im Feld) traue ich mir auch die> Aussage zu, dass das kein Sicherheitsproblem ist.>> Auch für Sicherheitstechnik gilt: Blei nötig? Nein.
Grundsätzlich mag das machbar sein, wenn auch schon in der Entwicklung
darauf geachtet wurde. Aber es ist es halt wesentlich aufwändiger, die
passenden Randbedingung bei der Fertigung einzuhalten. Alles muss besser
passen, und die Oberflächen müssen gut sein und das Iemperaturprofil
besser passen. Umgekehrt betrachtet bedeutet das aber, dass es mehr
Komplexität und viele potentielle Fehlerquellen gibt. Viel kritischer
als bei verbleit.
In der Grossserie bestimmt kein Problem, in der Kleinserie und bei
Einzelstücken sollte man sich überlegen, ob man sich das einhandelt.
Tut mir Leid, wenn ich nicht so in Deinen Jubel einstimmen mag.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Bernd W. schrieb:> Und ich kenne auch Platinen, die in den 70er, 80er Jahren in Through> hole entwickelt wurden und immer noch gebaut werden, wo das Layout nicht> auf bleifrei angepasst wurde. Die werden problemlos gefertigt, was Löten> angeht, aber wenn ich bei einer Fehlbestückung etwas ändern muss, fängt> der Ärger an.....
Bleifrei ist seit >20 Jahren Standard. Die 80er sind fast 40 Jahre
vorbei, die 70er fast 50 Jahre. Solche Platinen produziert man heute
nur, wenn man zwingend muss (zertifizierte Medizintechnik wäre ein
solcher Fall).
Bernd W. schrieb:> Doch, kenne ich, interessanterweise keine Halbleiter, sondern große> keramische Kondensatoren mit X5R oder X7R Dielektrikum. Verbrannt kann> man dabei auch schlecht sagen, sie hatten Sprünge und daraus> resultierend Kapazitätsverlust oder Kurzschlüsse. Das resultierte aus zu> ungleichmäßiger Erwärmung, und die möglichen zu hohen> Temperaturgradienten können bei höheren Temperaturen auch höher werden.
Und das liegt häufig an mechanischen Stress, und hat nichts mit Bleifrei
zu tun. Alle solchen Fälle mit denen ich zu tun hatte konnten eindeutig
auf mechanischen Stress zurückgeführt werden (z.B. von naheliegenden
Befestigungen), und alle Fälle (wo kein Redesign möglich war) ließen
sich durch Flex-Kerkos lösen.
Würde die Temperaturtheorie stimmen, müssten die Flex-typen auch
brechen, weil der Aufbau des Kondensatorkörpers identisch ist.
Bernd W. schrieb:> Grundsätzlich mag das machbar sein, wenn auch schon in der Entwicklung> darauf geachtet wurde. Aber es ist es halt wesentlich aufwändiger, die> passenden Randbedingung bei der Fertigung einzuhalten.
Das ist einfach falsch. Bleifrei ist Stand der Technik. Unser Fertiger
verlangt z.B. einen Aufpreis (!) für verbleit. Bleifrei ist sowieso
meist auch keine Frage von wollen, sondern müssen. Seit der Einführung
von ROHS darf man verbleite Elektronik (außer in wenigen Ausnahmen) gar
nicht mehr verkaufen.
Wir haben 2018, nicht 1995. Es gibt Jahrzehnte Erfahrung mit der
Technik.
Hallo soso.....
soso... schrieb:>> Doch, kenne ich, interessanterweise keine Halbleiter, sondern große>> keramische Kondensatoren mit X5R oder X7R Dielektrikum. Verbrannt kann>> man dabei auch schlecht sagen, sie hatten Sprünge und daraus>> resultierend Kapazitätsverlust oder Kurzschlüsse. Das resultierte aus zu>> ungleichmäßiger Erwärmung, und die möglichen zu hohen>> Temperaturgradienten können bei höheren Temperaturen auch höher werden.>> Und das liegt häufig an mechanischen Stress, und hat nichts mit Bleifrei> zu tun. Alle solchen Fälle mit denen ich zu tun hatte konnten eindeutig> auf mechanischen Stress zurückgeführt werden (z.B. von naheliegenden> Befestigungen),
Natürlich sind die Brüche auf mechanischen Stress zurückzuführen. Aber
dieser ist eine Summe aus allen Verspannungen, denen das Bauteil
ausgesetzt ist. Egal welche Ursache sie haben. Und thermische
Verspannungen des Bauteils beim Löten zählen dazu.
Der Lötprozess vergrößert schon den mechanischen Stress, dem das Bauteil
ausgesetzt ist:
"Ceramic Capacitor Failures and Lessons Learned" Seite 16
Von https://www.osti.gov/servlets/purl/1106635
Interessant ist auch die Applikationsschrift von Darfon:
http://www.darfon.com.tw/Cn/Folder/MLCC/MLCC/NP0%20high%20Q%20sreies.pdf
Auf Seite 28 wird für Handlöten eine maximale Temperatur von 300°C
angesetzt, wobei die Leistung des Kolbens auf 20W begrenzt ist, und die
Spitze auf einen Durchmesser von 3mm. Vermutlich um den Wärmefluss und
zu schnelles Aufheizen zu begrenzen.
Toll wenn Du ein Design vor der Nase hast, wo breite, dicke Leiterbahnen
für hohe Ströme vorgesehen sind, und die Kondensatoren aus Angst vor
parasitären Induktivitäten und Widerstand auf Pads ohne Thermals an
diese Leiterbahnen gesetzt sind. Die kriegst Du mit einem solchen Eisen
fast nicht warm. Bleihaltig hast du schon dadurch Reserven, weil das Lot
bei ca. 30°C geringer fliesst. Das ist weniger Temperaturunterschied,
UND Du hast eher eine Chance, das überhaupt flüssig zu bekommen.
Andere Hersteller erwähnen in ihen Applikationsschriften Handverlötung
erst garnicht (ausser Heissluft), und beschränken sich auf Wave und
reflow, und in einigen Bauformen auf Reflow. Dabei wird ausdrücklich auf
den Preheatprozess verwiesen, und darauf, die Temperaturdifferenzen
klein zu halten.
Siehe die Applicationsschrift von Kemet:
http://www.kemet.com/Lists/ProductCatalog/Attachments/53/KEM_C1002_X7R_SMD.pdf
auf seite 14.
Die Automotive Serie handhabt das nicht anders:
http://www.kemet.com/Lists/ProductCatalog/Attachments/349/KEM_C1023_X7R_AUTO_SMD.pdf
Interessant ist auch die Schrift "CRACKS: THE HIDDEN DEFECT" von Maxwell
(AVX):
https://www.avx.com/docs/techinfo/CeramicCapacitors/cracks.pdf
Dort wird ausdrücklich erwähnt, das ca. 25% aller Brüche auf thermische
Schocks zurückzuführen sind.
> und alle Fälle (wo kein Redesign möglich war) ließen> sich durch Flex-Kerkos lösen.> Würde die Temperaturtheorie stimmen, müssten die Flex-typen auch> brechen, weil der Aufbau des Kondensatorkörpers identisch ist.
Flex ist unkritischer bei Verspannungen, egal aus welchen Quellen die
Verspannungen kommen.
>> Grundsätzlich mag das machbar sein, wenn auch schon in der Entwicklung>> darauf geachtet wurde. Aber es ist es halt wesentlich aufwändiger, die>> passenden Randbedingung bei der Fertigung einzuhalten.> Das ist einfach falsch. Bleifrei ist Stand der Technik. Unser Fertiger> verlangt z.B. einen Aufpreis (!) für verbleit.
Weil mitlerweile bleihaltig exotisch ist, teilweise extra Anlagen
benötigt und überhaupt ein Störfaktor im normalen bleihaltig Prozess
geworden ist.
> Bleifrei ist sowieso meist auch keine Frage von wollen, sondern müssen.> Seit der Einführung von ROHS darf man verbleite Elektronik> (außer in wenigen Ausnahmen) gar nicht mehr verkaufen.
Es ist ja auch richtig, dass bleifrei für Konsumerprodukte Vorschrift
geworden ist. Das heisst aber nicht, dass es nicht Ausnahmen geben muss,
und dass Du für bleifrei Probleme lösen musst, die verbleit überhaupt
nicht oder nur in viel geringerem Umfange auftreten würden.
> Wir haben 2018, nicht 1995. Es gibt Jahrzehnte Erfahrung mit der> Technik.
Und es hat viele Bauchplatscher beim Erlernen dieser Technik gegeben.
Und sie verlangt immer noch ein deutlich höheres know how und
Geschicklichkeit.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Kurt schrieb:> Bleifrei ist eine politische Entscheidung, keine technologisch sinnvoll> begründbare.Technologisch ohnehin nie (es hat also niemand deshalb forciert, weil
er behauptet hätte, damit ließe es sich einfacher oder sonstwie
vorteilhafter löten), toxikologisch schon eher.
Andererseits, wie MaWin oben schon schrieb, kann es technologisch sogar
ein Vorteil sein, wenn die Bauteile auf diese Weise wärmer werden
dürfen, ohne sich auszulöten. Das sind aber natürlich Sonderfälle.
Kurt schrieb:> Bleifrei ist eine politische Entscheidung, keine technologisch sinnvoll> begründbare.
So isses. Wie beim CO2.
Und jetzt trinke ich erst mal ein schönes Glas sprudelndes
Mineralwasser. Ich alte Umwelts@u.
Also was die Bastelei angeht, war ich mit bleifrei auch nie zufrieden.
Seitdem ich auf irgendsoeine Legierung von den Jungs hier umgestiegen
bin, hat sich das geändert:
https://www.almit.de/lotdraehte-lotbarren-bleifrei
Erheblich besser als zB das beste was Felder so im Angebot hat. Lötet
sich fast so gut wie bleihaltig.
Kurt schrieb:> Bleifrei ist eine politische Entscheidung, keine technologisch sinnvoll> begründbare.
Genauso wie
- bleifreies Benzin
- cadmiumfreie Farben für Kinderspielzeug
- FCKW-freie Spraydosen
- ...
Technologisch unbegründet, ging ja auch mit ganz gut und die Kinder sind
aj selbst schuld, wenn sie ihr Spielzeug in dem Mund stecken.
Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der Töpfereien ihre
schmermetallhaltigen Glasuren einfach in den Bach kippten, in dem wir
spielten. Ich bin froh, dass meine Kinder an einem etwas saubereren Bach
spielen können, auch wenns nicht optimal ist.
In Deiner Welt möchte ich nicht leben.
Bernd W. schrieb:> Das mit den "Thin whiskers" war halt mal ein Hype. vermutlich aus> rhetorischen Gründen, weil zwar, in den Situationen, ein sehr> ernsthaftes Problem, das auch nachvollziehbar war, aber auch ein> exotisches, was kaum jemanden betraf.
Doch Verkürzung der Kriechstrecke und dadurch Gefahr von
Funktionsstörungen durch Überschläge betrifft jeden der fliegt und sonst
wie von Elektronik abhängig ist, die geringem Luftdruck ausgesetzt ist.
https://www.aviationtoday.com/2012/07/01/system-design-death-by-tin-whiskers/
In dem Text wird auch ein Problem von Toyata-Autos 2011 berichtet, das
auf whiskers im Pedal-Sensor zurückgeführt wurde.
Whiskers ist mitnichten ein rein rhetorisches Exotenproblem.
Hallo C. A. Rotwang.
C. A. Rotwang schrieb:> Doch Verkürzung der Kriechstrecke und dadurch Gefahr von> Funktionsstörungen durch Überschläge betrifft jeden der fliegt und sonst> wie von Elektronik abhängig ist, die geringem Luftdruck ausgesetzt ist.>> https://www.aviationtoday.com/2012/07/01/system-design-death-by-tin-whiskers/
Jaja, aber es gibt halt nur wenige, die so etwas Entwickeln. Und die
legieren ihr Lötsinn passend, oder arbeiten mit Überzügen und was da
sonst noch für Tricks üblich sind.
> In dem Text wird auch ein Problem von Toyata-Autos 2011 berichtet, das> auf whiskers im Pedal-Sensor zurückgeführt wurde.
Auch an den sicherkeitskritischen Stellen der KFZ Elektronik entwickeln
nur wenige.
> Whiskers ist mitnichten ein rein rhetorisches Exotenproblem.
Wenn Du es auf Enduser beziehst magst Du recht haben, aber insgesammt in
der Entwicklung ist das schon ein recht exotischer Bereich, mit dem nur
wenige zu tun haben.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Karl schrieb:> Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der Töpfereien ihre> schmermetallhaltigen Glasuren einfach in den Bach kippten, in dem wir> spielten. Ich bin froh, dass meine Kinder an einem etwas saubereren Bach> spielen können, auch wenns nicht optimal ist.>> In Deiner Welt möchte ich nicht leben.
Genau.
Ich bin alt genug, um den Gestank des Autoverkehrs und die Auswirkungen
auf den Wald noch live miterlebt zu haben. Früher war außerdem der
lokale Fluss ziemlich schmutzig - bei Niedrigwasser roch es immer nach
Abwasser.
wir haben trotzdem dort gespielt.
Heute hat sich sehr viel verbessert. Der Fluss ist sauber, und das nicht
nur auf den ersten Blick, Autos stinken nicht mehr so schlimm, und so
tolle Dinge wie Keuchhusten bei Schulkindern haben stark abgenommen. Der
Wald sieht langsam etwas besser aus (das war teils schon sehr augenfällg
in den späten 80ern).
Das Blei im Lot ist global nur ein kleiner Punkt, aber ein wichtiger.
Schwermetalle sind giftig.
Und weil das bleifrei Löten inzwischen gut funktioniert, kann ich nicht
nachvollziehen, warum man unbedingt zur alten, schmutzigen Methode
zurückwill.
Wenn jede Umweltschutzmaßnahme so geringe Auswirkungen hätte wie die
Umstellung auf bleifreies Lot, wäre die Welt schon lang gerettet.
+1 für 'soso'
ich löte seit vielen Jahren nur noch bleifrei mit dem Amasan BF32-3.
Hier ein Thread darüber: Beitrag "Vergleich Lötzinne: Felder EL Sn100Ni+ und Amasan BF32-3"
Meist nehme ich 0,5mm für die üblichen Bauteile und bedrahtetes in
0,8mm.
Bleihaltiges Lot benutze ich allenfalls (wenn überhaupt) 1x pro Jahr,
wenn ich eine dicke Leitung löten muss.
In meiner Schublade habe ich noch zwei andere bleifreie Lote (ich
glaube, beides von Stannol), aber die benutze ich nicht mehr, seit ich
das Amasan kennengelernt habe denn da liegen Welten zwischen!