Guten Abend allerseits, meine Aufgabe besteht darin, eine angestrahlte Schießscheibe die in 15m Entfernung befindlich ist, auf einem herkömmlichen Monitor abzubilden um das Trefferbild darzustellen. Wie immer: möglichst ohne großen Aufwand. Scheibe ist ca. 26x26 cm, und soll lesbar ca. 1:1 dargestellt werden (wie beim Biathlon) als feste Installation. Da im Schussfeld nichts installiert werden darf/kann - ihr wisst warum - hehe - , muss es eben von der Ferne gehen. Bin kein Optiker, kein Fotograf, und habe daher leider keine Ahnung wie das preisgünstig zu lösen ist. Idealerweise via IP-Cam - billiger Rechner (nur für diesen Zweck) - Monitor. Mein Problem ist die Optik. Was wäre zu empfehlen? Welche Optik passt zu preiswerten Cams? Wie muss die Brennweite sein? Wäre sehr dankbar für entsprechende Hinweise, Tips, und bin nicht immer belehrungsresistent :) Besten Dank, gute Nacht, Orwell
Boes M. schrieb: > [...] Schießscheibe die in 15m Entfernung [...] > > Scheibe ist ca. 26x26 cm, [...] Ahh. Also gilt: Breite zu Entferung ist ungefähr 1:60. > Mein Problem ist die Optik. [...] Wie muss die > Brennweite sein? Es gilt der Strahlensatz: Für jeden Millimeter Bildgröße brauchst Du 60mm Brennweite. Billigste Lösung ist wahrscheinlich ein Tchibo-Teleskop :) Fernglas als afokaler Vorsatz für die Webcam geht im Prinzip auch, nur wird die Bildschärfe erbärmlich sein. Kleinbild-Optiken sind nur mäßig geeignet; Mittelformat verstößt heftig gegen den Wunsch "möglichst billig".
Danke für die schnelle Antwort. Das Budget ist ca 500€ dafür, Tchibo mag ich nicht so :D Und gerade auf die Bildschärfe - die Zielscheibe mit den Ringen - , kommt es an. Ich brauche also etwas, was auf ne stinknormale IP-Cam passend gemacht werden kann. Jaja, perpetuum.... :D Beste Grüße, Orwell
Boes M. schrieb: > Das Budget ist ca 500€ dafür, Ahh... dann kam das etwas falsch 'rüber. 500 Euro ist ja schon was. > Tchibo mag ich nicht so :D Karstadt oder Quelle geht auch... > Und gerade auf die Bildschärfe - die Zielscheibe mit > den Ringen - , kommt es an. Ist mir klar. Ich wollte nur vor überhöhten Erwartungen warnen. Wenn Du Svarovski- oder Zeiss-Qualität haben willst, musst Du auch Svarovski- oder Zeiss-Preise zahlen. > Ich brauche also etwas, was auf ne stinknormale IP-Cam > passend gemacht werden kann. Warum? Ich würde mich an Deiner Stelle im Astro-Bereich umsehen. Es gibt kleine Astrokameras, die statt eines Okulars in das Teleskop eingesteckt werden; die haben i.d.R. USB- Anschluss. Das praktische Problem wird darin bestehen, dass Du ein extrem kurzbrennweitiges Teleskop brauchst -- mit einer üblichen Brennweite um 1m herum bekommst Du nur 10% der Scheibe ins Bild. Alternativ dazu eine "normale" Brennweite (z.B. 500mm) und eine Barlow-Linse, die die Brennweite verkürzt. Ein kleiner 114/500-Newton, ein Reducer zur Brennweiten- verkürzung (auf 250mm) und eine Okularkamera passen vermutlich gerade ins gegebenen Budget.
Ich würde einen "normalen" Camcorder nehmen, zB. Panasonic HC-V 380. <250€ Der hat 50-fach optischen Zoom, 1080p/50fps HDMI und AV und WIFI für Zoomsteuerung und Bild auf Smartphone oder Tablet und einen einfachen HDMI oder AV Monitor. Mit 50fach/90fach intelligent Zoom kannst Du auf 15m sehen, ob das Einschussloch eckig oder rund ist. Und Du hast den Zoom zum genauen Einstellen des Bildbereichs, brauchst keinen Rechner und theoretisch reicht auch ein Tablet ohne den Monitor.
Egon D. schrieb: > Kleinbild-Optiken sind nur mäßig geeignet; Mittelformat > verstößt heftig gegen den Wunsch "möglichst billig". Ein Zoom oder Tele ausreichender Qualität bekommt man günstig auf Flohmärkten. Da reicht auch ein "analoges" Tele für ältere Spiegelreflexkameras. Boes M. schrieb: > Ich brauche also etwas, was auf ne stinknormale IP-Cam passend gemacht > werden kann. Das Problem wird eher sein, die Optik der IP-Cam zu entfernen, denn die sind üblicherweise extrem kurzbrennweitig - und mies. Alternativ wäre ein Raspi mit Raspi-Cam. Ich weiss nicht, wie die gut die Kameras sind, aber zumindest kommst Du da mit der Optik ran. Und Du hast gleich den Rechner für Bildauswertung, Speicherung, Anzeige mit dran.
Ich würde eher zu einem Spektiv raten. Von Bresser gibt es recht gute und günstige. Vorteil: kann man gut mitnehmen, braucht kein Strom, und kann man auch für andere Dinge verwenden. Sollte es doch eine Kamera sein, suche eine mit möglichst geringem Öffnungswinkel. Und die Kamera kann sicher auch an der Decke oder am Boden vor der Scheibe montiert werden. Wenn ihr so schlecht schießt dass ihr die Scheibe nicht trifft, dann braucht ihr auch keine Kamera ;-)
Ein Spektiv für Sportschützen ( klein, handlich ) mit einer passenden USB Okularkamera. Oder, was aauch schon genannt wurde ein fertiger Video Camcorder mit entsprechend starkem optischen Zoom. Den Camcorder würde ich bevorzugen, weil er sich allen Lichtverhältnissen besser anpassen kann und generell eine bessere Bildqualität bringt, als irgendwelche Bastellösungen. 15m sind nicht wirklich viel, das sollte der richtige Camcorder locker bildfüllend darstellen können. Ausserdem ist eine Mitschnitt damit denkbar einfach... Hat IMO nur Vorteile.
Der Klassiker ist eine (Überwachungs-)Kamera nach Wahl mit C-Mount. Dazu das passende C-Mount Teleobjektiv. Alternativ das Ganze mit CS-Mount. https://de.wikipedia.org/wiki/C-Mount Hier gibts noch Tabellen zum Abschätzen der benötigten Brennweite je nach Diagonale des Kamerasensors: https://en.wikipedia.org/wiki/C_mount
Ich würde an der Decke in Ziel-Nähe eine Webcam schräg nach unten schauen lassen und die Perspektive in Software korrigieren. z.B. mit der Raspberry Pi Kamera und ImageMagick oder so. Es muss ja keine hohe Framerate erreicht werden.
Du kennst die Sicherheitsregeln auf Schießständen nicht. Es hat schon seinen Grund, warum die so aussehen. Es geht um Vermeidung von Splitterwirkung, nicht nur primär (Projektil->Aufbau), auch sekundär (Projektil->Ziel->Splitter->Aufbau). Auf 15m wird es kein 18.000J-Stand sein. Aber wenn dort nichts montiert werden soll, wird dort nichts montiert.
Das wäre tatsächlich auch mein erster Gedanke gewesen, aber das die so hart sind... na gut. Ich würde jetzt erstmal versuchen etwas Gefühl dafür zu bekommen. Eine Kamera ausleihen, die in Sachen optischen Zoom irgendwie dahinkommt, wo du sagst, da gibt es was vernünftiges zu kaufen, mich mal an den ungefähren Platzierungsort für die Kamera hinstellen und von dort aus ein Foto machen. Und dann am Rechner halt gucken, wie weit man digital reinzoomen muss, und ob das Bild dann noch was taugt.
Herr M. schrieb: > Mit 50fach/90fach intelligent Zoom kannst Du auf 15m > sehen, ob das Einschussloch eckig oder rund ist. Naja. Der von Dir erwähnte HC-V 380 hat Blende 4.2 am langen Ende, das entspricht einem Zerstreuungskreis von 5µm Durchmesser. 50mm Brennweite und 15m Entfernung gibt einen Abbildungs- maßstab von 300. Details, die kleiner als ca. 1.5mm (300*5µm) sind, können selbst mit einer absolut fehlerfreien Optik nicht mehr aufgelöst werden -- und zwar aus rein physikalischen Gründen. Die realen Unvollkommenheiten jeder Optik kommen noch oben drauf. Die Idee mit dem Camcorder ist trotzdem gut :)
Beitrag #5578555 wurde von einem Moderator gelöscht.
Für 20 und 50m hatten wir 120mm Zoom-Objektive auf ganz normalen Überwachungskameras mit CS-Mount. Für die üblichen Platinenkameras gibt es CS-Adapter die statt der üblichen 12x0.5 oder 14mm Bajonett Adapter aufgeschraubt werden. Sieht zwar komisch aus, 20cm Objektiv und 2cm Kamera, funktioniert aber gut.
Und eine einfache Kompaktknipse? Die sind mittlerweile recht gut geworden. Ich habe eine Panasonic TZ61, mit 30x optischem Zoom und Bildstabi. Dazu hat die einen HDMI Ausgang wo man das Bild auch auf einem Monitor anzeigen kann. Oder per WiFi auf ein Tablet/Smartphone. Im Anhang ist mal ein schneller Test, Im Zimmer einen Verstärker in 5m Entfernung fotografiert. Einmal kleinste Brennweite, einmal voller Optischer Zoom + Digital, ca. 50x. Aus der Hand fotografiert (und meine Hand ist heute morgen nicht gerade ruhig :) und bei schlechter Beleuchtung)! Der Sensor der TZ hat viel Rauschen, da gibt es auch noch bessere.
Johannes S. schrieb: > Und eine einfache Kompaktknipse? Die meisten dieser Dinger schalten sich bloss nach einer Weile automatisch ab. Wenn man das deaktivieren kann?
Bei der TZ61 kann man das „Auto aus“ auf verschiedene Zeiten oder aus stellen.
Männer, recht vielen Dank für die vielen Gedanken und Anregungen. Leider bin ich derzeit dermaßen eingespannt, dass ich jetzt erst antworten kann. Der Einfachheit halber werden wir diese Sache mit fertigem Equipment, - also einer Videokamera nebst Monitor probieren. Gründe: - keine Bastelei; - Garantie auf die Geräte; - kaum Wartung; - keine Arbeit bei der Installation; Falls die Ergebnisse zu wünschen übrig lassen, geh ich euch wieder auf die Bälle. :D Nochmals vielen Dank für die Mühe und die vielen Ideen.* Beste Grüße, Boes *gibt gleich ne neue Frage an die Netzwerktechniker: Beitrag "Arztpraxis, Netzwerk mit zentralem Server herstellen"
Anbei mal ein Beispiel für den 50opt/90intell. -fach Zoom. Panasonic HC-W590 Abstand ca.15m. Video wegen Dateigrösse von 24 Mbps auf 1.3 Mbps 'verschlechtert', hat aber beim Standbild nichts zu sagen. Mit Stativ noch ein bisschen besser ;-)
Herr M. schrieb: > Anbei mal ein Beispiel für den 50opt/90intell. -fach > Zoom. Panasonic HC-W590 > Abstand ca.15m. Beeindruckend. Danke. Meine Rechnung weiter oben ist natürlich Quatsch, denn ich bin darauf reingefallen, dass von einem 50FACH-ZOOM die Rede war und nicht von 50mm BRENNWEITE. Die reale Brennweite ist also noch deutlich länger und die Verhältnisse sind besser. Das Bild beweist es.
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