Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Power-Fail: Glitches filtern


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von Sören (Gast)


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Hallo,

jetzt habe ich die Schaltung entspr. diesem Artikel aufgebaut (Schaltung 
mit Regler IC1-LP2950):
https://www.mikrocontroller.net/articles/Speicher#EEPROM_Schreibzugriffe_minimieren

Das ganze funktioniert soweit auch. Nur ist es so, dass es auf der 
Versorgungsspannung, die von einem Steckernetzteil kommt, immer wieder 
Glitches gibt. Das passiert z.B. wenn ich den Lötkolben, den Staubsauger 
einschalte, oder auch den Lichtschalter langsam betätige, so dass es 
funkt. Diese Glitches werden irrtümlich als Power Fail erkannt.

Wie kann ich diese weg filtern? Ich dachte an ein LC-Filter (C-L-C). 
Aber wo müsste das hin? Wahrscheinlich vor den Abgriff des Power Fail 
Signals? Und wie würde man das Filter dimensionieren?

Ich hab's auch schon per Software probiert: Ein paar Mikrosekunden 
abwarten, dann nochmal messen. Damit lassen sich kurze Glitches filtern, 
nicht aber längere.
Deshalb würde ich das Problem lieber an der Wurzel packen anstatt an den 
Auswirkungen herum zu basteln.

Und noch eine Frage: In der Schaltung liegt R3 (100k Ohm) zwischen den 
Versorgungsleitungen. Was ist seine Aufgabe?

Danke.
Sören

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Sören schrieb:
> Ein paar Mikrosekunden abwarten, dann nochmal messen. Damit lassen sich
> kurze Glitches filtern, nicht aber längere.
Du bist in der falschen zeitlichen dimension unterwegs: filtere ein paar 
Millisekunden...

> Und noch eine Frage: In der Schaltung liegt R3 (100k Ohm) zwischen den
> Versorgungsleitungen. Was ist seine Aufgabe?
Für ein halbwegs definiertes "Low" zu sorgen, wenn VIN einfach 
abgeschaltet oder ausgesteckt wird. Das wird aber durch den später 
eingeführten R2 eigentlich auch erreicht. Insofern ist das "doppelt 
gemoppelt".

> Ein paar Mikrosekunden abwarten, dann nochmal messen.
Nimm statt des simplen Wartens eine sinnvolle Entprellung mit passender 
Entprellzeit für diesen Eingang.

: Bearbeitet durch Moderator
von Falk B. (falk)


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@ Sören (Gast)

>funkt. Diese Glitches werden irrtümlich als Power Fail erkannt.

Dann hast du aber einen ziemlich losen Aufbau. Steckbrett?

>Wie kann ich diese weg filtern? Ich dachte an ein LC-Filter (C-L-C).

Nein, bei Signalen ohne Leistung nimmt man RC, das ist einfacher und 
meist ausreichend. 100nF an Vin und 1nF an den Logikeingang _N_POER_FAIL 
und gut.

: Bearbeitet durch User
von Sören (Gast)


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Danke mal für diese Einsichten.

Das ganze ist auf einer Lochraster-Platine aufgebaut.

Jetzt habe ich nochmal gemessen: So ein Glitch liegt kommt am Eingang 
des Spannungsreglers an, damit auch an das Power-Fail Signal. Und am 
Ausgang des Spannungsreglers ist der gleiche Glitch zu sehen.

Muss ich das RC-Glied dann in die Zuleitung der Versorung einfügen, also 
dort, wo der Glitch rein kommt?
Dann wäre gleichzeitig die Versorgung (Regler) und Power-Fail entstört, 
oder?

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Sören schrieb:
> Muss ich das RC-Glied dann in die Zuleitung der Versorung einfügen, also
> dort, wo der Glitch rein kommt?
Nach wie vor: so ein RC-Glied bildet man leichter in der Software ab 
(das nennt sich dort dann "Entprellung"), denn da lassen sich leichter 
irgendwelche Werte anpassen und ändern...

> Dann wäre gleichzeitig die Versorgung (Regler) und Power-Fail entstört
Die Versorung ist mit einem RC-Glied am µC Pin natürlich nicht 
"entstört". Dieses RC-Glied dient ausschließlich der Filterung von 
Störungen am µC-Eingang.

> Jetzt habe ich nochmal gemessen: So ein Glitch liegt kommt am Eingang
> des Spannungsreglers an, damit auch an das Power-Fail Signal.
Miss nochmal. Und zwar einfach von Masse nach Masse. Z.B. von der 
Reglermasse zur µC-Masse oder einem anderen Massepunkt deiner Schaltung. 
Du wirst staunen: die Störung ist sogar auf der Masse.

Sören schrieb:
> Das passiert z.B. wenn ich den Lötkolben, den Staubsauger
> einschalte, oder auch den Lichtschalter langsam betätige, so dass es
> funkt. Diese Glitches werden irrtümlich als Power Fail erkannt.
Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die Schaltung ist im 
100k-Bereich und damit überaus hochhomig. Mit einem Kondensator am 
µC-Pin reduzierst du diesen Widerstand (oder besser die Impedanz). Und 
nur niederimpedante Schaltungen sind störfest.

von Sören (Gast)


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Vielen Dank!
Mit dem RC-Glied ist es schon viel besser. Den Rest erledigt dann die 
Software-Entprellung. Jetzt lasse ich's mal laufen, gehe aber davon aus, 
dass es so gut ist.

von Purzel H. (hacky)


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Ein vernuenftiges Netzteil sollte solche Glitches doch auch schon 
entfernen. Was fuer ein Netzteil verwendest du ?

von Sören (Gast)


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Wahrscheinlich habe ich am falschen Ende gespart: Das Netzteil ist ein 
ganz günstiges Steckernetzteil. Wo es hergestellt wurde, muss ich wohl 
nicht sagen.

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