Hallo
Ich habe in einem Museum in Sri Lanka zwischen diversen Tellern und
Schalen eine alte Keramik von Siemens entdeckt.
Unten hat das Ding noch einen Boden, es sieht tatsächlich wie eine Art
Becher aus.
Weiß jemand, wofür die Keramik mal verwendet wurde?
Ich vermute irgend eine Art von Isolator?
Als Materialien kommen fast nur Steatit od. Porzellan in Frage.
Da glasiert, vermutlich eher Porzellan.
Voltaic battery klingt interessant.
Ist da noch mehr vorhanden als die schnöde Hülse mit Boden?
Irgendetwas, das einen Rückschluß auf die angedachte Funktion erlauben
würde?
Alte und "vergessene" Technik? ;)
Grüße
Leider gab es da nicht mehr.
Ich habe in Sri Linka ein paar Museen gesehen, bei dem alles mögliche in
Vitrinen gepackt wurde, dass irgendwie alt aussieht.
Um das Ding war alles mögliche an Geschirr, Teller mit VOC-Logo, Krüge,
Tassen und eben das gute Stück :)
Mehr habe ich dazu leider nicht gefunden.
Tilo L. schrieb:> Allerdings hat "meine" Keramik noch eine Lassur und keine poröse> Oberfläche.
Du meinst eine Glasur, steht ja auch drauf ("leadless glaze", d.h.
bleifreie Glasur).
kann das ein Isolator sein?
oder zumindest aus der Isolatorenherstellung ein Kaffeepot als Gag?
In meiner Industriezeit wurden aus dem vollen Holz auch kopiergefräste
Telefone (in Eiche, Mahagoni, Wurzelholz) für den Vorstand gefertigt und
mit Originaltechnik bestückt.
Uhu U. schrieb:> Joachim B. schrieb:>> oder zumindest aus der Isolatorenherstellung ein Kaffeepot als Gag?>> Dazu ist es wohl zu alt…
wieso?
auch früher wurde getrunken.
oder es ist en Glockenisolator, man sieht ja nur die Hälfte.
Tilo L. schrieb:> Ganz vergessen:> Auf dem Bild erkennt man die Größe nicht.> Das Ding hat einen Durchmesser von ca. 10cm und eine Höhe von 15-20cm.
Kommt doch in etwa hin. Hatte ja auch ein paar hundert Ah.
Zinkbecher und ein 'Sack' Braunstein/Kohle auffüllen mit Salmiakgeist.
Vom Innenleben benutzer Zellen ist wohl selten etwas übrig.
Ich tippe auf 'Primärzellengehäuse' Anno 1921 , Ob es da nun war? ;)
edit: also wenn dann ~"Telegraphenbatterie im Vorkriegsdesign"
ein paar Jahre später war das dann wohl alles vergangen und vergessen.
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Eine poröse Keramik findet sich in anderen am Leclanche-Design
orienterten Zellen (Marmeladengläser) an Stelle des im Bild zu sehenden
'Sack'/Wickels.
H. O. schrieb:> Zinkbecher und ein 'Sack' Braunstein/Kohle auffüllen mit Salmiakgeist.> Vom Innenleben benutzer Zellen ist wohl selten etwas übrig.>> Ich tippe auf 'Primärzellengehäuse' Anno 1921 , Ob es da nun war? ;)
Schwer zu sagen, ob es das nun war. ;)
Könnte eben so gut etwas in Richtung der "Säulen" von Ritter oder Volta
gewesen sein.
Wobei die Ritter-Säule ja bereits eine wieder aufladbare Batterie bzw.
ein Akku war.
https://de.wikipedia.org/wiki/Voltasche_S%C3%A4ulehttps://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/nawi.inst.251/Didactics/Geschichte_der_Elektrochemie/modern/ritter5.html
Stutzig macht bei dem Teil des TE allerdings das Jahr 1921, das weit
mehr als 100 Jahre nach Volta und Ritter liegt.
Hinzu kommt, daß es da auch schon längst Bleiakkus gab.
http://www.bahnen-im-rheinland.de/wb/hagen.htm
Wie Du schon sagtest:
Wenn vom Innenleben nichts mehr da ist, bleiben wohl nur noch
Vermutungen übrig.
Grüße
Joachim B. schrieb:> wieso?> auch früher wurde getrunken.
Getrunken schon, aber derlei "Gags" sind eine "moderne", vom derzeitigen
Zeitgeist inspirierte Erscheinung.
L. H. schrieb:>> Stutzig macht bei dem Teil des TE allerdings das Jahr 1921, das weit> mehr als 100 Jahre nach Volta und Ritter liegt.> Hinzu kommt, daß es da auch schon längst Bleiakkus gab.
Die ersten halbwegs brauchbaren Primärzellen ~1836 waren
Daniell-Elemente.
Die brauchten aber wohl auch zwei Elektrolyte.
So etwa 50 Jahre später kamen Leclanché und Edison-Lelande
(unterschiedliche Chemie und Konstruktion) diese gabs dann in
unterschiedlichsten Bauformen runde und eckige Gläser aus Porzellan mit
Stabelektrode oder auch einen Zinkring, -becher etc ...
Dann auch Trockenzellen in Blech, die Lagerfähigkeit dürfte begrenzt
gewesen sein. Alles davor bestenfalls experimentell.
Bleiakku ~1863 aber deren Benutzern gings auch auch nicht anders als
heute, wenn man ihn braucht ist er leer.
Im Anhang, ein Testbericht Nasszelle aus 1923.
Passt schon noch in die Zeit.
www.digitalarchives.bt.com/CalmView/Default.aspx
H. O. schrieb:> Die ersten halbwegs brauchbaren Primärzellen ~1836 waren> Daniell-Elemente.
Ob wirklich die ersten brauchbaren Primärzellen Daniell-Elemente waren,
ist bisher noch etwas unklar. ;)
https://de.wikipedia.org/wiki/Bagdad-Batterie> Im Anhang, ein Testbericht Nasszelle aus 1923.> Passt schon noch in die Zeit.
Ja, zumal das Dokument sich auch auf den Verwendungszweck im
Zusammenhang mit Siemens Bros.&Co. bezieht.
Könnte man sicher auch noch weiter erhärten, wenn man sich ansieht, was
Siemens Bros.&Co. alles betrieb.
U.a.:
http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/ar291060
Werden wohl auch nach 1893 noch weiter dazugelernt haben, um auch z.B.
in so einem "Topf", wie vom TE gezeigt, Passendes/Zweckmäßiges
unterbringen zu können.
Danke Dir für den Hinweis auf in England Digitaliertes.
Solche Werke sind - wie auch Dingler - oft wahre "Fundgruben". :)
Grüße
Joachim B. schrieb:> wenn man so überlegt dessen Fertigung zu einem Quader mit Fräsungen für> die Kippen, alles nicht so einfach im Silizium.
Was sollte daran schwierig sein?
Rein technisch ist das gar kein Problem, wenn man Diamantwerkzeug(e)
einsetzt.
Dauert halt, aber das ist auch schon alles.
Grüße