Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug WIG Elektrode, Verunreinigung an der Spitze


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo, kommt jemandem hier dieses Phänomen bekannt vor?
Das sind 2.4mm WC20 Elektroden. Nach ein bis zwei Minuten Brenndauer 
bekomme ich solche konusförmigen Schirme an der Spitze. Was kann das 
sein? Habe schon mit Gasfluss und Stromstärke experimentiert. Leider 
muss ich die Spitzen deswegen recht oft wechseln, weil der Lichtbogen 
dadurch breiter wird und schlechter kontrollierbar.

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Nach ein bis zwei Minuten Brenndauer
> bekomme ich solche konusförmigen Schirme an der Spitze.

Du hast Dreck/Öl/... in der Schweißzone. Reinigen der Bleche mit Aceton 
vor dem Schweißen sollte helfen.
Ansonsten sieht auch der Schliff und die Elektrode an sich ziemlich grob 
aus; richte die Scheibe an deinem Bockschleifer mal ab. Bei 2,4mm würd 
ich auch etwas spitzer schleifen (Länge Spitze ~ 3*D).
Wieso ist die Elektrode eigtl. schwarz und rauh oder täuscht das Foto?


> Das sind 2.4mm WC20 Elektroden.

Würde dir die Seltenerd-Varianten empfehlen: Pink (Lymox) oder Türkis. 
Halten länger und zünden besser.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Alexander S. schrieb:
> Du hast Dreck/Öl/... in der Schweißzone. Reinigen der Bleche mit Aceton
> vor dem Schweißen sollte helfen.
Ich schleife die Flächen mit einer Flex an und entfette sie vor dem 
Schweißen.

> Ansonsten sieht auch der Schliff und die Elektrode an sich ziemlich grob
> aus; richte die Scheibe an deinem Bockschleifer mal ab.
Was heißt abrichten?

> Bei 2,4mm würd ich auch etwas spitzer schleifen (Länge Spitze ~ 3*D).
Ok, danke. Werde ich testen.

> Wieso ist die Elektrode eigtl. schwarz und rauh oder täuscht das Foto?
Die im Foto habe ich mal rundrum abgeschliffen, weiß nicht mehr warum. 
Allerdings bildet sich dieser Klumpen auch an allen anderen 9 Elektroden 
aus, die ich habe. Die sind nicht angerauht.

> Würde dir die Seltenerd-Varianten empfehlen: Pink (Lymox) oder Türkis.
> Halten länger und zünden besser.
Danke, werde ich mal probieren.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja, Sauberkeit ist oberstes Gebot bei WIG!

Die gesamte Wolfram-Elektrode sieht mir sehr merkwürdig aus.

Üblicherweise sind diese Elektroden auf der kompletten Länge sehr glatt 
und maßhaltig rund.

Deine Elektrode sieht aus wie ein vergrössertes Haar.

Irgendetwas stimmt da nicht.

Mach mal Fotos von allen Elektroden.

von dudley (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
welches material schweißt du damit überhaupt

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Wie gesagt, die Elektrode im Foto habe ich mal ringsrum angeschliffen. 
Das Problem taucht aber auch bei allen anderen Elektroden dieser Sorte 
auf (andere Sorten nie getestet).

Ich habe gerade im Web gelesen, dass zu geringe Stromstärken zum 
Herauslösen von Wolframpartikeln führen können. Ich betreibe diese 2.4mm 
Spitze bei ca. 120A. Das ist zu wenig, stimmt's? Warum können dadurch 
Wolframpartikel herausgelöst werden? Warum passiert das nicht bei 
höheren Stromstärken?

Ich habe gerade 2.0mm pinke Elektroden bestellt. Mal schauen ob das 
damit auch auftritt.

Schweißen tue ich damit Baustahl.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Wie gesagt, die Elektrode im Foto habe ich mal ringsrum angeschliffen.
> Das Problem taucht aber auch bei allen anderen Elektroden dieser Sorte
> auf (andere Sorten nie getestet).
>
> Ich habe gerade im Web gelesen, dass zu geringe Stromstärken zum
> Herauslösen von Wolframpartikeln führen können.

Wie sollte das funktionieren?

> Ich betreibe diese 2.4mm
> Spitze bei ca. 120A. Das ist zu wenig, stimmt's?

Nein, das ist völlig im normalen Bereich.

Wir schweißen hier halbautomatisch Dünnstbleche (0,2mm Titan) mit - 
allerdings spitz angeschliffenen - 2,4mm-Elektroden und keinen 10A(!).
Da löst sich nichts von den Elektroden.

> Warum können dadurch
> Wolframpartikel herausgelöst werden? Warum passiert das nicht bei
> höheren Stromstärken?

Ich habe weder das eine noch das andere gehört und auch noch nie 
festgestellt. Ansonsten wäre das auch ganz schlecht für Stomanhebung und 
-absenkung.

> Ich habe gerade 2.0mm pinke Elektroden bestellt. Mal schauen ob das
> damit auch auftritt.
>
> Schweißen tue ich damit Baustahl.

Wie geschrieben: die Oberfläche Deiner Elektroden sieht absolut ungesund 
aus (vom schlechten Anschliff mal abgesehen ;-). Ist Dir nicht 
aufgefallen, dass neue Elektroden eine ganz glatte Oberfläche haben?

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Wie geschrieben: die Oberfläche Deiner Elektroden sieht absolut ungesund
> aus (vom schlechten Anschliff mal abgesehen ;-). Ist Dir nicht
> aufgefallen, dass neue Elektroden eine ganz glatte Oberfläche haben?

Ich werde heute Abend Fotos von meinen anderen Elektroden posten, damit 
das Missverständnis ausgeräumt ist ...

Abgesehen davon werde ich mal versuchen mit minimalem Druck auf die 
Elektrode zu schleifen. Vielleicht werden die Riefen so kleiner.
Kann man die Elektroden nach dem Anschleifen auf einem Doppelschleifer 
noch irgendwie mit Diamantfeilen nachbarbeiten? Eine 
Diamantschleifscheibe bekomme ich auf meinen Doppelschleifer nicht 
drauf.

von Walter T. (nicolas)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Kann man die Elektroden nach dem Anschleifen auf einem Doppelschleifer
> noch irgendwie mit Diamantfeilen nachbarbeiten?

Das ist normal nicht nötig.

Mich wundert das Bild auch etwas. Sieht so aus, als wäre die Elektrode 
vor der Spitze tangential angeschliffen worden. Kannst Du mal ein Bild 
einer frisch abgeschlagenen und angeschliffenen Elektrode posten?

Schwarzen Dreck habe ich bislang bei Stahl nur dann bekommen, wenn ich 
eine Zinkschicht nicht sorgfältig genug abgeschliffen habe oder wenn 
zuwenig Gasfluß vorhanden ist.

: Bearbeitet durch User
von Alex W. (a20q90)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Welches Gas verwendest du und in welcher Reinheit?

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Alex W. schrieb:
> Welches Gas verwendest du und in welcher Reinheit?

Standard Argon 4.6. Flasche neu gekauft, noch Originalfüllung drin.

von Teo D. (teoderix)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Deine Elektrode sieht aus wie ein vergrössertes Haar.

Mein erster Gedanke war, das sieht aufgeschmolzen aus.

von Alex W. (a20q90)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Alex W. schrieb:
>> Welches Gas verwendest du und in welcher Reinheit?
>
> Standard Argon 4.6. Flasche neu gekauft, noch Originalfüllung drin.

Dann erhöhe mal den Gasfluss. Normalerweise sollte da sich nichts 
absetzen können, solange das Gas bzw die Leitung selbst sauber ist.

: Bearbeitet durch User
von dudley (Gast)


Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
falsch rum angeschlossen, da scheint der baustahl eher auf deine 
elektrode gewander zu sein  stahl+  ---->  -elektrode

von dudley (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
und warum nimmst du wig und gutes argon für baustahl? zu viel geld ?

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Teo D. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Deine Elektrode sieht aus wie ein vergrössertes Haar.
>
> Mein erster Gedanke war, das sieht aufgeschmolzen aus.

Ja, irgendwie so etwas - auf jeden Fall hatte ich noch nie solche 
Oberflächen an den Elektroden.

dudley schrieb:
> und warum nimmst du wig und gutes argon für baustahl? zu viel geld ?

Warum sollte er kein WIG nehmen? Wenn es um perfekte Schweißnähte geht, 
ist unabhängige Materialzuführung das A und O.

Und warum nicht relativ reines Argon? Das kostet kaum mehr als Mischgas, 
er kann aber mit einer Flasche Stahl, Alu, Titan, Messing usw. 
schweißen.

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Die Aufpilzung an der Spitze könnte auch damit zu tun haben wo du 
schweißt: In den Seigerungszonen sammeln sich Schwefel, Phosphor, 
Kohlenstoff; die relativ leicht verdampfen und sich an der Elektrode 
absetzen. Die Schirmartige Form kommt vom Lichtbogen.
Kann man sehr gut bemerken wenn man Baustahl-Profile (U, T, 
Vierkantrohr) an bestimmten Stellen schweißt. Da denkt man "Was ist das 
denn für ein Rotz-Stahl, das läuft ja garnicht". Sieht man auch am 
Schweissbad wie so eine Art Schlacke ringsrum.
Wenn dann die Elektrode auch noch sehr rauh ist haftet der Mist noch 
besser.

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
>> Ansonsten sieht auch der Schliff und die Elektrode an sich ziemlich grob
>> aus; richte die Scheibe an deinem Bockschleifer mal ab.
> Was heißt abrichten?

Abrichten heißt:
Eine traditionelle Scheibe gerade abzuziehen und sie gleichzeitig damit 
auch aufzuschärfen.
Genauer gesagt, frische und schnittfreudige Kornspitzen bereitzustellen.

Womit schleifst Du Deine Spitzen?
Kornart? (Hilfsweise reicht auch Angabe der Farbe der Scheibe)
Korngröße?

Und wie schleifst Du sie?
Frei Hand?

Maxim S. schrieb:
> Kann man die Elektroden nach dem Anschleifen auf einem Doppelschleifer
> noch irgendwie mit Diamantfeilen nachbarbeiten?

Kann man, wenn man sich gerne unnötige Arbeit machen will. ;)
Mit "passenden" Scheiben, kann man sich das aber "schenken".

> Eine
> Diamantschleifscheibe bekomme ich auf meinen Doppelschleifer nicht
> drauf.

Und was meinst Du, warum nicht?
Natürlich kannst Du auf jeden Schleifbock auch Dia-Scheiben spannen. :D

Als "Sofort-Maßnahme" kann ich Dir zunächst nur raten, die Spitze 
erheblich länger zu machen.
Denn 3 x D ist nur eine "Faustregel".
Mit längeren Spitzen schweißt es sich meistens angenehmer, weil weniger 
"Streumöglichkeit" für den Lichtbogen vorliegt.

Grüße

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:
  • preview image for 1.jpg
    1.jpg
    189 KB, 1386 Downloads
  • preview image for 2.jpg
    2.jpg
    329 KB, 831 Downloads
  • preview image for 3.jpg
    3.jpg
    230 KB, 1345 Downloads
  • preview image for 4.jpg
    4.jpg
    165 KB, 966 Downloads
  • preview image for 5.jpg
    5.jpg
    159 KB, 845 Downloads

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Aaaalso, ich habe gerade einen Test gemacht:

1. Eine Elektrode vom Typ WC20/2.4mm genommen, diese recht spitz und mit 
sehr geringem Anpressdruck angeschliffen (60er Körnung), siehe erstes 
Foto.

2. 40x40x4 Stahlrohr gebürstet und entfettet, siehe zweites Foto.

3. Einige Schweißnähte gezogen, drittes Foto.

4. Danach sah die Elektrode aus wie im vierten Foto. Diese 
Verunreinigung lässt sich manchmal einfach abkratzen, wie im fünften 
Foto. Manchmal ist sie aber sehr fest.

Die Verunreinigung habe ich schon während dem Schweißen nach der dritten 
Schweißnaht gesehen. Da wurde der Bogen auch deutlich breiter und 
unruhiger. Geschweißt habe ich mit ca. 110A.

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:

-> Bild3

Mach mal den Lichtbogen kürzer. Etwa 2mm Abstand Schweißbad <-> 
Elektrode sollte hier passen. Bei der Stromstärke und 4mm Material 
sollte das Schweissbad einen Ticken schmaler sein - und heißer!. Etwas 
länger vorwärmen am Nahtanfang.
Außerdem weniger, dafür aber öfter Draht zugeben, probiers mal im 
Halb-Sekundentakt. Den Draht nicht in den Lichtbogen reinschieben 
sondern nur an der vorderen Kante des Schweißbades abstreichen. Brenner 
leicht neigen (45°) und ruhig ziehen; such dir eine Kante (Tisch, ...) 
wo du die Brenner-Hand auflegen und entlangfahren kannst.

: Bearbeitet durch User
von Teo D. (teoderix)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> 2. 40x40x4 Stahlrohr gebürstet und entfettet, siehe zweites Foto.

Um den Zunder vollständig zu entfernen, wird bürsten nicht reichen.

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Teo D. schrieb:
> Um den Zunder vollständig zu entfernen, wird bürsten nicht reichen.

+1

Bei solchen Profilen ist Fiberschleifscheibe P40 mein Favorit.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Alexander S. schrieb:
> Mach mal den Lichtbogen kürzer. Etwa 2mm Abstand Schweißbad <->
Ist schon ca. 2 mm. Wenn ich noch näher rangehe, steckt die Spitze im 
Stahl.

> Etwas länger vorwärmen am Nahtanfang.
Ja, das vergesse ich noch manchmal.

> Außerdem weniger, dafür aber öfter Draht zugeben, probiers mal im
> Halb-Sekundentakt. Den Draht nicht in den Lichtbogen reinschieben
> sondern nur an der vorderen Kante des Schweißbades abstreichen.
Habe hier 2.4mm Draht benutzt. Mit 2.0mm funktioniert das viel besser. 
Allerdings bekomme ich die Verunreinigung auch damit.


>  Brenner  leicht neigen (45°) und ruhig ziehen; such dir eine Kante (Tisch, ...)
> wo du die Brenner-Hand auflegen und entlangfahren kannst.
Ja, mache ich genau so.

Ich finde es jedenfalls interessant, dass dieses Problem keinem bekannt 
vorkommt und ich das praktisch konsistent immer habe. Echt seltsam.

Bezüglich bürsten: Normalerweise schleife ich die Flächeh mit 
Schleifscheibe+Flex an. Hier habe ich gebürstet weil es schon spät am 
Abend war und ich nicht mehr Krach machen wollte. Das Problem mit der 
Verunreinigung tritt auch auf abgeschliffenen Flächen auf.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Nachtrag: Wenn ich mir die Elektroden so anschaue, sie sind alle 
blau/schwarz angelaufen. Das sollte ja nicht passieren, oder? D.h. 
entweder es gibt einen Leck oder das Gas ist tatsächlich verunreinigt. 
Ich habe mal die Düse mit der Hand zugehalten und es trat tatsächlich 
etwas Gas aus zwischen der Keramikdüse und dem Teflonring. Das konnte 
ich allerdings duch Nachziehen der Düse beheben. Eine frisch 
angeschliffene Elektrode ohne Blaufärbung ist nach einer Minute 
Schweißen aber wieder blau geworden. Allerdings: Die Spitze sieht nicht 
mehr so sehr verunreinigt aus.

von Stefan L. (stefan_l134)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Da wir ja mittlerweile eigentlich alles andere ausschließen können 
bleibt für mich nur noch das Gas als Übeltäter übrig. Ist deine 
Gaszufuhr komplett dicht? Kann es sein, dass irgendwo Umgebungsluft 
gezogen wird? Hast du die Möglichkeit dir testweise eine andere 
Gasflasche auszuleihen?

von Walter T. (nicolas)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Der Anschliff sieht erst einmal sauber aus.

Für meinen Geschmack hast Du die Schweißnaht zu dicht an die 
ungesäuberte Oberfläche gezogen, sprich: Nahtvorbereitung unzureichend.

Tritt das Phänomen auch auf, wenn Du die Nahtvorbereitung mindestens 3 
cm machst?

Welche Durchflußmenge beim Schutzgas nutzt Du eigentlich?

Die dunkel angelaufene Länge der Elektrode kommt mir sehr, sehr lang 
vor.

Ist die Spannzange mal überhitzt gewesen und von innen stark angelaufen? 
Nutzt Du die richtige Spannzangengröße?

Die Gaslinse selbst sieht ja frisch aus.

: Bearbeitet durch User
von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Walter T. schrieb:
> Tritt das Phänomen auch auf, wenn Du die Nahtvorbereitung mindestens 3
> cm machst?
Werde ich demnächst mal testen.


> Welche Durchflußmenge beim Schutzgas nutzt Du eigentlich?
6l/min bei einer 6er Düse

> Die dunkel angelaufene Länge der Elektrode kommt mir sehr, sehr lang
> vor.
Ja. Das bedeutet doch, dass die Elektrode bis tief in die Düse hinein 
oxidiert. Spricht meiner Meinung nach für schlechtes Schutzgas. Ich habe 
das Gas aber online gekauft bei einem Shop mit sehr vielen guten 
Bewertungen. Die Gasflasche ist nagelneu und war mit 210 Bar gefüllt. 
Ich denke immer noch, dass das Gas in Ordnung sein sollte.

> Ist die Spannzange mal überhitzt gewesen und von innen stark angelaufen?
Ja, ist stark angelaufen.

> Nutzt Du die richtige Spannzangengröße?
Natürlich. ;)

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Stefan L. schrieb:
> Da wir ja mittlerweile eigentlich alles andere ausschließen können
> bleibt für mich nur noch das Gas als Übeltäter übrig. Ist deine
> Gaszufuhr komplett dicht? Kann es sein, dass irgendwo Umgebungsluft
> gezogen wird? Hast du die Möglichkeit dir testweise eine andere
> Gasflasche auszuleihen?

Hallo Stefan,

wenn ich die Keramikdüse mit dem Daumen zuhalte, höre ich kein Zischen 
und der Druck bleibt mindestens einige Sekunden stabil (bei abgedrehter 
Gaszufuhr), so lange mein Daumen halt Kraft hat. Wenn es einen Leck 
gibt, ist dieser minimal. Bei der Flussmenge im Schlauch sollte der 
Druckunterschied sehr gering sein, so dass extrem kleine Lecks 
eigentlich nicht von Bedeutung sein sollten (Stichwort 
Bernoulligleichung).
Aber um auf Nummer sicher zu gehen, werde ich die Düse abkleben und 
schauen wie lange der Druck gehalten wird. Eventuell höre ich dabei noch 
die gesamte Leitung ab oder benutze Seifenwasser.

von Walter T. (nicolas)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Spricht meiner Meinung nach für schlechtes Schutzgas.

Oder für zuwenig Schutzgas, um die Spannvorrichtung zu kühlen.


Maxim S. schrieb:
> 6l/min bei einer 6er Düse

Das ist bei einer Gaslinse schon recht viel, aber sollte passen. Die 
meisten Druckminderer zeigen bei diesen Flüssen aber nur noch Unsinn an 
- deutlich genauer sind die konischen Glasröhrchen.


Mein nächster Versuch wäre:
 1) sauberes Metall
 2) frische Spannzange
 3) mit mehr oder weniger Gaszufuhr
 4) größere Düse

nacheinander zu testen.

Btw.: Sehr dünne Düse + Gaslinse ist eine ungewöhnliche Kombination. 
Normalerweise nimmt man die dünnen Düsen ohne Gaslinse.

: Bearbeitet durch User
von Walter T. (nicolas)


Angehängte Dateien:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Ich gebe Dir mal meinen Spickzettel für die Grundeinstellungen.

von Alexander S. (alex998)


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sag mal könnte es sein daß du den falschen Teflonisolator drauf hast? 
Wenn das ein SR9/20 Brenner mit kleiner Gaslinse ist gehört da ein 
Isolator mit Absatz drauf.

https://www.sb-schweiss-shop.de/brenner-co/wig-schweissbrenner/ersatzteile/isolatoren/isolator-9/20-598882-5601200501


edit:

BTW, hast du in der Gasleitung irgendwo Schnellkupplungen drinne, zb. am 
Übergang Schlauchpaket - Schweißgerät? Wenn ja würde ich dir empfehlen 
auf Verschraubung umzurüsten; die Schnellkupplungen sind meist nicht 
wirklich dicht. Da kann durchaus irgendwo Umgebungsluft reinziehen.

: Bearbeitet durch User
von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Alexander S. schrieb:
> Sag mal könnte es sein daß du den falschen Teflonisolator drauf hast?
> Wenn das ein SR9/20 Brenner mit kleiner Gaslinse ist gehört da ein
> Isolator mit Absatz drauf.
>
> 
https://www.sb-schweiss-shop.de/brenner-co/wig-schweissbrenner/ersatzteile/isolatoren/isolator-9/20-598882-5601200501
>
>
> edit:
>
> BTW, hast du in der Gasleitung irgendwo Schnellkupplungen drinne, zb. am
> Übergang Schlauchpaket - Schweißgerät? Wenn ja würde ich dir empfehlen
> auf Verschraubung umzurüsten; die Schnellkupplungen sind meist nicht
> wirklich dicht. Da kann durchaus irgendwo Umgebungsluft reinziehen.

Der Teflonisolator lag dem Düsenset bei.

Ja, ich habe zwei Schnellkupplungen zwischen Druckminderer und 
Schweißgerät. Wenn der Druck bei ausgeschaltetem Schweißgerät und 
zugedrehter Gasflasche erhalten bleibt, sind die Schnellkupplungen doch 
eigentlich dicht. Was ich mir vorstellen kann ist, dass sie bei 
Druckabfall (Magnetventil öffnet) minimal undicht werden weil der Druck 
die Kupplung ja stabilisiert.

PS: In der Flasche sind noch ca. 70 Bar drin. Ich werde sie mir dann bei 
einem Gashändler auffüllen lassen. Kann man denen sagen, dass sie die 
Flasche davor noch restlos entleeren sollen, damit eventuel 
verunreinigtes Gas entweichen kann? Ich weiß, dass ein kleiner Restdruck 
in der Flasche bleiben soll um eventuelle Temperaturschwankungen 
auszugleichen. Aber direkt vor dem Befüllen könnte man doch den 
Restdruck prüfen und falls dieser höher als der Umgebungsdruck ist, die 
Flasche zunächst ganz entleeren.

: Bearbeitet durch User
von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> sind die Schnellkupplungen doch
> eigentlich dicht.

Sobald auch nur ein Krümelchen Dreck auf den O-Ringen ist sind die 
Dinger undicht. Erspar dir den Ärger und tausch die Dinger gegen 
Konusverschraubungen aus.


> Kann man denen sagen, dass sie die
> Flasche davor noch restlos entleeren sollen, damit eventuel
> verunreinigtes Gas entweichen kann?

Das wird wohl eher selten vorkommen daß eine Gasfüllung verunreinigt 
ist; sehr viel wahrscheinlicher liegt das an deinem Setup.


> Der Teflonisolator lag dem Düsenset bei.

Was hast du denn für einen Brenner und welche Gaslinse/-düse?

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> 1. Eine Elektrode vom Typ WC20/2.4mm genommen, diese recht spitz und mit
> sehr geringem Anpressdruck angeschliffen (60er Körnung), siehe erstes
> Foto.

K 60 ist zu grob!
Kein Wunder, daß Du damit nur das gezeigte Schliffbild erzeugen kannst.
Das für Elektroden an sich nicht taugt.

Hier ein Video, in dem zwar viel Werbung steckt, aber die 
Übersichts-Tabellen sind ganz hilfreich:
https://www.youtube.com/watch?v=1mlDvVh_dII

Eine spezielle Anschleifmaschine braucht man nicht.

Sehr hilfreich ist zum Anschleifen eine ganz einfache Führung für die 
Elektrode, die man an dem Schleifbock befestigen kann.

Kann auch ein Metallklotz sein, der z.B. eine 2,5mm-Bohrung hat.
Im entspr. Winkel, den man haben will.
Die Elektrode dreht man beim Schleifen am besten mit einem 
Akkuschrauber.

Grüße

von Walter T. (nicolas)


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
L. H. schrieb:
> Die Elektrode dreht man beim Schleifen am besten mit einem
> Akkuschrauber.

Habe ich früher auch gemacht. Und dann habe ich mir das hier gebastelt.

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Walter T. schrieb:
> L. H. schrieb:
>> Die Elektrode dreht man beim Schleifen am besten mit einem
>> Akkuschrauber.
>
> Habe ich früher auch gemacht. Und dann habe ich mir das hier gebastelt.

Wenn die Elektrode definiert geführt wird und mit einem Akkuschrauber 
gedreht wird, bekommt man einen besseren Schliff als wenn man das frei 
Hand macht.

Grüße

von Walter T. (nicolas)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
L. H. schrieb:
> Wenn die Elektrode definiert geführt wird und mit einem Akkuschrauber
> gedreht wird, bekommt man
warme Finger und die Elektrode wird etwas weniger definiert geführt.

Mit dem Spannzangenhalter habe ich selbst bei sehr kurzen Elektroden 
noch perfekte Kontrolle zwischen den Fingern.

Und, nebenbei: Für kleine Bohrer anzuschleifen taugt es auch.


Aber das ist auch irgendwie off-topic. Der Anschliff des TO scheint in 
Ordnung zu sein.

: Bearbeitet durch User
von Cerberus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Alexander S. schrieb:
> Da kann durchaus irgendwo Umgebungsluft reinziehen.

Bei einem Überdrucksystem?

Ich würde die Elektrode mal nicht wie eine Drehwelle anschleifen,
sondern konisch von Spitze zum Schaft.
Der Farbanlauf von der Elektrode deutet auf mangelnde Kühlung hin.
Gasfluss erhöhen oder mal mit anderen Gasdüsen(statt einer Gaslinse)
experimentieren. Die Elektrode nicht so weit vorstehen lassen
(Konusübergang zum Schaft - bündig mit Austrittsöffnung.
Eine Garantie kann nicht übernommen werden.

Hat das Schweißgerät eine HF-Zündung?

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Cerberus schrieb:
>> Da kann durchaus irgendwo Umgebungsluft reinziehen.
>
> Bei einem Überdrucksystem?

Prinzip Venturi-Düse/-Injektor.


> Ich würde die Elektrode mal nicht wie eine Drehwelle anschleifen,
> sondern konisch von Spitze zum Schaft.

??

von Cerberus (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Alexander S. schrieb:
> Prinzip Venturi-Düse/-Injektor.

Eine Venturi-Düse findet Anwendung bei einem Vergaser vom
Verbrennungsmotor, bei einer Saugbecher(kein Fließbecher)-
Farbspritzpistole, oder bei einem Druckluft/Unterdruckwandler
usw. Da ist immer Unterdruck im System.

https://www.google.com/search?q=Venturi-D%C3%BCse&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwj28rC7mPjeAhVyqIsKHUhGA6kQ_AUIDygC&biw=1024&bih=638

Beim WIG-Schlauchsystem strömt das Gas vom geregelten
Druckregler über ein simples 2/2- Wege- Ventil durch den
Führungsschlauch über den Brenner zur Elektrode.

https://www.google.com/search?q=2/2-+Wege&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjissahm_jeAhURyqQKHRvBCb4Q_AUIDygC&biw=1024&bih=638

Sperrt das Ventil, strömt das Gas hinten dem Ventil solange nach,
bis Druckausgleich zur Atmosphäre hergestellt wird.
Da entsteht kein Venturi-Effekt, weil in dem System kein
Unterdruck vorliegt. Eher kommt bei einem Leck nur kein Gas mehr
an der Düse an, weil das Gas sich den Weg des geringsten
Widerstandes sucht.

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Cerberus schrieb:
> Eine Venturi-Düse findet Anwendung bei einem Vergaser vom
> Verbrennungsmotor, bei einer Saugbecher(kein Fließbecher)-
> Farbspritzpistole, oder bei einem Druckluft/Unterdruckwandler
> usw. Da ist immer Unterdruck im System.

Bestreitet doch keiner.

> Beim WIG-Schlauchsystem strömt das Gas vom geregelten
> Druckregler über ein simples 2/2- Wege- Ventil durch den
> Führungsschlauch über den Brenner zur Elektrode.

Jaaa, und wenn du da eine Schnellkupplung reinsetzt dann wirkt das durch 
die Querschnittsverengung wie eine Venturi-Düse. Schau dir mal an wie 
die Kupplungen aufgebaut sind (der Innendurchmesser der Kupplung ist 
klein gegenüber dem Schlauchdurchmesser). Wenn sich beim An- und 
Abkoppeln auf den O-Ringen Dreck absetzt dichtet es nicht und saugt, per 
Unterdruck, Luft an. Genauso wie bei 
Spritzpistole/Vergaser/Wasserstrahlpumpe/...


Schnellkupplungen sind definitiv ein Punkt den man beachten sollte. 
Natürlich gibt es noch andere Problemstellen: Abdichtung Brennerkappe, 
Anschluss am Brennerhals, interne Anschlüsse am Magnetventil, usw.
Mit meinen preiswertem China-WIG hab ich das schon durch und 
mittlerweile ist alles dicht.

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Walter T. schrieb:
> L. H. schrieb:
>> Wenn die Elektrode definiert geführt wird und mit einem Akkuschrauber
>> gedreht wird, bekommt man
> warme Finger und die Elektrode wird etwas weniger definiert geführt.

Mit Deiner Hilfs-Vorrichtung für den Elektroden-Schliff mag das so sein.
Bei einer geeigneteren ist das aber nicht mehr der Fall.
>
> Mit dem Spannzangenhalter habe ich selbst bei sehr kurzen Elektroden
> noch perfekte Kontrolle zwischen den Fingern.

Du kannst ja glauben, was Du willst.
Aus meiner Sicht hast Du dabei weder eine Kontrolle über einen exakten 
Winkel-Anschliff, noch über einen zentrischen Anschliff, noch über eine 
konstante Drehung der Elektrode.
Von auch nur annähernd perfekt kann dabei gar keine Rede sein. :)

> Und, nebenbei: Für kleine Bohrer anzuschleifen taugt es auch.

Mag auch so sein, ist hier aber irrelevant.
>
> Aber das ist auch irgendwie off-topic. Der Anschliff des TO scheint in
> Ordnung zu sein.

Wie kommst Du darauf, daß das off-Topic sei?
Immerhin geht es ja um Verunreinigungen an der Spitze und um die 
Ursache, warum die sich dort "anbatzen".

Der Anschliff des TE ist alles andere als i.O.
Genauer gesagt unter aller Sau, was die Oberflächengüte anbelangt.

Man bekommt ja manchmal den Eindruck, daß Profis irgendwie "bescheuert" 
sein müssen, weil sie Wert darauf legen, daß sie ihre Elektroden präzise 
und mit hoher Oberflächengüte schleifen können. :)

Die sind wohl alle zu blöd dazu, um erkennen zu können, daß das per 
Flex, Fächer- und Bandschleifern und was sonst noch so alles propagiert 
wird, genau so "perfekt" und noch dazu viel schneller geht?

Jaja - wer's glaubt, wird selig. :D

Cerberus schrieb:
> Alexander S. schrieb:
>> Da kann durchaus irgendwo Umgebungsluft reinziehen.
>
> Bei einem Überdrucksystem?

Deine Frage bzw. Dein Zweifel daran ist durchaus berechtigt.
>
> Ich würde die Elektrode mal nicht wie eine Drehwelle anschleifen,

Damit meinst Du einen Umfangs-Schliff der Spitze, z.B. auf einer Rund- 
od. Stichel-Schleifmaschine?

> sondern konisch von Spitze zum Schaft.

Das ist an sich gängige Praxis. Auch umgekehrt.

Alexander S. schrieb:
> Cerberus schrieb:
>>> Da kann durchaus irgendwo Umgebungsluft reinziehen.
>>
>> Bei einem Überdrucksystem?
>
> Prinzip Venturi-Düse/-Injektor.

Das Venturi-Prinzip kann auch gründlich mißverstanden werden.
Weil sich der relative Unterdruck auf den Eingangs-Querschnitt, in dem 
irgendein Druck herrscht, bezieht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Venturi-D%C3%BCse#/media/File:Venturirohr.jpg

Anstelle von der Luft im Bild kann das auch Schutzgas sein.
Du weißt schon, daß beim WIG-Schweißen von 5 bis 500A so ca. 6,5 bis 
7,5L/min Schutzgas durchgeströmt werden?
Bereitgestellt durch ein Druck-Red.-Ventil aus einer Gasflasche.

Machen wir es uns einfach und nehmen mal 6L/min an. Sind 6000ccm/min.
Ergibt dann 100ccm/s.
Das Gas wird aber immer noch, auch im verengten Querschnitt einer 
"Stöpselverbindung", mit dem Druck der aus dem Red.-Ventil stammt, 
"durchgedrückt".

Und dieser Druck liegt jedenfalls über dem Atmosphärendruck!
Weil anderenfalls gar kein Schutzgas aus der (Schweiß-)Düse austreten 
könnte.

Ja, das Gas erhöht im verengten "Stöpsel-Querschnitt" seine 
Geschwindigkeit.
Aber trotz der Druckdifferenz ist der Innendruck im verengten 
Querschnitt höher als der Atmosphärendruck.

Und nun erklär mir/uns bitte mal, wieso an einer geringfügig "leckenden" 
Stöpselverbindung für das Gas "schädliche" Außenluft in das Schutzgas 
eindringen könnte/sollte, das für die "Anbatzungen" an der Elektrode 
ursächlich sein könnte.

Das scheint mir einigermaßen "an den Haaren herbeigezogen" zu sein.
Jeglicher Grundlage entbehrend.

Cerberus schrieb:
> Sperrt das Ventil, strömt das Gas hinten dem Ventil solange nach,
> bis Druckausgleich zur Atmosphäre hergestellt wird.
> Da entsteht kein Venturi-Effekt, weil in dem System kein
> Unterdruck vorliegt. Eher kommt bei einem Leck nur kein Gas mehr
> an der Düse an, weil das Gas sich den Weg des geringsten
> Widerstandes sucht.

Ja, genau so verhält sich das.
Ein relativer Unterdruck wird zwar in dem System erzeugt, den man sicher 
auch messen könnte.
Doch der dürfte irrelevant sein, weil er immer noch über dem 
Atmosphärendruck liegt.

Fazit:
Es drückt von außen gar nichts "Schädliches" in das Schutzgas hinein.
Und man "popelt" an völlig falschen Stellen herum, die für die 
Verunreinigung der Spitzen ursächlich sein könnten.

Grüße

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
L. H. schrieb:
> Das Venturi-Prinzip kann auch gründlich mißverstanden werden.

Ich gebe zu, Venturi trifft es nicht ganz, richtig ist: Strahlpumpe.
Ist aber nicht soweit voneinander entfernt.


"Das Grundprinzip der Strahlpumpen besteht darin, dass aus einer Düse 
ein flüssiger oder gasförmiger Strahl mit hoher Geschwindigkeit 
austritt, der Flüssigkeit, Gas oder Feststoff aus seiner Umgebung 
mitreißt und beschleunigt.
Daraus resultiert ein Gemisch aus treibendem und mitgerissenem 
(angesaugtem) Stoff, dessen Geschwindigkeit in einer zweiten Düse unter 
Druckerhöhung wieder herabgesetzt wird."

aus: 
http://www.bickel-wolf.com/files/lieferanten/GEA%20Wiegand/dokumente/Strahlpumpen_09.pdf

Bild1 aus dem Pdf mal gedanklich mit dem Übergang zum _Schlauchpaket 
vergleichen:
A: Zuleitung Gas kommend, Schnellkupplung
B: Leck
C: Brennerkopf

Die Düse (1) wird gebildet durch die Querschnittsverengung in der 
Kupplung.
Der Diffusor (2) wäre dann der Schlauch, welche Länge der hat ist 
prinzipiell egal.

Maßgeblich für das Prinzip Strahlpumpe ist die Strömungsgeschwindigkeit 
des Mediums: Für angenommene 6l/min Argon bei Rohrinnendurchmesser von 
4mm komm ich auf ~8m/s. Das dürfte ausreichen um bei kleineren Leckagen 
an den Dichtringen Luft von außen mitzureißen (wenn die Kupplung 
ungünstig gestaltet ist). Und ja, selbst Sauerstoffanteile im 
ppm-Bereich machen sich beim Schweißen bemerkbar. Das äußert sich in 
verstärtem Oxidbelag auf der Naht, Poren, verfärbte Elektrode, ...


> Cerberus schrieb:
>> Eher kommt bei einem Leck nur kein Gas mehr
>> an der Düse an, weil das Gas sich den Weg des geringsten
>> Widerstandes sucht.

Und genau das stimmt für strömende Gase (oder allgemeiner: Fluide) 
nicht. Jeder selbstansaugende Gasbrenner 
(Teclu-/Bunsenbrenner/Lötlampe) beweist dir das Gegenteil.
https://openclipart.org/download/215963/Aufbau-innen-Teclubrenner-mit-Drehregler.svg

Deiner Meinung nach müsste das Gas also unten an der Ansaugung austreten 
(wäre sehr unschön). Ich kann dir versichern, dem ist nicht so; 
stattdessen kommt es mit Überdruck oben aus der Brennermündung raus.


L. H. schrieb:
> Das scheint mir einigermaßen "an den Haaren herbeigezogen" zu sein.
> Jeglicher Grundlage entbehrend.

Nicht ganz. Beruht auf eigener praktischer Erfahrung und Beobachtung 
nach dem Austausch von (leckenden) Kupplungen gegen (dichte) 
Verschraubungen. YMMV.


L. H. schrieb:
> Und nun erklär mir/uns bitte mal, wieso an einer geringfügig "leckenden"
> Stöpselverbindung für das Gas "schädliche" Außenluft in das Schutzgas
> eindringen könnte/sollte, das für die "Anbatzungen" an der Elektrode
> ursächlich sein könnte.

Da ging es eher um die Anlauffarben an der Elektrode, sehr 
wahrscheinlich daß irgendwo Luft ins Schlauchpaket gelangt.
Den Dreck vorn an der Elektrode? Hab ich selber manchmal, hauptsächlich 
bei nicht ausreichend gereinigtem Blechen.

von Sebbl M. (sbm)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi Maxim,

es wurde schon viel geschrieben, daher auch noch mein Senf obendrauf.
- Mit der Spannzange ist was faul -> einmal neu tut nicht weh.
- Anschliff schöner machen. Sieht aus wie von einer dressierten Ratte 
angenagt. Feinerer Schliff. Wenns nicht anders geht lege ich auch mal 
die Flex auf den Rücken, aber lieber am Bock. Von Hand, ohne 
Vorrichtung. Ob die Spitze drei Zehntel aussermittig ist ist doch egal.
- neue Elektrode nehmen
- Material sauber putzen ist eine Selbstverständlichkeit. Zunder und 
Zinkschichten gründlich abschleifen. Nicht nur "glitzig" machen
- ich glaube nicht, dass es am Gas oder den Kupplungen liegt, vor allem, 
weil du sagtest, es sein soweit dicht.

Zündest du HF oder Kontakt?
Hast du die Elektrode außen rund geschliffen, weil du mal damit fett ins 
flüssige Material gerauscht bist, dann festgepappt, abgebrochen und 
außen n Hubbel drauf war? Ist mir auch schon pasiert, dann schleife ich 
aber die Elektrode ca. auf Spannzangenhöhe ab. Irgendwelcher Dreck ist 
damit weg.

Viel Erfolg.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
L. H. schrieb:
> Walter T. schrieb:
>> L. H. schrieb:
>>> Wenn die Elektrode definiert geführt wird und mit einem Akkuschrauber
>>> gedreht wird, bekommt man
>> warme Finger und die Elektrode wird etwas weniger definiert geführt.
>
> Mit Deiner Hilfs-Vorrichtung für den Elektroden-Schliff mag das so sein.
> Bei einer geeigneteren ist das aber nicht mehr der Fall.
>>
>> Mit dem Spannzangenhalter habe ich selbst bei sehr kurzen Elektroden
>> noch perfekte Kontrolle zwischen den Fingern.
>
> Du kannst ja glauben, was Du willst.
> Aus meiner Sicht hast Du dabei weder eine Kontrolle über einen exakten
> Winkel-Anschliff, noch über einen zentrischen Anschliff, noch über eine
> konstante Drehung der Elektrode.

Hat man beim händischen Anschleifen von Bohrern auch nicht - geht aber 
trotzdem sehr gut. Voraussetzung ist eine ruhige Hand und eine gute 
Auflage für den Handballen.

Der Spitzenwinkel ist bei WIG übrigens nicht annähernd so wichtig, wie 
man gemeinhin hört: https://www.youtube.com/watch?v=ZI3SyGjjbfw
Ja, es gibt Unterschiede bei extremem Anschliff, aber selbst diese sind 
begrenzt. Ein paar Grad wie sie beim händischen Anschliff vorkommen sind 
bei der praktischen Arbeit kaum zu bemerken.

Ich kann nur aus unserer Praxis hier sagen: Man bekommt das von Hand 
nach ein paar mal üben schon recht gut hin.

> Von auch nur annähernd perfekt kann dabei gar keine Rede sein. :)
>
>> Und, nebenbei: Für kleine Bohrer anzuschleifen taugt es auch.
>
> Mag auch so sein, ist hier aber irrelevant.

Finde ich nicht, denn für das Anschleifen von Bohrern benötigt man 
deutlich mehr Fingerspitzengefühl und Übung als für eine simple Spitze. 
Und das wurde/wird seit vielen Jahrzehnten so gemacht. WIG-Spitzen kann 
aber auch ein Anfänger schon nach wenigen Malen selbst gut anschleifen.

> Man bekommt ja manchmal den Eindruck, daß Profis irgendwie "bescheuert"
> sein müssen, weil sie Wert darauf legen, daß sie ihre Elektroden präzise
> und mit hoher Oberflächengüte schleifen können. :)

Das ist hauptsächlich eine Sache der Zeitersparnis. Mit ein bißchen 
Übung und Zeit geht das durchaus auch per Hand. Das mag geometrisch 
nicht ganz perfekt sein, aber praktisch macht das keinen messbaren 
Unterschied. Wir haben hier sicher drei Jahre per Hand angeschliffen 
(allerdings an einer Diamantscheibe) und dann eine passende Vorrichtung 
gebaut. Der Unterschied war nicht bemerkbar, weder beim Schweißen selbst 
noch beim Schliffbild.

> Die sind wohl alle zu blöd dazu, um erkennen zu können, daß das per
> Flex, Fächer- und Bandschleifern und was sonst noch so alles propagiert
> wird, genau so "perfekt" und noch dazu viel schneller geht?
>
> Jaja - wer's glaubt, wird selig. :D

Andere haben nicht geglaubt, sondern das tatsächlich mal gemacht:
https://www.youtube.com/watch?v=EfKjIZijsP0

Interessant, was es alles für Methoden gibt ;-)

Und die Ergebnisse sind durchaus ok, trotz "grauenhafter" Elektroden.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sebastian M. schrieb:
> Hi Maxim,
>
> es wurde schon viel geschrieben, daher auch noch mein Senf obendrauf.
> - Mit der Spannzange ist was faul -> einmal neu tut nicht weh.
> - Anschliff schöner machen. Sieht aus wie von einer dressierten Ratte
> angenagt. Feinerer Schliff. Wenns nicht anders geht lege ich auch mal
> die Flex auf den Rücken, aber lieber am Bock. Von Hand, ohne
> Vorrichtung. Ob die Spitze drei Zehntel aussermittig ist ist doch egal.
> - neue Elektrode nehmen
> - Material sauber putzen ist eine Selbstverständlichkeit. Zunder und
> Zinkschichten gründlich abschleifen. Nicht nur "glitzig" machen
> - ich glaube nicht, dass es am Gas oder den Kupplungen liegt, vor allem,
> weil du sagtest, es sein soweit dicht.
>
> Zündest du HF oder Kontakt?
> Hast du die Elektrode außen rund geschliffen, weil du mal damit fett ins
> flüssige Material gerauscht bist, dann festgepappt, abgebrochen und
> außen n Hubbel drauf war? Ist mir auch schon pasiert, dann schleife ich
> aber die Elektrode ca. auf Spannzangenhöhe ab. Irgendwelcher Dreck ist
> damit weg.
>
> Viel Erfolg.

Hallo Sebastian,

ich habe eine neue Scheibe für den Schleifbock bestellt, nun mit 120er 
Körnung statt der 60er die ich gerade habe. Anderen Elektroden sind auch 
unterwegs.
Gestern noch die Verbindung zum Schweißgerät getestet. Der Druck 
zwischen Magnetventil und Druckminderer (ca. 3m Schlauch) fällt erst 
nach einigen Minuten auf die Hälfte ab. Ist nicht pefrekt dicht, aber 
denke das ist dicht genug, so dass da keine Umgebungsluft hineinkommt, 
wenn das Magnetventil öffnet.
Heute mache ich noch Probeschweißungen an gelfexten Flächen die mit 
Aceton gereinigt sind statt mit Bremsreiniger.
Derweilen behelfe ich mir indem ich diese Verunreinigung nach ca. 5cm 
Schweißnacht kurz mit einem Schleifpapier entferne. Das geht recht gut, 
ist aber schon nervig.

Danke an alle soweit für die Tipps. Ich melde mich wenn es etwas Neues 
gibt.

von Alex W. (a20q90)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Frage:

Wenn ich jetzt einfach mal mit WIG "spielen" wollte, z.B. mal auf Alu 
etwas "rumbrutzeln" um irgendwann mal eine z.B. Yagi-Antenne aus Alu 
zusammenzuschweißen (momentan löte ich die Alu-Stäbe auf das Aluprofil 
mit Weichlot). Welches WIG-Schweißgerät könnte man empfehlen für den 
Anfanger?

Ich habe das "Ipotools NTF 160PD" gefunden:
https://www.amazon.de/Schweissger%C3%A4t-Volldigitales-Inverterschwei%C3%9Fger%C3%A4t-HF-Z%C3%BCndung-Pulsfunktion/dp/B00UZ1UK0Y/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1543420907&sr=8-3&keywords=wig+schweissger%C3%A4te

Der Grund warum mir das aufgefallen ist: man kann die Funktion aktiviren 
dass man nach Kontakt der Elektrode mit dem Werkstück den Lichtbogen 
zündet.

Was mir persönlich besser gefallen würde, wäre ein Fußpedal um z.B. am 
Anfang des Schweißens mal etwas mehr "Dampf" zu bringen und dann wieder 
zurück zu regeln.

Der hier hätte einen Hot-Start drinn, der das am Anfang automatisch 
macht:
https://www.amazon.de/STAHLWERK-Schwei%C3%9Fger%C3%A4t-Inverter-STICK-Elektrode/dp/B07DZYGWMS/ref=sr_1_11?ie=UTF8&qid=1543488070&sr=8-11&keywords=wig+schweissger%C3%A4t+fu%C3%9Fpedal

und man kann ein Fußpedal anschließen.

von Sebbl M. (sbm)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Alex W. schrieb:
> aus Alu
> zusammenzuschweißen

auch wenn du das Thema hier kaperst: egal ob Fußpedal oder sonstige 
Gimmicks am Gerät sind, für Alu brauchts AC. Ohne AC/DC kein Rock n Roll 
:)


Maxim S. schrieb:
> Hast du die Elektrode außen rund geschliffen, weil du mal damit fett ins
>> flüssige Material gerauscht bist, dann festgepappt, abgebrochen und
>> außen n Hubbel drauf war?

Wars so?

von Alex W. (a20q90)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sebastian M. schrieb:
> auch wenn du das Thema hier kaperst: egal ob Fußpedal oder sonstige
> Gimmicks am Gerät sind, für Alu brauchts AC. Ohne AC/DC kein Rock n Roll
> :)

Danke!

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Alexander S. schrieb:
> L. H. schrieb:
>> Das Venturi-Prinzip kann auch gründlich mißverstanden werden.
>
> Ich gebe zu, Venturi trifft es nicht ganz, richtig ist: Strahlpumpe.
> Ist aber nicht soweit voneinander entfernt.

Richtig ist nur, daß auch Strahlpumpen das Venturi-Prinzip nutzbar 
machen können. :)

Alexander S. schrieb:
> Maßgeblich für das Prinzip Strahlpumpe ist die Strömungsgeschwindigkeit
> des Mediums: Für angenommene 6l/min Argon bei Rohrinnendurchmesser von
> 4mm komm ich auf ~8m/s. Das dürfte ausreichen um bei kleineren Leckagen
> an den Dichtringen Luft von außen mitzureißen (wenn die Kupplung
> ungünstig gestaltet ist).

Maßgeblich ist für Strahlpumpen zunächst mal, daß sie eine wirklich 
ausgeprägte Venturi-Düse haben müssen, damit sie überhaupt funktionieren 
können.
Alleine durch eine Querschnitts-Verengung hast Du noch lange keine 
Venturi-Düse.

Schau Dir bitte mal die Bilder hier dazu an, um erkennen zu können, 
worin Du Dich irrst:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstrahlpumpe

Du sprichst von kleineren Leckagen in einem Querschnitt, der nur verengt 
ist, aber keine Venturi-Düse hat.
Und totz erhöhter Strömungsgeschwindigkeit herrscht im verengten 
Querschnitt Überdruck (bezogen auf die Umwelt)
Da kann Schutzgas durch die Leckage austreten, das ja.

Daß aber Außenluft durch die Leckage "mitgerissen" werden könnte, halte 
ich eher für unlogisch.

Weshalb ich auch nicht denke, daß Lufteintrag in's Schutzgas die Ursache 
für die Anbatzungen an den Elektroden des TE ist.

Es ist natürlich immer etwas schwierig, unerwünschte Ergebnisse beim 
WIG-Schweißen ausschließen zu können, weil halt viele Einfluß-Ursachen 
für die Ergebnisse bestehen.
Wie immer kann man nur versuchen, Fehlerursachen einzugrenzen bzw. 
auszuschließen.
Schrittweise und systematisch.

Grüße

von Bernd F. (metallfunk)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Irgendwie ein seltsames Bild an der Wolframspitze.

Ich schweiße seit ca. 40 Jahren Stahl, VA, Messing, Bronze und Alu.
So eine Spitze ist mir unbekannt.

Eventuell doch das Gas?

Grüße Bernd

von Eckehard (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ein defekter oder poröser Gasschlauch macht arg Probleme. Irgendwie wird 
da doch unerwünschte Fremdluft reingezogen. Hatten wir auf der Baustelle 
häufiger. Nach Schlauchtausch war dann erstmal wieder Ruhe.

von Cerberus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
L. H. schrieb:
> Schrittweise und systematisch.

Ohne Bilder vom Schweißvorgang und ausführliche Angaben zu den
Einstellungen der physikalischen Parametern die beim Schweißen
wirken, kann man nur raten.
Vielleicht hält der TO ja die Spitze in die Schmelze?
Über das verwandte Schweißmaterial wurde auch noch nichts
geschrieben.
Bei dieser Salamitaktik wird der Knoten nie gelöst.

von Teo D. (teoderix)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Cerberus schrieb:
> Vielleicht hält der TO ja die Spitze in die Schmelze?

Merkwürdig sieht das schon aus!?
https://www.mikrocontroller.net/attachment/383645/3.jpg

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Da sieht noch viel mehr merkwürdig aus. ;)

Grüße

von Georg A. (georga)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Cerberus schrieb:
> Vielleicht hält der TO ja die Spitze in die Schmelze?

Wie soll das denn gehen? Fump, aus, Elektrode steckt im Material.

Evtl. sind einfach nur die Elektroden Mist. Eine andere Quelle (und 
wenns welche vom Baumarkt aus Platin (preismässig) sind...) könnte 
Aufschluss geben.

von Walter T. (nicolas)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Frage an den TO: Wie sieht es denn aus? Bist Du schon weitergekommen?

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Update: Andere Elektrode (2.0mm pink), andere Düse, andere 
Teflonkupplung, neuer Schleifstein. Gleiches Ergebnis.
Habe nochmal das USB Mikroskop rausgeholt. Zu sehen ist eine 2.4mm 
Elektrode nach ca. 25cm Schweißnaht.
Spitze wurde nicht in Eisen getaucht.
Es handelt sich um Baustahl, nichts Außergewöhnliches.
Das Zeug lässt sich abkratzen (zweites Foto).

Ich denke dass dieses Zeug an der Spitze die gleiche Ursache hat wie die 
Verfärbung der Elektrode und dass es etwas mit dem Gas zu tun hat. Es 
sind noch 25 Bar übrig. D.h. es wird sich bald zeigen, ob das Gas 
verunreinigt war.

: Bearbeitet durch User
von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
So, ich habe nun einen Meter Schlauch direkt an den Druckminderer 
gesteckt (ohne Schnellkupplung, alles dicht). Dann habe ich eine 
nagelneue Elektrode genommen, diese ca. 15mm in den Schlauch geschoben 
und bei strömendem Argon mit einem Bunsenbrenner erwärmt. Im Foto ist 
das die obere Elektrode. Die untere wurde zur Kontrolle ohne Argon 
erhitzt.
Seht ihr einen Unterschied?!

Wenn das Argon verunreinigt ist, frage ich mich, ob eine frische Füllung 
das Problem löst. Sollte das z.B. Wasser sein, kann es doch sein, dass 
es noch in der Flasche verbleibt selbst wenn da kaum noch Druck ist.

von Walter T. (nicolas)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Seht ihr einen Unterschied?!

Nein. Aber ich halte das Experiment auch nicht für besonders 
aussagekräftig. Der Lichtbogen am Schweißgerät ist immerhin so heiß, daß 
er Stahl schmelzt und ist ohne Schutzgas oxidierend. Es ist immerhin ein 
Plasma.

Die blaue Flamme des Bunsenbrenners ist für sich erst einmal neutral bis 
reduzierend. Die Temperatur habe ich nicht mehr im Kopf, aber ich meine 
mich zu erinnern, daß es zum Stahl schmelzen lange nicht ausreicht.

: Bearbeitet durch User
von F. F. (foldi)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Wir schweißen hier halbautomatisch Dünnstbleche (0,2mm Titan) mit -
> allerdings spitz angeschliffenen - 2,4mm-Elektroden und keinen 10A(!).
> Da löst sich nichts von den Elektroden.

120A ist aber satt. 60 mm Stahl?

von Stefan L. (stefan_l134)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich tippe weiterhin aufs Gas und würde testweise eine andere Flasche 
ausprobieren. Vielleicht hat im Bekanntenkreis jemand eine?

Und hast du die Möglichkeit den Spannungsverlauf beim Schweißen mit zu 
messen (Oszilloskop)? Vielleicht stimmt ja auch was mit dem Inverter 
nicht.

: Bearbeitet durch User
von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Stefan L. schrieb:
> Ich tippe weiterhin aufs Gas und würde testweise eine andere Flasche
> ausprobieren. Vielleicht hat im Bekanntenkreis jemand eine?
>
> Und hast du die Möglichkeit den Spannungsverlauf beim Schweißen mit zu
> messen (Oszilloskop)? Vielleicht stimmt ja auch was mit dem Inverter
> nicht.

Die Idee mit dem Oszi hatte ich auch schon. Aber: Macht die HF Zündung 
das Oszi nicht kaputt? Und außerdem, wie soll der Spannungsverlauf 
überhaupt aussehen?

Ich gehe mittlerweile vom schlechten Gas aus. Es ist zwar selten aber 
nicht unmöglich. Ich hoffe, dass die Flasche vor der Wiederbefüllung 
restlos entleert werden kann, damit möglichst viel vom alten Gas 
entweicht.

Danach bleibt eigentlich nur noch den Druckminderer zu tauschen. :/ Kann 
ja sein, dass da irgendwelche Ölrückstände aus der Produktion drin sind, 
die ins Gas übergehen.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Eine Idee habe ich noch um das Gas zu überprüfen: Wenn das Argon 
verunreinigt ist, dann sollte die Verschmutzung an der Wolframspitze mit 
steigender Durchflussmenge immer schneller auftreten. D.h. es wäre 
interessant mal zu sehen, was z.B. bei 15L/Min so passiert.

: Bearbeitet durch User
von Cerberus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> irgendwelche Ölrückstände

...dann würde es stinken und vermutlich schwarzen Qualm freisetzen.

Maxim S. schrieb:
> was z.B. bei 15L/Min so passiert.

...oder verringern, also eine kleine Düse, statt einer Gaslinse,
könnte was bringen. Ausprobieren. Ich würde mal Zigarettenrauch
durch das Schlauchpaket blasen, um zu sehen wie die Gas-Verteilung,
vor allem beim Gasaustritt vom Brenner, aussieht.

Maxim S. schrieb:
> Macht die HF Zündung das Oszi nicht kaputt?

Mit einem Spannungsteiler kann man von 3-5KV runter teilen, nur
kann man den DC-Anteil von 30-40V dann nicht mehr beurteilen.
Der Teiler wirkt ja auf beide Spannungen. Sind halt einige Megaohm.

> Und außerdem, wie soll der Spannungsverlauf überhaupt aussehen?

DC mit überlagerten periodischen HV-Impulsen.

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Ich gehe mittlerweile vom schlechten Gas aus. Es ist zwar selten aber
> nicht unmöglich. Ich hoffe, dass die Flasche vor der Wiederbefüllung
> restlos entleert werden kann, damit möglichst viel vom alten Gas
> entweicht.

Und dann soll in die Flasche Luft eintreten oder was oder wie?
Du "popelst" beim Gas mit Sicherheit an der falschen Stelle herum. :)

Grüße

von Stefan L. (stefan_l134)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Noch eine mögliche Fehlerquelle: In welcher Umgebung schweißt du? Schon 
das kleinste bisschen Zugluft kann deine Schutzgasatmosphäre zerstören.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das gibt's doch nicht.

Ich hab mir nochmal alle Bilder der Elektroden angesehen und die sehen 
schon von der Oberfläche her anders aus als die, die ich bisher gehabt 
habe.

Die Oberfläche ist bei Maxims Elektroden viel rauher (es sieht fast 
aus, als wären die Dinger per Hand hergestellt) und das bläuliche 
Anlaufen gefällt mir auch nicht.

Könnte es sein, dass das "gepanschte" Elektroden mit verunreinigtem 
Wolfram sind und sich die Legierungsbestandteile in der Hitze 
herauslösen und absetzen? Es wäre nicht das erste Mal, dass bei 
chinesischen Billigelektroden gepfuscht wird.

@Maxim: hast Du die neuen Elektroden woanders bestellt? Die sehen genau 
so rauh aus.

Wenn ich's nicht vergesse und die Smartphonekamera das hergibt, dann 
mache ich nachher mal Fotos von unseren sehr lange benutzten "Stummeln".

: Bearbeitet durch Moderator
von Georg A. (georga)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Es wäre nicht das erste Mal, dass bei
> chinesischen Billigelektroden gepfuscht wird.

Ich hatte auch so Effekte mit 2.4er-Nadeln, die schon bei 100A oft vorne 
kugelig wurden. Das kam mir schon etwas komisch vor... Bei 1.6ern, die 
ja dann noch viel mehr wegschmelzen sollten, war aber gar nichts.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Chris D. schrieb:
> Könnte es sein, dass das "gepanschte" Elektroden mit verunreinigtem
> Wolfram sind und sich die Legierungsbestandteile in der Hitze
> herauslösen und absetzen? Es wäre nicht das erste Mal, dass bei
> chinesischen Billigelektroden gepfuscht wird.
>
> @Maxim: hast Du die neuen Elektroden woanders bestellt? Die sehen genau
> so rauh aus.

Ich habe die grauen 2.4mm und die pinken 2.0mm aus verschiedenen Quellen 
bei Amazon und Ebay. Beide Varianten laufen blau/schwarz an und bilden 
diese Kruste an der Spitze aus. Ich denke nicht, dass es an den 
Elektroden liegt.

Ich werde den Test mit dem Bunsenbrenner wiederholen, die Nadel diesmal 
allerdings durch eine Alufolie stecken, damit der Luftstrom vom 
Bunsenbrenner das Argon am Schlauchausgang nicht beeinflusst. Ich poste 
Bilder vom Aufbau und Ergebnisse demnächst.

: Bearbeitet durch User
von Robert (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ist in der Flasche Co2/Ar Mischgas drin? Das Zeug sieht irgendwie 
kohlenstoffhaltig aus.
Wär nicht das erste Mal dass die Seppen im Füllwerk gepennt haben. Die 
füllen alles falsch, was das selbe Gewinde hat.
Blubber das Gas mal durch gesättigte Ca(OH)2 Lösung, wenn was weisses 
ausfällt weisste es.

Und versuch mal irgendein anderes Stück Stahl, vielleicht auch zur 
Abwechslung mal Edelstahl.

An der Elektrode seh ich nix so schlimmes, die kann man noch so 
besch...en schleifen und es geht meistens doch, so einen seltsamen 
Effekt hab ich noch nie gesehen. Eingetaucht und nur schnell  und zu 
wenig überschliffen geht zwar schlechter, aber sowas wär mir als Effekt 
auch neu.
Klar kann man die Spitze hochglanzpolieren, aber für praktische 
Verwendunng machts keinen Unterschied, wir sind ja nicht in der 
Luftfahrtbranche und für irgendwelche "Seht her wie schön ich schweißen 
kann" Seiten muss es ja nicht taugen.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Robert schrieb:
> Ist in der Flasche Co2/Ar Mischgas drin? Das Zeug sieht irgendwie
> kohlenstoffhaltig aus.
> Wär nicht das erste Mal dass die Seppen im Füllwerk gepennt haben. Die
> füllen alles falsch, was das selbe Gewinde hat.
> Blubber das Gas mal durch gesättigte Ca(OH)2 Lösung, wenn was weisses
> ausfällt weisste es.

Hallo, Ca(OH)2 hätte ich sogar da, glaube ich. Werde ich mal testen. 
Allerdings: Bei 80/20 Mischgas könnte man vermutlich überhaupt nicht 
mehr WIG schweißen.

von Bernd F. (metallfunk)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Ich habe die Bilder mal 2 Mitarbeitern gezeigt. Beide sind er-
fahrene WIG-Schweißer. Die hatten auch keine Idee.

Einer meinte, sowas wäre ihm mal vorgekommen, als er mit 2,4
Nadel mit 8 A Dünnstblech geschweißt hat.

Er meinte, da wird was magnetisch.

Aber ich würde eher die Nadeln, als das Gas im Verdacht haben.

Grüße Bernd

von F. F. (foldi)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bernd F. schrieb:
> Aber ich würde eher die Nadeln, als das Gas im Verdacht haben.

Ich auch.

von Bernd F. (metallfunk)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Maxim,

hast du irgendeine Schlosserei in der Nähe?
Fahr vorbei und schilder dein Problem, dann lässt du dir
noch einen Rest (fer umme) von einer Nadel mitgeben.

Damit testest du, dann weißt du gleich ob Nadel oder Gas.

Grüße bernd

: Bearbeitet durch User
von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Ich werde den Test mit dem Bunsenbrenner wiederholen, die Nadel diesmal
> allerdings durch eine Alufolie stecken, damit der Luftstrom vom
> Bunsenbrenner das Argon am Schlauchausgang nicht beeinflusst.

Das kannst Du Dir ganz getrost schenken, weil Du per Bunsenbrenner ganz 
gewiß nicht die T "simulieren" kannst, die im Lichtbogen-Plasma 
herrschen.
Denn in dem entwickeln sich T ab 4000 und bis zu 10000°.

Der Schmelzpunkt von Stählen kann (je nach Legierung) bis zu ca. 1500° 
liegen.
Wodurch Du Dir vielleicht ungefähr vorstellen kannst, was dann bei den T 
eines Plasmas in diesem los ist, wenn Stahl partiell auch komplett 
verdampft wird.

Da finden dann auch "Austausch-Reaktionen" zwischen den Elektroden 
statt.
Und bevorzugt finden die auch zwischen allen möglichen Spitzen statt.
Von denen Du ja bei Deinem Elektroden-Anschliff weit mehr als genug 
hast.
Du hast immer noch nicht die Frage beantwortet, mit was für einer 
Scheibe Du Deine Elektroden schleifst.
Mehr als Korn 60, was viel zu grob ist, kannst Du dazu nicht sagen?
Oder willst Du das nur nicht tun?

Du hast Argon 6.6 als Schutzgas.
Und zerbrichst Dir dann den Kopf darüber ob dies das richtige Schutzgas 
sei?
Warum tust Du das?

Bernd F. schrieb:
> hast du irgendeine Schlosserei in der Nähe?
> Fahr vorbei und schilder dein Problem, dann lässt du dir
> noch einen Rest (fer umme) von einer Nadel mitgeben.
>
> Damit testest du, dann weißt du gleich ob Nadel oder Gas.

Gute Idee, die noch "ausbaufähig" ist:
Auch noch eigene Elektroden mit dem derzeit nur machbaren Anschliff 
mitnehmen.
Und darum bitten, diese Elektroden mal unter ganz anderen 
Randbedingungen zu testen.

Eine WIG-Elektrode ist ja recht schnell auswechselbar, und wenn dann 
jemand anderer damit schweißt, wird sich sehr schnell zeigen ob auch bei 
dem solche "Aufpilzungen" entstehen.

Den Einfluß von Gas auf solche Aufpilzungen halte ich bei Argon 6.6 für 
ausgeschlossen.

Vorausgesetzt, bei der Zufuhr von ihm ist alles 100% dicht.
Was man ja für Testzwecke sicherstellen kann.
Beim Testen Gasmenge auch mal höher einstellen, wurde ja schon genannt.

Grüße

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo L. H., danke für deine Kritik. Bisher habe ich mit einer 60er 
Keramikscheibe angeschliffen. Diese habe ich durch eine neue 60er 
Korundscheibe ersetzt. Bald soll ein neuer Schleifbock kommen, auf den 
ich eine Korundscheibe mit A120 montieren kann.

Ich habe mir nun noch einen Gasflussmesser und goldene 1.6mm Elektroden 
bestellt.

Die Gasleitung ist durchweg dicht. Ich habe gestern die Keramikdüse 
abgeklebt und der Druck blieb lange konstant, sowohl zw. Druckminderer 
und Schweißgerät als auch zw. Schweißgerät und Düse.

Ich habe übrigens Argon 4.6, nicht 6.6 (falls es sowas überhaupt gibt). 
Unabhängig von der angegebenen Reinheit kann es ja dennoch verunreinigt 
sein. Menschen machen Fehler. Die Elektroden laufen nach wenigen 
Sekunden alle blau an, auch wenn ich über 10l/min Gasfluss habe und 
ordentliche Pre-/Postflowzeiten. Das macht mich eben nachdenklich 
bezüglich der tatsächlichen Reinheit des Gases.

Aber ich ziehe parallel noch andere Ursachen in Betracht und versuche 
diese auszuschließen. Wenn die bestellten goldenen Elektroden sich so 
verhalten wie meine grauen und pinken (alle von verschiedenen Händlern), 
kann man die Elektrodenqualität endlich ausschließen.

von ACDC (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Verpolt?

Wo hast du Plus und MInus dran ?

von Robert (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
An einem früheren Arbeitsplatz hatten wir mal eine 82/18 
Mischgas-Flasche, in der Stickstoff drin war, ging beim Schweißen enorm 
"gut". Also wie gesagt, das passiert durchaus mal.
Zur Oxidation der Nadel würd ein gewisser CO2 Gehalt ja durchaus 
passen...

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Denke, wir können allmählich mal anfangen, manches wirklich 
auszuklammern bzw. einen möglichen Fehler näher einzugrenzen.
Auszuklammern, damit wir hier weiterkommen, ist aber Dein Job. ;)
Kann nur Vorschläge dazu, sowie zur Eingrenzung machen.

Maxim S. schrieb:
> Ich habe mir nun noch einen Gasflussmesser und goldene 1.6mm Elektroden
> bestellt.

Mit einem Gasflußmesser weißt Du dann ganz genau, welche Gasmenge 
fließt, und 1,6mm-Elektroden wirst Du sicher brauchen können.
>
> Die Gasleitung ist durchweg dicht. Ich habe gestern die Keramikdüse
> abgeklebt und der Druck blieb lange konstant, sowohl zw. Druckminderer
> und Schweißgerät als auch zw. Schweißgerät und Düse.

Klingt gut: => Gaszufuhr ausklammern, da sicher?
>
> Ich habe übrigens Argon 4.6, nicht 6.6 (falls es sowas überhaupt gibt).

Habe mich da leider vertan/vertippt.
4.6 ist völlig geeignet: => Diskussionen darüber ausklammern?
https://selber-schweissen.de/argon-4-6-das-schutzgas-fur-profis/

(Es gibt auch ein Argon 6, das "verkürzt" so bezeichnet wird und das ich 
mit 6.6 falsch angab.
Korrekt wird das mit Argon W6 bezeichnet.
https://gase-kaufen.de/gasflaschen/176-gasflasche-schweissgas-wig-argon-wasserstoff-argon-w6-6-h2-94argon-10-liter-c10-4260509841733.html

Hast Du aber nicht, weil Du niedriglegierten Baustahl verschweißt.)

> Unabhängig von der angegebenen Reinheit kann es ja dennoch verunreinigt
> sein. Menschen machen Fehler.

W.o. fragte ich etwas provokant, ob Du meinst, die Gasflaschen so weit 
zu entleeren, bis Luft in die eintritt. ;)

Sicher können Menschen auch Fehler machen.
Andererseits steht aber bei Gasflaschen drauf, was drin ist.
Wie groß ist also die Wahrscheinlichkeit, daß jemand so eine Flasche mit 
"falschem" Gas befüllt?

Was den Auffüllvorgang selbst anbelangt, muß man vielleicht auch wissen, 
wie der abläuft:
Eine "leere" Flasche wird zunächst mit der Auffüll-Leitung verbunden.
Die Schraub-Verbindung wird aber noch nicht (völlig) dichtend angezogen.
Dann wird erst die Gasflasche (leicht) geöffnet, und danach auch die 
Abfüll-Leitung.
Und während aus beiden Leitungen Gas über die "lockere" 
Schraub-Verbindung ausströmt, wird diese "voll dichtend angeknallt".
Danach erst das Ventil der Gasflasche voll geöffnet und anschließend das 
der Auffüll-Leitung.

Wenn das aufgefüllte Gewicht der Gasfüllung in der Gasflasche stimmt, 
werden beide Ventile geschlossen, um die Füll-Verbindung wieder 
abschrauben zu können.

Soll insgesamt heißen:
Wenn überhaupt, kann man sich nur selbst den Inhalt einer Gasflasche 
"versauen", indem man sie völlig entleert bzw. damit Luft in sie 
eindringen läßt.

Ein Abfüllbetrieb "versaut" das jedoch mit Sicherheit NICHT.
Weil der davon ausgeht, daß in "leeren" Flaschen immer noch ein 
Restdruck vorhanden ist.

Und selbst wenn keiner mehr vorhanden sein sollte, könnte man eher 
darüber
"philosophieren", was dann ein evtl. "Schadvolumen" bei 200bar Fülldruck 
überhaupt noch welche Rolle spielen könnte.
Bei 1bar Überdruck wird das bereits halbiert, bei 2bar nochmal halbiert 
usw. usw.

Wenn es Dir vielleicht leichter fällt, kannst Du das auch direkt mit 
einem Kompressionsvorgang in einem Verbrennungsmotor vergleichen.
Der Vergleich hinkt zwar etwas, weil ein Motor keine 200bar 
Kompressionsdruck "aufbauen" kann, aber er kann verdeutlichen, daß bei 
200bar Fülldruck die Auswirkungen eines winzigen Scheibchens 
Schadvolumens
eher als marginal, wenn nicht sogar als völlig bedeutungslos einzuordnen 
sind.

Jaja, ich weiß dabei schon, daß Erbsenzähler wieder mit "Partikelchen" 
daherkommen könnten:
Fragt sich halt nur, inwieweit die überhaupt relevant sind!

Merkwürdigerweise können Erbsenzähler meistens nur bzgl. Partikeln den 
"Finger in die Wunde legen".
Wie aber Abhilfe zu schaffen sei oder bewerkstelligt werden könnte:
Dazu schweigt man sich dann i.d.R. vornehm aus.

Aus meiner Sicht hast Du Dir eine ordentlich gefüllte Gasflasche eines 
geeigneten Schutzgases zugelegt.
Daran würde ich keinerlei Gedanken mehr "verschwenden".
Wie bereits gesagt:
Beim Gas "popelst" Du an der verkehrten Stelle. :)

> Die Elektroden laufen nach wenigen
> Sekunden alle blau an, auch wenn ich über 10l/min Gasfluss habe und
> ordentliche Pre-/Postflowzeiten. Das macht mich eben nachdenklich
> bezüglich der tatsächlichen Reinheit des Gases.

Damit (Reinheit Gas) bist Du m.E. völlig "auf dem Holzweg".
Halt Dir doch bitte mal vor Augen, in welchem T-Bereich die Elektroden 
"werkeln":
4000 bis 10000°.

Da kann man doch froh sein, daß die nur blau anlaufen und nicht gleich 
(schmelzend) "abtröpfeln". :D
Oder sehe ich dabei irgendetwas verkehrt?

=> Gas und Bläuung der Elektroden ausklammern?
Dabei aber keinesfalls die "Schutz-Glocken-Funktion" des Gases 
ausklammern. :)

> Aber ich ziehe parallel noch andere Ursachen in Betracht und versuche
> diese auszuschließen. Wenn die bestellten goldenen Elektroden sich so
> verhalten wie meine grauen und pinken (alle von verschiedenen Händlern),
> kann man die Elektrodenqualität endlich ausschließen.

Aus meiner Sicht bzgl. Elektroden "kocht alle Welt nur mit Wasser".
Die Werkstoffe von ihnen sind bekannt.
Und in der Praxis kann man bestenfalls danach differenzieren ob sie 
thoriert sind oder nicht.

Thoriumoxydhaltige Elektroden werden m.E. geradezu "verteufelt".
Obwohl das sachlich gar nicht gerechtfertigt ist.
Denn dabei muß immer danach differenziert werden, ob jemand tagtäglich 
oder nur gelegentlich damit schweißt.
Es gibt auch Merkblätter dazu, wie das einzuordnen ist:
http://etf.bgetem.de/htdocs/r30/vc_shop/bilder/firma53/bgi_746_a04-2009.pdf

Fakt ist, daß man mit thorierten Elektroden an sich am besten 
WIG-Schweißen kann.

Fakt ist weiterhin, daß der Anschliff von Elektroden - entgegen allen so 
gängigen Behauptungen - eine Rolle spielt.

Was damit anfängt, daß man überhaupt für den Anschliff geeignete 
Scheiben verwendet und damit aufhört, mit denen auch Oberflächengüten 
erzeugen zu können, bei denen sich durch "Sekundär-Spitzen" so schnell 
gar nichts "anbatzen" kann.

> Bisher habe ich mit einer 60er
> Keramikscheibe angeschliffen. Diese habe ich durch eine neue 60er
> Korundscheibe ersetzt.

Welche Scheibe das auch immer ist:
Sie ist viel zu grob und die Ursache dafür, daß Du Dir Riefen in die 
Spitze hineinschleifst.
Und damit auch jede Menge von "Sekundär-Spitzen", an denen "Überschläge" 
im Plasma stattfinden können.

> Bald soll ein neuer Schleifbock kommen, auf den
> ich eine Korundscheibe mit A120 montieren kann.

Korund-Scheiben sind für das Schleifen von Wolfram-Elektroden total 
"daneben"!
Man kann nur staunen, welcher MIST diesbzgl. auch auf YouTube verbreitet 
wird. Bis hin zu EK-rubin.
Dem "zähesten" aller Korunde, das auch eher "Abplattungen" bildet, bevor 
es zersplittert und dadurch neue Kornspitzen bildet.
Davor drückt es aber mehr als daß es zerspanen kann.
Ist bei manchen Stählen erwünscht, aber keinesfalls beim Anschleifen von 
Elektroden-Spitzen.

Prinzipiell kannst Du auf jeden Schleifbock x-beliebige Scheiben 
montieren.
Die D der (keramisch gebundenen) Scheiben bzw. die Drehzahl der 
Schleifböcke sind dabei so ausgelegt, daß max. 35m/s 
Umfangsgeschwindigkeit NICHT überschritten werden können, weil das 
sicherheitsrelevant ist.

Bei allen anders gebundenen Schleifscheiben spielt das an sich gar keine 
Rolle:
Nur landläufig gesagt.
Denn es gibt auch keramische Bindungen, die weit mehr als 150m/s 
Umfangsgeschwindigkeit "mitmachen".

Hast Du zum Schleifbock schon eine Korundscheibe mitbestellt?
Falls ja, stornier ggf. die Scheibe!

Was Du brauchst, ist eine Siliziumkarbid-Scheibe!
"Geschlüsselt" in den Scheiben-Daten mit SC oder mit einer Präfix-Nr. 
vor einem C.

A120 sagt rein gar nichts aus. => Ist völlig unbrauchbar zum 
Verständnis. ;)
Normalerweise steht das A eigentlich nur für die Form einer 
Schleifscheibe:
Am Umfang gerade abgezogen.

Mit einer Präfix-Nr. kann das A aber auch sämtliche Korund-Angaben 
spezifizieren.

Was bedeutet also das A bei Dir?
Kommt vielleicht danach auch noch etwas zu Kornart, Härte, Gefüge und 
Bindung der Schleifscheibe?

Grüße

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo L. H.,

danke für die vielen Infos. Ich werde mir das alles später nochmal 
durchlesen, bin gerade nur am Handy dran. Ich wollte nur kurz sagen, 
dass ich ja zwei Probleme habe: Oxidation der Elektrode bis zur 
Spannzange und Ausfransung an der Spitze. Die Oxidation kann nicht durch 
einen schlechten Anschliff erklärt werden. Mag sein, dass die 
Verschmutzung durch einen schlechten Anschliff verursacht wird. Möglich 
wäre aber auch, dass sie die gleiche Ursache hat wie die Oxidation. 
Daher sollte die Oxidation zunächst die Priorität haben. Wenn die 
Elektrode nicht mehr oxidiert, kann man nach der Ursache für die 
Verschmutzung der Spitze suchen.

Ich werde später eine Liste mit Dingen erstellen, die ich bereits 
ausprobiert habe.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
L. H. schrieb:
> Fakt ist, daß man mit thorierten Elektroden an sich am besten
> WIG-Schweißen kann.

Sätze, die mit "Fakt ist" beginnen, sind meistens falsch ;-)

Thorierte Elektroden waren über längere Zeit die einzigen brauchbaren 
und da auch bei Schweißern oder Firmen für Schweißzubehör gilt: "Was der 
Bauer nicht kennt, frisst er nicht" bzw. "Ham wa' schon immer so 
gemacht", hält sich das Gerücht hartnäckig, es gäbe nichts Besseres.

Es gibt mittlerweile aber eben sehr gute Elektroden mit anderen 
Beimischungen, die mindestens eben so gut für das DC-Schweißen, aber 
deutlich besser beim AC-Schweißen sind.

Wenn ich nicht explizite Vorgaben für unsere Schweißnähte und 
irgendwelche Speziallegierungen habe (und da muss man sowieso alles an 
Elektroden durchtesten, daher fliegen hier auch alle (Elektroden-)Farben 
des Regenbogens rum :-), dann sind Lathanelektroden mit 2% richtig gut.

Es gibt heutzutage keinen Grund mehr, thorierte Elektroden einzusetzen.

> Fakt ist weiterhin, daß der Anschliff von Elektroden - entgegen allen so
> gängigen Behauptungen - eine Rolle spielt.

Jepp, aber die Rolle ist sehr klein und wird gerade in Hobbykreisen 
überschätzt. Ob ich 20° oder 25° habe, ist für die Nahtqualität nicht 
entscheidend. Andere Dinge sind da viel, viel wichtiger: PPV, Strom, 
ruhige Hand, gleichmäßiges Ziehen, Gaszufuhr etc. - all das wirkt sich 
um Größenordnungen stärker aus als ein paar Grad Abweichung.

Nur unter sonst gleichen Bedingungen, also beim automatisierten 
Schweißen, kann man wirklich Unterschiede sehen.

Vielleicht noch für maxim:
Je nach Schleifbock kann man zwischen Schleifstein und Befestigung noch 
eine Diamanttopfscheibe (mit Kunstharzbindung!) setzen und mit 
festziehen.
Wer möchte kann dann auf der anderen Seite noch eine CBN-Scheibe setzen 
und ist dann für alle Fälle gerüstet und benötigt nur einen Schleifbock 
:-)

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Also, hier die Liste:

mit (b) oder (v) markiere ich Punkte, die für die Blaufärbung und/oder 
die verschmutzte Spitze relevant sein könnten.

getestet:
1. Elektroden ausgetauscht, 2.4mm grau gegen 2.0mm pink (b,v)
2. andere Gasdüse, mit/ohne Diffusor, andere Teflonkupplung (b,v)
3. neue Spannzange probiert (b,v)
4. Schlauch auf Dichtigkeit getestet. Kein Druckabfall innerhalb von 
min. 1 Minute feststellbar (b,v)
5. Schweißnaht auch ohne Zusatzwerkstoff gezogen (v)
6. höhere/niedriger Durchflussmenge probiert (b,v)


nicht getestet:
7. andere Stahlsorte (v)
8. andere Gaslfasche (b,v)
9. Druckminderer austauschen (b,v)
10. Schlauch zw. Druckminderer und Inverter austauschen (b,v)
11. Schlauchpaket austauschen (b,v)
12. Inverter austauschen (b,v)
13. feinerer Anschliff der Spitze (v)

: Bearbeitet durch User
von ACDC (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Verpolt?
Wo ist Minus dran?

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
ACDC schrieb:
> Verpolt?
> Wo ist Minus dran?

Nein, ist bei meinem Inverter nicht möglich, weil Elektrode und 
Gasleitung über einen Anschluss gehen (Minuspol). Ich kann die 
Masseklemme zwar auch an den Minuspol hängen (z.B. nützlich bei 
E-Hand-Schweißen), aber dann funktioniert WIG gar nicht mehr. Man sieht 
nur die HF-Zündung, aber ein richtiger Lichtbogen wird nicht erzeugt.

: Bearbeitet durch User
von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ach ja, neulich habe ich die Elektrode noch ca. 2 cm über dem Stahl 
gehalten um zu sehen was passiert. Diese Verschmutzung hat danach eine 
tiefblaue Farbe bekommen, was für mich sehr nach Wolfram aussieht!

PS: Ich habe die Spitze zum Teil auch ins Metall getaucht, vermutlich 
aus Verzweiflung! ;) Man sieht da noch die Metallspritzer dran. Darum 
geht es bei diesen Fotos nicht, sondern um die Blaufärbung dieser 
Ausfransung! Es scheint, dass sich tatsächlich Wolfram aus der Elektrode 
herauslöst.

Oder die Oxidschicht von weiter oben von der Elektrode löst sich ab und 
setzt sich an der Spitze an?

: Bearbeitet durch User
von Florian (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Für mich hört sich das nach Anlassfarbe an:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Anlassen

Eventuell kann man das auf Wolfram mit +/- anwenden

von Teo D. (teoderix)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sieht nach angeschmolzener Oberfläche aus. Skin-Effekt, HF-Zündung 
schaltet nicht ab. oä?!

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Ich werde mir das alles später nochmal
> durchlesen, bin gerade nur am Handy dran.

Kannst auch hier noch geballte Infos dazu durchlesen, um Anhaltspunkte 
finden zu können, was Du evtl. als Fehlerursachen ausschließen kannst.
http://kewell-schweisstechnik.de/wp-content/uploads/2011/10/Edelstahl-Wig-Schwei%C3%9Fen.pdf

> Ich wollte nur kurz sagen,
> dass ich ja zwei Probleme habe: Oxidation der Elektrode bis zur
> Spannzange und Ausfransung an der Spitze.

Ich würde an Deiner Stelle die Oxydation erst mal zurückstellen und mich 
hauptsächlich darum kümmern, die Aufpilzung mit allen zur Verfügung 
stehenden Mitteln, auch unter Einsatz von WT20-Elektroden, ausmerzen zu 
können.

Dies deshalb, weil die bei Dir völlig abartige Aufpilzung natürlich auch 
die Schutzgasströmung beeinflusst/behindert.

Ein Spezl und ich schweißen überwiegend mit WT20-Elektroden.
Spitzen-Anschliff-Länge mindestens 3 x D.
Schutzgas wie das Deinige.
WIG-Gerät nicht so komfortabel wie Dein's (ca. 30 Jahre alt)
Nur geringfügige Anbatzungen nach längeren Schweißzeiten.

Mehr kann ich Dir aus eigenen Erfahrungen dazu nicht sagen.
Und das deckt sich auch mit Erfahrungen gewerblicher Schweißereien.
Rief vorhin bei einer an:
Nach wie vor hat man mit thorierten Elektroden auch bei Baustahl die 
wenigsten Elektroden-Probleme.

Die Oberflächen-Güte des Elektroden-Anschliffs braucht man nicht 
übertrieben zu bewerten.
Besser als Deine bisherige Oberfläche sollte sie aber schon sein. ;)

Auch das haben wir verifiziert, indem wir geometrisch identische Spitzen 
im Einsatz verglichen haben:
a) geschliffen (frei Hand) auf einem Schleifbock mit SC-Scheibe, Korn 
120.
b) geschliffen auf einer Rundschleifmaschine im Naßschliff 
(oszillierend) mit einer Dia-Scheibe, Korn 107, was eine Oberfläche "wie 
geleckt" ergab.

Im Einsatz war kein Unterschied im Verhalten feststellbar.

Chris D. schrieb:
> L. H. schrieb:
>> Fakt ist, daß man mit thorierten Elektroden an sich am besten
>> WIG-Schweißen kann.
>
> Sätze, die mit "Fakt ist" beginnen, sind meistens falsch ;-)

Und Sätze, die mit "meistens falsch" enden, beinhalten auch, daß es 
durchaus unterschiedliche Erfahrungen geben kann. :)

Grüße

: Bearbeitet durch User
von ACDC (Gast)


Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Es liegt an der Gaslinse ;)

Die kommt mir kurz vor.
Versuch mal andere. (ohne Grat)
Wenn Du keine hast, dann mach mal den Grat weg (im Bild zu sehn)

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
ACDC schrieb:
> Es liegt an der Gaslinse ;)
>
> Die kommt mir kurz vor.
> Versuch mal andere. (ohne Grat)
> Wenn Du keine hast, dann mach mal den Grat weg (im Bild zu sehn)

Wie gesagt, habe schon andere Düsen probiert. Die im Bild ist mit 
Diffusor, daher so kurz.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Goldene 1.6mm sind gekommen. Gerade 15cm Schweißnaht ohne 
Zusatzwerkstoff gezogen, selbes Ergebnis. An der Spitze ist ein Ring und 
die Elektrode ist bis unter die Spannzange blau angelaufen.

Ich werde nächste Woche die Gasflasche tauschen. Hat eh nur noch 20 Bar 
drin.
Habe heute versehentlich am Argon geschnuppert. Es hat diesen typischen 
Geruch von Pressluft aus Autoreifen. Wisst ihr was ich meine? Das ist 
doch nicht normal, oder? Wenn das Argon nach Zeug riecht, kann es dann 
4.6 Reinheit haben? Ist die Nase etwa so epmfindlich?

von ACDC (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Und alle haben den Grat?
Dann Nadel weiter rein.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
ACDC schrieb:
> Und alle haben den Grat?
> Dann Nadel weiter rein.

Nein, die Düsen ohne Diffusor sind deutlich länger und ohne Grat. Nadel 
habe ich schon soweit reingesteckt, dass nur noch die angeschliffene 
Spitze rausgeschaut hat.

Echt spannend, das Problem, gell? :D Ein kleiner Krimi.

: Bearbeitet durch User
von Walter T. (nicolas)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Ist die Nase etwa so epmfindlich?

Ja. Haie können einen Blutstropfen im Wasser noch in 2 km Entfernung 
riechen. Zum Vergleich: das ist ungefähr so, als könnten Menschen noch 
riechen, wenn 100 m entfernt jemand grillt.

von ACDC (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> die Düsen ohne Diffusor sind deutlich länger und ohne Grat.

verstehe ich nicht.

von TIGger (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hab jetzt mal mitgelesen, da ich auch ab und zu TIG schweisse. So was 
habe ich noch nie gesehen.

Mein spontaner Gedanke: Hast Du ev. irgendwo lose Späne? Irgendwie 
sieht's für mich aus, wie wenn sich Späne über einen magnetischen Effekt 
oder so was an der Elektrode ansammeln würden.

Ist jetzt laut gedacht und ich weiss auch nicht genau, wie das 
funktionieren würde. Aber vielleicht bringt dich das ja auf eine Spur...

von Thomas O. (kosmos)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich habe die gleiche Vermutung kommt beim Flexen auch gerne vor daß das 
Material magnetisch wird und dann hast du lauter kleiner Metallpartikel 
die erst weg müssen.

Ein Entmagnetisierer könnte helfen.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wir sind weit über der Curietemperatur. Da ist nichts mehr magnetisch. 
Vielleicht sollte ich tatsächlich irgendwo ein Stück Edelstahl 
auftreiben zum Testen.

von TIGger (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Wir sind weit über der Curietemperatur. Da ist nichts mehr magnetisch.

Das stimmt natürlich schon. Bei >100A hast Du aber schon ordentliche 
Magnetfelder, und vielleicht könnten Partikel aus einer kühleren Zone 
angezogen werden? Ist wohl nicht so einfach abzusehen, was da passiert.

- Du sagst, der Effekt tritt erst nach der fünften Raupe oder so auf. 
Heisst das, wenn Du Brenner und Profil zwischendurch abkühlen lässt, 
passiert nichts?

- Du hast zwar eine Gaslinse, aber am Rand des Profils ist der Ar-Schirm 
wohl nicht mehr so gut, ausser Du legst ein gleich hohes Profil zur 
"Ergänzung" daneben. Passiert das ganze auch, wenn Du eine einzige lange 
Raupe in Längsrichtung schweisst und die Ränder vermeidest?

- Hast Du mal ein anderes Schleifmittel als die Scheiben Deiner Flex 
ausprobiert? Wenn Du erst den Stahl schleifst, wirst Du ev. Fe-Partikel 
in oder an der Scheibe haben. Und dann schleifst Du mit derselben 
Scheibe die Elektroden? Oder habe ich das falsch verstanden? Ich würde 
mal die Elektrode mit einem Bandschleifer o.ä. schleifen, der noch nie 
Stahl von Nahem gesehen hat.

- Und geschieht das auch, wenn Du mit tieferen Strömen schweisst?

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mein neuer Schleifbock sollte bald da sein ... oder auch nicht ...

Hermes ...

Montag, 10. Dezember
8:18 AM
Sendung wird zugestellt.
GEISINGEN, DE
1:22 AM
Sendung ist beim Verteilzentrum eingegangen.
GEISINGEN, DE
Samstag, 8. Dezember
7:38 AM
Der Transportdienst ist verspätet. Die Lieferung verzögert sich 
möglicherweise.
GEISINGEN, DE
12:15 AM
Sendung ist beim Verteilzentrum eingegangen.
GEISINGEN, DE
Freitag, 7. Dezember
4:24 PM
Mögliche Verzögerung bei der Auslieferung wegen Fehlleitung.
GEISINGEN,
8:31 AM
Mögliche Verzögerung bei der Auslieferung wegen Fehlleitung.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
7:53 AM
Der Versanddienstleister hat versucht zuzustellen.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
Donnerstag, 6. Dezember
4:30 PM
Der Versanddienstleister hat versucht zuzustellen.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
8:05 AM
Sendung wird zugestellt.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
7:57 AM
Der Versanddienstleister hat versucht zuzustellen.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
Mittwoch, 5. Dezember
2:06 PM
Der Versanddienstleister hat versucht zuzustellen.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
8:04 AM
Sendung wird zugestellt.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
7:57 AM
Der Versanddienstleister hat versucht zuzustellen.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
Dienstag, 4. Dezember
1:44 PM
Der Versanddienstleister hat versucht zuzustellen.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
8:46 AM
Sendung wird zugestellt.
SAULDORF - OT KRUMBACH, DE
5:24 AM
Sendung wird zugestellt.
Geisingen, DE
5:24 AM
Sendung hat das Verteilzentrum verlassen.
GEISINGEN, DE
2:46 AM
Sendung ist beim Verteilzentrum eingegangen.
GEISINGEN, DE
Montag, 3. Dezember
3:00 PM
Sendung ist beim Verteilzentrum eingegangen.
ALTENKUNSTADT, DE
Paket wurde versandt

von Bernd F. (metallfunk)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Versprech dir von der Schleifscheibe nicht zuviel.

Auf der Baustelle schleifen wir die Nadel mit der Flex.
Egal ob Schrupp-Trennscheibe oder Papierscheibe mit K-80
bis K-120. das funktioniert.

Dein Schadensbid ist unbekannt.

Grüße Bernd

von Cerberus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vielleicht ist nur das Schweißgerät defekt.
Ein Handlingfehler kann man wohl ausschließen
sofern du allen Hinweisen nach gegangen bist.
Leider kann man das nicht immer nachvollziehen.
Wenn nicht, selbst schuld.

Maxim S. schrieb:
> Paket wurde versandt

Ist das unser Problem? So ist das Leben. Da braucht nur
das Versandetikett beschädigt sein, schon geht die Odyssee
los. Das hat doch jeder schon mal erlebt.

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
-5 lesenswert
nicht lesenswert
Wie schon w.o. gesagt:
Geh mit Deinen Elektroden zu irgendeinem WIG-Schweiß-Betrieb hin.
Um die unter anderen Bedingungen testen zu können.

Und öd uns hier, bittesehr, nicht mit Zusendungs-Problemen an.
Oder ganz knallhart formuliert:
Geh zu jemand, der Dir Ware gegen Bezahlung ausliefert.
Und zwar sofort!

Dazu mußt Du nur Deinen Arsch bewegen wollen, um eben genau NICHT bei 
Händlern etwas bestellen zu wollen, die ein weltweites Handelsmonopol 
anstreben.

Du bist (vermutlich) viel jünger als ich.
Magst vielleicht auch nicht ganz so genau wissen, was ein Handelsmonopol 
eigentlich bedeutet.
In allerletzter Konsequenz bedeutet jegliches Monopol-Anstreben 
zweierlei:

1) im ersten Schritt jeglichen Wettbewerb "koste es, was es wolle" 
ausschalten zu können, sowie

2) danach die Preise beliebig erhöhen zu können, weil ja gar kein 
Wettbewerb mehr vorhanden ist.

Wir alle haben die Wahl, das zu unterstützen oder auch nicht.

Grüße

von Cerberus (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
L. H. schrieb:
> Und öd uns hier, bittesehr, nicht mit Zusendungs-Problemen an.

Ich bin zwar mit dir dies bezüglich einer Meinung, aber...

L. H. schrieb:
> In allerletzter Konsequenz bedeutet jegliches Monopol-Anstreben
> zweierlei:
>
> 1) im ersten Schritt jeglichen Wettbewerb "koste es, was es wolle"
> ausschalten zu können, sowie
>
> 2) danach die Preise beliebig erhöhen zu können, weil ja gar kein
> Wettbewerb mehr vorhanden ist.

...jetzt ödest du hier aber an, was gar nicht Thema ist.

von Der Andere (Gast)


Bewertung
4 lesenswert
nicht lesenswert
Cerberus schrieb:
> ...jetzt ödest du hier aber an, was gar nicht Thema ist.

Vieleicht kloppt ihr euch mal offline oder via Mail,

Das Thema ist nämlich zu interessant daß ihr es hier kaputtmacht!

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
So, habe heute die Gasflasche gegen eine andere getauscht. Werde am 
Abend testen. Ich fress'nen Besen wenn's nicht das Schutzgas war. 
Ansonsten wird als nächstes der Druckminderer getauscht, dann die 
Zuleitung zum Inverter und dann der Inverter, in dieser Reihenfolge.

von Teo D. (teoderix)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Ich fress'nen Besen wenn's nicht das Schutzgas war.

Und ich, wenns das war.
Entweder is dein Schweißgerät def. o. du hast da was falsch eingestellt.

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

Bewertung
5 lesenswert
nicht lesenswert
Teo D. schrieb:
> Maxim S. schrieb:
>> Ich fress'nen Besen wenn's nicht das Schutzgas war.
>
> Und ich, wenns das war.
> Entweder is dein Schweißgerät def. o. du hast da was falsch eingestellt.

Hier ist die Elektrode nach 15cm Schweißnaht mit neuem Argon. Und hier 
ist der Besen, lass es dir schmecken!

von Alexander S. (alex998)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Hier ist die Elektrode nach 15cm Schweißnaht mit neuem Argon.

Schaut doch gut aus. Wer war denn der Lieferant der "versauten" Charge?

[Kann dir übrigens Globalgas empfehlen, gibt es in vielen Baumärkten und 
hat Pfandsystem; ausserdem preiswert, WIMRE etwa 38€/20l-Füllung Argon 
4.6. Und ich hatte mit denen noch nie Probleme.]


> Und hier
> ist der Besen, lass es dir schmecken!

Vllt. etwas trocken, ich würde noch Senf oder eine scharfe Sauce dazu 
reichen.

von Teo D. (teoderix)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich trink erst mal Tee....

von Maxim S. (maxim) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Teo D. schrieb:
> Ich trink erst mal Tee....

:D
verständlich ...

von Florian (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Teo D. schrieb:
> Maxim S. schrieb:
> Ich fress'nen Besen wenn's nicht das Schutzgas war.
>
> Und ich, wenns das war.
> Entweder is dein Schweißgerät def. o. du hast da was falsch eingestellt.

Teo D. schrieb:
> Ich trink erst mal Tee....

Feigling! Große Klappe aber Nichts dahinter...

von Teo D. (teoderix)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Florian schrieb:
> Feigling! Große Klappe aber Nichts dahinter...

Sieh dir das Bild noch mal an!


PS: Für dich erkläre ich mal den Spruch mit dem Tee.
"Tee trinken und abwarten". Was wiederum heißt: Ich bin noch nicht 
überzeugt.

: Bearbeitet durch User
von Florian (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Teo D. schrieb:
> Florian schrieb:
> Feigling! Große Klappe aber Nichts dahinter...
>
> Sieh dir das Bild noch mal an!
>
> PS: Für dich erkläre ich mal den Spruch mit dem Tee.
> "Tee trinken und abwarten". Was wiederum heißt: Ich bin noch nicht
> überzeugt.

Wie wäre es wenn du jetzt erstmal den Besen fressen würdest und später 
dann dich vergewisserst obs passt?

von Stefan L. (stefan_l134)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Hier ist die Elektrode nach 15cm Schweißnaht mit neuem Argon.

Freut mich für dich! Keine Ablagerungen und keine Verfärbung der 
Elektrode. Also lag es tatsächlich an einer verunreinigten/falschen 
Gasfüllung.
Interessant, dass unsere vermeintlichen Experten hier das kategorisch 
ausschließen konnten. Das fällt dann wahrscheinlich unter den 
Dunning-Kruger-Effekt. Das zeigt mal wieder warum man mit 
"Experten"-Beiträgen im Internet immer vorsichtig sein muss. 
Selbstreflexion liegt solchen Personen leider meist auch fern.

Viel Spaß beim Schweißen!

von L. H. (holzkopf)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Freue mich sehr mit Dir, daß das Drama nun gelöst zu sein scheint. :)
Kaum zu glauben, daß falsches Gas geliefert wurde.

Naja - es gibt nichts, das es nicht gibt. :D

Grüße

von Der Andere (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@Maxim:
Danke für die Aufklärung

von Jörg E. (jackfritt)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@Maxim:
Danke auch, man lernt nie aus...

von F. F. (foldi)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Stefan L. schrieb:
> Interessant, dass unsere vermeintlichen Experten hier das kategorisch
> ausschließen konnten. Das fällt dann wahrscheinlich unter den
> Dunning-Kruger-Effekt. Das zeigt mal wieder warum man mit
> "Experten"-Beiträgen im Internet immer vorsichtig sein muss.
> Selbstreflexion liegt solchen Personen leider meist auch fern.

Na ja, ich habe auch nicht ans Gas gedacht. Aber die jetzt alle (mich 
eingeschlossen) für blöd zu erklären ...
Wir haben in Deutschland einen ziemlich hohen Industriestandard und 
gerade bei Schweißgasen.
Argon ist ein inert Gas, kostet sehr viel mehr als andere Gase und soll 
ja gerade die nicht "teilnehmen" am Schweißprozess. Es soll sich 
chemisch möglichst neutral verhalten.
Dass ein Fachmann, der bisher noch kein schlechtes Gas erlebt hat (und 
das hat wohl keiner von den durch dich hier kritisierten Fachleuten), 
das Gas mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen 
wird, ist da eine völlig natürliche Reaktion.
Aber so haben wir alle wieder was gelernt.

von Cerberus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Man gut, das auf der Gasflasche nicht steht:
"Kann Spuren von Nüssen enthalten"

Selbst wenn der Hersteller ein durchdachtes Qualitätsmanagement
hat, so kann es niemals ausschließen, dass mal eine Charge
Mängel hat. Da reicht schon eine Urlaubs-oder Krankheitsvertretung
und man kann sich nicht mehr als Kunde auf die Qualität verlassen.
Auch Wartungsmängel können ursächlich sein, nur werden die nicht
an die große Glocke gehängt. Ich würde das Gas beim Lieferanten
reklamieren und mir das auch nicht ausreden lassen. Einen Rückruf
machen die nämlich nie.

von Stefan L. (stefan_l134)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
F. F. schrieb:
> Na ja, ich habe auch nicht ans Gas gedacht. Aber die jetzt alle (mich
> eingeschlossen) für blöd zu erklären ...

Entschuldigung, ich wollte niemanden für blöd erklären. Eigentlich habe 
ich auch nur eine Person im bestimmten gemeint. Dieser wollte ich jedoch 
nicht zu nahe treten und habe meine Formulierungen deshalb allgemein 
gehalten. Ich hoffe ich habe sie trotzdem zum Nachdenken über sich 
selbst angeregt.

> Dass ein Fachmann, der bisher noch kein schlechtes Gas erlebt hat (und
> das hat wohl keiner von den durch dich hier kritisierten Fachleuten),
> das Gas mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen
> wird, ist da eine völlig natürliche Reaktion.
> Aber so haben wir alle wieder was gelernt.

Irgendwo weit oben schrieb jemand dass er auf der Arbeit schon mal eine 
Schweißgasflasche mit fehlerhafter Füllung hatte und dass das durchaus 
vorkommt. Einen Post später wird dann in einem ellenlangen Text erklärt, 
dass das eigentlich unmöglich ist und das Gas als Ursache quasi 
auszuschließen ist. Also da hat zumindest einer mal nichts dazu gelernt.

Aber nichts für ungut. Maxims Problem ist ja zum Glück gelöst.

von Tassilo H. (tassilo_h)


Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Cerberus schrieb:
> Man gut, das auf der Gasflasche nicht steht:
> "Kann Spuren von Nüssen enthalten"

Jetzt hab ich mich fast hingelegt vor Lachen:
Vor vielen Jahren habe ich an einer Anlage gearbeitet, die flüssigen 
Stickstoff benötigt. Der kam in rollbaren 200-Liter-Behältern, die eine 
Firma anlieferte. In der Anlage wurde der Stickstoff über ein geeignetes 
Magnetventil dosiert. Irgendwann klemmte das Ventil und ging nicht mehr 
zu. Also ausgebaut. Es steckten komische Krümel im Ventil. Nach näherer 
Betrachtung und Geruchsprobe stellte sich heraus, daß das eindeutig 
Erdnußstückchen waren. Danach wurde ein Filter eingebaut...

Denkbare Erklärung: Die leeren Behälter stehen oft an irgendwelchen 
Laderampen rum. Da hatte vielleicht jemand Langeweile und hat ein paar 
Erdnüsse aus seiner Snacktüte in den diversen Anschlüssen versenkt.

von Robert (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
F. F. schrieb:
> Na ja, ich habe auch nicht ans Gas gedacht. Aber die jetzt alle (mich
> eingeschlossen) für blöd zu erklären ...
> Wir haben in Deutschland einen ziemlich hohen Industriestandard und
> gerade bei Schweißgasen.

Ich würde fast sagen, das war ja auch ziemlich gutes, reines 82/18 
Mischgas.
Ventilgewinde ist identisch, das wird schnell mal verwechselt im 
Füllwerk.

von elch1 (Gast)


Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Maxim S. schrieb:
> Nachtrag: Wenn ich mir die Elektroden so anschaue, sie sind alle
> blau/schwarz angelaufen.

das sieht für mich nach ungenügender Masseverbindung aus war bei mir mal 
so

lG es schöne Feiertage ... -.-

von Bernd F. (metallfunk)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
elch1 schrieb:
> Maxim S. schrieb:
>> Nachtrag: Wenn ich mir die Elektroden so anschaue, sie sind alle
>> blau/schwarz angelaufen.
>
> das sieht für mich nach ungenügender Masseverbindung aus war bei mir mal
> so
>
> lG es schöne Feiertage ... -.-

Ist mir auch schon aufgefallen. Da wird so ein "Kipphalter" aus Messing
benutzt. Prinzipell sind die ja nicht schlecht.

Die Kühlung ist bei einem normalen geschlitzten Kupferhalter besser.
Den Unterschied bemerkt man aber nur bei extrem hohen Strömen,
da braucht es ohnehin schon Wasserkühlung.

Grüße Bernd

von Robert (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
elch1 schrieb:
> Maxim S. schrieb:
>> Nachtrag: Wenn ich mir die Elektroden so anschaue, sie sind alle
>> blau/schwarz angelaufen.
>
> das sieht für mich nach ungenügender Masseverbindung aus war bei mir mal
> so

Wie soll das oxidieren, wenn dauernd in Argonatmosphäre befindlich?
Kann es nur, wenn im Gas irgendetwas reaktives drin ist, z.b. Sauerstoff 
oder CO2. Die Elektroden und Kupferteile werden betriebsmäßig heiss, und 
es oxidert normalerweise gar nicht, eben weil das Schutzgas tut was es 
soll.
Wenn der Kontakt wirklich schlecht ist so dass die Elektrode da hinten 
viel heisser wird als normal, wird eher der restliche Brenner schmelzen 
bevor da drin was oxidiert.

von Wiggler (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sorry für's ausgraben des Beitrags. Aber ich hatte das unwahrscheinliche 
Pech den gleichen Effekt erleben zu dürfen. Ich hatte die gleichen blau 
angelaufenen Nadeln, von der üblen Schweißbarkeit ganz zu schweigen. Als 
Anfänger kann dies ein Killerproblem sein weil man ja nicht weiß was 
richtig und falsch ist insbesondere wenn die ganze Ausrüstung 
(Schweißgerät, Brenner, Nadeln, Gas, Druckregler) neu und unbekannt 
sind.

So kam ich dann auch ins schwitzen nachdem nichts ging! Schläuche 
gespült, Gasdurchsatz gemessen, Lecks gesucht, etc.

Zum Glück fand ich hier den Hinweis. Bei mir war es dann auch das Gas. 
Ich hatte die Flasche mit Argon 4.6 bei Ebay bestellt (GBGASE / BREJCHA 
Shop). Flasche hatte Tüv, korrekte Farbe und korrektes Label. Das 
enthaltene Gas bildete keine Schutzatmosphäre aus, war aber weder Luft 
noch brennbar (wäre wohl der Super-Gau gewesen...). Erst nachdem ich mir 
über Kleinanzeigen eine zweite Argonflasche besorgt hatte ging es dann 
plötzlich wie es soll! Allerdings, der Verkäufer der "Fake-Argon" 
Flasche kann es nicht glauben, "kann nie und nimmer passieren...", 
Rückgabe verweigert. So dumm kann es laufen.

von Cerberus (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Tassilo H. schrieb:
> Es steckten komische Krümel im Ventil. Nach näherer
> Betrachtung und Geruchsprobe stellte sich heraus, daß das eindeutig
> Erdnußstückchen waren.

Schon mal gehört, dass man mit Nussschalen strahlen
(ähnlich Sandstrahlen, jedoch mit Nussschalen) kann?
Damit kann man hervorragend und Belaststofffrei
(Chemiefrei)effektiv Behälter und Rohre reinigen.
Wenn nicht rundum die Uhr produziert wird, bzw. nicht
produziert werden kann, könnten ja Lebensmittelreste
im System verderben und die nächste Charge kontaminieren.
Daher kann manchmal Anwesenheit von Feuchtigkeit auch ein
Belagrest und Aroma von Nüssen im System zurück bleiben.
Deshalb auch die häufigen Hinweise auf Lebensmitteln,
auch wenn Nüsse Lebensmitteltechnisch(Produkte) in
der bereffenden Anlage nie verarbeitet wurden.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.