mikrocontroller.net

Forum: HF, Funk und Felder WetterDirekt Wetterstation Basteleien


Autor: Michael M. (Firma: DO7TLA) (do7tla)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo
Hat sich schon jemand mit den Wetterstationen von WetterDirekt (WD xxxx) 
beschäftigt?
Diese bekommen die Wetterinformationen über das Pagernetz der E*Message 
GmbH.

Die Station soll angeblich auf der Frequenz 465,970MHz die Wetterinfos 
erhalten.

Auch die Frequenzen 466,075MHz und 466,230MHz werden von der E*Message 
GmbH betrieben.

Ich hab mal zum Test mit ein Funkscanner und einer Software die Frequenz 
465,970MHz beobachtet.

Da werden nur Zeit und Datum Informationen übertragen.
Wetterinfos oder andere Verschlüsselte Wetter Nachrichten konnte ich 
bisher noch nicht Empfangen.

Werden neben den Temperaturangaben auch Warnungen und andere 
Wettermeldungen in Klartext übertragen?

Wenn die Übertragungen Verschlüsselt sind dann könnte man an eine 
Wetterstation nach den Decrypter IC die Daten Abgreifen?

Autor: Mike (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das Thema würde mich auch sehr interessieren!

Ich habe seit kurzem eine solche Wetterstation. Die Station liefert eine 
Vorhersage für den aktuellen und die kommenden 3 Tage. Es werden 
Tmperaturminimum und -maximum sowie Bewölkung und Niederschläge 
angezeigt.

Nach Batterieeinlegen wird die Uhrzeit recht schnell angezeigt, die 
Wetterinformation braucht deutlich länger (bis zu 6 Stunden). Da die Uhr 
gegenüber eine Funkuhr um ca. 40 Sekunden vorgeht, wird die Zeit 
vermutlich auch über den Pagerdienst eingestellt und nicht über DCF77.

Ich nehme daher an, dass die Wetterdaten in binärer Form von Zeit zu 
Zeit über die Pagerfrequenz gesendet werden, die Zeit dagegen deutlich 
häufiger.

Hast Du den Scanner mal längere Zeit laufen lassen?

Autor: Michael M. (Firma: DO7TLA) (do7tla)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hab die Pagerfrequenzen längere Zeit mitgeloggt.
Die 465,970MHz ist es wie vermutet nicht.
Ich denke eher es ist die 466,230MHz.(ehemals Scall)
Dort werden nur Verschlüsselte Daten übertragen.
Seltsamer weise werden mit Abstand Datum und Zeitangaben in Klartext 
übertragen.
Die 466,075MHz scheidet auch aus da dort viel in Klartext übertragen 
wird und nichts mit Wetter zu tun hat.
Die 466,075 wurde damals für die Motorola Skyper Pager verwendet.

Auf mehreren Seiten wird angegeben das die Übertragungen Verschlüsselt 
sind.
Weis jemand mit was die Daten verschlüsselt sind? (AES oder Xor oder gar 
wie bei der BOS IDEA)

Ob es wie bei der DCF77 Variante auf der Platine Testpunkte gibt wo man 
die entschlüsselten Daten abgreifen kann?

Im Netz hab ich noch keine Platinenbilder finden können.
Es werden nur massig Shops gefunden die diese Wetterstationen anbieten.

Es gibt bereits einige Infos zu den ausgelesenen Telegramme der 
Außenfühler.
Diese können problemlos mit Windows oder Linux mitgeloggt werden.


Wäre mal interessant zu wissen ob da jemand anderes schon dran ist und 
schon weitergekommen ist?

Autor: Achim B. (bobdylan)
Datum:

Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Ja, es ist schon ein Kreuz mit diesen Wetterstationen. Man kann 
einstellen, was man will, das Wetter kommt trotzdem genau so, wie es 
ist.

Autor: Harald W. (wilhelms)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Michael M. schrieb:

> Hat sich schon jemand mit den Wetterstationen von WetterDirekt (WD xxxx)
> beschäftigt?

Ich habe eine solche Station schon einige Jahre und bin ganz
zufrieden damit. Vor allen gefällt mir, das ich nicht extra
einen Computer einschalten muß, um einen örtlichen Wetter-
bericht zu bekommen. Die Daten anderweitig zu nutzen, halte
ich für wenig sinnvoll, da ich da andere, leichter dekodier-
bare Quellen benutzen kann.

> Es gibt bereits einige Infos zu den ausgelesenen Telegramme der
> Außenfühler.

Ich habe mir vor kurzen eine weitere DCF-Uhr der Fa. Mebus mit
Tempanzeige gekauft. Interessant fand ich, das diese die vom
"Wetterdirekt"-Aussenfühler gesendete Temperatur auch anzeigte.
Anscheinend verwenden auch unterschiedliche Firmen teilweise
die gleichen Kodieralgorithmen.

Autor: Michael M. (Firma: DO7TLA) (do7tla)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mich würde es interessieren ob da noch weitere Wetterinfos übertragen 
werden als das was angezeigt wird?

Ich denke das ich mir mal eine gebrauchte Wetterstation fürn schmalen 
Euro aus der Bucht fische.
Da ist es nicht so schlimm wenn ich die schrotte beim Basteln.

Autor: Harald W. (wilhelms)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Michael M. schrieb:

> Mich würde es interessieren ob da noch weitere Wetterinfos übertragen
> werden als das was angezeigt wird?

Da es die "Wetterdirekt"-Geräte mit unterschiedlichee Ausstattung
zu unterschiedlichen Preisen gibt, wird bei den billigeren Geräten
wohl nur ein Teil der übertragenen Infos angezeigt. Ob diese Zusatz-
infos bei den billigeren Geräten trotzdem dekodiert und nur nicht
angezeigt werden, weiss ich nicht. Vielleicht kannst Du ja mal zwei
preislich unterschiedliche Geräte sezieren und vergleichen.

Autor: Michael M. (Firma: DO7TLA) (do7tla)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
So wie es aussieht scheint sich noch keiner so richtig damit beschäftigt 
zu haben die zu Analysieren.
Aber irgend jemand muß den Anfang machen.

Bei den DCF77 Wetterstation Hack ist es bereits so weit das es eine 
Webseite gibt wo man die Dekodierung der Daten Live zuschauen kann.
Die Dekodierung scheint komplett in Software zu erfolgen.

Mit etwas Googlen doch noch gefunden:

https://www.dcf77logs.de/live

Autor: Michael M. (Firma: DO7TLA) (do7tla)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hab jetzt eine Wetterstation günstig bei Ebay Schießen können.
So weit Funktioniert diese.
Es handelt sich um die WD 4000.
Allerdings sind viele der ICs direkt auf die Platine gebondet und mit 
ein Harz vergossen.

Es sind jedoch sehr viele Testpunkte vorhanden wo ich eventuell das 
Entschlüsselte Signal abgreifen kann.

Ich hab noch einen Code für einen AVR bekommen.
Mal schauen ob ich damit was anfangen kann.

Dazu muss ich erst mal den AVR Flashen und dann das Signal von der 
466,230MHz einspeisen und schauen was hinten raus kommt.

Der eigentliche Empfänger scheint auf PLL Basis zu laufen.
Da dieser den Außensensor 868 oder 433MHz empfangen muß und auch die 
Wetterdaten von der 466,230MHz.

Platinenbilder stelle ich hier noch ein.

: Bearbeitet durch User
Autor: Martin (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sehr interessant!

Autor: fsdf (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Eigentlich müsstest du mal von einem Chip das Epox herunterätzen und mit 
einem Mikroskop anschauen.

Mit hoher Warscheinlichkeit ist es ein PIC/AVR/etc. mit geblockten 
Fuses.

Die haben traditionell oftmals Probleme mit Power Glitching.

Hoffen und beten das die Büchsen kein ROM haben und sie erst im Werk 
geflasht werden.

Eine ähnliche Spielerei gab es auch damals mit den DCF77 
Wetterempfänger, wo AFAIR nur ein paar Bytes im RAM beschreibbar waren.

Autor: Michael M. (Firma: DO7TLA) (do7tla)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hab mal ein Paar Bilder von den beiden Platinen angehangen.

Der Empfänger ist auf eine eigene Platine untergebracht.
Auf der Rückseite der Empfängerplatine befindet sich noch ein 16MHz 
Quarz.

Unten Rechts die Kontaktreihen der Hauptplatine scheinen für die 
Programmierung zu sein.

: Bearbeitet durch User
Autor: SchönwetterProggger (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Michael M. schrieb:
> Der Empfänger ist auf eine eigene Platine untergebracht.
> Auf der Rückseite der Empfängerplatine befindet sich noch ein 16MHz
> Quarz.

Und,
wie unterhalten sich die beiden ICs?

> Unten Rechts die Kontaktreihen der Hauptplatine scheinen für die
> Programmierung zu sein.

Ja, sieht etwas das alte JTAG aus..

Autor: Rico W. (bitkipper)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
SchönwetterProggger schrieb:
> Michael M. schrieb:
>> Unten Rechts die Kontaktreihen der Hauptplatine scheinen für die
>> Programmierung zu sein.
>
> Ja, sieht etwas das alte JTAG aus..
Hat aber nur 5 oder 6 Leitungen zum Chip, da sie einseitig aussieht. Da 
würde ich auf 'nen PIC mit ICSP tippen.
Zweites Bild links in der Mitte der Platine könnte ein Footprint vom 
nicht installierten EEPROM sein, woraus die Programmteile bei höheren 
Features der Station nachgeladen werden.

: Bearbeitet durch User
Autor: Rico W. (bitkipper)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Beim Anblick des Footprint der Empfängerplatine würde ich nicht 
vermuten, daß der Chip direkt gebondet ist, eher normal aufgelötet 
(TQFP-28?) und zugekleckst. Dann könnte das auch beim Hauptchip so sein.

: Bearbeitet durch User
Autor: Michael M. (Firma: DO7TLA) (do7tla)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja auf der Empfängerplatine haben die den Chip mit der Masse so 
zugegloddert das man dessen bezeichnung nicht lesen kann.
Wenn man jedoch die Schaltung aufnimmt dann sollte man recht schnell 
herausbekommen um welcher Chip sich das da handelt.

Autor: Rico W. (bitkipper)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Michael M. schrieb:
> Wenn man jedoch die Schaltung aufnimmt dann sollte man recht schnell
> herausbekommen um welcher Chip sich das da handelt.
Kannst du dir wahrscheinlich sparen. Bin nach einiger Suche auf den 
AX50424 von AXSEM gestoßen.
https://www.cdiweb.com/datasheets/axsem/ax50424_ds_v1_3.pdf
Gehört jetzt zu ON Semi, die nur noch eine Reihe Transceiver von dieser 
Art bieten, keine reinen Receiver mehr. Ähnlich ist nämlich auch der 
AX5243 als TRX. Offenbar wurde später das Package verkleinert von 28 auf 
20 Pins, wenn man die NC und TST1..3 Pins wegläßt. Das Datenblatt ist 
aus 2008, kommt also zeitlich gut hin mit der Technik der Wetterstation.
Die Applikationsschaltung auf Seite 32 im Datenblatt stimmt bis auf 
wenige Kleinigkeiten recht genau mit deiner überein was Antenne, Quarz, 
SPI und Spannungsversorgung betrifft. Einige NC Pins sind bei dir 
allerdings als Testpunkte rausgeführt.
Beim sniffen am SPI kannst du vielleicht die genaue Frequenzeinstellung, 
Bandbreite, Filter usw. rausbekommen. Und natürlich verschlüsselte 
Datenpakete :)

73!

: Bearbeitet durch User
Autor: Rico W. (bitkipper)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Michael M. schrieb:
> Ich hab noch einen Code für einen AVR bekommen.
> Mal schauen ob ich damit was anfangen kann.
Ist da ein Decoder drin? Dann fröhlich ran an den Empfänger-SPI. Aber 
erst wenn du die Einstellungen mitgemeißelt hast :)
Wenn das alles klappt wäre es mit RFM01 & Co., Arduino, usw. machbar.

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.