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Forum: Fahrzeugelektronik 26650 Motorrad-Akku bauen


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Autor: Bernd M. (bernte_one)
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Hallo,

ich habe vor die kalten Tage mal zu nutzen um mir ein Motorrad-Akku aus 
26650 LiIon oder LiFePo zu basteln.

Welches ist die bessere Variante (Kosten / Leistung), und was muss man 
beachten?

Habe vor den Akku so zu betreiben das er gleich vom Spannungsregler des 
Motorrads mitversorgt wird, sollte ich da noch einen Laderegler verbauen 
oder genügt es da einfach den Spannungsregler direkt anzuklemmen?

: Bearbeitet durch User
Autor: Bernd K. (bmk)
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Die LiFePo Zelle A123 eignet sich am besten; verschaltet 4S 2P genügt 
meistens. Beispiel:
https://www.asn-shop.de/Neu-Motorrad-Batterie-132V-5Ah-V4-4s2p

Günstige Bezugsquelle zum selbst basteln:
https://www.nkon.nl/rechargeable/26650/a123-systems-anr26650m1b-a-grade-3-3v-a-grade.html

Autor: bernte (Gast)
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Danke Bernd, für die Links
Sieht schon gut aus.

Was benötigt man noch zum selber bauen, muss bei den a123 Zellen noch 
spezielle Elektronik dran. Oder reicht es die entsprechend als 4s2p zu 
verbinden und dann direkt über den Regler vom Motorrad aufzuladen?

Autor: Bernd K. (bmk)
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Ich sage mal vorsichtig ja, man kann den Pack direkt anstelle des 
ürsprünglichen Akkus ohne weitere Elektronik verwenden.

Hierbei muss man auf einiges achten, wie das Vermeiden von Überladung 
oder Tiefentladung und ggf. Balancing.

Einiges hierzu in folgendem Link (Sonderfall Starterbatterien):
http://www.i-tecc.de/support/lifepo4-akkus-richtig-laden/

Autor: K. S. (the_yrr)
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Bernd K. schrieb:
> Ich sage mal vorsichtig ja, man kann den Pack direkt anstelle des
> ürsprünglichen Akkus ohne weitere Elektronik verwenden.
wäre ich vorsichtig mit

> Hierbei muss man auf einiges achten, wie das Vermeiden von Überladung
> oder Tiefentladung und ggf. Balancing.
ein Schutz vor Tiefenentladung, Überladung (und eventuell Überstrom) ist 
notwendig wenn die Zellen lange halten sollen, außer du gehst davon aus 
das alles gut läuft und keine Fehler auftreten.
wenn die Ladeschlussspannung nicht über 4*3.65V = 14.6V (besser 14.4-5V 
um sicher zu sein) steigen kann (bei vollem Akku und ohne Verbraucher, 
hängt von der Lichtmaschine ab) und der Akku nie Tiefenentladen wird, 
brauchst du keinen Schutz.

je nachdem was für Zellen und wie gut diese selektiert sind kann auf ein 
balancing verzichtet werden (wird bei z.b. Akkuschraubern häufig auch so 
gemacht).

Beim Auto können im 12V Netz ganz schön hässliche Transienten auftreten, 
keine Ahnung wie das hier aussieht, aber eventuell wäre zumindest eine 
TVS Diode angebracht.

: Bearbeitet durch User
Autor: thomas_m (Gast)
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Ich würde auf alle Fälle ein Schutz gegen permanente Überspannung (z.B. 
14,8V) einbauen.
Falls der Laderegler kaputt geht, kocht ein Bleiakku einfach über und 
will dann nicht mehr. Die LiFePo4 Akkus können Dir dann Dein Motorrad 
abbrennen lassen.

thomas_m

Autor: thomas_m (Gast)
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Autor: Olaf (Gast)
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> Ich würde auf alle Fälle ein Schutz gegen permanente Überspannung (z.B.
> 14,8V) einbauen.

Ich wuerde es ja gleich ganz lassen weil Motorrad fahren im Winter auch 
grossen Spass macht und die Lithiumakkus es bei Kaelte nicht bringen.

Olaf

Autor: g457 (Gast)
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> [..] und die Lithiumakkus es bei Kaelte nicht bringen.

Wobei "Kälte" bei etwa +10°C beginnt.

Autor: Michael B. (loetmichel)
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K. S. schrieb:

> ein Schutz vor Tiefenentladung, Überladung (und eventuell Überstrom) ist
> notwendig wenn die Zellen lange halten sollen, außer du gehst davon aus
> das alles gut läuft und keine Fehler auftreten.
> wenn die Ladeschlussspannung nicht über 4*3.65V = 14.6V (besser 14.4-5V
> um sicher zu sein) steigen kann (bei vollem Akku und ohne Verbraucher,
> hängt von der Lichtmaschine ab) und der Akku nie Tiefenentladen wird,
> brauchst du keinen Schutz.

Tiefentladung: Ja, durchaus sinnvoll bei LiFePO4.
Überspannung: LiFePO4 halten durchaus 4.1V pro Zelle aus ohne
Schaden zu nehmen. Die möglichen Ladezyklen sinken dann halt auf
Lipo-Niveau.


>
> je nachdem was für Zellen und wie gut diese selektiert sind kann auf ein
> balancing verzichtet werden (wird bei z.b. Akkuschraubern häufig auch so
> gemacht).

Balancing ist be A123 Zellen (und guten clones) weniger nötig als
bei LiIon oder Lipo. Speziell wenn sie nicht gefoltert werden mit
Komplettentladung in 6 min und solchen Scherzen.

>
> Beim Auto können im 12V Netz ganz schön hässliche Transienten auftreten,
> keine Ahnung wie das hier aussieht, aber eventuell wäre zumindest eine
> TVS Diode angebracht.

Transienten machen einem Li**-Pack eher weniger als einem Bleiakku da
der Innenwiderstand meisst eher kleiner ist als bei einem Bleiwürfel 
vergleichbarer Größe/Kapazität. Auch stecken speziell A123 Zellen mords
Lade-/Entladeströme wech ohne Schaden zu nehmen. Solange man sie nicht
überläd stören Transienten nicht die Bohne.

Olaf (Gast) schrieb:

> Ich wuerde es ja gleich ganz lassen weil Motorrad fahren im Winter
> auch grossen Spass macht und die Lithiumakkus es bei Kaelte nicht
> bringen.

A123 Zellen haben wie alle Li** ihre Probelme mit Kälte. Allerdings ist
der Innenwiderstand bei -10° immer noch WEIT unter dem eines 
vergleichbar
großen Bleiakkus. Damit auch der Startstrom.

Ist also Blödsinn, ausser Du wohnst in Sibirien wo es minus 43°C hat.


Michael.

Autor: MaierMüllerSchulz (Gast)
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Bernd K. schrieb:
> Günstige Bezugsquelle zum selbst basteln:
> 
https://www.nkon.nl/rechargeable/26650/a123-systems-anr26650m1b-a-grade-3-3v-a-grade.html

Günstig ja, aber genau der Laden "pappt" dir als Zellenverbinder 
irgendwelche schmalen Streifchen aus dünnstem Dosenblech an. Wer an 
Hochstromzellen solche Spielzeugstreifchen anpappt, hat von seiner 
Arbeit keine Ahnung.

Geh zu einem Profi, der verwendet die richtigen Zellenverbinder und 
schweißt die auch richtig an. Dafür, dass der Profi eine kommerzielle 
Punktschweißmaschine vorhält (und keine alten Kondensatoren oder einen 
Trafo vom Schrottplatz), zahlst du eben das doppelte. Von nix kommt nix.

Autor: bernte (Gast)
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Na dann kann ich ja gleich ein fertiges Paket kaufen, wo bleibt der 
bastelspaß

Autor: Bernd K. (bmk)
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Man kann die Zellen auch löten:

Youtube-Video "Verzinnen bzw. Löten von 26650er LiFePo4 Zellen. Soldering 26650 LiFePo4 cells."

Wichtig ist, dass ein leistungsfähiger Kolben Verwendung findet.
Und der Lötvorgang muss in 2 Sekunden abgeschlossen sein!!!

Dann verteilt sich die Wärme sehr schnell im Mantel der Zelle und
richtet keinen Schaden an. Wie man sieht, kann man die Lötstelle
kurz danach problemlos anfassen.

Als Verbinder eignet sich gut Kupferdraht oder Kupferstreifen.
Der Querschnitt sollte mindestens 4-6 mm² haben.

Autor: Olaf (Gast)
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> A123 Zellen haben wie alle Li** ihre Probelme mit Kälte. Allerdings ist
> der Innenwiderstand bei -10° immer noch WEIT unter dem eines
> vergleichbar großen Bleiakkus. Damit auch der Startstrom.

Merkst du eigentlich was du da fuer einen Unsinn geschrieben hast?

Mein Motorrad hat z.B einen Bleiakku mit 14Ah. Die ueblicherweise dafuer 
angeboteten Lithiumbatterien haben 4Ah und sind deutlich teurer. Der 
Startstrom im Winter bei 0Grad oder gar drunter waere also vielleicht 
vergleichbar wenn der Lithiumakku auch 14Ah haette. Allerdings waere er 
dann so teuer das niemand auf die Idee kommen wuerde den einzubauen.

In der Realitaet ist es dann so das Leute mit Lithiumbatterie im Winter 
entweder ihren verzaertelten Popo nicht auf die Maschine bekommen, oder 
aber den Akku durch externen Kurzschluss (z.B durch einschalten von 
Licht/Zuendung/Anlasser) aufheizen damit er wieder Leistung liefern 
kann. Die ziehen also soviel Strom das die Ausgangsspannung 
zusammenbricht und die Energie am Innenwiderstand der Zellen anfaellt 
und diese aufheizen. Wie positiv ist das wohl fuer die Lebensdauer?

Und als Bonusproblem ist ihr Akku wegen der geringeren Kapazitaet durch 
Reststroeme in der Bordelektronik deutlich eher entlehrt als bei dem 
3-4mal so grossen Bleiakku wenn das Motorrad mal eine Zeit lang nicht 
genutzt wird.

Ich hab ebenfalls schon darueber nachgesonnen mir einen Lithiumakku zu 
bauen, es aber dann wegen Winterbetrieb verworfen. Ein Gedanke der mir 
auch schon mal kam, die Parallelschaltung eines kleinen Lithiumakkus mit 
4Ah mit einer Kondensatorbank (BCAP von Maxwell). Das waere eine 
ziemlich geniale Loesung weil diese Kondensatoren ein vielfaches des 
Stroms liefern koennen. Leider ist das eine sehr teure Loesung und es 
ist auch fraglich ob das in den vorhandenen Platz der alten Batterie 
passt.

Ich hab in dem Zusammenhang mal den Anlassstrom meines Motorrads 
gemessen:

http://www.criseis.ruhr.de/bilder/motorrad/KaltStart.gif

Vielleicht mal ganz interessant um abzuschaetzen was so ein Akku liefern 
muss. Und zum Messzeitpunkt war es noch nicht wirklich kalt!

Olaf

Autor: Michael W. (dbru61)
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Moin,

ich habe meine 14Ah Bleibatterie im Frühjahr 2011 durch 4 Headway-Zellen 
mit 6Ah und Schraubverbinder ersetzt. Seitdem ist der ganze Kram 
weitgehend wartungsfrei, ohne irgendwelchen Schnickschnack mit Balancern 
oder Ladespannungsbegrenzung. Ich guck so einmal im Jahr nach der 
Zellenspannung und wenn die um ein paar 10 Millivolt differiert wird 
halt einzeln nachgeladen.
Der Anlasserstrom in der Spitze beträgt 320 A, das stecken die locker 
weg. Die können auch mal längere "Anlassorgien" durchstehen, bei der 
eine Bleibatterie schon längst ihre Füsse gestreckt hätte. Und während 
des Fahrbetriebs kommt der Strom sowieso aus der Lima. Die LiFePo sind 
vor allem im Winter jeder Beibatterie überlegen.

Grüße

Michael

: Bearbeitet durch User
Autor: Michael B. (loetmichel)
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Olaf schrieb:

> Merkst du eigentlich was du da fuer einen Unsinn geschrieben hast?
> [..]
> Ich hab in dem Zusammenhang mal den Anlassstrom meines Motorrads
> gemessen:
>
> http://www.criseis.ruhr.de/bilder/motorrad/KaltStart.gif

Deinen ersten Satz habe ich mal stehen gelassen.

Meine 4s1p Lifepo4 Powerpacks für den Kopter (2.3Ah 26650)
haben einen peak Strom von nominell 94A. Siehe Bild.

Die reissen meinen 2,5 liter Diesel Opel Omega problemlos an OHNE
dabei Schaden zu nehmen (wenn ich mal wieder den Autoakku leergenuckelt
habe mit dem Laden derselben fürs fliegen), auch im Winter bei -10° und
nach Abschaltung des Kopters vorher wegen Unterspannung.
Und da willst Du mir erzählen daß ein 4s2p oder 4s3p Pack dieser Zellen 
nicht mit einem popeligen 1 liter Mopedmotor zurechtkommt?


Michael W. (dbru61) schrieb:

> Der Anlasserstrom in der Spitze beträgt 320 A, das stecken die
> locker weg. Die können auch mal längere "Anlassorgien" durchstehen,
> bei der eine Bleibatterie schon längst ihre Füsse gestreckt hätte.

Amen!

Michael.

Autor: bernte (Gast)
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hab mir nochmal die bausätze angeguckt
sieht ja schon recht lecker aus

nur frage ich mich wo bei den bausätzen preislich der vorteil gegenüber 
einer fertig konfektionierten batterie ist bei der man ja gleich die 
passenden anschlüsse und ein gehäuse drumherum hat

Autor: bernte (Gast)
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Autor: Michael B. (loetmichel)
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Die Bausätze lohnen IMHO nur wenn man keine mechanisch passende Batterie 
fertig findet, und nicht preislich.


Michael.

Autor: Michael W. (dbru61)
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bernte schrieb:
>
> nur frage ich mich wo bei den bausätzen preislich der vorteil gegenüber
> einer fertig konfektionierten batterie ist bei der man ja gleich die
> passenden anschlüsse und ein gehäuse drumherum hat

Du ersparst Dir das nachdenken und das zusammensuchen der Einzelteile.
Mit den Zellenhalterungen ist man aber ziemlich festgelegt, was die 
Anordnung der Zellen angeht. Ich meine mich zu errinnern, das 
"nebeneinander" nicht so richtig geht. Ist aber schon ein paar Jahre 
her.
Einfach und doch geschmacklos gehts z.B. so:

Autor: Olaf (Gast)
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> Einfach und doch geschmacklos gehts z.B. so:

Waer mir zu gebastelt angesichts dessen was man bei einem Motorad so an 
Vibrationen hat oder wenn man sich gar mal lang macht.

Olaf

Autor: bernte (Gast)
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Sieht aus wie ein tiefgezogenes Gehäuse, und die Scharniere. Sehr 
windige Konstruktion.
Allein meine Tüte erzeugt schon soviel Vibration da würde das Gehäuse 
bersten.
V2 mit riesen Endtopf

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