Hi zusammen,
kann mir jemand sagen, welche Elkos bei einem bevorstehenden
Vibrationstest zu bevorzugen sind? Mir gehts um die Anschlußtypen wie
Lug Terminals, Snap In, oder normale Pins. 25x25mm sind die zu
verwendenden Elkos.
Danke und Gruß
Karl
Das Problem bei Vibrationen ist die Bewegung des Bauelemntes gegenüber
der Trägerplatine. Das ständige leichte Biegen Anschlussleitungen führt
zum ihrem Bruch. Ich habe oft gesehen, dass normale, axiale Elkos (die
ich für die am meisten gefährdeten halte, aber ich habe keine weitere
Erfahrung) mit einem dicken Klecks Kleber oder was Ähnlichem oder mit
Kabelbindern an solchen Bewegungen gehindert werden.
Für sicherer halte ich axiale Elkos, wenn sie mit dem Körper voll auf
der Leiterplatte aufliegen. Auch ein kleiner Spalt darf nicht vorhanden
sein.
Snap-In-Gehäuse liegen mit großer Sicherheit voll auf. Von früher kenne
ich den Snap-Ins ähnliche, stehende Elkos, die außen herum 3 Pins
(isoliert oder Minuspol) hatten. Weitere Pins sind innen, haben aber
keine wesentliche Befestigungsfunktion. Auf diesen 3 Beinen sind sie
natürlich besonders starr mit der Leiterplatte verbunden sind und stehen
daher sehr stabil. Ich weiß nicht, ob es so was noch gibt.
Mit Schellen angeschraubt und über flexible, aber fest verlegte Kabel
verbunden, dürfte für Raketentechnik geeignet sein.
Kommt drauf an wie das Vibrationsprofil ist. Wenn es zu arg wird, dann
sollte der bereits erwähnte Kleber genutzt werden. Bei stehenden Elkos
ist unten üblicherweise eine Sicke. Der Kleber sollte dann in diese
Sicke greifen, da die Folie auf dem Becher nicht zuverlässig fest ist.
Insbesondere wenn es auch warm und feucht sein kann, werden die gerne
mal spröde und bröseln einfach mal weg, dann hält der Kleber natürlich
auch nicht mehr.
Prinzipiell sind aber erst mal THT Teile stabiler als SMD. Zumindest von
der Befestigung her.
Elkos unbedingt spaltfrei auf Platine montieren. Bei mehreren Elkos das
Layout so gestalten, daß die sich gegenseitig stützen. Mit
Kabelbinder&Epoxid großzügig garnieren.
Axial THT und Kabelbinder mag ja altmodisch sein, aber eben deshalb
lange bewährt. Früher gab es sogar Halterungen für axiale Bauteile, die
auf der Platine festgeschraubt wurden.
25 mm sind ja schon Riesenelkos, in Handys wird sowas nicht verbaut.
Georg
Felix R. schrieb:> Mit> Kabelbinder&Epoxid großzügig garnieren.
Epoxid ist spröde, kann brechen und dann bringt es auch nichts mehr.
Als Staking würde sich Silikon (neutralvernetzend) besser eignen, weil
es nicht bricht und die Schwingungen dämpft.
Sebastian R. schrieb:> Felix R. schrieb:>> Sebastian R. schrieb:>>> Epoxid ist spröde, kann brechen>> ???>> !!!
Dich will ich mal beim Epoxidbrechen sehen!
Felix R. schrieb:> Dich will ich mal beim Epoxidbrechen sehen!
Ahhhh. Etwas, auf das ich konkret antworten kann.
2K-Kleber ist erfahrungsgemäß eher spröde und lässt sich z.B. von
IC-Packages einfach wieder abziehen, auch wenn die Verklebung erstmal
gut aussieht.
Deshalb hätte ich bei normalem Kleber die Angst, dass sich durch die
auftretenden Kräfte entweder das Bauteil freirüttelt, weil sich die
Klebeverbindung löst oder eben dünne Hohlkehlen durch die Sprödigkeit
brechen.
Dauerelastische Staking-Massen haben halt den Vorteil, dass sie nicht
brechen können und die Vibrationen dämpfen. Und Staking auf
Silikon-Basis (meist HTV) klebt wie die Pest auch auf Oberflächen, bei
denen Epoxy schon schwierig wird.
Insgesamt ist es eine Wissenschaft für sich und es gibt natürlich viele
Möglichkeiten und Epoxid wird auch funktionieren.
In der Erdölbohrtechnik nutzen wir eben ein elastisches Staking für die
Platinen, die ins Bohrloch gesteckt werden, weil sich das für unsere
Anwendung als am zuverlässigsten herausgestellt hat.
Sebastian R. schrieb:> 2K-Kleber
Nicht jeder 2K wird glashart. Ganz allgemein spielt Größe und
Resonanzfrequenz eine wesentliche Rolle. 2 kleine Elkos halten oft
länger als ein dicker.
Ich sag ja, es ist eine Wissenschaft für sich und ich habe da sicherlich
einen Tunnelblick, weil ich Elektronik entwickele, die extremsten
Umgebungseinflüssen standhalten muss (z.B. dauerhaft 175°C).
Und natürlich kann das Design schon viel ausmachen.
- Flach bauen (axial statt radial)
- Massen verteilen (wie du sagtest lieber zwei kleine als einen großen)
- ...
Du hast natürlich auch recht, dass nicht jeder 2K-Epoxy-Kleber glashart
wird. Aber ich denke, dass man da intuitiv nicht drauf achtet, sondern
nimmt, was eh schon da ist.
Hallo,
Ausführungen zum dem Problem habe ich hier etwas ausführlicher
geschrieben:
Beitrag "Re: THT Bestückung Bauteile kleben lassen"> Karl schrieb:> kann mir jemand sagen, welche Elkos bei einem bevorstehenden> Vibrationstest zu bevorzugen sind?
Übliche Elko-.Bauformen werden wohl immer gefährdet sein.
Zuverlässige Befestigung geht mit Kleben oder mittel spezieller
kontruktiver Lösungen.
Gruß Öletronika
Ich weiss ja nicht welches 2k Epoxy ihr so verwendet aber mit Epoxy
werden Bögen (die Dinger zum Pfeile schiessen) verklebt. Die schwingen
auch ziemlich heftig und das Epoxi bröselt dabei nicht aus den Fugen.
Walta
Es gibt extra Elkos für Anwendungen bei hohen Anforderungen an die
Vibrationsfestigkeit (zB. bis 30G). Diese werden zum u.a. im Automotive
Bereich eingesetzt. Sie haben dann oft 4 anstatt 2 Pins.
http://www.elna.co.jp/en/capacitor/topics/chip_alumi.html