Hallo, angeregt duch den Thread hier:
Beitrag "Allgemeine Frage zu Passwort-Managern"
möchte ich Euch mal fragen wo der Unterschied eines Passwortmanagers zu
einer Excel-Tabelle ist?
Ich benütze derzeit keinen Passwortmanager, habe mir aber die Beiträge
durchgelesen und finde das Prinzip eine Managers nicht schlecht. Bei
meiner Recherche im Internet nach solchen Managern fällt mir aber ein
gravierender Nachteil auf - die Programme sind nicht
plattformübergreifend.
KeyPass z.B. ist als exe nicht auf Android oder Mac ausführbar.
Meine Überlegung ist nun eine Excel-Tabelle. Die kann man ja eigentlich
überall öffnen. Natürlich muss diese Tabelle mit einem starken Passwort
geschützt werden - das müssen Passwort-Manager aber auch.
Ist diese Idee dumm? wo liegen die Nachteile einer passwortgeschützten
Exceltabelle?
Während der Passwortschutz beim alten Format *.xls bekannter Maßen nicht
sicher war und man das PW mit freien Tools aus dem Internet schnell
knacken konnte, ist doch das *.xlsx-Format recht sicher, oder???
Was sagen die Experten? ist ein Passwortmanager gegenüber einer
Exceltabelle wirklich sicherer / besser?
Und ja mir ist bewusst, dass die Sicherheit mit der Auswahl eines guten
Passworts steht und fällt. Jüngst haben wir erfahren, das "Vegan123"
kein gutes Passwort ist.
Aber das dürfte bei einer Exceltabelle wie auch bei KeyPass gleich
sein...
Pfeiffer mit 3 "f" schrieb:> KeyPass z.B. ist als exe nicht auf Android oder Mac ausführbar.
Muß es doch auch nicht. Soviel ich weiß, kann die eigentliche
Passwort-Datei von allen Keypass-Versionen auf allen Plattformen
geöffnet werden.
Ich hatte mir mal ein jpg erzeugt mit allen Passwörter und daraus ein
verschlüsseltes PDF erstellt. Das galt vor zehn Jahren mal als sicher.
Hab ich inzwischen aber nicht mehr. Dem verschlüsselten xlsx traue ich
genauso wenig.
Passwort-geschützte Mappen kannst Du per Hand "entschlüsseln", in dem
der umgebende sheetProtection XML Tag einfach entfernt wird... (wer
denkt sich sowas aus???).
Verschlüsselte Sheets sind angeblich auch mit Tool knackbar, da habe ich
aber keine Erfahrung ob das wirklich zuverlässig klappt.
Bei Excel hätte ich neben dem Zweifel an der sicheren Implemetierung
noch die Sorge, dass man nicht weiß welche evtl. Temp-File noch so
existieren und die Daten enthalten.
Die PW Manager sind zumindestens für diesen einen Zweck gemacht und
deutlich besser für den Zweck, auch wenn es dort auch Raum für
Diskussionen gibt.
Otto Mans schrieb:> Passwort-geschützte Mappen kannst Du per Hand "entschlüsseln", in dem> der umgebende sheetProtection XML Tag einfach entfernt wird... (wer> denkt sich sowas aus???).>> Verschlüsselte Sheets sind angeblich auch mit Tool knackbar, da habe ich> aber keine Erfahrung ob das wirklich zuverlässig klappt.
Das halte ich für ein Gerücht!
Pfeiffer mit 3 "f" schrieb:> Bei> meiner Recherche im Internet nach solchen Managern fällt mir aber ein> gravierender Nachteil auf - die Programme sind nicht> plattformübergreifend.> KeyPass z.B. ist als exe nicht auf Android oder Mac ausführbar.
Wie sehen denn bei dir Internet-Recherchen aus? Auf
https://keepass.info/download.html sind dutzende Ports für alle
möglichen Systeme.
Es gibt mehrere Portierungen für Android. Ich benutze diese hier, die
den Store direkt aus Dropbox aufmachen und wieder sichern kann:
https://play.google.com/store/apps/details?id=keepass2android.keepass2android
MacOS Version hier:
https://keepass.info/download/p_macosx/index.html
ditto Linux usw. Keepass gibt es wirklich überall und die Kombi
Dropbox/Keepass für Passwörter und PIN funktioniert bei mir
plattformübergreifend schon seit ewigen Jahren.
Ein Passwortmanager wird seinen für die Passwörter reservierten Speicher
nach beenden überschreiben oder dafür vorgesehene Funktionen des
Betriebssystem nutzen, die das machen.
Bei einem Programm wie Excel würde ich eher davon ausgehen dass der
Speicher vom OS lediglich freigegeben, aber nicht zwangsläufig auch
gesäubert wird.
Außerdem ist Excel sehr komplex und bietet theoretisch durch die größere
Komplexität und Programmgröße mehr Angriffsfläche als so ein kleiner PW
Manager.
Zumal Excel selbst auch nicht plattformunabhängig ist, das wäre eher
LibreOffice Calc, was aber die gleichen Probleme hätte.
Nachdem ich verschiedene Passwortmanager ausprobiert hatte, hatte ich
die Nase voll. Einige der Programme nerven unglaublich mit Werbung.
Kurzum, ich habe meine Datei(en) unter Excel erstellt und mit einem
kleinen Proggi verschlüsselt.
Das Programm Challenger kann sowohl einzelne Dateien, alsauch ganze
Ordner in einem Rutsch verschlüsseln.
Ist für den Privatgebrauch Freeware, ganz ohne nervende Einblendungen
und denkbar einfach zu bedienen.
Ich würde hierfür kein Programm benutzen bei dem die Verschlüsselung
extern erst auf die Datein angewendet wird, denn das Dateisystem könnte
bspw Copy on Write nutzen, dann liegen die Datein im Klartext vor.
Die Verschlüsselung muss also schon erfolgen, wenn die Daten noch im RAM
liegen.
Und selbst wenn so eine Lösung auf Dateiebene genügen würde, dann würde
ich dafür keine proprietäre Lösung verwenden, sondern gnupg, das geht
damit auch.
Mahlzeit.
Auch Interessant:
https://www.sse-web.de/produkte/passwordsafe/
Allerdings nur für Windows und kein OpenSource. Ich persönlich würde das
ja gerne mal testen, aber ist mit zu teuer.
Was m.E. etwas gegen einen Passwortmanager spricht, ist dass ein
Schadprogramm den Passwortmanager recht leicht im System finden kann und
damit auch den Ablageort der Passwoerter. Zumindest bietet ein bekannter
Passwortmanager allein durch seine Verbreitung eine Attraktivitaet fuer
Hacker.
Hallo und vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Die Anmerkung von "Mach" sehe ich sehr interessant!
Sollte für ein Passwortmanager eine Sicherheitslücke bekannt werden,
sind tausenden Passwörter gefährdet. Bei Excel ist mir derzeit keine
Methode bekannt, das PW zu umgehen.
Ist allerdings der PC bereits kompromittiert, hat man bei Excel das
gerade kopierte PW dafür u.U. stundenlang im RAM.
Das selbstständige löschen des Zwischenspeichers sehe ich aber derzeit
als einzigen Vorteil eines Passwortmanagers, richtig?
>Sollte für ein Passwortmanager eine Sicherheitslücke>bekannt werden, sind tausenden Passwörter gefährdet.>Bei Excel ist mir derzeit keine Methode bekannt, das>PW zu umgehen.
Ist bei einem Manager und bei Excel / Office genau gleich!
Es ist ja jeweils nur die Inhaltsdatei verschlüsselt. Wenn sich eine
Möglichkeit ergibt die Dateien ohne PW zu öffnen, benötigt man das
Programm selbst gar nicht (also Excel oder PW-Manager) - dann werden
andere tools zum PW-Knacken heran gezogen.
Die Frage ist eben, wie sicher ist die Verschlüsselung der Datei!?
Office 2007–2013 verschlüsselt mit einem 128-bit key AES, O2k16 sogar
mit einem 256-bit key - Das ist an sich "sehr sicher".
https://en.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Office_password_protection
Beim PW-Manager kommt es eben auf das Programm an, KeePass z.B. benützt
einen SHA-256-Hash, das gilt derzeit als "nahezu unknackbar"...
Ich denke beides, Excel und PW-Manager, sind sehr sicher -
VORRAUSGESETZT das Passwort zum öffnen der Datei wurde sicher gewählt
und das System, auf welchem man arbeitet ist sauber!
der PW-Manager bietet eben der Vorteil das die Zwischenablage nach
x-Sekunden gelöscht wird. Excel hingegen bietet mehr Gestaltungsfreiraum
mit Bemerkungen, Notizen und Sortierung...
Ich glaube, das größte Einfallstor ist die leichtsinnige Wahl eines
schwachen Hauptschlüssels. Hat nicht google oder FB mal eine Liste mit
den häufigsten Passwörtern veröffentlicht!? - hoch im Kurs war
"password", "123456" und "secret" :o)
#Neuland schrieb:> Office 2007–2013 verschlüsselt mit einem 128-bit key AES, O2k16 sogar> mit einem 256-bit key - Das ist an sich "sehr sicher".> https://en.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Office_password_protection>> Beim PW-Manager kommt es eben auf das Programm an, KeePass z.B. benützt> einen SHA-256-Hash, das gilt derzeit als "nahezu unknackbar"...
SHA-256 wird nicht zum Verschlüsseln verwendet, sondern ist eine
Hashfunktion, die zum Generieren des Keys verwendet wird. Das
funktioniert so, daß das Passwort zusammen mit einem Salt gehasht wird
*und dies mit dem Ergebnis wiederholt wird, z.T. mehrere tausend Mal*.
Das Ergebnis dieser Operation ist dann der eigentlich Schlüssel.
Die Idee dahinter ist, daß es mir nichts ausmacht, wenn das Öffnen
meiner Datenbank wegen der Schlüsselgewinnung eine Sekunde oder länger
dauert. Ein Angreifer aber muß die Schlüsselgewinnung aber auch
durchführen und kann ebenfalls nur eine Schlüssel pro Sekunde probieren.
Die Anzahl der Runden und das Verfahren zur Schlüsselgewinnung (u.A.
Argon2, welches Angriffe mit spezieller Hardware erschwert) kann bei
Keepass unter den Datenbankeigenschaften eingestellt werden.
> SHA-256-Hash, das gilt derzeit als "nahezu unknackbar"...
Das war bei PGP auch mal so. Dann hat einer die Tastatur abgehört ...
Wie oben schon stand: mit der Verbreitung wächst das Risiko.
#Neuland schrieb:> Beim PW-Manager kommt es eben auf das Programm an, KeePass z.B. benützt> einen SHA-256-Hash, das gilt derzeit als "nahezu unknackbar"...
Der SHA-256-Hash bezieht sich höchstwahrscheinlich auf den Masterkey,
der
die Entschlüsselung erst freischaltet.
Die eigentliche Verschlüsselung der vielen Passwörter wird sicherlich
nicht mit einem Hashverfahren durchgeführt.
Wegen der Kompromitierung, sobald der Angreifer einen Keylogger
installiert hat und der Nutzer sein PW Wallet einmal öffnet, hat der
Angreifer Zugang zu allen Passwörtern im Passwortmanager.
+1 für KeePass, der auch schon seit über einem Jahrzehnt mein geringstes
Misstrauen genießt.
Mach schrieb:> Was m.E. etwas gegen einen Passwortmanager spricht, ist dass ein> Schadprogramm den Passwortmanager recht leicht im System finden kann und> damit auch den Ablageort der Passwoerter. Zumindest bietet ein bekannter> Passwortmanager allein durch seine Verbreitung eine Attraktivitaet fuer> Hacker.
Berechtigter Einwand! Sollte irgendwann ein Angriffs-Szenario auf KP
bekannt werden oder ein Angreifer die Datenbank entführen und in einem
parallelen Prozess per Brute-Force knacken, steht man sprichwörtlich mit
heruntergelassenen Hosen dar, weil sämtliche Passwörter und weitere
Logindaten + evtl. Sicherheitsfragen auf ein Mal verfügbar werden.
Any bessere Vorschläge?
Marek N. schrieb:> Any bessere Vorschläge?
Wie schon gesagt, Stift und Papier. Das begrenzt zumindest die Anzahl
der Passwörter, die sich zur gleichen Zeit auf dem Rechner auf den
Datenträgern oder im RAM befinden.
Man wird an einem Tag wohl nicht überall in allen Accounts eingeloggt
sein.
Marek N. schrieb:> Any bessere Vorschläge?
Jedes Passwort noch um eine Phrase die man nur im Gedächtnis hat
erweitern und nicht im KeePass hinterlegen.
Nano schrieb:> Wegen der Kompromitierung, sobald der Angreifer einen Keylogger> installiert hat und der Nutzer sein PW Wallet einmal öffnet, hat der> Angreifer Zugang zu allen Passwörtern im Passwortmanager.
Dann hat man meist eh ganz andere Probleme.
Nano schrieb:> Man wird an einem Tag wohl nicht überall in allen Accounts eingeloggt> sein.
Ach und noch etwas vergessen.
Die PW werden bei einem Login sowieso nur für Sekundenbruchteile
benötigt.
Sobald der Webserver das PW erhalten hat, bildet er damit und seinem
Salt einen Hash und vergleicht den mit dem in seiner Datenbank.
Sind die beiden Hashs identisch, dann hat sich der Nutzer ordentlich
authentifiziert und für die weitere Sitzung wird ein Session Key
ausgehandelt. Das PW ist ab dem Punkt nicht mehr nötig.
Master of PW schrieb:> Jedes Passwort noch um eine Phrase die man nur im Gedächtnis hat> erweitern und nicht im KeePass hinterlegen.
Das ist eine gute Idee! Quasi analoges Salt ;-)
Marek N. schrieb:> Das ist eine gute Idee! Quasi analoges Salt ;-)
Wenn das Masterpasswort mit einem Keylogger abgefangen wird, dann hilft
auch der extra Phrase nichts mehr, weil den muss man auch eingeben.
Der Phrase erhöht die Sicherheit so gesehen eigentlich nicht, er
bedeutet nur mehr Aufwand und Arbeit.
Anders sieht es höchstens nur dann aus, wenn der Angreifer das nicht
bemerkt.
Also wenn er einfach nur automatisiert die PW im Keylogger abgreift und
dann aufhört ohne daran zu denken, den Nutzer noch etwas weiter per
Keylogger zu überwachen.
Nano schrieb:> Wenn das Masterpasswort mit einem Keylogger abgefangen wird, dann hilft> auch der extra Phrase nichts mehr, weil den muss man auch eingeben.
Der Eingabeweg kann aber verschieden sein. Wenn der Tastatur-Suppe z.B.
noch Salt vom Monitor hinzugefügt wird (wie bei mancher Direktbank),
wird der Datenklau etwas mühsamer.
Nano schrieb:> Wegen der Kompromitierung, sobald der Angreifer einen Keylogger> installiert hat und der Nutzer sein PW Wallet einmal öffnet, hat der> Angreifer Zugang zu allen Passwörtern im Passwortmanager.
Wenn dein Rechner kompromittiert ist, hat er auch Zugang zu deinen
manuell eingegebenen Passwörtern, ist also völlig Banane. Ein
kompromittierter Recher ist nicht vertrauenswürdig, simple as that.
Lothar M. schrieb:> Nachdem ich verschiedene Passwortmanager ausprobiert hatte, hatte ich> die Nase voll. Einige der Programme nerven unglaublich mit Werbung.>> Kurzum, ich habe meine Datei(en) unter Excel erstellt und mit einem> kleinen Proggi verschlüsselt.>> Das Programm Challenger kann sowohl einzelne Dateien, alsauch ganze> Ordner in einem Rutsch verschlüsseln.
Nicht öffentliches, selbstgebasteltes Kryptoverfahren und dazu ein
selbstgebastelter Zufallszahlengeneratoren. Beide ohne jeglichen
öffentlichen Review. Dem würde ich höchstens soweit trauen, wie ich den
Quelltext kenne. Nämlich gar nicht, da nicht vorhanden.
vn n. schrieb:> Nano schrieb:>> Wegen der Kompromitierung, sobald der Angreifer einen Keylogger>> installiert hat und der Nutzer sein PW Wallet einmal öffnet, hat der>> Angreifer Zugang zu allen Passwörtern im Passwortmanager.>> Wenn dein Rechner kompromittiert ist, hat er auch Zugang zu deinen> manuell eingegebenen Passwörtern, ist also völlig Banane. Ein> kompromittierter Recher ist nicht vertrauenswürdig, simple as that.
Das ist richtig.
Es könnte aber sein, dass man den Einbruch noch bemerkt oder irgend ein
Ereignis zur Neuinstallation führt, bevor man sämtliche PW eingegeben
hat.
Listen mit kompromittierte PW könnten bspw. im Darknet veröffentlicht
werden, wenn das passiert, dann erfährt davon auch
https://haveibeenpwned.com/
Hat man dort seine E-Mail eingetragen, dann wird man benachrichtigt und
kann entsprechend handeln.
Es ist somit durchaus möglich, dass man nicht alles auf seiner
Papierliste eingegeben hat.
Bei einem PW Manager hat er aber wirklich alles.
Lothar M. schrieb:> Das Programm Challenger kann sowohl einzelne Dateien, alsauch ganze> Ordner in einem Rutsch verschlüsseln.
Und weil das ganze so trivial ist, traue ich deinem Tool, das du in
deinem Kellerchen gefrickelt hast natürlich allemal mehr als jedem
Passwortmanager.
Marek N. schrieb:> Berechtigter Einwand! Sollte irgendwann ein Angriffs-Szenario auf KP> bekannt werden oder ein Angreifer die Datenbank entführen und in einem> parallelen Prozess per Brute-Force knacken, steht man sprichwörtlich mit> heruntergelassenen Hosen dar, weil sämtliche Passwörter und weitere> Logindaten + evtl. Sicherheitsfragen auf ein Mal verfügbar werden.
Ihr geht ja auch immer davon aus, dass man Opfer eines Superduperhackers
wird.
Für Otto-Normal ist Keepas doch nicht zum Schutz vor solchen Szenarien.
z.B. kann man per Keepas seine Passworter mobil halten, verliert man
z.B. den Laptop mit der Datenbank oder wird dieser gekidnapt, kann mit
Sicherheit der Fündige damit nichts anfangen. Der ist viel zu blöd dazu.
Es wird beim Thema Sicherheit, Firewall und Passwort-managern viel zu
wenig differenziert. Sofort kommt die "Alles ist knackpar"-Keule.
Arc N. schrieb:> Nicht öffentliches, selbstgebasteltes Kryptoverfahren und dazu ein> selbstgebastelter Zufallszahlengeneratoren. Beide ohne jeglichen> öffentlichen Review. Dem würde ich höchstens soweit trauen, wie ich den> Quelltext kenne. Nämlich gar nicht, da nicht vorhanden.
Genau darin liegt die Sicherheit!
selbstgebastelt....jedes Programm ist von jemanden selbst gebastelt.
Mad schrieb:> Für Otto-Normal ist Keepas doch nicht zum Schutz vor solchen Szenarien.
Dann ist es auch völlig nutzlos.
Hallo
"Nicht öffentliches, selbstgebasteltes Kryptoverfahren und dazu ein
selbstgebastelter Zufallszahlengeneratoren."
Was ja supereinfach ist wenn man kein Mathematiker und Programmierer
ist... ;-)
Ich denke das selbst in diesen Forum nicht mal 1% das wirklich schaffen
können - also wirklich selbst entwickelt und nicht aus Bausteinen
zusammengesetzt.
Wie soll das erst beim normalen Nutzer aussehen?
Was ganze (wenn auch letztendlich kleine) Firmen beschäftigt dürfte doch
schon eine "weniger leichte" Herausforderung sein - reale Sheldon
Coopers oder Überflieger wie Hawking (RIP) sind halt recht dünn gesäht.
Jemand
Mach schrieb:> Was m.E. etwas gegen einen Passwortmanager spricht, ist dass ein> Schadprogramm den Passwortmanager recht leicht im System finden kann und> damit auch den Ablageort der Passwoerter.
Gute Verschlüsselung mit guten Password muss sich nicht verstecken.
A. K. schrieb:> Gute Verschlüsselung mit guten Password muss sich nicht verstecken.
Aber man kann das Programm gezielt angreifen.
Beispiel, es wäre nicht schwer (oft, kommt drauf an) den Shortcut auf
den Passwortmanager aufs eigene Programm zu verbiegen.
Das eigene Programm ist optisch identisch mit der Passwortabfrage des
Passwortmanagers. Und schon hat man Datenbank und Masterpasswort. Und
das ohne wirklich komplizierte Sachen programmieren zu müssen.
Lothar M. schrieb:> Arc N. schrieb:>> Nicht öffentliches, selbstgebasteltes Kryptoverfahren und dazu ein>> selbstgebastelter Zufallszahlengeneratoren. Beide ohne jeglichen>> öffentlichen Review. Dem würde ich höchstens soweit trauen, wie ich den>> Quelltext kenne. Nämlich gar nicht, da nicht vorhanden.>> Genau darin liegt die Sicherheit!
Ich würde ja lachen, wenn ich wüsste, dass das ironisch gemeint wäre...
Das sicherste bleibt ein Programm wie KeePass, was eben zahlreiche
Audits hinter sich hat und eben komplett offenlegt, wie es arbeitet.
"Nettes" Gegenbeispiel: https://www.youtube.com/watch?v=0J61-t3OJKg
Verschlüsselte Textdokumente wären grundsätzlich auch eine Option, da
dürften wohl keine temporären Dateien irgendwo abgelegt werden. Wenn man
TrueCrypt/VeraCrypt dafür nutzt (Oder meinetwegen auch Bitlocker, was ja
abseits der Unbekannten Microsoft/NSA als sicher gilt - und wenn das
relevant ist, hat man sowieso das falsche OS mit Windows gewählt),
klingt das nach einer vernünftigen Alternative. Zwar bei Weitem nicht so
praktisch, aber natürlich tendenziell weniger anfällig, wenn mal jemand
einen Trojaner "gegen" KeePass schreibt.
Pfeiffer mit 3 "f" schrieb:> möchte ich Euch mal fragen wo der Unterschied eines Passwortmanagers zu> einer Excel-Tabelle ist?
- Automatische Backups, ggf in die Cloud.
- Selbsttätige Eingabe von Username/Password in die Eingabefelder.
Erspart das leicht mitschnüffelbare Clipboard.
- Alternativ mit eigenem virtuellen Keyboard, um User/Pass ohne
Clipboard einzutragen. Gibts zumindest bei Android.
- Erzeugung guter Passwörter.
- Automatischer Zugangsschutz nach Timeout, Screen-Off etc.
- Gruppierung von Einträgen.
- Gibts für alle gebräuchlichen Plattformen.
- Verhindert Screendumps, Vorschau... mindestens in Android.
Lothar M. schrieb:> Genau darin liegt die Sicherheit!>> selbstgebastelt....jedes Programm ist von jemanden selbst gebastelt.
Das ist keine Sicherheit.
Gute Kyptoverfahren zu implementieren ist keine leichte Aufgabe und
selbst wenn du meinst guten Code geschrieben zu haben und keine Fehler
gemacht zu haben wirst du das erst mit Gewissheit wissen, wenn ein paar
dutzend sehr guter Programmierer und in dem Fall auch
Kryptografiexperten von denen es auf der Welt nur sehr wenige gibt, sich
den Code genau angesehen haben.
Und sich ein eigenes Kryptoverfahren auszudenken ist erst recht Mist.
Was man aber machen kann ist lediglich eine fertige und gut gepflegte
Kryptobibliothek zu verwenden.
Informatiker basteln übrigens keine Programme, sie konstruieren sie. Das
basteln ist dem Hobbyprogrammierer vorbehalten. ;)
Nano schrieb:> Informatiker basteln übrigens keine Programme, sie konstruieren sie.
Manchmal wünschte ich mir, die würden einfach halbwegs funktionierenden
Code in irgendeiner Programmiersprache veröffentlichen, nicht mal
zwingend kommentiert. Das Pseudocode-geschwurbel mit
Minimalstbezeichnern deren Definitionen man in mehreren Seiten Text
suchen muss ist eine Qual.
Lothar M. schrieb:> Nachdem ich verschiedene Passwortmanager ausprobiert hatte, hatte> ich> die Nase voll. Einige der Programme nerven unglaublich mit Werbung.>> Kurzum, ich habe meine Datei(en) unter Excel erstellt und mit einem> kleinen Proggi verschlüsselt.>> Das Programm Challenger kann sowohl einzelne Dateien, alsauch ganze> Ordner in einem Rutsch verschlüsseln.>> Ist für den Privatgebrauch Freeware, ganz ohne nervende Einblendungen> und denkbar einfach zu bedienen.
Wärest du bereit, deine damit erstellte Passwort-Datenbank hier
hochzuladen?
der Ich bin's schrieb:> Otto Mans schrieb:>> Passwort-geschützte Mappen kannst Du per Hand "entschlüsseln", in dem>> der umgebende sheetProtection XML Tag einfach entfernt wird... (wer>> denkt sich sowas aus???).>>>> Verschlüsselte Sheets sind angeblich auch mit Tool knackbar, da habe ich>> aber keine Erfahrung ob das wirklich zuverlässig klappt.>>>> Das halte ich für ein Gerücht!
Das geht wirklich. Aber nur das Tabellenkennwort und das
Arbeitsmappenschutz-Kennwort. Das geht aber nur solange die Datei nicht
mit einem Dateischutzkennwort versehen ist, denn das Dateischutzkennwort
verhindert das Öffnen mit Fremdprogrammen. Bis Excel 2013 konnte man den
Tabelleschutz und Arbeitsmappenschutz sogar per VBA knacken, heute
funktioniert das nicht mehr (da verschluckt sich Excel). Im Übrigen
funktioniert das sogar bei LibreOffice-Calc-Dateien. Alles schon selber
mal gemacht.