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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug WIG-Gasventil ersetzen


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Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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In meinem WIG-Schweißgerät hängt ein Gas-Magnetventil mit 2,5 kOhm und 
ist für 230V~ . Entfernt man dieses wegen Nichtgebrauch, funktioniert 
die Maschine wegen mangelnder Ventil-Detektion nicht mehr (WIG-Modus).

Im Klartext: Es liegen beim Einschalten 230V~ an der Klemme an, dann 
wird das Ventil 'detektiert', daraufhin schaltet das Gerät auf 4,8V~ 
herunter und wartet auf weitere Befehle (Brennertaster). Kommt dieser, 
klackt ein Relais und das Ventil öffnet (230V~).
Detektiert es kein Ventil, liegen weiter 230V~ an .

Da ich 'WIG' nicht mit teurem Gas sondern nur mit billigen Elektroden 
schweißen (eigentlich pulsen) möchte, fürchte ich, daß das Ventil, so 
ganz ohne druckluftige Kühlung, nicht lange durchhalten wird. Bei der 
Waschmaschine ist mir ein solches innerhalb 3 Minuten wegen 
Wassermangels durchgebrannt.

Frage: Womit könnte ich dieses dämliche Ventil ersetzen ?

Um damit die Detektion zu überlisten.

: Verschoben durch Moderator
Autor: Paul (Gast)
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> fürchte ich, daß das Ventil, so
> ganz ohne druckluftige Kühlung, nicht lange durchhalten wird.

Wenn Du das fürchtest, tausch es gegen eins, daß den Dauerbetrieb ab 
kann. Wenn Du sicher sein willst, finde den Typ raus und schau im 
Datenblatt nach der zulässigen Einschaltdauer. Wenn die bei 100% liegt 
brauchst Du garnichts zu tun.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Paul schrieb:
> daß den Dauerbetrieb ab kann.

Es handelt sich um ein --Gas-Ventil-- und nicht um ein Schweißgerät.
Ventile aber haben keine 'Einschaltdauer', wenn die Kühlung fehlt.
Und daß JEDES Schweißgerät immer eine ED=100% haben muß, ist wohl 
technikselbstverständlich.

Autor: Paul (Gast)
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Ventile aber haben keine 'Einschaltdauer', wenn die Kühlung fehlt.

Na, wenn Du da so sicher bist gibt es für Dich wohl keine Lösung.

Ich hab hier Gasventile, die die 100% ED auch Drucklos können und 
Schweissgeräte mit einer ED von  100A / 50 % ED S2 30 Minuten.
Schweissgeräte sind ein typisches Beispiel für Geräte mit einer 
angegebenen ED.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Paul schrieb:
>> daß den Dauerbetrieb ab kann.
>
> Es handelt sich um ein --Gas-Ventil-- und nicht um ein Schweißgerät.
> Ventile aber haben keine 'Einschaltdauer', wenn die Kühlung fehlt.

Doch, Ventile können durchaus mit einer eine Einschaltdauer spezifiziert 
sein, auch mit Kühlung. Es kommt immer auf den Anwendungsfall an.

> Und daß JEDES Schweißgerät immer eine ED=100% haben muß, ist wohl
> technikselbstverständlich.

Es gibt durchaus viele Schweißgeräte, die ebenfalls eine Einschaltdauer 
haben. Üblicherweise findet man die im unteren Preissegment.

Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Frage: Womit könnte ich dieses dämliche Ventil ersetzen ?
> Um damit die Detektion zu überlisten.

Am einfachsten dürfte ein entsprechender 2,5kOhm-Widerstand sein. Der 
muss aber schon etwas Wärme abführen können, da U²/R = 21W. Eventuell 
mit Lüfter arbeiten.

Autor: Karl (Gast)
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Mir erschliesst sich der Sinn noch nicht.

WIG = mit Wolframelektrode und Schutzgas.

MMA = ohne Gas, dafür mit ummantelter Elektrode.

Warum willst du MMA im WIG - Modus schweissen?

Autor: Karl (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Am einfachsten dürfte ein entsprechender 2,5kOhm-Widerstand sein. Der
> muss aber schon etwas Wärme abführen können, da U²/R = 21W. Eventuell
> mit Lüfter arbeiten.

Man könnte dafür auch eine 20Watt Halogenbirne nehmen... Entsprechend 
platziert dürfte da nicht so viel passieren.

Das Schweissgerät hat vermutlich eh schon einen Lüfter verbaut.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Karl schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Am einfachsten dürfte ein entsprechender 2,5kOhm-Widerstand sein. Der
>> muss aber schon etwas Wärme abführen können, da U²/R = 21W. Eventuell
>> mit Lüfter arbeiten.
>
> Man könnte dafür auch eine 20Watt Halogenbirne nehmen... Entsprechend
> platziert dürfte da nicht so viel passieren.
>
> Das Schweissgerät hat vermutlich eh schon einen Lüfter verbaut.

Ja, oder "schöner" mit einem Hochleistungswiderstand:

https://www.pollin.de/p/hochlast-widerstand-widap-wd50-2-7-ko-220910

Den kann man auch vernünftig anschrauben.

Eventuell passt 2,7k ja noch, ansonsten muss man eben 2,2k und 270 Ohm 
kombinieren.

Edit: bei Halogenbirnen muss man eventuell wg. des Einschaltstromes 
aufpassen. Der ist um ein Mehrfaches größer als der Nominalstrom. Es 
könnte sein, dass das Schweißgeräte dann die Arbeit verweigert, bspw. 
wegen "Ventilspule defekt".

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: Karl (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Edit: bei Halogenbirnen muss man eventuell wg. des Einschaltstromes
> aufpassen. Der ist um ein Mehrfaches größer als der Nominalstrom. Es
> könnte sein, dass das Schweißgeräte dann die Arbeit verweigert, bspw.
> wegen "Ventilspule defekt".

Da hast du natürlich Recht. Das könnte in der Tat ein Problem werden.

Aber da wär ich einfach bei "Versuch macht kluch.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Am einfachsten dürfte ein entsprechender 2,5kOhm-Widerstand sein. Der
> muss aber schon etwas Wärme abführen können, da U²/R = 21W. Eventuell
> mit Lüfter arbeiten.

Das hab ich mir gedacht. Hab aber nur 1/4 Watt da. Danach noch auf ein 
Relais, hab aber leider auch nur 12/24V= -Relais da.
Ich hab auch schon mit Wasserkocher-Lämpchen probiert (mit R=100kOhm), 
nützt aber nix, brennt ununterbrochen und bei Tasterbetätigung leuchtets 
bloß ein bißchen heller.
Da aber das Gerät nagelneu ist, will ich nicht gar arg pfuschen.

Eigentlich wollte ich ein 'Statuslämpchen' für 2/4-Takt-Betrieb, so daß 
ich den aktuellen Schaltzustand sehe. Man hört ja kein Gasgeräusch. So 
ist das Ganze gekommen.


Karl schrieb:
> Mir erschliesst sich der Sinn noch nicht.
> Warum willst du MMA im WIG - Modus schweissen?

Weil es mittels MMA noch keinen 'Puls' kann. Nur ARC% & HOT% & Hot-TIME 
/Also muß man ersatzweise mit WIG mit verminderter 
Norm-Spannung=SchweißLeistung arbeiten. Funktioniert aber. Und man 
erspart sich einen runden Tausender für ein zB ewm-pico. Und könnte 
trotzdem noch immer WIG-Pulsen.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Karl schrieb:
> Mir erschliesst sich der Sinn noch nicht.

Das ist techn. nur eine simple Stromquelle.
Meist ein Konstantstrom-Schaltnetzteil. Gelegentlich auch mit 
nachgeregelter Konstantspannungskurve. Hängt von der Regelung (Software) 
und vom gewünschten Schweißprozeß ab. Generell kannst mit solchem Gerät 
alles mit jedem Verfahren verschweißen.
Kannst also auch mit einem MIG-MAG 'verkuppeln' und mal was 
grundsätzlich Neues ausprobieren. Die Gerätehersteller machen ja auch 
nix anderes.

Probieren geht über Studieren.

Autor: Karl (Gast)
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Also ich kenn Elektrodenschweissen als recht primitives Verfahren.
Im Extremfall reichte da einfach ein Trafo bei dem man die Stromstärke 
grob vorwählen kann.

Geeignet für die Baustelle um mal fix dickere Materialien 
zusammenzufügen.


Warum sollte man das pulsen müssen?

Wenn ich feinere Sachen schweissen will dann kommt man doch um andere 
Verfahren nicht wirklich herum.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Karl schrieb:
> Wenn ich feinere Sachen schweissen will dann kommt man doch um andere
> Verfahren nicht wirklich herum.

Ich halte das für einen Irrtum. Du kannst mit WIG auch nix wirklich 
'Feines' schweißen. Das reißt ohne Zusatzwerkstoff ordentliche! Löcher. 
Selbst in dickes Blech. Schau mal auf youtube: Dünnstblechschweißen?
Der 'hdb-schweiss-shop' (ewm-Werbechannel) hat 1 Video, wo er zwei 
Schaberklingen zusammenschweißt. Mit einem unerschwinglich teuren 'ewm'. 
Da mußt aber vorher noch ordentlich üben, bis dir das gelingt.

Pulsen ist das um und auf. Base und Peak (Ampere) plus Frequenz und 
Duty-Cycle. Peak heißt tiefer Einbrand, Base bedeutet verminderte Wärme.
Frequenz und Tastverhältnis besorgen (dir) den Rest.
Ist heute Standard bei allen (meist sehr teuren) Schweißgeräten. 
Neuester noch völlig unerschwinglicher Schrei ist natürlich 
µPlasma-Schweißen.

Ich habe mal mit normalem Fülldraht (AC-Flux-Core) im Handhalter bereits 
0,4mm-Blech mit einem Billig-Inverter haltbar gepunktet. Ohne Pulsen.

Ein Umbau von WIG auf 'MMA-WIG-/Pulse' ist ja rasch erledigt:
du brauchst ja bloß 1 (Brenner-) Taster zum Ein-Ausschalten.
->Danach bist einfach platt, ohne viel TamTam.


WIG = 05-180A = 10,2-17,2V ,, MIGMAG = 05-180A = 14,3-23,0V ,,
MMA = 05-180A = 20,2-26,4V ,, je nach Gerät (ED-Trick) leichte 
Abweichungen.

Autor: hinz (Gast)
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So ein Ventil?

https://i.ebayimg.com/images/g/MQ4AAOSwYyxZhNGI/s-l1600.jpg


Da ist kein Gasfluss zur Kühlung nötig.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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hinz schrieb:
> So ein Ventil?

Ja sicher, meins is nur Rundspule und stärker. Und ohne viel Aufdrucke, 
da werksseitiges Teil. Siehst nicht auf deinem Bild - 80°C ???
Die hast im Gerät recht schnell beisammen. Im Sommer hats ja schon 40°C 
außerhalb. Und das Ventil wird vom Lüfterstrom selbst gar nicht beleckt.
Expandierende Gase haben oft hohe Kühlleistungen.

Deshalb meine Viel-Rauch-Wegen-Nichts-Befürchtung.

Autor: hinz (Gast)
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Und ohne viel Aufdrucke,
> da werksseitiges Teil.

Sowas stellt kein Schweißgeräthersteller selbst her.

Send pix.

Autor: Hobby-Schweißer (Gast)
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Karl schrieb:
> Also ich kenn Elektrodenschweissen als recht primitives Verfahren.

Primitiv?

Ich halte E-Hand für eine der am schwersten zu erlernenden 
Schweißverfahren. Alleine schon das ganze Wissen bei den Ummantlungen 
(rutil, basisch, zellulose, rutilsauer usw.) ist ja eine Kunst für sich. 
Ich selbst sehe zum Beispiel nicht, wann ich besser eine andere 
Ummantlung nehme. Angeblich erkennt man das ja am Sprühverhalten der 
Elektroden und am Materialfluß.

Mein Kollege ist gelernter Schweißer und Kesselbauer, noch vom (ganz) 
alten Schlag. Einfach Wahnsinn, welches Wissen und Können er hat. Ein 
300mm Rohr (PN16) im matschigen Graben per Spiegel mit gebogener 
Elektrode zu schweißen, muss man erst mal können.

Sicher, irgendwie rumbrutzeln kann jeder. Auch wenn es einfach aussehen 
mag, aber das ganze perfekt zu beherrschen ist recht schwer und bedarf 
einiger Erfahrung.

Und vom Schweißen eines dicken Gussteiles fange ich erst gar nicht an. 
Geht das überhaupt mit MIG/MAG/WIG?

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Ich halte das für einen Irrtum. Du kannst mit WIG auch nix wirklich
> 'Feines' schweißen. Das reißt ohne Zusatzwerkstoff ordentliche! Löcher.
> Selbst in dickes Blech. Schau mal auf youtube: Dünnstblechschweißen? Der
> 'hdb-schweiss-shop' (ewm-Werbechannel) hat 1 Video, wo er zwei
> Schaberklingen zusammenschweißt. Mit einem unerschwinglich teuren 'ewm'.
> Da mußt aber vorher noch ordentlich üben, bis dir das gelingt.

Dazu benötigt man kein EWM (auch wenn die hier in der Nähe sitzen :-)

Dünnblechschweißen ist mit WIG nicht soooo schwierig. Die allermeisten 
WIG-Geräte können nur den Strom nicht soweit sauber runterregeln, dass 
das klappt. Aber ich schweiße hier öfter Titanrohre mit 0,5mm Wandstärke 
an entsprechende Flansche. Dazu reichen dann aber wirklich 10A und 
weniger.
Und ich habe hier ein "olles" Stahlwerk-Modell - allerdings entsprechend 
gepimpt, dass ich den Strom auch so weit runterregeln kann.

WIG wird auch gerne zur Reparatur von Mikrorissen von 
Spritzgusswerkzeugen genommen. Da ist die eingebrachte Energie (bei 
1-5A) so gering, dass Du die Naht von vielleicht 1,5mm Breite direkt 
danach anfassen kannst.

Hobby-Schweißer schrieb:
> Mein Kollege ist gelernter Schweißer und Kesselbauer, noch vom (ganz)
> alten Schlag. Einfach Wahnsinn, welches Wissen und Können er hat. Ein
> 300mm Rohr (PN16) im matschigen Graben per Spiegel mit gebogener
> Elektrode zu schweißen, muss man erst mal können.

Und vor allem geht es überhaupt. Oder anders ausgedrückt: wenn Elektrode 
nicht mehr geht, dann geht nix :-)

> Sicher, irgendwie rumbrutzeln kann jeder. Auch wenn es einfach aussehen
> mag, aber das ganze perfekt zu beherrschen ist recht schwer und bedarf
> einiger Erfahrung.

Ja, das sehe ich ähnlich. Ich schweisse hier hauptsächlich WIG und 
empfinde es als deutlich einfacher, eben weil man den Zusatzwerkstoff so 
zugeben kann wie benötigt. Mit MIG/MAG ist das schon schwierig und bei 
Elektrode nochmal schwieriger.

> Und vom Schweißen eines dicken Gussteiles fange ich erst gar nicht an.
> Geht das überhaupt mit MIG/MAG/WIG?

Ja, ist durchaus möglich, aber man benötigt natürlich ein Gerät mit 
entsprechend "Wumms".

Autor: Hobby-Schweißer (Gast)
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Chris D. schrieb:
> Ja, ist durchaus möglich, aber man benötigt natürlich ein Gerät mit
> entsprechend "Wumms".

OK, wieder was neues gelernt. Benötigt man da speziellen Draht oder Gas? 
Für E-Hand gibt es ja extra Elektroden, da kann/soll man die normalen 
nicht nehmen.

https://www.oerlikon-welding.com/de/superfonte

Guss mit E-Hand ist auf jeden Fall eine Heidenarbeit. Besonders bei 
dicken Gussteilen, da man ja nach jeder Naht die Schlacke rausschleifen 
muss.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Hobby-Schweißer schrieb:
> Sicher, irgendwie rumbrutzeln kann jeder.

Ich bin (oder war) ja genau so ein Rumbrutzler. Erst wenn du den 
Schweißprozeß vollkommen verstehst, siehst du plötzlich etwas völlig 
anderes, sobald du ins Schweißbad reinguckst.
Eine solche komplexe Maschine und eine gute Portion schottischer Geiz 
bringt dich einfach schneller 'dorthin'. Jeder 'Stangler' wird dir deine 
Behauptung bestätigen :

> Ich halte E-Hand für eine der am schwersten zu erlernenden
> Schweißverfahren.

Weißt wieviele Einstellunugen du aus 'bloß 4?' Parametern gewinnen 
kannst? Allein ARC(-force) von 10% auf 15% ist schon ein gefühlt völlig 
anderes 'Schweißverfahren. Von da ist es noch ein weiter Weg bis zum 
Pulsen.

Was willst mit diesen zahllosen Ummantelungen? Das ist für Heimwerker 
völlig irrelevant. Ob man nun vertikal damit besser hinauf oder hinab 
schweißen kann. RR oder RC? Allein von RC(x) zu RC(y) ists schon ein 
weiter Weg. Und von R zu RR ? eine Menge Schlacke .


Chris D. schrieb:
> Ich schweisse hier hauptsächlich WIG und
> empfinde es als deutlich einfacher,

Ich habe mit E-Halter und Nadel mehrmals 'WIG' probiert. Nach jeweils 
wenigen Minuten mit dem ewig gleichbleibenden Ergebnis: DAS? is sicher 
nix für mich.
Ich hab aber auch das leidige Problem, daß ich keine winddichte 
Schweiß-Werkstatt habe und prinzipiell im brandungefährlichen Freien 
schweiße.
Ich komme (auch und insbesondere) mit dieser 'Parallel-Bewegung' nicht 
zurecht. Und 1 einziger unachtsamer WIG-Moment reißt solche Löcher ins 
Gebälk, daß ich damit NIE wieder etwas zu tun haben möchte. Und so 
nebenbei auch nicht mit aus wuchtigen Pistolen herausschießenden 
Drähten.

Ganz zu schweigen von den enormen Lehrgeld-Kosten


Freilich, der Schuster bleibt immer bei seinem Leisten.
Auch wenn er nicht dem Luxus-Segment zuzuordnen ist !



Hobby-Schweißer schrieb:
> Guss mit E-Hand ist auf jeden Fall eine Heidenarbeit.

Das Guß-Teil mußt erstmal auf 600°C vorwärmen, vorher brauchst nix 
nachschleifen. Das bröselt eh von selber weg.

Und oerlikon? Hab gestern die normalen 'Fincord' 1,6 bekommen. Hab heute 
mal probiert, der Burner ist das nicht. Kauf mal BERLAN. Kosten fast gar 
nix´ sind aber RC (Rutil-Cellulose).

Erst herumschmökern, dann ausdrucken

Autor: Hobby-Schweißer (Gast)
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Ich bin (oder war) ja genau so ein Rumbrutzler. Erst wenn du den
> Schweißprozeß vollkommen verstehst, siehst du plötzlich etwas völlig
> anderes, sobald du ins Schweißbad reinguckst.

Ich weiß, mit der Zeit sieht man immer mehr. Am Anfang (erste Mal) sieht 
man ja nicht Mal wie das Material verläuft und sich verbindet. Nach gut 
30 Jahren Landmaschinenreparatur hat man aber viel gemacht und gesehen 
;)
Es hilft nur üben, üben, üben und das geschulte Auge eines Profis, um 
die Fehler zu erkennen.

Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Was willst mit diesen zahllosen Ummantelungen? Das ist für Heimwerker
> völlig irrelevant.

Ich rede auch nicht vom Heimwerken, sondern von echtem Können. Für die 
08-15 Anwendung reicht eine Elektrode, vielleicht auch noch zwei. Da 
schweißt man ja auch selten Zwangslage. Wie gesagt, rumbrutzeln kann 
jeder.

Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Das Guß-Teil mußt erstmal auf 600°C vorwärmen, vorher brauchst nix
> nachschleifen. Das bröselt eh von selber weg.

Naja, an einem Gussblock der Dreipunktaufnahme eines Traktors habe ich 
schon eine Bolzenaufnahme schweißen müssen. Die Aufnahme war halbseitig 
mit 40mm Tiefe und 60mm Länge eingerissen.
Zuerst hatte ich mit der Flex einen Schnitt gemacht um den Riss zu 
"entfernen" und dann von unten begonnen zuzuschweißen. Bis heute hält 
die Naht die vollen 80 PS des Traktors aus.

Vorwärmen ging übrigens nicht (nur durch das Schweißen selbst), da der 
Block die Hydraulik (also 45 Liter Öl, Zylinder, eine Menge Dichtungen) 
und das Getriebe enthielt.

Autor: Bernd F. (metallfunk)
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Hobby-Schweißer schrieb:
> Karl schrieb:
>> Also ich kenn Elektrodenschweissen als recht primitives Verfahren.
>
> Primitiv?
>
> Ich halte E-Hand für eine der am schwersten zu erlernenden
> Schweißverfahren. Alleine schon das ganze Wissen bei den Ummantlungen
> (rutil, basisch, zellulose, rutilsauer usw.) ist ja eine Kunst für sich.
> Ich selbst sehe zum Beispiel nicht, wann ich besser eine andere
> Ummantlung nehme. Angeblich erkennt man das ja am Sprühverhalten der
> Elektroden und am Materialfluß.
>
> Mein Kollege ist gelernter Schweißer und Kesselbauer, noch vom (ganz)
> alten Schlag. Einfach Wahnsinn, welches Wissen und Können er hat. Ein
> 300mm Rohr (PN16) im matschigen Graben per Spiegel mit gebogener
> Elektrode zu schweißen, muss man erst mal können.
>
> Sicher, irgendwie rumbrutzeln kann jeder. Auch wenn es einfach aussehen
> mag, aber das ganze perfekt zu beherrschen ist recht schwer und bedarf
> einiger Erfahrung.
>
> Und vom Schweißen eines dicken Gussteiles fange ich erst gar nicht an.
> Geht das überhaupt mit MIG/MAG/WIG?

Dem schließe ich mich an. Ich schweiße seit fast 50 Jahren.
Das Elektrodenschweißen ist durch kein anderes Schweißverfahren
zu ersetzen. Besonders Kehlnähte sind in Haltbarkeit und optischer
Wirkung nur noch mit Wig zu toppen.

Das wird bei einem Geländer aber zu teuer.
Wer Elektrodenschweißen kann, findet andere Verfahren Pipikram.

Das mit verbogenen Elektroden und Spiegel könnte ich heute auch noch.
(Obwohl mein Sehvermögen in den letzten 20 Jahren .....)

Grüße Bernd

Autor: Bernd F. (metallfunk)
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Dazu kommt die Unempfindlichkeit des Elektrodenschweißen
auf der Baustelle. Windig und leichter Regen? Da kannst du
Wig oder Mig-Mag vergessen. Mit Elektroden ist auch Sauwetter
machbar.

Damals (Früher!) waren Schutzgasschweißgeräte auch groß und
brutal schwer. Die hat man nicht auf die Baustelle gewuchtet.

Ein relativ handlicher Trafo, ein Packerl Elektroden und
gut war das.

Grüße Bernd

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Hobby-Schweißer schrieb:
> Ich weiß, mit der Zeit sieht man immer mehr.

Ich habs erst jetzt vollkommen verstanden.
So im Jänner hab ich mal kurz geschweißt, da war der Lichtbogen 
plötzlich gute 2-3cm lang. alles. GANZ KLAR, das alte €139,- ebay-Glump 
ist jetzt -leider- einfach hin!

Daraufhin liest man erstmal Bedienungsanleitungen von Luxus-Geräten. 
Aha. Wenns abtropft gibts einen Kurzschluß. Und danach steigt die 
Spannung. Je höher die Spannung, desto länger der Lichtbogen. Dann 
spritzt das Zeug wieder herum. Und nun sehe ich es.


Hobby-Schweißer schrieb:
> Ich rede auch nicht vom Heimwerken, sondern von echtem Können.

Und was hat echtes Können mit der Elektrodenummantelung zu tun? Wegen 
oerlikon: schau mal die Fincord-Typen an. Schön schiach .. :

FINCORD M   Mitteldick  rutil-umhüllt   Ausgezeichnet in der 
Überkopfposition und für Kehlnahtschweißungen in allen Positionen außer 
fallend. Für alle Schweißarbeiten im Metallbau.

FINCORD DB   Mitteldick  rutil-umhüllt   Für Bleche und Rohre. Für 
röntgensichere Schweißung geeignet. Vorgesehen für Anwendungen im 
Behälter und Metallbau.

FINCORD   Dick rutil-umhüllt   Die besonders einfache Handhabung macht 
die Elektroden für den Gebrauch durch weniger erfahrene Schweißer 
geeignet. Geeignet für Handwerk, Metallbau, Schiffbau, Fahrzeugbau und 
landwirtschaftliche Maschinen.


Solche nichtssagenden Werbe-Behauptungen kannst bei jeder Firma zuhauf 
nachlesen. Wenn dir Sturzbäche von Schlacke nicht liegen, was willst mit 
einer RR? Wennst mit Spritzern nicht zurechkommst, was willst mit einer 
RC? Wenn du aber bloß die Abschmelzung nicht korrekt ausgleichst, also 
die Lichtbogenlänge ununterbrochen konstant hältst, nützt dir selbst die 
ultimative Super-Eelektrode rein gar nix. Das ist wahres Können.

Ich glaube du verrennst dich da in elektrodenähnlichen Äußerlichkeiten.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Bernd F. schrieb:
> Ein relativ handlicher Trafo, ein Packerl Elektroden und
> gut war das.

Weißt was witzig is? Ich hab mal einen ganzen irrrrrsinnig langen Thread 
auf landwirte.de (oder so) gelesen, da gings nur um die Frage, WARUM 
simples Trafoschweißen einen deutlich höheren Lerneffekt als jedwedes 
moderne Inverterschweißen hat, oder haben soll.
Und ich muß gestehen, ich hab das nie vergessen.

Da hat ein Alter mit erstklassigen Argumenten den Jungbauern dargelegt, 
daß AC-Trafos -aufgrund ihrer Eigenschaften- erst das Erlernen von 
'Richtigem' Schweißen ermöglichen. Und man erst danach zu DC-Invertern 
übergehen sollte.

Ich habs damals zwar nachvollziehen können, aber selbst nie ausprobiert.
Ich hasse das dauernde Pickenbleiben der Elektroden

Autor: Bernd F. (metallfunk)
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Nimm die normale Fincord und übe, das wird schon.

Als ich vor fast 50 Jahren meinen Schweißkurs im Rahmen
meiner Ausbildung gemacht habe, gab es immer einen Pack
Elektroden, der musste bis 17,00 weg.

Das 2-3 Wochen lang, Überkopf, Spiegel und senkrecht rauf
und runter.

Danach immer unter die Hydraulikpresse.

Dann gab es Daumen rauf/runter der Lehrschweißer.

In diesen 2-3 Wochen habe ich wirklich viel gelernt.
Das lief aber auch sehr gut. Du warst in deiner Kabine
und hast gebrutzelt, dann kam einer der Ausbilder und hat
deine Hand (die mit der Elektrode) leicht nachgeführt.

Auf einmal sah das Klasse aus. Also selbst so hinkriegen.
Und auf einmal konnte man Schweißen.

Mein Tipp: 3 Pack Elektroden, viel Schrott zum Üben.
Erst wenn die 3 Pack weg sind, was brauchbares versuchen.

Grüße Bernd

Autor: Karl (Gast)
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Bernd F. schrieb:
> Dazu kommt die Unempfindlichkeit des Elektrodenschweißen
> auf der Baustelle. Windig und leichter Regen? Da kannst du
> Wig oder Mig-Mag vergessen. Mit Elektroden ist auch Sauwetter
> machbar.
>
> Damals (Früher!) waren Schutzgasschweißgeräte auch groß und
> brutal schwer. Die hat man nicht auf die Baustelle gewuchtet.
>
> Ein relativ handlicher Trafo, ein Packerl Elektroden und
> gut war das.
>
> Grüße Bernd

Möglicherweise hab ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt.

Mit primitiv meinte ich wenig Anforderung an die Technik (ac 
schweisstrafo + elektrodenhalter und gut is) und man kommt zu guten 
ergebnissen.

Mit dem wetter/Wind hab ich ja schon indirekt mit dem Einsatz auf der 
Baustelle erwähnt.

Was ich mir eben nicht recht vorstellen kann das man mit Elektrode  so 
feine und dünne Dinge schweißen kann wie mit z.b. Wig. Und auch nicht 
optisch so sauber und gleichmässig.

Ebensowenig kann ich mir vorstellen das man mit wIG oder mma an 
Autokarossen sinnvoll arbeiten kann. Da sehe ich Mig/mag klar vorn. Oder 
nat richtige reparatuteile die man dann Widerstandspunkt schweißen kann.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Mir persönlich hat das Üben nicht viel gebracht. Ich muß das leider 
zuerst intellektuell verstehen können, damit ich es praktisch anwenden 
kann. Ein anderer muß es bloß im kleinen Finger fühlen können, dann kann 
er das. Und wieder andere brauchen jemand, der ihnen das behutsam zeigt. 
Manche einfach nur einen ordentlichen, mörderischen Erfolgs-Druck.

Wär´ ja traurig, wenn das anders wär´.


Die Fincord is erstmal a Leider-Scheiß, wie übrigens die meisten 1,6er
Oerlikon gehört ja Lincoln Electric. GYS schwimmt. Böhler tropft wie 
Butter

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Karl schrieb:
> so feine und dünne Dinge schweißen kann wie mit z.b. Wig.

Und wie feine Dinge kannst mit WIG ohne Puls schweißen?
Selbst 2,0? kannst ab 15A MMA-FlachFlunder-PendelSchweißen.
Beides ist eine reine Kunstform.



> Und auch nicht optisch so sauber und gleichmässig.
..Lässig aus´m Ultrakurz-Lichtbogen-Handgelenk herausgeschüttelt.




Youtube-Video "Teppichmesser Klinge Dünnbleche mit wig schweißen, geht das? 0,3 mm CrNi"
Kleines Betthupferl. Gute Nacht

Autor: Karl (Gast)
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Das probier ich mal mit meinem China invertiert aus :-)

Autor: Karl (Gast)
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2mm is ja schon sehr dick.

Was bei mir so anfällt an Schweißen is da doch eher dünner.

Autor: L. H. (holzkopf)
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Da ich 'WIG' nicht mit teurem Gas sondern nur mit billigen Elektroden
> schweißen (eigentlich pulsen) möchte, fürchte ich, daß das Ventil, so
> ganz ohne druckluftige Kühlung, nicht lange durchhalten wird. Bei der
> Waschmaschine ist mir ein solches innerhalb 3 Minuten wegen
> Wassermangels durchgebrannt.
>
> Frage: Womit könnte ich dieses dämliche Ventil ersetzen ?
>
> Um damit die Detektion zu überlisten.

Welche Vorstellungen hast Du denn von einem stinknormalen Red-Ventil für 
irgendein Schutzgas?
Und welche von einem stinknormalen MV, das dessen Zufuhr nur öffnet bzw. 
schließt?
Und was hat eine WaMa damit zu tun?

Grüße

Autor: weldy (Gast)
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Hallo!
Bei den Schweißgeräten, die ich kenne, wird das Gas zum Kühlen des 
Gasventils genutzt (Auch bei deutschen Markenherstellern). Als 
pragmatischer Lösungsvorschlag, wenn du an der Schweißstromquelle nichts 
ändern möchtest: Nehme einfach Druckluft vom Kompressor, dass du durch 
das Ventil fließen lässt und kühle damit das Ventil. (Ich kenne 
Schweißstromquellenprüfstände, da wird auch Druckluft (1-2 bar) durch 
das Gasventil fließen lassen, zum einen zum Testen ob das Ventil 
schaltet und zum anderen zum Kühlen des Ventils. Vielleicht einfach 
dieses machen.
Gruß
Weldy

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Hobby-Schweißer schrieb:
> OK, wieder was neues gelernt. Benötigt man da speziellen Draht oder Gas?

Spezielles Gas wüsste ich jetzt nicht. Aber schon einen entsprechenden 
Zusatzwerkstoff, klar.

Ich persönlich hab das auch noch nicht gemacht, aber schon ein paar Mal 
zugeschaut. Also, das funktioniert :-)

Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Ich schweisse hier hauptsächlich WIG und
>> empfinde es als deutlich einfacher,
>
> Ich habe mit E-Halter und Nadel mehrmals 'WIG' probiert. Nach jeweils
> wenigen Minuten mit dem ewig gleichbleibenden Ergebnis: DAS? is sicher
> nix für mich.  Ich hab aber auch das leidige Problem, daß ich keine
> winddichte Schweiß-Werkstatt habe und prinzipiell im brandungefährlichen
> Freien schweiße.

Ok, dann ist WIG wirklich außen vor.

> Ich komme (auch und insbesondere) mit dieser
> 'Parallel-Bewegung' nicht zurecht.

Hmm, ich empfand das in der Anfangszeit fast so wie Elektroniklöten :-)

Ich habe mittlerweile noch zwei Fußpedale im Einsatz, eins für den Strom 
und eins für das Puls/Pausen-Verhältnis bzw. die Verschiebung des 
Gleichspannungsanteiles beim Al-Schweißen.

Damit hat man schon eine sehr große Kontrolle, gerade wenn es sehr dünn 
wird. Aber ich habe auch viele, viele Bleche benötigt, bis die 
Schweißnaht so aussah, wie ich mir das vorstellte.

Bei so dünnen Sachen fand ich es fast noch schwieriger, den Verzug zu 
vermeiden (auch wenn es da mit Kupfer und Wasserkühlung schon gute 
Hilfsmittel gibt).

> Und 1 einziger unachtsamer WIG-Moment
> reißt solche Löcher ins Gebälk, daß ich damit NIE wieder etwas zu tun
> haben möchte. Und so nebenbei auch nicht mit aus wuchtigen Pistolen
> herausschießenden Drähten.
> Ganz zu schweigen von den enormen Lehrgeld-Kosten

Ja, für den Außenbereich ist das nix. oder man muss wirklich ein Zelt 
drüberbauen.

Karl schrieb:
> Was ich mir eben nicht recht vorstellen kann das man mit Elektrode  so
> feine und dünne Dinge schweißen kann wie mit z.b. Wig. Und auch nicht
> optisch so sauber und gleichmässig.

Nein, das geht auch nicht, eben weil Du den Zusatzwerkstoff nicht 
dosieren kannst. Bei WIG kannst Du auch einfach mal ganz ohne Draht 
zulaufen lassen, so dass die Fläche nachher praktisch eben ist.

Auch kannst Du mit Wig durchaus noch "nacharbeiten", wenn eine Stelle 
nicht so ist wie gewünscht. Bei MIG/MAG/Elektrode musst Du dann 
abschleifen.

WIG ist sicherlich das sauberste Verfahren mit den auch optisch besten 
Nähten und erfordert oftmals keinerlei Nacharbeit (keine 
Spritzer/Schlacke).

Dafür ist es aber auch das Langsamste ;-)

> Ebensowenig kann ich mir vorstellen das man mit wIG oder mma an
> Autokarossen sinnvoll arbeiten kann. Da sehe ich Mig/mag klar vorn. Oder
> nat richtige reparatuteile die man dann Widerstandspunkt schweißen kann.

Deswegen habe ich da bisher auch nur MIG/MAG gesehen. Das wird schon 
seinen Gründe haben.

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: Karl (Gast)
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@chris d

Das seh ich alles recht ähnlich.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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L. H. schrieb:
> Welche Vorstellungen hast Du denn von einem stinknormalen Red-Ventil für
> irgendein Schutzgas?

Offenbar die richtigen. Das Ventil wird die 21W sehr wahrscheinlich 
nicht dauerhaft ohne Durchflusskühlung verkraften.

> Und welche von einem stinknormalen MV, das dessen Zufuhr nur öffnet bzw.
> schließt?
> Und was hat eine WaMa damit zu tun?

Offenbar sind beide Ventile nicht dafür ausgelegt, "trocken" zu laufen, 
weil sie dann die Wärme nicht loswerden und zerstört werden.

Das Gas bietet sich für eine Kühlung ja auch an, wenn man dadurch Kosten 
einsparen kann, da es im Betrieb immer anliegt.

Siehe auch weldys Beitrag.

Wusste ich auch nicht. Wieder etwas gelernt :-)

P.S.: die magnetischen Hydraulikventile hier ziehen 30W und die werden 
schon im Normalbetrieb (also mit leerlaufender Hydraulikpumpe) gut 
handwarm. Ich hab das gestern mal ohne Pumpe getestet und da wurden die 
nochmal deutlich wärmer - trotz der massiven Ventilinsel. Sie würden es 
wegen des "Kühlkörpers" wohl auch dauerhaft überleben, aber bei den 21W 
so eines Gasventils, das an irgendeiner Blechzunge hängt, dürfte es eng 
werden.

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Karl schrieb:
> 2mm is ja schon sehr dick.
>
> Was bei mir so anfällt an Schweißen is da doch eher dünner.

D A S ist eben auch bei mir der Grund, warum ich nur mehr zu 'solchem 
Gerät' greife/griff. Das bißchen Aufpreis (~100%) auf WIG-Puls muß 
drinnen sein. Auch gibts dafür -meist schon vorweg- alle Leistungsdaten, 
etc.

Der ama-prime hat mir 02 ein baugleiches (160A) um 167,71 nachgeworfen.
Wieviel kostete mich das nackte 4m-Schlauchpaket?
Ein bißchen schottischer Geiz hilft.. immer.



weldy schrieb:
> Nehme einfach Druckluft vom Kompressor, dass du durch
> das Ventil fließen lässt und kühle damit das Ventil.

Wenn das ginge hätte ich schon einen Plasmaschneider. Hab nur 16A im 
Keller und 25A fürs ganze Haus. Ich werde einen Temp-Fühler dranbauen 
und mal testen, wieweit die Temp dann hochklettert. Es wird ja 
kurzfristig nicht besonders warm, und selbst eine 45cm-Elektrode ist 
irgendwann zuende. Aber den Point-of-no-return hat man schnell übersehen 
.



Chris D. schrieb:
> Hmm, ich empfand das in der Anfangszeit fast so wie Elektroniklöten :-)

Das hab ich mir auch gedacht, daß WIG eher einem '(Hart-)Lötprozeß' 
entspricht. Was ich mir ursprünglich auch überlegt habe, da ich an 
'Rothenberger über 270,- Deppensteuer gezahlt habe. Und noch einen 
ganzen Sack (alle) Lötstäbe habe. Aber daß WIG solche Löcher reißt 
(eigtl. reinbläst), läßt mich an einer Realisierung von ->WIG-Hartlöten 
zweifeln .

Ein mini-Nadelhalter is ja schnell gebaut und angeschlossen, und auch 
der Lichtbogen könnte, ultrabreit mit wenig Leistung, zum Erwärmen 
benutzt werden. Oder, eingeschnürt und gespottet, für Fülldraht-Punkten 
genutzt werden, dann entfällt die Drahtnachführung.


Dieses Problem der -Blechdicke- haben wir Bastler ja alle. Ist ja kaum 
was über 1,5mm. Selbst auf youtube gibts kaum Beispiele für Dünnblech 
und so gut wie keine für Dünnstbleche. Also hilf dir selbst...
sonst hilft Dir keiner .

Autor: Karl (Gast)
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Wig bläst doch keine Löcher in das material.

Versteh nicht was du damit meinst.

Mit wIG hab ich völlig ungeübt 1,5mm edelstahlrohr zsammgebraten. Ohne 
füllstoff.

Einfach zsamnlaufen lassen. Keine löcher.
Klar war die naht zu dünn, keine richtige wurzel usw..

Aber löcher reinreissen? Da konnte man eher echt gemütlich mit dem 
lichtbogen in der schmelze rumpanschen.

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Karl schrieb:
> Was ich mir eben nicht recht vorstellen kann das man mit Elektrode  so
> feine und dünne Dinge schweißen kann
>> Einfach zsamnlaufen lassen. Keine löcher.

Bei 15A -- g l i m m t -- die Elektrode bloß noch, wie die Glut einer 
Zigarette im Wind, der Mantel wird !aufliegend! über das Blech gezogen, 
und aus dem Mantel! tropft in winzigen Tröpfchen das Schweißgut heraus.

Der Test hatte zwar mit 'Zusammenschweißen' nicht viel zu tun, aber 
prinzipiell ist es möglich, auch sehr dünne Dinge mit Elektrode zu 
schweißen, wenn man I=U/R beachtet. R = Lichtbogen-Länge.
Steigt R, steigt auch U und damit P (Leistung).
Der Lichtbogen muß also bei Dünn(st)blech >so kurz wie möglich< gehalten 
werden. Auch darum hat Igor im obigen Video eine Linse im Helm, damit er 
die -ultrakurze- Lichtbogenlänge präzise kontrollieren (= konstant 
halten) kann.
Bei Mantelelektroden aber wirkt der Mantel, bei korrektem Strom!, wie 
ein Abstandhalter, der nicht entfernt werden kann. Hast zuwenig Leistung 
erlischt der Lichtbogen, hast zuviel Leistung hast einen Kurzschluß.


Wie gesagt:

Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> Beides ist eine reine Kunstform.

Chris D. schrieb:
> Dafür ist es aber auch das Langsamste ;-)

Autor: .Oje (Gast)
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Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> muß >so kurz wie möglich<

> gehalten werden.

`
.Oje schrieb: Oje

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
~  U=RI-ge SchweißprozessGeräteVerfahrensgrundlagen   Probleme  ~

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

-ö

Autor: Schweiß-auf-der-Stirn (Gast)
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Aha
.
>>> Kinderkram ...

Lincoln-welder´s? Formula ONE - Pole-Positions -- Cold . Warm . Hot .

>>> gegen kennlinien-variable Stromquellen !


Schweiß-auf-der-Stirn schrieb:
> hilf dir selbst...
> sonst hilft Dir keiner .

.Oje schrieb:
> ~  U=RI-ge SchweißprozessGeräteVerfahrensgrundlagen ;-)



Ω ◄
▲erta.

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