Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik 1000mH-Spule für EQ-Projekt


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von DCA (Gast)


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Hallo,

ich brauche für ein EQ-Bastelprojekt eine Festinduktivität mit 1000mH 
(1H). Sie sollte einen Gleichstromwiderstand von maximal 680 Ohm haben 
(I durch Spule = wenige mA).

Zu kaufen gibt es so etwas offensichtlich nicht mehr (früher gab es das 
von Toko, Typ293LY-105).

Ich habe aber eine Induktivität aus einer Energiesparlampe (3,5mH), so 
ähnlich wie die hier im Bild (3,3mH):
http://www.elektronik-labor.de/Labortagebuch/Energiespar1.jpg
Vielleicht kann man die mit feinerem Cu-Draht auf 1000mH umwickeln 
(dafür müsste man allerdings erst den Kleber lösen, für Tips hierzu wäre 
ich dankbar).

Kennt jemand ansonsten noch andere Quellen für 1000mH-Induktivitäten 
oder hat andere Ideen, wie man so etwas selber wickeln kann?


(PS: einen Gyrator möchte ich hier aus 'Old-School-Style-Gründen' nicht 
benutzen)

von Helmut K. (hk_book)


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von Falk B. (falk)


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DCA schrieb:
> ich brauche für ein EQ-Bastelprojekt eine Festinduktivität mit 1000mH
> (1H). Sie sollte einen Gleichstromwiderstand von maximal 680 Ohm haben
> (I durch Spule = wenige mA).

Wieviel? 1mA? 10mA? 100mA?

> Kennt jemand ansonsten noch andere Quellen für 1000mH-Induktivitäten
> oder hat andere Ideen, wie man so etwas selber wickeln kann?

Einfach einen normalen Eisenpulver E-I Kern + Wickelkörper nehmen und 
bewickeln. Vorher sollte man etwas rechnen.

https://www.mikrocontroller.net/articles/Spule#Spulen_selber_wickeln.2C_quick_.26_dirty

von Karl M. (Gast)


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Hallo,

so eine Induktivität hängt entscheidend vom Kernmaterial (falls es 
Ringkerne sein sollen), der Frequenz, der Temperatur und vom Strom ab.

Ich würde mich mal an https://www.ferroxcube.com/ wenden, um mir die 
Grundlagen zu erarbeiten.

Vielleicht kannst Du genauer bei deiner Beschreibung sein?

von Helmut K. (hk_book)


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von cab_leer (Gast)


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Sowas macht man gerade in EQs gerne mit der Gyratorschaltung

von DCA (Gast)


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Danke für die Antworten!

Die Spule ist für einen EQ ähnlich diesem hier:
http://dl4cs.de/?Stereo-_und_Hifi-Technik___-_Lautstaerke-_und_Klangregler___Equalizer_in_LC-Schaltung

Aber mit Operationsverstärkern statt diekreten Transistoren.


10€ plus Versand ist mir fast schon zu teuer.

Wie könnte man den verklebten Spulenkörper aus der Energiesparlampe 
lösen, in Aceton einlegen?
Dann könnte ich beim Abwickeln die Windungen zählen, umrechnen und neu 
bewickeln und das ganze danach wieder zusammenkleben.

von cab_leer (Gast)


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DCA schrieb:
> 
http://dl4cs.de/?Stereo-_und_Hifi-Technik___-_Lautstaerke-_und_Klangregler___Equalizer_in_LC-Schaltung

In deinem Link steht es doch auch schon GYRATORSCHALTUNG! Die simuliert 
dir eine Spule. Für Signalanwendungen ist das super und OPVs willst du 
ja eh verwenden.

von DCA (Gast)


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DCA schrieb:
> (PS: einen Gyrator möchte ich hier aus 'Old-School-Style-Gründen' nicht
> benutzen)

Danke für die Gyratorhinweise! Bei dem Projekt sollen aber wie ganz oben 
schon erwähnt nur Induktivitäten zum Einsatz kommen.

von Michael B. (laberkopp)


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DCA schrieb:
> Zu kaufen gibt es so etwas offensichtlich nicht mehr

Vielleicht findest du mehr, wenn du eine 1H Spule suchst.

von Peter D. (peda)


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DCA schrieb:
> Ich habe aber eine Induktivität aus einer Energiesparlampe (3,5mH)

Wenn der EQ auch funktionieren soll, brauchst Du eine bestimmte Güte für 
einen bestimmten Frequenzbereich.
Eine Speicherdrossel wird bestimmt nicht die Anforderungen erfüllen. Ist 
ungefähr so, als würdest Du X5R-Kondensatoren statt Folie einsetzen.

von DCA (Gast)


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Ja, das stimmt.

http://dl4cs.de/?Stereo-_und_Hifi-Technik___-_Lautstaerke-_und_Klangregler___Equalizer_in_LC-Schaltung
Wie du hier siehst, sind Rs in Reihe im Serienschwingkreis eingebaut 
(zumindest bei den höheren Frequenzen).

Bei meiner Schaltung sind die Rs auf 680 Ohm Gleichstromwiderstand 
'eingestellt'.

D.h., wenn die 1H-Spule einen DC-Widerstand von 420 Ohm hat, werden nur 
noch 260 Ohm in Serie geschaltet (dann ist man insgesamt wieder bei 680 
Ohm DC für den betrachteten Frequenzzweig).
Ich hoffe, dass dadurch die Güte des Zweigs 'konstant' gehalten wird (in 
der Simulation sieht es jedenfalls so aus).

(ein anderer Faktor ist übrigens das L-C-Verhältnis - verkleinert man L 
und vergrößert man C beim aktuellen Aufbau, wird die 
Anhebung/Abschwächung breiter und ist nicht mehr so tief. Möglicherweise 
gibt es Zusammenhänge zur Güte über den Gleichstrom-Widerstand)

Die parasitäte Kapazität der Spule ist vermutlich vernachlässigbar, weil 
die Serien-Kapazität in der Schaltung 3,9uF beträgt.

von Peter D. (peda)


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Nö, die Güte hängt hauptsächlich von den Wirbelstromverlusten im Kern 
ab.
Deine 1H werden vielleicht noch bei 50Hz 1H haben, aber bei 10kHz wird 
nur noch der ohmsche Drahtwiderstand wirken.

von cab_leer (Gast)


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DCA schrieb:
> Danke für die Gyratorhinweise! Bei dem Projekt sollen aber wie ganz oben
> schon erwähnt nur Induktivitäten zum Einsatz kommen.

Das Thema Oldschool hat sich doch mit dem Einsatz von OPV sowieso schon 
erledigt. Spulen für Frequenzfilter sollten idealerweise Luftspulen 
sein. Aber in dem Induktivitätsbereich -> viel Spaß. IMHO hängst du dich 
am falschen Bauteil auf.

von DCA (Gast)


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Peter D. schrieb:
> Nö, die Güte hängt hauptsächlich von den Wirbelstromverlusten im Kern
> ab.
> Deine 1H werden vielleicht noch bei 50Hz 1H haben, aber bei 10kHz wird
> nur noch der ohmsche Drahtwiderstand wirken.

Wenn es bei 100Hz noch funktioniert und bei 10kHz nicht stört, warum 
nicht...


cab_leer schrieb:
> Das Thema Oldschool hat sich doch mit dem Einsatz von OPV sowieso schon
> erledigt.

Das ist nur für Testzwecke (weil am einfachsten).
EQ mit Röhre könnte der nächste Schritt sein.


Habe auf kleine Metalltrafokerne aus der Bastelkiste die Spulen für 1H 
(100Hz) und 680mH (300Hz) gewickelt (Der Test wird zeigen, wie die 
Verluste sind).


Für 120mH (1kHz) wäre ein relativ großer Hantelkern mit AL = 46nH/N^2 
vorhanden. Könnte das erfolgversprechend sein?

von Newbie (Gast)


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Kerne erzeugen klirr wegen der kennlinie 3. Ordnung. Bei Röhre macht das 
aber wohl auch den Kohl
Nicht mehr fett

von DCA (Gast)


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Danke! Bei Gelegenheit kann ich auch später noch andere Spulen testen. 
Ein bisschen Klirr spielt momentan keine große Rolle, Hauptsache, das 
Gesamtkonzept funktioniert.

Eine andere Frage hätte ich noch, eventuell kennt sich hier jemand damit 
aus.
Welchen Einfluss hat eigentlich die Größe der Potentiometer (also deren 
Ohm-Wert)?
Im meiner Simulation ist es erstaunlicherweise egal, ob man Potis mit 1k 
oder mit 100k verwendet.

Hier
http://dl4cs.de/?Stereo-_und_Hifi-Technik___-_Lautstaerke-_und_Klangregler___Equalizer_in_LC-Schaltung
werden Potis mit 22k verwendet.

Hat der Widerstandswert der Potis (innerhalb vernünftiger Grenzen) 
überhaupt einen Einfluss auf den Frequenzgang oder die maximale 
Anhebung/Absenkung?

von Dieter (Gast)


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Mit einem OP in Gyratorschaltung können große Induktivitäten leicht 
elektronisch erzeugt werden.

von ... (Gast)


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Blos gut das ich mit DSPs uemm kann.
Da taucht die Frage nach Spulen höchstens bei der Stromversorgung auf.

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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Mein Vorschlag: Mit der 1/10 der Impedanz arbeiten 2,2 kOhm-Potis, 
10-fache Kapazitäten und 1/10 Induktivitäten. 100 mH sich relativ 
handlich, klein und preiswert. Ich habe so welche aus der HBCC-Serie von 
Fastron (XHBCC, glaube ich). 
https://www.mouser.de/Fastron/Passive-Components/Inductors-Chokes-Coils/Fixed-Inductors/_/N-wpcz?P=1z0wpwcZ1z0zldw&Keyword=100mH&FS=True

DZDZ

von DCA (Gast)


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Der Zahn der Zeit schrieb:
> Mein Vorschlag: Mit der 1/10 der Impedanz arbeiten 2,2 kOhm-Potis,
> 10-fache Kapazitäten und 1/10 Induktivitäten. 100 mH sich relativ
> handlich, klein und preiswert.

Danke für den Vorschlag, leider etwas spät (die Induktivitäten sind 
jetzt alle gewickelt).
Bei der Simulation hatte die Poti-Größe allerdings überhaupt keinen 
Einfluss.
Dafür wurde die Filterkurve breiter und flacher, wenn kleineres L und 
größeres C verwendet wurde.
Werde es aber noch mal überprüfen zur Sicherheit.




Dieter schrieb:
> Mit einem OP in Gyratorschaltung können große Induktivitäten leicht
> elektronisch erzeugt werden.

Gute Idee, ich besorge eine Kiste Philbrick-K2-W-Module ;)
http://lh4.ggpht.com/-vbOFfb4ewUE/TrQhg5Io5EI/AAAAAAAACnE/T2hfqK7ddqg/image_thumb%25255B4%25255D.png?imgmax=800

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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DCA schrieb:
> Bei der Simulation hatte die Poti-Größe allerdings überhaupt keinen
> Einfluss.
Das kann nicht stimmen. An den Anschlägen und in der Mittelstellung wäre 
es der Fall, aber nicht in den Zwischenstellungen.
> Dafür wurde die Filterkurve breiter und flacher, wenn kleineres L und
> größeres C verwendet wurde.
Das müsste umgekehrt ein. Die Serienschwingkreise mit der niedrigeren 
Impedanz werden weniger bedämpft, die Filter werden steiler. Um das 
auszugleichen, müssten auch die Arbeitswiderstände (4k7) auf 470R und 
die Serienwiderstände in den Schwingkreisen reduziert werden. Die Summe 
aus dem ohmschen Widerstand der Induktivität und dem Serienwiderstand 
sollte idealerweise in allen Schwingkreisen 47R (vorher 470R) sein, das 
ergäbe einen Einstellbereich von +/-20 dB.

Na ja, nu issesegal.

von DCA (Gast)


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Der Zahn der Zeit schrieb:
> DCA schrieb:
>> Bei der Simulation hatte die Poti-Größe allerdings überhaupt keinen
>> Einfluss.
> Das kann nicht stimmen. An den Anschlägen und in der Mittelstellung wäre
> es der Fall, aber nicht in den Zwischenstellungen.

Ahhh-Mist, der Klassiker, hätte auch mal zwischen Mitte und 
Endanschlägen untersuchen sollen.

Der Zahn der Zeit schrieb:
> Das müsste umgekehrt ein. Die Serienschwingkreise mit der niedrigeren
> Impedanz werden weniger bedämpft, die Filter werden steiler. Um das
> auszugleichen, müssten auch die Arbeitswiderstände (4k7) auf 470R und
> die Serienwiderstände in den Schwingkreisen reduziert werden.

Ich untersuche das noch mal, wahrscheinlich habe ich es falsch in 
Erinnerung.

Mit 'Arbeitswiderstände (4k7)' meinst du die Potis zum Einstellen der 
jeweiligen Anhebung bzw. Abschwächung?!?


Die 1H-Spule hat 100R Gleichstromwiderstand. Wenn man für die gleiche 
Frequenz (100Hz) stattdessen 0,1H verwendet, reduziert sich auch der 
Gleichstromwiderstand.


Ansonsten gibt es noch die beiden Widerstände an den OpAmps, derzeit 
3k3. Wenn man die vergrößert, vergrößert sich ebenfalls der maximale 
Regelbereich, ich weiß nur noch nicht, ob die Gesamtcharakteristik 
darunter leidet.


Kann man dann unter dem Strich sagen, wenn man die Induktivitäten um den 
Faktor 10 verkleinert, müssen die zugehörigen Cs um den Faktor 10 
vergrößert werden und die Potis und Serienwiderstände um den Faktor 10 
verkleinert?

von Dieter (Gast)


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In Röhrentechnik (Gyratorschaltung):
http://www.jogis-roehrenbude.de/Verstaerker/Equalizer.htm

Sehr große Zeitkonstanten mit kleinen C zwischen E u. B:
http://www.b-kainka.de/Experimente/Experimentiersystem.htm

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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DCA schrieb:
> Mit 'Arbeitswiderstände (4k7)' meinst du die Potis zum Einstellen der
> jeweiligen Anhebung bzw. Abschwächung?!?
Nein. Ich beziehe mich auf die Schaltung von DL4CS, dort der Kollektor- 
und Emitter-Widerstand. (Deine Schaltung habe ich jetzt nicht gefunden - 
Tomaten auf den Augen?)

> Kann man dann unter dem Strich sagen, wenn man die Induktivitäten um den
> Faktor 10 verkleinert, müssen die zugehörigen Cs um den Faktor 10
> vergrößert werden und die Potis und Serienwiderstände um den Faktor 10
> verkleinert?
Genau so ist es, und das hatte ich ursprünglich auch geschrieben. Nicht 
ursprünglich geschrieben hatte ich allerdings, dass die 
Filter-Characteristik auch durch die beiden Arbeitswiderstände bestimmt 
wird, also müssen sie auch reduziert werden.

Ich vermute, dass du das auch gemeint hast: Nicht nur die 
Serienwiderstände, sondern die Summe aus Serienwiderständen + 
Induktivitätswiderständen. Und da gibt's ein kleines(?) Problem bei 
meinem Vorschlag: Die 100 mH XHBCC, die ich hier auch habe, haben 
(gemessen) 200 Ohm, und das reicht natürlich nicht. Es ergäbe nur ca. 10 
oder 11 dB Anhebung und Absenkung bei 63 Hz. Aber DL4CS hatte 
offensichtlich das gleiche Problem gehabt.

DZDZ

von Axel S. (a-za-z0-9)


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DCA schrieb:
> Danke für die Gyratorhinweise! Bei dem Projekt sollen aber wie ganz oben
> schon erwähnt nur Induktivitäten zum Einsatz kommen.

Das ist eine Blöde Idee<tm>

Es gibt sehr gute Gründe, warum man Induktivitäten im NF-Bereich 
vermeiden will:

1. es sind manchmal unhandlich große Induktivitäten nötig

2. Gefahr von magnetischen (Ein)kopplungen

3. wenig Kontrolle über die Güte (L/R Verhältnis) bzw. nur auf Kosten 
der Baugröße

4. eher große Fertigungstoleranzen


Speziell für Equalizer, wo man typisch Serienschwingkreise baut und ein 
Ende der Spule an GND liegt, ist ein Gyrator eine wesentlich bessere 
Wahl. Man kann damit Induktivitäten von mehreren Henry erreichen, bei 
kleinem Bauraum und exakt definierter Güte.

von herbert (Gast)


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Früher nahm man Schalenkerne von Siemens oder Vogt und wickelte sowas 
selber.
Je nach Kernmaterial mußte man die Windungen berechnen. Kannst auch mal 
bei Bürklin gucken.Eventuell haben die auch noch fertiges.

von DCA (Gast)


Angehängte Dateien:

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Hier kurz der Schaltplan. Die Werte von L und C weichen bei mir etwas 
ab, aber der Rest ist identisch.

Der Zahn der Zeit schrieb:
> ... , dass die
> Filter-Characteristik auch durch die beiden Arbeitswiderstände bestimmt
> wird, also müssen sie auch reduziert werden.

Wären die Arbeitswiderstände im Schaltplan R2 und R3 (hier jew. 3k3)?


Der Zahn der Zeit schrieb:
> Und da gibt's ein kleines(?) Problem bei
> meinem Vorschlag: Die 100 mH XHBCC, die ich hier auch habe, haben
> (gemessen) 200 Ohm, und das reicht natürlich nicht.

Ah, man bräuchte dann also ein L mit geringerem ohmschen Widerstand.

von DCA (Gast)


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herbert schrieb:
> Früher nahm man Schalenkerne von Siemens oder Vogt und wickelte sowas
> selber.

Gute Idee fürs nächste Mal, Schalenkerne habe ich sogar noch irgendwo.


Dieter schrieb:
> In Röhrentechnik (Gyratorschaltung):
> http://www.jogis-roehrenbude.de/Verstaerker/Equalizer.htm

Danke für den Link, coole Schaltung!!!


Mit LIMP kann man sich übrigens gut den Verlauf der Impedanzkurve 
anschauen (das Programm ist eigentlich für Lautsprecher gedacht).
Dort wird der Serienkreis aus 2,2uF und 1,0H so angezeigt, dass er am 
Resonanzpunkt immer noch einen Restwiderstand von 150 Ohm hat.
Der DC-Widerstand der Spule liegt ziemlich genau bei 100 Ohm.
Sind die restlichen 50 Ohm dann die Kernverluste im Eisen?

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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Kurzer Grundlagenkurs:

Wenn XL = -XC ist (d.h., wenn der Betrag beider Blindwiderstände gleich 
groß ist), also bei Resonanzfrequenz, heben sie sich gegeneinander auf 
und werden zusammen zu 0 (Ohm). Bei diesen Frequenzen kannst du dir L 
und C "wegdenken". Dann wird beim oberen Potianschlag Die 
Ausgangsspannung von OP1 über R2 und die Serienwiderstände geteilt, z.B. 
3k3 zu 680 R: Faktor 680 : 3980 = ~0,17 = ~-15 dB. Am anderen Anschlag 
wird die Ausgangsspannung im Gegenkopplungszweig von OP2 genau so viel 
reduziert, dadurch die Verstärkung um den Kehrwert erhöht (~+15 dB). 
AAAAber: Das Ganze würde nur stimmen, wenn die Potis sehr hochohmig 
wären, 5 x 1k ist sehr niederohmig, damit fallen die tatsächlichen Werte 
völlig anders aus: Die Ausgangsspannung wird über die 5 1k-Potis auf die 
gegenphasige Spannung gelegt, das ist wie 5 parallele 500 Ohm 
Widerstände nach Masse, also 100 Ohm - extrem anders als die 3k3 bei 
hochohmigen Potis. Anhebung und Abschwächung fallen vielleicht noch 1 
oder 2 dB aus(!). Die Serienwiderstände müssten jetzt in den Bereich von 
~20 Ohm (statt 680 Ohm) fallen. Also viel hochohmigere Potis. Wie viel, 
ist Geschmackssache. Ich würd's schätzen und dann simulieren. Generell 
kann die Dimensionierung in der obigen Schaltung nicht ernst gemeint 
sein.

von DCA (Gast)


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Der Zahn der Zeit schrieb:
> Kurzer Grundlagenkurs:
>
> Wenn XL = -XC ist (d.h., wenn der Betrag beider Blindwiderstände gleich
> groß ist), also bei Resonanzfrequenz, heben sie sich gegeneinander auf
> und werden zusammen zu 0 (Ohm). Bei diesen Frequenzen kannst du dir L
> und C "wegdenken". Dann wird beim oberen Potianschlag Die
> Ausgangsspannung von OP1 über R2 und die Serienwiderstände geteilt, z.B.
> 3k3 zu 680 R: Faktor 680 : 3980 = ~0,17 = ~-15 dB. Am anderen Anschlag
> wird die Ausgangsspannung im Gegenkopplungszweig von OP2 genau so viel
> reduziert, dadurch die Verstärkung um den Kehrwert erhöht (~+15 dB).

Vielen Dank für den Grundlagenkurs, sehr aufschlussreich, jetzt ist es 
mir klar!


Der Zahn der Zeit schrieb:
> AAAAber: Das Ganze würde nur stimmen, wenn die Potis sehr hochohmig
> wären, 5 x 1k ist sehr niederohmig, damit fallen die tatsächlichen Werte
> völlig anders aus:

Die Bauteilwerte oben sind identisch mit den Werten in der Schaltung von 
Herrn Baggen (außer, dass er die Gleichstromwiderstände von den 
680-Ohm-Serienwiderständen abzieht, R6 hat dann z.B. nur noch 427 Ohm).

Obwohl ich deine weiteren Ausführungen zur Poti-Größe selber logisch 
finde und danach zu größeren Poti-Werten hin neigen würde, zeigt die 
Simulation ein anderes Bild.
Bei der Mittenstellung und den beiden Anschlägen ist der Poti-Wert ja so 
gut wie egal, aber bei den Zwischenstellungen bringen hochohmigere Potis 
viel schlechtere Ergebnisse.
Bei hochohmigen Potis (z.B. 5k oder 10k) ist die Anhebung und Absenkung 
nicht mehr ansatzweise linear und findet nur noch auf den 'letzten 
Drücker', also kurz vor Vollanschlag statt. Außerdem werden in den 
Zwischenstellungen die Beeinflussungen der Kanäle untereinander größer 
und die Kurven breiter.
Warum das so ist, kann ich selber nicht sagen.

von DCA (Gast)


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Hier noch ein Zitat aus Herrn Baggens Beschreibung zu seinem 
Schaltungsentwurf:

"Dieser Schaltungsentwurf ist etwas abweichend vom Üblichen. Als 
frequenzbestimmende Bauteile liegen hier Induktivitäten in der 
Gegenkopplung.

Theoretisch bewirkt die Gegenkopplung um den Opamp A1 eine Verstärkung 
oder Abschwächung des Signals um 15dB, praktisch sind es, durch Verluste 
in den Spulen, ungefähr 13dB. Wenn alle Potis P1 ... P5 auf 
Mittelstellung stehen, ist der Frequenzgang der Schaltung linear.

Bild 23.1. Der Fünfband-Equalizer ist einfach konzipiert, bringt aber 
gute Ergebnisse."

In der Stückliste zu dem Projekt sind die Potis als '1k-Stereo-Poti, 
lin., für Printmontage' aufgeführt (im Schaltplan ebenfalls 1k).

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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Du hast recht. Ich habe bei meinen Überlegungen, wie die Schaltung 
funktionieren müsste, einen Fehler gemacht. Im Idealfall müsste die 
Veränderung um +/-15 dB tatsächlich stattfinden, Asche auf mein greises 
Haupt.

Dass hochohmigere Potis zu dem von dir geschilderten Effekt führen, ist 
allerdings ganz offensichtlich: Stell' dir ein sehr hochohmiges Poti vor 
- dann kannst du dir auch gleich einen Umschalter mit Mittelstellung 
vorstellen.

Die so sehr unsystematische Staffelung von C und L in der Schaltung 
scheint mir wenig sinnvoll. Dass 5 x 680R nicht ernst gemeint war, 
hattest du schon erwähnt.

Die Kurven werden breiter, weil der Serienschwingkreis durch einen 
höheren Serienwiderstand stärker bedämpft wird. Nicht nur der dedizierte 
Serienwiderstand ("680R") wirkt als solcher, auch der Widerstand des 
Potis kommt in den Zwischenstellungen(!) teilweise noch hinzu.

Willst du den LC-Equalizer tatsächlich bauen? Technologisch ist einer 
mit Gyratoren zweifellos überlegen, aber mir macht die Gedankenspielerei 
mit LC Spaß, jedenfalls mehr Spaß als irgendeine andere fertige 
Schaltung zu bauen, ein fertiges IC einzusetzen oder gleich ein fertiges 
Gerät aus China zu kaufen. Lerneffekt, Hobby oder kommerzielle 
Konstruktion - völlig verschiedene Zielsetzungen. Und deswegen noch 
lange keine blöde Idee<tm>.

von Dieter (Gast)


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In Ergänzung zu dem Beispiel mit einer Kapazität,
Beitrag "Re: 1000mH-Spule für EQ-Projekt"
sei angemerkt, dass es eine solche Schaltung auch für eine Induktivität 
gibt, aber das mach niemand, da als Gyrator dies mit viel einfacheren 
Kondenstoren funktioniert und auch dabei der Klirrfaktor geringer ist.

von ohoh (Gast)


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Dieter schrieb:

> gibt, aber das mach niemand, da als Gyrator dies mit viel einfacheren
> Kondenstoren funktioniert und auch dabei der Klirrfaktor geringer ist.

Klirrfaktor und Rauschen sollten bei der einfachen passiven L-Variante 
prinzipiell geringer sein als bei aufwendigen aktiven Schaltungen.

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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Manche Leute lesen hier offensichtlich gar keine Antworten. Deren 
Antwort ist dann ebenso erhellend wie eine Taschenlampe mittags in der 
Sahara.

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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ohoh schrieb:
> Klirrfaktor und Rauschen sollten bei der einfachen passiven L-Variante
> prinzipiell geringer sein als bei aufwendigen aktiven Schaltungen.
Das würde ich nicht unterschreiben. Hier werden keine Luftspulen 
gebraucht, hier geht es um Induktivitäten, die nur mit relativ 
hochpermeablen Kernen zu erreichen sind. Die sind von Haus aus aber 
nicht sehr linear, sie können sogar sehr unlinear werden.

Bezüglich des Rauschens ist in der obigen Schaltung die 
Haupt-Rauschquelle der OP2, denn dessen Eingangsspannungsrauschen wird 
hoch verstärkt. Deshalb nehme ich an, dass eine Gyratorschaltung 
wahrscheinlich weit weniger zum Rauschen beitragen wird.

von ohoh (Gast)


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Der Zahn der Zeit schrieb:

> Das würde ich nicht unterschreiben.

Darauf kann die Welt zum Glück verzichten.

> Deshalb nehme ich an, dass eine Gyratorschaltung
> wahrscheinlich weit weniger zum Rauschen beitragen wird.

Weniger als eine Spule? o.k.!
Habe dabei das Bild im kopf, wie Herr Trump Pamphlete unterschreibt, 
voller alternativer Fakten.

von Achim S. (Gast)


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ohoh schrieb:
> Weniger als eine Spule?

Nein: nicht weniger als eine Spule. Sondern weniger als:

Der Zahn der Zeit schrieb:
> in der obigen Schaltung die
> Haupt-Rauschquelle der OP2, denn dessen Eingangsspannungsrauschen wird
> hoch verstärkt

Du musst beide Sätze lesen und nicht nur den, den du gerne kritisieren 
möchtest.

ohoh schrieb:
> Habe dabei das Bild im kopf, wie Herr Trump Pamphlete unterschreibt,
> voller alternativer Fakten.

Ach ja: eine Nummer kleiner gehts nicht? Zumal die Aussage von Zahn der 
Zeit korrekt ist und du sie einfach nur sinnentstellend interpretiert 
hast?

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Der Zahn der Zeit schrieb:
> Anhebung und Abschwächung fallen vielleicht noch 1
> oder 2 dB aus(!). Die Serienwiderstände müssten jetzt in den Bereich von
> ~20 Ohm (statt 680 Ohm) fallen.

Langer Rede kurzer Sinn: die Serienwiederstände stellen die Güte der 
Serienschwingkreise ein, damit die Anhebung/Absenkung weder zu zu 
schmalbandig wird (dann bilden sich Lücken zwischen den Einstellern, in 
denen das Signal vom EQ nicht beeinflußt werden kann) noch zu 
breitbandig (dann gibt es nur eine schwache Anhebung/Absenkung). Die 
Güte ist also auf die Anzahl der Einsteller abzustimmen.

In der gezeigten Schaltung haben alle Schwingkreise einen zusätzlichen 
680Ω Serienwiderstand. Die gleiche Güte bekommt man damit aber nur, wenn 
der ohmsche Widerstand aller Spulen deutlich kleiner als besagte 680Ω 
ist. Denn der effektive Serienwiderstand ist die Summe aus dem 
DC-Widerstand der Spule und dem separaten Widerstand. Langer Rede kurzer 
Sinn: zumindest für die großen Spulen sollte man den DC-Widerstand 
messen und den Serienwiderstand entsprechend kleiner auslegen. Wenn die 
Spule z.B. 200Ω hat, würde man statt 680Ω besser 470Ω verbauen. Im 
Umkehrschluß sind Spulen mit einem DC-Widerstand >680Ω von vornherein 
ungeeignet.

Ganz allgemein sind alle Bauteile vom Impedanzniveau aufeinander 
abzustimmen: die Potis, die Serienwiderstände und die Schwingkreise 
selber. Umdimensionieren ist relativ einfach. Man kann z.B. alles Faktor 
N niederohmiger machen: Potis/N, Serienwiderstände/N, Spulen/N, 
Kondensatoren*N. An Spulen und Kondensatoren muß man ändern, weil deren 
Wert in die Güte eingeht:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gütefaktor#Reihenschaltung

Ich hatte vor vielen Jahren mal ein Programm für meinen damaligen 
BASIC-Taschenrechner geschrieben, das mir die Bauteile für einen N-Band 
Equalizer berechnet hat. Natürlich mit Gyratoren statt echten Spulen. 
Das konnte das alles. Ist vom Nebel der Zeit verschlungen worden.

von DCA (Gast)


Angehängte Dateien:

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Hier noch mal der Schaltplan von Harry Baggen mit einer Erklärung, wie 
die Größe der Serienwiderstände zu verstehen ist (nämlich insgesamt 680 
Ohm, der DC-R der Spulen ist schon eingerechnet).

Weil die Anmerkungen zu den Serienwiderständen oben von manchen 
überlesen wurden...

von DCA (Gast)


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nicht lesenswert
Der Zahn der Zeit schrieb:
> Dass hochohmigere Potis zu dem von dir geschilderten Effekt führen, ist
> allerdings ganz offensichtlich: Stell' dir ein sehr hochohmiges Poti vor
> - dann kannst du dir auch gleich einen Umschalter mit Mittelstellung
> vorstellen.

Ah ja, jetzt sehe ich es auch, ansich logisch!


> Willst du den LC-Equalizer tatsächlich bauen?

Auf jeden Fall, ich bastle gerne mit Spulen (und Übertragern, meistens 
im HF-Bereich).


>Technologisch ist einer
> mit Gyratoren zweifellos überlegen, aber mir macht die Gedankenspielerei
> mit LC Spaß, jedenfalls mehr Spaß als irgendeine andere fertige
> Schaltung zu bauen, ein fertiges IC einzusetzen oder gleich ein fertiges
> Gerät aus China zu kaufen. Lerneffekt, Hobby oder kommerzielle
> Konstruktion - völlig verschiedene Zielsetzungen. Und deswegen noch
> lange keine blöde Idee<tm>.

Bei den alten Mesa-Boogie-Verstärkern waren diese LC-EQs Standard. Ich 
will das auch unbedingt mal testen.
Was ich auch verlockend finde, die beiden Opamps verbrauchen nicht viel 
Strom. Wenn noch fünf Gyratoren im Spiel wären, sähe die Sache schon 
anders aus.
(späterer Aufbau eines Multi-Band-EQs mit Gyratoren allerdings 
keineswegs ausgeschlossen)

Jedenfalls muss ich erst mal fünf 1k-Potis auftreiben (eventuell als 
Schieberegler), die habe ich nämlich nicht in der Bastelkiste vorrätig.

Wenn das ganze aufgebaut und getestet ist, werden hier die Ergebnisse 
gepostet.

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