Reinigung von bestückten Platinen mit Ultraschall?

Gast #5862206
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Guten Abend, ich habe im Internet gelesen, dass man bestückte Platinen 
im Ultraschallbad reinigen kann.  Wie muss ich mir das vorstellen? 
Tatsächlich die bestückte Platine (mit Spulen, kondensatoren, ICs etc.) 
in Wasser legen und dann mit Ultraschall bearbeiten? Mein erster Gedanke 
ist, dass dabei ist sicherlich die ICs oder andere Bausteine zerstört 
werden – Stichwort Wasserschaden. Wer hat hierzu Erfahrungen?
Warum beschäftige ich mich überhaupt damit? Es geht um Reinigung von 
historischen Computern könnte man die zerlegen und dann im 
Ultraschallbad reinigen?
Gast #5862260
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> Es geht um Reinigung von historischen Computern könnte
> man die zerlegen und dann im
> Ultraschallbad reinigen?

Es gibt spezielle Industriespuelmaschienen. Wasser ist also nicht das 
Problem. Man sollte natuerlich seine Schaltung erst wieder einschalten 
wenn man sie gut getrocknet hat!
Ultraschall wird in den meisten Faellen auch kein Problem sein. Etwas 
Sorgen wuerde ich mir da aber um Quarze machen.

Du kannst auch mal probieren eine Platine ganz normal in deine 
Spuelmaschiene zuhause zu stellen. Der Reiniger dort ist zwar etwas 
staerker, aber es geht auch.

Olaf
Gast #5862291
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Olaf schrieb:
> Du kannst auch mal probieren eine Platine ganz normal in deine
> Spuelmaschiene zuhause zu stellen. Der Reiniger dort ist zwar etwas
> staerker, aber es geht auch.

Genau, die IC-Pins werden schön frei geätzt und die Rückstände unter den 
Bauteilen kannst Du gut mit der Drahtbürste weg schruppen.

Manche Vorschläge hier sind schon Sachbeschädigung.

Der Ultraschall ist kein Problem, auch für Quarze nicht, was stört sind 
Rückstände im Wasser die nach dem Trocknen auf der Platine und unter den 
ICs bleiben. Für Privat kommt eigendlich nur 
demineralisiertes/destilliertes Wasser und Isopropanolalkohol in Frage.
Was Rückstände angeht sind alte Platinen in THT relativ unkritisch, 
moderne BGA-Gehäuse mögen das überhaupt nicht.
Gast #5862307
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Wasser + Geschirrspülmittel (grünes Zeug vom Aldi) + Pinsel.
Dann gründlich abduschen. Mit Fön trocknen. Zwei Tage in den 
Heizungskeller, oder bei 50 Grad im Backofen trocknen. So ist noch nie 
etwas beschädigt worden. Trafos,Spulen und Relais nicht unter Wasser 
setzen.
Die Spülung sollte in Minuten Dauer vorbei sein.
Gast #5862309
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Rookie schrieb:
> Wer hat hierzu Erfahrungen?

Das war und ist industrieüblich. Es gibt aber (wenige) Bauteile, die 
nicht dafür geeignet sind, darüber geben bei ernstzunehmenden 
Lieferanten die Datenblätter Auskunft oder eine Rückfrage.

Spontan fallen mir Uhrenquarze ein und viele Sorten Schalter, z.B. gibt 
es DIL-Schalter mit Schutzfolie, die man nach der Reinigung abzieht. Bei 
Schaltern ist nicht der US das Problem, sondern dass Flüssigkeit ins 
Schalterinnere eindringt und nicht so einfach entfernt werden kann, auch 
ohne US, der ist bei den meisten Bauteilen nicht das Problem. Bei Relais 
muss man klären ob sie dicht sind.

Ich habe viele Jahre lang eine professionelle 
Ultraschall-Reinigungsanlage mit Lösemittelkreislauf betrieben, es gab 
nie Ausfälle.

Georg
Gast #5862564
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Olaf schrieb:
> Ultraschall wird in den meisten Faellen auch kein Problem sein. Etwas
> Sorgen wuerde ich mir da aber um Quarze machen.

Sind die nicht dicht?

Horst schrieb:
> demineralisiertes/destilliertes Wasser und Isopropanolalkohol

Als Mischung? Bei Alkohol alleine im Ultraschallreiniger hätte ich jetzt 
bedenken...

pinselohrschwein schrieb:
> Trafos,Spulen und Relais nicht unter Wasser
> setzen.
> Die Spülung sollte in Minuten Dauer vorbei sein.

Relais verstehe ich. Trafos sind doch i.d.R. vergossen? Wo könnte da das 
Problem sein?

Was ist mit Potis?
Gast #5862629
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Uhrenquarze können in der Tat Schaden nehmen, ansonsten habe ich noch 
nichts kaputt bekommen. Man sollte aber ein neutrales Spülmittel nehmen, 
keinen alkalischen Spülmaschinenreiniger. Der löst zwar Harze 
(Flussmittel) toll auf, aber greift auch z.B. Schrauben von Klemmen an. 
Das Wasser selbst ist kein Problem, weil es ja nicht stundenlang 
einwirkt und schon gar nicht unter Spannung. Hartnäckige Beläge kriegt 
man weg, wenn man die Platinen vorher in IPA einweicht und dabei etwas 
bürstet. Dann in den US-Reiniger mit Spüliwasser und dann trocknen. Man 
kann sich eine kleine Trockenkammer bauen, in die man mit dem 
Heißluftgebläse (unterste Stufe, 100 Grad oder so) reinbläst.
Gast #5862636
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Also wir haben Leiterkarten von Steuerungen definitiv in 
Ultraschallbädern gereinigt. Dazu gab es sogar irgendwelche 
Reinigungsflüssigkeiten. Da kam richtig Schmodder raus.
Waren aber auch eher Leistungsteile und keine Mikroprozessoren, Quarze 
sondern diskrete Logik und vor allem Spulen, Drosseln und Co.
Gast #5863051
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> Sind die nicht dicht?

Doch, aber hast du schon mal einen Quarz von innen gesehen?

Das sind kleine Quarzscheibchen die sehr leicht an zwei Kontaktarmen 
befestigt sind. Durch die Vibration koennen die abbrechen oder die 
Frequenz aendert sich.

Olaf
Gast #5863058
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pinselohrschwein schrieb:
> Wasser + Geschirrspülmittel (grünes Zeug vom Aldi) + Pinsel.
> Dann gründlich abduschen. Mit Fön trocknen. Zwei Tage in den
> Heizungskeller, oder bei 50 Grad im Backofen trocknen.

So hab ich auch schon einige Leiterplatten gereinigt, direkt nach dem 
Abspülen aber immer erstmal Druckluft (Kompressor) verwendet, schräg von 
der Seite überall das Wasser weggeblasen.
Da dann bereits so gut wie kein Wasser mehr drauf ist kann auch kein 
Schmutz mehr antrocknen. Die Leiterplatte wird da richtig gut sauber, 
selbst unter ICs, wie TQFP Bausteinen sitzt da danach kein Dreck.
Gast #5863078
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Kein Problem, solange keine empfindlichen Bauteile (Quarze, 
Präzisionsspannungsreferenzen, usw.) oder mechanische Bauteile wie 
Relais oder Lautsprecher verbaut sind. Manche Piezo-Lautsprecher haben 
sogar extra ne Schutzfolie drauf welche nach dem waschen entfernt wird.
Gast #5878922
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Blubb schrieb:
> Uhrenquarze können in der Tat Schaden nehmen, ansonsten habe ich
> noch
> nichts kaputt bekommen.

Bei GaAs-Halbleitern steht auch öfter dabei, dass man sie nicht mit 
Ultraschall reinigen darf. Offenbar sind die Bondungen auf diesem 
Material bei weitem nicht so stabil wie auf Si-Bauteilen.

Da für LED ähnliche Materialien verwendet werden, sollte man auch bei 
ihnen mit der Verwendung von US zurückhaltend sein.: 
https://media.osram.info/im/img/osram-dam-2496638//AN017_Cleaning_of_LEDs.pdf

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