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Forum: Digitale Signalverarbeitung / DSP Genaue und schnelle Frequenzkorrektur in Echtzeit


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Autor: Franzerl (Gast)
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Ich möchte als privates Projekt, das wenn es funktioniert auch 
kommerzialisiert werden soll, eine schnelle Frequenzkorrektur für 
Schallsignale entwerfen. Die Tonhöhe von Menschengesang soll angepasst 
werden. In Audio-Bearbeitungs-Programmen hat es solche plugins als 
Software. Die sind aber ungenau, wenn man sie auf Echtzeit stellt und zu 
langsam offline.

Der Hacken ist einfach die Rechenleistung. Ich denke mir, dass wenn er 
es auf einen Signalprozessor bringt, der nichts anderes tun muss, es 
schneller gehen müsste.

Die Machart der Software ist in der Regel die, Tönhöhe messen, nach Ton 
in der Tonleiter suchen und Frequenzfehler berechnen, anpassen.

Das Anpassen passiert mit FFT und invers-FFT oder durch schnelleres 
Abspielen und granularer Resynthese. Beides habe ich gemacht und auch 
die ersten Formeln.

Jetzt braucht es eine Hardware, in der es eingebaut werden kann. Was 
kann man da hernehmen?

Autor: Tobias P. (hubertus)
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Franzerl schrieb:
> Was kann man da hernehmen?

Mischer und Bandpassfilter. Damit kannst du über die LO-Frequenz die 
Tonhöhe ändern. Wenn man an einem SSB-Empfänger die Frequenz nicht genau 
trifft, dann klingt das auch wie Micky Maus :-)

Autor: Falschsinger (Gast)
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Franzerl schrieb:
> Jetzt braucht es eine Hardware, in der es eingebaut werden kann. Was
> kann man da hernehmen?

fpga, bspw. xilinx spartan-7

mit der suchphrase "real time pitch shift", lassen sich einige
Projekte hierzu finden, bspw.: 
https://people.ece.cornell.edu/land/courses/ece4760/FinalProjects/f2014/mjk339mm889/mjk339mm889/index.html

Autor: Achim B. (bobdylan)
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Franzerl schrieb:
> Was kann man da hernehmen?

Einen begabten Gesangsinterpreten.

Autor: Audiomann (Gast)
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Franzerl schrieb:
> Die Tonhöhe von Menschengesang soll angepasst werden.

Ah lass stecken, Alter! Von den Dingern gibt es doch schon genug!

Und in den Medien gibt es ausreichend Plastikmusik von Plastikpuppen, 
deren gesangliche Schwächen mit Schnitt und elektrischen Korrekturen 
wegoptimiert wurden. Dank Computertechnik kann bald jeder singen, oder 
was?


Achim B. schrieb:
> Franzerl schrieb:
>> Was kann man da hernehmen?
> Einen begabten Gesangsinterpreten.

Die sollen singen lernen, wie früher, oder daheim bleiben!

Autor: Raymund Hofmann (Gast)
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Ist ein aktueller Standard-PC-Prozessor mit AVX-512 der praktisch 
irgendwas > 1e12 flops/s erreicht nicht mehr als schnell genug dafür?

"Echtzeit" ist hier wohl nie erreichbar denn die theoretische 
Frequenzauflösung ist reziprok zur Messzeit und das ist wohl das 
wirkliche Problem.

Nehmen wir mal eine Stimmfrequenz von 200Hz an und wollte diese in 1/4 
Tonleiter auflösen so müsste man zwischen 203 und 200 Hz unterscheiden 
können.

3Hz Auflösung also ~ 1/3 s müssen mindestens betrachtet werden.

Bei tiefer Stimme von 100Hz wären es ~ 1/1.5 s.

Man könnte natürlich versuchen nur auf die Oberwellen der Stimme zu 
gehen um diese Latenz zu reduzieren, müsste dann aber die gewünschte zu 
erkennende Stimmlage schon vorher einschränken.

Unter eine fundamentale Latenz von 100ms, alleine bei der 
unausweichlichen Messung/Erfassung, wird man damit aber wohl nicht 
kommen.

Autor: Der Andere (Gast)
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In Echtzeit?

Du willst also ein nichtkausales System konstruieren?
Viel Spass, dagegen ist ein Perpetuum Mobile fast einfach.

Siehe dazu den Beitrag von Raymund Hofmann

Autor: Yalu X. (yalu) (Moderator)
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Raymund Hofmann schrieb:
> "Echtzeit" ist hier wohl nie erreichbar denn die theoretische
> Frequenzauflösung ist reziprok zur Messzeit und das ist wohl das
> wirkliche Problem.

Genau das ist wohl das Hauptproblem, und nicht so sehr die Rechenzeit.
Zum Glück ist die Echtzeitfähigkeit nur für Live-Auftritte relevant.
Wenn die Sängerin wenigstens halbwegs den Ton trifft, fällt ein um ein
paar 100 ms verzögertes Einsetzen der Korrektur nicht so sehr auf, da

- die Klangqualität in Schlager-/Pop-Konzerten ohnehin nicht die beste
  ist,

- man in Konzerten meist nicht so genau hinhört wie in der entspannteren
  Atmosphäre im heimischen Wohnzimmer und

- man das Konzert nur einmal anhört (kleinere Fehler fallen oft erst
  beim wiederholten Hören auf, dann aber umso mehr).

Irgendwie finde ich es aber immer wieder etwas befremdlich, wenn
Schlager- und Pop-Sängerinnen eine scheinbar bessere Intonation haben
als Opernsängerinnen mit ihrer jahrelangen professioneller Ausbildung.
Letztere würde man mit einer Korrektur aber auch einen Teil ihrer
Interpretationsfreiheit nehmen, denn eine Musiknote lässt sich nun mal
nicht einer festen Frequenz zuordnen, sondern variiert je nach Kontext
leicht nach oben oder unten. Eine Pitch-Correction bringt deswegen nur
dann Vorteile, wenn diese Variationen unkontrolliert und zufällig

Autor: Sebastian S. (amateur)
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@Franzerl
Kann es sein, dass Du zwar einen Haufen Fachbegriffe aufgeschnappt hast, 
aber darüber hinaus, von tuten und blasen, keine Ahnung hast?
Wenn ich jetzt mal Leute, die das Ihr Leben lang geübt haben außen vor 
lasse, gibt es niemanden, der ein A (+/- X%) absondert bzw. absondern 
kann.
Du wirst immer ein relativ komplexes Gemisch aus allem Möglichen, was 
vor allem auf dem Weg von den Stimmbändern bis zu den Lippen, aber auch 
vom umgebenden Raum (die Erbsenzähler werden sogar die Möbel umstellen), 
beeinflusst wird, hören. Du wirst also niemals über ein reines, zwei 
gestricheltes Z, stolpern.

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Autor: Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Dazu fallen mir nur der Begriff Autotunismus und das exzellente Video 
ein:

Youtube-Video "Logopädie für Internet-Opfer"

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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> der ein A (+/- X%) absondert..

Der Tonruf um Relaisfunkstellen zu öffnen hat 1750 Hz, also praktisch 
ein A (genau wäre 1760 Hz).
Ich kann den Ton recht genau pfeifen, plus/minus Decoderbandbreite. Ob 
ich das schon als Absolutes Gehör bezeichnen kann?

Autor: Hannes J. (pnuebergang)
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Andreas S. schrieb:
> Dazu fallen mir nur der Begriff Autotunismus und das exzellente Video
> ein:
>
> Youtube-Video "Logopädie für Internet-Opfer"

Ist doch harmlos. So klingen dann aktuelle Produktionen 
Youtube-Video "Nura feat. Trettmann - Chaya (Produced by Sam Salam) Official Video" Besonders beim männlichen 
Part (1:15, 1:130) pfeift es einem die Ohren durch bis zum Tinnitus.

: Bearbeitet durch User
Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
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Falschsinger schrieb:
> mit der suchphrase "real time pitch shift", lassen sich einige
Er will ja FFT machen. Nur haben wir schon mehrfach durchgekaut, dass es 
da zu Artefakten kommt.

Die Echtzeitthematik besteht noch zusätzlich!


Christoph db1uq K. schrieb:
> Ich kann den Ton recht genau pfeifen, plus/minus Decoderbandbreite. Ob
> ich das schon als Absolutes Gehör bezeichnen kann?

Nicht sicher. Ich kann auch unabhängig von der Tagesform meines Gehörs 
eben mit dem Pfeifen ein D erzeugen und mich so auf einen Ton 
kalibrieren. Das ist gut reproduzierbar.


Yalu X. schrieb:
> - man in Konzerten meist nicht so genau hinhört wie in der entspannteren
>   Atmosphäre im heimischen Wohnzimmer und

Das würde ich jetzt so nicht sagen. Auch Schlager und Pop die generelle 
Gesangsqualität abzusprechen, würde ich so nicht stehen lassen. Richtig 
ist aber, dass heute massiv korrigiert wird, aus unterschiedlichen 
Gründen.


Hannes J. schrieb:
> So klingen dann aktuelle Produktionen
Boah ist das anstrengend. Und richtig schlecht. Autotunismus ist da das 
richtige Wort.

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Autor: nachtmix (Gast)
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Franzerl schrieb:
> Die Tonhöhe von Menschengesang soll angepasst
> werden.

Dazu könnte man der Atemluft des Sängers wahlweise etwas Helium oder 
Schwefelhexafluorid hinzudosieren.

Autor: Andre (Gast)
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nachtmix schrieb:
> hinzudosieren

Alternativ: Mit ein paar TENS Elektroden am Kehlkopf die Spannung der 
Stimmbänder nachkorrigieren?
Das sieht vielleicht noch harmloser aus als ein Sänger mit Atemmaske und 
Flaschenwagen.

Autor: Martin K. (mkmannheim) Benutzerseite
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Yalu X. schrieb:
> Irgendwie finde ich es aber immer wieder etwas befremdlich, wenn
> Schlager- und Pop-Sängerinnen eine scheinbar bessere Intonation haben
> als Opernsängerinnen mit ihrer jahrelangen professioneller Ausbildung.

Ist das wirklich der Fall? Und ist das überhaupt vergleichbar? Die 
Gesangstechnik ist doch eine ganz andere. Ich glaube eher, dass es an 
den Hörgewohnheiten und dem gesunkenen Anspruch heute liegt.

Sebastian S. schrieb:
> Du wirst immer ein relativ komplexes Gemisch aus allem Möglichen, was
> vor allem auf dem Weg von den Stimmbändern bis zu den Lippen, aber auch
> vom umgebenden Raum (die Erbsenzähler werden sogar die Möbel umstellen),
> beeinflusst wird, hören.

Der Mund kann aber die Tonhöhe nicht mehr verändern. Und Wände oder 
Möbel konnen das schon mal gar nicht. Die Stimmbänder müssen die Tonhöhe 
erzeugen und genau treffen und die Lunge muss genug Druck liefern. Das 
ist letztlich eine Frage der Muskelspannung und des Trainings.

Hier mal ein Mannheimer Original:
Youtube-Video "Joy Fleming - Ein Lied kann eine Bruecke sein (ZDF-Hitparty 31.12.1998) (VOD)"

Autor: Yalu X. (yalu) (Moderator)
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Martin K. schrieb:
> Yalu X. schrieb:
>> Irgendwie finde ich es aber immer wieder etwas befremdlich, wenn
>> Schlager- und Pop-Sängerinnen eine scheinbar bessere Intonation haben
>> als Opernsängerinnen mit ihrer jahrelangen professioneller Ausbildung.
>
> Ist das wirklich der Fall?

Dass ich es befremdlich finde, oder dass die Schlagersängerinnen dank
Pitch-Correction eine bessere Intonation haben?

Wobei ich meine Wortwahl "bessere Intonation" in "mathematisch genauere
Intonation" korrigieren möchte. Denn mathematisch genau klingt meist
nicht besser, sondern eher flacher und langweiliger.

Martin K. schrieb:
> Hier mal ein Mannheimer Original:
> Youtube-Video "Joy Fleming - Ein Lied kann eine Bruecke sein
> (ZDF-Hitparty 31.12.1998) (VOD)"

Was Brücken betrifft, kann die Tante aber noch deutlich besser:

  Youtube-Video "Joy Fleming - Neckarbrückenblues 2011"

Ich glaube übrigens nicht, dass bei diesen beiden Liedern ein
Pitch-Corrector im Spiel ist :)

Autor: Sebastian S. (amateur)
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>Der Mund kann aber die Tonhöhe nicht mehr verändern. Und Wände oder
>Möbel konnen das schon mal gar nicht. Die Stimmbänder müssen die Tonhöhe
>erzeugen und genau treffen und die Lunge muss genug Druck liefern. Das
>ist letztlich eine Frage der Muskelspannung und des Trainings.
Weshalb eine Flöte auch nur einen einzigen Ton produziert.

Worauf ich aber hinauswollte ist, du hast keinen Ton, sondern ein 
Gemisch, aus dem irgend etwas herausgefiltert werden soll, um es dann 
spektral zu verändern.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
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Sebastian S. schrieb:
> Weshalb eine Flöte auch nur einen einzigen Ton produziert.
Flöten haben 7+1 Löcher und bilden eine Luftsäule. Die Tonhöhe ist damit 
bis auf extreme Druckschwankungen und Obertonspiel sehr genau definiert.

Bei den Wänden müsste man schon die Positionen ändern. Wäre ein 
mechanisches wave guide. Siehe hier:
Beitrag "Digital Waveguide Oscillator - Octave?"
Beitrag "Re: Tonerzeugung und Klangformung mit wenig Rechenbedarf"

Yalu X. schrieb:
> Dass ich es befremdlich finde, oder dass die Schlagersängerinnen dank
> Pitch-Correction eine bessere Intonation haben?
Die Intonation ist ja dann nicht wirklich besser. Gerade wenn du das 
hier betrachtest:

> Denn mathematisch genau klingt meist
> nicht besser, sondern eher flacher und langweiliger.
Wobei man unterscheiden muss, ob man einen Ton moduliert, weil man es 
absichtlich tut oder weil man es nicht besser kann. Auch glatt gesungene 
Töne können passen, wenn man sie zu einem Instrument singt und präzise 
an der Note vorbei singt, um eine Schwebung zu produzieren.

Genrell würde ich nicht behaupten, dass es einen prinzipiellen 
Unterschied zwischen der Qualität im klassischen und modernen Gesang 
gibt. Überall hat es gute und schlechte. Im klassischen Fach Oper und 
Lied gibt es nur kaum Jobs. Dort wird heftigst gefiltert. Ich kenne 
Hunderte weitgehend arbeitslose Topsänger von den Musikhochschulen, die 
alle super perfekt singen.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
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Martin K. schrieb:
> Die Stimmbänder müssen die Tonhöhe
> erzeugen und genau treffen und die Lunge muss genug Druck liefern. Das
> ist letztlich eine Frage der Muskelspannung und des Trainings.

> Hier mal ein Mannheimer Original:
Ui, die Joy Flemming. Mit der waren wir mal zusammen auf der Bühne. So 
ganz schlecht war die nicht. Ich bevorzuge aber eher diese Fleming:
Youtube-Video "Catalani - Renée Fleming & Christian Benda, "Ebben, ne andrò lontana""


Wer mal hören möchte, was echte Luftstromkontrolle und Intonation 
bedeuten, der hört mal hier zwischen 3:24 bis 3:36 rein.

Youtube-Video "Matia Bazar - Ti sento (1986) HD 0815007"
(leider auch mit Werbung vorher, lohnt aber -auch wegen des Synthies!)

Wo andere mit Vibrato schmieren, von unten reinkommend die Höhe suchen 
oder gar mit Autotune nachhelfen, setzt sie einfach den Ton kerzengerade 
hin, ein paar Cent schwebend über der Notenlinie, so präzise getroffen, 
wie mit einem Dartpfeil und das sicher und stabil mehr als 10 Sekunden 
über 4 Akkorde und einen Tonartwechsel hinweg inklusive einem 
Frequenzsprung mit fast hörbarem Absetzer. Das hat sie live genau so 
gebracht. Genau so!

Si, ti sento! Antonella. Ti sento!

Wenn man sich überlegt, dass das Ding über 30 Jahre alt ist ...
... damals musste man echt noch was können!

Autor: Günter Lenz (Gast)
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Jürgen S. schrieb:
>Ich bevorzuge aber eher diese Fleming:

 Hört sich gequält an, finde ich.

Hier ist ein tolles Gesangsbeispiel,
ab 6. Minute, ich bin davon  begeistert.

Youtube-Video "Pink Tones - Atom Heart Mother live Segóbriga Roman Amphitheatre"

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
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> Hier ist ein tolles Gesangsbeispiel,
> ab 6. Minute, ich bin davon  begeistert.
Naja, ich höre schwere Probleme und Instabilität bei 6:32 ...  6:35
Da verliert sie komplett die Tonhöhe. Das müsste lyrisch klingen, aber 
sie muss sich anstrengen, um es zu bringen. Da fehlt mir die 
Leichtigkeit.


Günter Lenz schrieb:
> Hört sich gequält an, finde ich.
Ja und das ist auch gut so, weil sie damit genau den Sinn des Stückes 
bestens zum Ausdruck bringt. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, 
mit welchem Enthusiasmus, Inbrunst und Stärke manche jungen 
Sopranistinnen von den Hochschulen gerade dieses Werk heraus hauen. Das 
Dramatische, Schwermütige und die Enttäuschung (è rimpianto, è dolor!) 
kommt dann überhaupt nicht durch. Das passt dann nicht für eine 
Opernaufführung, wo man an der Stimme die Emotion erkennen sollte - auch 
ohne den Text zu verstehen.

Viel zu viele verkörpern gar nicht das was sie singen.

Als Beispiel für eine gute Gesangskunst und auch gute Darstellung noch 
eine andere Italo-Ikone:
Youtube-Video "Alice - Per Elisa"

Hat jemals eine Frau mit mehr Stolz und Selbstbewusstsein an einem 
Mikroständer gestanden?

Das Kuriose an dem Stück ist, dass sie die tiefsten Töne bei z.B. 
"Bella" gar nicht richtig mit der Mundstimme singt, weil sie die 
stimmlich überhaupt nicht drauf hat! Jeder Aufnahmeingenieur würde das 
hören und das Stück sofort einen Ton heben, um es besser in ihre range 
zu bringen und ich möchte wetten, dass ihr das auch vorgeschlagen wurde. 
Ich bin aber genau so sicher, dass sie das abgelehnt hat, weil es dann 
"oben" gfs. eng geworden wäre.

Stattdessen stellt sie sich einfach hin, drückt die rotzfrech aus dem 
Kehlkopf mit Bauchresonanz raus und intoniert sie auch noch sauber, was 
bei einem dunklen Vokal "A" nach unten doppelt schwer ist. Das Verrückte 
ist, dass diese Töne genau das Beste an dem Stück sind! Kriegt keine 
andere so hin!

Wenn sie das heute so erstmalig als Unbekannte bei DSDS brächte, würde 
sie von Bohlen garantiert nach 30 Sekunden weggebuzzert - auch wegen der 
Tanz-Performance. :D

----
Allerdings wäre das auch das Letzte, was der Dieter in seinem Leben 
machen würde, denn bei DEM Feuer, das die Frau hat, stopft sie ihm die 
Mikrofonstange in den Allerwertesten, bis sie oben wieder rauskommt :D

: Bearbeitet durch User
Autor: Christian S. (roehrenvorheizer)
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"Naja, ich höre schwere Probleme und Instabilität bei 6:32 ... 6:35
Da verliert sie komplett die Tonhöhe. Das müsste lyrisch klingen, aber 
sie muss sich anstrengen, um es zu bringen. Da fehlt mir die 
Leichtigkeit."

Hallo,

an genau dieser Stelle ist eine Unstetigkeit im Verlauf des Tones sowie 
des Echos. Entweder wurde da geschickt geschnitten oder in dem langen 
Ton mal Luft nachgeholt. Das Video zeigt die Nahaufnahme des Gesichtes 
erst danach. Einen Abfall in der Tonhöhe kann ich nicht feststellen, da 
sowieso
Vibrato gesungen wird. Der präsentierte Ton ist vermutlich nicht live 
draußen aufgenommen, sondern im Studio abgemischt worden.

MfG

Autor: Audio-Polizei (Gast)
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Christian S. schrieb:
> Entweder wurde da geschickt geschnitten
Schnitte sind ein Indiz für Gesangsfehler. Das Original hört sich 
wahrscheinlich noch schlimmer an!

Christian S. schrieb:
> Der präsentierte Ton ist vermutlich nicht live
> draußen aufgenommen,
Vermutlich ist es dann noch die Beste aus X Aufnahmen. Das lässt tief 
blicken!

Musiker die nicht live singen, gibt es viele. Da wird viel getrixt.

Autor: Martin K. (mkmannheim) Benutzerseite
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Yalu X. schrieb:
> Ich glaube übrigens nicht, dass bei diesen beiden Liedern ein
> Pitch-Corrector im Spiel ist :)

Wo denkst du das?

Autor: Christian S. (roehrenvorheizer)
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Martin K. schrieb:
> Yalu X. schrieb:
> Wo denkst du das?

Vermutlich bewerkstelligt er diese seine Denktätigkeit irgendwo oberhalb 
seines Halses irgendwo zwischen seinen beiden Ohren oder knapp darüber.
Aber ich kann mich auch irren falls seine Anatomie anders als üblich 
ausgefallen sein sollte oder umtrainiert wurde.

mfg

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Autor: Zielgruppe (Gast)
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Audio-Polizei schrieb:
> Schnitte sind ein Indiz für Gesangsfehler. Das Original hört sich
> wahrscheinlich noch schlimmer an!

Die Zielgruppe von Pink Floyd will auch keine Livemusik, sondern eine 
möglichst exakte Reproduktion einer Studioproduktion.

Autor: Peter M. (r2d3)
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Hallo Jürgen,

Jürgen S. schrieb:
> Youtube-Video "Matia Bazar - Ti sento (1986) HD 0815007"
> (leider auch mit Werbung vorher, lohnt aber -auch wegen des Synthies!)
>
> Wo andere mit Vibrato schmieren, von unten reinkommend die Höhe suchen
> oder gar mit Autotune nachhelfen, setzt sie einfach den Ton kerzengerade
> hin, ein paar Cent schwebend über der Notenlinie, so präzise getroffen,
> wie mit einem Dartpfeil und das sicher und stabil mehr als 10 Sekunden
> über 4 Akkorde und einen Tonartwechsel hinweg inklusive einem
> Frequenzsprung mit fast hörbarem Absetzer. Das hat sie live genau so
> gebracht. Genau so!

Ich hab' die Studioversion dieser Nummer schon unzählige Male gehört.
Gerne hätte ich die auch mal live gehört, aber ich befürchte, diese 
Nummer wurde niemals live gespielt.

Schau' Dir doch mal den Herrn am Keyboard bei 3:40 an.
Der kommt zu früh! Der spielt, aber da ist kein Ton zu hören.
Die Handbewegung der folgenden "Keyboard-Achtel" ist für den Ton viel zu 
langsam. Entweder spielt der jede Achtel oder sein Keyboard auf 
"Doppelschlag" konfiguriert, dann müsste der Viertel spielen.
Die Framerate des Videos dürfte nicht daran schuld sein, meine ich.

Ich will aber nicht bestreiten, dass die Frau das im Halbplayback 
hinbekommt.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
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Peter M. schrieb:
> Ich will aber nicht bestreiten, dass die Frau das im Halbplayback
> hinbekommt.

Kriegt sie! Im Untertitel des Videos wird extra genannt, dass der Track 
DIESES Videos auf YT mit dem Audiotrack der CD ausgetauscht wurde. Dies 
vermutlich deshalb, weil der Ersteller vom Original nur ein Video und 
das gfs. nur in Mono hatte auf dem die Audiospur schlecht war.

Ich habe auf einer CD eine andere Aufnahme und das macht sie es auch so. 
Die konnte ich aber nicht posten. Daher hatte ich das Video genommen. 
Live im Fernsehen war es ebenso (es ist mir damals aufgefallen, wie sie 
das sang). Selbst auf YT gibt es noch einige Videos wo sie jedesmal an 
einer etwas anderen Stelle umsetzt.

Antonella Ruggerio hat das in der Tat drauf. Das o.g. Stück ist nur ein 
Beispiel. Sie singt technisch wirklich sehr gut. Ich hatte sie später 
mal in einem anderen Zusammenhang kennengelernt, als sie schon ganz 
andere Sachen gemacht hat. Ich kannte ihren Namen bis dato nicht, bzw. 
habe ihn nicht Matia Bazar zugeordnet und war dann sehr verblüfft, als 
bei ihrer Vorstellung der Gruppenname fiel. Da hat es bei mir klick 
gemacht.

Autor: Christian B. (casandro) Flattr this
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Das gibts übrigens schon als fertiges Produkt, nennt sich Autotune. Hier 
in einer Livesendung eingesetzt:
Youtube-Video "Eurovision Song Contest 2019 - Grand Final - Live Stream"

So wie das hier benutzt wurde passt es die Tonhöhe an den nächsten 
Halbton an. Wenn man das übertreibt kriegt man eine Art 
"Quantisierungsrauschen" der Tonhöhe, bei der die Tonhöhe zwischen 2 
Halbtönen hin und her springt.

Hier übrigens eine Version bei der man die Stimme dann doch noch mal 
besser durch so ein Autotune-Gerät geschickt hat, offensichtlich mit 
einer besseren Referenz

Youtube-Video "Madonna, Quavo - Eurovision Song Contest 2019"

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
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Christian B. schrieb:
> Das gibts übrigens schon als fertiges Produkt, nennt sich Autotune.
Jaha und ich erinnere mich noch sehr an die Zeit vor 20 Jahren, als die 
Firma Antares mit ihrem Gerät heraus kam. Das war wohl der bekannteste 
Vertreter dieser Liga, wenn auch nicht der erste.

"Do you believe" mit Cher ist wiederum das wohl bekannteste Stück, das 
damit arbeitet, dass die Stimme absichtlich grob getuned wird und nicht 
etwa hingeschoben. War sehr innovativ und klang auch gut. Lag aber auch 
an den traumwandlerisch sicher hingestellten blue notes von Frau 
Sarkisian. Es gibt auch Aufnahmen wo das nicht drin war.

Vor etwa 15 Jahren gab es dann mal 2 Dänen, die einen GP Eurovision 
gewonnen hatten und das ebenfalls einsetzen. Klang schon stark in 
Richtung Vocoder.

Ob man das heute noch machen sollte, ist unter den Produzenten strittig. 
Spätestens, seitdem es manche "Kollegen" auch für Schlager einsetzen, 
halte ich dieses Stilmittel für obsolet und reif für die Tonne!

Gleichwohl wird es nach wie vor exzessiv eingesetzt, um Stimmen 
unmerklich zu korrigieren. Das erlaubt schnelles Produzieren mit 
billigen Sängern und Sängerinnen und das ist heute immer mehr gefragt. 
Dann muss man nur noch ein bischen Geld auf den Tisch legen und schon 
erscheint die so zusammengebraute Kunstgruppe als "SAT1-Hittipp" und 
wird kommerzialisiert.

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