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Forum: HF, Funk und Felder Maximale Sendeleistung und Antennenart


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Autor: Rechteck (Gast)
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Hallo Leute. Ich habe nichts mit Funk zutun und werde es wahrscheinlich 
nie haben. Bei einer Unterhaltung mit einem Kollegen habe ich erfahren, 
dass die maximale Sendeleistung gesetzlich begrenzt ist. Also ohne 
Sondergenehmigung usw.
Wieso ist so eine Regelung sinnvoll? Abhängig von der Antenne 
(Richtantenne z.b.) kann man ja trotzdem anderen Leuten dazwischen 
funken.

Autor: kenny (Gast)
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Stell dich in eine übergroße Mikrowelle und du wirst die Auswirkungen 
spüren :)

Autor: Wolfgang (Gast)
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Rechteck schrieb:
> Abhängig von der Antenne (Richtantenne z.b.) kann man ja trotzdem
> anderen Leuten dazwischen funken.

Das täuscht. Vielfach ist nicht die Sendeleistung, sondern die EIRP 
gesetzlich begrenzt.

Autor: NoLimit (Gast)
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> Wieso ist so eine Regelung sinnvoll? Abhängig von der Antenne
> (Richtantenne z.b.) kann man ja trotzdem anderen Leuten dazwischen
> funken.

weshalb sind Flammenwerfer verboten? Man kann doch auch mit einem 
Feuerzeug jemandem Verbrennungen zufügen. Warum gibt es ein Tempolimit? 
Man kann doch auch mit Schrittgeschwindigkeit jemanden umfahren...

;)

Autor: Marek N. (bruderm)
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Welches Frequenzband?
Welcher Funkdienst?

 In Deutschland ist z.B. im Amateurfunk die Senderausgangsleistung auf 
100 W (Klasse E) bzw. 750 W (Klasse A) begrenzt. Ferner gibt es weitere 
Einschränkungen für Teile des 160 m-Bandes (teilweise nur 10 W) oder 
besondere Frequenzbänder (60 m, 30 m, 6 m, 4 m). Dort wird dann weiter 
zwischen PEP, ERP und EIRP unterschieden.

 Im CB-Funk gab es die 1 W(AM) bzw. 4 W(FM)-Regelung. Mittlerweile wurde 
auf SSB mit max 12 W(PEP) zugelassen.

 Ab 10 W EIRP ist für jeden Betreiber einer Sendefunkstelle (egal, ob 
CB, Amateur, BOS, Betriebsfunk, Rundfunk etc.) eine 
Standortbescheinigung erforderlich. Funkamateure dürfen diese in Form 
einer Selbsterklärung einreichen.

 Bei BOS, Betriebsfunk, Bootsfunk gab es oft die 6 W-Grenze für die 
Sendeleistung, um so unter 10 W EIRP zu bleiben.

 Es geht nicht um Dazwischenfunken, sondern um eine Regulierung der 
Sendeleistung, so dass jemand der technisch nicht versiert ist, so eine 
Anlage dennoch betreiben darf, ohne dabei sich oder dritten ernsthafte 
gesundheitliche oder materielle Schäden zuzufügen. Bsp.: Wenn der 
Taxifahrer beim Senden seine Antenne anfasst, dann kribbelt es 
allenfalls, aber er verschmort sich nicht sofort die ganze Hand.

 Es gab aber durchaus Fälle, wo die Sendeleistung von z.B. großen 
Rundfunkstationen im Mittelwellenband nachts reduziert werden musste, um 
durch die Raumwellenausbreitung andere, entfernte Stationen, die auf der 
gleichen Frequenz arbeiteten nicht zu stören.

 Es ist also schon sinnvoll, wenn es bestimmte, regulierte Grenzen gibt.
Dass manche Zahlen willkürlich, praxisfremd oder nicht praxisrelevant*) 
sind, steht auf einem anderen Blatt und interessiert die meisten Beamten 
und Abgeordneten, die die Werte beschließen nicht.

Bei breitbandigen, digitalen Signalen, die zudem auch noch ein 
mehrstufiges, adaptives Symbolalphabet verwenden macht eine 
Leistungsangabe oft auch keinen Sinn mehr. Hier ist es zweckmäßiger, die 
spektrale Leistungsdichte oder die mittlere Symbol- oder Bitenergie zu 
definieren. Das steigt dann aber schon sehr tief in die Signaltheorie 
ein ;-)

*) z.B. die kürzliche Erhöhung der zulässigen Sendeleistung im 
Freenet-Band von 500 mW auf 1 W: 
Beitrag "Freenet (149 MHz) jetzt mit 1 Watt"

/edit: Rechtschreibung

: Bearbeitet durch User
Autor: Ralph B. (rberres)
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Marek N. schrieb:
> In Deutschland ist z.B. im Amateurfunk die Senderausgangsleistung auf
> 100 W (Klasse E) bzw. 750 W (Klasse A) begrenzt. Ferner gibt es weitere
> Einschränkungen für Teile des 160 m-Bandes (teilweise nur 10 W) oder
> besondere Frequenzbänder (60 m, 30 m, 6 m, 4 m). Dort wird dann weiter
> zwischen PEP, ERP und EIRP unterschieden.

Richtig für die Funkamateure gilt in der Regel PEP des Senders selbst, 
also die Gestellspitzenleistung.

Oft betreibt der Funkamateur aber Antennen, welche einen Gewinn 
gegenüber einen isotropischen Strahler haben. Die effektiv abgestrahlte 
Leistung ist dann um den Antennengewinn minus Kabelverluste höher als 
die eigentliche Gestellleistung.

So kann , wenn der Funkamateur z.B. auf 23cm mit 750Watt Leistung 
sendet, was erlaubt ist, mit einer Antenne, welches zusammen mit der 
Kabeldämpfung z.B. 20db Gewinn hat, auf 75KW ERP kommen.

Das werden auser EME Stationen nicht viele haben, aber 10KW ERP ist 
selbst auf 2m heute mit vertretbaren Aufwand erreichbar.

Ob diese QRO Braterei insbessonders auf KW Sinn macht, muss jeder 
Funkamateur mit sich selber ausmachen.

Ralph Berres

: Bearbeitet durch User
Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Ralph B. schrieb:
> Richtig für die Funkamateure gilt in der Regel PEP des Senders selbst,
> also die Gestellspitzenleistung.

Allerdings müssen diese auch die erforderlichen Sicherheitsabstände dann 
selbst ermitteln. Kommerzielle Funkdienste wiederum müssen diese 
Ermittlung durch die BNetzA erledigen (bzw. „absegnen“) lassen.

Beiden gemein ist, dass sie eine explizite Frequenzuteilung für den 
entsprechenden Bereich haben.

Bei den allgemein zugeteilten Frequenzbereichen geht man dagegen von 
funktechnischen Laien aus, und da diese (bis auf CB-Funk) ohnehin primär 
für Kurzstreckenfunk vorgesehen sind, und eben um gegenseitige Störungen 
durch zu stark gerichtete Abstrahlungen zu vermeiden, limitiert man die 
in der Hauptstrahlrichtung abgestrahlte Leistung (mal als ERP, mal als 
EIRP, beide unterscheiden sich um ca. 2 dB) in den entsprechenden 
Allgemeinzuteilungen.

Autor: Ralph B. (rberres)
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Jörg W. schrieb:
> Allerdings müssen diese auch die erforderlichen Sicherheitsabstände dann
> selbst ermitteln.

Das müssen Funkamateure ab 10W EIRP ohnehin.

Jörg W. schrieb:
> Kommerzielle Funkdienste wiederum müssen diese
> Ermittlung durch die BNetzA erledigen (bzw. „absegnen“) lassen.

CB-Funker übrigens ab 10W EIRP auch.

Jörg W. schrieb:
> Bei den allgemein zugeteilten Frequenzbereichen geht man dagegen von
> funktechnischen Laien aus,

Gott sei Dank zählen Funkamateure nicht darunter ( obwohl ich bei 
manchen Funkamateure meine Zweifel habe ob das richtig ist ).

Ralph Berres

Autor: Rechteck (Gast)
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Danke für die ausführlichen Infos! So leuchtet mir die Regelung ein.

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