Winkende Katze, was steckt dahinter?

#5909666
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Man sieht diese japanischen Plastikkatzen mir winkendem Arm inzwischen
fast überall, nur wäre interessant, was dahinter steckt, dass sich das
so lautlos bewegt.

Seit ich so ein Ding geschenkt bekam, lässt mich das irgendwie nicht
mehr los.

Erst dachte ich an eine Art Servo, aber das würde ja zwangsläufig ein
motorisches Geräusch emittieren.

Wie bekommen die das also hin?
Gast #5909675
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Der Arm Pendelt von selbst in seiner Resonanzfrequenz, wie ein Pendel. 
Das kostet am wenigsten Energie. Es wird lediglich über einen 
Elektromagneten ein kurzer magnetischer Impuls auf den Permanentmagneten 
der am Arm befestigt ist gegeben (innen). Dadurch werden die geringen 
Pendelenergieverluste ausgeglichen und die Batterie hält auch relativ 
lange.
#5909964
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ja, die Technik der Verarschung...

Vor einigen Jahren lief ich durch Rom und da sind Strassenhändler, die 
kleine zur Musik tanzende Mickymäuse verkauften. Eine einfache bemalte 
Plastikscheibe für 1€ mit einem Metallstück auf der Rückseite. Der 
Verkäufer faselte etwas vom Magneten und den Lautsprechern und 
Wellen....
Ich dachte, das KANN nicht funktionieren, aber für den Euro nahm ich sie 
mit. Die Überraschung war nicht groß: Das Ding machte keinen Mucks neben 
meinem Radio!
Irgendwann später kam ich zurück nach Rom, stiess wieder auf so ein Ding 
und wollte es jetzt wissen. Ich griff nach der Maus, der Verkäufer 
schlug meinen Arm beiseite, aber ich war schon im Bereich des dünnen 
Nylonfadens, der auf der Lautsprechermembran aufgeklebt war und dabei 
dann abgerissen ist. Der Mann muss sehr böse auf mich gewesen sein...

Dagegen ist doch so eine chinesische Glückskatze richtig ehrliche 
grundsolide Technik! Und das ohne Arduino und Accellerometer!
Gast #5912328
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Gunnar F. schrieb:
> ja, die Technik der Verarschung...


Nix gegen Verarsche, in einem Geheimdienst sind Horden von Genies damit 
beschäftigt, die tollsten Spionagesender möglichst funktionslos aussehen 
zu lassen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Ding_(Abh%C3%B6rger%C3%A4t)

Mehr Cyborg-Innereien stecken auch nicht in der Katze:
https://hackaday.com/wp-content/uploads/2018/05/snag-0007.jpg?resize=289,400
Gast #5912495
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Ich denke es wird mit einem Schrittmotor gemacht, die sind ja recht 
lautlos. Das ist die einfachste Lösung: Treiber für Microstepping und 
einen kleinen Steuer uc... kostet kaum Strom, macht keinen Krach.

Gruß
Jens
Gast #5913255
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Dies ist vielleicht die einfachste aktive elektronische Schaltung, die 
man sich denken kann.
Der "small blob of analog circuitry" ist ein einzelner Transistor. Die 
Spule hat zwei Wicklungen, die kleiner liegt zwischen basis und Emitter, 
die größere im Kollktorkreis. Nächert sich das Pendel, induziert der 
Magnet im Baiskreis eine kleine Spannung, der Transistor öffnet und es 
fliesst auch im Kollektorkreis ein Strom. Das Magnetfeld der 
Kollektrospule induziert wiederum eine zusätzliche Spannung im 
Bassikreis, so dass das Ganze sich immer weiter verstärkt (positive 
Rückkopplung). Schliesslich geht der Transistor in die Sättigung und der 
Kollektorstrom bleibt konstant. Dadurch wird kein Baisstrom mehr 
induziert, der Transistor sperrt wieder.

Der kurze Magnetfeldimpuls gibt dem Pendel in jeder Periode einen 
kleinen Schubs.
Gast #5913311
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Mike schrieb:
> Dies ist vielleicht die einfachste aktive elektronische Schaltung, die
> man sich denken kann.
> Der "small blob of analog circuitry" ist ein einzelner Transistor. Die
> Spule hat zwei Wicklungen, die kleiner liegt zwischen basis und Emitter,
> die größere im Kollktorkreis. Nächert sich das Pendel, induziert der
> Magnet im Baiskreis eine kleine Spannung, der Transistor öffnet und es
> fliesst auch im Kollektorkreis ein Strom. Das Magnetfeld der
> Kollektrospule induziert wiederum eine zusätzliche Spannung im
> Bassikreis, so dass das Ganze sich immer weiter verstärkt (positive
> Rückkopplung). Schliesslich geht der Transistor in die Sättigung und der
> Kollektorstrom bleibt konstant. Dadurch wird kein Baisstrom mehr
> induziert, der Transistor sperrt wieder.
>
> Der kurze Magnetfeldimpuls gibt dem Pendel in jeder Periode einen
> kleinen Schubs.

so hat man das vor 50 Jahren bei elektrischen Uhren gemacht.
Die Technik hat sich auch in dieser Preisklasse weiterentwickelt.
Ich habe so eine Katze mal genauer angeschaut. Die hat nur eine Wicklung 
und besitzt sogar eine Amplitudenregelung. Der Impuls auf die Spule ist 
länger oder kürzer, je nach dem, wie schnell sich das Pendel gerade 
bewegt.
Beitrag #5913388 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5913401 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5913402 wurde von einem Moderator gelöscht.
#5917501
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hab mal versucht so eine Katze zu reparieren die nicht mehr winken 
wollte. Es war genauso wie oben beschrieben, 1 Transistor und eine 
Spule.
Habe es aber nicht zum Laufen bekommen, nach gescheitertem Transistor 
Austausch hatte ich dann irgentwann keine Lust mehr, vielleicht hätte 
ich einen darlington nehmen sollen?
#5917539
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Moin,

~Mercedes~  . schrieb:
> Hat das Prinzip Hagen Jakubaschk erfunden,
> oder gab es dies schon eher?

Gabs da nicht mal ein Buch von Heinz Richter: "Katzenbasteln fuer 
Jungen" - oder hiess es "Farbwinkekatzen fuer Alle", von 
Neunzehnhundert<hust>undsechzig wo solche Schaltungen dann mit der PD500 
ausgefuehrt waren (warjakurznachmkrieg, gabjanixanderes)?

Duck & Wech
WK
#5917724
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Dergute W. schrieb:

>> Hat das Prinzip Hagen Jakubaschk erfunden,
>> oder gab es dies schon eher?
>
> Gabs da nicht mal ein Buch von Heinz Richter: "Katzenbasteln fuer
> Jungen" - oder hiess es "Farbwinkekatzen fuer Alle", von
> Neunzehnhundert<hust>undsechzig wo solche Schaltungen dann mit der PD500
> ausgefuehrt waren (warjakurznachmkrieg, gabjanixanderes)?

In meinem Buch "Elektrotechnik für Jungen" aus dem Jahr 1912
war die Schaltung jedenfalls noch nicht drin.

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