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Forum: Platinen Gerberdaten - Namenskonvetionen


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Autor: Arri (Gast)
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Hallo Layouter und Layouterinnen,

als große Freundin von Standards und Definitionen grübel ich gerade über 
die Dateinamen für Gerberdaten.

Mir ist klar, dass die Namen letztlich wenig Bedeutung haben, solange 
die Dateien zugeordnet werden können und der Inhalt stimmt. Trotzdem 
stört mich, dass die meisten ecad Programme hinsichtlich der 
Namensgebung ihr eigenes Süppchen kochen.
Aber das Kind dürfte ohnehin schon in den Brunnen gefallen sein.

Trotzdem würde mich interessieren, wie ihr eure Jobs konfiguriert.

In Eagle z.B. bekommt jeder Layer eine eigene Dateiendung. Zumindest, 
wenn man mit den mitgelieferten Konfigurationsdateien arbeitet. Das 
finde ich z.B. äußerst unschön.

Inzwischen bin ich dazu übergegangen, meine Ausgabe nach folgenden 
Konventionen zu benennen:

<Projektname>_<LayerIndex>_<Layername>.grb

also z.b.

RS485Converter_00_Silkscreen-Top.grb
RS485Converter_01_Stopmask-Top.grb
RS485Converter_02_Copper-Top.grb


Ist aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss, denn gelegentlich 
müssen auch mal Informationen an den Fertiger übermittelt werden, denen 
man keinen Layerindex zuordnen kann. Z.b. für Lasermarkierungen, 
Schablonendaten, ...


Daher würde mich mal interessieren, wie ihr eure Produktionsdaten 
übermittelt und auch für euch archiviert.


Gespannte Grüße,

Ariane

Autor: Falk B. (falk)
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Arri schrieb:
> Daher würde mich mal interessieren, wie ihr eure Produktionsdaten
> übermittelt und auch für euch archiviert.

Alle Endungen .gbx (Gerber Extended)
Die Bohrdaten mit .exc (Excellon)

Unsere Firmendefinition sieht so aus.

<Platinennummer>-BS.gbx  Kupferlage Bestückungsseite
<Platinennummer>-LS.gbx  Kupferlage Lötseite
<Platinennummer>-Lx.gbx  Kupferlage Innenlage (1,2, 3 etc.)
<Platinennummer>-LM1.gbx Lötmaske Bestückungsseite

etc.

Die Namen und Beschreibungen des Inhalts sind nochmal in einer 
Exceldatei aufgelistet, dort stehen auch sämtliche Spezifikationen drin.

Autor: Pumhart von Steyr (Gast)
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Arri schrieb:
> Daher würde mich mal interessieren, wie ihr eure Produktionsdaten
> übermittelt

Für Gerber/Excellon: Wenn der Leiterplattenhersteller nichts spezielles 
vorgibt, nach KiCad Konvention (auf Englisch).

Wenn es zum Bestücker geht:
BOM als CSV.
Zusätzlich Schaltplan und Bestückungsplan als PDF.
Eine Readme.txt Datei, die alles Erklärt.

> und auch für euch archiviert.

Im Projektordner ein Unterrordner "Produktionsdaten".
Darin ist ein weiterer Unterordner "Gerber" nur für Gerber/Excellon.

Weiterentwicklungen/Redegsins in einem geforkten Projektordner mit 
angehobener Revisionsnummer.

Autor: Frank K. (fchk)
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Beim Altium Designer ist die Konvention Beim Erzeugen von Gerber-Daten 
so:

*.gtl Gerber Top Layer (Kupfer oben)
*.gts Gerber Top Soldermask (Lötstopp oben)
*.gtp Gerber Top Pastemask (Pastenmaske oben)
*.gto Gerber Top Outline (Bestückungsdruck oben)

*.gbl Gerber Bottom Layer (Kupfer unten)
*.gbs Gerber Bottom Soldermask (Lötstopp unten)
*.gbp Gerber Bottom Pastemask (Pastenmaske unten)
*.gbo Gerber Bottom Outline (Bestückungsdruck unten)

*.g1, *g2,... Gerber Layer 1,2,... (Innenlage 1,2,...)

*.gd1 Gerber Drill Drawing
*.gg1 Gerber Drill Guide

*.gpt Gerber Pad Master Top
*.gpb Gerber Pad Master Bottom

*.gm1, *gm2,... Gerber Mechanical Layer 1,2...

Die üblichen Leiterplattenfertiger kennen diese Konvention. Schließlich 
ist Altium im Profibereich eines der verbreitesten Systeme.

Sofern der Hersteller es kann, verwende ich jedoch GerberX2. Da entfällt 
das separate Erzeugen von Bohrdaten, und GerberX2 enthält nicht nur die 
nackten Grafikdaten, sondern auch logische Daten. Der Fertiger weiß 
dadurch z.B. ob eine runde Kupferfläche mit Loch in der Mitte ein Pad 
oder ein Via ist, und wenn es ein Pad ist, weiß er, zu welchem Bauteil 
es gehört. Diese Zusatzinformationen erleichern ihm dann die Arbeit. 
Wenn man z.B. die Vias verfüllen lässt, wäre es doof, wenn versehentlich 
auch ein Pad eines Bauteils mit verfüllt würde, nur weil es zufällig die 
gleiche Geometrie hat.

fchk

Autor: Taz G. (taz1971)
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Ich hab mal bei Wikipedia nachgeschaut:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gerber-Format#cite_note-Altium_Legacy_Extensions-11

Die Erweiterungen gbr, gbx sind üblich. Mir gefällt das aber nicht.
Jeder schreibt was anderes in den Dateinamen, weil es keinen Standard 
gibt. Arri schreibt z.B. "Silkscreen-Top",  Falk B sowas wie "BS", jeder 
User, jede Firma was anderes - für mich sehr unbefriedigend.
Im Wiki steht: "Aus historischen Gründen (DOS, 8.3-Format) werden in 
manchen CAD-Paketen (Altium/Protel) die Dateierweiterungen als Funktion 
verwendet". Das ist für mich so ein quasi Standard und besser als kein 
Standard. (Im Wiki auch ein Verweis auf ein PDF mit einer Liste, wie die 
von  Frank K.). Ich nutze diese Erweiterungen schon seit Jahren und bin 
zufrieden.
Man könnte auch diese Erweiterungen in den Dateinamen schreiben z.B. 
<Platinennummer>-gtl.gbx (gtl=Gerber Top Layer)

Autor: Falk B. (falk)
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Taz G. schrieb:
> Ich hab mal bei Wikipedia nachgeschaut:
>
> 
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerber-Format#cite_note-Altium_Legacy_Extensions-11
>
> Die Erweiterungen gbr, gbx sind üblich. Mir gefällt das aber nicht.
> Jeder schreibt was anderes in den Dateinamen, weil es keinen Standard
> gibt. Arri schreibt z.B. "Silkscreen-Top",  Falk B sowas wie "BS", jeder
> User, jede Firma was anderes - für mich sehr unbefriedigend.

Willkommen in Babylon! Die Branche "wehrt" sicher seit Jahrzehnten 
erfolgreich gegen eine gescheite Standardisierung, da ist selbst das 
eher einfache Gerber- und Excellonformat schon ein Segen!

So what! Schreib eine Textdatei mit einer Eklärung DEINER Dateinamen und 
gut. Die diversen PCB-Hersteller ala Elecrow etc. haben IHREN Standard, 
den sie gern haben wollen. Auch kein Thema, es gibt fertige CAM-Jobs 
dafür, die spucken alles schon mit den richtigen Namen aus.

Autor: Taz G. (taz1971)
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Falk B. schrieb:
> Die diversen PCB-Hersteller ala Elecrow etc. haben IHREN Standard,
> den sie gern haben wollen.

Elecrow benutzt auch diese 'historischen' Endungen (siehe Frank K.), 
haben also keinen eigenen Standard definiert. In den FAQs steht, dass 
wenn man eigene Endungen benutzt das Puzzeln losgeht.
AUS PCB_Specification_FAQ.pdf
How to name the inner layer for 4-layer PCB?
Here is the better naming as following.
G1/Inner1------the second layer;
G2/Inner2------the third layer
Sometime we find the inner layer named “ly2”, “ly15” or “GND”, “Power”, 
that make us feel puzzle for we are not sure which is the second layer 
or the third layer. We suggest you to leave us a comment about stack-up 
when you order.

Ich denke das diese Endungen, die Frank K. oben schon beschrieben hat 
und die auch im Wiki (in einem Altium PDF) zu finden sind schon seit 
Jahrzenten benutzt werden und so jeder PCB Hersteller und Software diese 
sofort verstehen sollte.

Autor: Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo TAZ.

Schnellschuss aus der Frühstückspause:

Taz G. schrieb:

> Elecrow benutzt auch diese 'historischen' Endungen (siehe Frank K.),
> haben also keinen eigenen Standard definiert.

Das Altium Schema ist nicht das verbreiteste. Noch öfter wird das alte 
Orcad(?) Schema verwendet:

    .BOT Kupferflaechen Loetseite
    .drl Bohrfile ("Drill Rack", Bohrerliste)
    .drd Excellon-Bohrdaten
    .dri Bohrinfo (Statistik über Bohrungen, Bohrerliste)
    .mnt Pick and Place Bauteilseite (nur SMD)
    .mnb Pick and Place Loetseite
    .SMB Loetstoppmaske Loetseite (Solder Mask Bottom)
    .SMT Loetstoppmaske Bestueckungsseite (Solder Mask Top)
    .SST Bestueckungsplan Bauteilseite (Silk Screen Top)
    .SSB Bestückungsplan Loetseite (Silk Screen Bottom)
    .TOP Kupferflaechen Bestueckungsseite
    .CRT Lötpastenmaske Bestueckungsseite (Cream Top)
    .CRB Lötpastenmaske Lötseite (Cream Bottom)
    .GLT Klebermaske Bestueckungsseite (Glue Top)
    .GLB Klebermaske Loetseite (Glue Bottom)
    .KOT Keepout Bestueckungsseite
    .KOB Keepout Loetseite
    .OUT Outline

wie in https://www.mikrocontroller.net/articles/Gerber-Tools#Allgemein 
beschrieben.

Der IPC hat übrigens eine explizite Norm für die Lagenbezeichnung (nicht 
Dateiendungen). Die ist aber so daneben, dass sie keiner verwendet, weil 
sie die Kupfer Lagen von oben nach unten durchzählt, und dann von unten 
nach oben die nicht Kupfer lagen. Oder war es umgekehrt? Jedenfalls ist 
die Lagennummer vom aufbau der Platine abhängen, und mann muss diesen 
komplett kennen, um die Nummer einer Lage zuordnen zu können.
Für den Zweck eigentlich fast nicht brauchbar.


> In den FAQs steht, dass
> wenn man eigene Endungen benutzt das Puzzeln losgeht.

Richtig. ;O)

"Sprechende" Dateinamen wie bei KiCad mit 
"Projektname_LagenbezeichnungInFastKlartext.gbr" können aber für einen 
selber nützlich sein, weil die auf jeden Fall eindeutig erkennbar sind.
Im Zweifel auch für andere.
Trozdem würde ich, wenn der Fertiger etwas anderes vorschlägt, bei 
Einreichung die Dateien vorher passend umbenennen.

Der Fertiger hat Software und Skripte, die z.B. auf die Dateiendungen 
parsen und die Verarbeitung schnell und effektiv machen, aber DU bist 
der einzige, der wirklich weiss, welche Datei was nun ist.
Darum kannst nur Du wirklich gut diese Zuordnung machen.
Jeder andere kann eigentlich nur vermuten.


> Ich denke das diese Endungen, die Frank K. oben schon beschrieben hat
> und die auch im Wiki (in einem Altium PDF) zu finden sind schon seit
> Jahrzenten benutzt werden und so jeder PCB Hersteller und Software diese
> sofort verstehen sollte.

Schon, aber es kostet mehr Zeit und ist ausserdem Fehleranfälliger, wenn 
der Fertiger das macht und nicht Du.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de

Autor: Taz G. (taz1971)
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Danke Bernd für den Beitrag.


Bernd W. schrieb:
> Das Altium Schema ist nicht das verbreiteste. Noch öfter wird das alte
> Orcad(?) Schema verwendet

Was das verbreiteste ist weiss ich nicht, ich kann ja nicht weltweit 
durchzählen. Aber Orcad gibt es ja auch schon ewig.

Bernd W. schrieb:
> aber DU bist
> der einzige, der wirklich weiss, welche Datei was nun ist.

Vollkommen richtig, nur bei Altium kommen die Dateiendungen automaisch 
richtig raus, ich muß nur Speziallagen beschreiben (wie Fräßlage, 
StarrFlex usw.). Für 90% meiner Platinen brauch ich aber nichts weiter 
anzugeben, die Endungen reichen.

Bernd W. schrieb:
>> Ich denke das diese Endungen, die Frank K. oben schon beschrieben hat
>> und die auch im Wiki (in einem Altium PDF) zu finden sind schon seit
>> Jahrzenten benutzt werden und so jeder PCB Hersteller und Software diese
>> sofort verstehen sollte.
>
> Schon, aber es kostet mehr Zeit und ist ausserdem Fehleranfälliger, wenn
> der Fertiger das macht und nicht Du.

Ich meinte schon den Designe. Bei Altium muß ich nichts einstellen. Aber 
andere Programme sollte man schon so konfigurieren, dass die Dateien 
passend für den Hersteller raus kommen. Von anderen Designer hab ich 
gehört, dass sie Batchdateien zur Aufbereitung der Herstellerdaten 
benutzen. (Unnütze Dateien löschen, zusammen kopieren, umbennen, .., 
zippen)

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