ausgebrannte Lötspitze "reparieren"?

OP (Firma: Funkenflug Industries) #6002426
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Hey hat jemand eine gute Idee, wie man eine Lötspitze wieder gangbar 
machen kann, nachdem man etwa so eine Woche lang vergessen hat, seine 
Lötstation abzuschalten? Also nicht, daß mir das als totaaal perfektem 
Profibastler jeeemaaahls passieren könnte, ich meine natüüürlich nur 
rein hypothetisch falls irgendein Löt-DAU das mal schafft.

Oder wegschmeißen und neu kaufen?
Gast #6002637
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Wenn Du die Spitze vor dem Ablegen ordentlich verzinnt hast, dann reicht 
abwischen. Auch nach drei Wochen Urlaub, btdt.

Wenn die Oberflächenvergütung blank lag und nun verzundert ist bleibt 
Dir nur abschleifen oder abätzen derselben. Das geht 1-2x gut, danach 
hast Du eine altmodische Kupferlötspitze mit den von früher noch 
bekannten Verschleißerscheinungen.

Daher: Lötspitzen vor dem Ablegen immer verzinnen!
Gast #6002681
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> Hey hat jemand eine gute Idee, wie man eine Lötspitze wieder gangbar
> machen kann, nachdem man etwa so eine Woche lang vergessen hat, seine
> Lötstation abzuschalten?

Und was kostet eine neue?
#6002713
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Ich hab ein paar alte, die passiv geworden sind (kein Lötzinn mehr 
angenommen haben) probehalber mit Flußmittel wieder (kurzfristig?) zum 
Leben erwecken können. Es ist aber ein säurehaltiges Flußmittel 
verwendet in der Installation von (Kupfer-)Rohren.
Wie lange die Spitzen dann noch gehen kann ich nicht sagen, aber sie 
haben wieder einwandfrei mit Lötzinn benetzt.
#6002728
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Ben B. schrieb:
> Hey hat jemand eine gute Idee, wie man eine Lötspitze wieder gangbar
> machen kann, nachdem man etwa so eine Woche lang vergessen hat, seine
> Lötstation abzuschalten?

keine Ahnung ob das eine "gute" Idee ist.

Was ich seit Jahren mache ist, Spitzen wieder Anzufeilen, Abzudrehen und 
neu zu verzinnen.
Notfalls in der Ständerbohrmaschine, Feile, Sandpapier immer feiner 
werdend.

Somit kann ich die Spitzen viel länger nutzen, ich glaube ich habe die 
letzten vor Jahren gekauft, auch wenn SMD mal wieder angesagt ist, die 
Spitze wird nach Bedarf verjüngt.
Gast #6002743
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Joachim B. schrieb:

> Was ich seit Jahren mache ist, Spitzen wieder Anzufeilen, Abzudrehen und
> neu zu verzinnen.
> Notfalls in der Ständerbohrmaschine, Feile, Sandpapier immer feiner
> werdend.

Damit lötest Du aber mit der Kupferoberfläche? Oder bringst Du 
galvanisch wieder diese Dauerlötspitzen-Oberfläche auf?

Blankes Kupfer bei Verschleiß abdrehen oder abschleifen wäre ansonsten 
genau das was wir bis in die '70er gemacht haben, bevor ErsaDur und 
vergleichbares erfunden wurde.
#6002751
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soul e. schrieb:
> Damit lötest Du aber mit der Kupferoberfläche?

nochmal für dich:

Das nun blanke Kupfer:

Joachim B. schrieb:
> neu zu verzinnen.

ich drehe aber auch in Lötpusen die Temperatur runter auf 150-180° dann 
verzundert sie auch nicht.

Das noch anhaftene Lötzinn nach dem Löten samt Flussmittel wische ich 
vor den Temperatur runterdrehen mit einem Tempotuch ab.
#6002753
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Bei meiner Ersadur-Lötspitze benetzte das Lötzinn nur noch an wenigen 
Stellen obwohl die Oberfläche perfekt aussah. Folgendes half:
1
1. Restzinn im heißen Zustand möglichst gut abstreifen
2
2. kalte Spitze mit Scheuermilch auf Lappen gründlich reinigen
3
3. Spitze nach dem Abspülen trocknen und langsam erwärmen (das
4
   Restwasser soll verdunsten und darf nicht wegkochen)
5
4. sobald Spitze heiss genug, frisches Lötzinn zuführen

Die Spitze ist seitdem wieder wie neu.

Leider weiss ich nicht warum die Spitze vorher schlecht funktionierte. 
Deswegen weiss ich auch nicht, wann das obige Verfahren hilft.
OP (Firma: Funkenflug Industries) #6002912
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Ich denke das wird mit irgendwelchen Prozessen aufgedampft.

Okay also angenommen, rein hypothetisch, daß "nur abwischen" nichts 
bringt, sanftes abkratzen mit dem Schraubendreher auch nicht, werde ich 
wohl mal 1..2 neue Lötspitzen besorgen und dieses Stannol Tippy habe ich 
mal mit auf die Liste gesetzt. Die Spitze kostet nicht ganz so 
hypothetische 10 Euro, also schon etwas ärgerlich.

Kupfer schleifen usw. möchte ich eigentlich nicht mehr, ich fand es sehr 
praktisch, daß man das bei solchen Lötspitzen nicht mehr machen muß. Das 
war der Hauptgrund zum Kauf einer Lötstation. Btw. ist eine RDS-80, das 
ist die mit der 5x2,5mm² NYM-Leitung am Lötkolben. Da kann man sowieso 
nur einen Punkt der Lötspitze benutzen, bei blankem Kuper wäre die 
Freude an der frisch nachgefeilten Lötspitze nur von kurzer Dauer.
Gast #6003013
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> Btw. ist eine RDS-80, das ist die mit der 5x2,5mm² NYM-Leitung am
> Lötkolben.

Früher war ich auch einmal ein Ersa-Fanboy.
Seitdem ich auf JBC umgestiegen bin, halte ich alle Ersa-Lötgeräte für 
Fehlkonstruktionen.
(Firma: Golden Delicious Computers) #6003027
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Bernd G. schrieb:
>> Hey hat jemand eine gute Idee, wie man eine Lötspitze wieder gangbar
>> machen kann, nachdem man etwa so eine Woche lang vergessen hat, seine
>> Lötstation abzuschalten?
>
> Und was kostet eine neue?

Ich hab 'nen Weller-Lötkolben und da hält die Spitze schon seit ca. 10 
Jahren. Eine Ersatzspitze für ca. 6€ liegt seither daneben.

Ich habe ihn aber noch nie eine Woche angeschaltet vergessen...
(Firma: Spezialeinheit) #6003535
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Ein Tempo benutze ich tatsächlich auch beim löten, meistens mit Wasser 
angefeuchtet.
Früher habe ich auf meinem alten DDR Lötkolben mit selbst gebauten 
Spitzen aus Kupferdraht geschworen. Was besseres war für mich nicht 
vorstellbar, bei dem Ding habe ich bestimmt 4mal die Heizpatrone 
gewechselt.
Genau bis zu dem Tag als ich eine Weller Lötstation benutzen konnte.
Die Löterei mit den "Dauerlötspitzen" war erst etwas ungewohnt, aber 
jetzt möchte ich die nicht mehr missen.
Wenn die durchgeheizte Lötspitze noch ihre Beschichtung besitzt, ist die 
auch noch zu retten, säubern mit dem Mitteln die verfügbar sind und 
danach SATT mit Flußmittel und Zinn behandeln. Wenn die Beschichtung 
erstmal weg ist verschwindet der Rest der Lötspitze ohnehin in kürzester 
Zeit.
#6003562
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Harald W. schrieb:
> soul e. schrieb:
>
>
>> Oder bringst Du
>> galvanisch wieder diese Dauerlötspitzen-Oberfläche auf?
>
> Gibt es irgendwo im Netz eine Beschreibung, wie man am besten
> Kupfer "vereisent"?



Probiers mit frischem FeCl3.

Wenn das eine Chlor zuviel stört ggf. ersteinmal Eisen ätzen,
dann mit erhöhter FeCl2 Konzentration, Nagel als Anode.

http://440ejournals.uni-hohenheim.de/index.php/agrartechnik/article/download/1559/1329


Oder probieren was für ein Mix an einem dicken Kupferdraht hängen bleibt 
wenn man das alte Ätzbad zum Elektrolyten macht vlt. stört das 
eingebette Kupfer ja garnicht so arg ;)

Das lohnt sich vorne und hinten nicht selbst wenns funktioniert.
#6008788
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Reaktivieren von verzunderten (Eisen)spitzen geht meiner Erfahrung nach 
mit dem klassischen Salmiakstein gut. Bei der "Qualmtemperatur" zersetzt 
sich Salmikak in 300° heißes Ammoniak- und Salzsäure-Gas, das die Oxide 
bei der hohen Temperatur schnell auflöst. Sofort danach mit Kolophonium 
nachverzinnen.

Zum "Vereisenen" hatte ich früher ein schwefelsaures Eisenbad genommen, 
wie im Galvanikbuch beschrieben. Chlorhaltige Bäder waren da nicht 
empfohlen.
Elektrolytrezepte für fast alle Metalle nebst elektrischen Daten findet 
man in Galvanik-(Lehr)büchern, vielleicht auch im www.

Gruß - Werner
#6075459
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Daniel V. schrieb:
> Leider weiss ich nicht warum die Spitze vorher schlecht funktionierte.
> Deswegen weiss ich auch nicht, wann das obige Verfahren hilft.

Als Plaste Bohrer missbraucht?-)

Ja, ne da kommt schon mal unbemerkt Schmodder dran, wie auch immer...

Daniel V. schrieb:
> 2. kalte Spitze mit Scheuermilch auf Lappen gründlich reinigen

Lieber Pulver (rel. trocken nutzen), das hat ne deutlich bessere 
Abrasion.

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