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Forum: Platinen Wie groß sind die kleinsten Strukturen, die man hobbymäßig fotolithografisch noch herstellen kann?


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Autor: volker (Gast)
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Hallo, wie groß sind die kleinsten Strukturen, die man fotolithografisch 
noch zu Hause herstellen (also entwickeln) kann?

Wäre ein QFN24-Sockel machbar?

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Autor: MaWin (Gast)
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Im wesentlichen hängt das davon ab, mit welchem Enthusiasmus du dich 
einarbeitest um immer professioneller zu werden. Es gab ja auch früher 
Leute die ihre Photos selber entwickelt und Abzüge erstellt haben.

Mit schlechtem Drucker und miesen Vorlagen auf einfachem Belichter mag 
es billig aber nicht so gut sein. Selbst schlechte Vorlagen lassen sich 
aber durch photographische Verkleinerung doch noch nutzen, das wurde 
früher immer so gemacht.

Aber nicht nur die Belichtung spielt eine Rolle, auch das Ätzen muss 
genau und ohne Unterätzung erfolgen, ein Sprühätzgerät das in 2 Minuten 
die PLatine abätzt ist also klüger als die Platine eine halbe Stunde in 
der Photoschale vor sich hin gammeln zu lassen.

Dr Photolack ist jedenfalls ausflösend genug, an dem scheitert es nicht, 
der geht bis Lichtwellenlänge runter.

QFN klappt jedenfalls auch mit schlchter Ausrüstung problemlos, 
schlimmer ist das Einlöten ohne Lötstoplack. Bei BGA wird man scheitern, 
weil man keine (chemischen) Durchkontaktierungen machen kann.

Autor: Franz (Gast)
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Der hat 0,5mm pitch da reichen 0,2mm Leiterbahnbreite und Abstände das 
ist auch hobbymäßig kein Problem.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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MaWin schrieb:
> Dr Photolack ist jedenfalls ausflösend genug, an dem scheitert es nicht,
> der geht bis Lichtwellenlänge runter.

Naja, nicht ganz, die üblichen Schichtdicken sind zu groß. Aber einige 
µm sollten von der Lithografie her auf jeden Fall machbar sein.

Damit man bei 35 µm Kupferschichtdicke aber Strukturen von < 35 µm 
herstellen kann, müsste man schon einigen Aufwand in die Ätzanlage 
stecken, ansonsten macht einem die seitliche Unterätzung einen Strich 
durch die Rechnung.

Autor: Crazy H. (crazy_h)
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0.5mm ist kein Problem (siehe Bild unten; oben am Rand das ist ein XMega 
mit 0.8mm). Meine Filme lasse ich mir allerdings professionell 
herstellen.

Autor: volker (Gast)
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Vielen Dank für die schnellen und guten Antworten!

Kann man als Film auch das Layout auf Overheadprojektor-Folie drucken? 
Die ganz feinen Strukturen würde ich dann einfach anschließend mit einem 
schwarzen Fineliner von Hand auftragen... und die breiteren Strukturen 
müssen ja nicht unbedingt so genau sein.

(das Zeichnen so feiner Strukturen traue ich mir mit den richtigen 
Stiften ohne weiteres zu)

Autor: Norbert T. (atos)
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Ich schaffe ohne weiteres 0.2 mm, benutze aber ebenfalls extern 
belichtete Filme.

Autor: Raspberry P. (microtroller)
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volker schrieb:
> Kann man als Film auch das Layout auf Overheadprojektor-Folie drucken?

Selbstverständlich

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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volker schrieb:
> Die ganz feinen Strukturen würde ich dann einfach anschließend mit einem
> schwarzen Fineliner von Hand auftragen

Du musst einen ziemlich miesen Drucker haben, wenn du meinst, dass du 
mit der Hand und einem Fineliner besser bist als ein Drucker.

Ein 600-dpi-Drucker ist ja nun nichts besonderes, und für den ist eine 
200 µm breite Linie immerhin noch 5 Pixel breit.

Autor: volker (Gast)
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Jörg W. schrieb:
> Du musst einen ziemlich miesen Drucker haben, wenn du meinst, dass du
> mit der Hand und einem Fineliner besser bist als ein Drucker.
>
> Ein 600-dpi-Drucker ist ja nun nichts besonderes, und für den ist eine
> 200 µm breite Linie immerhin noch 5 Pixel breit.

Meine Befürchtung ist eher, dass der Drucker weit weniger deckend auf 
die Folie druckt als der Fineliner zeichnet.
Oder spielt die Dichte (Lichtundurchlässigkeit) der Farbe auch bei sehr 
feinen Struckturen kaum eine Rolle?

Autor: MaWin (Gast)
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volker schrieb:
> Kann man als Film auch das Layout auf Overheadprojektor-Folie drucken?

Wenn du einen Drucker hast, der ausreichend deckend druckt.
Das tun nur noch die wenigsten mordernne (Tintenstrahl- oder 
Laser-)drucker, weil Tinte/Toner sparen zu werbewirksam mehr Reicheweite 
führt.
Die wenigstens bieten überhaupt noch Flie an, und wenn dann drucen viele 
in Graphiken schwarz nur noch als lasierendes Dye und nicht deckendes 
Pigment, selbst wenn sie Pigment für Textdruck haben.

Man muss also genau wissen, welchen Drucker man heute noch kaufen kann, 
die meisten taugen nicht mehr.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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volker schrieb:

> Meine Befürchtung ist eher, dass der Drucker weit weniger deckend auf
> die Folie druckt als der Fineliner zeichnet.

Hängt vom Drucker ab.

Moderne scheinen in der Deckung schlechter zu sein als ältere. Ich habe 
mir jedenfalls extra noch einen eigentlich ausgemusterten LJ2602 in die 
Ecke gestellt, auf dem ich Platinenvorlagen drucke.

> Oder spielt die Dichte (Lichtundurchlässigkeit) der Farbe auch bei sehr
> feinen Struckturen kaum eine Rolle?

Spielt schon, wobei die Frage ist, ob es dein Fineliner wirklich dichter 
schafft.

Wenn du den Prozess gut im Griff hast (gleichmäßige Ausleuchtung, sauber 
Belichtungsreihe gemacht), dann muss der Kontrast nicht übertrieben hoch 
sein.

Autor: volker (Gast)
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Jörg W. schrieb:
> LJ2602

Den Druckertyp finde ich nicht bei Google, ist es ein Tintenstrahl- oder 
ein Laserdrucker?


Jörg W. schrieb:
> Spielt schon, wobei die Frage ist, ob es dein Fineliner wirklich dichter
> schafft.

Definitiv ja!


Jörg W. schrieb:
> Wenn du den Prozess gut im Griff hast (gleichmäßige Ausleuchtung, sauber
> Belichtungsreihe gemacht), dann muss der Kontrast nicht übertrieben hoch
> sein.

Was benutzt man denn für feine Strukturen hinterher günstigerweise als 
Ätzmittel?
Etchant von Reichelt ok? Oder gibt es bessere Empfehlungen?

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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volker schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> LJ2602
>
> Den Druckertyp finde ich nicht bei Google, ist es ein Tintenstrahl- oder
> ein Laserdrucker?

LJ = Laserjet, also HP

Aber sorry, sollte LJ2605 heißen.

> Jörg W. schrieb:
>> Spielt schon, wobei die Frage ist, ob es dein Fineliner wirklich dichter
>> schafft.
>
> Definitiv ja!

Dann musst du wirklich einen miesen Drucker haben, oder unpassend 
eingestellt (auf Papier braucht man weniger Toner als auf Folie, aber 
das kann man normalerweise einstellen).

> Was benutzt man denn für feine Strukturen hinterher günstigerweise als
> Ätzmittel?

Mawin hatte sich ja schon geäußert.

Wobei mir dünkt, dass du gar nicht so feine Strukturen brauchst. 200 
µm sind kein wirkliches Problem, und dafür würde ich mir keinen Stress 
mit Finelinern machen wollen – zumal diese sich auch schlecht aus dem 
CAD-Programm heraus ansteuern lassen. :-) (Richtige Stiftplotter früher 
funktionierten natürlich so, aber wer hat sowas schon noch?)

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Autor: volker (Gast)
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Vielen Dank für die Anregungen und Hinweise! Ich werde die Idee also 
weiter verfolgen und es dann alleine mit dem Drucker probieren.

Autor: zitter_ned_aso (Gast)
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hat schon mal einer versucht solche Belichtungsvorlagen mit bedruckbarem 
Transparentpapier zu erstellen?

Ich habe nämlich im Netz gelesen dass es gehen soll. Das Papier nimmt 
den Toner besser (als Folie) auf. (muss man aber länger belichten)

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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zitter_ned_aso schrieb:
> hat schon mal einer versucht solche Belichtungsvorlagen mit bedruckbarem
> Transparentpapier zu erstellen?

Ja, dazu gibt's dann speziell noch irgendwas zum Einsprühen, um die 
Lichtdurchlässigkeit zu verbessern. Aber man kann sicher auch einfach Öl 
nehmen.

Die Deckung auf dem Papier (und damit auch der Kontrast) wird davon 
allerdings nicht besser. Wenn man also schon nicht die nötige Tonermenge 
aus dem Drucker bekommt, dann ändert auch das Transparentpapier nichts 
dran.

Kommt hinzu, dass Papier sich potenziell noch stärker ausdehnen oder 
zusammenziehen kann als Polymerfolie (durch unterschiedliche 
Luftfeuchte). Daher hatten früher die Zeichenkartons für die Erstellung 
der Platinenvorlagen einen Aluminiumkern.

Autor: Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Jörg W. schrieb:
> Kommt hinzu, dass Papier sich potenziell noch stärker ausdehnen oder
> zusammenziehen kann als Polymerfolie (durch unterschiedliche
> Luftfeuchte).

Ja, dieser Effekt ist wesentlich größer als man denkt. Ich habe noch 
irgendwo einen Tintenstrahldrucker, in den ein Briefumschlag der Art 
"DIN lang" nur bei trockener Luft hineinpasst. Wenn die Luft zu feucht 
ist, muss man erst den Briefumschlag trocknen, z.B. auf einer heißen 
Herdplatte. Der Unterschied betrug immerhin rund 4 mm!

Bedruckt man ein "feuchtes" Blatt Papier in einem Laserdrucker, wird es 
in der Fixiereinheit getrocknet. Lässt man solch ein Blatt noch ein 
weiteres Mal durch den Drucker laufen, hat es andere Abmessungen als 
beim ersten Druck. Folglich müsste man es erst einige Zeit herumliegen 
lassen, bis sein Wassergehalt wieder mit der Luftfeuchtigkeit im 
Gleichgewicht ist.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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zitter_ned_aso schrieb:
> hat schon mal einer versucht solche Belichtungsvorlagen mit bedruckbarem
> Transparentpapier zu erstellen?
>
> Ich habe nämlich im Netz gelesen dass es gehen soll. Das Papier nimmt
> den Toner besser (als Folie) auf. (muss man aber länger belichten)

Na ja, echte OHP Folie taugt eher nicht.

Aber
https://www.avery-zweckform.com/produkt/folien-fuer-die-druckformerstellung-3491
sind für Laserdrucker die richtige Wahl.

Transparentpapier kann nützlich sein, wenn der Drucker bei der Folie 
wegen optischer Papiererkennung Schwierigkeiten macht.

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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Ich habe früher mit Overhead-Folie gearbeitet, aber immer zweimal 
ausgedruckt und übereinander getackert.Dann gab des von Conrad eine weiß 
beschichtete Folie speziell zur Platinenherstellung, 10-Stück Packung 
nicht ganz billig >10€. Da reichte eine Folie aus. Leider scheint es die 
nicht mehr zu geben, das einzige was ich finde ist:
"Laserfolie für Druckformerstellung, A4, 0,10mm, matt, 
beschich."Avery-Zweckform Nr. 3491 Conrad-Nr.  800666195 - 62
und noch eine von RS-Components
Aber beide "Nur für Firmenkunden" über den "Marketplace" - kann man den 
bei der Suche eigentlich abschalten? Früher war die Suche einfacher. Mit 
Conrad gehts wirklich bergab, wie in einem anderen Thread zu lesen ist.

Von der Zweckform-Folie hatten wir schon eine Diskussion:
Beitrag "Zweckform 3491 - Toner haftet nicht?"
Reichelt beschränkt es nicht auf Firmenkunden und der Preis ist auch 
wesentlich besser: 34,95 €
https://www.reichelt.de/overheadfolie-din-a4-100-blatt-folie-3491-p89179.html

: Bearbeitet durch User
Autor: soul e. (souleye)
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Michael B. schrieb:

> Transparentpapier kann nützlich sein, wenn der Drucker bei der Folie
> wegen optischer Papiererkennung Schwierigkeiten macht.

Dafür haben die Overhead-Folien oft einen abziehbaren weissen 
Papierstreifen am Einzugrand.

Aufpassen: es gibt Folien für verschiedene Temperaturbereiche. Kopierer 
fixieren kälter (165°C?) als Laserdrucker (185°C), d.h. Kopierer-Folien 
taugen nicht unbedingt für Drucker.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Christoph db1uq K. schrieb:
> Ich habe früher mit Overhead-Folie gearbeitet, aber immer zweimal
> ausgedruckt und übereinander getackert.

Dann brauch(te)st du keine feinen Strukturen, denn durch die Folie 
dazwischen hast du Unterstrahlung. ;-)

Für feine Strukturen muss man Schicht an Schicht arbeiten (Toner direkt 
auf dem Fotoresist).

> das einzige was ich finde ist:
> "Laserfolie für Druckformerstellung, A4, 0,10mm, matt,
> beschich.

Ich denke, dass ich diese seit Jahren benutze. Allzu viel brauche ich 
nicht davon, insofern weiß ich nicht mehr, wo ich sie mal gekauft habe.

Autor: Dirk R. (dh4ym) Benutzerseite
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Hallo,

als Folie kann ich dir die Folien von Label Ocean bei amazon wärmstens 
empfehlen. 100 Blatt für 14,50 Euro. Wenn du diese noch in DIN A5 
schneidest hast du 200 Blatt, also noch keine 10 Cent pro Layout. Damit 
gelingen problemlos 0,15mm Leiterbahnen.

Dirk

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Autor: Rainer P. (rapa)
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Nach längerem Testen nehme ich einen Laserdrucker und bedrucke 
Transparentpapier (Amazon Zanders T2000 DIN A4 100g; 100 Blatt für unter 
10 EUR). Vor dem Belichten sprühe ich es noch mit einem 
"Toner-Verdichtungsspray" (Reichelt TVD LF-A 7,90 EUR).

Klar, dass die bedruckte Seite auf der Fotoschicht der Platine liegen 
muss und die Belichtungszeit ist auch deutlich länger als bei klarer 
Folie.

Feinste Strukturen kein Problem, aber ich ätze nur noch sehr selten, da 
ich keine Lösung für kleine Vias und Lötstoplack gefunden habe.

Autor: Johannes S. (jojos)
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ich habe einen alten Canon aus der IP4000er Serie billig auf eBay 
gekauft. Dazu schwarze Nachfülltinte und alle Tanks damit gefüllt. Das 
liefert ein satt deckendes Druckbild auf Spezialfolie für 
Tintenstrahler.
Alte Drucker die noch nicht die total verchipten Tanks haben sind dafür 
besser geeignet.

Autor: wolle g. (wolleg)
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Rainer P. schrieb:
> nehme ich einen Laserdrucker und bedrucke
> Transparentpapier (Amazon Zanders T2000 DIN A4 100g; 100 Blatt für unter
> 10 EUR). Vor dem Belichten sprühe ich es noch mit einem
> "Toner-Verdichtungsspray" (Reichelt TVD LF-A 7,90 EUR).
Jeder hat so seine Methoden entwickelt. Mein Senf dazu:
Ich nehme stinknormales Transparentpapier aus einem Papierladen und als 
Tonerverdichter Lackfarbenverdünner (früher Butylacetat, leider jetzt 
verbraucht).
Davon einige Tropfen (+ bedrucktes Transparentpapier) in ein großes 
Gurkenglas, Glas mit Deckel dicht verschließen und über Nacht warten bis 
in der sich bildenden Gasphase das Bild schwarz geärgert hat. RM 0,5mm 
kein Problem

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Autor: Joggel E. (jetztnicht)
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Laser und Folien passen nicht gut zusammen. Wir haben mal quatitative 
Druckversuche gemacht. Drucke eine regelmaessige Struktur, und 
dergleichen. Und fanden dass der Laser aufgrund der geheizten Walze, 
welche ueber die Seite heisser wird, zwischen oben und der mitte der 
Seite einen Europrint 1mm in der Breite verzieht. Dh der Druck war in 
der Mitte der Seite 1mm breiter wie oben.

Dieser Waermeeffekt ist beim Tintenspritzer nicht vorhanden. Der ist 
also vorzuziehen.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Joggel E. schrieb:
> Und fanden dass der Laser aufgrund der geheizten Walze,
> welche ueber die Seite heisser wird, zwischen oben und der mitte der
> Seite einen Europrint 1mm in der Breite verzieht. Dh der Druck war in
> der Mitte der Seite 1mm breiter wie oben.

Habe ich bislang noch nicht beobachtet. Verzug im Bereich von 0,1 mm mag 
sein, aber 1 mm – zumindest nicht im Rahmen hobbyüblicher 
Platinengrößen.

> Dieser Waermeeffekt ist beim Tintenspritzer nicht vorhanden. Der ist
> also vorzuziehen.

Dafür haben Tintenspritzer-Folien eine Gelatineschicht, die sich je nach 
Feuchtigkeitsgehalt verzieht.

Autor: michael_ (Gast)
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Jörg W. schrieb:
> Habe ich bislang noch nicht beobachtet. Verzug im Bereich von 0,1 mm mag
> sein, aber 1 mm – zumindest nicht im Rahmen hobbyüblicher
> Platinengrößen.

Bei einem 40-PIN Ic ist das schon merkbar.
Bei einer A4 Seite ist das schon extrem.
Mindestens bei EAGLE kann man das aber justieren.

Jörg W. schrieb:
> Dafür haben Tintenspritzer-Folien eine Gelatineschicht, die sich je nach
> Feuchtigkeitsgehalt verzieht.

Nein!
Die Trägerschicht verzieht sich nicht.
Warum sollte die Gelatineschicht auf der Trägerfolie verrutschen?

Aber egal, man kann das justieren.
Wenn man seinen Drucker kennt.

Autor: Rote T. (tomate)
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Autor: olaf (Gast)
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Also ich mache ja nun auch schon seit >30Jahren meine Platinen selber. 
Ganz am Anfang mit Plotter, danach meistens mit diversen Laserdruckern, 
aber auch schonmal Tintenspritzern. Meine Erfahrung sieht in etwa so 
aus:

Die Folie/Papier ist relativ egal. Man muss aber jedesmal seinen 
Prozess/Belichtung anpassen wenn man die Folie ändert. Und ja, da muss 
man selber den Arsch hoch bekommen und nicht im Internet abschreiben! 
Daher entweder gleich eine Grosspackung mit 50-100 Blatt kaufen oder von 
einer Markenfirma wo man hoffen kann dieselbe Folie wieder zu bekommen.

Tonerverdichter kann hilfreich sein, ist aber nicht unbedingt notwendig. 
Er vergrossert aber das Prozessfenster.

Verzug kann bei ungünstige kombination von Laser/Folie vorkommen. Ich 
hatte damit mal bei DIL64(68000) Probleme. Im SMD Zeitalter irrelevant.
Dafür hatte ich vor 2Jahren mal probleme das eine Centos-Version 
irgendwie meine Postscript-Files leicht verkleinert hat obwohl mein 
Laser Postcript native druckt. Im zweifel also einen Testdruck machen 
und nachmessen.

Zum entwickeln den entwickler in grossen Menge kaufen und jedesmal 
frisch ansetzen.

Als Schüler hab ich auch mit einer 250W HQL Birne belichtet (und Eproms 
geloesch) wie sie gerade einer in Markt anbietet. Das ist aber wirklich 
mörderisch. Da darf man sich nicht im Raum aufhalten und hat dann auch 
kein Mueckenproblem mehr. :-)

Eine Zeitlang hab ich dann einen selbstgebauten Led belichter genutzt. 
Bin ich von ab gekommen weil die UV-Leds altern und es auch mit Aufwand 
nie 100Prozent gleichmassig war. Es geht also, aber verkleinert das 
Prozessfenster.
Mittlerweile nutze ich den Isel Röhrenbelichter von Reichelt. Wozu wird 
man als Ingenieur mit Geld beworfen wenn man es nicht auch mal nutzt. 
.-)

Von der Aufloesung kann ich alles machen was ich machen will. Die 
Grenzen nach unten hin werden eher dadurch gesetzt das man nicht 
chemisch durchkontaktieren kann/will. Das ist der Grund wieso ich privat 
keine dicken BGAs einsetze.

Olaf

Autor: Maxim B. (max182)
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volker schrieb:
> Hallo, wie groß sind die kleinsten Strukturen, die man fotolithografisch
> noch zu Hause herstellen (also entwickeln) kann?

Hallo,
das bestimmt dein Drucker.

olaf schrieb:
> Man muss aber jedesmal seinen
> Prozess/Belichtung anpassen wenn man die Folie ändert.

Das hängt von Belichterqualität ab. Gute Belichter gibt brauchbare 
Exposition im Bereich 1:3, z.B. von 40 bis 120 sek. Dann wenn man z.B. 
80 sek wählt, sind Variationen von Material wenig kritisch.

: Bearbeitet durch User
Autor: wolle g. (wolleg)
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Maxim B. schrieb:
> volker schrieb:
>> Hallo, wie groß sind die kleinsten Strukturen, die man fotolithografisch
>> noch zu Hause herstellen (also entwickeln) kann?
>
> Hallo,
> das bestimmt dein Drucker.

Nicht nur der Drucker, sondern auch alle weiteren Prozesse haben einen 
Einfluss auf das fertige Ergebnis.

Obwohl bei mir der Leiterplattenumriss mit einer Linienstärke von 0,1mm 
einwandfrei gedruckt wurde, sind auf der fertigen Leiterplatte manchmal 
fehlerhafte Linien zu erkennen.

Autor: Maxim B. (max182)
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wolle g. schrieb:
> Obwohl bei mir der Leiterplattenumriss mit einer Linienstärke von 0,1mm
> einwandfrei gedruckt wurde, sind auf der fertigen Leiterplatte manchmal
> fehlerhafte Linien zu erkennen.

Wenn Drucker in Ordnung, dann sollte man als Nächste Belichter 
übrprüfen: ob Wellenlänge wirklich nah um 400 nm liegt und ob es nicht 
zu viel schief bestrahlt wird (d.h. LED mit möglichst geringen Winkel 
und Distanz LED - Platine nicht zu klein machen. 250 mm ist für erste 
Wahl gut ) .

Für 0,1 mm sollte Drucker aber wirklich gut sein. Kaum aus 
Haushaltsbereich. Ein Punkt bei typischen 600 dpi hat 0,042 mm (oder 
1,67 mil) . So sollte eine Linie 0,1 mm zwischen 2 und 3 Pünkte haben. 
Das ist wohl problematisch. Oft ist für Hausdrucker angegebene 1200 oder 
sogar 2400 dpi in Wirklichkeit nur sogenannte "Interpolation", d.h. 
wirklich bleibt nur 600 dpi.

Ob aber 0,1 mm wirklich gute Wahl ist? Als Beispiel: Elekrow schreibt 
vor: Minimum PCB track:    6mil (Recommend >8mil)
Minimum Track Space:    6mil (Recommend >8mil)

6mil = 0,1524 mm, 8mil = 0,2032 mm. D.h. sogar "echte" Hersteller will 
keine Leitungen 0,1 mm breit machen.

JLC macht PCB mit 2 Schichten ab 5 mil = 0,127 mm, immer noch über 0,1 
mm. Nur für "Multi Layer PCB" ist 3,5 mil = 0,0889 mm versprochen.

Willst du also zu Hause bessere Platinen machen als professionelle 
Hersteller?

Bei mir wird alles von Drucker bestimmt. Kleinste Pünkte auf der Vorlage 
kommen in Kupfer ganz genau geätzt. Aber für Hausplatten mache ich 
andere Vorlagen als für Bestellungen. Ich lasse mehr Platz, da 
Übergangsbohrungen mit Nieten gemacht werden und die kann man nicht zu 
klein nehmen. Dazu noch sollte man viele Teile nicht nur von unten, 
sondern auch von oben löten können. Wenn nicht möglich, dann sind 
zusätzliche Übergangsbohrungen notwendig. Deshalb wird Hausplatine 
prinzipbedingt größer als professionelle. Dafür keine Notwendigkeit, 
Leitungen 5 mil oder auch 8 mil zu machen. Mir reichen 10 mil völlig 
aus. Dabei hat eine Linie bei 600 dpi 6 Pünkte.

: Bearbeitet durch User
Autor: wolle g. (wolleg)
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Maxim B. schrieb:
> Für 0,1 mm sollte Drucker aber wirklich gut sein.


Ich verwende einen HP1200, bei welchen eine Auflösung von 1200x1200 
angegeben wird.
Die 0,1mm Linie ist mehr als Beiwerk zu betrachten und ist nur dazu da, 
um die fertige Leiterplatte auf Maß zu schneiden
Für die Leiterzüge reichen mir ca. 0,3mm.

Autor: michael_ (Gast)
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Deine Betrachtung zu der 0,1mm Umrahmung kann ich bestätigen.

Meine praktikablen Eckpunkte sind Linien mit 0,2mm und Trennlinien 
0,1mm.
Die 0,2mm aber nur kurz, wenn es eng zugeht. Mit 0,3mm ist es sicher.

wolle g. schrieb:
> Ich verwende einen HP1200, bei welchen eine Auflösung von 1200x1200
> angegeben wird.

Der Auflösung sollte man nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken.

Damals habe ich bei meinem EPSON Color-500 360dpi und Normalpapier als 
optimal ermittelt. Die 720dpi waren schlechter.

Dazu noch MicroWave auf on und Schnelldruck auf Aus.
Bei Schnelldruck auf Aus wird immer nur von links gedruckt.
Bei Laser erübrigt sich das.

Dazu noch EPSON-Folie.
Benutze den Drucker nur für Platinenfolien, mit voller Zufreidenheit.

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