Hey Leute,
ich Versuche seit einiger Zeit einem Signal Herr zu werden. Ziel wäre
es, dieses Signal (siehe Anhang "Ausgangssignal") in ein Rechtecksignal
zum Interrupt-zählen umzuwandeln. Jetzt bin ich an einem Punkt wo
anstehe und Hilfe benötigen könnte.
Ich hab dazu Schaltung A (siehe Anhang) entwickelt und danach schaut das
Signal aus wie im Bild "Signal_nach_Schaltung_A". Schaut schon mal gut
aus, aber noch kein Rechteck.
Dann hab ich das ganze um einen Transistor erweitert (Schaltung_C).
Danach hab ich ein Rechteck mit einem Störimpuls den ich nicht wegbekomm
(Bild Signal_nach_Schaltung_C). Am Eingang vom Transistor schaut das
dann so aus (Bild Signal_Transistoreingang_Schaltung_C). Das ist der
selbe Messpunkt wie bei "Signal_nach_Schaltung_A". Warum ist der Pegel
nun niedriger??
Was nun? Den Transitoreingang puffern oder Ausgangsseitig noch einen
Kondensator?
Alternativ hab ich das Ganze mit Schaltung B probiert. Dann bekomm ich
wieder ein Rechteck mit Störimpuls (siehe Signal_nach_Schaltung_B). Hab
dann versucht die Kapazität zu erhöhen um die Spitze wegzupuffern. Hat
mit 470 nF auch nicht anders ausgesehen. Oder war das vielleicht noch zu
wenig. Lieber wäre mit aber eine der anderen Schaltungen mit Z-Diode
(die soll als Sicherheit dienen).
Falls jemand ein paar Ratschläge hat wäre ich sehr dankbar!
schöne Grüße!
SP schrieb:> ich Versuche seit einiger Zeit einem Signal Herr zu werden. Ziel wäre> es, dieses Signal (siehe Anhang "Ausgangssignal") in ein Rechtecksignal> zum Interrupt-zählen umzuwandeln.
Normalerweise macht man das mit einem Komparator.
Bei der Schaltung C: wofür D1? Zudem fehlt eine Diode von Basis zu
Kollektor gegen Sättigung.
Kurze peaks verschwinden erst mit einer Hysterese. Stichwort
Schmitt-Trigger. Also lieber einen hc14 (falls irgendwo einer frei
ist, sonst single Inverter) statt gebastel. Oder Komparator.
R3 mit 1k in Schaltung B ist zu klein. Er sollte 10k betragen.
Zusätzlich könnte noch eine Diode vor dem Eingang geschaltet werden,
damit sich der Kondensator nicht zurück entladen kann.
R1 könnte ggf. noch auf 47k verkleinert werden.
Hallo und danke für die vielen Denkanstöße!
Ergänzend zum Ausgangasignal: Das wurde mit Tastkopf 1:10 augenommen,
also die Spitzen gehen an die 200 V. Daher finde ich den Teiler am
Eingang schon notwendig und die 100 k von R1 würd ich gerne belassen um
das Signal möglichst wenig zu belasten. Ich erwarte mir ca. zwischen 30
und 200 Impulse pro Sekunde.
Die Z-Diode D1 war wie gesagt als Schutz gedacht um dort immer auf 5,1 V
zu begrenzen.
Schmitt-Trigger sagt mir was, da werd ich mich mal schlau machen. Es
müsste dann ein nicht-invertierender Schmitt-Trigger
(https://www.mikrocontroller.net/articles/Schmitt-Trigger) an die Stelle
"INT" an Schaltung A, oder? Mit Schaltung A das Signal mal vorzufiltern
passt doch soweit, oder würdet ihr das anders machen?
Joe F. schrieb:> So vielleicht.> Zur Vereinfachug dann vllt. R4=47K, R5=4.7K, wenn dein Signal das> hergibt
Danke für den Vorschlag, könntest du kurz erklären was die Schaltung
macht?
Ach Du grüne Neune schrieb:> R3 mit 1k in Schaltung B ist zu klein. Er sollte 10k betragen.> Zusätzlich könnte noch eine Diode vor dem Eingang geschaltet werden,> damit sich der Kondensator nicht zurück entladen kann.
Ich denke du meinst eine der anderen Schaltungen, oder.
Aber hat noch wer eine Erklärung warum der Transistor nach Schaltung A
den Pegel so runterzieht? Das hätt ich gerne verstanden. Der Transistor
schaltet zwischen 0,7 und 6 V durch. Und wenns das vorgefilterte Signal
(Bild Signal nach Schaltung A) nicht runterziehen würde, müsste das ja
funktionieren.
Danke schon mal und schönen Sonntag noch!
Schaltung A hat keinen Transistor! Schaltung B und C schon.
C2 kann sich nur bis auf 0,7 Volt aufladen. Eine kurze Unterbrechung des
Signals lässt den Transistor sofort sperren. Wenn aber ein 10k
Widerstand (R3 mit 1k ist zu wenig) vor die Basis geschaltet ist, kann
sich C2 höher aufladen und auch über R3 langsamer entladen, so dass
Lücken im Signal besser glattgebügelt werden können.
SP schrieb:> Danke für den Vorschlag, könntest du kurz erklären was die Schaltung> macht?
Eigentlich recht "straight forward".
R4+R5 teilen die Signalspannung erstmal so weit runter, dass der Peak in
einem für den Transistor sinnvollen Bereich kommt und die nachfolgenden
Signalanteile so abgeschwächt werden, dass sie vom ersten Transistor Q1
nicht mehr verstärkt werden (<0.6..0.7V an der Basis).
D2 habe ich mal zum Schutz drin gelassen.
Da dein Signal ja eine 10x höhere Spannung hat wie ursprünglich
angenommen, sollte R5 dann auf 1K gesetzt werden (mit R4=100K).
Über Q1 wird bei einem Signal-Peak C2 sehr schnell entladen.
Das sorgt dann dafür dass Q2 nicht mehr leitet, und INT high wird.
Nach dem Peak (wenn Q1 wieder hochohmig ist) lädt sich C2 über R9 wieder
auf und Q2 wird irgendwann wieder leitend -> INT wird wieder low.
Über die Größe von C2 bzw. R9 kann man einstellen, wie lang der
Ausgangs-Puls auf INT sein soll.
Momentan ist der Puls ca. 1.5ms lang, sollte also bis 300-400 Hz gut
funktionieren.
HildeK schrieb:> Joe F. schrieb:>> D2 habe ich mal zum Schutz drin gelassen.>> Magst du noch erklären, was parallel zu der BE-Strecke die Z-Diode 1N750> bewirkt?
Naja, da ich nicht wusste wie hoch die Signalspannung im Zweifel werden
würde dachte ich damit könnte man noch eine Spannungsbegrenzung einbauen
um den Transistor zu schützen. Bei 100K Vorwiderstand ist das aber
vermutlich ziemlich unnötig - zumal der Transistor eh vor D2 leitend
wird... Also raus damit. Habe in letzter Zeit eher mehr mit MosFETs
gearbeitet, und da wäre es ein guter Schutz für das Gate.
>> Magst du noch erklären, was parallel zu der BE-Strecke die Z-Diode 1N750>> bewirkt?>Naja, da ich nicht wusste wie hoch die Signalspannung im Zweifel werden>würde dachte ich damit könnte man noch eine Spannungsbegrenzung einbauen>um den Transistor zu schützen. Bei 100K Vorwiderstand ist das aber>vermutlich ziemlich unnötig.
Die Hälfte der Z-Diode, nämlich die Z-Spannung, ist unnötig. Aber deren
normale Uf von irgendwas um die knapp 1V ist nötig, wenn man nach einer
200V~Spannungsquelle und vor dem Transistor nur einen 1:5
Spannungsteiler drin hat, denn dann würde die negative Halbwelle mit
-40V bis an die Basis durchschschlagen, was ein üblicher Transitor eher
höchst ungern an seiner Basis haben möchte.
Jens G. schrieb:> Die Hälfte der Z-Diode, nämlich die Z-Spannung, ist unnötig.
Genau. Ich hätte da eine Standarddiode erwartet - oder wenigsten noch
einen Widerstand zwischen Z-Diode und Basis.
HildeK schrieb:> Jens G. schrieb:>> Die Hälfte der Z-Diode, nämlich die Z-Spannung, ist unnötig.>> Genau. Ich hätte da eine Standarddiode erwartet
Ja, das macht mehr Sinn. Ich hab mal alles soweit aktualisiert.
Danke mal die Iputs und Erklärungen. Ja die Schaltung is wirklich
straight forward. Werd ich mal aufbauen, ausprobieren und berichten.
Die Z-Diode war die Hosenträger-Gürtel-Lösung. Aber bei dem
Teilungsverhältnis am Eingang is sie wirklich unnötig.
@ Joe F.: Welche Software nutzt du denn da. Im LT-Spice hat sich das
Ausgangssignal nur mit Aufwand nachbauen lassen.
Schöne Grüße!
So ich hab mich heut ein wenig rumgespielt, leider ohne Erfolg. Ich hab
dann die Schaltung stückweise in Betrib genommen.
Ich hab D2 durch einen kleinen Kondesator (erst 10 nF) ersetzt, das
stabilisiert das Signal etwas. Dann bekomm ich am Spannungsteiler das
"Spannungsteiler 100.1+10nF" und am ersten Transistor das "Transistor
100.1+10nF+Tr"
Also hab ich den Teiler angepasst (R5 =2,2k) und den Kondensator von 10
auf 3,3 nF reduziert. Das lieferte das beste Ergebnis. Siehe
"Spannungsteiler 100.2.2+3n3+Tr" und "Transistor 100.2.2.+3n3+Tr". Der
Transistor schaltet nun also schön, jedoch gibts immer ein paar
Störungen während des low-Pegels.
Hab dann die Schaltung um R8, R9 und C2 erweitert und die Werte von die
Werte von R9 und C2 variiert und dort gemessen wo R10 drankäme. Aber da
versteh ich nicht mehr was passiert??? Es müsste doch so sein, dass bei
durchschalten von Transistor 1 der Pegel sofort auf low fällt (da C2
schnell über R8 entlädt), low bleibt und die Strörimpulse wegpuffert
solange Transistor 1 duchgelschaltet ist und sich erst dann wenn
Transistor 1 öffnet die Spannung langsam steigt (da C2 langsam über
großen R9 lädt).
Aber das passiert nicht. Hab Kondensatoren mit 10 nF, 68 nF und 150 nF
probiert und der Einfluss der Kapazität scheint vernachlässigbar. Was
sich bemerkbar macht ist R9, aber genau anders rum als erwartet. Bei R9
= 47k fällt der Pegel zwar sofort auf ca. 2 V, aber steigt sofort mit
leichter Dämfpung auf 5 V und fällt dann beim öffnen von Transistor 1
seltsamerweise wieder kurz auf 2V ("nachC2 100.2.2+3n3+Tr+10+47+68nF"
und "nachC2 100.2.2+3n3+Tr+10+47+150nF").
Mit R9=4,7k schaut das schon besser aus, der Pegel fällt ganz auf low.
Im Prinzip schauts aber aus wie direkt nach dem Transistor nur mit noch
stärkeren Störimpulsen während low ("nachC2 100.2.2+3n3+Tr+10+4.7+68nF"
und "nachC2 100.2.2+3n3+Tr+10+4.7+150nF")
Hab die Verschiedensten Kombinationen getestet. Auch R8 variiert (bei
R8=1k Pegel immer high, bei R8=1 eigentlich gleich wie R8=10). Da ich
aus den Messergebnisse leider nicht schlau werde hab ich dann
aufgegeben....
Kann sich darauf jemand einen Reim machen??
Danke und LG
natürlich wieder ein Bildchen ("Transistor 100.2.2.+3n3+Tr") vergessen.
Das wichtigste eigentlich, da macht das ganze noch Sinn...nur müssten
die Störimpulse bei low weg.
SP schrieb:> Mit R9=4,7k schaut das schon besser aus, der Pegel fällt ganz auf low.
Bist du sicher, dass der R9 davor auch 47K war? Oder vielleicht aus
Versehen in die falsche Schublade gegriffen und 47 Ohm genommen?
SP schrieb:> da fällt mir was ein: was wäre wenn man R9 vor R8 direkt an den> Transistor hängt, sodass R8 und C2 einen Tiefpass bilden?
R9 und C2 bilden den Tiefpass. Ob da R8 mit 10 Ohm noch dazu kommt macht
keinen Unterschied. R8 schützt im wesentlichen den Transistor, indem er
den Entladestrom begrenzt. 10-20 Ohm ist da schon passend.
1K würde keinen Sinn machen, denn dann wird den Kondensator nicht mehr
schnell entladen.
Dein Spannungsteiler am Eingang scheint jetzt so dimensioniert zu sein,
dass eben nicht nur der hohe Puls triggert, sondern auch die Spitzen des
nachfolgende Signals.
Da der ganz kurze hohe Puls mit deinem zusätzlichen Kondensator wohl
nicht mehr ausreicht, würde ich den umgekehrten Weg nehmen, und einfach
das gesamte Signal zum ansteuern des Transistors nehmen.
Probier mal R5=6.8K aus.
Ansonsten: kleiner als 150nF würde ich C2 nicht machen.
Wie sieht denn das Ausgangssignal nach dem 2. Transistor aus?
SP schrieb:> Ziel wäre es, dieses Signal (siehe Anhang "Ausgangssignal") in ein> Rechtecksignal zum Interrupt-zählen umzuwandeln.
Wozu?
SP schrieb:> Falls jemand ein paar Ratschläge hat wäre ich sehr dankbar!
Gerne: Das Signal ist doch so lahm, mach's in Software!
Kleines RC-Glied, dann über ein Widerstand an einen Komparatoreingang.
Sobald ein Interrupt auftritt, im selbigen den Interrupt sperren und per
Timer z.B. nach 12ms wieder freigeben.
Oder im Interrupt über einen Ausgang eine Hysterese auf den Komparator.
Und/oder im Interrupt mit einem Ausgangspin die Filterkonstante des
RC-Glied verändern.
Oder in Software ganz dröge sampeln, z.B. jede Millisekunde, und digital
Auswerten. Z.b beim ersten gesetzten Bit zählen, und dann den Zähler
erst wieder freigeben wenn 10 Samples lange nur "0" gelesen wurde etc.
Es gibt so viele Möglichkeiten in Software. Nutze sie, anstatt
irgendeine käsige Analoglösung.
Durchatmen nicht vergessen... ;-)
Erfahrener Entwickler schrieb:> anstatt irgendeine käsige Analoglösung.
Nur weil in der Eingangsstufe 2 Transistoren verbaut sind, ist das nicht
automatische eine "käsige Analoglösung".
Ein gut konditioniertes Eingangssignal macht die Auswertung per Software
sicherlich einfacher.
Guten Abend zusammen,
hatte endlich mal wieder etwas Zeit für das Thema. Um die o.a. Beiträge
kurz zu kommentieren:
Joe F. schrieb:> Bist du sicher, dass der R9 davor auch 47K war? Oder vielleicht aus> Versehen in die falsche Schublade gegriffen und 47 Ohm genommen?
hab ich nochmal gecheckt (auch mit Multimeter), war schon richtig.
Joe F. schrieb:> Dein Spannungsteiler am Eingang scheint jetzt so dimensioniert zu sein,> dass eben nicht nur der hohe Puls triggert, sondern auch die Spitzen des> nachfolgende Signals.
ja richtig, das hatte nicht funktioniert (siehe
Transistor_nach_Spannungsteiler_100.1.png)
Joe F. schrieb:> Da der ganz kurze hohe Puls mit deinem zusätzlichen Kondensator wohl> nicht mehr ausreicht, würde ich den umgekehrten Weg nehmen, und einfach> das gesamte Signal zum ansteuern des Transistors nehmen.> Probier mal R5=6.8K aus.
nein, bereits bei 4,7k schlagen die ganzen Störungen durch.
Joe F. schrieb:> Aber mir scheint Q2 ist noch gar nicht eingebaut, denn mit Q2 und R9=47K> sollte sich C2 nicht mehr als bis auf 1V aufladen können.
richtig, da es nicht funktionierte hab ich die Schaltung Stück für Stück
aufgebaut und analysiert.
Erfahrener Entwickler schrieb:> Es gibt so viele Möglichkeiten in Software. Nutze sie, anstatt> irgendeine käsige Analoglösung.
auch eine gute Idee, das in der Software zu lösen, aber das Signal von
vorne herein ordentlich aufzubereiten wäre mir lieber.
Ach Du grüne Neune schrieb:> Wichtig ist der 10k Widerstand> vor der Basis vom BC547!
Bingo! Das ist die Lösung des Rätsels und auch die Antwort auf meine
ursprüngliche Frage warum der Pegel mit Transistor dran so abfällt. Ich
weiß zwar noch nicht warum, aber zwischen Basis und Emitter scheint der
Pegel immer nur 0,7 V zu sein. Also einen 10k wie vorgeschlagen an meine
ursprüngliche Schaltung (funktionierende_Schaltung.PNG) und jetzt
funktionierts (funktionierende_Signalaufbereitung.png).
Ich hab aber die Schaltung mit den zwei Transistoren auch nochmal
simuliert (Simulation_01.PNG). Das Problem, warum beim Rechteck immer
weider Störspitzen (grün) durchkommen scheint am exponenziellen Lade-
und Entladeverhalten des Kondensators (magenta) zu liegen. Beim Entladen
fällt die Kurve langsam, beim Laden erreicht man aber Schnell wieder die
Schaltgrenze des Transistors. Durch einen zusätzlichen Spannungsteiler
vorm Transistor 2 könnte man das Signal aber wie gewünscht auf dessen
Schaltgrenze hinskalieren (zB. alles unter 4 Volt ignorieren -> 4 Volt
vor Teiler auf 0,7 Volt nach Teiler) (rot). Dan käme ein Rechteck (cyan)
raus, zumindest nach Simulation.
Aber wie auch immer, ich hab nun eine Lösung und vor allem wieder
einiges gelernt dabei. Vielen Dank nochmal an alle!
Schönen Abend noch!