Ich höre immer wieder, dass ja so viele Ingenieure benötigt werden, um
die Industrie 4.0, das IoT etc. voranzubringen für die ganzen tollen
neuen Technologien.
Ich selber empfinde das alles als äußerst nutzlos. Ich arbeite derzeit
als Entwicklungsingenieur und bin ziemlich unglücklich mit meiner
Situation. All die Dinge, die ich umsetzen soll betrachte ich als
Spielerei und unnötig. So richtig nützliche innovative Dinge kommen
einfach nicht mehr. Auch wenn ich mögliche Stellenanzeigen lese, fallen
dort immer nur die üblichen Bullshit-Bingo Sprüche.
Natürlich, scheinbar ist da draußen jemand, der dafür Geld zahlen würde
oder es schon tut. Vielleicht ist mein Problem auch, dass ich mich damit
persönlich nicht identifizieren kann? Sei es nun alles mit Apps
steuerbar zu machen, das Smarte Home, soviel wie mögich elektrifizieren,
Bewegungsmelder hier und da und einen Holzofen, den man bereits auf dem
Heimweg anschalten kann. Habe ich alles nicht.
Ich komme ursprünglich aus einer eher strukturschwachen Gegend. Selbst
dort gibt es Jobs in der Entwicklung. Aber selbst wo die Hütte brennt
habe ich den Eindruck, das ganz viele Jobs subventioniert sind, z.B.
durch Fördergelder. Von sich aus könnten viele Firmen garatiert nicht
überleben.
Geht es nur mir so, dass ich glaube dass bereits alle wichtigen Dinge
bereits entwickelt wurden (zumindest mit der aktuell verfügbaren
Technologie)? Was könnt ihr euch vorstellen, was wirklich einen Mehrwert
bietet, was es noch zu entwickeln gibt?
Vorhautsurfer23 schrieb:> Was könnt ihr euch vorstellen, was wirklich einen Mehrwert bietet, was> es noch zu entwickeln gibt?
Eine Sprungtechnologie, um Objekte von A nach B zu bringen. Dann könnte
man ganze Raumflotten an jeden Punkt des Universums bringen. Dann
müssten wir nur noch das Problem mit der Zeitdilatation lösen.
Das wäre mal ein Mehrwert.
AVR schrieb im Beitrag #6060037:
> Das wäre mal ein Mehrwert.
Daran habe ich auch gedacht. Aber das ist vom derzeitigen Stand der
Technik noch sehr weit weg bzw. unmöglich.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Daran habe ich auch gedacht. Aber das ist vom derzeitigen Stand der> Technik noch sehr weit weg bzw. unmöglich.
Da gebe ich dir recht. Der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen
gesetzt. Scheitern tun sie nur an der Physik.
Weitere Ideen wären für mich:
- Replikator wie in Star Trek für Nahrungs- und Organezeugung
- Holodecks wie in Star Trek
- vernünftige Genmanipulationen
- Verwendung von Weltraumstrahlung als nahezu unendliche Energiequelle
- Universaltranslator, damit du jeden Menschen auf diesem Planeten
sofort verstehen kannst
- Vernetzung des Gehirns mit einer digitalen Bibliothek. Dann bräuchte
man nicht mehr auswendig zu lernen, sondern Zusammenhänge zu verstehen.
Ja ja. Ich weiß. Träumen darf man aber ja :)
MfG
Einfach zu niedlich, dieser naive Fortschrittsglaube der Ingenieure. Wie
man ihnen das Dogma "Innovation" in die Hirne reinhämmert und sie mit
ständig neuen Trends (wirkungsvoll inszeniert von einer Handvoll
arbeitgebernaher Interessensverbände) aufscheucht. ?
In der medizin passieren ganz tolle sachen... verdaubare
mikrocontroller. diese können in pillenform geschluckt werden und sachen
im körper anstellen bevor diese verdaut sind... z.b. an den richtigen
stellen gezielt medikamente ausgeben.
nadeln in schnurform und chip anschluss. schnur verbleibt im körper und
wird vom körper zersetzt. solange schnur vorhanden können vom chip
messungen vorgenommen werden... diese werden an eine app gesendet. gerne
von patienten genutzt die regelmässig ihr blut messen müssen.
op säale automatisieren... gibt ganz viele filme wo irgendwelche
roboterarme von der decke runterkommen und den patienten operieren. in
der richtung wird viel gemacht, wenn auch noch nicht ganz so fancy wie
im film.
die ganzen protesen... die beine und arme ersetzen... hier gibts schon
viel aber immernoch viel luft nach oben um diese systeme zu
perfektionieren
Vorhautsurfer23 schrieb:> All die Dinge, die ich umsetzen soll betrachte ich als Spielerei und> unnötig. So richtig nützliche innovative Dinge kommen einfach nicht> mehr.
Dann empfehle ich dir die Medizintechnik. Dort werden viele spannende
Dinge entwickelt, die auch noch sehr nützlich für die menschliche
Gesundheit oder die Diagnostik von Krankheiten sind.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Ich höre immer wieder, dass ja so viele Ingenieure benötigt werden, um> die Industrie 4.0, das IoT etc. voranzubringen für die ganzen tollen> neuen Technologien.
Na da koennen wir uns doch bei den Unternehmen bedanken, die immer
wieder dem Arbeitsmarkt Fachkraefte zur Verfuegung stellen, wie
kuerzlich Audi angekuendigt hatte.
> Ich selber empfinde das alles als äußerst nutzlos. Ich arbeite derzeit> als Entwicklungsingenieur und bin ziemlich unglücklich mit meiner> Situation. All die Dinge, die ich umsetzen soll betrachte ich als> Spielerei und unnötig. So richtig nützliche innovative Dinge kommen> einfach nicht mehr. Auch wenn ich mögliche Stellenanzeigen lese, fallen> dort immer nur die üblichen Bullshit-Bingo Sprüche.
Dann musst Du's SELBST machen. Innovation braucht auch die richtige
Umgebung, das ist be abhaengig Beschaeftigten einfach nicht gegeben.
> Natürlich, scheinbar ist da draußen jemand, der dafür Geld zahlen würde> oder es schon tut. Vielleicht ist mein Problem auch, dass ich mich damit> persönlich nicht identifizieren kann? Sei es nun alles mit Apps> steuerbar zu machen, das Smarte Home, soviel wie mögich elektrifizieren,> Bewegungsmelder hier und da und einen Holzofen, den man bereits auf dem> Heimweg anschalten kann. Habe ich alles nicht.>> Ich komme ursprünglich aus einer eher strukturschwachen Gegend. Selbst> dort gibt es Jobs in der Entwicklung. Aber selbst wo die Hütte brennt> habe ich den Eindruck, das ganz viele Jobs subventioniert sind, z.B.> durch Fördergelder. Von sich aus könnten viele Firmen garatiert nicht> überleben.>> Geht es nur mir so, dass ich glaube dass bereits alle wichtigen Dinge> bereits entwickelt wurden (zumindest mit der aktuell verfügbaren> Technologie)? Was könnt ihr euch vorstellen, was wirklich einen Mehrwert> bietet, was es noch zu entwickeln gibt?
Die Idee muss von DIR kommen. DU musst Dir ueberlegen, was DU
Nutzbringendes entwickeln moechtest und es dann an den Mann bringen.
Ausser, wie schon gesagt, im medizinischen Bereich ist nach der Toilette
und der Waschmaschine wirklich nichts nützliches mehr gekommen.
Alles Neue ist nur damit die Wirtschaft funktioniert!
Gruss Chregu
Mark W. schrieb:> Die Idee muss von DIR kommen. DU musst Dir ueberlegen, was DU> Nutzbringendes entwickeln moechtest und es dann an den Mann bringen.
Ich habe aber keine Ideen für Bereiche, in denen ich Elektronik noch
elegant einsetzen könnte. Bereiche wie Medizin sind große
Forschungs-Brocken, ich meine ehere kleinere Dinge - welche man auch in
kleinen Teams umsetzen kann.
Vorhautsurfer23 schrieb:> ...
Kann ich so in Etwa ein bischen nachvollziehen.
Du musst das halt als Geldquelle sehen. Von irgendwas muss man ja leben.
Mein Arbeitgeber kassiert allerdings nur sehr minimale Förderungen und
macht Gewinn. Und zahlt viele Steuern. Also gibt es Kunden, die den
sinnlosen Spielkram bezahlen. Solange das so ist, habe ich da kein
schlechtes Gewissen.
Es gibt sinnlosere Jobs. Schau bei deiner Firma mal im HR vorbeit. Oder
bei so einem "Innovationsteam". Nein danke.
Der Kram, den ich entwicklen darf, wird wenigstens noch von
irgendjemandem gekfauft, also erfüllt es einen Zeweck. Viel mehr kann
man in der Wirtschaft nicht erwarten. Ist leider so.
Es gibt schlimmeres. Wie Beamter in irgendeinem Amt für irgendetwas
unwichtiges zu sein.
Wenn dir das nicht passt, darfst du nicht in der Wirtschaft arbeiten.
Dann solltest du in die Hochschulen oder die Forschung gehen. ob das
besser ist, bezweifle ich.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Geht es nur mir so, dass ich glaube dass bereits alle wichtigen Dinge> bereits entwickelt wurden (zumindest mit der aktuell verfügbaren> Technologie)? Was könnt ihr euch vorstellen, was wirklich einen Mehrwert> bietet, was es noch zu entwickeln gibt?
"Alles Wichtige" nicht. Es gibt noch viele Dinge die wichtig sind. Z.B.
Solarzellen für Smartphone und Tablet (Armbanduhren mit Solarzellen mit
passender Pufferzelle gibt es schon ewig, und sowas hält auch ewig). Und
einen echten Netzbetrieb für Smartphone/Tablet (obwohl das schon jetzt
problemlos möglich wäre). Aber wichtiger ist die Entwicklung in der
Medizintechnik, da gibt es noch lange nicht alles, besonders bei
Hilfsgeräten für Behinderte. Viele Dinge die wir jetzt nutzen sind m.E.
(für die Privatbevölkerung) nicht wirklich wichtig
(Smartphone/Tablet/Smartphone, Rund-um-die-Uhr-TV, Onlinehandel etc.
pp.), wir Menschen könnten auch ohne diesen von der Industrie gewollten
Massenkonsum gut leben.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Ich selber empfinde das alles als äußerst nutzlos. Ich arbeite derzeit> als Entwicklungsingenieur und bin ziemlich unglücklich mit meiner> Situation. All die Dinge, die ich umsetzen soll betrachte ich als> Spielerei und unnötig.
So ähnlich geht es mir auch. Und im Endeffekt stimmt dein Gefühl auch
und du kannst es auf alles andere übertragen. Ein System muss weiter
wachsen, bis es an seiner eigenen Komplexität kollabiert. Als ich das
verstanden hatte, erreichte mich ein Anflug von Nihilismus, der einen
alles in Frage stellen lässt - man muss aufpassen, dass einen das nicht
in eine Depression zieht.
Wem es ähnlich geht und wer vielleicht mehr verstehen möchte, dem
empfehle ich folgendes Buch. Schwere Kost, aber ich fand es großartig
und erhellend.
Ein Buch für Keinen (Stefan Gruber)
Wie ökonomische, ideologische, soziale, biologische und physikalische
Systeme entstehen und warum sie zum Scheitern verurteilt sind.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Geht es nur mir so, dass ich glaube dass bereits alle wichtigen Dinge> bereits entwickelt wurden
Ja, das ist mir bisher nie aufgefallen. Aber du hast recht.
Alles was es gibt wurde schon erfunden.
Was für ein Mysterium.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Ich komme ursprünglich aus einer eher strukturschwachen Gegend.
Nur die Gegend?
Vorhautsurfer23 schrieb:> Ich habe aber keine Ideen für Bereiche, in denen ich Elektronik noch> elegant einsetzen könnte. Bereiche wie Medizin sind große> Forschungs-Brocken, ich meine ehere kleinere Dinge - welche man auch in> kleinen Teams umsetzen kann.
Wenn man keine eigenen Ideen hat, sollte man evtl. akzeptieren, die
Ideen anderer umsetzen zu müssen und sein Bestes geben.
Ingenieure sind auch Problemlöser - schwierig, wenn man selbst das
Problem ist.
:-)
Vorhautsurfer23 schrieb:> Ich höre immer wieder, dass ja so viele Ingenieure benötigt> werden, um> die Industrie 4.0, das IoT etc. voranzubringen für die ganzen tollen> neuen Technologien.
Andersherum wird ein Schuh daraus.
Industrie 4.0 usw wurde erfunden, um unfähige Leute seitlich befördern
zu können, damit fähigere (jüngere, einfallsreichere) Leute auf die
wirklich wichtigen Posten nachrücken können.
Naja schrieb:> Ich empfehle dem Poster mal ein Sabbatical. Einfach irgendwo 3 Monate> abhaengen.
Oder in der Weihnachtszeit bei DHL als Paketfahrer anheuern. Nach einer
Woche will er wieder in seinen alten Job zurück und ist dankbar
nutzlosen Scheiss entwickeln zu dürfen.
Undankbares Ingenieursgesocks, verwöhnt durch IGM. Das wird sich bald
ändern wenn die Massenentlassungen in der Autoindustrie beginnen.
Franko S. schrieb:> Undankbares Ingenieursgesocks, verwöhnt durch IGM. Das wird sich bald> ändern wenn die Massenentlassungen in der Autoindustrie beginnen.
Mal abgesehen davon, dass du völlig falsch liegst: Du klingst schon
genau wie der Finanzberater F.B.
Franko S. schrieb:> Undankbares Ingenieursgesocks, verwöhnt durch IGM. Das wird sich bald> ändern wenn die Massenentlassungen in der Autoindustrie beginnen.
Ich bin aber kein IGM Ing.
Cyblord -. schrieb:>> Wir entwickeln Technik um Probleme zu lösen,>> die wir ohne sie nicht hätten ;)> Wahnsinnig Originell....
Vor allem in vielen Bereichen vollkommen zutreffend!
Ein ziemlich primitives Küchengerät ist die "Heißluftfritteuse",
elektrisch betrachtet nur eine Heizspirale und ein Lüfter.
Die im Link hat eine mechanische 60 Minuten Schaltuhr mit Federwerk und
einen Temperatureinsteller mit Klick-Klack Bimetall, letzterer hat schon
vor 60 Jahren in Muttis Wasserkocher bestens funktioniert:
https://www.tefal.de/K%C3%BCchenger%C3%A4te/Hei%C3%9Fluft-Fritteusen/EASY-FRY-CLASSIC-%2B-EY201/p/1510001457
Jetzt kann man einen Entwickler damit beschäftigen, dort einen µC samt
Display einzubauen, die Bedienung möglichst kompliziert zu gestalten und
vermutlich die Lebensdauer durch ausfallende Kondensatoren zu begrenzen:
https://www.tefal.de/K%C3%BCchenger%C3%A4te/Hei%C3%9Fluft-Fritteusen/Ultimate-Fry/p/1510001534
Das ist Technik, die die Welt nicht braucht! Und nicht nur da, es kommt
täglich Smartscheiß auf den Markt, der keinerlei Gebrauchsvorteile
liefert, aber "hipp" ist.
Manfred schrieb:> Jetzt kann man einen Entwickler damit beschäftigen, dort einen µC samt> Display einzubauen, die Bedienung möglichst kompliziert zu gestalten und> vermutlich die Lebensdauer durch ausfallende Kondensatoren zu begrenzen:
Wie soll ich denn ohne µC das Ding mit einer App steuern? Drückst du
noch Knöpfe du Opfer?
Das meine ich! Ich kann kein einziges meineer Haushaltsgeräte mit einer
App oder meinem Handy steuern. Und ich hoffe das bleibt auch so. Auch
meine Rollos sind nicht vernetzt. Alles von Hand oder nur per
Knopfdruck. Alles überflüssiger Schnick Schnack.
Wieviele Ingenieure und Informatiker wären in der Industrie heute schon
überflüssig, wenn die Kundschaft nur noch nützliche und lebenswichtige
Dinge nachfragen würde?
Man hat ja schon so aktuell die Last, jedes Jahr genug Absolventen
unterzubringen, dass nicht zuviele danach wegen erfolgloser Arbeitssuche
im Studienfach umschulen müssen und es damit publik wird.
Schweinepriester schrieb im Beitrag #6060949:
> Das unterschreibe ich Dir so oft,> wie es die Mine des Schreibelkuglers hergibt!
"wie es die Mine .." gefällt mir!
Cyblord -. schrieb:> Wie soll ich denn ohne µC das Ding mit einer App steuern?> Drückst du noch Knöpfe du Opfer?
Ich bin kein Opfer, da ich keine (virtuellen) Knöpfe drücke.
An Küchenherd, Mikrowelle ... drehe ich Knöpfe. Während Frau xxx noch
menügeführt Knöpfe drückt, ist mein Tiefkühlbrötchen schon aufgetaut.
Qwertz schrieb:> Franko S. schrieb:>> Undankbares Ingenieursgesocks, verwöhnt durch IGM. Das wird sich bald>> ändern wenn die Massenentlassungen in der Autoindustrie beginnen.>> Mal abgesehen davon, dass du völlig falsch liegst: Du klingst schon> genau wie der Finanzberater F.B.
So, so. Völlig falsch also. Der insolvente Zulieferer Eisenmann wird
jetzt von den Chinesen übernommen. Alles wie prophezeit.
Manfred schrieb:> An Küchenherd, Mikrowelle ... drehe ich Knöpfe. Während Frau xxx noch> menügeführt Knöpfe drückt, ist mein Tiefkühlbrötchen schon aufgetaut.
Hehe, da fällt mir was ein:
"Wieso heisst es eigentlich immer, die Frau gehört hinter dem Herd? Da
gibt's doch gar keine Knöpfe!" ;-)
P.s. komischerweise hatte ich ähnlich dem Thread hier, auch einen
ähnlichen Gedanken, der ist jedoch ins dev/null verschoben worden (?).
Beitrag "Hype-Themen als Anzeichen von Ideenlosigkeit? [Endet: 6.12.]"
Vorhautsurfer23 schrieb:> All die Dinge, die ich umsetzen soll betrachte ich als> Spielerei und unnötig.
Du bist noch jung, oder?
Warum bist Du da in dem Stall?
Um Geld zu verdienen oder um Dinge zu bauen die die Welt unbedingt
braucht?
Nehm das Geld, mach den ganzen Quatsch mit und nutze so viel Zeit wie
möglich um Dich mit Techniken zu beschäftigen die Dich interessieren.
Nein, es ist definitiv noch nicht mal ein Bruchteil dessen entwickelt
worden, was man entwickeln kann und müsste.
Das ganze Geseier von 'wir machen High Tech an vorderster Front' ist
schon immer Quatsch gewesen.
Siehst Du, wenn Du einen seit langem vorherrschenden Mißsstand
addressierst und ein Lösung dafür aufzeigst.
Dann heist das: Haben wir schon immer so gemacht und hatten noch nie
Probleme damit.
Jaja, habt Ihr schon immer so gemacht und ihr hatten auch schon immer
Probleme damit. Nur habt Ihr Euch nie gefragt woher die hohen
Ausschussquoten kamen und warum man die Mitbewerber schon lange Geräte
auf dem Markt haben die eure in die Tasche stecken.
Mach den Blödsinn mit und sehe es als Job.
Als Entwickler wirst Du ohnehin nur als Arbeitspferd betrachtet das
stumpf Vorgaben umsetzt. Was, an wen, wann, zu welchem Preis verkauft
wird, entscheiden andere.
Deine Ideen in allen Ehren, aber es muss einen Markt dafür geben.
Mit eigenem Geld kannst Du ja machen was Du willst, aber nimmst Du das
Geld anderer, folge auch ihren Vorgaben.
Unsere kompliziertesten Entwicklungen haben immer am wenigsten Geld
gebracht. Kaum vorstellbar bei Gerätepreisen von 30K aufwärts.
Der relativ einfache Kram in größeren Stückzahlen musste das
rausreissen.
Und da war nichts drin was eine Nennung auf der ewigen
Entwicklerbestenliste gerechtfertigt hätte.
So ist der Job nunmal.
Als selbstständiger Entwickler ist das auch nicht nur Zuckerschlecken.
Manche Kunden sind chronisch beratungsresistent, andere wollen alles
haben und nix ausgeben, weil ein ähnliches Gerät bei Saturn ja auch nur
drei fuffzig kostet. Gibt aber auch immer wieder Lichtblicke mit
cleveren Leuten die clevere Ideen haben und Ratschläge auch annehmen.
Irgendwas ist immer.
Aber Hecke schneiden als Landschaftsgärnter ist auch nicht jeden Tag
Sonnenschein.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Das meine ich! Ich kann kein einziges meineer Haushaltsgeräte mit einer> App oder meinem Handy steuern. Und ich hoffe das bleibt auch so. Auch> meine Rollos sind nicht vernetzt. Alles von Hand oder nur per> Knopfdruck. Alles überflüssiger Schnick Schnack.
Warum wird man Ingenieur, wenn man grundsätzlich so denkt ?
Gruß
Axel
Axel L. schrieb:> Vorhautsurfer23 schrieb:> Das meine ich! Ich kann kein einziges meineer Haushaltsgeräte mit einer> App oder meinem Handy steuern. Und ich hoffe das bleibt auch so. Auch> meine Rollos sind nicht vernetzt. Alles von Hand oder nur per> Knopfdruck. Alles überflüssiger Schnick Schnack.>> Warum wird man Ingenieur, wenn man grundsätzlich so denkt ?>> Gruß> Axel
Wieso nicht? Er sagt doch nur die Wahrheit. Man muss doch nicht für
jeden Scheiß Overengineering betreiben. Man kann es z.B. mit Apps und
dem IoT Zeug auch übertreiben. Wirklich innovativ ist das meiste doch eh
nicht, sondern eher peinlich.
Was kommt denn als nächstes fpr ein Schrott? Eine IoT basierte
Zahnbürste, die dich per App warnt, wenn du zu viel Kraft auf den
Zahnschmelz ausübst?
> Unsere kompliziertesten Entwicklungen haben immer am wenigsten Geld
gebracht.
Trotzdem. In der Werbung, resp womit man wirbt ist immer das
Komplexeste. Das vermittelt kompetenz. Den n+1 ten Furz nochmals 10%
guenstiger zu liefern ist zwar eintraeglich, aber nicht so sexy. Das
komplexeste ist dann eben ueberproportional teuer, dass zwar alle davon
traeumen, aber dann eben das Guenstigste waehlen.
F. B. schrieb:> So, so. Völlig falsch also. Der insolvente Zulieferer Eisenmann wird> jetzt von den Chinesen übernommen. Alles wie prophezeit.
Die Chinesen meinen es halt gut mit uns.
AVR schrieb im Beitrag #6061567:
> Axel L. schrieb:>> Vorhautsurfer23 schrieb:>> Das meine ich! Ich kann kein einziges meineer Haushaltsgeräte mit einer>> App oder meinem Handy steuern. Und ich hoffe das bleibt auch so. Auch>> meine Rollos sind nicht vernetzt. Alles von Hand oder nur per>> Knopfdruck. Alles überflüssiger Schnick Schnack.>>>> Warum wird man Ingenieur, wenn man grundsätzlich so denkt ?>>>> Gruß>> Axel>> Wieso nicht? Er sagt doch nur die Wahrheit. Man muss doch nicht für> jeden Scheiß Overengineering betreiben. Man kann es z.B. mit Apps und> dem IoT Zeug auch übertreiben. Wirklich innovativ ist das meiste doch eh> nicht, sondern eher peinlich.>> Was kommt denn als nächstes fpr ein Schrott? Eine IoT basierte> Zahnbürste, die dich per App warnt, wenn du zu viel Kraft auf den> Zahnschmelz ausübst?
Kann ja alles sein. Nur, wenn man der Meinung ist, dass es nichts mehr
zu entwickeln gibt, warum wird man dann Ingenieur ?
Wenn man sich für so ein Studium entscheidet, weiß man doch, dass es
vorrangig darum gehen wird.
Gruß
Axel
AVR schrieb im Beitrag #6061567:
> Was kommt denn als nächstes fpr ein Schrott? Eine IoT basierte> Zahnbürste, die dich per App warnt, wenn du zu viel Kraft auf den> Zahnschmelz ausübst?
IoT hin oder her, das hatte meine Oral B schon vor bestimmt 10Jahren!
Hat per Funk an das wandhängende Gerätchen unterm Spiegel gesendet.
Gekauft hab ich die aber nicht deshalb, sondern trotzdem!
Naja schrieb:>> Unsere kompliziertesten Entwicklungen haben immer am wenigsten Geld> gebracht.>> Trotzdem. In der Werbung, resp womit man wirbt ist immer das> Komplexeste. Das vermittelt kompetenz.
Meisstens ist es so, dass Werbung und Marketing nicht vorhandene
Kompetenz verdecken soll.
Wenn Entwickler UND Kunde kompetent sind, dann bringst Du Produkte am
Einfachsten an den Mann.
Vorhautsurfer23 schrieb:> Ich höre immer wieder, dass ja so viele Ingenieure benötigt werden, um> die Industrie 4.0, das IoT etc. voranzubringen für die ganzen tollen> neuen Technologien.
Ich kann deinen Frust nachvollziehen, du hast aber einen ziemlichen
Tunnelblick entwickelt. Gerade im Konsumerbereich hat sich seit der
Erfindung des modernen Smartphones in den letzten 10 Jahren quasi nichts
getan, was einen wirklich großen Mehrwert für die Nutzer gebracht hat.
i4.0/IoT/Smart Home sehe ich auch eher als verzweifelten Versuch, die
inzwischen ziemlich ausgequetschte Kuh "Smartphone" weiter zu melken.
Neue potentielle Themen wie VR/AR sind noch in den Kinderschuhen, da hat
man die "Killerapplikation" nicht gefunden. Da ist man noch dort wo das
Smartphone in Zeiten von Windows CE war.
In anderen Bereichen tut sich aber mehr. Elektromobilität ist so ein
Thema, das in den nächsten Jahren die Welt gewaltig verändern könnte.
Allgemein findet man im Bereich Leistungselektronik einiges, was
wirklich echte Verbesserungen bringt (wide bandgap ist so ein Thema das
sich langsam wirklich durchsetzt). Mal um nur ein Beispiel zu nennen.
Eine echte Innovation fände ich ein selbstfahrendes Fahrzeug, das auch
ohne Insassen fahren kann. Die Parkplätze könnten dann an den Stadtrand
verfrachte werden. Man steigt vor der Haustür aus und schickt das
Fahrzeug weg.
Endlich wären die Straßen frei. Ich sehe mittlerweile Autos nicht nur am
Straßenrand stehen, sondern auf dem Gehweg und Radweg und zum Teil sogar
in der Kreuzung. Für die Fahrer von LKWs und Bussen wird das ein
ziemliches Gefädel.
Stefan H. schrieb:> Eine echte Innovation fände ich ein selbstfahrendes Fahrzeug, das auch> ohne Insassen fahren kann. Die Parkplätze könnten dann an den Stadtrand> verfrachte werden. Man steigt vor der Haustür aus und schickt das> Fahrzeug weg.>> Endlich wären die Straßen frei.
Und die wären nicht doch doppelt so verstopft, weil ja für jede Fahrt
das Auto erstmal vom Parkplatz durch die ganze Stadt fahren muss, dann
die eigentliche Fahrt und danach muss es wieder zum Parkplatz?
Ich stelle mir das morgendliche Pendeln vom Land in die Stadt vor. Um
5.00 Uhr machen sich also 10.000 Autos vom zentralen Parkplatz auf auf
Land, dann der Berufsverkehr und am Ende fahren alle 10.000 Autos wieder
auf ihre Parkplätze.
Ob das so eine gute Idee ist? Was spart das denn nun genau ein? Die drei
Autos die jetzt ein hipper Berliner nicht kaufen muss, weil er eines der
abstellten Pendlerautos nutzen kann?
> Ich sehe mittlerweile Autos nicht nur am> Straßenrand stehen, sondern auf dem Gehweg und Radweg und zum Teil sogar> in der Kreuzung. Für die Fahrer von LKWs und Bussen wird das ein> ziemliches Gefädel.
Dagegen gibts ja schon die StVO. Nur wenn das halt nicht durchgesetzt
wird hilft alles nichts.
Cyblord -. schrieb:> Und die wären nicht doch doppelt so verstopft, weil ja für jede Fahrt> das Auto erstmal vom Parkplatz durch die ganze Stadt fahren muss, dann> die eigentliche Fahrt und danach muss es wieder zum Parkplatz?
Nein, viermal! Extrapoliere doch mal die Statistik: gefahren Kilometer
mit 4 Insassen, mit 3 Insassen, mit 2, mit 1 auf 0 Insassen.
Cyblord -. schrieb:> Ich stelle mir das morgendliche Pendeln vom Land in die Stadt vor. Um> 5.00 Uhr machen sich also 10.000 Autos vom zentralen Parkplatz auf auf> Land, dann der Berufsverkehr und am Ende fahren alle 10.000 Autos wieder> auf ihre Parkplätze.
Der Vorteil: Man kann im Wohnmobil wohnen und das während der Fahrt. Man
braucht daher kein Hotelzimmer. Ist man unterwegs, schläft man im
Wohnmobile, während es automatisiert herumfährt. Das spart Parkgebühren
und irgendwelche Campinggenehmigungen. Das ist auch ideal für
Weltreisen. Geht man Einkaufen, Essen oder auf Arbeit, fährt das
Fahrzeug leer umher statt zu parken. Das nennt man "aktive
Bereitschaft".
Cyblord -. schrieb:> Ob das so eine gute Idee ist? Was spart das denn nun genau ein?
Es geht nicht um das Sparen. Je mehr ein Fahrzeug fährt umso mehr Daten
fallen an. Das sind Videos von den 23 HD-Kameras, 5 Lidar-Sensoren etc.
im Fahrzeug sowie die Sensoren und Kameras am Straßenrand. Die KI lernt
dann unterschiedliche Wetter- und Beleuchtungszenarien und
Verkehrssituationen. Als Gegenleistung erhält der Fahrzeugbesitzer eine
Cryptowährung. Das nennt sich "Trafficmining". Auch optimale 6G
(Cognitive-Wideband-Mobile-Networking) Prädiktionsmodelle für das
Internet im Fahrzeug werden berechnet.
Es kann deshalb vorkommen, das einzelne, alleinstehende Personen mehrere
Fahrzeuge besitzen, die alle gleichzeitig unterwegs sind.
Cyblord -. schrieb:> Dagegen gibts ja schon die StVO. Nur wenn das halt nicht durchgesetzt> wird hilft alles nichts.
Warum heißt wohl ein "Knöllchen" so wie es heißt?
Axel L. schrieb:> Kann ja alles sein. Nur, wenn man der Meinung ist, dass es nichts mehr> zu entwickeln gibt, warum wird man dann Ingenieur ?
Na, wo bekommt man denn sonst so easy 100K Einstiegsgehalt?
Joe F. schrieb:>> warum wird man dann Ingenieur ?>> Na, wo bekommt man denn sonst so easy 100K Einstiegsgehalt?
Wo gibt es denn 100k € Bruttoeinkommen zum Einstieg? Ach so, du meintest
auf zwei Jahre gerechnet, aber dann schreib das doch dazu.
Joe F. schrieb:> Axel L. schrieb:> Kann ja alles sein. Nur, wenn man der Meinung ist, dass es nichts mehr> zu entwickeln gibt, warum wird man dann Ingenieur ?>> Na, wo bekommt man denn sonst so easy 100K Einstiegsgehalt?
Vielleicht mal, wenn der VDI die Lostrommel ausschüttet.