Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug SimplePnP: Bestückungsautomat für Prototypen


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von Christoph B. (birki2k)


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Bestückungsautomaten sind in der Regel groß, schwer und teuer – also für den Heimgebrauch oder Prototypen kaum relevant. Dass dem nicht so sein muss, zeigen Open Source-Projekte wie SimplePnP.

SimplePnP kann bereitgestellte Bauteile mittels Vakuum aufnehmen und auf einer Fläche von 300  mm x 300 mm bestücken. Die Feeder zur Bauteilbereitstellung sind dabei relativ einfach als Aufnahme gehalten, in die sich Standard-Reelstreifen schieben lassen. So lässt sich zwar nur eine bestimmte Anzahl an Bauteilen verwenden, bevor manuell nachgeschoben werden muss, dafür ist auch die Verwendung von Zuschnitten problemfrei möglich.

Mit der aktuellen Version ist es möglich, Bauteile ab einer Größe von 0402 automatisch zu bestücken, wobei sich bis zu 750 Bauteile pro Stunde bestücken lassen. Verschiedene Vakuumaufnehmer ermöglichen es, eine entsprechende Bandbreite an Bauteilen zu verarbeiten.

Im Lieferumfang der Grundversion sind das Verfahrsystem mit Kamera, drei Vakuumaufnehmer samt Vakuumpumpe und die benötigte Elektronik enthalten. Zusätzliche Optionen erlauben etwa die gleichzeitige Verwendung eines zweiten Bestückungskopfes oder eine genauere Ausrichtung der aufgenommenen Bauteile mittels zusätzlicher Kamera.

Dabei ist SimplePnP nicht das erste Projekt seiner Art, so bietet Liteplacer ähnliche Spezifikationen bei einer deutlich größeren Arbeitsfläche. Allerdings kostet SimplePnP nur etwa ein Drittel der bisher günstigsten Lösung. Damit wird auch der Preis üblicher Bestückungsassistenzsysteme, die eine manuelle Positionierung erfordern, unterschritten.

Alle benötigten Informationen zu Soft- und Hardware finden sich in dem entsprechenden GitHub Repository. Zudem besteht bis Ende des Monats die Möglichkeit, an der Crowdfunding-Campagne teilzunehmen, wobei die Basisversion 630 $ kostet. Für den Versand nach Deutschland kommen 84 $ hinzu.


: Bearbeitet durch NewsPoster
von Gunnar (Gast)


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0402 ohne optische Zentrierung? Viel Spaß!

von Christoph B. (birki2k)


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Hier denke ich auch, dass die 45$ Aufpreis es wert sind um nicht darauf 
zu verzichten zu müssen.

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Immerhin nicht der Anspruch, einen richtigen Bestückautomaten zu bauen, 
sondern eher ein Liteplacer- oder OpenPlacer-Klon. Vielleicht wird es ja 
mal ausnahmsweise was.
Der Friedhof entsprechender Projekte ist schon ganz schön groß: 
VisionBot, Firepick, Varioplace, Protovoltaics (könnte noch leben), 
LittlePNP. Liste ist sicher nicht vollständig.

Ich wünsche viel Erfolg, aber es sind schon ziemlich viele 
gescheitert...

von Gerd E. (robberknight)


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Was mich etwas skeptisch macht, ist daß die in dem Crowdsupply-Video nur 
das Bestücken von 1206-Widerständen zeigen. Bauklötze bestücken ist 
wahrlich keine Kunst.

Mich hätte eher 0402 oder ein Finepitch-BGA mit Drehung über der Kamera 
von unten interessiert.

von Simon (Gast)


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Ich frage mich gerade ernsthaft wo da der Preis von 600€ herkommt... Das 
Grundgestell für die xy Bewegung sieht halt aus wie bei einem günstigen 
3d Drucker für 100€(das sind ja nur ein paar Schrittmotoren und 
Schienen) und zusätzlich ist da halt noch eine Vakuumpumpe um Bauteile 
anzuheben, aber die wird ja vermutlich keine 500€ kosten.

von W.Nickel (Gast)


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Max G. schrieb:
> VisionBot, Firepick, Varioplace, Protovoltaics (könnte noch leben),
> LittlePNP. Liste ist sicher nicht vollständig.

Zumindest einer, der nicht das Rad neu erfindet, sondern bestehende 
Software verwendet (OpenPNP). Außerdem steht mit Microchip eine größere 
Firma mit genug Kapital zum Anlaufen dahinter.

von Max G. (l0wside) Benutzerseite


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Naja...
https://www.crowdsupply.com/microchip/get-launched-2019 - von Microchip 
gab es ein Demoboard, und man kann 1000$ gewinnen. Nett, aber 
"Unterstützung von Microchip" ist was anderes.

Wie gesagt, ich gönne ihnen den Erfolg, habe aber schon zu viele 
scheitern sehen.

von Bürovorsteher (Gast)


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> wobei sich bis zu 750 Bauteile pro Stunde bestücken lassen.
Und das mit 0402?

Kompletter Unfug.

von Egon D. (egon_d)


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Max G. schrieb:

> Ich wünsche viel Erfolg, aber es sind schon ziemlich
> viele gescheitert...

Woran eigentlich? Ist da etwas bekannt?

von Bürovorsteher (Gast)


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> Woran eigentlich?

Selbstüberschätzung und Unkenntnis der Sache. Würde ich mal so sehen.
Frag mal Herrn Daniel, was da so an Tücken im Busch lauert.

von Gerd E. (robberknight)


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Egon D. schrieb:
>> Ich wünsche viel Erfolg, aber es sind schon ziemlich
>> viele gescheitert...
>
> Woran eigentlich? Ist da etwas bekannt?

Vermutlich weil dieser Markt nicht genug hergibt um dauerhaft Entwickler 
und BWLer zu bezahlen.

Diese Teile sind ja nur für Einzelstücke und Prototypen gedacht. Es 
fällt aber trotzdem einiges an Einrichtungsaufwand an:
- Daten vom ECAD übernehmen und einlesen
- Für jedes Teil Feeder/Tray festlegen, Drehung konfigurieren
- Tapes einspannen
- Für jedes Teil Startpositionen einlernen
...

Wenn Du jetzt eine Losgröße von 1 fertigst und Du verwendest ein Bauteil 
darauf 5 mal, dann bist Du in den meisten Fällen schneller wenn Du die 5 
Stück kurz mit der Pinzette von Hand setzt als wenn Du die ganze 
Einrichtung dieser Mini-PNP durchläufst. Software wie das Interactive 
BOM für Kicad vereinfacht das von Hand setzen nochmal deutlich.

Wenn Du regelmäßig mehr Stück fertigst, arbeitest Du gewerblich und 
kaufst Dir eine "richtige" PNP.

Von der anderen Seite her kommen Anbieter wie JLCPCB oder Eurocircuits, 
die aus dem Platinenbereich in den PCBA-Bereich für Prototypen drängen 
und dort die Preise unter Druck bringen.

Daher lohnt sich so ein Ding nur für eine sehr kleine Zahl von Nutzern. 
Das führt dann zu dem oben angeführten engen Markt.

von Gtx F. (gtx-freak)


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Egon D. schrieb:
> Max G. schrieb:
>
>> Ich wünsche viel Erfolg, aber es sind schon ziemlich
>> viele gescheitert...
>
> Woran eigentlich? Ist da etwas bekannt?

Weil es keinen Markt gibt in dem damit Geld verdient werden kann. 
Soetwas ist aber nur für (wenige) Hobbybastler interessant. Die wollen 
i.d.R. nicht allzuviel Geld ausgeben bzw. sehen das bauen solcher 
Hilfsmittel schon als Hobby...-> sind also keine Kunden.

Firmen (kleine) die denken günstig selbst bestücken zu wollen sind dafür 
auch nicht geeignet weil die Technik brauchen die zuverlässig 
funktioniert, man schnell (also ohne gros basteln) zum Ziel kommt weil 
gewerblich Zeit=Geld ist und wo man techniker und Service hat wenn etwas 
mal nicht Funktioniert....->sind keine Kunden

zudem gibt es gebrauchtes Profiequipment (was für jemadnen der wirklich 
Geld mit der Dienstleistung Bestückung verdient zu alt/klein 
Leistungsschwach ist) für so wenig Geld das man lieber soetwas kauft und 
dann (gebrauchtes) Profiequipment hat wofür es viel Service und 
Ersatzteile gibt.

Firmen (groß) brauchen mehr Bestückleistung...->keine Kunden

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Bürovorsteher schrieb:
>> wobei sich bis zu 750 Bauteile pro Stunde bestücken lassen.
> Und das mit 0402?
>
> Kompletter Unfug.

Lies bitte aufmerksamer: dort steht nicht "mindestens" sondern "bis zu"!

von Bürovorsteher (Gast)


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> Lies bitte aufmerksamer: dort steht nicht "mindestens" sondern "bis zu"!

Ja. Ich bleibe dabei, dass bei dieser Aussage der Wunsch Vater des 
Gedankens war. Ich behaupte, dass sich das Teil bei dieser 
Geschwindigkeit nach 10 min irreparabel auseinandergewackelt hat, egal 
mit welcher Baugröße.
Es steht dir selbstverständlich frei, das Gerät zu kaufen und den 
Gegenbeweis anzutetreten.
Wieviel cph bestückt denn deine Maschine so? Ich hoffe, dass du weißt, 
wovon du redest, da du so forsch auf die Barrikaden steigst.

von Johannes F. (doppelgrau)


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> Diese Teile sind ja nur für Einzelstücke und Prototypen gedacht. Es
> fällt aber trotzdem einiges an Einrichtungsaufwand an:
> - Daten vom ECAD übernehmen und einlesen
> - Für jedes Teil Feeder/Tray festlegen, Drehung konfigurieren
> - Tapes einspannen
> - Für jedes Teil Startpositionen einlernen

Spannend wird sowas IMHO nur mit so einem Konzept wie den Heap-Feedern 
die hier mal skizziert wurden:
Youtube-Video "Preview of Team14's HeapFeeder on OpenPnP and LitePlacer"

Kann man das "Körnerfutter" dauerhaft auf den Tisch lassen, und muss das 
dann nicht neu einrichten => Einrichtungsaufwand reduziert sich auf 
"exotischere" Bauteile.
Die Geschwindigkeit sinkt natürlich auch nochmals, aber für 1-2 
Prototypen dürfte ja die eigentliche Bestückungszeit eh sekundär sein, 
sonder sparen beim Einrichten das wichtigste sein.

Aber ja, "normal" genutzt ist das eine sehr kleine Nische wo die Sinn 
ergeben (wenn man es nicht auch ein schönes Projekt sieht).

von Bürovorsteher (Gast)


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> Wenn Du jetzt eine Losgröße von 1 fertigst und Du verwendest ein Bauteil
> darauf 5 mal, dann bist Du in den meisten Fällen schneller wenn Du die 5
> Stück kurz mit der Pinzette von Hand setzt als wenn Du die ganze
> Einrichtung dieser Mini-PNP durchläufst. Software wie das Interactive
> BOM für Kicad vereinfacht das von Hand setzen nochmal deutlich.

Und dann gibt es noch den ganz hinterhältigen Trick, die Teile im 
Entwurf so zu platzieren, dass du nachher die Pinzette immer nur in 
einer Richtung halten musst, ohne die Leiterplatte ständig drehen zu 
müssen.
Das ist eine enorme Marscherleichterung.

von Bürovorsteher (Gast)


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Und für größere Leiterplatten baut man sich aus einen Sperrholzbrettchen 
noch eine Handauflage, die die Baugruppe wie eine Brücke überspannt und 
verhindert, dass die bereits bestückten Teile durch ungeschicktes 
Hantieren wieder heruntergefegt werden.

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Bürovorsteher schrieb:
> Wieviel cph bestückt denn deine Maschine so?

Habe ich jemals behauptet einen Bestückungsautomaten zu besitzen oder an 
einem solchen zu arbeiten?

> Ich hoffe, dass du weißt,
> wovon du redest, da du so forsch auf die Barrikaden steigst.

Hmm... blättern wir doch mal ein Stück zurück...

Magnus M. schrieb:
> Lies bitte aufmerksamer: dort steht nicht "mindestens" sondern "bis zu"!

Meinst du mit "forsch auf die Barrikaden steigen" diese einsame 
Textzeile?

: Bearbeitet durch User
von 1000V Dc (Gast)


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Wie hoch muss bei 0402 die Wiederholgenauigkeit sein? Ob die wissen das 
Linearführung eine Führung brauchen und leicht krumm sind (vorgespannt). 
Scheint doch arg zusammengeschustert. Aber ich finde so Projekte 
trotzdem toll, man braucht halt tatsächlich eine motivierte 
Anhängerschaft die fleissig mit- und weiterentwickelt.

von Hakim (Gast)


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1000V Dc schrieb:

> Ob die wissen das Linearführung eine Führung brauchen und leicht krumm
> sind (vorgespannt).

Nein, die wissen gar nichts. Wissen ist nur bei den smarten Jungs des 
µCNets vorhanden. Alle anderen sind blöd und erfolgreich. Bei den Jungs 
hier ist es umgekehrt.

von Chris (Gast)


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1000V Dc schrieb:
> Wie hoch muss bei 0402 die Wiederholgenauigkeit sein? Ob die
> wissen das Linearführung eine Führung brauchen und leicht krumm sind
> (vorgespannt). Scheint doch arg zusammengeschustert. Aber ich finde so
> Projekte trotzdem toll, man braucht halt tatsächlich eine motivierte
> Anhängerschaft die fleissig mit- und weiterentwickelt.

Ne, und das Video ist gcode und kein OpenPnp, dann die Bewegung von dem 
Programm sind anders.
0.2mm reichen, das Problem ist mehr die Fehlerquelle 
positioniergenauigkeit, Zentrierfehler der Bohrung des Zahnrads, 
Spannung und offset des Riemen. Eine Optische Incrementalpositiondecoder 
aus einem Drucker mit einem UC welcher die Position corrigiert wirkt 
Wunder.
Ich finde dies besser, und auch günstiger.
https://www.instructables.com/id/Low-Cost-Reliable-Powerfull-Laser-Engraver/
Oder dies hier
https://grabcad.com/library/laser-engraving-machine-1
Wobei hier der Fehler von dem ich gesprochen hatte nicht existiert ist 
und es dann folglich die Korrektur nicht braucht.
Was ich schade finde ist dass kein zweiter Nozzleholder für einen 
Dispenser sowie hohenversyellbare Dragfeeder Nadel existiert
Das wäre Kostenmäßig minimal mehr,  vielleicht 10€ gewesen und hätte 
sehr viel gebracht speziell in Bezug auf low cost Feeder. Wahrscheinlich 
wurde dies vermieden da dies doch die Cph senkt, aber vom Nutzen her 
viel bringt.
Schade eigentlich. Schauen mal was übrig bleibt.
Das Problem ist auch, die Feeder und die Platine müssen auf gleicher Z 
höhe sein. Für die 3d gedruckten Dragfeeder braucht es ein 
entsprechenden Platinenhalter. Schon ein Mdf Platte wurde warscheinlich 
reichen.
Ich meine sowas, https://www.thingiverse.com/thing:2414955
Da gibt es eine Version welche für Dragfeeder modifiziert ist.
Was gehen würde wäre ein Feeder aus Alu ,
https://www.dhresource.com/600x600/f2/albu/g6/M01/90/70/rBVaSFryq8WAJNz-AACxf3onV0M465.jpg
Modifiziert diesen für Dragfeeder. Optional zerschneidet diesen und 
gewinnt aus einem Feeder 6x 10cm = 30x 8mm Feeder für Vorne und Hinten.
Wobeib der Feeder nur für eine Sorte funktioniert, Papier oder Plastik 
Tape, erinnere mich nicht genau was Probleme macht.
Chris

Beitrag #6100678 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Hört sich gut an (Gast)


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>Nein, die wissen gar nichts. Wissen ist nur bei den smarten Jungs des
>µCNets vorhanden. Alle anderen sind blöd und erfolgreich. Bei den Jungs
>hier ist es umgekehrt.

Schön aus dem Zusammenhang ... denn:

>Aber ich finde so Projekte
>trotzdem toll, man braucht halt tatsächlich eine motivierte
>Anhängerschaft die fleissig mit- und weiterentwickelt.

Tja Mustafa ...

von Daniel (Gast)


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Das Ding wird sich wohl wer kaufen und dann enttäuscht in der Ecke 
liegen lassen.

Bevor ich die Gurte aufspanne, peele, konfiguriere habe ich die schon 
längst mit einer Pinzette bestückt.
Und nachrücken wird man die Gurte dann auch müssen.

Dann kommt noch ein Reflow Ofen und Pastendrucker hinzu ...

Ich wüsste nicht wo man so ein Teil einordnen könnte.
- Kleinproduktion? Wie klein müsste die sein damit sie schneller als 
eine Handbestückung ist?
- Mittlere Produktion? 100 LPs mit ein paar K Bauteilen? Da fehlen doch 
wieder die Feeder.
- Spielzeug für den Macher

Ich würde eher auf letzteres Tippen.

Eine brauchbare Software mit allem Drum und Dran (Bauteilmanagement 
(Lagerverwaltung), Projektmanagement, Bestückungssoftware, optischer 
Erkennung) bekommt man nicht unter 6 Monaten hin und während der 
Entwicklung sieht man dann auch was so fehlt und muss anfangen Teile 
nachzubestellen und muss warten bis man weitermachen kann.

von unbunt (Gast)


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Daniel schrieb:
> Ich wüsste nicht wo man so ein Teil einordnen könnte.
> - Kleinproduktion? Wie klein müsste die sein damit sie schneller als
> eine Handbestückung ist?

Kommt auf die Bauteile an, wenn die zuverlässig auch Bauteile mit 0,5mm 
Raster plaziert, kann ich mir schon Szenarien vorstellen, wo das besser 
klapt als per Hand und/oder viele (gleiche) Teile. 3 Boards mit jeweils 
200 LEDs und Wiederstand (und bisl logik drumherum) ...

Und halt richtig lustig wird es wenn jemand sowas wie den HeapFeeder in 
OpenPnP einbaut, dann hat man 90% der Bauteile aufm Tisch => muss nach 
Auftragen der Lötpaste fast nix mehr machen und kann in der Zeit andere 
Dinge tun.

von Maxe (Gast)


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Gerd E. schrieb:
> - Für jedes Teil Feeder/Tray festlegen, Drehung konfigurieren

Was ich mir als praktikabel vorstellen könnte ist ein Bestückungsablauf 
ohne Feeder, ein bisschen wie beim Thermomix:
- Man lädt die Platinendaten mitsamt Stückliste in die Maschine.
- Angefangen bei der ersten Position verlangt die Maschine über eine GUI 
nach den Teilen, die dann händisch in einen Pick-Up-Bereich gelegt 
werden.
- Man drückt Enter dann holt die Maschine die Teile der ersten Position 
vom Pick-Up-Bereich ab, dreht sie in Position* und plaziert sie.
- Gleichzeitig bekommt man die nächste Position angezeigt, die 
entsprechenden Teile legt man wieder in den Pick-Up-Bereich.

Sollte immernoch schneller als Handbestückung sein.

*Beim Drehen fangen allerdings die Probleme an, woher weiß die Maschine, 
welche Ausrichtung korrekt ist, bspw. bei polaren Bauteilen oder ICs.

von Thomas H. (Firma: SuE) (tomy)


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Viele hier verstehen überhaupt nicht was auf se zukommt!
In einer aktuellen Drohne bauen die heute 12 KI-Kameras ein,
die nen virtuellen Raum zum durchfliegen aufbauen.

Mit KI und Computer-Vision lassen sich angelernte SMDs aus jedem Becher 
entnehmen,und plazieren, eben so wie es ein Mensch macht, nur viel 
genauer mit billigen "OpenLoopSteppern"
https://www.hackster.io/news/ananasstepper-3-0-promises-precise-3d-prints-with-closed-loop-steppers-01e0bfcae491
...auf Linearschinen aus China.
Da ist nix mehr auf Rolle, was für eine Papier- und Portoverschwendung!

In jedem 1cm3-Becherchen finden 1000 x 0201 SMDs eingekauft für 3€ Platz
im 10cm x 10cm TrayModul magnetisch zusammengehalten mit 100 
verschiedenen Teilen.
Das ganze kann mit wenigen Änderungen auf jedem 3D-Drucker ausgeführt 
werden, die wiederum kaum noch was kosten:
https://www.nerdsheaven.de/gadgets/elektronisch/easythreed-x1-mini-ab-3d-drucker-100x100x100mm/
Nur wer braucht das noch, wenn die Leiterplatten schon mit 0201 bestückt 
aus China kommen. Die restlichen 10% kann man doch von Hand drauf löten,
bis die Deutschen auch so weit sind oder?
Tomy

von Thomas H. (Firma: SuE) (tomy)


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Manno...das wollte ich Euch eigentlich mitteilen:

https://groups.google.com/forum/#!topic/openpnp/bYnNZkZDjEE

Tomy

von J. V. (janvi)


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Was mich bei all den Entwicklungen wundert:
Es gab früher mal für THT (z. Bsp. von Royonik oder Heeb) 
halbautomatische Bestückungstische mit und ohne Paternoster für das 
Material. D.h. die Maschine hat die passende Materialschachtel in 
Griffweite positioniert und geöffnet und ein Lichtzeiger hat auf die 
passende Stelle gezeigt wo es hin gehört. Platziert wurde es manuell 
wobei man aber kaum Fehler machen konnte, nix denken brauchte, nix 
suchen musste und rattenschnell war.

Sowas könnte man heute für SMD mit einem Beamer / Projektor machen und 
das Hühnerfutter nebenan in einer Schachtel Mäuseklos platzieren.

: Bearbeitet durch User
von Thomas H. (Firma: SuE) (tomy)


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MiniLED-Projektoren werden auch von Jahr zu  Jahr immer billiger.

Ich mache das viel einfacher. Für meine 0402 Miniprojekte die 
teilbestückt aus China kommen, habe ich einen Mini-Akku-Pastendispenser 
und eine Mini-Akku-Saugpipette mit 360°Drehung und BLE-MausTaster 
entwickelt.

Die 1cm3-SMD-Container und SMD-Trays wurden in durchsichtigem Plastik 
gedruckt, die auf ein Tablett gelegt werden, wo auch das PCB der 
Leiterplatte dargestellt wird.
Neben dem fast randlosen Tablett befindet sich die zu bestückende 
Leiterplatte. Man arbeitet auf dem Tablett-PCB die Stückliste ab, deren 
Referenzen aufleuchten, wie die entsprechenden Trays die auf dem Tablett 
stehen und nun von unten beleuchtet werden.
Das durchsichtige Plasik leitet das Licht nach oben. Das ganze ist 
drehbar und wird per Sprachausgabe unterstützt.
Jetzt wo auch die uController in Richtung 2mmx2mm-Gehäuse durchstarten 
und mit 0201 gehts nur noch mit dem Mikroskop und AR:
Youtube-Video "Augmented reality shows PCB Layout info on Real Board"
Tomy

von W.Nickel (Gast)


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Thomas H. schrieb:
> Man arbeitet auf dem Tablett-PCB die Stückliste ab, deren
> Referenzen aufleuchten, wie die entsprechenden Trays die auf dem Tablett
> stehen und nun von unten beleuchtet werden.

Steht die App zur allgemeinen Verfügung? Wie heißt sie?

von Thomas H. (Firma: SuE) (tomy)


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Leider nicht.
Ist gebastelt...mit Windows8-Tablet-PC + AutoHotKey + Excel 
(SMDTray-Feld-Wenn-dann-Farbe)+ WindowsSprachausgabe + Pulsonix(EDA).
Kann jeder so nachbauen für sein eigenes EDA-System.

von Chris (Gast)


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Diesel Software zum Bestücken unterstützt auch Kamera von Oben.
https://www.compuphase.com/visualplace/visualplace_en.htm

Chris

von Joachim D. (Firma: JDCC) (scheppertreiber)


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J. V. schrieb:
> von Royonik oder Heeb

und PJ (Peter Jordan aus Offenbach/Bieber)

von Thomas H. (Firma: SuE) (tomy)


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Chris schrieb:
> Diesel Software zum Bestücken unterstützt auch Kamera von Oben.
> https://www.compuphase.com/visualplace/visualplace_en.htm
>
> Chris

Warum nur mit IP-Cam`s, jetzt wo die USB-China-Mikroskope Richtung 60fps 
gehen?

Übrigens, löst man die Zahnrädchen von den SimplePnP-Steppermotoren hat 
man ne schöne manuelle Bestückmaschine, für die restlichen 
10%-SMD-Bestückung der ChinaPCBs ;)

: Bearbeitet durch User
von Matthias W. (matthias_w40)


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Hm scheint mir unpraktisch bis man das Ding eingestellt hat, hat man 
doch schon paar Prototypen von hand gelötet und bestückt.

: Bearbeitet durch User
von Jan L. (ranzcopter)


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W.Nickel schrieb:
> Thomas H. schrieb:
>> Man arbeitet auf dem Tablett-PCB die Stückliste ab, deren
>> Referenzen aufleuchten, wie die entsprechenden Trays die auf dem Tablett
>> stehen und nun von unten beleuchtet werden.
>
> Steht die App zur allgemeinen Verfügung? Wie heißt sie?

...also ich benutze das Plugin "Interaktive HTML BOM" für Kicad - da 
läuft das praktisch genau so - wer will, auch mit Beamer... :)

von Thomas H. (Firma: SuE) (tomy)


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Matthias W. schrieb:
> Hm scheint mir unpraktisch bis man das Ding eingestellt hat, hat man
> doch schon paar Prototypen von hand gelötet und bestückt.

Klar hat man die wenigen Bauteile, die die Chinesen bei der 
PCB-Produktion vergessen haben, schnell mit der Hand bestückt. Da aber 
alles immer kleiner wird, braucht`s einen Manipulator für unsere 
zittrige Hand, der eben auch zum vollautomatischen Bestücken geeignet 
ist.
Jede Open-Source-Entwicklung daran ist ein Fortschritt.
Schaut dieses Maschinchen an:
Youtube-Video "midTbot Demonstration"
Fast alles ist auf einer Leiterplatte, die den Kopf zum:
0. Dispensen der von China vergessenen SMD-Pads ;)
1. Bestücken mit MiniLuftpumpe und Mikro-Drehservo
2. Fräßen mit Modellbauaußenläufermotor
3. Laserbelichten oder Gravieren
4. Plotten mit Silbertinte auf Teflonfolie oder Papier
...hat.
Jetzt noch die riesige Last vom Fahrkopf mit diesem Design befreien:
Youtube-Video "Grbl finally on the uCNC_controller shields"
...mit Linearschinen und Stahlseil statt Zahnriemen.
...und paar MikroUSB-Cams.
Fertig ist der 99€ P&Placer.
Gruß Tomy

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