Hi,
was macht am meisten Sinn, um von einem unbekannten, schwingungsfähigen
System die Übertragungsfunktion zu bestimmen. Ich kann Eingang und
Ausgang messen.
- Impulsanregung
- Sprunganregung
- harmonische Anregung durch einen Sinus oder so, der dann hochsweept
- ...
Wo sind Vor- und Nachteile?
Gruß
Kickflip
Moin,
Erlaubt ist, was gefaellt.
Sprunganregung kann problematisch werden, wenn in deinem System ein
Integrator drinnen ist; der kann dann an irgendeinen Anschlag oder
ueberlaufen. Aehnlich mit der Impulsanregung bei Differenzierern im
System. Sweep ist gut, wenn man's nicht so eilig hat und langsam sweepen
kann/muss.
Gruss
WK
Moin,
Kickflip schrieb:> Aber woher weiß ich, ob ich einen Integrator bzw Differentialer im> System habe?
Ganz einfach: du musst die Uebertragungsfunktion bestimmen, hihi ;-)
Wenn du so garnix ueber das System weisst, dann musst du's halt
ausprobieren, und z.b. gucken, wie die Antworten auf irgendwas
ausfallen.
> Eingang ist Strom und Ausgang ist Kraft.
Dadurch kriegst du halt eine Konstante mit der Einheit N(ewton)/A(mpere)
vor der eigentlichen Uebertragungsfunktion. Das waere dann also sowas
wie z.B. ein Lautsprecher oder ein Drehspulinstrument.
Da wuerd' ich mal sagen, dass das wahrscheinlich gutmuetig ist. Also
z.b. die Impulsantwort integriert werden kann, ohne dass irgendwas nach
unendlich gehendes dabei rauskommt, bzw. die Sprungantwort differenziert
werden kann, ohne dass irgendwas zu "nervoeses" dabei rauskommt.
Gruss
WK
>>>>>Aber woher weiß ich, ob ich einen Integrator bzw Differentialer im
System habe?
Wie der Gute schrub: Integrator macht eine Rampe als Sprungantwort.
Differenzierer macht eine hohe Spitze ( Dirac-Impuls ) an der
Schaltflanke.
Mit Pseudorandom Binärfolgen kann man super Frequenzgänge messen,
braucht nur Schalter als Analogelektronik und schwache Rechenhardware,
siehe hier z.B:
Beitrag "Hadamard Transformation">>um von einem unbekannten, schwingungsfähigen System die >>Übertragungsfunktion
zu bestimmen.
Wenn es nur zweiter Ordnung ist, also ein einzelner Schwinger, gibt es
ja nur die Parameter Frequenz und Dämpfung. Dann tritt man einmal
dagegen und mißt Dämpfung und Frequenz der abnehmenden Schwingung, dann
hat man auch die Übertragungsfkt., fertig ist der Lack :))
Cheers
Detlef
okey, das hat mir auf jeden Fall geholfen. habe mich für eine
Sprunganregung entschieden.
Jetzt habe ich noch eine Frage: Wie viel muss ich denn von der Antwort,
also dem Ausschwingen aufnehmen? Direkt aufhören, bis das System
einigermaßen wieder in Ruhe ist oder noch deutlich länger?
Die Literatur sagt, dass Sprunganregungen nur das stationäre
Übertragungsverhalten abbilden. In unserem System gibt es diesen Zustand
nicht, weswegen wohl nur ein Sweep in Frage kommt, richtig?
Zyrano D. schrieb:> Die Literatur sagt, dass Sprunganregungen nur das stationäre> Übertragungsverhalten abbilden.
Nein, das sagt die Literatur nicht. Die Literatur sagt, dass die
Sprunganwort eines linearen Systems dieses System und damit sein
Übertragungsverhalten eindeutig identifiziert. Wüßte auch nicht, was
'stationäres Übertragungsverhalten' sein soll, ich kenne 'stationäres
Verhalten' und 'Übertragsverhalten'.
>In unserem System gibt es diesen Zustand> nicht, weswegen wohl nur ein Sweep in Frage kommt, richtig?
Welchen Zustand gibts' denn nicht?
Machs einem nicht so schwer: Poste hier Deine Messungen mit ner
Erklärung was Du gemessen hast. Dann kann man raten statt
Nebelexkursionen nach Absurdistan zu veranstalten.
Cheers
Detlef
"Dann kann man raten statt Nebelexkursionen nach Absurdistan zu
veranstalten" :D :D :D
Also ist es egal, ob man einen Sprung draufgibt oder einen Sweep, wenn
man das dynamische Verhalten abbilden möchte?
Bei einem Sinussweep aufpassen, dass man keine extrem starke Resonanz
hat sonst fliegt dir das mechanische System um die Ohren. Deshalb bei
der Messung dabei bleiben um das Ganze zu überwachen.
Zyrano D. schrieb:> "Dann kann man raten statt Nebelexkursionen nach Absurdistan zu> veranstalten" :D :D :D>>> Also ist es egal, ob man einen Sprung draufgibt oder einen Sweep, wenn> man das dynamische Verhalten abbilden möchte?
BEraten, nicht ERraten.
Technik scheint so nich Dein Ding, aber Werbung/Medien wird gut gehn,
was mit Worten.
Out
Cheers
Detlef
Kickflip schrieb:> Hi,>> was macht am meisten Sinn, um von einem unbekannten, schwingungsfähigen> System die Übertragungsfunktion zu bestimmen. Ich kann Eingang und> Ausgang messen.>> - Impulsanregung - Sprunganregung> - harmonische Anregung durch einen Sinus oder so, der dann hochsweept> - ...>> Wo sind Vor- und Nachteile?> Gruß> Kickflip
Ich würde dir "Pseudo-binär-Rauschen" als Anregung empfehlen. Diese
nutzt man üblicherweise um relevante Systemeigenschaften wie
Eigenfrequenzen hinreichend anzuregen.
Sweep nutzt man um messtechnisch Eigenfrequenzen zu bestimmen, oder
gewisse Fahrprofile zu prüfen.