Conny schrieb:
> Auf dem Hörer steht
> AUD... drauf, den Rest kann man nicht mehr lesen.
Wahrscheinlich AUDIO. Was mir nicht sonderlich weiter hilft. Dass das
kein Videotelefon ist sehen ich.
Mir würde als Hersteller nur noch AUDIOLINE einfallen, aber von denen
weiß ich nicht, ob es die schon in den 70ern gab. Mittlerweile heißen
sie amplicomms und machen Seniorenhandies ...
> Wie der Rest der Analge aufgebaut ist weiß ich nicht, dort habe ich
> keinen Zugang.
Das heißt du bastelst an einer Installation herum die dir nicht gehört.
Nicht gut. Mal so als Anhaltspunkt, wie viel Parteien im Haus wären
betroffen wenn es dir gelingt die Anlage stillzulegen?
Conny schrieb:
> anbei ein Foto vom Hörer Innenleben. Ich habe lediglich die 2 Adern die
> zum Mikrofon gehen etwas gekürzt,
Wie hat dich das weiter gebracht?
> Der Lautsprecher hat etwa 16 Ohm. Das Mikrofon scheint ein Kohlemikrofon
> zu sein. KA wie ich das vernünftig messen kann,
Gleichstrom-Widerstand messen. Je nachdem wie der Kohlegrieß durch
Schall zusammengedrückt wird ändert sich der Widerstand.
> Ich hab die Verschaltung nochmals genauer kontrolliert:
> Mikrofon und Lautsprecher sind in Serie geschaltet, und auf dem
> Bügelschalter auf der Konsole sind noch 2 4,7uF Elkos in Serie (beide
> mit dem Minus zusammengeschaltet) die beim Abheben kurzgeschlossen
> werden. die ganze Serie hängt dann an 2 Andern die in die Wand führen.
> Türöffner ist keiner vorgesehen.
Viel primitiver kann man ein Telefon nicht bauen(*).
Die Elkos sorgen bei aufgelegtem Hörer dafür, dass das Kohlemikrofon
keine Spannung bekommt und dadurch niemand den Raum abhören kann. Da das
Telefon keinen separaten Wecker hat sorgen die Elkos gleichzeitig dafür,
dass es bei aufgelegtem Hörer möglich ist es mit einer kräftigen
Wechselspannung aus dem Lautsprecher klingeln zu lassen. Als drittes
hilft es der Anlage zu erkennen wenn der Hörer abgenommen wird, dann
fließt ein von der Anlage eingespeister Gleichstrom.
> Das ganze schaut irgendwie zusammengebastelt aus... aber es
> funktioniert.
Das ist telefontechnisch auf dem Stand von vor 100 Jahren. Als es in den
70ern gebaut wurde also auf dem Stand von vor damals 50 Jahren.
Trotzdem hat das in den 70ern noch viel Geld gekostet. Das Wissen wie
Telefonie praktisch machbar ist war außerhalb der Post wenig verbreitet.
Wer private Nebenstellenanlagen oder, wie hier, Haustelefonanlagen bauen
konnte, der konnte sich eine goldene Nase verdienen. Dann wird sich in
den vergangenen 50 Jahren noch die ein oder andere Wartungsfirma ein
goldenen Näschen an der Anlage verdient haben.
Was du machen kannst ist mal die Pegel messen. Klingelspannung und
-strom (Wechselspannung), Betriebsspannung und -strom (Gleichstrom) und
natürlich die Audiopegel.
Mit den Daten kannst du dir überlegen wie du das an deine
IP-Telefonanlage bringst. Neben einer eventuell nötigen analogen
(galvanisch getrennten) Anpassschaltung brauchst du noch einen
a/b-Adapter (käuflich erwerbbar) und deine IP-Telefonanlage sollte einen
speziellen Modus für Türsprechanlagen haben. Denn es gibt bei deinem
Haustelefon kein Wählen.
_
(*) Eine kombinierte Hör-/Sprechkapsel ginge noch.