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Forum: Offtopic Inbetriebnahme einer Platine


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von St. D. (st_d)


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Hallo Kollegen,

was versteht ihr unter dem Begriff "Inbetriebnahme einer Platine"?
Welche Prüfungen/Tests beinhaltet eine Inbetriebnahme, insbesondere wenn 
auf der Platine programmierbare Bausteine (FPGA, MCU, MPU) und komplexe 
Schnittstellen (z.B. DDR3, PCIe, etc.) drauf sind? Sollen alle 
Schnittstellen (extern/intern) getestet werden? Wie tief?
Wann ist es erledigt?

Macht es aus eurer Sicht Sinn diesen Begriff in einem Projektplan zu 
verwenden ohne den Inhalt/Umfang genau zu definieren?

: Bearbeitet durch User
von Mani W. (e-doc)


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Sichttest (Lötstellen, Brücken), wenn IC mit Fassungen dann ohne
Bauteile Spannungsversorgungspunkte prüfen, ob die richtige Spannung
anliegt, ansonsten über Labornetzgerät die richtigen Spannungen
und Strombegrenzung einstellen knapp über der erwartenden
Sromspitze...

von Sven B. (scummos)


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St. D. schrieb:
> Macht es aus Ihrer Sicht Sinn diesen Begriff in einem Projektplan zu
> verwenden ohne den Inhalt/Umfang genau zu definieren?

Aus meiner Sicht nicht. Je nach Interpretation kann man darunter alles 
von "schmilzt nicht beim Spannung anlegen" über "der JTAG boundary scan 
geht" bis zu "es läuft ein Linux drauf und alle Peripheriegeräte sind 
funktionierend eingebunden" verstehen.

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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Muss nicht unbedingt Prüfungen und Tests beinhalten.
Etwas (zb ein nicht selbst designtes Eval-Board oder anderes Stück 
Hardware) in Betrieb nehmen kann auch heißen, erst mal Dokumentation 
verstehen, Tools installieren, erste kleine Testprogramme schreiben, die 
für einen interessante Peripherie ansprechen.

Halt alles, was vor der eigentlichen produktiven Verwendung/Entwicklung 
passiert.

: Bearbeitet durch User
von Johnny B. (johnnyb)


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St. D. schrieb:
> Macht es aus eurer Sicht Sinn diesen Begriff in einem Projektplan zu
> verwenden ohne den Inhalt/Umfang genau zu definieren?

Kommt auf die Komplexität der zu in betrieb nehmenden Baugruppe an.
Bei komplexeren macht es schon Sinn, den Inhalt der Inbetriebnahme etwas 
genauer aufzugliedern.

von Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)


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Inbetriebnahme heißt erstmal jeden Stein einmal umdrehen, also alle 
Funktionen zu überprüfen. Der nächste Schritt ist die Verifikation, dort 
wird die Funktion auf die Spezifikation geprüft.

Merke: alles was bei der Inbetriebnahme nicht getestet wurde sollte als 
Defekt angenommen werden.

von Joggel E. (jetztnicht)


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Ein Inbetriebnahme bedeutet wie das Wort schon sagt : in Betrieb nehmen. 
Dh nachher laeuft sie wie sie laufen soll. Was ist schwierig daran ?

Was nachher noch kommt sind allenfalls Parameter anpassen & Aufbauendes

von Egon D. (egon_d)


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Joggel E. schrieb:

> Ein Inbetriebnahme bedeutet wie das Wort schon
> sagt: in Betrieb nehmen. Dh nachher laeuft sie
> wie sie laufen soll. Was ist schwierig daran?

Super.

Hier drängen sich zwei Fragen auf:
1. Wie alt bist Du?
2. Für wieviele Projekte warst Du schon verantwortlich?


In der alten Firma hatte sich ziemlich schnell der
zynische Spruch etabliert: "Es wird ja ohnehin nur
einmal montiert..."

von Joggel E. (jetztnicht)


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Der Egon...
zugegeben etwas banalisiert. Aber wenn jemand keine Ahnung hat, ist das 
die Richtung. Es muss alles, dh alle funktionalitaeten, einheitens so in 
betrieb genommen werden, dass die Funktion erfuellt werden kann.

Ich mach das schon seit Dekaden so.

von Sven B. (scummos)


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Joggel E. schrieb:
> Es muss alles, dh alle funktionalitaeten, einheitens so in
> betrieb genommen werden, dass die Funktion erfuellt werden kann.

Und was heißt das jetzt, wenn da ein µC drauf ist auf dem ein Linux 
läuft das über einen Ethernet-Switch irgendwelche Daten verschickt? 
Programmiert dann der Layouter den Treiber oder was?

von Hannes J. (pnuebergang)


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Wenn du nichts spezifizierst bekommst du "irgendwas". Wenn "irgendwas" 
gut genug ist, nur zu.

Blöd ist halt, dass Techniker wahnsinnig kreativ werden können wenn sie 
"irgendwas" machen sollen. Das wird dann auch mal teuer oder sogar 
gefährlich.

von Egon D. (egon_d)


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Joggel E. schrieb:

> Der Egon...

Hier :)


> zugegeben etwas banalisiert.

Naja, vor allem ist Dein Nachsatz "Was ist schwierig
daran?" irreführend. Das Hauptproblem an der Inbetrieb-
nahme ist nämlich, dass man VORHER daran denken muss --
und daran hapert es normalerweise (zumindest wenn es um
Entwicklung, Prototypen, kleine Stückzahlen geht).


Die Messgeräte in der alten Firma arbeiteten mit
gepulster HF, die mittels Korrelationstechnik
gemessen wurde (Amplitude und Phase). Jeder Praktiker
weiss, dass sich Bursts von einigen Mikrosekunden
Länge und einigen Dutzend Mikrovolt Amplitude nicht
einfach so "mal eben schnell" mit dem Oszi messen
lassen (zumal da noch eine nennenswerte Zeitverzögerung
im Spiel war).

Unnötig zu erwähnen, dass keine Sekunde Überlegung in
die Konstruktion einer entsprechenden Prüfvorrichtung
gesteckt worden ist...

von Joggel E. (jetztnicht)


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> Programmiert dann der Layouter den Treiber oder was?

Tja ... bei mir schon. Der macht auch gleich noch das Schema.
Und die Software auf der PC Seite ist auch noch dabei. Ah, ja, das 
Aufgleisen der Produktion, und die EMV Tests natuerlich auch.

Wenn du da verschiedene Leute einsetzt ist die Wahrscheinlichkeit, dass 
die aneinander vorbeireden viel zu hoch. Und zuviele Sitzungen machen 
die auch.

Ah, ja. Die Abnahme beim Kunden, und das Aushandeln der Spezifikationen 
ist natuerlich auch dabei.

Kunststueck kommen die Teams zu nichts...

von Martin S. (martin_s86)


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Es gibt darauf nur eine gültige Antwort und bisher hat sie keiner von 
euch hier geliefert.

Die Inbetriebnahme beinhaltet alle mit dem Kunden vereinbarten Tests die 
erforderlich sind um die nachfolgenden Entwicklungsschritte einleiten zu 
können.

Beispiel: Die Prototypen sind da und die Softwerker wollen anfangen zu 
testen, dann wollen die sich nicht banalen Hardware-Problemen rumärgern. 
Im Sinne des Projektvortschrittes macht man sich also VORHER Gedanken 
was alles getestet wird.

Das war ein Beispiel.

Eine Inbetriebnahme ist NICHT der Funktionstest der abschließend nach 
der Fertigung bei Seriengeräten durchgeführt wird um prinzipielle 
Funktionsausfälle und Serienstreuerung auszuschließen. (Das heißt alles 
muss gehen). Dies entspräche dem Ideal, wenn VOR Serienstart der 
Entwicklungserfolg durch eine Qualifizierung bestätigt worden ist.

Entwickeln -> Inbetriebnehmen -> SW-Entwicklung/Testen/Qualifizieren -> 
Aufbau Serienprüfmittel -> Serie mit Funktionstest

Und nun zurück in eure Frickelbuden. Husch Husch.

von Egon D. (egon_d)


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Martin S. schrieb:

> Es gibt darauf nur eine gültige Antwort und bisher
> hat sie keiner von euch hier geliefert.
>
> Die Inbetriebnahme beinhaltet alle mit dem Kunden
> vereinbarten Tests die erforderlich sind um die
> nachfolgenden Entwicklungsschritte einleiten zu
> können.

Faszinierend.

Eine Eigenentwicklung für den Markt bedarf also keiner
Inbetriebnahme -- es gibt ja darüber keine Vereinbarung
mit einem Kunden.

Super. Jetzt wird mir einiges klar.

von Christian B. (luckyfu)


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Zuerst einmal sollte der TO genauer werden.
Es gibt durchaus Unterschiede, was den Umfang angeht, der bei sowas 
entsteht.
Ich, als Hardwareentwickler, verstehe unter (Erst-)Inbetriebnahme einer 
LP, daß ich sie sequentiell in Betrieb nehme, beginnend mit der 
Spannungsversorgung bis zum letzten Transistor, soweit ich das ohne 
Software tun kann (Sachen wie USB Hubs z.B. bleiben in ihrer Funktion 
erstmal ungetestet. Ebenso FPGA und dergleichen)
Anschließend geht das Machwerk zur Softwareabteilung, die dem Ganzen 
dann tatsächlich Leben einhauchen.
Wenn man das gut macht, hat man nachher vielleicht noch 1-3 Fehlerchen, 
die auf Fehlinterpretationen oder auf den Softwareabhängigen 
Schaltungsteilen beruhen.
Man möchte damit vermeiden, daß beim ersten Anschalten eine große 
Rauchwolke entsteht. Deshalb habe ich auch vor und nach den 
Spannungsversorgungen kleine PI- Filter mit Ferriten drin, die kann man 
vor der Inbetriebnahme herauslöten (oder lässt sie bei den ersten 
Samples gänzlich unbestückt) und kann so nach und nach alle Stromkreise 
einzeln in Betrieb nehmen. Bei manchen Bauteilen muss man natürlich 
aufpassen, wenn diese mehrere Betriebsspannungen benötigen. Es kann dort 
möglicherweise notwendig sein, diese Bauteile erst ganz zum Schluss, 
wenn bereits der Rest der Schaltung funktioniert in Betrieb zu nehmen.

von Sven B. (scummos)


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Martin S. schrieb:
> Die Inbetriebnahme beinhaltet alle mit dem Kunden vereinbarten Tests die
> erforderlich sind um die nachfolgenden Entwicklungsschritte einleiten zu
> können.

slow clap wirklich feinstes Consultant-Sprech -- also alles was 
notwendig ist, ist notwendig? Wow! Teile bitte mehr deiner unglaublichen 
Erfahrungen aus dem echten Leben, wo echte Männer echte Produkte 
entwickeln, mit uns.

Der Satz macht inhaltlich nichtmal Sinn. Beinhaltet es jetzt die mit dem 
Kunden vereinbarten Tests, oder die die erforderlich sind, um die 
nachfolgenden Entwicklungssschritte einleiten zu können? Was davon gilt, 
falls die beiden nicht dieselben sind?

von Peter D. (peda)


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St. D. schrieb:
> was versteht ihr unter dem Begriff "Inbetriebnahme einer Platine"?

Man versteht darunter die Abarbeitung aller Schritte, die in der 
Inbetriebnahmeanleitung aufgeführt sind.
Das Flashen einer Testfirmware kann auch dazu gehören, um z.B. IOs, 
ADCs, DACs zu prüfen.

von Martin S. (martin_s86)


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Sven B. schrieb:
> Der Satz macht inhaltlich nichtmal Sinn. Beinhaltet es jetzt die mit dem
> Kunden vereinbarten Tests, oder die die erforderlich sind, um die
> nachfolgenden Entwicklungssschritte einleiten zu können? Was davon gilt,
> falls die beiden nicht dieselben sind?

Genau das ist Unternehmensphilosophie. Daran merkt man, dass du bisher 
"am Kunden vorbei" entwickelt hast.

Man kann mit dem Kunden reden. Reden bedeutet manchmal auch lenken.

Merkste was? Ne. Passt schon.

Egon D. schrieb:
> Eine Eigenentwicklung für den Markt bedarf also keiner
> Inbetriebnahme -- es gibt ja darüber keine Vereinbarung
> mit einem Kunden.

Also bitte. Wollen wir jetzt wirklich den Begriff "Kunden" bei 
Eigenentwicklungen erklären?

Bist du wirklich so naiv und glaubst, dass bei Eigenentwicklungen der 
Entwickler die Produktverantwortung hat?

: Bearbeitet durch User
von Sven B. (scummos)


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Martin S. schrieb:
> Sven B. schrieb:
>> Der Satz macht inhaltlich nichtmal Sinn. Beinhaltet es jetzt die mit dem
>> Kunden vereinbarten Tests, oder die die erforderlich sind, um die
>> nachfolgenden Entwicklungssschritte einleiten zu können? Was davon gilt,
>> falls die beiden nicht dieselben sind?
>
> Genau das ist Unternehmensphilosophie.

Ne, genau das ist sinnleeres Gefasel.

Die Frage des Threads war "ist 'Inbetriebnahme' als Spezifikation was 
gefordert ist ausreichend". Die Antwort drauf ist im Konsens dieses 
Threads "nein, es muss genauer festgelegt werden was damit gemeint ist".

Dann kommst du daher und redest irgendwas von

> Die Inbetriebnahme beinhaltet alle mit dem Kunden vereinbarten Tests die
> erforderlich sind um die nachfolgenden Entwicklungsschritte einleiten zu
> können.

Die Frage war doch aber gerade, *ob der Inhalt dieser Tests genauer 
festgelegt werden muss*. Dein Satz geht in seiner Aussage nicht 
nennenswert über "was vereinbart wurde, muss eingehalten werden" hinaus 
und das ist völlig inhaltsfrei.

: Bearbeitet durch User
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