Es passiert immer wieder, dass ich etwas bei Ebay ordere, und ich achte
gezielt darauf, dass dort "Artikelstandort: Deutschland" steht und
"Gewerblicher Verkäufer", aber trotzdem kommt die Ware entweder aus
Fernost oder aus einem Containerhafen oder dergleichen. Letzteres ist
durch die kurze Versandzeit kein Problem. Dennoch erhalte ich fast immer
keinerlei Rechnung bzw. auf Nachfrage etwas, das wie eine Rechnung
aussieht, aber ungültig ist, weil alle möglichen Angaben fehlen und
entweder keine MwSt. ausweist oder welche ausweist, aber gar keine
USt-IdNr. enthält.
Im Grunde riecht das meiner Meinung nach nach Umsatzsteuerbetrug.
Da es sich wirklich häuft, würde ich gerne wissen, wer bei so etwas
verantwortlich zu machen ist. Ebay wird sich vermutlich herausreden,
aber dürfen die das? Ich meine, letztendlich müsste der Staat sich
gezielt an Ebay wenden und die Steuern einfordern, damit etwas
geschieht.
Aber an welche Stelle müsste ich mich als Endkunde wenden?
Ich bin kein Denunziant, aber letztendlich leidet ja die Allgemeinheit
unter dieser Masche.
Karl Ranseier schrieb:> Ich bin kein Denunziant, aber letztendlich leidet ja die Allgemeinheit> unter dieser Masche.
Und Du profitierst von der nicht erhobenen Einfuhr-Umsatzsteuer (mal
abgesehen von den ggf. zusätzlich anfallenden Zollgebühren). Zahl beides
einfach freiwillig an den Zoll und gut ist es.
Gratuliere, Du hast entdeckt, wie auch Jeff Bozo zu seinen Milliarden
kam.
Karl Ranseier schrieb:> Ich meine, letztendlich müsste der Staat sich> gezielt an Ebay wenden und die Steuern einfordern, damit etwas> geschieht.
Der Staat ist damit derzeit beschäftigt Kassenbons zu kontrollieren, der
kann nicht.
Karl Ranseier schrieb:> Ich bin kein Denunziant, aber letztendlich leidet ja die Allgemeinheit> unter dieser Masche.
Ja - an Deiner Stelle würde ich meinen Beitrag auch mit -1 bewerten :-)
Hugo H. schrieb:> Und Du profitierst von der nicht erhobenen Einfuhr-Umsatzsteuer (mal> abgesehen von den ggf. zusätzlich anfallenden Zollgebühren). Zahl beides> einfach freiwillig an den Zoll und gut ist es.
Mal abgesehen davon, dass er davon ja gar nicht profitieren will...
Wie zahlst Du denn Zoll und Einfuhrumsatzsteuer ohne Rechnung und Belege
und wenn die Ware angeblich aus D versendet wurde? Bist Du dann in der
Beweispflicht, dass die Ware tatsächlich aus dem Nicht-EU Ausland kommt
und tatsächlich nicht versteuert wurde?
Als Käufer bei Ebay bezahlst Du bei "Standort Deutschland" den Endpreis
inkl. USt. Wenn Du dann etwas anderes bekommst, bist Du offenbar
betrogen worden.
Seit wann ist der Betrogene dafür verantwortlich den durch den Betrug
entstandenen Schaden auch noch selbst zu begleichen?
Karl Ranseier schrieb:> Aber an welche Stelle müsste ich mich als Endkunde wenden?> Ich bin kein Denunziant,
Das hat doch mit Denunziantentum nichts zu tun.
Was macht denn Ebay, wenn Du vom Kauf zurücktreten willst, weil die
zugesicherten Eigenschaften des Produktes ("Standort D") nicht korrekt
sind?
Np R. schrieb:> Wie zahlst Du denn Zoll und Einfuhrumsatzsteuer ohne Rechnung und Belege> und wenn die Ware angeblich aus D versendet wurde? Bist Du dann in der> Beweispflicht, dass die Ware tatsächlich aus dem Nicht-EU Ausland kommt> und tatsächlich nicht versteuert wurde?>> Als Käufer bei Ebay bezahlst Du bei "Standort Deutschland" den Endpreis> inkl. USt. Wenn Du dann etwas anderes bekommst, bist Du offenbar> betrogen worden.> Seit wann ist der Betrogene dafür verantwortlich den durch den Betrug> entstandenen Schaden auch noch selbst zu begleichen
Ich will jetzt nicht sagen, dass das verlogen ist - keineswegs - aber:
Wenn ich in DE für ein Teil z.B. 50 € bei Reichelt, Conrad, ... zahle
und das gleiche Teil bei eBay ("Standort Deutschland") von einem Händler
für 7,95 € kaufen kann - schleicht sich dann nicht ein kleiner Verdacht
ein, dass ggf. keine Einfuhrumsatzsteuer, kein Zoll, Keine Gewerbe- oder
Körperschaftssteuer etc. dafür gezahlt wurden?
Geiz ist geil - aber nachher rummosern, dass:
Karl Ranseier schrieb:> keinerlei Rechnung bzw. auf Nachfrage etwas, das wie eine Rechnung> aussieht, aber ungültig ist, weil alle möglichen Angaben fehlen und> entweder keine MwSt. ausweist oder welche ausweist, aber gar keine> USt-IdNr. enthält.> Im Grunde riecht das meiner Meinung nach nach Umsatzsteuerbetrug.
Pfui. Und nochmal pfui!
Hugo H. schrieb:> Wenn ich in DE für ein Teil z.B. 50 € bei Reichelt, Conrad, ... zahle
Immer dasselbe Bullshit-Argument...
Nein, am Preis erkennst Du weder die Qualität des Produktes noch den
rechtmäßigen Eigentümer noch die letzte oder nächste
Umsatzsteuervoranmeldung des Verkäufers.
Du erkennst daran nur, wie viel der Verkäufer für das Produkt haben
will.
Aber wenn es Dich glücklich macht, kannst Du natürlich für alles den
höchsten Preis am Markt bezahlen. Irgendjemanden muss es ja geben, der
das macht...
Möchtest Du nicht mal etwas von mir kaufen? Ich hätte da noch ein paar
alte Socken. Ob ich dafür Umsatzsteuer abführe oder nicht, wirst an
dem Preis natürlich gleich erkennen.
Karl Ranseier schrieb:> Dennoch erhalte ich fast immer> keinerlei Rechnung bzw. auf Nachfrage etwas, das wie eine Rechnung> aussieht, aber ungültig ist, weil alle möglichen Angaben fehlen und> entweder keine MwSt. ausweist oder welche ausweist, aber gar keine> USt-IdNr. enthält.
Deswegen ist es auch nicht möglich als öffentlicher Dienst bei Ebay zu
ordern. ( zumindest bei uns nicht ).
Es gibt aber oft die Möglichkeit den ( gewerblichen ) Händler ausfindig
zu machen , ihn direkt anzuschreiben, und ein schriftliches Angebot
anzufordern. Hier zeigt sich dann, ob er den Bedingungen in der
Angebotsanforderung nachkommt, gegen offene Rechnung liefert, und eine
schriftliche Rechnung der Ware beilegt, bzw per getrennte Post
versendet.
Dann ist Ebay außen vor und es entsteht ein Kaufvertrag direkt zwischen
Auftraggeber ( öffentlicher Dienst ) und Anbieter.
Genauso sollte man verfahren, wenn man im Namen einer Fa. bei einen
Händler in Ebay bestellen will.
Ralph Berres
Hugo H. schrieb:> Wenn ich in DE für ein Teil z.B. 50 € bei Reichelt, Conrad, ... zahle> und das gleiche Teil bei eBay ("Standort Deutschland") von einem Händler> für 7,95 € kaufen kann - schleicht sich dann nicht ein kleiner Verdacht> ein, dass ggf. keine Einfuhrumsatzsteuer, kein Zoll, Keine Gewerbe- oder> Körperschaftssteuer etc. dafür gezahlt wurden?
Was für ein Schwachsinn hier vom Stapel gelassen wird.
Bei einem Produkt von 7.95 fällt sowieso keine Einfuhrumsatzsteuer und
Zollgebühr an. Und Gewerbe- oder Körperachaftssteuer musst du mit dem
Anbieter in China ausmachen, normalerweise (branchenabhängig) liegen
deren Steuersätze höher als hier in Deutschland.
Zumindest ist der Gewinn des Anbieters auf Grund des vernünftigen
Preises viel geringer als der Gewinn von Reichelt/Conrad bei deren
Wucherpreisen, also ist logischerweise auch dessen Steueranteil viel
geringer.
Meine Familie hat seit ein paar Monaten das gleiche Problem auch bei
Spielwaren und Kleidung, nicht nur bei Ebay sondern auch bei Amazon und
anderen Handelsplattformen.
Wir wollten oft Dinge wegen falscher Größe und/oder mangelhafter
Qualität zurück zu geben. Die Händler verweigern praktisch immer die
Rücknahme, obwohl die Geschäftsbedingungen der Plattformen eine
Rücknahmestelle in Deutschland vorschreiben.
Amazon stellt sich hier allerdings auf Seite der Käufer, wenn man
hartnäckig bleibt. Das Geld haben wir fast immer zurück bekommen, nur
sammelt sich allmählich ein wachsender Berg von Schrott an, für den wir
auf die Rücksendeadresse warten.
Wie Aliexpress damit umgeht, weiß ich nicht. Bisher waren wir mit
Artikeln von Aliexpress stets einigermaßen zufrieden. Bei Amazon und
Wish wurde und aber oft richtiger Müll geliefert, teilweise nicht einmal
billig.
Zum Beispiel haben wir für unseren Sohn eine T-Shirt mit irgendeinem
Anime Aufdruck in Größe M für 30€ bestellt. Was geliefert wurde, war ein
hässlicher Sack, der bis unter seine Knie reichte, aus dünnstem
Polyester mit verwackeltem Aufdruck, wo die einzelnen Farblagen nicht
zusammen passten. Rücknahme: Fehlanzeige.
Michael B. schrieb:> Was für ein Schwachsinn hier vom Stapel gelassen wird.
Ja - da hast Du wohl Recht.
Die 7,95 € sind ein Beispiel (schlecht gewählt, zugegeben - ich kenne
die aktuelle Grenze von 22 €). Bei "Standort Deutschland" (wenn der denn
auch hier ist) werden hier in Deutschland sehr wohl Gewerbesteuer (bei
Gewerbe) oder Körperschaftssteuer (bei einer Körperschaft) fällig. Wenn
nichts angemeldet ist oder die Standort-Angabe nur ein Fake ist - halt
nichts.
Stefan ⛄ F. schrieb:> oft richtiger Müll geliefert
Ich möchte noch was klarstellen:
Mein ganzer Beitrag bezieht sich nur auf die Händler, die
"Artikelstandort Deutschland" angeben, dann aber doch von Asien aus
verschicken.
Mit Händlern die ihren echten Standort (egal ob Europa oder Asien)
angeben, hatten wir keine negativen Erfahrungen gemacht.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Mein ganzer Beitrag bezieht sich nur auf die Händler, die> "Artikelstandort Deutschland" angeben, dann aber doch von Asien aus> verschicken.
Dann mach eine Meldung an ebay.
Ich habe vor einigen Jahren eine Verwarnung kassiert weil ich als
Artikelstandort "Deutschland" angegeben hatte. Vorgeschrieben sind aber
Postleitzahl und Ort.
soul e. schrieb:> Ich habe vor einigen Jahren eine Verwarnung kassiert weil ich als> Artikelstandort "Deutschland" angegeben hatte. Vorgeschrieben sind aber> Postleitzahl und Ort.
Da liegt wohl eine Verwechselung vor.
Der TO meint vermutlich die Kategorisierung in
Artikelstandort
eBay Deutschland
Deutschland
Europa
Weltweit
Diese Kategorisierung wird aber aus dem vom Händler angegebenen
Artikelstandort abgeleitet.
Wobei man hier aufpassen muss. "eBay Deutschland" heisst "kann ich über
ebay.de kaufen. "Deutschland" heisst der Artikelstandort befindet sich
ebenda.
Kann man bei der Ebay-Suche wenigstens "Standort Deutschland" dauerhaft
einstellen?
Wenn ich beendete Angebote anschaue, setzt mir Ebay seit einiger Zeit
immer die Sortierreihenfolge absichtlich falsch auf "kürzlich bendet",
obwohl ich das mal irgendwo auf "niedrigster Preis" eingestellt und nie
geändert habe. An einem anderen Rechner funktioniert es noch. Vor
längerer Zeit war das schonmal so, hat dann nach einigen Wochen aber
ohne mein Zutun wieder wie vorher funktioniert.
Da Ebay auch keine funktionierende Suchfunktion mehr hat, gehe ich davon
aus, daß der Vorstand nicht möchte, daß ich da noch irgendwas kaufe.
Gebe ich HP 4972 in die Suche ein, ein alter Netzwerkanalysator von HP,
kommen 674 Treffer von Autoersatzteilen, z.B. "Hutchinson Zahnriemen"
oder "Mann Luftfilter", aber kein einziges Teil von HP.
Die Betreiber von Ebay leiden offenbar an Geistesstörung.
Karl Ranseier schrieb:> Es passiert immer wieder, dass ich etwas bei Ebay ordere, und ich achte> gezielt darauf, dass dort "Artikelstandort: Deutschland" steht und> "Gewerblicher Verkäufer", aber trotzdem kommt die Ware entweder aus> Fernost oder aus einem Containerhafen oder dergleichen. Letzteres ist> durch die kurze Versandzeit kein Problem. Dennoch erhalte ich fast immer> keinerlei Rechnung bzw. auf Nachfrage etwas, das wie eine Rechnung> aussieht, aber ungültig ist, weil alle möglichen Angaben fehlen und> entweder keine MwSt.
Da man als rechtschaffender Kaufmann das also längst kennt,
wird man doch Abstand von dieser Einkaufsquelle genommen haben.
-oder etwa nicht?
Diese versaubartelte Suchfunktion bei eBay sorgt auch bei mir für
steigenden Frust. Auch ich suche desöfteten irgendwelche speziellen
Ersatzteile ( und sammele auch HP Messgeräte ;) )
Was man bei klaren Suchbegriffen dann für Namens- unsd anwendungsfremden
Kram eingeblendet bekommt - lässt einen wirklich an der sowieso schon
immer schlechter werdenden Resterampe zweifeln. Vorher war es immer eine
gute und verlässliche Quelle für nicht mehr regulär erhältliche
Spezialersatzteile. Dieses eBay Deutschland = Schrott aus aller Welt -
ist auch nicht mehr lustig.