Forum: Offtopic Russland recycled erstmals Atommüll


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von Icke ®. (49636b65)


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Nach anfänglichen Schwierigkeiten nutzen die Russen nunmehr erfolgreich 
"serienmäßigen", zu MOX-Elementen aufbereiteten Atommüll als Brennstoff 
für ihren schnellen BN-800 Reaktor:

https://www.rosatom.ru/en/press-centre/news/the-first-serial-batch-of-mox-fuel-loaded-into-bn-800-fast-reactor-at-beloyarsk-npp/

Langfristiges Ziel ist es, den nuklearen Brennstoffkreislauf zu 
schließen und bisher nicht nutzbaren Atommüll, z.B. abgereichertes Uran 
und Plutonium als Rohstoff zu verwenden. Es ist also auch praktisch 
möglich, den angehäuften Berg abzutragen und sinnvoll für die 
Energiegewinnung zu nutzen.

: Bearbeitet durch User
von Bernd T. (bastelmensch)


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Und deswegen ist es auch dämlich den Atommüll so zu vergraben 
(Endlagern) das man nicht mehr rankommt...

von Reinhard S. (rezz)


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Icke ®. schrieb:
> Es ist also auch praktisch
> möglich, den angehäuften Berg abzutragen und sinnvoll für die
> Energiegewinnung zu nutzen.

Es ist Russland. Da haben solche Meldungen nicht unbedingt die größte 
Glaubwürdigkeit.

Abgesehen davon würde man den angehäuften Berg damit ja nicht kleiner 
machen, sondern einfach nur den Level halten.

von Jörg H. (zwischenfrequenz)


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Alte Kamelle. Die Schwächen der Technologie, nicht nur durch die Kühlung 
mit Natrium, hat man andernorts schon vor geraumer Zeit erkannt und 
entsprechende Schlussfolgerungen getroffen. 
https://de.wikipedia.org/wiki/SNR-300 Heute Freizeitpark.

von Mehmet K. (mkmk)


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Auch ich bin strikt gegen Atomkraftwerk. Aber die technische Leistung 
verdient meiner Meinung nach einen Applaus. Deshalb ein Dankeschön für 
diese Info.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Blödsinn. Plutonium in Brutreaktoren aus "minderwertigem" U-238 zu 
erbrüten ist nun wahrlich nichts neues. Das machen die Amis und Russen 
quasi seit der Entwicklung der ersten Plutonium-Bomben (die Atombombe 
auf Nagasaki war eine Plutoniumbombe), da es natürliches Plutonium auf 
der Erde wenn überhaupt nur noch in Spuren gibt. Der gesamte Bestand der 
Atommächte ist künstlich erbrütetes Plutonium.

Die Russen betreiben ihre BN-Reaktoren seit 1980, die Franzosen haben 
auch einen ähnlichen Reaktor gebaut (Phenix, 242MW) und von 1973 bis 
2010 betrieben, hatten mit einem "großen Patent" davon (Superphenix, 
1242MW) aber so große Probleme, daß das Ding nie seine Nennleistung 
erreichte und lange stillgelegt ist.

Der Prozess läuft in kleinem Maßstab auch in Druck- und 
Siedewasserreaktoren ab, wobei aber nicht so viel Plutonium erbrütet 
wird. Ein Teil davon wird aber auch in diesen Reaktoren erzeugt und 
danach wieder gespaltet, so daß es zur Energiegewinnung beiträgt.

von Kara B. (Firma: ...) (karabenemsi)


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Warten wir noch ein wenig, dann kommt Icke wieder mit dem 
Dual-Fluid-Reaktor als eierlegende Wollmilchsau um die Ecke.

von A. K. (prx)


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Damit wird überschüssiges Waffenplutonium verheizt. Was an sich eine 
gute Idee ist, denn lässt man das rumliegen, gerät es vielleicht in 
falsche Hände, und das macht auch den Russen Angst.

von Lukas S. (retropixel)


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Harald Lesch hat dazu auch ein sehr gutes Video mit den Risiken gemacht:
Youtube-Video "Atomkraft jetzt! Rettung für das Klima? | Harald Lesch"

von Joggel E. (jetztnicht)


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Der hochaktive Atommuell hier ist geplant so zu verbuddeln, dass er 
wieder rausgenommen werden kann. Denn 98% der Energie sind da noch drin. 
Dabei gibt man folgenden Generationen die Moeglichkeit diese zu Nutzen. 
In einem anderen technologischen und sozialen Kontext.

von Gerald K. (geku)


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Das Schlüsselwort ist  Transmutation

https://www.welt.de/wissenschaft/article9637790/Atommuell-wird-in-20-Jahren-nicht-mehr-strahlen.html

Schwere radioaktive Elemente zerfallen über Zerfallsreihen (über 
radioaktive Zwischenprodukte) in stabile Elemente. Die Dauer wird durch 
die Summe der Halbwertszeiten bestimmt.

Ziel der Transmutation ist es, Atommüll durch Beschuß  von Neutronen 
dessen  Zerfall zu beschleunigen. (Abkürzungen in der Zerfallsreihe zu 
nehmen).

von Jörg R. (solar77)


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Icke ®. schrieb:
> Nach anfänglichen Schwierigkeiten nutzen...

...nutzt Du das falsche Forum für das Thema.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Damit wird überschüssiges Waffenplutonium verheizt.
Auch das ist ein alter Hut wenn man
nach "Megatonnen zu Megawatt" googelt.

Der Nutzen davon für die allgemeine Sicherheit liegt bei nahe Null. Für 
Terroristen reicht eine einzige Atombombe um eine Stadt auszuradieren. 
Sowas passt heute in einen Rucksack und äschert ein komplettes 
Stadtzentrum ein, ein großer Teil drum herum dürfte verstrahlt werden.

Zweitens brauchen Terroristen auch nicht unbedingt waffenfähiges 
Plutonium. Denen reicht irgendwelcher strahlender Abfall, da kleben sie 
ein wenig konventionellen Sprengstoff dran, der das Zeug dann bei seiner 
Detonation großzügig in der Gegend verteilt. Eine alte Cobalt-60 
Strahlenquelle wäre dafür sehr geeignet und mit solchen Sachen gab es 
bereits Unfälle, als diese Teile einfach so auf dem Schrottplatz 
gelandet sind.

von Icke ®. (49636b65)


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Ben B. schrieb:
> Der Nutzen davon für die allgemeine Sicherheit liegt bei nahe Null.

Allerdings nur, wenn man es aus Sicht der Terrorgefahr betrachtet. Wie 
du richtig erkannt hast, gibt es für Terroristen wesentlich einfachere 
Möglichkeiten, an strahlendes Material zu kommen, als dieses aus 
gesicherten Nuklearanlagen zu entwenden.

Wenn man über nukleare Sicherheit redet, muß man aber auch die Frage 
stellen, wohin mit dem angehäuften Atommüll? Er ist da und er wird nicht 
weniger, wenn man sich nur drüber aufregt. Man kann ihn verbuddeln und 
das Problem auf künftige Generationen abwälzen. Oder man kann ihn per 
Transmutation in kurzlebige Isotope umwandeln, die nur noch wenige 100 
Jahre strahlen. Das ist im Vergleich zu einem Menschenleben immer noch 
eine Menge Zeit, löst das Problem langfristig jedoch sicher und 
endgültig.

Ja, das Prinzip ist nicht neu. Es wurde bisher aber nicht im großen 
Maßstab praktisch angewendet. Die Russen haben nun den ersten Schritt 
getan. Wer eine bessere Idee hat, möge sie bitte kundtun.

Beitrag #6134838 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Achim B. (bobdylan)


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Lukas S. schrieb:
> Youtube-Video "Atomkraft jetzt! Rettung für das Klima? | Harald Lesch"

Egal, was er von sich gibt: Dieser Lesch geht mir aufn Sack! Mich 
wundert, dass der noch keine eigene Kochshow hat!

Beitrag #6134857 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6134861 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Helwein V. (forgoden)


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Russische Technologien sind schon etwas einzigartiges. 
Hyperschallraketen, Atom-Torpedos, Sojus-Raketentriebwerke, 
unzerstörbare Kalashnikovs davon können die Angelsachsen nur feucht 
träumen.

Nach dem Vorbild Frankreich bräuchten wir ebenfalls 100 Atomkraftwerke, 
am besten Flüssigsalzreaktoren, denn wichtig ist dass der Strom wieder 
extrem billig wird. Damit wir auch endlich alle Kohlekraftwerke 
abschalten können.
Wir bräuchten auch sehr sehr viele Radionuklidbatterien für die 
Expedition auf dem Io- und Europamond.

Glaub ja nicht dass Fusionskraftwerke ein Riesenerfolg sein werden, denn 
das dauert mir einfach zu lange.

von Bernd K. (prof7bit)


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Wenn es möglich ist eine Maschine zu bauen die

* Atommüll verringert anstatt ihn weiter zu vermehren
* Nutzbare Energie freisetzt ohne dafür die Umwelt zu belasten
* Eigensicher ist (z.B. Kernschmelze physikalisch unmöglich)

Dann wäre ich dafür so ein Ding zu bauen. Denn welches rationale 
Argument (keine überlieferten religiösen oder politischen Dogmen) 
spräche dann noch dagegen?

von Le X. (lex_91)


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Helwein V. schrieb:
> Nach dem Vorbild Frankreich bräuchten wir ebenfalls 100 Atomkraftwerke,
> am besten Flüssigsalzreaktoren, denn wichtig ist dass der Strom wieder
> extrem billig wird.

Aber in Frankreich ist der Strom doch garnicht extrem billig sondern 
extrem teuer.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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ich bin ja noch immer davon überzeugt,
dass die Erde Atommüll auffressen könnte,
in dem man den in einen Subduktionsgraben wirft.

von Bernd K. (prof7bit)


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Le X. schrieb:
> Aber in Frankreich ist der Strom doch garnicht extrem billig sondern
> extrem teuer.

Und bei uns ist er nochmal doppelt so teuer wie in Frankreich, also 
sozusagen doppel-extrem teuer. Wenn man der Statistik glauben darf dann 
ist Deutschland das Land mit dem mit weitem Abstand teuersten Strom auf 
dem ganzen Planeten!

: Bearbeitet durch User
von A. K. (prx)


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Le X. schrieb:
> Aber in Frankreich ist der Strom doch garnicht extrem billig sondern
> extrem teuer.

Eine Frage der Perspektive. Der Stromtarif ist niedrig. Manchen reicht 
das als glorreiche Aussicht.

Die darin nicht erfassten "Nebenkosten" zahlen alle, die Steuern zahlen. 
Auf diese Art die Stromkosten zu reduzieren ginge auch in D, ganz ohne 
neue Kraftwerke, indem man die Abgaben und Umlagen aus dem Strompreis 
raus nimmt und direkt aus Steuern zahlt, statt über den Strompreis.

Natürlich müssten diese Steuern irgendwo herkommen, und das wäre 
naheliegenderweise der Mittelschichtsbauch der Besteuerung. Da ist am 
meisten zu holen und der geringste Widerstand. Und da mag sich ein jeder 
hier im Forum fragen, an welcher Stelle des Bauches er sich selbst 
befindet.

: Bearbeitet durch User
von Le X. (lex_91)


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Bernd K. schrieb:
> Und bei uns ist er nochmal doppelt so teuer wie in Frankreich, also
> sozusagen doppel-extrem teuer.

Nur weil der Franzose seinen scheinbar günstigen Atomstrom über die 
Steuer quersubventioniert.
Bei uns siehst du wenigstens direkt am Strompreis, was der Spaß 
eigentlich kostet (wobei, nein, stimmt nicht. Lagerkosten für die 
nächsten Hunderttausend Jahre zahlt ja auch der Staat, die kommen noch 
on-top, zu entrichten von den nächsten tausend Generationen).

Traurig dass dieses Verstecken der realen Kosten, dieses "aus den Augen, 
aus dem Sinn" tatsächlich funktioniert.

Aber wir hatten das im /dev/null denke ich zu genüge, das Thema ermüdet.
Der Walter kommt immer wieder mit seinem billigen Franzosenstrom an, der 
Icke immer wieder mit seinen Wunderreaktoren.
Es wurde wahrlich oft genug alles gesagt, und zwar von jedem.

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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Achim B. schrieb:
> Lukas S. schrieb:
>> Youtube-Video "Atomkraft jetzt! Rettung für das Klima? | Harald Lesch"
>
> Egal, was er von sich gibt: Dieser Lesch geht mir aufn Sack! Mich
> wundert, dass der noch keine eigene Kochshow hat!

Du spricht mir aus der Seele…

von Achim B. (bobdylan)


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Le X. schrieb:
> die kommen noch
> on-top, zu entrichten von den nächsten tausend Generationen

Nee, wohl eher nicht, weil in schätzungsweise 12,4 Generationen 
vergessen sein wird, dass da irgendwo irgendwas verbuddelt wurde. Man 
wird sich aber "freuen", wenn man zufällig drauf stößt.

von Bernd K. (prof7bit)


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Achim B. schrieb:
> weil in schätzungsweise 12,4 Generationen
> vergessen sein wird, dass da irgendwo irgendwas verbuddelt wurde.

Man könnte ein Schild aufstellen. Zusätzlich könnte man die Nutzungsart 
(Endlager) noch beim Grundbuchamt eintragen lassen.

von Uhu U. (uhu)


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Le X. schrieb:
> Helwein V. schrieb:
>> Nach dem Vorbild Frankreich bräuchten wir ebenfalls 100 Atomkraftwerke,
>> am besten Flüssigsalzreaktoren, denn wichtig ist dass der Strom wieder
>> extrem billig wird.
>
> Aber in Frankreich ist der Strom doch garnicht extrem billig sondern
> extrem teuer.

Woher hast du das?

Wenn man 
https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Publikationen/Kurzinformationen/2019/fs_frankreich_2019.pdf?__blob=publicationFile&v=2 
glauben darf, kostet der Strom in Frankreich für Endverbraucher weniger 
als die Hälfte von dem, was uns dafür abgeknöpft wird…

: Bearbeitet durch User
von A. K. (prx)


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Bernd K. schrieb:
> Man könnte ein Schild aufstellen. Zusätzlich könnte man die Nutzungsart
> (Endlager) noch beim Grundbuchamt eintragen lassen.

Das Schild wird länger halten, als die Datensätze auf der Festplatte im 
Grundbuchamt. Und manche in Sachen Renitenz oder Dummheit Hochbegabte 
werden genau deshalb dort buddeln, weil es verboten ist oder davon 
abgeraten wird.

von Icke ®. (49636b65)


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Le X. schrieb:
> Es wurde wahrlich oft genug alles gesagt, und zwar von jedem.

Nein, leider nicht. Auf meine Frage, was mit dem vorhandenen Atommüll 
passieren soll, wenn wir ihn nicht recyclen, habe ich bisher noch keine 
(vernünftige) Antwort erhalten. Hier nicht und in den anderen Threads 
auch nicht.

von Le X. (lex_91)


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Icke ®. schrieb:
> Nein, leider nicht. Auf meine Frage, was mit dem vorhandenen Atommüll
> passieren soll, wenn wir ihn nicht recyclen, habe ich bisher noch keine
> (vernünftige) Antwort erhalten. Hier nicht und in den anderen Threads
> auch nicht.

Naja, was soll damit groß passieren?
Er muss halt irgendwo verstaut werden.
Allerdings will den Dreck keiner im eigenen Garten haben, deswegen geht 
in Sachen Endlagersuche seit Jahrzehnten nichts vorran.

Entweder findet sich durch ein Wunder eine allgemein akzeptierte 
Endlagerstätte oder wir suchen noch ein paar tausend Jahre und belassen 
das Zeugs derweil in Zwischenlager.
Wie auch immer, unsere Nachkommen werden sich über den Dreck und die 
Kosten freuen die wir ihnen hinterlassen.

von Bernd K. (prof7bit)


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Le X. schrieb:
> oder wir suchen noch ein paar tausend Jahre und belassen
> das Zeugs derweil in Zwischenlager.

Dann gerät es auch nicht versehentlich in Vergessenheit.

von A. K. (prx)


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Le X. schrieb:
> Naja, was soll damit groß passieren?

Na, wenn du ihm damit nicht eigens den Steigbügel für sein Steckenpferd 
hingehalten hast... ;-)

Die BN Reihe aus dem Startbeitrag scheint allerdings für allgemeine 
Müllbeseitigung eher ungeeignet, wenn man damit nicht speziell Plutonium 
meint. Und das wird, wie oben bereits erwähnt, schon lange in 
konventionellen MOX Brennelementen genutzt. Sicherer werden die dadurch 
nicht gerade (*), aber irgendwie muss das Zeug halt weg.

*: Der Anteil verzögerter Neutronen ist geringer, was die 
Sicherheitsmarge reduziert.

: Bearbeitet durch User
von Ralph F. (ralph_f)


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Bernd K. schrieb:
> Wenn es möglich ist eine Maschine zu bauen die
>
> Dann wäre ich dafür so ein Ding zu bauen. Denn welches rationale
> Argument (keine überlieferten religiösen oder politischen Dogmen)
> spräche dann noch dagegen?

Wie wärs damit, das es in Deutschland gesetzlich verboten ist ?

von Bernd K. (prof7bit)


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Ralph F. schrieb:
> Wie wärs damit, das es in Deutschland gesetzlich verboten ist ?

Verboten weil es verboten ist? Das ist kein rationales Argument.

von Ralph F. (ralph_f)


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Für Politiker schon.

Nach Jahrzehnten der Indoktrination ist Atomkraft mittlerweile in 
Deutschland derart in Verruf geraten, das eine rationale Debatte um das 
Verbot gar nicht mehr möglich ist.

Ausserdem steigen gerade auch im Rahmen der Friday for Future 
Demonstrationen die Grünen in den Umfragewerten. Die haben zwar auch 
kein brauchbares Konzept, aber sie haben nie vergessen, das sie die eine 
und einzige rechtmässige anti Atomkraft Partei sind.

von Ralph F. (ralph_f)


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A. K. schrieb:
>
> Die BN Reihe aus dem Startbeitrag scheint allerdings für allgemeine
> Müllbeseitigung eher ungeeignet, wenn man damit nicht speziell Plutonium
> meint. Und das wird, wie oben bereits erwähnt, schon lange in
> konventionellen MOX Brennelementen genutzt. Sicherer werden die dadurch
> nicht gerade (*), aber irgendwie muss das Zeug halt weg.

Leider bringt die Verwendung von MOX Elementen in den herkömmlichen 
thermischen Leichtwasserkraftwerken fast nichts, weil die 
Wahrscheinlichkeit auf eine Spaltung des Plutoniums sehr gering ist. 
Deshalb sammeln sich in den MOX Brennstäben der Welt langsam unspaltbare 
PU242 und PU243 an.

In der Beziehung sind Reaktoren mit "schnellen" Neutronen besser.
Wie eben der BN-800

von A. K. (prx)


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Ralph F. schrieb:
> Nach Jahrzehnten der Indoktrination ist Atomkraft mittlerweile in
> Deutschland derart in Verruf geraten, das eine rationale Debatte um das
> Verbot gar nicht mehr möglich ist.

Indoktriniert und irrational sind immer nur die anderen.
Man selbst denkt stets unabhängig und rational.

von A. K. (prx)


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Ralph F. schrieb:
> In der Beziehung sind Reaktoren mit "schnellen" Neutronen besser.
> Wie eben der BN-800

Blöderweise ist es schwierig, solchen Brennstoff schneller Reaktoren so 
zu mischen, das die Temperaturabhängigkeit der Reaktivität negativ 
ausfällt (void coefficient). Das ist aber für ein gewisses 
Selbstregelverhalten und inhärente Sicherheit wichtig.

Unangenehm sieht es auch beim Anteil verzögerter Neutronen aus. Die sind 
aber entscheidend, um Reaktoren überhaupt regeln zu können. Der Bereich 
einer Veränderung der Reaktivität, in dem überhaupt geregelt werden 
kann, schrumpft.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #6137826 wurde vom Autor gelöscht.
von Ralph F. (ralph_f)


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Das stimmt, es ist schwieriger zu regeln, aber offenslichtlich kein 
Hexenwerk.

Der BN-600 läuft seit Jahrzehnten und der BN-800 funktioniert auch.

Natürlich kann man bei Russland davon ausgehen das Störfälle vertuscht 
werden, aber es kann jedenfalls noch keinen gegeben haben der derart 
desaströs war, das die Mühle länger gestanden hat.

von Alex G. (dragongamer)


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Bernd K. schrieb:
> Wenn es möglich ist eine Maschine zu bauen die
>
> * Atommüll verringert anstatt ihn weiter zu vermehren
> * Nutzbare Energie freisetzt ohne dafür die Umwelt zu belasten
> * Eigensicher ist (z.B. Kernschmelze physikalisch unmöglich)
>
> Dann wäre ich dafür so ein Ding zu bauen. Denn welches rationale
> Argument (keine überlieferten religiösen oder politischen Dogmen)
> spräche dann noch dagegen?
Ein rationales Argument das mir einfallen würde, ist dass man dadurch 
beünstigt normale Atomreaktoren weiter zu betreiben oder gar zu bauen, 
und man damit die Gefahr die von diesen als Summe Ausgeht, erhöht.

: Bearbeitet durch User
von Icke ®. (49636b65)


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Ralph F. schrieb:
> Bernd K. schrieb:
>> Wenn es möglich ist eine Maschine zu bauen die
>>
>> Dann wäre ich dafür so ein Ding zu bauen. Denn welches rationale
>> Argument (keine überlieferten religiösen oder politischen Dogmen)
>> spräche dann noch dagegen?
>
> Wie wärs damit, das es in Deutschland gesetzlich verboten ist ?

Es ist nicht verboten, Kernkraftwerke zu bauen. §7 (1) AtG:

"Für die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Spaltung von 
Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität und von 
Anlagen zur Aufarbeitung bestrahlter Kernbrennstoffe werden keine 
Genehmigungen erteilt."

https://www.gesetze-im-internet.de/atg/__7.html

Du bekommst nur keine Genehmigung, wenn du den Strom verkaufen willst. 
Dem Bau von Forschungsreaktoren steht nichts im Weg. Außer angekettete 
Aktivisten vielleicht.

von Icke ®. (49636b65)


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Alex G. schrieb:
> Ein rationales Argument das mir einfallen würde, ist dass man dadurch
> beünstigt normale Atomreaktoren weiter zu betreiben oder gar zu bauen,
> und man damit die Gefahr die von diesen als Summe Ausgeht, erhöht.

Rationalität erkenne ich an diesem Argument nicht. Warum sollte man auf 
herkömmliche Technik mit all ihren Gefahren und Nebenwirkungen setzen, 
wenn es möglich ist, inhärent sichere Reaktoren zu bauen, die die 
Hinterlassenschaften ihrer betagten Kollegen beseitigen helfen?

von Icke ®. (49636b65)


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A. K. schrieb:
> Blöderweise ist es schwierig, solchen Brennstoff schneller Reaktoren so
> zu mischen, das die Temperaturabhängigkeit der Reaktivität negativ
> ausfällt (void coefficient). Das ist aber für ein gewisses
> Selbstregelverhalten und inhärente Sicherheit wichtig

3x darfst du raten, welche Reaktortechnik diese Kriterien erfüllt... =8P

von Ralph F. (ralph_f)


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Icke ®. schrieb:
> A. K. schrieb:
>> Blöderweise ist es schwierig, solchen Brennstoff schneller Reaktoren so
>> zu mischen, das die Temperaturabhängigkeit der Reaktivität negativ
>> ausfällt (void coefficient). Das ist aber für ein gewisses
>> Selbstregelverhalten und inhärente Sicherheit wichtig
>
> 3x darfst du raten, welche Reaktortechnik diese Kriterien erfüllt... =8P

Der Dual Fluid Reaktor.

Wenn er so funktioniert wie er soll. Den müsste man wirklich mal 
ausprobieren

von Matthias S. (da_user)


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A. K. schrieb:
> Und manche in Sachen Renitenz oder Dummheit Hochbegabte
> werden genau deshalb dort buddeln, weil es verboten ist oder davon
> abgeraten wird.

Naja, in Ägypten stehen z.B. einige komische Steinhaufen rum. Laut so 
einer TV-Sendung waren das mal Landeplätze für Goa'uld-Mutterschiffe.
Da stehen auch einige Warnungen drauf, so von wegen nicht betreten weil 
Todesgefahr (od. so ähnl.).
Die wurden auch betreten, die "Betreter" sind auch gestorben, Gerüchten 
nach eben weil sie diese Steinhaufen betreten haben. Ich glaube aber, 
dass die weder in Sachen "Renitenz" noch "Dummheit" besonders hochbegabt 
waren...

von Rainer U. (r-u)


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Icke ®. schrieb:
> Rationalität erkenne ich an diesem Argument nicht. Warum sollte man auf
> herkömmliche Technik mit all ihren Gefahren und Nebenwirkungen setzen,
> wenn es möglich ist, inhärent sichere Reaktoren zu bauen, die die
> Hinterlassenschaften ihrer betagten Kollegen beseitigen helfen?

Ich finde den ursprünglichen Artikel auch interessant. Wenn es den 
Russen gelingt, könnten Sie den Nachbarstaaten anbieten: Gebt uns Euren 
Atommüll - wir lösen Euer Endlagerproblem. Dann könnten wir weiter 
Bedenken haben und die Russen würden es machen, wenn es sich für sie 
lohnt.

Mal angenommen es gelingt ihnen - meine Fragen wären:

1) kann der wirklich alle endzulagernden Substanzen fressen, oder nur 
Teile davon (nur Brennstäbe) - und wie viel % sind das vom 
Gesamt-Atommüll?

2) Würde man Energie erzeugen oder müsste man welche reinstecken?

3) u.a. abhängig von (2) wäre der Verkaufspreis positiv (ich erzeuge 
Strom mit Deinem Müll und zahl Dir was) oder negativ (ich entsorge für 
Dich)?

von Uhu U. (uhu)


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Rainer U. schrieb:
> Gebt uns Euren
> Atommüll - wir lösen Euer Endlagerproblem. Dann könnten wir weiter
> Bedenken haben und die Russen würden es machen, wenn es sich für sie
> lohnt.

Und bei nächster Gelegenheit befiehlt dann der Große Bruder, dass 
Atommüll unter das Embargo gegen Russland fällt…

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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War das nicht so, daß Atommüll derzeit sowieso per Bundesbeschluß nicht 
exportiert werden darf?

Und auch wenn wir das Problem mit dem Atommüll lösen bzw. das Zeug 
binnen ein paar Wochen oder so in einem Reaktor zu ungefährlichem Blei 
umwandeln oder was auch immer - auch Atomkraftwerke erwärmen den 
Planeten. Nur Wind/Wasser/Solarenergie erwärmt die Erde nicht, da alles 
Strahlungsenergie von der Sonne in Strom wandelt und diese Einstrahlung 
sowieso vorhanden ist, ohne daß man viel daran ändern kann.

Trotzdem würde ich sagen so eine Technik um Atommüll wirklich recyclen 
zu können wäre schon gut, einfach um das Zeug loszuwerden bzw. die Menge 
so weit zu reduzieren, daß eine einfachere Lagerung möglich wird. Aber 
nicht die alte Suppe, die die Russen hier in neuen Dosen verkauft - die 
löst das Problem nicht.

Was man bräuchte wäre eine konsequente Wiederaufarbeitung um die Menge 
an zu lagerndem Material zu reduzieren und anschließend eine Prozedur, 
um den dabei anfallenden hochaktiven Abfall unschädlich zu machen.

Das Ganze ändert aber nichts an der Sicherheit von Kernkraftwerken. In 
dem Moment, wo da stark strahlendes Material in großen Mengen enthalten 
ist, ist da nichts "inhärent sicher" oder so. Das ist nichts weiter als 
eine Werbelüge. "Bei uns kann sowas nicht passieren...", den Spruch hört 
man seit den Anfängen der Atomenergie und trotzdem sind inzwischen so 
einige Deckel von den Schnellkochtöpfen abgeflogen. Ich war früher mal 
ein Befürworter der Kernenergie, aber wenn solche Kraftwerke auf eine 
Weise gebaut werden, daß z.B. Notstromdiesel in einem 
Tsunami-gefährdeten Gebiet im Keller installiert werden, stellt sich mir 
die Frage nach einer möglichen Sicherheit nicht mehr. Der Mensch ist 
nicht in der Lage, eine so gefährliche Technik sicher zu beherrschen, 
sobald es um wirtschaftliche Interessen geht. Dann steht die Sicherheit 
nicht mehr an erster Stelle, bzw. es wird kostenoptimiert bis die 
Sicherheit flöten geht und damit gibt es keine inhärent sicheren und 
trotzdem wirtschaftlichen Leistungsreaktoren. Und schon gar nicht, wenn 
man Umwelteinflüsse oder Kriege mit in Betracht zieht. Spätestens wenn 
mal ein kleiner Stein- oder Metallklumpen aus dem All ausgerechnet in so 
einem Kraftwerk oder Lager einrastet, war's das mit der inhärenten 
Sicherheit. Oder wer sagt mir, daß nicht doch mal irgend ein 
Wahnsinniger eine bunkerbrechende Rakete auf so ein Kraftwerk abfeuert? 
Will mir jemand ernsthaft weismachen, daß ein angeblich inhärent 
sicherer Atomreaktor das aushält? Niemals, eher friert die Hölle zu!

von Walter K. (walter_k488)


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Ben B. schrieb:
> Will mir jemand ernsthaft weismachen, daß ein angeblich inhärent
> sicherer Atomreaktor das aushält?

Und wenn nicht? Na und!

https://www.eike-klima-energie.eu/2020/02/11/die-pilze-von-tschernobyl/

: Bearbeitet durch User
von Bernd K. (prof7bit)


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Ben B. schrieb:
> das Zeug
> binnen ein paar Wochen oder so in einem Reaktor zu ungefährlichem Blei
> umwandeln

Blei... ich sehe schwarz. Das gilt in der EU ebenfalls als böse.

von Rainer U. (r-u)


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Ben B. schrieb:
> War das nicht so, daß Atommüll derzeit sowieso per Bundesbeschluß nicht
> exportiert werden darf?

Wenn damit verhindert werden soll, dass man sein Atommüllproblem der 
dritten Welt überhilft, bin ich dafür.

Wenn aber nachgewiesen wäre, dass man damit pragmatisch das 
Atommüllproblem lösen kann, kann man so einen Beschluss ja überdenken / 
ändern / anpassen.

Wenige solcher Reaktoren in dünn besiedelten Gebieten hätten immer noch 
die genannten Risiken, aber die wären mir lieber als das Müll- / 
Endlagerproblem.

von Uhu U. (uhu)


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Bernd K. schrieb:
> Blei... ich sehe schwarz. Das gilt in der EU ebenfalls als böse.

Vielleicht tritt Frau Merkel dann auch vom Blei-Ausstieg zurück…

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Die Risiken mit der Lagerung haben wir sowieso. Wohin es führt wenn man 
das Zeug unterirdisch verkippt, hat doch Schacht Asse gezeigt. Kann man 
also vergessen die Idee, es gibt kein sicheres unterirdisches Endlager. 
Man muß den Kram oberirdisch lagern bzw. in sehr geringer Tiefe und in 
sicheren Behältern. Nichts, was durch Wasser angegriffen oder 
ausgewaschen wird und dann so oops, haben wir leider nicht gewusst. Man 
muß da drankommen können und das Zeug überwachen, ggf. umlagern können. 
Ewigkeitskosten nennt man sowas, und die verschwinden auch nicht nachdem 
große globale Energiekonzerne und Investoren verschwunden sind. Die 
Runde haben wir verloren. Das Zeug ist da, in den nächsten Jahren kommt 
weltweit noch so einiges dazu und die Investoren schlagen sich die 
Bäuche voll bis nichts mehr geht. Anschließend darf die Allgemeinheit 
für die Kosten aufkommen. Super Sache.

Dieses "oops, haben wir leider nicht gewusst" zieht sich auch durch die 
komplette "Branche" der Kernenergie. Strahlung gesundheitsschädlich hat 
niemand gewusst, wie sich Lithium tatsächlich in einer Fusionsbombe 
verhält hat niemand gewusst, Xenonvergiftung und -abbau unter 
Neutronenbestrahlung im RBMK-Reaktor hat niemand gewusst und daß 
Notstromdiesel an der Meeresküste nicht in den Keller gehören hat 
natürlich auch niemand gewusst. Es reicht, ich will nicht wissen was sie 
noch alles nicht wissen!

von Icke ®. (49636b65)


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Ben B. schrieb:
> auch Atomkraftwerke erwärmen den Planeten

Ja sicher. Aber fällt das ins Gewicht? Rechnen wir nach. Die 
Sonneneinstrahlung in Deutschland beträgt pro Jahr und Quadratmeter ca. 
1000kWh.

https://www.solarwatt.de/solarmodule/wissen/einstrahlungskarte

1000 kWh/m² = 1 MWh/m² = 1000000 MWh/km² = 1000 GWh/km² = 1TWh/km²

Deutschland hat eine Fläche von 357582 km². Demzufolge strahlt die Sonne 
jährlich eine Energiemenge von 357582 TWh ein.

Ein Kernkraftwerksblock mit einem Gigawatt Leistung produziert jährlich 
8,76 TWh Strom, wenn er 24/7 läuft. Sein typischer Wirkungsgrad liegt 
bei 35%.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk#Wirkungsgrad

Die freigesetzte Energie beträgt somit ~25 TWh pro Jahr. Um Deutschland 
komplett mit Strom zu versorgen, benötigen wir aufgerundet 100 Blöcke á 
1GW. Insgesamt würden die also 2500 TWh Wärme freisetzen. Das sind 
~0,007% der Energiemenge, mit der die Sonne allein auf Deutschland 
herunterlacht. Siehst du darin eine echte, wenn überhaupt meßbare, 
zusätzliche Erwärmung in planetarischen Maßstäben?

> Ich war früher mal ein Befürworter der Kernenergie

Und ich war spätestens nach Fukushima klar dagegen. Und ich bin es jetzt 
noch in Bezug auf die herkömmliche Reaktortechnik.

> aber wenn solche Kraftwerke auf eine
> Weise gebaut werden, daß z.B. Notstromdiesel in einem
> Tsunami-gefährdeten Gebiet im Keller installiert werden, stellt sich mir
> die Frage nach einer möglichen Sicherheit nicht mehr. Der Mensch ist
> nicht in der Lage, eine so gefährliche Technik sicher zu beherrschen

Ich verstehe deine Bedenken. Ich erkenne darin aber auch, daß du dich 
noch nicht mit den neuen Reaktortechnologien beschäftigt hast. Deren 
Funktionsprinzip ist nicht mit den herkömmlichen Technologien 
vergleichbar. Die Unfälle in Tschernobyl und Fukushima waren eine Folge 
mangelnder Kühlung. Weil diese Reaktoren auf einem Prinzip basieren, das 
permanente aktive Kühlung erfordert, und davon sehr viel. Ohne Kühlung 
wird der Reaktorkern so heiß, daß er schließlich schmilzt und sich durch 
den Boden arbeitet. Der russische BN-800 ist in dieser Hinsicht auch 
nicht besser, weil er einen positiven Tempearturkoeffizienten hat, d.h. 
die Reaktion mit der Temperatur zunimmt. Mehr Reaktion läßt die 
Temperatur weiter steigen, nochmehr Reaktion ist die Folge --> der 
Reaktor geht durch.
Ein sicherer Reaktor müßte also mit negativem Tempearturkoeffizienten 
arbeiten, sodaß die Reaktion mit steigender Temperatur abnimmt und sich 
die Temperatur auf einem bestimmten Niveau von selbst einregelt. Ohne 
jegliches äußeres Zutun. Nach diesem Prinzip arbeiten 
Flüssigsalzreaktoren wie der Dual-Fluid-Reaktor:

https://dual-fluid-reaktor.de/

Selbst wenn die Kühlung vollständig und dauerhaft ausfällt, kann hier 
keine  Kernschmelze eintreten. Rein aufgrund der physikalischen 
Eigenschaften.
Auf der Seite werden auch verschiedene Gen4 Reaktorkonzepte miteinander 
verglichen:

https://dual-fluid-reaktor.de/technical/comparison/

Der Pferdefuß an der Sache ist, daß noch niemand einen solchen Reaktor 
praktisch umgesetzt hat. Und daß die Forschung noch mindestens zwei 
Jahrzehnte in Anspruch nimmt, bevor ein stromproduzierender Prototyp 
gebaut werden kann. Das Prinzip hat mich jedoch überzeugt und mich meine 
Einstellung zur Kernkraft überdenken lassen. Ich sehe es als 
Energiequelle der Zukunft. Dieses Ding wird gebaut werden. Wenn nicht 
hier, dann anderswo. Aber irgendjemand wird es bauen, 100pro.

von Uhu U. (uhu)


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Icke ®. schrieb:
> Das Prinzip hat mich jedoch überzeugt und mich meine Einstellung zur
> Kernkraft überdenken lassen.

Ich hatte Anfang der 1960er ein Buch, in dem die Vorzüge der damaligen 
Kern- und Reaktortechnik in ähnlich bunten Farben, wie der DFR ausgemalt 
wurden…

Z.B. wollte man Glatteisproblemen auf Brücken dadurch beikommen, dass 
man den radioaktiven Müll in die Straßendecke einarbeitet. Ein anderes 
nettes Beispiel – illustriert durch eine Zeichnung – war die Suche von 
Lecks in unterirdischen Wasserleitungen: man wollte einfach dem Wasser 
Radionuklide beimischen und dann mit einem Strahlenmessgerät auf der 
Erdoberfläche nach dem Leck suchen…

Haarsträubend³…   Aber genau so schön bunt, wie 
https://dual-fluid-reaktor.de/

von Icke ®. (49636b65)


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Uhu U. schrieb:
> Z.B. wollte man Glatteisproblemen auf Brücken dadurch beikommen, dass
> man den radioaktiven Müll in die Straßendecke einarbeitet. Ein anderes
> nettes Beispiel – illustriert durch eine Zeichnung – war die Suche von
> Lecks in unterirdischen Wasserleitungen: man wollte einfach dem Wasser
> Radionuklide beimischen und dann mit einem Strahlenmessgerät auf der
> Erdoberfläche nach dem Leck suchen…

In den 50ern gab es auch Experimentierbaukästen für den kleinen 
Atomphysiker:

https://www.mta-r.de/blog/experimentierkasten-atomenergie-radioaktiv/

Heute ist man sich der Gefahren bewußt. Dein Vergleich ist vor allem 
eines:

Uhu U. schrieb:
> Haarsträubend³

von Matthias S. (da_user)


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Ben B. schrieb:
> Nur Wind/Wasser/Solarenergie erwärmt die Erde nicht, da alles
> Strahlungsenergie von der Sonne in Strom wandelt und diese Einstrahlung
> sowieso vorhanden ist, ohne daß man viel daran ändern kann.

Naja... ein Teil der Sonneneinstrahlung wird ja normalerweise 
Reflektiert. Die behalten wir jetzt auf der Erde.
Auch für Windkraft wird dem Wind Energie entnommen.

Unter'm Strich hat jede Energiequelle das gleiche Problem: wir entnehmen 
dem natürlichem System irgendwo Energie und führen sie an einen anderen 
Punkt wieder zu.
Der Unterschied ist nur, wie stark wir das machen, woraus die Frage 
resultiert, welchen Einfluss das hat.
Und da sind wir dann wieder irgendwie beim "Butterfly-Effekt".

von Walter K. (walter_k488)


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Matthias S. schrieb:
> Die behalten wir jetzt auf der Erde.
> Auch für Windkraft wird dem Wind Energie entnommen.

und die Auswirkungen auf Wetter und regionales Klima lassen für die 
Zukunft ein paar erstaunliche Aha-Effekte erwarten.

von A. K. (prx)


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Matthias S. schrieb:
> Naja... ein Teil der Sonneneinstrahlung wird ja normalerweise
> Reflektiert. Die behalten wir jetzt auf der Erde.

Der Einfluss von Photovoltaik auf die Albedo?
Beitrag "Erderwärmung durch Photovaltaik?"

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Auch für Windkraft wird dem Wind Energie entnommen.
Wind ist eine Folge der Erwärmung der Erde durch die Sonne.

@Icke
Sorry, Dir das so sagen zu müssen, aber Du hast keine Ahnung von 
Reaktortechnik. Erstmal hat ein heutiger Leistungsreaktor etwa 3.600 bis 
4.400 MW thermisch bei den Neubauten. Das geht auch komplett in Wärme 
über, egal ob direkt über die Kühltürme oder die zwischenzeitliche 
Umwandlung in Strom.

Zweitens was Deine inhärente Sicherheit angeht: Außer 
Forschungsreaktoren ist bislang "nur" Tschernobyl wegen einer 
Leistungsexkursion zerstört worden - und da hat die Bedienmannschaft 
wissentlich oder unwissentlich alles getan, um genau das zu erreichen.

Alle anderen Unfälle sind Folge der Nachzerfallswärme. Bei einem 
Leistungsreaktor entsteht die Wärme durch die Spaltung von Atomkernen, 
indem man durch Neutronenstrahlung besonders kurzlebige Isotope erzeugt, 
die möglichst schnell zerfallen. Das Problem dabei ist, daß dabei auch 
Isotope entstehen, die weniger schnell zerfallen, bzw. die Spaltprodukte 
selbst zerfallen weiter, bis irgendwann ein stabiles Isotop erreicht 
wird. Dabei wird weiter Energie frei, auch wenn man die eigentliche 
Kernreaktion mit den Steuer- oder Abschaltstäben beendet. Diese 
Nachzerfallswärme beträgt kurz nach dem Abschalten eines 
Leistungsreaktors etwa 10% der thermischen Reaktorleistung und klingt 
über Stunden bzw. Tage im Verlauf der Halbwertszeit ab.

Da kannst Du auch mit einem "inhärent sicheren" Reaktor nichts gegen 
tun, diese Wärme entsteht ohne steuerbares äußeres Zutun und es gibt 
nichts, was man dagegen tun kann. Dadurch muß ein aus dem 
Leistungsbetrieb abgeschalteter Reaktorkern weiterhin gekühlt werden, 
bis diese Nachzerfallswärme nach ein paar Tagen auf ein einigermaßen 
niedriges Niveau  zurückgegangen ist.

Verbrauchte Brennstäbe müssen auch ein paar Jahre im Abklingbecken 
verbleiben, bevor sie überhaupt in Castor-Behälter verladen werden 
können. Dadurch muß sogar das Abklingbecken gekühlt werden (eingetragene 
Wärme etwa 2..5 MWth, je nachdem wieviel benutzte Brennelemente sich 
darin befinden, z.B. bei Brennelementwechseln wo der Kern komplett 
entladen wird). Die Dinger werden also weiter von sich aus so heiß, daß 
sie schmelzen können - obwohl sie gar nicht mehr im Reaktorkern sind. 
Und da willst Du mir was von inhärent sicher erzählen? Schönen guten 
Morgen!

von A. K. (prx)


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Mit "inhärenter Sicherheit" ist gemeint, dass die Notkühlung ohne 
externe Energiezufuhr vom Netz oder Notstrom erfolgt, rein passiv ohne 
aktiv arbeitende Komponenten funktioniert.

Bei erweiterter Interpretation des Begriffs ist es möglicherweise 
schnell aus damit. Nicht alle Risiken werden damit abgedeckt, evtl. 
kommen andere hinzu.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Genau das haben sie vor dem 4fach-Knaller Fukushima über die dort 
verwendeten  Reaktoren auch schon erzählt, mit Notkondensationskammer 
und so'n Blödsinn. Was es bringt haben wir gesehen.

von Achim B. (bobdylan)


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Matthias S. schrieb:
> Auch für Windkraft wird dem Wind Energie entnommen.

Und das nicht zu knapp!

Durch die Häufung von Offshore-Windparks geraten Segler immer öfter in 
Flauten, die sie durch ihre Verbrennungsmotore überbrücken müssen!

So schneiden sich die grünversifften Atomkraftgegner ins eigene Fleisch!

von Rainer U. (r-u)


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Ben B. schrieb:
> Sorry, Dir das so sagen zu müssen, aber Du hast keine Ahnung von
> Reaktortechnik. Erstmal hat ein heutiger Leistungsreaktor etwa 3.600 bis
> 4.400 MW thermisch bei den Neubauten. Das geht auch komplett in Wärme
> über, egal ob direkt über die Kühltürme oder die zwischenzeitliche
> Umwandlung in Strom.
>
> Zweitens was Deine inhärente Sicherheit angeht: Außer
> Forschungsreaktoren ist bislang "nur" Tschernobyl wegen einer
> Leistungsexkursion zerstört worden - und da hat die Bedienmannschaft
> wissentlich oder unwissentlich alles getan, um genau das zu erreichen.
>
> Alle anderen Unfälle sind Folge der Nachzerfallswärme.

So wie ich den Thread bisher gelesen habe, ging es @Icke darum, die 
inhärente Sicherheit bei einem zukünftigen Reaktormodell darzustellen, 
und er hat auf das Defizit des russischen Reaktors im Beitrag oben 
hingewiesen (regelt sich thermisch nicht selbst ab sondern hoch). Du 
hingegen beschreibst aktuelle Reaktortechnik, das passt nicht zusammen, 
finde ich.

Höchstens: Auch die früheren Ingenieure haben auf die Physik und 
Schwerkraft vertraut, als sie die Kettenreaktion durch von oben per 
Schwerkraft einfahrende Graphit?Stäbe bremsen wollten - bis sich diese 
verkanteten oder verformten. Dieses Beispiel hab ich noch irgendwie so 
im Hinterkopf, dass es auch banale Dinge geben kann, die man nicht 
vorhergesehen hat.

Also wäre es ja konstruktiver, dem Dual-Fluid-Reaktor-Team diese Dinge 
zu nennen, wozu sie auch ausdrücklich einladen.

Ich bin nicht dafür, die aktuellen KKWs weiterzubetreiben. Aber dafür, 
Technologien zu entwickeln, um deren Hinterlassenschaften loszuwerden.

von Matthias S. (da_user)


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A. K. schrieb:
> Der Einfluss von Photovoltaik auf die Albedo?

Ok, dann ändert sich der Wert der reflektierten Sonnenenergie nicht. 
Aber ich habe Sonnenenergie die normalerweise die Wüste aufheizen würde 
und transportiere die irgendwo anders hin um sie dort freizusetzen...

Also um mal deutlich zu werden: ich gehe auch davon aus, dass das im 
Gesamtsystem eher homöopathische Werte sind und vermute, dass dies 
keinen Einfluss hat, und wenn doch, dass dieser Einfluss deutlich 
geringer und Harmloser ist, als das was wir mit den klassischen 
Energieerzeugungen verursachen. Darum: der Verweis auf den 
Butterfly-Effekt.
Aber so manche Hochloberei erinnert mich an das, wie damals die 
Atomkraft angepriesen wurde: saubere, sichere, günstige Energiequelle:

Uhu U. schrieb:
> Z.B. wollte man Glatteisproblemen auf Brücken dadurch beikommen, dass
> [...]
> Erdoberfläche nach dem Leck suchen…

Aber ohne dass wir uns wieder ins Steinzeitalter zurückbegeben, werden 
wir dieses "Problem" wohl kaum mehr lösen können, sondern nur versuchen 
zu minimieren.
Und wenn wir doch zurückgehen, müssten wir eigentlich sogar auf 
Lagerfeuer verzichten...

Achim B. schrieb:
> Matthias S. schrieb:
>> Auch für Windkraft wird dem Wind Energie entnommen.
>
> Und das nicht zu knapp!
>
> Durch die Häufung von Offshore-Windparks geraten Segler immer öfter in
> Flauten, die sie durch ihre Verbrennungsmotore überbrücken müssen!
>
> So schneiden sich die grünversifften Atomkraftgegner ins eigene Fleisch!

Ich merke, du verstehst mich ;-)

von A. K. (prx)


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Ben B. schrieb:
> Genau das haben sie vor dem 4fach-Knaller Fukushima über die dort
> verwendeten  Reaktoren auch schon erzählt,

Wer hat das erzählt? Das habe ich so nicht in Erinnerung. Die waren 
allesamt nicht in der Lage, dauerhaft ohne Stromversorgung zu überleben 
und das war bekannt.

> mit Notkondensationskammer und so'n Blödsinn.

Die ohne externe Kühlung mit aktiver Technik nur für eine begrenzte Zeit 
funktioniert. Auch das war vorher bekannt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgend jemand jemals Fukushima in 
die Klasse "inhärent Sicherer" KKWs einsortierte. Auch wenn natürlich 
deren Vorführungen viel erzählen.

von A. K. (prx)


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Rainer U. schrieb:
> Höchstens: Auch die früheren Ingenieure haben auf die Physik und
> Schwerkraft vertraut, als sie die Kettenreaktion durch von oben per
> Schwerkraft einfahrende Graphit?Stäbe bremsen wollten - bis sich diese
> verkanteten oder verformten.

So ist das bei Druckwasserreaktoren.

Bei Siedewasserreaktoren mit Reaktordruckbehälter fahren die Steuerstäbe 
von unten ein. Also z.B. in Fukushima und den früheren amerikanischen 
Typen und den davon inspirierten Typen weltweit. Hat mechanische und 
physikalische Gründe.

Bei den Druckröhrenreaktoren von Tschernobyl gab es sie von oben und von 
unten, mit unterschiedlichen Rollen.

Die in Tschernobyl eingesetzte Graphitspitze war Teil des Problems und 
diente nicht der Drosselung, sondern dem Gegenteil davon. Graphit 
absortiert keine Neutronen, das kann Bor viel besser.

: Bearbeitet durch User
von Ralph F. (ralph_f)


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Ben B. schrieb:
>
> Diese
> Nachzerfallswärme beträgt kurz nach dem Abschalten eines
> Leistungsreaktors etwa 10% der thermischen Reaktorleistung und klingt
> über Stunden bzw. Tage im Verlauf der Halbwertszeit ab.
>
> Da kannst Du auch mit einem "inhärent sicheren" Reaktor nichts gegen
> tun, diese Wärme entsteht ohne steuerbares äußeres Zutun und es gibt
> nichts, was man dagegen tun kann. Dadurch muß ein aus dem
> Leistungsbetrieb abgeschalteter Reaktorkern weiterhin gekühlt werden,
> bis diese Nachzerfallswärme nach ein paar Tagen auf ein einigermaßen
> niedriges Niveau  zurückgegangen ist.
>
> Verbrauchte Brennstäbe müssen auch ein paar Jahre im Abklingbecken
> verbleiben, bevor sie überhaupt in Castor-Behälter verladen werden
> können. Dadurch muß sogar das Abklingbecken gekühlt werden (eingetragene
> Wärme etwa 2..5 MWth, je nachdem wieviel benutzte Brennelemente sich
> darin befinden, z.B. bei Brennelementwechseln wo der Kern komplett
> entladen wird). Die Dinger werden also weiter von sich aus so heiß, daß
> sie schmelzen können - obwohl sie gar nicht mehr im Reaktorkern sind.
> Und da willst Du mir was von inhärent sicher erzählen? Schönen guten
> Morgen!

Der Punkt den du übersiehst ist, das die Brennelemente schmelzen, weil 
sie der Nachzerfallswärme nicht widerstehen können und sich das 
Spaltmaterial noch darin befindet.

Bei Flüssigsalzreaktoren fliesst das Spaltmaterial aus den 
Brennstabrohren
in den Keller, der extra dafür gebaut wurde. Während die thermische und 
mechanische Belastbarkeit der Rohre für den normalen Reaktorbetrieb 
optimiert wurde, kann man diesen Keller durchaus dafür optimieren, das 
er der Hitze standhalten kann.
Noch ein paar Neutronengifte einarbeiten und schon passiert da unten gar 
nichts mehr

von A. K. (prx)


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Das Problem an Flüssigsalzreaktoren ist (hoffentlich) nicht so sehr 
jener Sicherheitsaspekt, für den sie optimiert sind. Sondern jene 
Probleme, die sich im normalen Betrieb einstellen, und die zumindest 
beim bisherigen schon lange bekannten Konzept von Flüssigsalzreaktoren 
auftreten.

Auch beim Dual Fluid Reactor wird der Teufel im Detail stecken und man 
wird lernen müssen. Materialtechnisch beispielsweise. Und da wärs nett, 
wenn man nicht so vorgeht, bei bei den alten Typen. Bei denen man nach 
vielen Jahren merkte, dass der Stahl diverser Komponenten wie 
Druckbehälter und Dampferzeuger dafür nicht taugt, man diese aber dank 
bestehender Betriebsgenehmigungen noch Jahrzehnte weiter betreibt.

: Bearbeitet durch User
von David S. (Firma: Bankenaufsicht) (avmsterdam)


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Ich kenne mich mit der Technik hinter Atomkraft nicht sehr aus, meine 
Meinung zur Abschaltung unserer AKWs ist aber negativ: wir konsumieren 
nämlich weiterhin sehr viel Kernenergie, nur eben importierte 
französische statt der eigenen. Und der Anteil von Braun- und Steinkohle 
am Energiemix hat sich kaum verringert, da diese eingesetzt wurden, um 
die wegfallenden AKWs zu kompensieren. Wir sind also von "antiquierten" 
1960-1980er Reaktoren auf "moderne" Kohleverbrennung aus dem 19. 
Jahrhundert umgestiegen.

Die Erneuerbaren machen inzwischen ein Drittel des Energiemixes aus, 
schön und gut, aber die wirklich schädlichen und Deutschland 
importabhängig machenden Atom und Kohle zusammen sind weiterhin 
vergleichbar wichtig wie 2000, als EEG ins Leben gerufen wurde.

Letztendlich hatte EGG zur Folge, dass deutscher Strom inzwischen 
sauteuer, dafür aber noch immer richtig schädlich/umweltbelastend ist 
und aus dem Ausland kommt. Wo macht das Sinn?

: Bearbeitet durch User
von Martin L. (makersting)


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David S. schrieb:
> Letztendlich hatte EGG zur Folge, dass deutscher Strom inzwischen
> sauteuer, dafür aber noch immer richtig schädlich/umweltbelastend ist
> und aus dem Ausland kommt. Wo macht das Sinn?

Geld umverteilen.
Wir öffnen inzwischen sogar befriedigt unseren Geldbeutel um den Inhalt 
anderen zu geben, da wir unsere Schuld damit zu mindern glauben. Also 
eine Umverteilung im Einvernehmen beider. Der Traum der Geldempfänger, 
das wahre Paradies.

: Bearbeitet durch User
von A. K. (prx)


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David S. schrieb:
> nur eben importierte französische statt der eigenen.

Deutschland exportiert mehr Strom als es importiert.

Oft exportiert D mehr Strom nach F, als es von F importiert, wenn man 
Re-Export abzieht. Das variiert je nach Saison, Wetter und Anzahl in 
Betrieb befindlicher KKW in F.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Dazu liegt der Anteil der Erneuerbaren mittlerweile bei 43%.

David S. schrieb:
> Wo macht das Sinn?

Hier: für 43 von 100kWh wird eben keine Kohle verbrannt oder 
strahlender Restmüll produziert.

: Bearbeitet durch Moderator
von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Auch beim Dual Fluid Reactor wird der Teufel im Detail stecken und man
> wird lernen müssen. Materialtechnisch beispielsweise.

Wie vage das ist, ist https://dual-fluid-reaktor.de/technical/materials/ 
zu entnehmen. (Interessant sind auch die vielen Fehler im Text – der ist 
offenbar mit der heißen Nadel gestrickt…)

von Nick M. (muellernick)


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Chris D. schrieb:
> Hier: für 43 von 100kWh wird eben keine Kohle verbrannt oder
> strahlender Restmüll produziert.

Und die 43% sind bedarfsgerecht verfügbar und nur irgendwann und wird 
dann "exportiert" (lies: Nimm meinen Strom, nimm mein Geld).

Ich muss immer vor Lachen auf die Schenkel klopfen, wenn ich an das 
Obervermuntwerk in Österreich denk: Die nehmen unseren Strom und 
bekommen dafür Geld und liefern uns den Strom paar Stunden später wieder 
und bekommen nochmal Geld.

von A. K. (prx)


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Du meist, es wäre lukrativer, die Alpen nach D umzuziehen?

von Nick M. (muellernick)


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A. K. schrieb:
> Du meist, es wäre lukrativer, die Alpen nach D umzuziehen?

Nein, ich meine es wäre mal sinnvoll den Begriff "exportieren" und 
"Überschuss" zu hinterfragen.

Das Obervermuntwerk importiert mehr als es exportiert und macht damit 
zwei mal Gewinn.

Es gibt auf YT übrigens extrem interessante Videos zu dem 
Pumpspeicherkraftwerk.

von Alex G. (dragongamer)


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@muellernick
Dass ein Pumpspeicherkraftwerk so sein Geld verdienen kann ist doch 
nichts neues und sicherlich nichts weswegen man die Herangehensweise an 
die Energieversorgung hinterfragen sollte.
Im Gegenteil, wir brauchen eben mehr Pumpspeicherkraftwerke. Gibt es 
auch hierzulande ein paar, aber natürlich müssen die natürlichen 
Begebenheiten passen.
Übrigens sind die Herstellungs- und Wartungskosten eines 
Pumpspeicherkraftwerks auch nicht ohne und es ist ein Investitionsrisiko 
sowas zu bauen (wäre es ne Gelddruckmaschine hätten wir schon hunderte).

: Bearbeitet durch User
von Hendrik L. (lbd)


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A. K. schrieb:
> David S. schrieb:
>> nur eben importierte französische statt der eigenen.
>
> Deutschland exportiert mehr Strom als es importiert.
>
> Oft exportiert D mehr Strom nach F, als es von F importiert, wenn man
> Re-Export abzieht. Das variiert je nach Saison, Wetter und Anzahl in
> Betrieb befindlicher KKW in F.


Aber nur bei Wind!!!

In 20 Jahren werden wir definitiv wieder Atomenergie haben, aus Gründen 
des Umweltschutzes - ansonsten geht die CO2 - und e-Auto Rechnung nicht 
auf.

Aber dann werden wir importieren - eigenes Know How ist dann tot!

Gruesse

von Matthias L. (limbachnet)


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Alex G. schrieb:
> wäre es ne Gelddruckmaschine hätten wir schon hunderte

Wenn du Österreicher bist, dann passt das "wir". In Deutschland sind die 
geografischen Gegebenheiten nun mal Käse - wir haben viel Flachland, 
wenig Berge, und ein Pumpspeicherkraftwerk wird nur mit möglichst großer 
Fallhöhe sinnvoll. Der Bau-Aufwand ist nämlich (fast) unabhängig von der 
Fallhöhe, aber doppelte Fallhöhe gibt auch doppelt so viel gespeicherte 
potentielle Energie bei gleichem Volumen.

Es läuft darauf hinaus, dass man ein Pumpspeicherkraftwerk nur bauen 
kann, wo man:
Mindestens 200 m Fallhöhe
Höchstens 5 km horizontale Entfernung
Geeigneten Boden
Keine Siedlungsflächen oder Ähnliches hat, dann geht's auch nicht in 
Naturschutzgebieten und Nationalparks und im Idealfall möchte man 
natürlich bereits vorhandene Wasserkörper nutzen.

Die Quelle müsste ich suchen (mein Junior hat das im Abi 
zusammengetragen), aber nach diesen Kriterien kommen in Deutschland so 
ungefähr 7 GWh zusätzliche mögliche Speicherkapazität zusammen, 
natürlich überwiegend im Süden. Der Wind bläst eher im Norden, und die 
fehlende Nord-Süd-Verbindung ist einfach Käse.

Nach gleichen Kriterien könnte beispielsweise Norwegen Speicherpotential 
von zusätzlich 1356 GWh bauen. Dann müsste aber der Nordlink auch massiv 
ausgebaut werden. Und das Problem, dass man für den zu speichernden 
Strom zweimal bezahlt (dreimal, wenn man die Förderung im Inland 
mitzählt), das bleibt dort auch erhalten.

Technisch lässt sich das alles lösen, wenn man denn WIRKLICH wollen 
würde.

von Nick M. (muellernick)


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Matthias L. schrieb:
> Technisch lässt sich das alles lösen, wenn man denn WIRKLICH wollen
> würde.

Genügend stillgelegte Bergwerke stehen zur Verfügung.
Aber was man in Schland betreibt, ist blinder Aktionismus. Dass man 
Infrastruktur braucht, hat man bis jetzt noch nicht kapiert. Das denken 
in Sytemen ist in der Politik nicht erwünscht. Es genügt von 
Katastrophen zu sprechen. Dabei sind die Leute selbst die Katastrophe.

von A. K. (prx)


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Nick M. schrieb:
> Dass man Infrastruktur braucht, hat man bis jetzt noch nicht kapiert.

"Wir brauchen die starke Frau (der starke Mann ist sowas von gestrig), 
die gegen alle Widerstände aus der uneinsichtigen Bevölkerung die 
richtigen Konzepte durchsetzt. Anders geht es nicht." -- Meinst du das 
ungefähr so?

Es ist ja nicht so, dass man es dort nicht kapiert hätte, wo Probleme 
und Planung auflaufen. Aber um diese Problematik wissende Oberbayern 
wollen von ihren Unterbayern gewählt werden, gehen mit ihrer Meinung in 
die Wahlen und kommen mit deren Meinung wieder raus. Wollen ja nicht 
ihren Job verlieren. Wenns so erwarungsgemäss nicht klappt, gibts ja 
noch welche weiter oben, denen man die Schuld in die Schuhe schieben 
kann.

Auch jeder Unter- und besonders Mittelbayer weiss darum. Aber denen geht 
ihr Häuschen vor, weshalb Vögel, Mäuse (die fliegenden), Insekten und 
Wiesenkräuter besonders wichtig werden, wenn es darum geht, den 
schwarzen Peter dem Nachbarn zuzuschieben. Infrastruktur ist wichtig, 
mein Häuschen aber wichtiger.

Ist halt kompliziert, so ein demokratisches föderales System. Auf jede 
einzelne Idee kommen immer drei Gegner. Klingt nicht nur furchtbar 
umständlich, das ist es auch. Ist aber bei Lichte besehen doch weniger 
furchbar als andere Ansätze. Dauert aber länger.

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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Nick M. schrieb:
> Es gibt auf YT übrigens extrem interessante Videos zu dem
> Pumpspeicherkraftwerk.

Wie sind eigentlich die Turbinen- und Generatorlager konstruiert?

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Also "normalerweise" haben Leistungsreaktoren ein dampfgetriebenes 
Notkühlsystem. Und ich sags nochmal, wenn die Dieselgeneratoren für das 
Überleben des Kraftwerks dermaßen essentiell sind, dann darf man die 
Scheißdinger zum Geier nochmal auf keinen Fall in den Keller eines 
Gebäudes bauen, was an einer tsunamigefährdeten Küste steht. Sorry, 
allein durch diesen "kleinen Fehler" bin ich davon überzeugt, daß der 
Mensch nicht zur dauerhaft sicheren Handhabung der Kernenergie in der 
Lage ist. Hier geht es nicht um eine Kinder-Hüpfburg oder von mir aus 
auch ein Krankenhaus, wo durch so einen Fehler auch Menschen sterben 
könnten - hier geht es um ein Atomkraftwerk, das erwiesenermaßen ganze 
Landstriche dauerhaft unbewohnbar machen kann wenn der Deckel 
runterfliegt, plus die ganzen Krebserkrankungen bei den armen Schweinen, 
die nach dem großen Knall die Scheiße für die Kraftwerksbosse und 
Investoren aufwischen dürfen.

Die Katastrophe von Tschernobyl ist ein wenig komplexer zu erklären. 
Während des Betriebes entsteht im Reaktor Xenon, welches Neutronen 
einfängt und daher als Neutronengift wirkt. Bei hoher Leistung wird 
dieses Xenon-Isotop schnell wieder abgebaut und wirkt sich nicht auf den 
Betrieb aus. Beim Betrieb mit verminderter Leistung bildet sich aber 
mehr Xenon als abgebaut wird, es entsteht eine sogenannte 
Xenonvergiftung, die die Leistung des Reaktors immer weiter senkt. Es 
ist also recht schwer, solche Reaktoren mit geringer Leistung zu 
betreiben. Der Reaktor in Tschernobyl sollte für Wartungsarbeiten 
heruntergefahren werden und vorher war noch ein Test angeordnet, bei dem 
ein Spannungsregler am Generator (glaube ich) getestet werden sollte. 
Auf Anforderung des Lastverteilers wurde seine Leistung aber doch 
weiterhin benötigt, daher wurde das Herunterfahren unterbrochen und der 
Reaktor über einige Stunden mit stark verminderter Leistung betrieben 
und die Bedienmannschaft mußte infolge der sich aufbauenden 
Xenonvergiftung immer mehr Steuerstäbe ziehen, um den Reaktor überhaupt 
am Laufen zu halten. Irgendwann war die Vergiftung so weit 
fortgeschritten, daß die Kernspaltung trotz aller gezogener Steuerstäbe 
fast zum Erliegen kam und dieser Test eigentlich nicht mehr durchgeführt 
werden konnte. An dieser Stelle hätte man den Reaktor den Test 
verschieben und den Reaktor abschalten müssen (dann zerfällt das Xenon 
innerhalb einiger Tage glaube ich und die Vergiftung ist wieder weg). Da 
das aber wahrscheinlich nicht so gut mit dem Parteibuch zusammengepasst 
hätte, hat die Bedienmannschaft noch weitere Steuerstäbe gezogen, was 
unter keinen Umständen erlaubt war. Man musste sogar einige 
Sicherheitssysteme abschalten, um diese Aktionen überhaupt ausführen zu 
können (zuviele gezogene Steuerstäbe hätten sonst eine automatische 
Schnellabschaltung bewirkt). Daraufhin stieg die Leistung wieder an. 
Diese RBMK-Reaktoren sind graphitmoderiert und haben einen positiviten 
Dampfblasen-Koeffizienten. Das heißt bei mehr Dampf (und nicht Wasser) 
in den Druckröhren steigt die Reaktorleistung an (beim wassermoderierten 
Siedewasserreaktor ist das genau umgekehrt). Also mehr Reaktorleistung 
bedeutete mehr Dampf, dadurch mehr Reaktorleistung und wieder mehr 
Dampf. Zum Beginn des Tests wurde die Turbine abgeschaltet (man wollte 
wissen wie lange die auslaufende Turbine Strom für das Kraftwerk liefern 
kann), wodurch dem Reaktor weniger Wärme entnommen wurde. Die Folge 
davon: noch mehr Dampf. Das ging so weit, daß die Reaktorleistung hoch 
genug wurde, um auch das Xenon-Neutronengift abzubauen, wodurch nochmal 
zusätzlich die Reaktorleistung stieg. Also gleich zwei sich selbst 
verstärkende Prozesse. Als die Bedienmannschaft diesen extremen 
Leistungsanstieg bemerkt hat, haben sie die Notabschaltung ausgelöst um 
ihn zu stoppen. Der letzte "Fehler" war nun, daß die Steuerstäbe an den 
Spitzen aus Graphit bestanden, um beim Anfahren die Reaktivität zu 
steigern. Durch die große Menge gleichzeitig einfahrender Steuerstäbe 
wurde die Leistung also erstmal nicht gedrosselt, sondern noch 
zusätzlich sehr stark erhöht. Die Folge davon war eine 
Leistungsexkursion, bei der der Reaktor etwa das Hundertfache seiner 
Nennleistung erreichte. Die Steuerstäbe haben sich nicht verklemmt. Der 
Reaktor ist auseinandergeflogen, bevor die Steuerstäbe eine wirksame 
Bremswirkung entfalten konnten (die fahren beim RBMK auch sehr langsam, 
glaube 12 Sekunden bis zur Endlage, bei westlichen Reaktoren ist das im 
Falle einer Schnellabschaltung vielleicht eine Sekunde). Das Wasser im 
Reaktor verdampfte schlagartig, hat den Deckel weggesprengt und das 
Gebäude oben in Fetzen gerissen. Dadurch lag der extrem heiße 
Graphitkern frei an der Luft und fing an zu brennen. Der Brand dauerte 
wohl mehrere Tage und erst dadurch wurde so extrem viel Radioaktivität 
großflächig in der Gegend verteilt. Klar lagen auch Teile des 
Reaktorkerns und des Brennstoffs auf dem Dach von Block drei usw. aber 
ohne den Brand hätte es keine so extreme Ausbreitung gegeben.

Man muß evtl. auch dazu wissen, daß die RBMK-Blöcke nicht nur für die 
Stromerzeugung genutzt wurden, sondern auch zur Produktion von 
Plutonium. Deswegen der Graphitkern. Da die Brennelemente für diesen 
Zweck nicht lange im Reaktor bleiben dürfen (sonst werden 
Plutonium-Isotope gebildet, die sich aufgrund ihrer Strahlung nicht für 
Kernwaffen eignen), konnte man beim RBMK sogar einzelne Druckröhren 
absperren und die Brennelemente wärend des normalen Leistungsbetriebes 
wechseln. Ich glaube kein anderer Reaktortyp kann das.

So, das war Tschernobyl und das hätte man mit einem vielleicht wirklich 
sicheren Reaktor - falls es den gibt - verhindern können.

Alle anderen größeren Unfälle wie TMI oder Fukushima sind aufgrund der 
oben beschriebenen Nachzerfallswärme passiert. Heißt der Reaktor war 
bereits abgeschaltet, bei Block 4 in Fukushima war der Reaktorkern nicht 
mal beladen, alle Brennelemente waren während der Wartung im 
Abklingbecken. Nicht mal da haben sie es geschafft, die Dinger mit 
ausreichend Wasser zu bedecken, selbst da ist das Dach durch eine 
Wasserstoffexplosion weggeflogen. Wasserstoff bzw. Knallgas bildet sich 
wenn extrem heiße Brennelemente bzw. die Ummantelung aus Zirkalloy mit 
Wasserdampf reagieren bzw. durch die strahlungsbedingte Zerlegung der 
Wassermoleküle.

Vielleicht noch ein gutes Beispiel wieso das Zeug so verdammt gefährlich 
ist: Die guten Castor-Behälter, die das Zeug aufnehmen nachdem es 
bereits Jahre aus dem Reaktor heraus ist, haben immer noch eine 
Wärmeleistung von etwa 40kW. Die alten Brennelemente da drin sind über 
300°C heiß. Hochaktiver Abfall aus der Wiederaufarbeitung 
(HAW-Glaskokillen) kommt in Behälter, die bis zu 56kW Wärme abführen 
können.

Andere Reaktor-Typen wie natriumgekühlte Reaktoren haben das Problem, 
daß flüssiges Natrium sehr reaktiv ist. Kein Werkstoff findet das auf 
Dauer gut. Wenn sich flüssiges, heißes Natrium und Wasser durch ein 
kleines Leck im Dampferzeuger begegnen, kann man sich auch vorstellen wo 
das hinführt.

Flüssiges Salz ist noch reaktiver. Da wird man ebenfalls gravierende 
Probleme haben, ein Material zu finden, was diese Einsatzbedingungen 
aushält.

Bei Kugelhaufenreaktoren zerbrechen die Kugeln bei der Be- und Entladung 
und setzen dann Radioaktivität frei, oder sie verkeilen sich irgendwo in 
der Belademaschinerie.

Bei gasgekühlten Reaktoren verstopfen die Kanäle, dadurch gibt es dann 
punktuelle Überhitzungen im Kern, die bis zur Zerstörung von 
Brennelementen gehen.

Und alle diese Typen waren super sicher, bis doch irgendwas 
schiefgelaufen ist. Oder sie waren nicht wirtschaftlich, keine Ahnung.

Nee, alles was man heute noch in die Kernenergie investiert, sollte 
darauf abzielen, ihre Hinterlassenschaften zu beseitigen. Den Rest kann 
man dann in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren, da haben wir 
weit weniger Probleme mit als mit neuen angeblich sicheren Reaktortypen.

von A. K. (prx)


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Ben B. schrieb:
> Ich glaube kein anderer Reaktortyp kann das.

Die Schwerwasser-moderierten kanadischen CANDU Reaktoren sind ebenfalls 
vom Druckröhrentyp und können das auch. Obendrein arbeiten sie mit 
unangereichertem Natururan.

Die Inder kauften einen, und zur totalen Überraschung der Kanadier 
hatten sie bald darauf Kernwaffen.

von Ralph F. (ralph_f)


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Ben B. schrieb:
> Den Rest kann
> man dann in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren, da haben wir
> weit weniger Probleme mit als mit neuen angeblich sicheren Reaktortypen.

Eigentlich haben wir damit nur ein Problem:
Es funktioniert nicht.

Die Sonne schickt keine Rechnung, aber sie geht auch nicht ans Telefon 
wenn der Strom ausfällt, weil nachts kein Wind weht.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Sicherlich haben die erneuerbaren Energieen das Problem, daß sie nicht 
so gleichmäßig zur Verfügung stehen wie fossile Energieformen.

Allerdings sind das Probleme, denen wir heute schon begegnen könnten. 
Man kann große Pumpspeicherkraftwerke bauen, die Überschüsse speichern 
und bei Bedarf wieder einspeisen können. Wenn es sich am Strompreis 
bemerkbar machen würde, hätte ich auch kein Problem damit, meine Wäsche 
z.B. nicht an dunklen, windstillen Tagen zu waschen.

Oder mein persönlicher Favorit, ohne den es in absehbarer Zeit in Europa 
sowieso nicht geht (erst recht nicht wenn man das Thema Elektromobilität 
und dessen zusätzlichen zu erwartenden Strombedarf mit einbezieht), wäre 
Desertec gewesen. Große solarthermische Kraftwerke in der Wüste, die 
Wärme von der Sonne aufnehmen und speichern können. Obwohl sie nur reine 
Solarenergie nutzen, sind diese Kraftwerke in der Lage, auch nachts 
Strom zu produzieren. Aber das jetzt alles auch noch darzulegen schweift 
zu weit vom Thema ab.

von Icke ®. (49636b65)


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Ben B. schrieb:
> Nee, alles was man heute noch in die Kernenergie investiert, sollte
> darauf abzielen, ihre Hinterlassenschaften zu beseitigen. Den Rest kann
> man dann in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren, da haben wir
> weit weniger Probleme mit als mit neuen angeblich sicheren Reaktortypen.

Schade, du WILLST nicht kapieren. Transmutation ist die einzige 
Möglichkeit, mit langlebigen Isotopen fertig zu werden. Und das geht 
halt nur in einem Reaktor. Warum sollte man die nebenbei anfallende 
Energie nicht nutzen?  Deine Argumente beziehen sich weiterhin nur auf 
herkömmliche Reaktortechnik. Wenn du dich etwas tiefgründiger über 
MSR/DFR informiert hättest, wäre dir klar, daß bei diesen eben keinerlei 
aktive Kühlung notwendig ist, um die Nachzerfallswärme abzuführen. Und 
ja, selbstverständlich gibt es noch erhebliche Probleme zu lösen. 
Deswegen behauptet auch keiner, daß diese Technik schon in wenigen 
Jahren einsatzfähig ist.

Ben B. schrieb:
> Große solarthermische Kraftwerke in der Wüste, die
> Wärme von der Sonne aufnehmen und speichern können. Obwohl sie nur reine
> Solarenergie nutzen, sind diese Kraftwerke in der Lage, auch nachts
> Strom zu produzieren. Aber das jetzt alles auch noch darzulegen schweift
> zu weit vom Thema ab.

Es würde sicher auch zu weit abschweifen, auf welchem Wege die Energie 
in den benötigten Mengen von der Wüste nach Deutschland gelangt. Wir 
schaffen es noch nichtmal, innerhalb Deutschlands ein paar 100km 
Leitungen zu bauen. Um den Strom von Desertec nach D zu bringen, müßten 
HGÜ-Trassen über etliche Herren Länder, durch das Mittelmeer und über 
Gebirge gebaut werden. Viel Spaß bei der Planung, Finanzierung und den 
Verhandlungen mit den Durchleitstaaten.

von Matthias S. (da_user)


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Nick M. schrieb:
> Ich muss immer vor Lachen auf die Schenkel klopfen, wenn ich an das
> Obervermuntwerk in Österreich denk: Die nehmen unseren Strom und
> bekommen dafür Geld und liefern uns den Strom paar Stunden später wieder
> und bekommen nochmal Geld.

So ein Schmarrn.
Wir bezahlen in diesem Falle die Österreicher dafür, dass sie unseren 
überflüssigen Strom speichern und uns zur Verfügung stellen, wenn wir 
ihn wieder brauchen.
Wenn du einen Akku lädst, kriegst du ja auch kein Geld vom 
Akkuhersteller,...

Und wenn wir unsere Möglichkeiten zur Energiespeicherung nicht nutzen, 
und dafür andere Länder ihre "Landschaft verschandeln" müssen, würde ich 
mir das auch fürstlich bezahlen lassen.

von Percy N. (vox_bovi)


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Matthias S. schrieb:
>
> Und wenn wir unsere Möglichkeiten zur Energiespeicherung nicht nutzen,
> und dafür andere Länder ihre "Landschaft verschandeln" müssen, würde ich
> mir das auch fürstlich bezahlen lassen.

Genau so kommt mir hier manches vor ...

von Jörg H. (zwischenfrequenz)


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Icke ®. schrieb:
> Ohne
> jegliches äußeres Zutun. Nach diesem Prinzip arbeiten
> Flüssigsalzreaktoren wie der Dual-Fluid-Reaktor:
>
> https://dual-fluid-reaktor.de/

Ist der Cheferfinder Dr. Armin Huke des privaten Instituts eigentlich 
der gleiche Dr. Armin Huke, der hier 
https://archiv.pressestelle.tu-berlin.de/tui/05nov/tui11_2005.pdf auf 
Seite 9 bereits die kalte Kernfusion und damit die Lösung der 
Energieprobleme gefunden hatte?

Leider sind nicht alle an der TU der Zukunft dermaßen optimistisch 
zugewandt, wie einen Monat später hier 
https://archiv.pressestelle.tu-berlin.de/tui/05dez/tui12_2005.pdf auf 
Seite 6 unter anderem seiner damaligen Chef schreibt.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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@Icke
Mir ist klar, daß Du mich nicht verstehen willst. Ich streite mich nicht 
länger mit Dir. Wahrscheinlich hast Du einfach schon zu lange am Reaktor 
gewohnt oder so. Ich wäre dafür, wenn man einen neuen Reaktor oder ein 
Endlager baut, dann in Deinem Vorgarten. Mal sehen, ob Du die Idee dann 
immer noch so toll findest.

von Nick M. (muellernick)


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Icke ®. schrieb:
> Um den Strom von Desertec nach D zu bringen, müßten
> HGÜ-Trassen über etliche Herren Länder, durch das Mittelmeer und über
> Gebirge gebaut werden. Viel Spaß bei der Planung,

Zufällig kenne ich einen Modellbauer, der genau dafür ein ... Modell 
gebaut hat. Ist ca. 10 Jahre her.

von Ralph F. (ralph_f)


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Jörg H. schrieb:

> Ist der Cheferfinder Dr. Armin Huke des privaten Instituts eigentlich
> der gleiche Dr. Armin Huke, der hier

Gut möglich.

Aber der MSR in Oakridge hat schon mal funktioniert und Huke will den 
nur verbessern.

Hier ist die Doktorarbeit von Xian Wang, eine Evaluation des DFR.
Leider auf Englisch, aber besser als Chinesisch denke ich.

http://mediatum.ub.tum.de/603807?sortfield0=-year-accepted&sortfield1=-author.fullname_comma&show_id=1343008

von Joggel E. (jetztnicht)


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Transmutation ist Quatsch. Denn dafuer braucht man Mengen an Neutronen, 
in Sinne von 10^23 pro Mol.

Desertec ist leider Muell, es steht nicht in unserem Rechtsraum, sondern 
in einer politisch instabilien Region.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Mal wieder typisch, wettern gegen alles ohne Lösungsmöglichkeiten zu 
bringen. Ausnahmsweise mal 'ne Negativbewertung von mir für diesen 
geistigen Dünnschiss.

Erstens wenn man hochradioaktiven Müll durch starke Neutronenstrahlung 
unschädlichem machen kann UND es einen Weg gibt, diese Strahlung ohne 
einen Atomreaktor bzw. neuen Abfall zu erzeugen (Spallation z.B.), dann 
sollte man das unbedingt tun. Selbst wenn das mit viel Geld und 
Energieaufwand verbunden ist, ist es allemal besser als das Zeug 
irgendwo einzubuddeln, wo es in den nächsten Millionen Jahren (falls der 
Mensch überhaupt so lange durchhält) noch für diverse Überraschungen 
sorgen kann.

Der nahe Osten ist im Augenblick auch nicht stabiler als die 
Desertec-Region, und trotzdem bekommen wir von dort unser Öl. Russland 
war nach der Wende auch nie wieder so richtig stabil, interessiert wohl 
auch keine Sau.

Deutschland wird es niemals schaffen, ohne Energie-Importe entweder in 
Form von Strom oder Brennstoffen auszukommen. Dafür leben hier einfach 
zu viele Menschen. Wir können nicht alle Felder mit Solarmodulen und die 
Wirtschaftszonen in den Meeren komplett mit Windrädern zupflastern, 
spätestens die zugehörigen großen Pumpspeicherkraftwerken in den Bergen 
werden auf großen Widerstand stoßen - noch weit mehr als die 
Windenergie. Etwas Nahrung müssen wir nebenbei auch noch anbauen, für 
80..90 Millionen Menschen. Auf dem bißchen Fläche keine Chance.

Desertec müsste auch eine gesamteuropäische Lösung werden, nicht nur für 
Deutschland. Wenn das Öl und die Kohle erst einmal weg ist, haben alle 
Länder das gleiche Problem, weil Strom aus erneuerbaren Energien ist das 
einzige, was dann übrigbleibt. Die Wüstenstaaten würden ähnlich davon 
profitieren wie heute der nahe Osten. Zu aller größter Not und im 
Hinblick auf die Weltgeschichte müsste man halt für stabile Verhältnisse 
in diesen Regionen sorgen - auch wenn es den Einwohnern da unten dann an 
den Kragen geht. Klar mache ich mir damit jetzt wieder eine Menge 
Gegenwind, aber spätestens wenn in Europa kein Morgenkaffe mehr heiß 
wird und kein Facebook mehr verfügbar ist, keine energieintensive 
Wirtschaft mehr möglich weil man den Strom dafür nicht hierzulande 
erzeugen kann, dann überlegen es sich die Schreihälse, sie sich jetzt 
über meine Einstellung dazu aufregen, anders. War immer so, ist heute 
noch so (siehe Golfkrieg) und wird auch immer so sein.

: Bearbeitet durch User
von Ralph F. (ralph_f)


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Ben B. schrieb:

> Erstens wenn man hochradioaktiven Müll durch starke Neutronenstrahlung
> unschädlichem machen kann UND es einen Weg gibt, diese Strahlung ohne
> einen Atomreaktor bzw. neuen Abfall zu erzeugen (Spallation z.B.), dann
> sollte man das unbedingt tun. Selbst wenn das mit viel Geld und
> Energieaufwand verbunden ist, ist es allemal besser als das Zeug
> irgendwo einzubuddeln, wo es in den nächsten Millionen Jahren (falls der
> Mensch überhaupt so lange durchhält) noch für diverse Überraschungen
> sorgen kann.
>

Da stimme ich absolut zu.

Was aber, wenn es tatsächlich möglich ist und nicht nur nichts kostet, 
sondern auch noch unmengen an Energie liefert ?

Denkverbote helfen nicht beim Umweltschutz.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> sondern auch noch unmengen an Energie liefert ?
Das glaube ich erst wenn ich es sehe. Wäre die erste Technologie, die 
"Unmengen an Energie" liefert und keine Nachteile oder Probleme brigt.

von A. K. (prx)


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Ralph F. schrieb:
> nichts kostet,

;-))))

von Ralph F. (ralph_f)


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Hier ist noch was lustiges:
What has nuclear ever done for us ?

Youtube-Video "What has nuclear energy ever done for us"

: Bearbeitet durch User
von Ralph F. (ralph_f)


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Ben B. schrieb:
>> sondern auch noch unmengen an Energie liefert ?
> Das glaube ich erst wenn ich es sehe. Wäre die erste Technologie, die
> "Unmengen an Energie" liefert und keine Nachteile oder Probleme brigt.

Natürlich gibt es bei Atomkraft immer mögliche Nachteile oder Probleme.
Die Abschätzung ist doch eher, ob das die derzeit tatsächlich 
vorhandenen Nachteile und Probleme überwiegt

von Joggel E. (jetztnicht)


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Nein, man sollte den Muell mit der Restenergie drin verbuddeln, um 
naechsten Generationen die Weiternutzung zu ermoeglichen. Wir haben 
jetzt das Problem, dass die Gesellschaft, resp das Gesellschaftsmodel 
nicht kompatibel ist.

Der Unterschied zwischen Arabien mit dem Oel, resp Nordafrika mit den 
Solarparks sind die Investitionen. Das Oel zu beziehen bedingt keinerlei 
Investitionen.
Irgend ein 2.klassiger Guerilliero Kommandant kann sich als Praesident 
ausrufen, und den Macker spielen. Es ist schwierig Investitionen in 
solche Laender zu rechtfertigen.
Es gibt auch andere Laender, ohne Guerilliero Kommandant, wo man sich 
ueberlegen sollte wie sicher eine Investition ist.

: Bearbeitet durch User
von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Joggel E. schrieb:
> Irgend ein 2.klassiger Guerilliero Kommandant kann sich als Praesident
> ausrufen, und den Macker spielen. Es ist schwierig Investitionen in
> solche Laender zu rechtfertigen.
> Es gibt auch andere Laender, ohne Guerilliero Kommandant, wo man sich
> ueberlegen sollte wie sicher eine Investition ist.

Dann müssen wir im Zweifel von unserem Grossen Bruder lernen
und dort einmarschieren. Das geht schliesslich auch ohne UN-Mandat

von Joggel E. (jetztnicht)


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Das Problem ist, dass Europa nirgendwo einmarschiert. Es gibt Welche, 
die haben das Sagen, und Andere moechten das Sagen haben. Einige wuerden 
gerne Einmarschieren, sofern die Anderen bezahlen usw.

von Icke ®. (49636b65)


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Jörg H. schrieb:
> Ist der Cheferfinder Dr. Armin Huke des privaten Instituts eigentlich
> der gleiche Dr. Armin Huke, der hier
> https://archiv.pressestelle.tu-berlin.de/tui/05nov/tui11_2005.pdf auf
> Seite 9 bereits die kalte Kernfusion und damit die Lösung der
> Energieprobleme gefunden hatte?

Ja, das ist er.

> Leider sind nicht alle an der TU der Zukunft dermaßen optimistisch
> zugewandt, wie einen Monat später hier
> https://archiv.pressestelle.tu-berlin.de/tui/05dez/tui12_2005.pdf auf
> Seite 6 unter anderem seiner damaligen Chef schreibt.

Prof. Dr. Heide schreibt folgendes:

"Die Arbeitsgruppe Kernphysik hat mit Beschleunigerexperimenten zur 
Untersuchung astrophysikalisch relevanter Kernreaktionen gezeigt, dass 
die mit dem Begriff „Kalte Fusion“ belegten Reaktionsraten bei 
Zimmertemperatur nicht im Widerspruch zu kernphysikalischen 
Erkenntnissen stehen. Dabei spielt die erstmals gemessene abschirmende 
Wirkung der Elektronen auf die 
Deuteron-Deuteron-Fusionswahrscheinlichkeit in Metallen eine 
entscheidende Rolle. Aus diesen Arbeiten ergeben sich empirisch 
gerechtfertigte Ansätze, die Thematik wissenschaftlich 
weiterzuverfolgen. Von einer Lösung des Energieproblems etwa in Gestalt 
des Baus von Kompaktgeneratoren  kann man allerdings sicher noch lange 
nicht sprechen. Da ist die Vision eines jungen Wissenschaftlers über das 
Ziel hinausgeschossen."

Ein junger Wissenschaftler ist also etwas über das Ziel 
hinausgeschossen. Allerdings hat er in dem ersten Artikel nicht von 
einer Lösung des Energieproblems gesprochen, sondern wörtlich:

"Im Erfolgsfall der Kalten Fusion könnten mobile Kompaktgeneratoren 
deutlich früher Verbreitung finden."

Heide bescheinigt ihm aber auch "empirisch gerechtfertigte Ansätze", 
d.h. Huke arbeitet durchaus sorgfältig.

Prof. Dr. Andreas Knorr schreibt:

"Der Prozess der Kalten Fusion, so wie Ende der 80er-Jahre diskutiert, 
konnte bish eute nicht nachgewiesen werden."

Das ist richtig. Aus dem ersten Artikel geht allerdings nicht hervor, 
daß Huke die Methode von Fleischmann/Pons weiterverfolgt hat, siehe 
oben.

Weiterhin sprechen die Entwickler des DFR nicht von einer schnellen 
Lösung, sondern explizit von mehreren Jahrzehnten Forschungsarbeit, bis 
ein Prototyp gebaut werden kann.

von Icke ®. (49636b65)


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Ben B. schrieb:
> @Icke
> Mir ist klar, daß Du mich nicht verstehen willst. Ich streite mich nicht
> länger mit Dir. Wahrscheinlich hast Du einfach schon zu lange am Reaktor
> gewohnt oder so.

Nein, ich werde nicht auf diesem Niveau antworten.

> Ich wäre dafür, wenn man einen neuen Reaktor oder ein
> Endlager baut, dann in Deinem Vorgarten. Mal sehen, ob Du die Idee dann
> immer noch so toll findest.

Du liest nicht mal meine Beiträge richtig. Ich bin gerade NICHT für 
Endlager, sondern für deren Vermeidung. Das Verbuddeln ist eher deine 
Domäne, denn andere Lösungen kannst du nicht anbieten. Und Reaktoren 
baut man allgemein nicht in Vorgärten. In der Nähe von Ansiedlungen aber 
schon. Und da wäre ich beruhigt, wenn sie um Größenordnungen weniger 
gefährlich sind als die jetzigen Atommeiler.

von Co E. (Firma: keine) (emco)


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Icke ®. schrieb:
> Wir
> schaffen es noch nichtmal, innerhalb Deutschlands ein paar 100km
> Leitungen zu bauen.

Da bauen wir lieber einen atommüllbetrieben Reaktor und kühlen den bei 
1000°C Betriebstemperatur mit flüssigem Blei und Salz. Warum so 
kompliziert wenn es auch einfach geht. :-)

Beitrag #6142808 wurde vom Autor gelöscht.
von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Joggel E. schrieb:
> Das Problem ist, dass Europa nirgendwo einmarschiert. Es gibt Welche,
> die haben das Sagen, und Andere moechten das Sagen haben. Einige wuerden
> gerne Einmarschieren, sofern die Anderen bezahlen usw.

ja da müssten dann alle EU Mitglieder einstimmig zustimmen.
Das ist die grösste Hürde, um in der EU voran zu kommen

von Jörg H. (zwischenfrequenz)


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Icke ®. schrieb:
> Ein junger Wissenschaftler ist also etwas über das Ziel
> hinausgeschossen.
Ich mag deinen Humor. :-)
Öffentliche Distanzierungen von einem Mitarbeiter durch zwei 
Professoren, die offenbar um das Ansehen ihrer Fakultät besorgt waren 
und ein im Archiv gelöschter Artikel, er ist nur noch im kompletten 
Zeitungs-pdf. Stelle mir gerade so vor, was nach der Veröffentlichung da 
los war, bei einem in Physikerkreisen so sensiblen Thema.

> Prof. Dr. Andreas Knorr schreibt:
Du wärst noch glaubwürdiger, wenn du alle seine Distanzierungen zitieren 
würdest ;-)
> "Der Prozess der Kalten Fusion, so wie Ende der 80er-Jahre diskutiert,
> konnte bish eute nicht nachgewiesen werden."
>
> Das ist richtig. Aus dem ersten Artikel geht allerdings nicht hervor,
> daß Huke die Methode von Fleischmann/Pons weiterverfolgt hat, siehe
> oben.
Ich habe nicht behauptet, dass er das hätte.


Aber egal, kalte Kernfusion war gestern, jetzt ist Zukunft:
> Weiterhin sprechen die Entwickler des DFR nicht von einer schnellen
> Lösung, sondern explizit von mehreren Jahrzehnten Forschungsarbeit, bis
> ein Prototyp gebaut werden kann.

Also ich lese da
https://dual-fluid-reaktor.de/project/schedule/
2 Jahre + 2 Jahre + 2 Jahre bis zum Prototypen. Sind für mich 6 explizit 
Jahre.


Ich rätsle sowieso wen man mit der Webseite beeindrucken will. Jeder mit 
nur rudimentär Ahnung weiß, dass da ganz viel anders ist als bei 
herkömmlichen westeuropäischen Reaktoren. Um nur zwei Unterschiede 
jenseits von Punkten wie Reaktorsteuerbarkeit zu nennen: Das 
Brennstoffhandling ist ganz anders, weil die Isotope sind nicht in 
Brennstäben gekapselt sind und es fehlt Forschung zum Verhalten von 
Materialien unter dem gleichzeitigen Einfluss von Chlorsalzen, 
Temperatur und diversen Strahlungsarten. Zudem: Wen zieht man jährlich 
zur Reinigung durch die Rohre, falls die Salze Ablagerungen bilden 
sollten?

Auf der Webseite finde ich keinerlei kritische Diskussion und nichts 
Konkretes. Zeit- und Kostenpläne dienen höchstens der Belustigung des 
Lesers. Kein potenzieller Entscheider würde darauf hereinfallen.

von Icke ®. (49636b65)


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Jörg H. schrieb:
> Ich mag deinen Humor. :-)

Und ich deine Fähigkeit, Sachverhalte in einen Artikel 
hineinzuinterpretieren, die er nicht enthält.

> Öffentliche Distanzierungen von einem Mitarbeiter durch zwei
> Professoren

Mit welchem Wortlaut genau "distanzieren" sich diese Professoren von 
Huke? Heide bescheinigt ihm jugendlichen Übermut, würdigt aber 
gleichzeitig seine Arbeit. Und Knorr stellt Aussagen richtig, die 
allenfalls der Redakteurin zur Last gelegt werden können:

"1. Das Fachgebiet Kernphysik ist an der Fak. II nicht mehr durch eine 
hauptamtliche Professur vertreten."

Das hat Huke nicht behauptet, im Gegenteil:

"Professor Heide ist bereits in den Ruhestand getreten"

2. siehe oben

"3. Experimentelle Belege für eine Kalte Fusion wurden auch an der TU 
Berlin nicht gefunden."

Huke hat nicht behauptet, die kalte Kernfusion bewiesen zu haben. Seine 
Forschungsergebnisse wurden von einer Gutachterkommission als Beleg 
angeführt:

"Im Bericht der eingesetzten Gutachterkommission wurde der 
Wärmeüberschuss zwar als erwiesen angesehen, die Belege für die 
Kernfusion aber als nicht stichhaltig abgelehnt. Das änderte sich, als 
die Antragsteller im Laufe des Verfahrens auch die Ergebnisse der 
TU-Gruppe als Belege einführten."

"4. Es gibt kein „umfassendes Forschungsprogramm“ zur Kalten Fusion an 
der TU Berlin"

Nicht Huke hat dies behauptet, sondern die Redakteurin.

Also nochmal die Frage, an welcher Stelle distanzieren sich die 
Professoren von der Person Armin Huke? Ich möchte dir nicht 
unterstellen, daß du ihn bewußt in ein schlechtes Licht rücken willst, 
das wäre ja Framing. Ich tippe eher auf unvollständiges Lesen deiner 
verlinkten Artikel und Fehlinterpretation.

> Ich habe nicht behauptet, dass er das hätte.

Und ich habe nicht behauptet, daß du das behauptet hast. Es steht im 
Kontext zur Richtigstellung von Knorr.

> Also ich lese da
> https://dual-fluid-reaktor.de/project/schedule/
> 2 Jahre + 2 Jahre + 2 Jahre bis zum Prototypen. Sind für mich 6 explizit
> Jahre.

Da geht es um den Prototyp eines Prozeßwärmekraftwerkes, nicht um ein 
Elektrizitätskraftwerk (OK, meine Unterlassung). Außerdem sind es 8 
Jahre:

"wie innerhalb von acht Jahren bei einem Kostenaufwand von einer 
Milliarde Euro zunächst ein Prototyp entwickelt werden könnte"

Mit dem dann nochmal 2-5 Jahre experimentiert wird, bis mit den 
Vorbereitungen zur Serienfertigung angefangen wird, die weitere 4 Jahre 
dauern.

Ein stromerzeugendes Kraftwerk wird erst nach Erfahrungen mit dem reinen 
Wärmekraftwerk in Angriff genommen:

"Um das erste DFR-Kraftwerk zu entwickeln, ist es günstig, zunächst mit 
einem reinen Prozesswärmewerk geringerer Leistung (300 MWth, kein 
Turbogenerator) zu beginnen."

"Das bei der Entwicklung des Prozesswärmewerks gewonnene Know-How wird 
nützlich sein, wenn man daran geht, das erste Stromkraftwerk zu 
errichten."

> Jeder mit
> nur rudimentär Ahnung weiß, dass da ganz viel anders ist als bei
> herkömmlichen westeuropäischen Reaktoren.

Ach nein, tatsächlich?? Wovon rede ich denn die ganze Zeit?

> es fehlt Forschung zum Verhalten von
> Materialien unter dem gleichzeitigen Einfluss von Chlorsalzen,
> Temperatur und diversen Strahlungsarten

Richtig, auch dies habe ich bereits mehrfach erwähnt.

> Wen zieht man jährlich
> zur Reinigung durch die Rohre, falls die Salze Ablagerungen bilden
> sollten?

[Achtung-das-ist-ein-Witz]Atomkraftgegner[/Achtung-das-ist-ein-Witz]

von Ralph F. (ralph_f)


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Icke ®. schrieb:
>
>> es fehlt Forschung zum Verhalten von
>> Materialien unter dem gleichzeitigen Einfluss von Chlorsalzen,
>> Temperatur und diversen Strahlungsarten
>
> Richtig, auch dies habe ich bereits mehrfach erwähnt.

Polen erwägt die Errichtung eines Testreaktors und es gibt ein paar 
Doktoranden die Modelle und Simulationen entwickeln, um genau das 
herauszufinden.


>> Wen zieht man jährlich
>> zur Reinigung durch die Rohre, falls die Salze Ablagerungen bilden
>> sollten?
>
> [Achtung-das-ist-ein-Witz]Atomkraftgegner[/Achtung-das-ist-ein-Witz]

Das ist leider kein Witz. Die geplanten SIC Rohre werden vermutlich 
nicht so 100% glatt sein das es zu keinerlei Ablagerung kommen kann. 
Beim MSR in Oakridge hatte sich über die Jahre Material an einer Stelle 
gesammelt, die nie jemand für möglich gehalten hatte und das hätte 
durchaus Probleme geben können.

Da werden die Ingeneure sich noch etwas ausdenken müssen.

von Joggel E. (jetztnicht)


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Einfach mal die kalte fusion vergessen. Das wird nie was.
Vereinfacht...
Mit einem chemischen Potential zB Kristallgitter, sollen Kraefte eines 
Kernpotentials, zB Fusion, erreicht werden. Da stecken viele 
Groessenordnungen dazwischen. Chemische Potentiale liegen in den 
Elektronenvolt. Kernpotentiale liegen in den Mega Elektronenvolt.

Alles klar ?

von Jörg H. (zwischenfrequenz)


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Icke ®. schrieb:
> Und ich deine Fähigkeit, Sachverhalte in einen Artikel
> hineinzuinterpretieren, die er nicht enthält.
Ja genau, die beiden Professoren wollten dem Mitarbeiter mal dringend 
huldigen und ihm keinesfalls Unprofessionalität (ein anderes Wort für 
jugendlichen Übermut) unterstellen und auch auch keinesfalls sagen, dass 
sie nichts mit der dort beschriebenen Arbeit zu tun haben.

> Also nochmal die Frage, an welcher Stelle distanzieren sich die
> Professoren von der Person Armin Huke?
Was sie von der Person halten ist mir egal, was sie da lesen mussten war 
ihnen offensichtlich nicht egal. Sonst hätten sie wohl nicht die 
"Huldigungen" verfasst.

> Ich möchte dir nicht
> unterstellen, daß du ihn bewußt in ein schlechtes Licht rücken willst,
> das wäre ja Framing.
Da du weißt, dass er beides ist, kennt ihr euch oder bist du es gar 
selbst?

>> Also ich lese da
>> https://dual-fluid-reaktor.de/project/schedule/
>> 2 Jahre + 2 Jahre + 2 Jahre bis zum Prototypen. Sind für mich 6 explizit
>> Jahre.
>
> Da geht es um den Prototyp eines Prozeßwärmekraftwerkes, nicht um ein
> Elektrizitätskraftwerk (OK, meine Unterlassung).
Dann guck lieber noch mal nach. Die Zeiten sind in beiden Diagrammen 
gleich, die Kosten nicht. Unrealistisch sind sie trotzdem.
Falls Du die Diagramme nicht findest:
https://dual-fluid-reaktor.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-vom-2018-02-05-102730.png

> Außerdem sind es 8 Jahre:
2+2+2=6 Ich hoffe du berechnest keine kerntechnischen Anlagen ;-)
Aber ein Teil ist schon geschafft (grüner Pfeil), ich würde sagen es 
sind nur noch 3,7 Jahre.

>> Jeder mit
>> nur rudimentär Ahnung weiß, dass da ganz viel anders ist als bei
>> herkömmlichen westeuropäischen Reaktoren.
>
> Ach nein, tatsächlich?? Wovon rede ich denn die ganze Zeit?
Du verweist auf eine Webseite auf der unrealistische Planungen gezeigt 
werden

>> Wen zieht man jährlich
>> zur Reinigung durch die Rohre, falls die Salze Ablagerungen bilden
>> sollten?
>
> [Achtung-das-ist-ein-Witz]Atomkraftgegner[/Achtung-das-ist-ein-Witz]
Sagte ich schon, dass du Humor hast?

von Walter K. (walter_k488)


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Chris D. schrieb:
> Dazu liegt der Anteil der Erneuerbaren mittlerweile bei 43%.

und dennoch produzieren wir im Schnitt pro kWh Strom die ca. sechs- bis 
siebenfache Menge an Kohlendioxid im Vergleich zu Frankreich!

wenn man sich die Entwicklung der letzten 20 Jahre so ansieht, muss der 
Anteil an Erneuerbaren nicht auf 100% - sondern auf 300% gesteigert 
werden, um wenigstens das Niveau von Frankreich zu erreichen lol

Ausserdem stecken in der 43% Jubel-Meldung des Umweltbundesamtes die 
Wasserkraft drin -also eine fast konstante Grösse seit dem 3.Reich -
sowie die Biomasse. Wobei deren Verstromung und vorallem deren 
Produktion eine unglaubliche Belastung der Umwelt darstellt.

Bleiben also Wind und Sonne mit ca. 32%!
Nun koennte man ja auf die Idee kommen auch diese Zahl mal unter die 
Lupe zu nehmen.
Wenn es so ist, dass in Mitteleuropa ein PV Anlage mindestens 3 Jahre 
Strom produzieren muss - bis die bei deren Produktion hineingesteckte 
Energie erwirtschaftet wurde - und hier handelt es sich um gar nicht so 
saubere Energie in China ... sollte man vielleicht nicht zu sehr jubeln!

von M. K. (mkn)


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Walter K. schrieb:
> sechs- bis
> siebenfache Menge an Kohlendioxid im Vergleich zu Frankreich!

Rettet die Umwelt, baut AKWs ...
Ist es das was Du uns sagen möchtest?

Das Frankreich ständig Strom aus dem Umland einkaufen muss, weil AKWs 
nur sehr langsam regelbare Grundlastkraftwerke sind, ist Dir aber 
bewusst?

Also Wasserkraft ist böse, Windkraft schreddert Vögel, Solaranlagen 
gefallen Dir auch nicht, bei Kohle Verstromung bekommt Greta 
Stresspickel und das böse Russische Erdgas für eine saubere Deutsche CO2 
Rechnung ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Wenn jetzt jemand was erfindet das aus Dampfplauderei Strom erzeugt, 
dann können wir mit diesem Forum ein paar Großstädte versorgen ...

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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> Nein, man sollte den Muell mit der Restenergie drin verbuddeln,
> um naechsten Generationen die Weiternutzung zu ermoeglichen.
> Wir haben jetzt das Problem, dass die Gesellschaft, resp das
> Gesellschaftsmodel nicht kompatibel ist.
Das ist sicherlich ironisch gemeint, oder?

> Das Verbuddeln ist eher deine Domäne
Dafür hast Du hoffentlich mal Belege.

> wenn sie um Größenordnungen weniger gefährlich
> sind als die jetzigen Atommeiler.
Dann sage mir doch bitte mal: Was ist denn "weniger gefährlich" wenn es 
um tödliche Strahlung und deren Wirkung in der Natur durch 
unkontrollierte und nicht rückgängig zu machende Freisetzung in großen 
Mengen bzw. allein die Gefahr dazu in Verbindung mit einem Atomkraftwerk 
geht. Das würde mich wirklich mal interessieren, ab wann ein 
Atomkraftwerk im Leistungsbetrieb ungefährlich ist.

> Da bauen wir lieber einen atommüllbetrieben Reaktor und kühlen den
> bei 1000°C Betriebstemperatur mit flüssigem Blei und Salz.
> Warum so kompliziert wenn es auch einfach geht.
Das glaubst Du doch selber nicht. Heutige Reaktoren haben ja schon ein 
Problem mit mehr als 400°C weil die Werkstoffe aus denen sie bestehen 
sonst anfangen, weich zu werden. Würden sie 500 oder 600°C aushalten, 
könnte man sie mit viel besserem Wirkungsgrad durch Zwischenüberhitzung 
des Dampfes betreiben, wie neuere Kohlekraftwerke das machen.

von Co E. (Firma: keine) (emco)


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Ben B. schrieb:
>> Da bauen wir lieber einen atommüllbetrieben Reaktor und kühlen den
>> bei 1000°C Betriebstemperatur mit flüssigem Blei und Salz.
>> Warum so kompliziert wenn es auch einfach geht.
> Das glaubst Du doch selber nicht. Heutige Reaktoren haben ja schon ein
> Problem mit mehr als 400°C weil die Werkstoffe aus denen sie bestehen
> sonst anfangen, weich zu werden. Würden sie 500 oder 600°C aushalten,
> könnte man sie mit viel besserem Wirkungsgrad durch Zwischenüberhitzung
> des Dampfes betreiben, wie neuere Kohlekraftwerke das machen.

Ähhh... Jaaaa? Das war Ironie? O_o

von Icke ®. (49636b65)


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Jörg H. schrieb:

> Ja genau, die beiden Professoren wollten dem Mitarbeiter mal dringend
> huldigen
... usw.

Also doch ad hominem. Schade.

> Da du weißt, dass er beides ist, kennt ihr euch oder bist du es gar
> selbst?

- ein Armin Huke arbeitet(e) an der TU Berlin im Bereich nukleare 
Festkörperphysik
- ein Armin Huke arbeitet am Institut für Festkörperkernphysik Berlin an 
der Entwicklung des DFR.
- die Kombination aus Vor- und Nachname ist offensichtlich sehr selten
- wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß zwei verschiedene Armin Hukes 
in Berlin an Festkörperkernphysik forschen?
- wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um die selbe Person 
handelt?

> Dann guck lieber noch mal nach. Die Zeiten sind in beiden Diagrammen
> gleich, die Kosten nicht. Unrealistisch sind sie trotzdem.
> Falls Du die Diagramme nicht findest:
> 
https://dual-fluid-reaktor.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-vom-2018-02-05-102730.png

Die Zeitspanne ergibt sich aus dem Text. 8 Jahre für den Nur-Wärme-DFR, 
Entwicklung eines E-Kraftwerks erst danach (siehe oben).

> Du verweist auf eine Webseite auf der unrealistische Planungen gezeigt
> werden

Ob diese Planungen realistisch sind, wird sich zeigen. Das hängt vor 
allem davon ab, wieviel Geld für die Forschungsarbeiten zur Verfügung 
gestellt wird. Mit entsprechend großzügiger Finanzierung wäre es 
möglich, parallel an mehreren Versuchsreaktoren zu arbeiten und somit 
viel Zeit zu sparen. Im Übrigen müssen die Ingenieure am IFK nicht bei 
Null anfangen, sondern können auf umfangreiche Erfahrungen mit 
Materialien aus der nichtnuklearen Industrie zurückgreifen:

https://dual-fluid-reaktor.de/faq/criticism/

Auch ist das Prinzip des Flüssigsalzreaktors weder neu noch auf das IFK 
Berlin beschränkt. Die Bill Gates Stiftung investiert auf diesem 
Gebiet..

https://www.businessinsider.de/international/bill-gates-terrapower-molten-salt-nuclear-reactor-2018-10/?r=US&IR=T

..und China ebenfalls:

https://www.nextbigfuture.com/2018/08/china-has-multi-billion-projects-developing-liquid-and-solid-fuel-molten-salt-reactors.html

Metallgekühlte Reaktoren gibt es auch längst. Der DFR vereint lediglich 
beide Prinzipien und arbeitet mit Blei statt Natrium.

In einem Punkt stimme ich dir zu. Die Webseite ist teilweise 
unübersichtlich. Sie sollte dringend neu gestaltet werden.

von Le X. (lex_91)


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Joggel E. schrieb:
> Das Problem ist, dass Europa nirgendwo einmarschiert.

Den Satz muss man einfach mal wirken lassen.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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viel besser finde ich, dass gewisse Embargos komischerweise
nicht im Energiesektor zutreffen,
aber kleine Händler nicht nach RUS exportieren dürfen.

Da sieht man doch ganz genau, was für Heuchler und Wendehälse
uns wat erzählen wollen.

Entweder GIBT es ein Embargo und dann zählt es für alles
oder eben es gibt keines.

womit genau trifft man nun Russland,
wenn z.B. landwirtschaftliche Erzeugnisse
nicht mehr dorthin gelangen dürfen,
Energie von dort aber sehr wohl zu uns?

von A. K. (prx)


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● J-A V. schrieb:
> Entweder GIBT es ein Embargo und dann zählt es für alles
> oder eben es gibt keines.

Entweder etwas ist schwarz oder es ist weiss. Ausser Schwarz und Weiss 
gibt es ja nichts.

Ein Embargo ist selten absolut. Das ist schon deshalb sinnvoll, weil es 
andernfalls keine Steigerungsformen gibt. Deshalb geht es oft eher um 
Symbolik als um ausgeprägte Wirkung. Es ist auch nicht immer einfach zu 
erkennen, wer der Adressat der Symbolik ist.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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A. K. schrieb:
> Ausser Schwarz und Weiss gibt es ja nichts.

digital - 1 bit

:P

von Achim B. (bobdylan)


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A. K. schrieb:
> Ein Embargo ist selten absolut.

Absolut richtig.

Im Falle Russlands wird hauptsächlich gegen Militärs, Politiker und 
andere korrupte Arschlöcher embargt, bzw. gegen Institutionen, in denen 
diese Arschlöcher beschäftigt sind.

Alles gut also!

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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hätte allerdings auch anders herum sein können:

Energie nein und Kleinkrauter ja.
na...? wer merkts?

von Achim B. (bobdylan)


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● J-A V. schrieb:
> hätte

Hätte hätte Fahrradsattel.

Kleinkrauter werden nicht embargt, und das ist gut so. Energiekonzerne 
schon, der vom Schröder aus mir völlig unverständlichen Gründen [sic.] 
allerdings nicht.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Achim B. schrieb:
> Kleinkrauter werden nicht embargt

frag mal Erzeugergemeinschaften in S-H,
die gelten im Vergleich zu Gasprom als Kleinkrauter.

wer liefert Gas in Russland?

: Bearbeitet durch User
von Joggel E. (jetztnicht)


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Ich denke der Dualfluid Reaktor ist ein Scam. Das geht so nicht.

"Bei einem Stoerfall lassen wir den Brennkreislauf-Inhalt in den Keller 
sabbern.. und nachher pumpen wir ihn wieder hoch.."

Ist zwar gescholzened Metall, welches beim Sabbern aushaertet, und dann 
seltsamerweise seine Strahlung instantan verliert, und so auch nicht 
mehr reagiert.

Das ist sehr cool. Sinnvollerweise ist da gleich eine Barrengiesserei, 
dann koennen die Barren hochgetragen und oben wieder eingeworfen werden.

Das geplante Material, SiliziumKarbid ist auch cool. Ein Rohr soll 1.2mm 
Wandstaerke haben. Bedenkend, dass 1 Kubik Blei nur um die 11 tonnen, 
ein Kubik Uran vielleicht um die 19 Tonnen wiegen muss das eine 
gewaltige Festigkeit haben. Bei 1000 Grad natuerlich.

Dann ..
"durch den extrem hohen Wirkungsgrad muss nur noch wenig gekuehlt 
werden, ein Fluss daneben genuegt."

Ist echt genial.

von Ralph F. (ralph_f)


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Joggel E. schrieb:
> Ich denke der Dualfluid Reaktor ist ein Scam. Das geht so nicht.
>
> "Bei einem Stoerfall lassen wir den Brennkreislauf-Inhalt in den Keller
> sabbern.. und nachher pumpen wir ihn wieder hoch.."
>
> Ist zwar gescholzened Metall, welches beim Sabbern aushaertet, und dann
> seltsamerweise seine Strahlung instantan verliert, und so auch nicht
> mehr reagiert.
>
> Das ist sehr cool. Sinnvollerweise ist da gleich eine Barrengiesserei,
> dann koennen die Barren hochgetragen und oben wieder eingeworfen werden.

Es ist ein geschmolzenes Salz, kein Metall. Reines Metall müsste zu 
heiss sein um zu fliessen.

Die Strahlung verliert das im Keller natürlich nicht. Es verliert die 
Kritikalität, weil man den so bauen kann, das es keine weiteren 
Reaktionen geben kann (Neutronengifte in den Tank einarbeiten oder 
kleine Segmente).


Was auch erhalten bleibt ist die Nachzerfallswärme, das kann also eine 
Weile dauern bis es wirklich hart wird. Was es natürlich sehr 
erleichtert, das Salz hinterher wieder nach oben zu Pumpen.

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Ein Embargo ist selten absolut. Das ist schon deshalb sinnvoll, weil es
> andernfalls keine Steigerungsformen gibt. Deshalb geht es oft eher um
> Symbolik als um ausgeprägte Wirkung. Es ist auch nicht immer einfach zu
> erkennen, wer der Adressat der Symbolik ist.

Embargo ist eine Form von Erpressung. Wenn du dir entsprechendes als 
Privatperson erlaubst, dann fährst du ein und das nicht nur für ein paar 
Monate…

von Icke ®. (49636b65)


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Joggel E. schrieb:
> Das geplante Material, SiliziumKarbid ist auch cool. Ein Rohr soll 1.2mm
> Wandstaerke haben. Bedenkend, dass 1 Kubik Blei nur um die 11 tonnen,
> ein Kubik Uran vielleicht um die 19 Tonnen wiegen muss das eine
> gewaltige Festigkeit haben. Bei 1000 Grad natuerlich.

Richtig lesen. Die Wandstärke 1,5mm bezieht sich nicht auf den 
Brennstoff- oder Primärkühlkreislauf, sondern auf eine einzelne Röhre in 
der aktiven Zone. Also quasi die Brennkammer, wo die Kettenreaktion 
stattfindet. Die Brennkammer besteht aus mehreren Tausend solcher 
Röhren.

https://dual-fluid-reaktor.de/technical/data/

> "Bei einem Stoerfall lassen wir den Brennkreislauf-Inhalt in den Keller
> sabbern.. und nachher pumpen wir ihn wieder hoch.."
>
> Ist zwar gescholzened Metall, welches beim Sabbern aushaertet, und dann
> seltsamerweise seine Strahlung instantan verliert, und so auch nicht
> mehr reagiert.

Siehe (runterscrollen zu "Notabschaltung durch Schmelzstopfen"):

https://dual-fluid-reaktor.de/safety/dfr-safety/

"Bei ihrem Molten Salt Reactor Experiment (MSRE) schalteten Weinberg und 
sein Team den Reaktor übrigens jeden Freitag Abend auf genau diese Weise 
ab: Sie unterbrachen die Stromzufuhr zu dem Gebläse, das als 
Kühlaggregat diente, die Stopfen schmolzen und die Brennstoffflüssigkeit 
strömte in die Auffangtanks. Montags wurde dann das inzwischen erstarrte 
Salz wieder verflüssigt und in den Reaktor hinaufgepumpt."

Um das Salz wieder zu schmelzen, werden elektrische Heizelemente in die 
Auffangtanks eingebaut.

von Uhu U. (uhu)


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Joggel E. schrieb:
> Das ist sehr cool. Sinnvollerweise ist da gleich eine Barrengiesserei,
> dann koennen die Barren hochgetragen und oben wieder eingeworfen werden.

Das geht dann so ähnlich, wie vor Jahrzehnten der Abriß einer Heißen 
Zelle bei der Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe: damals wurde nach 
und nach die ganze Besatzung in Schutzanzüge gesteckt und für 1-2 
Minuten hinein geschickt, um ein wenig mehr abzureißen. Hinterher hatten 
allesamt ihr Jahresdosis intus…

Das waren eben noch echte Männer – dachten sie zumindest und gaben 
mächtig mit ihren Erlebnissen an.

von Uhu U. (uhu)


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Ralph F. schrieb:
> Es ist ein geschmolzenes Salz, kein Metall. Reines Metall müsste zu
> heiss sein um zu fliessen.

Und Salz schmilzt bei Zimmertemperatur?

Im übrigen träumen sie sehr wohl von Metallschmelze, das Salz soll nur 
die "bescheidene" erste Ausbaustufe sein…

von A. K. (prx)


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Uhu U. schrieb:
> Embargo ist eine Form von Erpressung. Wenn du dir entsprechendes als
> Privatperson erlaubst, dann fährst du ein und das nicht nur für ein
> paar Monate…

Wenn du als Privatperson gegen einen Händler oder ein Urlaubsland ein 
"Embargo verhängst", also boykottierst, dann ist das keineswegs 
strafbar, sondern eine ganz normale private Entscheidung. Auch dann, 
wenn du als Privatperson deinem Händler ins Gesicht sagst, dass du ihn 
boykottierst, weil er die Gurken aus Spanien statt Finnland bezieht.

Wenn du als Privatperson andere dazu aufforderst, ist das eine zulässige 
Meinungsäusserung.

: Bearbeitet durch User
von Nick M. (muellernick)


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Uhu U. schrieb:
> Und Salz schmilzt bei Zimmertemperatur?
>
> Im übrigen träumen sie sehr wohl von Metallschmelze, das Salz soll nur
> die "bescheidene" erste Ausbaustufe sein…

Es gibt Legierungen, die unter 100 °C schmelzen. Wood's metal, Rose 
metal.
Und dann Quecksilber, Galinstan. Ohne Aussage, dass die tatsächlich 
geeignet wären.

von Ralph F. (ralph_f)


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Uhu U. schrieb:
> Ralph F. schrieb:
>> Es ist ein geschmolzenes Salz, kein Metall. Reines Metall müsste zu
>> heiss sein um zu fliessen.
>
> Und Salz schmilzt bei Zimmertemperatur?
>
> Im übrigen träumen sie sehr wohl von Metallschmelze, das Salz soll nur
> die "bescheidene" erste Ausbaustufe sein…

Der DFR ist ein MSR, molten salt reaktor.

Ob und wann da jemals eine Metallschmelze verwendet werden kann ist 
derzeit nicht absehbar.

Davon ab wäre eine Metallschmelze unvermeidbar mit Sauerstoff verbunden 
und das ist etwas, das der DFR gar nicht leiden kann.

Soweit ich weiss hat das Chloridsalz einen Schmelzpunkt von ca. 400 Grad 
und einen Siedepunkt von 1600 Grad. Die Betriebstemperatur soll irgendwo 
zwischen 900 und 1100 Grad liegen.

Beitrag #6143753 wurde vom Autor gelöscht.
von A. K. (prx)


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Uhu U. schrieb:
> Im übrigen träumen sie sehr wohl von Metallschmelze, das Salz soll nur
> die "bescheidene" erste Ausbaustufe sein…

Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man erwähnen, ob man vom 
Brennstoffkreislauf oder von Kühlmittelkreisläufen schreibt. Letztere 
gibts bisher schon mit Natrium und Blei.

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Wenn du als Privatperson gegen einen Händler oder ein Urlaubsland ein
> "Embargo verhängst", also boykottierst, dann ist das keineswegs
> strafbar, sondern eine ganz normale private Entscheidung.

Nur heißt Embargo nicht, dass Herr Trump als Privatmann Herrn Putin 
boykottiert, sondern dass die gesamte Wirtschaft des Landes mehr oder 
weniger vollständig vom Rest der Welt abgeschnitten wird. Das ist kein 
Boykott, sondern ist eher mit einer Belagerung zu vergleichen, wie man 
sie aus Kriegen kennt und entsprechend werden Embargos auch als Vorstufe 
zu kriegerischen Auseinandersetzungen gewertet.

In klein Fritzchens Welt ist das "Kauft nicht bei Juden" in Verbindung 
mit einem SA-Pöbel vor dem jeweiligen Geschäft ein Embargo…

von Uhu U. (uhu)


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Nick M. schrieb:
> Uhu U. schrieb:
>> Und Salz schmilzt bei Zimmertemperatur?>
> Es gibt Legierungen, die unter 100 °C schmelzen. Wood's metal, Rose
> metal.

Und was ist mit Salz?

Im übrigen ist nicht jede beliebige Metalllegierung mit freundlichen 
thermischen Eigenschaften für den Einsatz als Trägerflüssigkeit in einem 
Kernreaktor geeignet.

von Uhu U. (uhu)


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Ralph F. schrieb:
> Davon ab wäre eine Metallschmelze unvermeidbar mit Sauerstoff verbunden
> und das ist etwas, das der DFR gar nicht leiden kann.

Hättest du https://dual-fluid-reaktor.de/ gelesen, dann wüßtest du, dass 
man sehr wohl von Metall als Träger träumt…

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man erwähnen, ob man vom
> Brennstoffkreislauf oder von Kühlmittelkreisläufen schreibt.

Im Brennstoffkreislauf. Der Kühlkreislauf beim DFR soll mit Blei 
betrieben werden und zwar schon in der Salzversion.

: Bearbeitet durch User
von A. K. (prx)


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Uhu U. schrieb:
> Nur heißt Embargo nicht, dass Herr Trump als Privatmann Herrn Putin
> boykottiert,

Du warst es, nicht ich, der den Privatmann anführte, der dafür für Jahre 
im Bau landen würde. Und dass Privatrecht auf Staaten nicht anwendbar 
ist, dürfte klar sein.

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Du warst es, nicht ich, der den Privatmann anführte, der dafür für Jahre
> im Bau landen würde.

Oh Mann, das scheint ja mal wieder unheimlich schwer verständlich zu 
sein…

Hälst du etwa Erpressung und Nötigung für Kavaliersdelikte?

von Nick M. (muellernick)


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Uhu U. schrieb:
> Und was ist mit Salz?

Nitratgemisch 142 °C
Natriumthiosulfat 45 ... 50 °C

Uhu U. schrieb:
> Im übrigen ist nicht jede beliebige Metalllegierung mit freundlichen
> thermischen Eigenschaften für den Einsatz als Trägerflüssigkeit in einem
> Kernreaktor geeignet.

Ja, hättest du mal weitergelesen, oder geeigneter zitiert!

von Uhu U. (uhu)


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Nick M. schrieb:
> Nitratgemisch 142 °C
> Natriumthiosulfat 45 ... 50 °C

Und sind die als Trägersalze geeignet?

> Ja, hättest du mal weitergelesen, oder geeigneter zitiert!

Ach, soll man dir etwa auch noch den Hintern abwischen?

: Bearbeitet durch User
von Nick M. (muellernick)


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Uhu U. schrieb:
> Und sind die als Trägersalze geeignet?

Du weißt es ganz bestimmt und kannst es Allen erklären ...

Uhu U. schrieb:
> Ach, soll man dir etwa auch noch den Hintern abwischen?

Was hast du an "Ohne Aussage, dass die tatsächlich geeignet wären." 
nicht verstanden?

von A. K. (prx)


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Uhu U. schrieb:
> Hälst du etwa Erpressung und Nötigung für Kavaliersdelikte?

Versuchs mal mit Begriffen aus dem Völkerrecht.

Wenn es Staatsorgane gibt, die sich das Recht zusprechen, und dies vom 
zuständigen Gremium auch bestätigt bekommen, dass sie nicht einmal die 
eigene Verfassung einhalten müssen, dann hat das mit den hiesigen Thread 
nichts zu tun. Auch wenns noch so nervt.

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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Nick M. schrieb:
> Du weißt es ganz bestimmt und kannst es Allen erklären ...

Nein, DU hast sie für den Zweck vorgeschlagen.

von Uhu U. (uhu)


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A. K. schrieb:
> Uhu U. schrieb:
>> Hälst du etwa Erpressung und Nötigung für Kavaliersdelikte?
>
> Versuchs mal mit Begriffen aus dem Völkerrecht.

Im Strafrecht werden derlei Handlungen schwer bestraft – das wollte ich 
damit gesagt haben. Dass sie im Völkerrecht höchstens in Form von 
Siegerjustiz verfolgt werden, macht Nötigung und Erpressung unter 
Staaten nicht weniger verwerflich.

Im Übrigen ist das, was die USA derzeit mit Iran machen, grob 
Völkerrechtswidrig. Das Embargo gegen Russland ebenso. Beide wurden 
nicht von den UN verhängt und sind damit rechtswidrige Aggressionen 
gegen die betroffenen Staaten. Darüber hinaus erpressen die USA den Rest 
der Welt, sich an ihrem Embargo gegen Iran zu beteiligen – das ist 
nochmal eine neue erpresserische Qualität.

von A. K. (prx)


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Uhu U. schrieb:
> Im Übrigen ist das, was die USA derzeit mit Iran machen,

... weitab von Atommüll. Glücklicherweise.

von Nick M. (muellernick)


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Uhu U. schrieb:
>> Du weißt es ganz bestimmt und kannst es Allen erklären ...
>
> Nein, DU hast sie für den Zweck vorgeschlagen.

Dann mach ich es mal wie du:
Ja, sie sind geeignet!

von Uhu U. (uhu)


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Nick M. schrieb:
> Dann mach ich es mal wie du:
> Ja, sie sind geeignet!

Willst du eigentlich ernst genommen sein?

von Jörg H. (zwischenfrequenz)


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Icke ®. schrieb:
> - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um die selbe Person
> handelt?
Vermuten kann ich selbst, du hattest behauptet es sei so. Deshalb und 
wegen deiner regelmäßigen Verlinkung der Seite (in 5 Threads im letzten 
halben Jahr) hatte ich dir Wissen dazu unterstellt. Das nehme ich dann 
natürlich zurück.

> 
https://dual-fluid-reaktor.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-vom-2018-02-05-102730.png
>
> Die Zeitspanne ergibt sich aus dem Text. 8 Jahre für den Nur-Wärme-DFR,
> Entwicklung eines E-Kraftwerks erst danach (siehe oben).
Diagramm und Text also nicht in Einklang. Da sind ja echt 
vertrauenerweckende Profis am Werk. Aber ein Fehler ist mir auch 
unterlaufen: Dem Dateinamen des Projektzeitplans nach ist dieser bereits 
gut zwei Jahre alt. Bis zum stromerzeugenden Prototyp sind es also nur 
noch 1,7 Jahre. Weihnachten 2021 liegt er dann unterm Baum, wie einst 
bei Familie Hoppenstedt. Die Lieblingsplatte kann schon mal aufgelegt 
werden.

> In einem Punkt stimme ich dir zu. Die Webseite ist teilweise
> unübersichtlich. Sie sollte dringend neu gestaltet werden.
Nicht, dass du dich jetzt auch noch distanzierst. ;-)

von Joggel E. (jetztnicht)


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So wie ich's verstanden habe, resultiert der hohe Wirkunsgrad des 
Dualfluidreaktors aus der hohen Betriebstemperatur von 1000 Grad. 
Bedeutet in der Brennkammer ist es so heiss, im Primaerkreislauf ist es 
so heiss, im Sekundaerkreislauf ist es so heiss. Der Dampfkreislauf ist 
an der heissen Stelle so heiss. Es bringt ja wohl nichts, aus 
Sicherheitsgruenden das Kuehlmittel abzulassen. Und das Salz, resp 
Metall ist das Kuehlmittel. Der radioaktive Kern ist fluessig und wird 
abgelassen. Es ist gedacht den Kern zu regeln indem der neue Brennstoff 
nach bedarf zugemischt wird. Dann sollte die Dosierpumpe nicht auf 
Dauerfoerderung/Dauerbeimischung gehen. Wobei nicht ganz klar ist wie 
die Beimischung geht. Das Brennmittel soll rein sein, also 
konzentrierter sein wie der Kern, und trotzdem nicht strahlen... naja.

von Ralph F. (ralph_f)


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Joggel E. schrieb:
> So wie ich's verstanden habe, resultiert der hohe Wirkunsgrad des
> Dualfluidreaktors aus der hohen Betriebstemperatur von 1000 Grad.

Und dann kommt viel Unverständnis.

Der Wirkungsgrad ist so hoch, weil man bei 1000 Grad 
Hochtemperaturchemie betreiben kann.

Der Dampfkreislauf existiert in dem Sinne nicht, weil das Kühlmittel ja 
ein flüssiges Metall (Blei oder Natrium) ist.
Es ist geplant damit ein Gas zu erhitzen das dann eine 
Hochtemperaturturbine antreibt, was tatsächlich einen sehr hohen 
Wirkungsgrad hat. Der noch dadurch erhöht werden kann, das die Restwärme 
dann noch einen Dampfkreis anstösst, der dann allerdiings nur noch etwa 
300 Grad hätte.

Das Kühlmittel kann und soll nicht abgelassen werden, das wäre auch 
Sinnlos und würde nur dazu führen, das sich das Spaltmaterial sehr 
schnell erwärmt und die Schmelzsicherung aufweicht.
Wodurch das passiert, was den Reaktor tatsächlich im Fehlerfall 
abschaltet: Das flüssge Salz mit dem Spaltmaterial läuft in den Keller.

Geregelt wird der Reaktor im Normalbetrieb über den 
Temperaturkoeffizienten. Je mehr Leistung abgenommen wird, desdo 
"kälter" wird das Salz und die Atomabstände reduzieren sich. Dadurch 
können freiwerdende Neutronen besser treffen und die Reaktion verstärkt 
sich.
Bei wenig Leistungsabnahme ist es genau umgekehrt: Das Salz erhitzt sich 
und dadurch werden die Atomabstände grösser. Die Neutronen haben eine 
höhere Chance, nichts zu treffen.

Die Beimischung von Brennstoff soll über die PPU erfolgen. Das sollte 
konitnuierlich sein, weil ja auch geplant ist, die Spaltprodukte 
kontinuierlich abzutrennen. Von strahlungsfrei habe ich allerdings 
nirgends was gelesen. Und damit kann man auch den Reaktor nicht regeln.


Was ich interressant finde ist die theoretische Möglichkeit, den DFR mit 
dem Inhalt von abgebrannten Brennstäben zu füttern. Wenn man die in 
Chlorsalz überführt und der DFR funktioniert wie er soll, dann kann er 
in der PPU die darin vorhandenen 3% Spaltprodukte problemlos abführen.

Ein 1 Gigawatt Reaktor verbraucht etwa 1 Gramm Spaltmaterial pro Minute. 
Bei optimalem Betrieb könnte er in der gleichen Minute 1 Gramm 
Spaltmaterial (PU239) aus dem vorhandenen U238 brüten. Wenn man 
zeitgleich auch noch das 1 Gramm an Spaltprodukten entfernt dann fehlt 
im Reaktor nach einer Minute genau 1 Gramm U238.
Abgebrannte Brennstäbe bestehen zu etwa 92% aus U238.

Auf gut Deutsch: Wenn der DFR funktioniert wie er soll, dann kann man 
den hochgefährlichen Atommüll (den die Bundesregierung "alternativlos" 
für etwa 33 Milliarden Euro und eine Million Jahre verstecken will) 
einfach mit 1 Gramm pro Minute in einen 1GW Reaktor tropfen und der 
läuft und läuft und läuft und läuft...

von Joggel E. (jetztnicht)


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Und die Spaltprodukte werden wie abgetrennt ? Durch Elektrolyse das 
Metall aus der Salzschmelze abscheiden ? Selektiv nur die verbrauchten 
Spaltprodukte ? Zeig mal...

von Uhu U. (uhu)


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Joggel E. schrieb:
> Und die Spaltprodukte werden wie abgetrennt

Auf der Webseite steht was von Destillationskolonnen.

von Icke ®. (49636b65)


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Uhu U. schrieb:
> Joggel E. schrieb:
>> Und die Spaltprodukte werden wie abgetrennt
>
> Auf der Webseite steht was von Destillationskolonnen.

Das funktioniert wie in der chemischen Industrie:

https://dual-fluid-reaktor.de/technical/details/

(Runterscrollen zu PPU)

von Joggel E. (jetztnicht)


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Aha. Durch Destillation.. Das Salz wird nun sogar detilliert. Naja. 
Entsalzt - und detilliert. Dann natuerlich. Dafuer mit Chlorchemie. Und 
dabei darf die kritische Masse nicht ueberschritten werden. Also nichts 
mit Trockenlaufen.

Die Aktiniden sind sich chemisch eher aehnlich. So von wegen 
verschiedenen Siedepunkten und Loeslichkeiten.

Zeig mal.

: Bearbeitet durch User
von Ralph F. (ralph_f)


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Nix mit Chlorchemie.

Das Chloridsalz verdampft bei 1600 Grad und der Dampf enthält die 
Spaltprodukte.

Die mögen sich Chemisch sehr ähnlich sein, haben aber alle einen anderen 
Kondensationspunkt.

von Ralph F. (ralph_f)


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Joggel E. schrieb:
> Die Aktiniden sind sich chemisch eher aehnlich. So von wegen
> verschiedenen Siedepunkten und Loeslichkeiten.

Die Aktiniden müssen im Prinzip weder entfernt noch sortiert werden.
Es stimmt, die Eigentschaften und Siedepunkte sind ähnlich und das ist 
auch ganz gut, denn dadurch wird es schwierig, sich "mal eben" eine 
Atombombe abzufüllen. Die wäre fast unweigerlich mit PU240 und aufwärts 
verunreinigt.

von A. K. (prx)


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Die Zusammensetzung des Brennstoffs muss aber so unter Kontrolle sein, 
dass dessen Verhalten bekannt und passend ist. Wär blöd, wenn das 
erwähnte Selbstregelverhalten nicht mehr ausreichend gegeben ist.

: Bearbeitet durch User
von Ralph F. (ralph_f)


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Dadurch das das Salz flüssig und im Umlauf ist hat man jederzeit die 
Möglichkeit, es chemisch zu untersuchen.

Ich denke auch das ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger Spaltstoffe 
nicht sofort bemerkbar sind.

Anhand der abgenommen Leistung kann man auch recht genau errechnen, 
wieviel Material gespalten wurde und dann entsprechen U238 nachfüttern.

von A. K. (prx)


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Ralph F. schrieb:
> Ich denke auch das ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger Spaltstoffe
> nicht sofort bemerkbar sind.

Wikipedia zur Transmutation der russischen BN Reihe: "Einige Transurane 
des Atommülls verschlechtern die Kritikalitätssicherheit allerdings so 
drastisch, dass nur relativ geringe Mengen davon im Kern vorhanden sein 
dürfen. Gegenwärtig könnten maximal 20 kg/Jahr von den im Müll besonders 
problematischen minoren Aktinoiden im BN-800 durch Transmutation 
umgewandelt werden."

Deshalb verbrennend die Russen damit Waffenplutonium. Pu239 ist in 
dieser Hinsicht vergleichsweise harmlos.

Verbessern könnte man das demgemäss durch reines U235, also ohne U238. 
Leider ist das hochangereichertes und damit waffentaugliches Uran.

: Bearbeitet durch User
von A. K. (prx)


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Ralph F. schrieb:
> Die Aktiniden müssen im Prinzip weder entfernt noch sortiert werden.

Aber demgmäss sollten sie wohl von den Lanthanoiden getrennt werden, und 
das sei einigermassen schwierig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Transuranabfall#Minore_Actinoide

von Ralph F. (ralph_f)


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A. K. schrieb:
> Ralph F. schrieb:
>> Ich denke auch das ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger Spaltstoffe
>> nicht sofort bemerkbar sind.
>
> Wikipedia zur Transmutation der russischen BN Reihe: "Einige Transurane
> des Atommülls verschlechtern die Kritikalitätssicherheit allerdings so
> drastisch, dass nur relativ geringe Mengen davon im Kern vorhanden sein
> dürfen. Gegenwärtig könnten maximal 20 kg/Jahr von den im Müll besonders
> problematischen minoren Aktinoiden im BN-800 durch Transmutation
> umgewandelt werden."
>
> Deshalb verbrennend die Russen damit Waffenplutonium. Pu239 ist in
> dieser Hinsicht vergleichsweise harmlos.
>
> Verbessern könnte man das demgemäss durch reines U235, also ohne U238.
> Leider ist das hochangereichertes und damit waffentaugliches Uran.

Ja, das ist richtig, aber das liegt eher am BN-800 als an den minoren 
Aktiniden.
Genau genommen liegt es an den Brennstäben, den schlechteren Chancen für 
Neutronentreffer (Barn) und an der Tatsache, das sich Kernreaktoren mit 
wenigen verzögerten Neutronen schlecht regeln lassen.
Deshalb ist bei der BN Reaktorreihe tatsächlich eine Verbesserung mit 
Zugabe von U235 zu erreichen. Eben weil U235 bei der Spaltung mehr 
verzögerte Neutronen freisetzt

Dem DFR sind unverzögerte Neutronen egal, weil er sich selber über den 
Temperaturkoeffizienten regelt. Ich vermute das er kein U235 für den 
Betrieb braucht sondern mit einer reinen Plutonium/Uran 238 Mischung 
betrieben werden kann. Der Anteil an minoren Aktiniden sollte trotzdem 
nicht zu hoch werden, aber sie werden nicht die Probleme verursachen, 
die sie anderen Reaktortypen bereiten.

von Ralph F. (ralph_f)


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A. K. schrieb:
> Ralph F. schrieb:
>> Die Aktiniden müssen im Prinzip weder entfernt noch sortiert werden.
>
> Aber demgmäss sollten sie wohl von den Lanthanoiden getrennt werden, und
> das sei einigermassen schwierig:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Transuranabfall#Minore_Actinoide

Die Aktiniden sind alles Transurane mit hohem Atomgewicht.
Lanthanoiden sind Spaltprodukte mit geringem Atomgewicht.

Wenn die PPU sowas einfaches nicht auseinander bekommt, dann klappt das 
alles sowieso nicht.

Nochmal: Die PPU arbeitet nicht chemisch, sondern physikalisch.

von Uhu U. (uhu)


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Ralph F. schrieb:
> Nochmal: Die PPU arbeitet nicht chemisch, sondern physikalisch.

Warum heißt sie dann PPU = Pyrochemische Prozesseinheit?

Sind eigentlich industriell Destillationskolonnen im für den DFR 
notwendigen Temperaturbereich im Einsatz?

: Bearbeitet durch User
von Ralph F. (ralph_f)


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Nein, derzeit nicht.

Aber in tieferen Temperaturbereichen. Wenn man eine Keramik findet die 
mit der Hitze zurechtkommmt, sollte das auch beim DFR funktionieren.

Warum die PPU heisst weiss ich auch nicht

von Achim B. (bobdylan)


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Info für die, die selber experimentieren wollen:

Flüssiges Salz gibt es preiswert bei REWE in Dosensuppen von Erasco.

von Joggel E. (jetztnicht)


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Also bei 1600 Grad destillieren wir das Salz. Nun sollte das chlorid 
aber beim  Aktinid bleiben und sich nicht an irgendwas im Weg 
anschmiegen, sonst faellt dann das Aktinid aus... als Dickfilm mit hoher 
konzentration

Das ist sichergestellt ?

von Ralph F. (ralph_f)


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Gute Frage.

Wenn ich raten müsste: Das ist dadurch sicher gestellt, das das Aktinid 
alleine einen viel höheren Siedepunkt hat.

von Icke ®. (49636b65)


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Joggel E. schrieb:
> Also bei 1600 Grad destillieren wir das Salz.

Wo steht das?

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Icke ®. schrieb:
> Joggel E. schrieb:
>> Also bei 1600 Grad destillieren wir das Salz.
>
> Wo steht das?

wo könnte sowas wohl stehen?

Siedepunke:

NaF @ 1704°C

Uran (IV) Fluorid @ 1417 °C

: Bearbeitet durch User
von Icke ®. (49636b65)


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● J-A V. schrieb:
> Siedepunke:
>
> NaF @ 1704°C
>
> Uran (IV) Fluorid @ 1417 °C


In der Beschreibung steht:

"Da Metalle zu hochsiedend sind, muss beim DFR/m als Vorstufe vor der 
PPU Umwandlung in ein Chlorsalz erfolgen (und hinterher wieder 
Entfernung des Chlor)."

https://dual-fluid-reaktor.de/technical/waste/

Fragt sich, welches Chlorsalz zum Einsatz kommt. Uran(III)-Chlorid hat 
einen Siedepunkt von 1657°C:

https://de.wikipedia.org/wiki/Uran(III)-chlorid

Uran(IV)-Chlorid siedet bereits bei 791°C:

https://de.wikipedia.org/wiki/Uran(IV)-chlorid

von Uhu U. (uhu)


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Icke ®. schrieb:
> In der Beschreibung steht:
>
> "Da Metalle zu hochsiedend sind, muss beim DFR/m als Vorstufe vor der
> PPU Umwandlung in ein Chlorsalz erfolgen (und hinterher wieder
> Entfernung des Chlor)."

Das bezieht sich auf den Traum vom Metall als Trägerflüssigkeit – das 
ist allerdings selbst aus Sicht des Autors sozusagen Zukunftsmusik ins 
Quadrat…

Das Trägersalz der "einfachen" Version soll wohl NaCl sein – das muss 
durch die Destillationskolonne. Das wird schätzungsweise etwas mehr als 
lauwarm…

Die Pläne sind durchaus ambitioniert. Ob die Materialanforderungen dafür 
alle mal so eben aus der Literatur zu erfüllen sind?

Da es sich nicht um Grießbrei handelt, der da durch die Gegend gepumpt 
und destilliert wird, dürfte Materialversagen an Stellen, an denen es 
nicht erwartet wird, eine ziemliche Sauerei zur Folge haben, um es 
freundlich auszudrücken…

Bevor man anfängt da mit heißem Material rumzupanschen, sollte man 
vielleicht erst mal eine nicht zu kleine Testanlage bauen, die das alles 
bei den Temperaturen und mit den vorgesehenen Materialien durchspielt, 
die in der heißen Anlage zu erwarten sind und die nicht-nuklear beheizt 
wird.

von Icke ®. (49636b65)


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Uhu U. schrieb:
> Die Pläne sind durchaus ambitioniert. Ob die Materialanforderungen dafür
> alle mal so eben aus der Literatur zu erfüllen sind?

Natürlich ist das Projekt anspruchsvoll und viele offene Fragen warten 
auf Antwort. Es ist aber nicht utopisch. Wenn die anstehenden Probleme 
gelöst werden können, ist die emissionsfreie Energieversorgung auf 
Jahrhunderte gesichert. Die Kosten werden vermutlich auch höher 
ausfallen als geplant. Aber selbst bei Verzehnfachung sind sie im 
Vergleich zu den Ausgaben für die Erneuerbaren immer noch überschaubar. 
Im Erfolgsfall hätten wir außerdem eine exportträchtige Technologie, die 
weltweit fossile Energieträger ablösen kann und nebenbei unserer 
Wirtschaft wieder auf die Beine hilft. Ich halte es für einen Versuch 
wert.

von Uhu U. (uhu)


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Vor dem Hintergrund DFR interessant zu lesen: Kernkraftwerk THTR-300 
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_THTR-300

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Sweet.
Radioaktive Stoffe genau dann abgeben wollen,
wenn durch Tscherenkowbyl ohnehin schon erhöhte Werte anlagen

von Uhu U. (uhu)


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● J-A V. schrieb:
> wenn durch Tscherenkowbyl ohnehin schon erhöhte Werte anlagen

Ich hatte in der Zeit in einer kalten kerntechnischen Versuchsanlage zu 
tun. Dort wurde auch mit abgereichertem Uran experimentiert. Es kam die 
Order, dass man nun auch auf dem Weg in die Anlage über den Monitor muss 
– der quietschte auch brav jedes mal…

von Ralph F. (ralph_f)


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Uhu U. schrieb:
> Vor dem Hintergrund DFR interessant zu lesen: Kernkraftwerk THTR-300
> https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_THTR-300

Äh, nicht wirklich.

Diese Konzepte könnten kaum unterschiedlicher sein.

von Uhu U. (uhu)


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Ralph F. schrieb:
> Diese Konzepte könnten kaum unterschiedlicher sein.

Das mag ja sein… die Gemeinsamkeit sind mal wieder die großen Sprüche 
die vor dem Bau gemacht werden.

Man kann nur hoffen, das der DFR mit sehr deutlich mehr 
Verantwortungsbewusstsein angegangen wird, als der THTR-300.

Ich hatte lange genug mit Leuten aus der Kerntechnik zu tun, um zu 
wissen, dass denen das nicht gerade im Blut liegt.

: Bearbeitet durch User
von Kara B. (Firma: ...) (karabenemsi)


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von Icke ®. (49636b65)


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Atompilz mal anders...

von Ralph F. (ralph_f)


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Naja, der Pilz futtert verstrahltes Graphit.

Glaube kaum das der Plutonium mag

von Uhu U. (uhu)


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Ralph F. schrieb:
> Glaube kaum das der Plutonium mag

Mögen muss er es ja nicht, es reicht zum Überleben, wenn er es irgendwie 
ruhig stellt.

von A. K. (prx)


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Ralph F. schrieb:
> Naja, der Pilz futtert verstrahltes Graphit.

Demgemäss sei es Strahlung, die ihn über das Melanin "füttert":
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0000457

Allerdings konzentriert der Artikel sich auf den Pilz, nicht auf die 
Strahlungsquelle. Cs137 wird erwähnt, das ist ein Betastrahler mit eher 
kurzer Halbwertszeit. Plutonium hingegen ist ein Alphastrahler. Und - 
leider - haben wir nicht viel davon, wenn der Pilz die Strahlung frisst. 
Es sei denn, wir futtern danach die Pilze.

: Bearbeitet durch User
von Der Bundestrollaner -. (Firma: Troll Republik GmbH) (der_bundestrollaner)


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von Co E. (Firma: keine) (emco)


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"Frohe Botschaft für die Energiewende" aka "Wutbürger Bullshit-Bingo"

Funfact: die eingeblendete Werbung! :-D (siehe Anhang)

von Icke ®. (49636b65)


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Der Bundestrollaner -. schrieb:

Mensch ey, nicht mal mehr auf Icke ist Verlass bzgl. zeitaktuellen
Njus!!!!!!!!!!!!!!!!

Absichtlich nicht. Wollte mal sehen, wer zuerst auf den Achgut Artikel 
anspringt.

> https://www.achgut.com/artikel/dual_fluid_raektor_ein_enormes_echo

"Die Wissenschaftler in Berlin konnten sich über ein überraschendes 
Spendenaufkommen freuen. Das Geld wird von den Entwicklern in eine 
angemessene Präsentation des Projekts fließen."

Na also, demnächst werden sich die Kritiker nicht mehr über die 
verspielte Webseite echauffieren können. Natürlich habe ich auch 
gespendet.

von Jörg H. (zwischenfrequenz)


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Icke ®. schrieb:

> Na also, demnächst werden sich die Kritiker nicht mehr über die
> verspielte Webseite echauffieren können. Natürlich habe ich auch
> gespendet.

Gut so, dann kann der Terminplan ja doch noch gehalten werden und 
Weihnachten 2021 produziert der Prototyp wie versprochen Strom. Oder es 
gibt dann wenigstens schon mal eine neue Webseite.

von Co E. (Firma: keine) (emco)


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Mein absoluter Lieblingssatz aus dem Artikel ist übrigens dieser hier:

"Er [Der Reaktor] ist inhärent sicher, eine Kernschmelze ist 
ausgeschlossen, weil der Kern im Normalbetrieb schon geschmolzen ist."

Genau mein Humor! :-)

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