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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Frage an die Schwingungstechniker


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von Unwissender (Gast)


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Hallo,

eine Bohrstange (Drehbank) mit 16mm Durchmesser ist weit ausgespannt und 
schwingt.

Experimentiere eben mit Felgengewichten aus Blei zum Aufkleben, die man 
sonst zum Auswuchten von Rädern verwendet. Das Blei wird an der Spitze 
der Bohrstange befestigt. Erste Versuche waren vielversprechend, man 
kann damit die Schwingungen in den Griff kriegen. Die Klebeschicht der 
Bleigewichte ist so ein zähes Zeug, ca. 1mm dick.

Was dämpft nun eine Schwingung besser: Wenn man das Blei mit dem zähen 
Zeug anklebt (Blei ist dann elastisch mit der Bohrstange verbunden), 
oder wenn man die Klebeschicht entfernt und das Blei fest an die 
Bohrstange an laminiert?

Klaus

von Rote T. (tomate)


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Mit irgendwas zähem/elastischen wirds wahrscheinlich besser 
funktionieren, wobei es das bereits komerziell gibt:
https://www.sandvik.coromant.com/de-de/products/silent_tools/pages/default.aspx

von L. H. (holzkopf)


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Unwissender schrieb:
> Experimentiere eben mit Felgengewichten aus Blei zum Aufkleben, die man
> sonst zum Auswuchten von Rädern verwendet. Das Blei wird an der Spitze
> der Bohrstange befestigt. Erste Versuche waren vielversprechend, man
> kann damit die Schwingungen in den Griff kriegen. Die Klebeschicht der
> Bleigewichte ist so ein zähes Zeug, ca. 1mm dick.

Wenn Deine Ergebnisse mit dem zähen Kleber tauglich sind, dann bleib 
dabei, und mach das weiterhin so. :)

Allerdings könntest Du Dich auch fragen, wodurch die Schwingungen 
eigentlich verursacht werden.
Was für mich die näherliegende Überlegung ist als darüber nachzudenken, 
wie man Schwingungen kompensieren könnte.

Prinzipiell gilt dabei immer:
Je stabiler die Verhältnisse beim Bohren sind oder geschaffen werden 
können, desto besser werden die Ergebnisse sein.
Klingt trivial, wird aber immer auch so angewendet:
1. Beispiel:
Zentrierbohrer. Nur weil der durch den kleineren D des "Vorbohrers" im 
Zentrum "geführt" wird, bohrt er eine einwandfreie Spitzen-Zentrierung.

2. Beispiel:
Bohrstange. Nur weil die an ihrem (freien) Ende nochmal gelagert ist, 
kann man dadurch einwandfreie Durchgangs-Bohrungen erzeugen.
Auch mehrere fluchtende. Z.B. in Motorblöcken für die Hauptlager der 
Kurbelwellen.

Was genau willst Du denn mit Deiner Bohrstange bohren können?

von Unwissender (Gast)


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L. H. schrieb:
> Wenn Deine Ergebnisse mit dem zähen Kleber tauglich sind, dann bleib
> dabei, und mach das weiterhin so. :)

Möglicherweise gibt es eine bessere Lösung. Z.B. könnte ich ein Gewicht 
aus Messing drehen, dass dann fest an der Spitze mit der Bohrstange 
verschraubt wird. Nur befürchte ich, dass das Ganze dann wieder ein 
schwingungsfähiges Gebilde wird. Nur eben auf einer anderen Frequenz.

> Allerdings könntest Du Dich auch fragen, wodurch die Schwingungen
> eigentlich verursacht werden.

Durch zu langes Ausspannen (Faustregel ist 3xD). Oder ich verwende eine 
Bohrstange mit 45mm Durchmesser. Dazu müsste ich aber erst eine Maschine 
im 6-stelligen Eurobereich anschaffen.

> Was genau willst Du denn mit Deiner Bohrstange bohren können?

Ich will innen ausdrehen.

von L. H. (holzkopf)


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Unwissender schrieb:
> Durch zu langes Ausspannen (Faustregel ist 3xD). Oder ich verwende eine
> Bohrstange mit 45mm Durchmesser. Dazu müsste ich aber erst eine Maschine
> im 6-stelligen Eurobereich anschaffen.
>
>> Was genau willst Du denn mit Deiner Bohrstange bohren können?
>
> Ich will innen ausdrehen.

Deine Angaben worum es geht, sind leider dürftig und wenig 
aufschlußreich.

Was hindert Dich daran erst mal vorzubohren:
https://www.bohrer-onlineshop.de/bohrer-sagen-schleifer/zubehor-fur-metall/metallbohrer/hss-spiralbohrer-mit-morsekegel/hss-metallbohrer-spiralbohrer-standbohrmaschine-drehbank-din345-o-44mm-mk4

um Platz schaffen zu können, damit Du mit stabileren Verhältnissen 
weiterdrehen kannst?

Geht es um Einzel- oder Massen-Fertigung?

von C. A. Rotwang (Gast)


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Eventuell packst Du das Problem an der welchen Stelle an, Veränderung an 
der Aufstellung der Drehbank, also die Befestigung der Füße könnte die 
Lösung bringen.

Beitrag "Drehbank aufstellen, gedämpft"

Ferner is es m.E. wichtiger statt Dämpfung/Abschwächung die 
Schwingung/Resonanz komplett zu vermeiden, es gilt IMHO die 
Eigenfrequenz zu verstimmen um die Resonanzfrequenz aus dem 
Arbeitsbereich zu ziehen:

http://www.tiefbohren.info/Buchstabe_S/Schwingungsdampfer/schwingungsdampfer.html
http://www.patent-de.com/19860710/DE3541322A1.html


>Was dämpft nun eine Schwingung besser: Wenn man das Blei mit dem zähen
>Zeug anklebt (Blei ist dann elastisch mit der Bohrstange verbunden),
>oder wenn man die Klebeschicht entfernt und das Blei fest an die
>Bohrstange an laminiert?

Die Frage ist, wobei die Resonanzfrequenz sicher vorhersehbar verschoben 
wird. Da ist IMHO bei starren Befestigungen gegeben.
Was bringt eine Veränderung der Spannweite der Bohrstange?

von C. A. Rotwang (Gast)


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C. A. Rotwang schrieb:
> Eventuell packst Du das Problem an der welchen Stelle an,

Typo am Morgen mach Kummer und Sorgen :-( es soll heissen:

... Eventuell packst Du das Problem an der falschen Stelle an. ...

von Unwissender (Gast)


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Rote T. schrieb:
> Mit irgendwas zähem/elastischen wirds wahrscheinlich besser
> funktionieren, wobei es das bereits komerziell gibt:
> https://www.sandvik.coromant.com/de-de/products/silent_tools/pages/default.aspx

Habe mich mal etwas eingelesen. Die Profis verwenden eine hohle 
Bohrstange und haben in der Spitze ein schweres Gewicht (Wolfram) in 
einem Elastomer mit Öldämpfung gelagert. Also wird das mit meinem fest 
montierten Messinggewicht keine Dämpfung bringen. Die Lösung mit den 
Bleiklebegewichten funktioniert, man muss allerdings etwas 
experimentieren. In meinem Fall brachte viel viel.

Hier noch ein Link:
https://www.ingersoll-imc.de/fileadmin/user_upload/user_upload/pdfs/Bedienungsanleitungen/Bedienungsanleitung_T-Absorber_Bohrstange_D_7-2019.pdf

von Thomas F. (igel)


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Unwissender schrieb:
> Also wird das mit meinem fest
> montierten Messinggewicht keine Dämpfung bringen.

Ein Gewicht verschiebt die Eigenfrequenz nach unten. Wenn die anregende 
Frequenz während des Laufs und die Eigenfrequenz jetzt unterschiedlich 
sind dann schwingt das ganze auch weniger.

Die Dinger mit Öl und einem darin gelagerten Gewicht stellen einen 
Frequenztilger dar und bedämpfen nur eine bestimmte Frequenz. Eine 
Dämpfung findet nur statt wenn man das Feder-Masse-System auf die 
Anregungsfrequenz der Maschine bei der Zerspanung einstellt. Für den 
Heimgebrauch erscheint mir das fast nicht möglich, siehe PDF von 
Ingersoll. Man müsste immer die exakt gleichen Schnittparameter 
nachfahren was nur mit CNC-Maschinen geht.

> Die Lösung mit den
> Bleiklebegewichten funktioniert, man muss allerdings etwas
> experimentieren. In meinem Fall brachte viel viel.

Genau, da braucht es nicht viel Experimente: Einfach möglichst viel 
Masse steif anbinden und die Eigenfrequenz geht nach unten.

von Sebastian (Gast)


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quick&dirty:
Gummi drumherum, Einweckgummi oder Fahrradschlauch-Ringe, ggf. mit 
zwischengelegten Massestücken. Der Gummi dämpft die Schwingung.

Den Trick wende ich übrigens gern beim Drehen dünnwandiger Teile an (nur 
Gummi drum) ...hab ich von einem alten Hasen gelernt

von Unwissender (Gast)


Angehängte Dateien:

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Thomas F. schrieb:
> Ein Gewicht verschiebt die Eigenfrequenz nach unten. Wenn die anregende
> Frequenz während des Laufs und die Eigenfrequenz jetzt unterschiedlich
> sind dann schwingt das ganze auch weniger.

Ich habe aber nicht viel davon, wenn sich die Eigenfrequenz nach unten 
verschiebt oder das Ganze weniger schwingt. Es darf NICHT schwingen. 
Eine Oberfläche wie eine Feile kann ich nicht gebrauchen. Maßhaltig wird 
das Ganze auch nicht.

> Einfach möglichst viel Masse steif anbinden ...

Ich hatte als erstes die Spitze der nach oben und unten schwingenden 
Bohrstange zwischen Daumen und Zeigefinger genommen, als direkte Folge 
ist die Schwingung abgebrochen. Waren Daumen und Zeigefinger nun "steif" 
angebunden?

von Jürgen von der Müllkippe (Gast)


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Sind denn alle drei Freiwinkel in allen drei Ebenen eingehalten worden? 
Es darf an keiner Stelle drücken!

von L. H. (holzkopf)


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Unwissender schrieb:
> Ich habe aber nicht viel davon, wenn sich die Eigenfrequenz nach unten
> verschiebt oder das Ganze weniger schwingt. Es darf NICHT schwingen.
> Eine Oberfläche wie eine Feile kann ich nicht gebrauchen. Maßhaltig wird
> das Ganze auch nicht.

Wie oft soll man Dir eigentlich noch sagen, daß die Voraussetzung für 
einwandfreies Drehen dominant NUR STABILITÄT ist? ;)
(Subdominant allerdings auch eine Frage des Vorgehens/Werkzeugeinsatzes 
beim Drehen.)

Fragen scheinst Du nicht exakt beantworten zu wollen - ist aber auch 
Deine Sache, was Du zu tun gedenkst. :)

Wenigstens hast Du nun ein Bild angehängt, das mehr als 1000 Worte 
erklären kann.

>> Einfach möglichst viel Masse steif anbinden ...
>
> Ich hatte als erstes die Spitze der nach oben und unten schwingenden
> Bohrstange zwischen Daumen und Zeigefinger genommen, als direkte Folge
> ist die Schwingung abgebrochen. Waren Daumen und Zeigefinger nun "steif"
> angebunden?

Deine ganzen Überlegungen, hier mit irgendeiner Dämpfung ein besseres 
Drehergebnis erreichen zu können, gehen aus meiner Sicht an der Sache 
völlig vorbei.

Dies deshalb, weil die Rattermarken (am Boden des Sackloches) darauf 
hindeuten, daß Deine Vorgehensweise völlig falsch zu sein scheint.

So "lausig" kann eine Drehmaschine an sich kaum beieinander sein, daß 
man solche Ergebnisse erreicht.
Kamst Du bisher noch nie auf die Idee, daß Du grundsätzlich etwas falsch 
machst?

Beschreib doch bitte mal von Anfang an und genau, wie Du das Sackloch 
gedreht hast.
Nur dann, wenn Du das getan hast, kann ich Dir auch sagen, was Du dabei 
verkehrt gemacht hast und wie man das am besten bewerkstelligen kann. :)
Gib dazu bitte auch die Tiefe des Sackloches an.

Jürgen von der Müllkippe schrieb:
> Sind denn alle drei Freiwinkel in allen drei Ebenen eingehalten worden?

Wissen wir (bisher) nicht genau.
Die abgerundeten HM-Wendeplatten sind in ihrer Standard-Ausführung 
mitsamt ihrer "Bohrstange" nicht unbedingt dazu geeignet, einwandfreie 
Sacklöcher drehen zu können.
Nicht wg. ihres "Spitzen-r", sondern weil sie normalerweise so geneigt 
eingesetzt werden, daß nur ihre Spitze "mittig" greift/schneidet.

> Es darf an keiner Stelle drücken!

Ja.
Folglich muß man dafür sorgen, daß nur mittig "geschnitten" werden kann.
Sowohl am Umfang eines Sackloches, als auch am Boden von ihm.
Womit sich auch alle "Dämpfungsprobleme" von selbst "erledigen". :D

von Walter T. (nicolas)


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L. H. schrieb:
> Wie oft soll man Dir eigentlich noch sagen, daß die Voraussetzung für
> einwandfreies Drehen dominant NUR STABILITÄT ist? ;)

Hat Dir schon jemand Verraten, dass STABILITÄT die Widerstandsfähigkeit 
gegen Schwingen (und knicken) ist? Natürlich ist ein Tilger geeignet, 
die Stabilität zu erhöhen. Breitbandiger ist es allerdings, die 
Steifigkeit zu erhöhen.

: Bearbeitet durch User
von L. H. (holzkopf)


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Walter T. schrieb:
> Hat Dir schon jemand Verraten, dass STABILITÄT die Widerstandsfähigkeit
> gegen Schwingen (und knicken) ist? Natürlich ist ein Tilger geeignet,
> die Stabilität zu erhöhen. Breitbandiger ist es allerdings, die
> Steifigkeit zu erhöhen.

Alleine die Erhöhung der Stabilität ist in diesem Fall geeignet dazu, 
daß man sich Tilgergewichte "schenken" kann. ;)

Heißt - Tilger können zwar unvermeidbare Schwingungen bis zu einem 
gewissen Grad kompensieren, während die Erhöhung der Stabilität dort 
ansetzt, wo die Ursache der Entstehung der Schwingungen liegt.
Die Ursache zu eliminieren ist der einfachere und direktere Weg, um 
zuverlässig gute Drehergebnisse erreichen zu können.

Wo hier die Ursache der Schwingungen liegt ist ohne weiteres dem w.o. 
gezeigten Bild entnehmbar.
Und genau dort muß man erst mal bzgl. Verbesserung(en) ansetzen, bevor 
man sich über Tilger den Kopf zerbricht. :D

von C. A. Rotwang (Gast)


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Unwissender schrieb:
> Eine Oberfläche wie eine Feile kann ich nicht gebrauchen.

Dann musst du weitere Bearbeitungsschritte nach dem Bohren vornehmen 
(Glätten, Polieren)


> Maßhaltig wird das Ganze auch nicht.

Welches Maß stimmt nicht? Zentrierung? Ist die Drehbank auf die 
Massgenauigkeit ausgelegt? Oder die auftretenden Kräfte?

>Dies deshalb, weil die Rattermarken (am Boden des Sackloches) darauf
>hindeuten, daß Deine Vorgehensweise völlig falsch zu sein scheint.

Die sind wirklich übel, ich hoffe die stammen nicht von deinem Bohren.

Dort findet mensch ein paar Hinweise zur Fehlerursache und Behebung von 
Rattermarken:

https://www.sandvik.coromant.com/de-de/knowledge/general-turning/pages/troubleshooting.aspx

Es wird genannt:

-Größerer Einstellwinkel
-Kleinerer Eckenradius
-verschleissfestere Sorte wählen
-Schnittgeschwindigkeit reduzieren

von Walter T. (nicolas)


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L. H. schrieb:
> Alleine die Erhöhung der Stabilität ist in diesem Fall geeignet dazu,
> daß man sich Tilgergewichte "schenken" kann. ;)

Für einen Mechaniker liest sich das so geschmeidig wie 
"Stromüberspannung am USB-Hub". Festigkeit, Steifigkeit und Stabilität 
sind völlig unterschiedliche Begriffe.

von Motorfuzzi (Gast)


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L. H. schrieb:
> Dies deshalb, weil die Rattermarken (am Boden des Sackloches) darauf
> hindeuten, daß Deine Vorgehensweise völlig falsch zu sein scheint.

Ich glaube nicht, dass es sich hierbei um ein Sackloch handelt. Scheint 
mir eine optische Täuschung zu sein.
Bei einem Sackloch dieser Tiefe, müsste der TE die Bohrstange gar nicht 
so weit ausspannen, dass sie schwingt.


Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, dass in diesem Forum 
anscheinend kein Mensch mehr die Fähigkeit der Improvisation beherrscht.
Manchmal hat man ein Problem und braucht eine schnelle (oder günstige) 
Lösung, ohne die (finanziellen) Möglichkeiten zu haben, das richtige 
Werkzeug zu beschaffen.

Ich würde an deiner Stelle, Unwissender, probieren. Mach dir ein 
Opferstück, mit den gleichen Abmessungen wie dein Original. Und dann 
teste:
-Gewicht X g, weich angeklebt, Drehzahl y
-Gewicht X g, hart angeklebt, Drehzahl y
-Gewicht 2X g, weich angeklebt, Drehzahl y

.... und so weiter

Und dann die Ergebnisse vergleichen.

Einen genauen Wert wird dir hier keiner sagen können. Da spielen zu 
viele Faktoren mit rein (Drehbank, Bohrstange, Material, Durchmesser, 
Schnittgeschwindigkeit......)

MfG

von C. A. Rotwang (Gast)


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Motorfuzzi schrieb:
> Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, dass in diesem Forum
> anscheinend kein Mensch mehr die Fähigkeit der Improvisation beherrscht.
> Ich würde an deiner Stelle, Unwissender, probieren.

Das ist die Methode "Ein blindes Huhm findet auch ein Korn". Das Forum 
will aber keine Schar von blinden Hühnern sein.

von Unwissender (Gast)


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Motorfuzzi schrieb:
> Ich glaube nicht, dass es sich hierbei um ein Sackloch handelt.
> Scheint mir eine optische Täuschung zu sein.

Jetzt wo du es sagst - man könnte es tatsächlich als ein Sachloch sehen. 
Es ist eine Durchgangsbohrung mit 130 mm Tiefe, also 8xD. Die 
Feilen-Oberfläche stammt vom ersten, nett pfeifenden Durchgang.

Bei dem kurzen Ansatz mit glatter Oberfläche habe ich nur die Spitze der 
Bohrstange festgehalten und so die Schwingung unterbunden.

> Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, dass in diesem Forum
> anscheinend kein Mensch mehr die Fähigkeit der Improvisation
> beherrscht.

Die richtige Vorgehensweise wäre: Bank überfallen, Haus mit großer 
Werkstatt bauen, tonnenschwere Drehbank kaufen uns aufstellen, modernste 
und schwingungsgedämpfte Bohrstangen kaufen - und die eine Bohrung innen 
ausdrehen.

Wird man allerdings beim Banküberfall erwischt, wird es die nächsten 
Jahre nichts mit Bohrung innen ausdrehen. Deshalb meine Frage an einen 
Schwingungstechniker.

von W.S. (Gast)


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Unwissender schrieb:
> eine Bohrstange (Drehbank) mit 16mm Durchmesser ist weit ausgespannt und
> schwingt.

Was verstehst du unter "weit ausgespannt"? Sag mal lieber, wieviele 
Zentimeter das Ding aus dem Halter rausguckt.

Mit deinen offenbar scharf angeschliffenen DCMT hast du m.E. eine 
ausgesprochen schlechte Wahl getroffen. Alle diese stark rhombenförmigen 
Inserts machen nach meiner Erfahrung immer wieder Probleme. Entweder 
schlechtes Schneidbild selbst bei winzigstem Vorschub, oder eben wie bei 
dir die Neigung zum Rattern. Sieh dich lieber nach einer Bohrstange um, 
die CCMT oder CCGT aufnimmt. Diese Inserts sind im Allgemeinen 
friedfertiger.

Und nochwas: Deine Drehbank scheint ziemlich instabil zu sein. Entweder 
ist das eine Kleinmaschine, die mit der Aufgabe überfordert ist, oder 
sie ist im Bett nicht mehr in Ordnung, oder deine Supportführungen haben 
elendiges Spiel, so daß sich zu leicht "Klapperspiel" aufschaukeln kann.

Normalerweise begegnet man irgendwelchen Schwingungen mit 3 Dingen:
1. Alle Supporte nachjustieren, so daß sie möglichst kein Spiel mehr 
zeigen. Das betrifft nicht nur die Führungen, sondern auch die Spindeln!
2. Keine Inserts verwenden, die nen stark positiven Spanwinkel haben.
3. Runter mit der Drehzahl!

Den dritten Punkt kann man nicht laut genug betonen. Steifigkeit erhöht 
die Resonanzfrequenzen und man muß nach möglichst großer Steifigkeit der 
Maschine trachten. Drehzahl verringern vergrößert den Frequenzabstand 
zwischen Anregung und Resonanz der Maschine.

Wenn es bei dir gar nicht mehr anders geht, dann klemme die jeweils 
nicht für den Vorschub benutzten Supporte fest. Das können beide oberen 
sein (Quer und Ober), wenn du mit dem Hauptsupport sauber fahren kannst.

W.S.

von OldMan (Gast)


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Die Rattermarken auf der Fläche sprechen dafür, dass der Obersupport 
(X1) Spiel hat und zwar nicht nur in der Führung sondern auch in der 
Spindel.
Entweder X1 komplett spielfrei einzustellen oder festklemmen.
Aus meiner Sicht ist das auch das falsche Werkzeug um die Fläche zu 
drehen. Die Bohrstange ist dazu nicht geeignet, da alle Winkel auf der 
Fläche falsch sind. Da wird nicht geschnitten sondern brutal gedrückt.
Ein linker Drehstahl ( mit passendem Insert) und negativem   Winkel ( 
15° nach unten) der Halterung des Insert verwenden. Dann flutscht es.
Und die Drehzahl beachten!
Viele stellen die Drehzahl viel zu hoch ein.
AlMg3 Material drehe ich mit max. 480 u/min. Weicheres Alu mit 760.
Ist jedoch immer vom Durchmesser abhängig.
Besser mit unterer Drehzahl beginnen und sich heran tasten.

von Unwissender (Gast)


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OldMan schrieb:
> Die Rattermarken auf der Fläche sprechen dafür,

dass die Bohrstange zu weit (130 mm) ausgespannt ist. Das Werkzeug ist 
für 3xD konzipiert und ich nehme es für 8xD her. Was im Prinzip bei Alu 
kein Problem wäre, wenn das Werkzeug nicht schwingen würde. Es geht 
darum, durch geeignete Maßnahmen die Schwingung so zu bedämpfen, dass 
selbige unterbleibt.

> Die Bohrstange ist dazu nicht geeignet, da alle Winkel auf der
> Fläche falsch sind. Da wird nicht geschnitten sondern brutal gedrückt.

Nicht täuschen lassen, das Bild ist etwas gedreht.
Die Platte steht 15° negativ, ich kann es nicht anders fotografieren.

Eine sehr niedrige Drehzahl ist aber schon mal ein guter Tipp.

von L. H. (holzkopf)


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Unwissender schrieb:
> Es ist eine Durchgangsbohrung mit 130 mm Tiefe, also 8xD.

Wie kommst Du auf 8xD bei D 45mm?

Welche Spannmöglichkeit(en) hast Du am Obersupport?

Welche Aufnahme in der Pinole?
Welchen größten Bohrer-D hast Du?

Durchgangsbohrungen sind immer am angehmsten ausdrehbar, weil man dabei 
auch mit selbst angefertigten Ausdrehmöglichkeiten arbeiten kann, bei 
denen
nichts mehr schwingt.

Deine erzeugten Rattermarken sind eindeutig nur ein Anzeichen dafür, daß 
Du ein falsches Drehwerkzeug einsetzt, das nicht richtig schneiden kann.

Kannst Du Nuten fräsen, Gewinde schneiden und HM schleifen?

von Unwissender (Gast)


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L. H. schrieb:
> Wie kommst Du auf 8xD bei D 45mm?

Wie kommst du auf D 45mm?

1. Beitrag, 1. Satz: "eine Bohrstange (Drehbank) mit 16mm Durchmesser 
ist weit ausgespannt und schwingt."

von W.S. (Gast)


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Unwissender schrieb:
> dass die Bohrstange zu weit (130 mm) ausgespannt ist.

Bei einer 16 mm Bohrstange? Nö, das muß gehen - und zwar ohne 
Rattermarken.

Ich hab hier ne 8mm, bei der ich mich bis etwa 80..90mm traue und eine 
12mm, die es problemlos bis etwa 110mm tut. Allerdings eben mit guten 
frischen Inserts und geringem Vorschub und geringer Spanbreite und 
gefühlt "spielfreien" Supporten.

Eines ist allerdings klar: weit ausgespannte Bohrstangen sind elastisch 
und man muß sich gut überlegen, WIE man damit dreht. Wenn man den dem 
Werkstückende näheren Teil öfter überfährt als die tiefer gelegenen 
Teile, dann kriegt man nen Konus und keinen Zylinder.

W.S.

von L. H. (holzkopf)


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Unwissender schrieb:
> Wie kommst du auf D 45mm?
>
> 1. Beitrag, 1. Satz: "eine Bohrstange (Drehbank) mit 16mm Durchmesser
> ist weit ausgespannt und schwingt."

OK.
Und wie sieht es mit Deinen Antworten zu meinen weiteren Fragen aus?
Wie soll man Dir etwas Alternatives raten können, wenn Du uns im 
Unklaren dsrüber läßt, wie Deine Maschinen-Verhältnisse sind und was Du 
tun kannst?

Motorfuzzi schrieb:
> Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, dass in diesem Forum
> anscheinend kein Mensch mehr die Fähigkeit der Improvisation beherrscht.
> Manchmal hat man ein Problem und braucht eine schnelle (oder günstige)
> Lösung, ohne die (finanziellen) Möglichkeiten zu haben, das richtige
> Werkzeug zu beschaffen.

Sachgerecht improvisieren zu können, hängt sowohl von den Möglichkeiten 
dazu, als auch von Erfahrungen ab, die man hat.
Du hast insofern recht als man oft ein Problem hat, für das man eine 
schnelle Lösung braucht.
Bzw. zu Zeiten, in denen man sich nicht schnell genug ein passendes 
Werkzeug beschaffen kann.

Dann werden oft "aus der Not heraus" improvisierte Lösungen "geboren", 
die man - sofern sie sich als ganz gut brauchbar bewährt haben - 
weiterhin beibehält.
Denke, Du kennst das auch rauf und runter. ;)

Grundsätzlich ist aus meiner Sicht gegen rhombenförmige 
HM-Wendeschneidplatten nichts einzuwenden.
Allerdings muß man sich dabei auch immer im Klaren sein, wozu welche 
HM-Platten am besten eingesetzt werden können.

Im vorliegenden Fall des TE sind das am ehesten diese:
Ebay-Artikel Nr. 151383330772

Leicht schräg zur Haupt-Verfahrrichtung (mit ihrer Spitze nach vorne 
überstehend) entweder geklemmt oder (besser) hartgelötet in einen 
Werkzeug-Träger für HM-Platten, der an Stabilität nichts zu wünschen 
übrig läßt.

"Einrichten" kann man dann die HM-Spitze an einer "Gegenspitze" der 
Drehmaschine, die auch in der Pinole des Reitstocks sitzen kann.
Im Zweifelsfall und bei "ausgelullerter" Drehmaschine eher untermittig 
als mittig.
Vorausgesetzt, der seitliche und vordere Freiwinkel ist stimmend 
angeschliffen, kann man dann "blind" die gesamte Bohrung bis auf eine 
Karton-Zwischenlage (im Drehfutter vorher angebracht) "auf einen 
Anschlag" durchfahren.

Hat man so einen Anschlag nicht, muß man ihn halt an die Drehmaschine 
"hindrapieren".
Das lohnt sich allemal, weil es das Drehen enorm erleichtert. :)

OldMan schrieb:
> Die Bohrstange ist dazu nicht geeignet, da alle Winkel auf der
> Fläche falsch sind. Da wird nicht geschnitten sondern brutal gedrückt.
> Ein linker Drehstahl ( mit passendem Insert) und negativem   Winkel (
> 15° nach unten) der Halterung des Insert verwenden. Dann flutscht es.
> Und die Drehzahl beachten!
> Viele stellen die Drehzahl viel zu hoch ein.
> AlMg3 Material drehe ich mit max. 480 u/min.

Kann ich alles nur bestätigen:
Die kleinere (und präzisere) meiner Drehmaschinen könnte ich zwar (per 
Riemenscheiben-Umstellungen) auf div. Drehzahlen umstellen, mache das 
aber schon längst gar nicht mehr:
Drehe bei ihr alles mit 500U/min.

Schneidfähiges Werkzeug in Verbindung mit möglichst stabilen 
Verhältnissen ist beim Drehen das A&O.
Ist auch das A&O, wenn man Rattermarken eliminieren können will.

von Unwissender (Gast)


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W.S. schrieb:
> Bei einer 16 mm Bohrstange? Nö, das muß gehen - und zwar ohne
> Rattermarken.

Dachte ich auch, denn mit einer 10er Bohrstange bin ich auch schon 70mm 
(7xD) tief vorgedrungen, das lief ohne zu pfeifen und machte eine 
perfekte Oberfläche. Übrigens mit der gleichen scharfen Aluplatte.

Die 16er Bohrstange pfeift jedoch schon in dem Moment, wo ich nur 
ankratze. Ist wie wenn man mit dem Bogen über die Saiten einer Geige 
fährt. Egal wie sanft man darüber streicht, die Saite schwingt sofort.

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