Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ersatz für Störkondensator


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von Felix G. (boowser)


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Moin zusammen,
die Nähmaschine meiner Mutter hat den Geist aufgegeben und man konnte 
sofort sehen dass der Störkondensator den Geist aufgegeben hat. Nun 
brauche ich Ersatz, allerdings ist die Maschine so alt, dass es die 
gleichen nicht mehr gibt, bzw. Ich sie für 20 Euro aus Frankreich 
bestellen müsste. Daher bräuchte ich ein Ersatzmodell und hoffe hier auf 
eure Expertise:

Der Störkondensator ist von Rifa und hat die Kennung 'GPF 40/085/56'.
Modellbezeichnung ist 'PME 271M547'.
Spannung 250V~MP, f_0 = 7,0 MHz
An der Seite steht noch CM6 und auf der Oberseite nebst der Kapazität 
von 0,047 uF ein X und ein eingekreistes a.

Nun habe ich mich bei Ebay durch die Rifa Teile geklickt und nichts mit 
der Kombination 250V 47 nF und dieser '40/085/56' gefunden, wobei ich 
halt auch nicht weiß was die letzten drei Zahlen bedeuten.

Wäre klasse wenn ihr mir sagen könntet welchen ich als Ersatz nutzen 
kann.

Beste Grüße,
Felix

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Felix G. schrieb:
> was die letzten drei Zahlen bedeuten

Die kannst du getrost vergessen. Entscheidend ist:
1. 47nF = 0,047µF
2. 250V~, wobei bessere Spannungsfestigkeit hier nicht schadet
3. X-Type für Betrieb am 230V~ Netz. Hier ist auch X2 möglich.

X-Typen erzeugen im Defektfall keinen Kurzschluss, sondern verlieren nur 
Kapazität.
Ach, das ist übrigens kein 'Störkondensator' und hat auch nichts mit dem 
Fisch zu tun, sondern ein 'Entstörkondensator', der Funkstörungen 
entfernen soll.

: Bearbeitet durch User
von Thomas B. (thombde)


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Die Maschine sollte aber auch ohne Entstörkondensator funktionieren.
Sonst ist noch mehr defekt.

von Felix G. (boowser)


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Vielen Dank für die schnellen Antworten, natürlich meine ich Entstör.. 
Einmal falsch getippt hat das Handy mir den Begriff immer wieder 
empfohlen und ich hab den falschen Anfang nicht bemerkt.

Die Fehlerbeschreibung die ich von ihr bekam war 'ist kaputt, kam Rauch 
raus'. Ich hab die Platine jetzt ausgebaut und bei mir liegen, wo ich 
gesehen hatte dass der Entstörkondensator geplatzt ist. Ich hatte es 
daher als naheliegendste Fehlerquelle in Betracht gezogen, wobei ich 
erst vom Gefühl beim Motor war.

Soll ich die Stelle wo das Bauteil war einfach mal kurzschließen wenn 
ihr sagt den braucht man nicht unbedingt?

von hinz (Gast)


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Felix G. schrieb:
> Soll ich die Stelle wo das Bauteil war einfach mal kurzschließen

Nicht kurzschließen! Einfach entfernen.

von Thomas B. (thombde)


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Mache mal ein scharfes Foto von der Platine.
Von oben und unten.

von Felix G. (boowser)


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So, ich hab euch jetzt mal die Bilder angehängt. Messe ich an den beiden 
Punkten wo er eingelötet war, bekomme ich 1,8 MOhm, also das, was ich 
auch bekomme wenn ich die gesamte Schaltung am Netzanschluss durchmesse. 
Ich hab aber auch noch nie mit solchen Entstörkondensatoren gearbeitet, 
daher weiß ich nicht wie genau man sie einsetzt. Der andere hat 
überhaupt noch eine stolze Kapazität von 57 nF anstelle der bedruckten 
47. :D

Der geplatzte Kondensator ist auf den beiden Schaltungen bereits 
entfernt, aber noch auf dem 'eingebauten' Bild zu sehen. Messe ich den 
durch kann ich sagen, dass da nichts mehr durchfließt.

: Bearbeitet durch User
von Nichtverzweifelter (Gast)


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Bestelle Dir zwei "X-Kondensatoren" mit bekanntgegebenen Orderdaten, 
löte sie ein, und gut ists!

von Felix G. (boowser)


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So war ja der Plan, aber wenn es heißt, dass die Maschine auch ohne die 
Bauteile funktionieren sollte kann ich mir das eventuell sparen. Sollte 
wirklich die Wicklung des Motors durch sein, dann glaube ich nicht dass 
sich eine Reparatur für so eine alte Maschine noch lohnt.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Felix G. schrieb:
> sollte kann ich mir das eventuell sparen

Nur zum Ausprobieren kannst du die Kiste schon mal ohne die 
Kondensatoren betreiben. Aber wenn das funktioniert, besschaffst du die 
Kondensatoren und baust sie wieder ein. Das ist eine Thyrisotrsteuerung 
und als Enstörer sind die Kondensatoren da. Der Hersteller hätte sich 
die garantiert gespart, wenn sie überflüssig wären.
Die wirken nämlich in beide Richtungen: Sie schützen das Netz vor 
Störungen aus der Maschine und die Maschine vor Störungen aus dem Netz.

: Bearbeitet durch User
von Axel S. (a-za-z0-9)


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Felix G. schrieb:
> Nun habe ich mich bei Ebay durch die Rifa Teile geklickt und nichts mit
> der Kombination 250V 47 nF und dieser '40/085/56' gefunden, wobei ich
> halt auch nicht weiß was die letzten drei Zahlen bedeuten

Das ist die Klimakategorie nach IEC 60068. Vollkommen unbedeutend für 
dich. Du brauchst einen 250V~ X-Kondensator mit 47nF. Hersteller ist 
egal. Wenn er mechanisch paßt, ist das einfacher für dich.

von Felix G. (boowser)


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Vielen Dank für die Antworten, ich habe jetzt zwei davon bestellt und 
werde sie einlöten wenn sie da sind:

Ebay-Artikel Nr. 333171770198

Auf Nachfrage habe ich zudem erfahren, dass meine Mutter nachdem der 
Rauch aus der Maschine kam diese gar nicht mehr angefasst hatte. Sicher 
vernünftig, aber gut möglich, dass sie noch funktioniert, auch ohne 
Kondensator.

Ich berichte ob alles geklappt hat.

Viele Grüße

von MaWin (Gast)


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Felix G. schrieb:
> Störkondensator

Weglassen, der stört nur. (Ich weiss, der ist inzwischen alt).

Felix G. schrieb:
> Rifa

Miese DDR Qualität, die sterben alle zeitig.

Felix G. schrieb:
> 250V 47 nF

Das und X2 muss draufstehen, das Herstellungsdatum muss nicht identisch 
sein. 275V~ sind auch ok.

Reichelt FUNK 47n passt.

von hinz (Gast)


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MaWin schrieb:
>> Rifa
>
> Miese DDR Qualität, die sterben alle zeitig.

Wie kommst du auf DDR?

von Karl B. (gustav)


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Halt,
ich sehe einen Triac.
Sollte der nicht auch ausgetauscht werden?

ciao
gustav

von hinz (Gast)


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Karl B. schrieb:
> Halt,
> ich sehe einen Triac.
> Sollte der nicht auch ausgetauscht werden?

Wozu?

von Karl B. (gustav)


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hinz schrieb:
> Wozu?

Wurde beim Test oben schon einfach mal so Netz Spannung angelegt, dann 
sicher auch durch.

ciao
gustav

von hinz (Gast)


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Karl B. schrieb:
> hinz schrieb:
>> Wozu?
>
> Wurde beim Test oben schon einfach mal so Netz Spannung angelegt, dann
> sicher auch durch.

Quatsch.

von Karl B. (gustav)


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Matthias S. schrieb:
> Das ist eine Thyrisotrsteuerung
> und als Enstörer sind die Kondensatoren da. Der Hersteller hätte sich
> die garantiert gespart, wenn sie überflüssig wären.
> Die wirken nämlich in beide Richtungen: Sie schützen das Netz vor
> Störungen aus der Maschine und die Maschine vor Störungen aus dem Netz.
Und den Triac vor zu steilen Flanken.
Na ja Triac statt Thyristor.

ciao
gustav

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von Dietrich L. (dietrichl)


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hinz schrieb:
> MaWin schrieb:
>>> Rifa
>>
>> Miese DDR Qualität, die sterben alle zeitig.
>
> Wie kommst du auf DDR?

Er meint bestimmt die DDR in Schweden ;-) :
https://en.wikipedia.org/wiki/RIFA_(manufacturer)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kista

von MaWin (Gast)


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hinz schrieb:
> Wie kommst du auf DDR

Dachte Rifa (DDR) wurde von Evox (Finnland) gekauft, hat BHT (GB) 
gekauft und wurde von Kemet (USA) geschluckt.

Dietrich L. schrieb:
> Er meint bestimmt die DDR in Schweden

Ok, dann von dort, Erinnerung trügt.

von Manfred (Gast)


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Felix G. schrieb:
> Ebay-Artikel Nr. 333171770198

Ich glaub's ja wohl nicht, ein e*Abzocker für 2,36 Euro pro Stück plus 
1,56 Versand - noch alles gut?

https://www.reichelt.de/funkentstoerkondensator-x2-47-nf-305-v-rm-15-0-105-c-10-mkp-x2-47n3-p173412.html?&trstct=pos_3&nbc=1

liefert z.B. 
https://www.reichelt.de/funkentstoerkondensator-x2-47-nf-305-v-rm-15-0-105-c-10-mkp-x2-47n3-p173412.html?&nbc=1 
für 26 cent!

MaWin schrieb:
>> Rifa
> Miese DDR Qualität, die sterben alle zeitig.

Nix Ostzone, RIFA ist ein Schwede, die honiggelben Knallbonbons sind 
bekannt. Der, der hier neulich Gestank verbreitet hat, war ca. 30 Jahre 
alt.

Ganz nett geschrieben: 
https://www.technikundnatur.eu/revox-mehr/die-rifas.html

von Karl B. (gustav)


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Manfred schrieb:
> Der, der hier neulich Gestank verbreitet hat, war ca. 30 Jahre
> alt.

Hi,
nicht der Dampf, sondern die herumfliegenden Metallfitzelchen, die in 
der Schaltung evtl. noch weiteren Schaden durch Kurzschlüsse hervorrufen 
könnten, sind für mich eher das Problem. Es knisterte wie ein Lagerfeuer 
und roch dann auch so. Und die RiFas, die nie eingebaut waren, hatten 
plötzlich Risse. Dadurch ziehen die Feuchtigkeit. Und das macht die 
Kondensatoren dann endgültig unbrauchbar.
Hab die ganze Kiste fachgerecht entsorgen müssen.
Andere sind auch nicht unbedingt besser.
Schon der zweite Snubber innerhalb von einem Jahr.
Der Widerstand in der Mitte wird zu warm, und die Suppe schmilzt.
Besser solche aus aktueller Produktion.
Überlagerte in den Müll.
ciao
gustav

: Bearbeitet durch User
von Thomas B. (thombde)


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Teste doch mal den Motor, ob der noch schnurrt.
Geht auch mit einem LNG und mit DC 30V.

Wenn der Motor noch gut ist, sollte der Rest ein Kinderspiel sein.

: Bearbeitet durch User
von Felix G. (boowser)


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Manfred schrieb:
> Ich glaub's ja wohl nicht, ein e*Abzocker für 2,36 Euro pro Stück plus
> 1,56 Versand - noch alles gut?

Tja, da wird wohl Profit aus der Unwissenheit jeder geschlagen, welche 
einfach nur versuchen ein möglichst identisches Ersatzteil zu finden. 
Dafür kam es recht zügig und war ordentlich verpackt - Wenn auch sehr 
Laienhaft mit einem Stück Verpackungspappe als Knickschutz.

Worauf Karl B. hinaus will ist mir nicht so ganz klar. Ich habe jetzt 
die beiden Entstörkondensatoren gegen die von Ebay getauscht, die 
Maschine rattert wieder fröhlich vor sich hin und meine Mutter ist happy 
- Alles gut!

Vielleicht noch ganz spannend, zumindest für die jüngeren hier: Das 
Fußpedal der Nähmaschine gleicht einem Blasebalg - Drückt man drauf wird 
durch den Luftdruck die Maschine geschaltet (Auf meinem Bild das Bauteil 
mit dem Kupferring). Sowas habe ich noch nie gesehen und ich war gut 
überrascht.

Und nochmal vielen Dank für die Expertise hier - Hat mir sehr geholfen.

Herzlichst,
Felix

von Karl B. (gustav)


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Felix G. schrieb:
> Worauf Karl B. hinaus will ist mir nicht so ganz klar.

Beitrag "Re: Entstörkondensator hat sich in Rauch aufgelöst."
Bastelkiste gerade leer. ;-)
und:
Beitrag "Re: Entstörkondensator hat sich in Rauch aufgelöst."

ciao
gustav

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von Zeno (Gast)


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von Peter B. (olduri)


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Felix G. schrieb:
> Vielleicht noch ganz spannend, zumindest für die jüngeren hier: Das
> Fußpedal der Nähmaschine gleicht einem Blasebalg - Drückt man drauf wird
> durch den Luftdruck die Maschine geschaltet

Potentialfrei - sehr chic! Habe vor Jahren ein massives Fußpedal von 
einer gefühlt tonnenschweren Pfaff gerettet. Es enthält einen dicken, 
zementierten Widerstand mit zahlreichen Anzapfungen und einem 
zugehörigen Stufenschalter mit fetten Silberkontakten. Habe das Ding mit 
den zerbröselten Leitungen (Schuko noch auf rot!) und dem zerbrochen 
Spezialstecker mit neuen Zuleitungen versehen und jetzt tut es gute 
Dienste für feine Bohrmaschinen-Einstellungen und ähnliches.

von Zeno (Gast)


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MaWin schrieb:
> Miese DDR Qualität, die sterben alle zeitig.

Na da haut aber wieder mal einer auf den Putz.

Erstens ist Rifa nicht Ex DDR, wie hier einige Leute schon richtig 
geschrieben haben und zweitens hatten die DDR-Kondensatoren meist eine 
gute Qualität, wie z.B Frolyt (da neigen eigentlich nur die Schneemänner 
zum frühzeitigen Ausfall), Koweg (Görlitz), Elektronik Gera (vormals 
Kondensatorenwerk Gera) oder Hescho (KWH) Hermsdorf, um nur mal die 
Bekanntesten zu nennen. Wenn man deren Produkte gemäß den Richtlinien in 
den Datenblättern benutzt hat haben die Bauelemente lange gehalten - 
deutlich länger als mancher Mist den man heutzutage zu kaufen bekommt, 
wo alles auf Kante genäht ist.

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