Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Deutsche Halbleiter/Prozessor-Industrie?


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von credit suisse (Gast)


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Welche Arbeitgeber gibt es in Deutschland, welche in der Herstellung von 
Halbleitern & Prozessoren ganz vorne mitspielen? Anscheinend nur 
Infineon und dann lange nichts, oder nur Filialen internationaler 
Größen.

Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA & die 
Asiatischen Tiger + Japan/China verloren?

:
von Dr.-Ing. A. Fissur (Gast)


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Schau Dir Aixtron an

von Qwertz (Gast)


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credit suisse schrieb:
> Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA & die
> Asiatischen Tiger + Japan/China verloren?

Geht das Gejammer über Deutschland jetzt schon wieder los?

von Mitleser (Gast)


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Texas Instruments sitzt immer noch in Freising, dort wurde unter anderem 
der MSP430 entwickelt...

von credit suisse (Gast)


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Dr.-Ing. A. Fissur schrieb:
> Schau Dir Aixtron an

Oksy, aber die sind ja winzig, 600 MA. Hier wird sowas gewöhnlich als 
"Klitsche" verschrien.

von Old P. (Gast)


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AMD in Dresden?

Old-Papa

von credit suisse (Gast)


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Qwertz schrieb:
> Geht das Gejammer über Deutschland jetzt schon wieder los?

Jein, also DE ist in vielen Bereichen Weltklasse - Automobil, 
Industrieanlagen, Chemie, Pharma, Logistik - aber im Bereich Halbleiter 
ist eben verhältnismäßig tote Hose.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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das hört sich bisweilen so an, als müsse Deutschland überall
immer der erste oder der beste sein...

von credit suisse (Gast)


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Mitleser schrieb:
> Texas Instruments sitzt immer noch in Freising

Old P. schrieb:
> AMD in Dresden?

Das sind ja wohlbekannt US-Amerikaner.

Natürlich besser als nichts, weil sie Arbeitsplätze schaffen, doch die 
intellektuellen Ergebnisse der Arbeit und die Profite gehen nach 
Übersee.

von Qwertz (Gast)


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● J-A V. schrieb:
> das hört sich bisweilen so an, als müsse Deutschland überall immer
> der erste oder der beste sein...

Richtig. Muss es nämlich nicht!

von berndl (Gast)


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credit suisse schrieb:
> Welche Arbeitgeber gibt es in Deutschland, welche in der
> Herstellung von
> Halbleitern & Prozessoren ganz vorne mitspielen?

Bosch -> MEMS

von ZF (Gast)


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credit suisse schrieb:
> Welche Arbeitgeber gibt es in Deutschland, welche in der Herstellung von
> Halbleitern & Prozessoren ganz vorne mitspielen?
Was meinst du mit "ganz vorne"? Fertigung einstelliger Strukturgrößen? 
Diese Fabriken schaffen es zwar gelegentlich in die Jedermannsmedien, 
der Halbleitermarkt ist aber viel umfangreicher. Für manche Anwendungen 
sind die kleinen Strukturen sogar gänzlich ungeeignet.

von AffeMitWaffe (Gast)


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credit suisse schrieb:
> Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA

Definitiv, aber das haben die jetzt 50 bis 70-jährigen verbockt, obwohl 
Zuse so vorgelegt hat.

von credit suisse (Gast)


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AffeMitWaffe schrieb:
> aber das haben die jetzt 50 bis 70-jährigen verbockt, obwohl
> Zuse so vorgelegt hat.

Ich glaube, dass das nicht zuletzt mit einem bestimmten Österreicher zu 
tun hatte, dass 1941-1945 keine guten Geschäftsjahre für eine junge und 
innovative Industrie waren. Der Z3 wurde von der Führung damals als 
nutzloses Spielzeug abgetan.

Beitrag #6337078 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Hp M. (nachtmix)


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Old P. schrieb:
> AMD in Dresden?


Machen die dort noch etwas ausser Staub zu wischen?

"Am 7. Oktober 2008 gab AMD schließlich bekannt, seine Fabriken in eine 
zusammen mit der Investmentfirma Advanced Technology Investment Company 
(ATIC) aus Abu Dhabi betriebene Foundry mit dem vorläufigen Namen The 
Foundry Company auszugliedern.[12] Damit war AMD Saxony keine direkte 
Tochterfirma der Advanced Micro Devices Inc. mehr.

Im März 2009 wurde der offizielle Name der neu ausgegründeten 
Firmensparte bekanntgegeben: Globalfoundries,[3] die zu knapp zwei 
Dritteln dem Emirat Abu Dhabi gehört.[13]

Mit der Gründung von Globalfoundries wurden AMD Fab 36 und AMD Saxony 
zunächst Tochterfirmen von Globalfoundries und später in Globalfoundries 
Dresden Module One LLC & Co. KG beziehungsweise Globalfoundries Dresden 
Module Two LLC & Co. KG umfirmiert. In Dresden verblieb nur das 
Operating System Research Center bei AMD, welches Ende 2012 ebenfalls 
geschlossen wurde."
(Wikipedia)

von Marek N. (bruderm)


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Old P. schrieb:
> AMD in Dresden?

Angewandte Molekularelektronik Dresden ;-)

von Max M. (maxmicr)


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von Michael B. (laberkopp)


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credit suisse schrieb:
> Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA & die
> Asiatischen Tiger + Japan/China verloren?

Man hatte ihn nie.

Chiphersteller (nur wenige davon produzieren Prozessoren)
https://en.wikichip.org/wiki/list_of_semiconductor_companies (Viele 
tote)
 http://www.ecmos.com.tw/
 http://www.ti.com/
 http://www.vishay.com/
 http://www.qualcomm.com/
 http://www.broadcom.com/
 http://www.intel.com/
 http://www.analog.com/
 https://www.belling.com.c n/
 http://www.amd.com/
 http://www.fujitsu.com/
 https://greenwaves-technologies.com/
 http://www.infineon.com/
 http://www.hxt-semitech.com/
 http://ams.com/
 http://www.nxp.com/
 http://www.nexperia.com/
 http://www.prema.com/
 http://www.nantero.com/
 http://www.ftdichip.com/
 http://www.aosmd.com/
 https://en.cystekec.com/
 http://www.gmt.com.tw/
 https://www.hycontek.com/en/
 http://www.microne.com.c n/
 http://www.hisilicon.com/
 http://www.andestech.com/
 https://www.taiwansemi.com/en
 http://www.txsemi.com/
 https://www.brainchipinc.com/
 http://www.annapurnalabs.com/
 https://www.apm.com/
 http://www.arm.com/
 https://etacompute.com/
 http://www.renesas.com/
 http://www.puolop.com/ (uC)
 http://www.chenmko.com.tw/
 https://www.kinet-ic.com/
 https://www.lapis-semi.com/ (Rohm)
 http://www.umw-ic.com/
 http://www.way-on.com/
 http://www.silan.com.c n/
 http://www.customsiliconsolutions.com/
 http://www.yeashin.com/
 http://weitron.com.tw/
 http://www.zowie.com.tw/
 http://www.takcheong.com/
 http://www.etasolution.com/
 https://www.rectron.com/
 https://www.panjit.com.tw/en
 https://www.kec.co.kr/
 https://www.chip-hope.com/
 http://www.semicoa.com/ (radHard)
 http://aplusinc.com.tw/
 http://mdesemiconductor.com/ (TVS+VDR)
 http://tp-semi.com/
 https://towersemi.com/
 http://www.mospec.com.tw/
 http://www.ace-ele.com/
 http://www.kingtronics.com/
 http://www.stansontech.com/
 http://www.union-ic.com/
 http://www.matrix-microtech.com.tw/
 https://goodarksemi.com/
 http://alfarzpp.lv/eng/sc/semiconductor.php (alte Chips wie LM394, 
CA3046)
 http://www.starchips.com.tw/ (ASIC, LED Driver)
 http://www.alfa-mos.com/
 http://www.gstekic.com/
 http://www.chipower.com.c n/
 https://www.phenitec.co.jp/
 https://www.microsemi.com/
 http://amperecomputing.com/
 http://www.dacosemi.com/ (SiC)
 http://www.puyasemi.com/index_en.html
 http://www.britesemi.com/ (ASIC&SOC)
 http://www.giantec-semi.com/
 http://www.supersemi.com.c n/index.php/en/Product/index.html
 http://www.willsemi.com/
 http://www.hsmc.com.tw/
 http://www.smc-diodes.com/
 http://www.smc-diodes.com/
 http://www.excelliancemos.com/
 https://www.nexperia.com/
 https://www.onsemi.com/
 https://www.ablic.com/
 http://www.silikron.com/
 https://www.diodes.com/
 http://www.crpowtech.com/
 http://www.princeton.com.tw/
 https://www.n-redc.co.jp/ (Ricoh)
 https://www.jingheng.c n/
 http://www.power-micro.com/
 http://www.comchiptech.com/
 http://www.analog.com.tw/index.asp
 http://www.bookly.com/
 http://www.bruckewell-semi.com/
 https://www.fagorelectronica.com/
 https://www.leadtrend.com.tw/
 http://www.xdssemi.com/
 http://www.fremontmicro.com/
 https://www.aldinc.com/
 https://www.monolithicpower.com/
 https://www.skyworksinc.com/
 http://www.titanmec.com/
 https://www.integral.by/en

Dank Zeiss und Aixtron bauen wir aber (noch) die Anlagen auf den Chips 
gefertigt werden. Nur geht auch dort das know how zunehmend verloren.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Michael B. schrieb:
> Nur geht auch dort das know how zunehmend verloren.

Und das wird auch weiterhin so sein.
Dank des Geldes, dem sich alles unterzuordnen hat.

So könnte man jetzt ja auch nicht einfach anfangen,
anders zu denken, denn sonst müsste man ja zugeben,
dass man vorher falsch gehandelt hat.

Mal schauen wie lange sich denn der Gedanke hält,
"Pillen" nicht nur noch in Fernost herzustellen.
Da hörte man ja kürzlich ganz ungewöhnliche Töne...

Beitrag #6337140 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #6337172 wurde von einem Moderator gelöscht.
von MeierKurt (Gast)


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● J-A V. schrieb:
>
> Mal schauen wie lange sich denn der Gedanke hält,
> "Pillen" nicht nur noch in Fernost herzustellen.
> Da hörte man ja kürzlich ganz ungewöhnliche Töne...

Ich wette: Nicht besonders lang.
Die Pharmaindustrie sitzt nach wie vor und eigentlich schon immer - gut 
im Lobbysattel.
btw: Temporäre Mediakamenten-Engpässe gibts nicht erst seit Corona.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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● J-A V. schrieb:
> Dank des Geldes, dem sich alles unterzuordnen hat.
>
> So könnte man jetzt ja auch nicht einfach anfangen, anders zu denken,
> denn sonst müsste man ja zugeben, dass man vorher falsch gehandelt hat.

Und wie machst du das?

von Thomas (Gast)


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credit suisse schrieb:
> Welche Arbeitgeber gibt es in Deutschland, welche in der Herstellung von
> Halbleitern & Prozessoren ganz vorne mitspielen? Anscheinend nur
> Infineon und dann lange nichts, oder nur Filialen internationaler
> Größen.

Gerade in der Halbleitertechnik gibts ja eine sehr klare und gut 
definierte Grenze zwischen Herstellung und Entwicklung. Es gibt in 
Europa doch einiges an Arbeitsplätzen in der Entwicklung. Ich sehe 
keinen Grund warum wir in der Herstellung übermäßig vorn dabei zu sein 
versuchen sollten, wenn wir es dann ohnehin nicht in Europa fertigen 
können. Und in der Entwicklung von Fertigungsgerät kommt niemand um 
europäische Firmen wie ASML herum.
Ich denke die Zukunft in Europa sind sowieso fabless-Firmen mit reinen 
Entwicklungs-und Supportabteilungen.

von Dummstöpsel (Gast)


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credit suisse schrieb:
> Anscheinend nur
> Infineon und dann lange nichts, oder nur Filialen internationaler
> Größen.

Klar die 22nm Ex-AMD-Fab in Dresden mit 3500 Mitarbeiter ist nur ne 
Filiale …
So ein Depp hat nicht mal verdient komplett ignoriert zu werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Globalfoundries

von Dummstöpsel (Gast)


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Hp M. schrieb:
> Machen die dort noch etwas ausser Staub zu wischen?

OGott, da hat aber einer so garnicht den Schuß gehört... da ist 
praktisch nur der Name geändert worden ansonsten wird da prouziert wie 
damals als die Hütte noch AMD hiess.

von Dummstöpsel (Gast)


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credit suisse schrieb:
> Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA & die
> Asiatischen Tiger + Japan/China verloren?

Ach ja, es ist übrigens einer der Gründe warum die DDR Pleite gingen, 
das man um jeden Preis 'Anschluss' halten wollte und für Milliarden eine 
1 MBit Fabrik hinzimmerte statt die Chips billig auf dem Weltmarkt 
einzukaufen:

https://www.ddr-museum.de/de/blog/archive/letzter-klimmzug-auf-dem-weg-zum-weltniveau-der-1-megabit-speicherchip

Dazu der quatsch mit einer hochriskanten Reinstsiliziumfabrik mitten in 
einer Grossstadt:

https://oiger.de/2011/09/25/dresden-1989-siliziumwerk-wird-zur-kraftprobe-zwischen-burger-und-staat/3778#Bei_Havarie_womoeglich_Tausende_Tote_zu_erwarten

von Furzender Minderleister (Gast)


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Sowas gibts hier nicht.

von AVR (Gast)


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Dummstöpsel schrieb:
> Ach ja, es ist übrigens einer der Gründe warum die DDR Pleite gingen,
> das man um jeden Preis 'Anschluss' halten wollte und für Milliarden eine
> 1 MBit Fabrik hinzimmerte statt die Chips billig auf dem Weltmarkt
> einzukaufen:

Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

von Old P. (Gast)


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credit suisse schrieb:
>
> Old P. schrieb:
>> AMD in Dresden?
> Das sind ja wohlbekannt US-Amerikaner.
> Natürlich besser als nichts, weil sie Arbeitsplätze schaffen, doch die
> intellektuellen Ergebnisse der Arbeit und die Profite gehen nach
> Übersee.

Na und? Wieviele der hier weiter oben in der Liste stehenden Butzen sind 
noch rein Deutsch?

Old-Papa

Beitrag #6337306 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Uwe D. (monkye)


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Bosch baut gerade in Dresden, hat schon jemand geschrieben. Sensoren für 
Automotive & IoT.

Es gibt aus gutem Grund nicht massenhaft neue Hersteller: Dazu brauchst 
Du entweder selber Kohle oder Investoren (denen Du leider vertrauen 
musst).

Und es geht ja nicht nur darum eine Fabrik mit Geld zu bauen, das ginge 
auch in Abu Dhabi oder am A.... der Welt: Du brauchst stabile 
Infrastrukturen und Fachleute. Und natürlich ein rechtliches Umfeld, auf 
das Du die kommenden Jahre setzen kannst.

von Hp M. (nachtmix)


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Dummstöpsel schrieb:
> es ist übrigens einer der Gründe warum die DDR Pleite gingen,
> das man um jeden Preis 'Anschluss' halten wollte und für Milliarden eine
> 1 MBit Fabrik hinzimmerte statt die Chips billig auf dem Weltmarkt
> einzukaufen:

Nur dass sie, dank CoCom, die Chips nicht billig auf dem Weltmarkt 
bekommen hätte, sondern  nur teuer auf dem Schwarzmarkt und anderen 
dunklen Kanälen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Coordinating_Committee_on_Multilateral_Export_Controls

von Lutz S. (lutzs)


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Wegen Embargo und so waren die offiziell auf dem Weltmarkt nicht zu 
kaufen.

Technologisch waren wir bei sehr vielem Jahre zurück, und der Abstand 
hätte sich in den nächsten Jahren rasant vergrössert.

von Philippinischer Philosoph (Gast)


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Lutz S. schrieb:
> Wegen Embargo und so waren die offiziell auf dem Weltmarkt nicht
> zu kaufen.
>
> Technologisch waren wir bei sehr vielem Jahre zurück, und der Abstand
> hätte sich in den nächsten Jahren rasant vergrössert.

Ist doch wurscht, solange es die Welt außerhalb nicht gibt.
Nach demselben Prinzip "funktioniert" Nordkorea. Wenn die Leute nicht 
wissen, dass es sich auch sehr viel geiler leben lässt, ist doch alles 
tutti. Dass ab und an mal einer erschossen wird, ist bei denen 
wahrscheinlich so normal wie bei uns die Meisterschaft des FC Bayern.

von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Hp M. schrieb:
> Dummstöpsel schrieb:
>> es ist übrigens einer der Gründe warum die DDR Pleite gingen,
>> das man um jeden Preis 'Anschluss' halten wollte und für Milliarden eine
>> 1 MBit Fabrik hinzimmerte statt die Chips billig auf dem Weltmarkt
>> einzukaufen:
>
> Nur dass sie, dank CoCom, die Chips nicht billig auf dem Weltmarkt
> bekommen hätte, sondern  nur teuer auf dem Schwarzmarkt und anderen
> dunklen Kanälen.
> 
https://de.wikipedia.org/wiki/Coordinating_Committee_on_Multilateral_Export_Controls

Doch die benötigten Consumer-Chips waren auch für die DDR auf dem 
Weltmarkt zu haben, bspw.: Intershop, Genex, Ungarn. Auf der Cocomliste 
standen nur die HighEnd-Chips (volle 32 bit) und (reine) 
Militärelektronik. Aber natürlich konnten die DDR-Oberen dem Volk 
diesbezücglich nicht reinen Wein einschenken, weil damit die krasse 
Unterlegenheit des Ost-Wirtschaftssystems offenbar wurde.

Einfach mal ne Cocomliste aus den Achtzigern lesen, die liegen für alle 
verfügbar im Netz herum:
https://de.scribd.com/document/22775440/CoCom-Lists-1985

Und das wurde hier auch schon ausführlich diskutiert und durch 
Zeitzeugen belegt:
Beitrag "War es eigentlich damals möglich einen Heimcomputer in die DDR für die Verwandten zu schmuggeln?"

In der CoCom-Liste findet sich bezüglich Prozessoren die Formulierung, 
das 32 bit Prozessoren unkontrolliert verkauft weren dürfen, solange der 
Datenbus nicht breiter als 16bit ist. Und das trifft auf die damaligen 
Rechner mit 68000 oder 386 SX prozessor ausnahmenslos zu, auf die 
älteren IBM-AT, XT's ohnehin. Und der DDR standard lag nochmals drunter 
da werkelten vornehmlich 8bit CPU's wie U880/Z80.

: Bearbeitet durch User
von Dachdecker Geselle (Gast)


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Ick würd lieber ins Handwerk gehn!

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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credit suisse schrieb:
> Welche Arbeitgeber gibt es in Deutschland, welche in der Herstellung von
> Halbleitern ...

Danfoss Silicon Power
Die Alsener nutzen Flensburg aber auch nur als Billiglohnstandort.

Im internationalem Wettbewerb muss man sich mit eigener 
Entwicklung-Produktion-Vertrieb an einem Standort wirklich eine Niesche 
suchen. Sonst wird das nix.

von AVR (Gast)


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Dachdecker Geselle schrieb:
> Ick würd lieber ins Handwerk gehn!

Dann mach doch. Was hält dich denn auf?

von Tim  . (cpldcpu)


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Ist ja wieder ein toller thread hier.

credit suisse schrieb:
> Welche Arbeitgeber gibt es in Deutschland, welche in der Herstellung von
> Halbleitern & Prozessoren ganz vorne mitspielen? Anscheinend nur
> Infineon und dann lange nichts, oder nur Filialen internationaler
> Größen.

Nein, das stimmt nicht.

Firmen mit Mehrheitssitz in Deutschland:

Infineon
Bosch (Baut gerade eine neue 300mm Fab in Dresden)
Elmos
Osram OS
Melexis
X-Fab
Dialog Semi

+ viele kleinere Designhäuser, Institute, Test, Anlagensupplier usw.

Größere "Filialen"

Globalfundries
Intel
Apple
TI
AMS
TDK
NXP
Nexperia
Vishay

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von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Fpga K. schrieb:
> In der CoCom-Liste findet sich bezüglich Prozessoren die Formulierung,
> das 32 bit Prozessoren unkontrolliert verkauft weren dürfen, solange der
> Datenbus nicht breiter als 16bit ist. Und das trifft auf die damaligen
> Rechner mit 68000 oder 386 SX prozessor ausnahmenslos zu, auf die
> älteren IBM-AT, XT's ohnehin. Und der DDR standard lag nochmals drunter
> da werkelten vornehmlich 8bit CPU's wie U880/Z80.

Das DESY in Hamburg hatte damals einige Großrechner mit 
Vektorrecheneinheiten. Wenn gerade russische Gastwissenschaftler mit 
Rechenzentrums-Account anwesend waren, mussten die Vektorrecheneinheiten 
deaktiviert werden. Sonst hätte der böse Feind ja heimlich sonstwas 
rechnen können.

von Jo S. (Gast)


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Marek N. schrieb:
> Angewandte Molekularelektronik Dresden

Arbeitsstelle für Molekularelektronik Dresden = AMD / gegründet 1961

von Jo S. (Gast)


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Dummstöpsel schrieb:
> credit suisse schrieb:
>> Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA & die
>> Asiatischen Tiger + Japan/China verloren?
>
sehr richtig!

> Ach ja, es ist übrigens einer der Gründe warum die DDR Pleite gingen,
> das man um jeden Preis 'Anschluss' halten wollte und für Milliarden eine
> 1 MBit Fabrik hinzimmerte statt die Chips billig auf dem Weltmarkt
> einzukaufen:

zweimal falsch!

CoCom Embargo gegen den Ostblock, Mißachtung wurde schwer bestraft.
Z.B. führten CIA und NSA in den 80er und Anfang der 90er Jahren 
Ermittlungen gegen Beschäftigte bei Siemens Halbleiter durch. Die 
Betroffenen hatten monatelang Todesängste, Verdächtige verschwanden und 
tauchten nie wieder auf, brutalste Verhörmethoden.

Die DDR und der gesamte Ostblock gingen an einem unrealistischen 
Wirtschaftssystem zugrunde.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Jo S. schrieb:
> Z.B. führten CIA und NSA in den 80er und Anfang der 90er Jahren
> Ermittlungen gegen Beschäftigte bei Siemens Halbleiter durch. Die
> Betroffenen hatten monatelang Todesängste, Verdächtige verschwanden und
> tauchten nie wieder auf, brutalste Verhörmethoden.

Und was soll sich an diesen Ermittlungsmethoden durch die USA geändert 
haben? Heutzutage müssen sie nur darauf achten, den Betroffenen sofort 
die Mobilfunkgeräte abzunehmen.

von Jo S. (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Z.B. führten CIA und NSA in den 80er und Anfang der 90er Jahren
> Ermittlungen gegen Beschäftigte bei Siemens Halbleiter durch.

Nachtrag: es ging um 1M und 4M RAM

von Dummstöpsel (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Dummstöpsel schrieb:
>> credit suisse schrieb:
>>> Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA & die
>>> Asiatischen Tiger + Japan/China verloren?
>>
> sehr richtig!
>
>> Ach ja, es ist übrigens einer der Gründe warum die DDR Pleite gingen,
>> das man um jeden Preis 'Anschluss' halten wollte und für Milliarden eine
>> 1 MBit Fabrik hinzimmerte statt die Chips billig auf dem Weltmarkt
>> einzukaufen:
>
> zweimal falsch!

Nein, das ist belegt so, die 1Mbit Chips der DDR befanden sich nicht auf 
der CoCOM-Liste und wurden unnötigerweise nachgebaut, statt sie für 
konvertierbare Währung einzukaufen. Die Parteibonzen setzten die rare 
West-Mark lieber ein um Sanyo hunderttausende Videorekorder für den 
Pöbel abzukaufen. In der Computerisierung des Bildungswesen wären die 
D-Mark Millionen hundertmal besser eingesetzt gewesen.

> Z.B. führten CIA und NSA in den 80er und Anfang der 90er Jahren
> Ermittlungen gegen Beschäftigte bei Siemens Halbleiter durch. Die
> Betroffenen hatten monatelang Todesängste, Verdächtige verschwanden und
> tauchten nie wieder auf, brutalste Verhörmethoden.

Jajaja auch der Weihnachtsmann ist ein Folterknecht der CIA und sein 
Mantel ist rot gefärbt vom dem Blut unschuldig hingeschlachteter Kinder 
...

von MaWin (Gast)


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Dummstöpsel schrieb:
> In der Computerisierung des Bildungswesen wären die D-Mark Millionen
> hundertmal besser eingesetzt gewesen

Sicher nicht, du wolltest nur einen Robotron zum Spielen.
Schon nach wenigen Jahren (2?) wären die nur noch Computerschrott.

Eine Reinsiliziumproduktion hingegen im weltmarktgrossem Massstab, aus 
den weltweit bedeutenden Quartzsandresourcen aus Uhry und Magdeburg wäre 
noch heute fortschrittlich.
Auch wenn die DDR Wafer so schlecht waren, das sich aus ihnen vor allem 
Solarzellen bauen liessen.
Man kann qualitativ aber nur hinzulernen, wenn man es macht.

Leider haben im Land der 0-Zinsen wo man beliebig grosse Projekte 
stemmen könnte nur die BWL Hengste das Sagen, für die jeder investierte 
cent ein cent zu viel war (er könnte sonst ja ihr Boni sein) und die nie 
etwas erfinden, sondern nur den Stand der Technik ausbeuten und 
runterreiten. So wie in der DDR.

Beitrag #6338378 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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credit suisse schrieb:

> Es scheint, als hätte man (auch) hier den Anschluss an USA & die
> Asiatischen Tiger + Japan/China verloren?

Nunja "Anschluss halten" ist lediglich die sportlich klingende Variante 
von "lieber Jahre später als letzter auf dem Markt, als nie"

Leider funktioniert das auf einem Markt mit extremen Preisverfall wie 
bei der Elektronik nicht besonders. Da sucht man sich besser ein 
exotisches Biotop und mischt dort ganz vorne mit. Beispiele: Infineon 
Simcard crypto controller: 
https://www.infineon.com/cms/de/product/security-smart-card-solutions/security-controllers/sle-97/sle-97cnfx1m00pe/ 
oder borsilicat glass Mems von micronit in Dortmund: 
https://www.micronit.de/microfluidic-chips/optofluidics/

: Bearbeitet durch User
von Dummstöpsel (Gast)


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Unglaubliches Zeug schrieb im Beitrag #6338378:
> Dummstöpsel schrieb:
>> Die Parteibonzen setzten die rare
>> West-Mark lieber ein um Sanyo hunderttausende Videorekorder für den
>> Pöbel abzukaufen. In der Computerisierung des Bildungswesen wären die
>> D-Mark Millionen hundertmal besser eingesetzt gewesen.
>
> Gegen Dich war Hans Christian Andersen ein Waisenknabe.

Schau ins offizielle Verlautbarungs-Organ damals und nicht bei einem 
Dänischen Märchenonkel:
https://www.nd-archiv.de/artikel/1955470.sanyo-liefert-100000-videorecorder-in-ddr.html

Da steht 23.11.1989: DDR hat einhunderttausend Videorekorder bei Sanyo 
bestellt.

Setz man für einen 4Mbit Chip 50 DM an (extrapoliert aus Preis für 
Amiga-500 Speichererweiterung 512kB 100 DM). und für den Videorekorder 
1000 DM, hätten man 2 Millionen von den Chips ordern können (anstatt 
Milliarden für Pilotanlage und gescheiteter Serienüberleitung)

> Sicher nicht, du wolltest nur einen Robotron zum Spielen.
> Schon nach wenigen Jahren (2?) wären die nur noch Computerschrott.
Grins, in der DDR gab es auch einen Plan für Schrott und um den zu 
erfüllen wurden auch Neugeräte zerlegt ...

Ansonsten ist 'Spielen' auch ein Einstieg in die Computertechnik und so 
ein spielendes Computerkid weiß oft mehr über Möglichkeiten und 
Leistungsdaten eines Computers als der gebildete Vater.

Und tatsächlich konnte beispielsweise der Heincomputer HC-900 kaum in 
Privathaushalte ausgeliefert werden, weil sich Unis und Schulen 
vordrängelten. Klar, die wurmte es mächtig, das in der DDR bis in die 
Achtziger noch Rechenschieber im Schul-Lehrplan stand und nicht 
Taschenrechner ...

von MaWin (Gast)


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Dummstöpsel schrieb:
> lar, die wurmte es mächtig, das in der DDR bis in die
> Achtziger noch Rechenschieber im Schul-Lehrplan stand und nicht
> Taschenrechner .

Dann hätte man Taschenrechner bauen sollen nach Plan, (hat man auch, 
konnte man auch aber zu wenige, konnte man auch importieren zu geringen 
Kosten), keine überkandidelten Heim-PCs.

Dann wäre immer noch genug Geld für eine Reinsiliziumanlage übrig, man 
hätte sie ja kostengünstiger nicht mitten in eine Stadt bauen können.

Im Westen hingegen wurde erkannt, daß wir rückstaändig waren. Bei 
Germanium-Transistoren, bei Silizium-Transistoren, bei ICs, bei 
Speicher-ICs, bei Flash-Speicher-ICs.

Dann hat nicht etwa irgendwo jemand angefangen zu forschen wie in Japan 
und auch ein bischen spioniert 
Youtube-Video "Birth of The Transistor: A video history of Japan's electronic industry. (Part 1)" sondern man ist bei der 
Regierug vorstellig geworden und hat Subventions-Milliarden locker 
gemacht. Dafür wurde dann im Ausland die Technik eingekauft, hier eher 
unterfinanziert und missmutig angewendet jedenfalls ohne eigenen 
Fortschritt sondern immer etwas schlechter im Griff als der der es 
verkaufte. Und war die eine Technik überholt (Germanium) kassierte man 
für die nächste erneut Subventionen (Silizium), dann Subvention für ICs, 
dann Subvention für Speicher-ICs eingekauft bei Fujitsu, dann für Flash 
eingekauft bei ST. So schummelte sich Siemens das ganze Bestehen der 
Bundesrepublik durch, finanziert vom Bürger.

So sind wir ein Rohstoffland, hier kommt (weltweit ein erklecklier Teil) 
der Sand für die Siliziumproduktion und die Wafer her, das strukturieren 
der Wafer müssen wir anderen überlassen die technologisch erfahrener 
sind, hier (Merck, auch weltweit ein erklecklicher Teil) kommt das 
Flüssigkristall für LCD her, die LCD baut man woanders wo man die nötige 
Erfahrung hat, und bei OLED sind wir schon abgehängt. Selbst die 
Grundlagenforschung bei Quantencomputern ist hier nur ein 
Alibi-Feigenblatt in dem Milliarden Subventionen abgegriffen werden und 
sich tausende Forscher einen goldenen Feierabend gönnen aber nichts 
verwertbares rauskommt. Dazu muss man nach Zürich.

von Dummstöpsel (Gast)


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MaWin schrieb:
> Dann wäre immer noch genug Geld für eine Reinsiliziumanlage übrig, man
> hätte sie ja kostengünstiger nicht mitten in eine Stadt bauen können.

Lt. Oberen waren gerade die Kosten der Grund die Anlage mitten in der 
Stadt zu bauen, weil man die bestehenden Gebäude in Dresden-Gittersee 
hätte weiternutzen können. Dort lief die vorige Nutzung aus (Wismut AG 
Erz-Aufbereitung). Aber Arbeitsplätze/Fertigungsstätten abbauen war halt 
im Kommunismus nicht denkbar, da schippert man lieber hochgiftige 
Grundstoffe durch die Innenstadt statt die Werkstätten Risiko-mindernd 
nah an die Grundstofferzeugung zu verlegen, resp. gleich nach modernen 
Sicherheitsaspekten neu zu errichten. Das hat dann erst das 
Familienunternehmen Wacker Chemie hinbekommen:

https://elbe-roeder.de/wunderbar/regionale-besonderheiten/industriegeschichte-nuenchritz

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von Dummstöpsel (Gast)


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Unglaubliches Zeug schrieb im Beitrag #6339148:
> Sicher ist, daß man ab 1990 die Industrie eines ganzen Landesteiles ohne
> Not in Schutt und Asche gelegt hat. (Dank an die sog. Treuhand)

Die  lag vorher schon in Schutt und Asche, dank Weltkrieg, 
Reparationsplünderungen, ständigen Kurswechseln des grossen Bruders und 
ideologisch motivierter Verhinderung von Eigeninitiative und 
Privatwirtschaft.

Die Elektronik leif lediglich nur "als Herzschrittmacher in einer Mumie" 
wie Augenzeugen schon damals selbstkritisch bemerkten. Tipp: 
Langzeitdokumentation "Kinder von Golzow" - Winfried, ET-Ingenieur im 
Zellstoffwerk gröditz:
https://www.rbb-online.de/doku/f-g/golzow/und-wenn-sie-nicht-gestorben-sind-teil2-golzow-retro-rbb.html

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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MaWin schrieb:
> Im Westen hingegen wurde erkannt, daß wir rückstaändig waren. Bei
> Germanium-Transistoren, bei Silizium-Transistoren, bei ICs, bei
> Speicher-ICs, bei Flash-Speicher-ICs.

Und dann wurde das unsägliche JESSI gegründet, an dem natürlich wieder 
einmal die Subventionsabgreifer von Siemens und Konsorten beteiligt 
waren. Eines der Ziele von JESSI war die Entwicklung und Herstellung von 
1 MBit-DRAMs. Der Spatenstich erfolgte aber erst zu einer Zeit, als 
DRAMs mit 4 MBit schon längst an jeder Straßenecke erhältlich waren. Die 
damalige westdeutsche Halbleiterindustrie mit ihren Konzernbeamten und 
Schmarotzern im Öffentlichen Dienst war eine noch größere Planwirtschaft 
als die DDR.

Mittlerweile ist aus dem gescheiterten JESSI immerhin das ganz 
respektable Fraunhofer ISIT geworden.

https://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/der-grosse-sprung-in-die-zukunft-id15897601.html

von Casio2120 (Gast)


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Azur Space GmbH

Etwickeln, produzieren und verkaufen Raumfahrt Solarzellen. ( Für 
Satelliten, Deep Space Missionen).

Die Firma ist so gut wie unbekannt, aber ihre Solarzellen waren auf 
berühmte Rosetta/Philae Sonde, Mars Express, BepiColombo und bald auf 
JUICR und DreamChaser Shuttle.

Angeblich ein Marktführer in diesem Bereich. Obwohl die Kununu 
Bewertungen sehen nicht so spannend wie das Produkt aus...

Beitrag #6339430 wurde von einem Moderator gelöscht.
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von Jo S. (Gast)


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Jo S. schrieb:
> CoCom Embargo gegen den Ostblock, Mißachtung wurde schwer bestraft.
> Z.B. führten CIA und NSA in den 80er und Anfang der 90er Jahren
> Ermittlungen gegen Beschäftigte bei Siemens Halbleiter durch.

Bei Ermittlungen 1990-92 wurden komplette Dokumentationen von Siemens 
zur Entw. und Produktion von Prozessoren und RAMs einschließlich der 
Fertigungseinrichtungen in der exDDR gefunden. Die Weitergabe an 
Ostblockstaaten war strikt verboten.

Man kann sich vorstellen, daß die USA deshalb den Deutschen nicht mehr 
trauen und eine Weiterentwicklung verhindern.

Um zu verstehen, warum die Geheimhaltung den USA/NATO so außerordentlich 
wichtig war, muß man folgenden Hintergrund kennen: Die NATO war den 
Warschauer-Pakt-Staaten (WP) unterlegen, das lag hautsächlich an der 
schwachen Kampfmoral der Soldaten. Dieses Manko wollte man durch 
bessere, d.h. intelligente Waffensysteme ausgleichen --> 
Prozessortechnik. Wenn der WP hier nachziehen könnte, wäre der Vorteil 
wieder verloren gegangen. Deshalb wurde gegen Geheimnisverräter und 
Spione so erbarmungslos vorgegangen.

Deshalb glaube ich, daß Halbleitertechnik in D auch auf absehbare Zeit 
keine Zukunft haben wird.

Jo S. wünscht einen schönen Feierabend!

von Dummstöpsel (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Die NATO war den
> Warschauer-Pakt-Staaten (WP) unterlegen, das lag hautsächlich an der
> schwachen Kampfmoral der Soldaten.

Also die Wehrdienstleistenden der NVA waren im Vergleich zu den 
NATO-Rambo's die wahren Kampfmaschinen?!

https://youtu.be/QarCyz_DgcY?t=38

What's next? Moon nazi's ?

> Bei Ermittlungen 1990-92 wurden komplette Dokumentationen von Siemens
> zur Entw. und Produktion von Prozessoren und RAMs einschließlich der
> Fertigungseinrichtungen in der exDDR gefunden.

Und wie isse dahin gekommen? Schmuggel? KGB-Schleusung? Nacht und 
Nebel-Aktion?

Neee, das hat man zur Leipziger Messe aufgebaut und dann 'vergessen' 
wiedereinzupacken. Es war auch weniger der Siemens, als der Leybold der 
so vergesslich war! In den Knast musste der verantwortliche Genosse 
Revolver-Karl auch nicht, der bekam dafür nur Bewährung.

http://www.kombinatsdirektoren.de/experten-und-gaeste/experte/karl-nendel.html

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8870691.html

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von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Andreas S. schrieb:
> MaWin schrieb:
>> Im Westen hingegen wurde erkannt, daß wir rückstaändig waren. Bei
>> Germanium-Transistoren, bei Silizium-Transistoren, bei ICs, bei
>> Speicher-ICs, bei Flash-Speicher-ICs.

> Und dann wurde das unsägliche JESSI gegründet, an dem natürlich wieder
> einmal die Subventionsabgreifer von Siemens und Konsorten beteiligt
> waren.
> Die
> damalige westdeutsche Halbleiterindustrie mit ihren Konzernbeamten und
> Schmarotzern im Öffentlichen Dienst war eine noch größere Planwirtschaft
> als die DDR.

Das ist gerade das Charakteristische für die Halbleiterindustrie, das da 
anfänglichvon sehr stark von staatlicher Seite gefördert und gefordert 
wurde. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA, in Asien sowieso. In 
den USA war der erste Grossabnehmer für IC's die NASA, es wird zuweilen 
in den Dokus so dargestellt, das die ersten Halbleiterfabs extra auf das 
Apollo-programm gezielt gegründet worden, weil Fairchild und Co wussten 
das die NASA (Staatsunternehmen) jeden Preis zahlen würde. 
Youtube-Video "[Doku] Silicon Valley 1 Die Geschichte der Fairchild Eight [HD]"
Jahre davor lief es ähnlich, da förderte die Militärindustrie die 
Entwicklung des Temperaturbeständigen Siliziumtransistors:

Youtube-Video "[Doku] Silicon Valley 1 Die Geschichte der Fairchild Eight [HD]"

Gründe sind wohl die hohen Startkosten, eine App kann man an einem 500€ 
PC entwicklen, für ne Halbleiter-Fab braucht es Hunderte Millionen. Und 
die eher begrenzte Nachfrage zu Beginn, es braucht Jahre bis das Invest 
verzinst wie vereinbart zurückläuft. Besonders blöd die 7 
Jahres-Schweinezyklen. Beispielsweise hatte Advanced Micro Devices 
gerade begonnen Millionen gewinn zu machen (Q3/00 +400Mio), kippte in 
der dotcom-krise das Vorzeichen um und es waren Millionen Verlust (Q4/02 
-850 Mio)
https://www.heise.de/newsticker/meldung/AMD-steigert-Umsatz-und-erzielt-Gewinn-117252.html

Und einmal in der Halbleiterfertigung spezialisiert und rausgeflogen 
ist, ist es schwierig bei einer Nicht-Halbleiterfirma unterzukommen. 
Gut, wenn man branchenübergreifendes KnowHow aufgebaut hat, wie bspw. 
Qualitätsmanagment, Projektleitung, Requirements-Engineering, 
Software-tooling. Insofern war die industrielle Halbleiter IMHO noch nie 
Garant für lebenslange Karriere. Besser man kann branchenübergreifend 
(Medizintechnik, Automotive, Automatisierung) tätig werden.

von Lutz S. (lutzs)


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Wir hatten in den 80ern 'Workstations' für CAD-Anwendungen, das kam 
unter Umgehung des Embargos alles über Österreich in die DDR. Die 
Genossen hatten da einiges an Firmen installiert die ihnen dann auch 
nach 89 noch halfen Milliarden verschwinden zu lassen.

: Bearbeitet durch User
von Volker S. (sjv)


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von Joggel E. (jetztnicht)


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> Amifirmen... Natürlich besser als nichts, weil sie Arbeitsplätze schaffen, doch 
die intellektuellen Ergebnisse der Arbeit und die Profite gehen nach
Übersee.


Naja. Das sind boersenkotierte Unternehmen. Musst hat auch deren Aktien 
kaufen.
Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist verbockt. Zuviel Arbeitnehmerrechte, 
zuviel Buerokratie, zuwenig Flexibilitaet. Flupp.. in die Tonne.

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