Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Elektronikentwicklung, sinnvoll als Berufsstart?


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von Berufsstarter (Gast)


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Abend zusammen.
Mit meinem fertigen Universitätsklinik-Masterabschluss in Elektrotechnik 
würde ich eigentlich gerne in die Elektronikentwicklung (im KMU) gehen. 
Beim Start ist aber bekanntlich die Richtung wichtig.

Wie schätzt Ihr die Zukunft also die Nachfrage an Arbeitnehmern in der 
Elektronikentwicklung ein?

Grüße

von MaWin (Gast)


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Berufsstarter schrieb:
> Wie schätzt Ihr die Zukunft also die Nachfrage an Arbeitnehmern in der
> Elektronikentwicklung ein?

Wird in Firmen alles outgesourct, man kauft fertiges aus China. Ausnahme 
high tech wie objekterkennendes Radar, Signalverarbeitung in 
vollautonomen Erntemaschinen oder Quantencomputer.

Aber selbständig Produkte anbieten und dann nach Kundenwunsch darüber 
hinaus macht meiner Meinung nach auch in Deutschland Sinn. Man muss aber 
seine hochspezialisierte Nische finden. Wobei das auch so was 
bescheuertes wie Toaster-Zeitrelais sein können, wird auch gebraucht.

von AffeMitWaffe (Gast)


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Berufsstarter schrieb:
> Wie schätzt Ihr die Zukunft also die Nachfrage an Arbeitnehmern in der
> Elektronikentwicklung ein?

Selbst wenn es solche Jobs irgendwann nicht mehr in DE geben sollte, was 
ich nicht glaube, aber selbst wenn, dann nützen dir diese Kenntnisse 
auch in Positionen als technischer Projektleiter oder auch im Vertrieb.

Ich kenne einen Abteilungsleiter der als Hardwareentwickler eingestiegen 
ist, nach 5 Jahren in die Softwareentwicklung gewechselt ist und dann 
Cheffe wurde. Dem macht man nicht so leicht etwas vor.

von Ben S. (bensch123)


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Berufsstarter schrieb:
> Wie schätzt Ihr die Zukunft also die Nachfrage an Arbeitnehmern in der
> Elektronikentwicklung ein?

Schlecht. Schlechter werdend. Hierfür solltest du nach China / USA 
auswandern. Natürlich wirds immer einzelne Firmen etc. geben. Aber der 
Standort Deutschland wird diesbezüglich mau werden.

: Bearbeitet durch User
von Berufsstarter (Gast)


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Ben S. schrieb:
> Berufsstarter schrieb:
> Wie schätzt Ihr die Zukunft also die Nachfrage an Arbeitnehmern in der
> Elektronikentwicklung ein?
>
> Schlecht. Schlechter werdend. Hierfür solltest du nach China / USA
> auswandern. Natürlich wirds immer einzelne Firmen etc. geben. Aber der
> Standort Deutschland wird diesbezüglich mau werden.

Danke,

gehaltsmäßig auch mau mit BE?

von ;) (Gast)


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Berufsstarter schrieb:
> Wie schätzt Ihr die Zukunft also die Nachfrage an Arbeitnehmern in der
> Elektronikentwicklung ein?

Nachfage wirds irgendwo in Deutschland geben, aber die Firmen setzen
auf erfahrene Bewerber. Das Risiko einen Neuen anzulernen, steht da
also nicht so hoch im Kurs, wenn man nicht mit ein paar privaten
Projekten glänzen kann.

von AVR (Gast)


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Berufsstarter schrieb:
> Wie schätzt Ihr die Zukunft also die Nachfrage an Arbeitnehmern in der
> Elektronikentwicklung ein?

Mach lieber was anderes. Ich bin seit fast 15 Jahren dabei und in der 3. 
Firma. Ich hatte in jeder Firma das Gefühl, dass wir Hardwareentwickler 
nur ein notwendiges übel wären. Wir haben vieles nur noch eingekauft und 
sinnvoll zu einem Produkt zusammen gesetzt. Vieles wird nicht mehr 
selbst entwickelt, sondern zugekauft. Die Softwareentwickler haben dann 
am Ende die letzten Modifikationen durchgeführt.

So ungern ich das auch schreibe, als Ingenieur hast du kein großes 
Ansehen in der Gesellschaft. Ich merke es bei der Arbeit und im 
Bekanntenkreis.

von Berufsstarter (Gast)


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AVR schrieb im Beitrag #6342916:
> So ungern ich das auch schreibe, als Ingenieur hast du kein großes
> Ansehen in der Gesellschaft. Ich merke es bei der Arbeit und im
> Bekanntenkreis.

Warum ist das heute so? Verwandte Ings von mir sind hoch angesehen, vor 
allem in der eigenen Family.

Grüße

von AVR (Gast)


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Berufsstarter schrieb:
> Warum ist das heute so? Verwandte Ings von mir sind hoch angesehen, vor
> allem in der eigenen Family.

Welche Art von Ingenieur sind die denn? Reine Entwickler oder Leute weg 
von der Technik mit Führungsverantwortung?

von Berufsstarter (Gast)


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Führungsverantwortung nicht, auch keine Elektronikentwicklung.
ABB und andere internationale Unternehmen.

von P. S. (namnyef)


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AVR schrieb im Beitrag #6342916:
> So ungern ich das auch schreibe, als Ingenieur hast du kein großes
> Ansehen in der Gesellschaft. Ich merke es bei der Arbeit und im
> Bekanntenkreis.

Kein hohes Ansehen? Klar, ein Ingenieur ist kein Feuerwehrmann, Arzt 
oder Krankenpfleger. Aber auch kein Manager, Banker oder Politiker :D

von Ingenieure sind nur bessere Techniker (Gast)


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AVR schrieb im Beitrag #6342916:
> So ungern ich das auch schreibe, als Ingenieur hast du kein großes
> Ansehen in der Gesellschaft. Ich merke es bei der Arbeit und im
> Bekanntenkreis.

Ist halt so.
Der Michel mag nur Ärzte, Juristen und Politiker.
Bei den Franzosen sieht es ganz anders aus.
Dort sind Ingenieure gleichgestellt mit Ärzten und Politikern, wenn man 
vom Ansehen in der Gesellschaft ausgeht.

von Claus M. (energy)


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Ingenieure sind nur bessere Techniker schrieb:
> Ist halt so.
> Der Michel mag nur Ärzte, Juristen und Politiker.

Ist so. Nerds, uncool. Weiber bestimmen das.

von Manfred (Gast)


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AVR schrieb im Beitrag #6342916:
> So ungern ich das auch schreibe, als Ingenieur hast du kein großes
> Ansehen in der Gesellschaft. Ich merke es bei der Arbeit und im
> Bekanntenkreis.

Dann arbeite an Deinem Sozialverhalten. Nase hoch "ich bin Inschinöhr" 
und dann beleidigt, hast Du Pech gehabt. Niemand mit einer gesunden 
Persönlichkeit studiert um des Ansehens willen.

von Claus M. (energy)


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Manfred schrieb:
> . Niemand mit einer gesunden Persönlichkeit studiert um des Ansehens
> willen.

Nein, nur der Kohe willen.  Aber auch das stimmt beim ing. Zunehmend 
nicht mehr.

von Berufsstarter (Gast)


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Ok, danke.
Wie schwierig ist es, nach 2 Jahren Elektronikentwicklung in etwas 
anderes zu gehen? Sagen wir Energietrchnik.
Man startet ja wieder mit 0 BE für Energietechnik.

von AVR (Gast)


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Ingenieure sind nur bessere Techniker schrieb:
> Ist halt so.
> Der Michel mag nur Ärzte, Juristen und Politiker.
> Bei den Franzosen sieht es ganz anders aus.
> Dort sind Ingenieure gleichgestellt mit Ärzten und Politikern, wenn man
> vom Ansehen in der Gesellschaft ausgeht.

Da gebe ich dir recht. Schau dir das mal an:

Manfred schrieb:
> Dann arbeite an Deinem Sozialverhalten. Nase hoch "ich bin Inschinöhr"
> und dann beleidigt, hast Du Pech gehabt. Niemand mit einer gesunden
> Persönlichkeit studiert um des Ansehens willen.

Der Typ kennt mich nicht und schon glaubt er, dass es an meinem 
Sozialverhalten liegen würde. Die Gehirnwäsche hat funktioniert und in 
seinem Unterbewusstsein festgesetzt.

Ingenieur -> sozialer Krüppel

von AVR (Gast)


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Berufsstarter schrieb:
> Ok, danke.
> Wie schwierig ist es, nach 2 Jahren Elektronikentwicklung in etwas
> anderes zu gehen? Sagen wir Energietrchnik.
> Man startet ja wieder mit 0 BE für Energietechnik.

Ich möchte deinen Thread nicht kaputt machen.

Leider kann ich zu deinem Fall nichts sagen, da ich seit 15 Jahren 
Elektronik entwickele und und nichts anderes gemacht habe. Geh doch 
direkt in die Energietechnik, falls dich das interessiert. Dann brauchst 
du keinen unnötigen Umweg zu machen.

MfG

von felix (Gast)


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MaWin schrieb:
> Man muss aber
> seine hochspezialisierte Nische finden. Wobei das auch so was
> bescheuertes wie Toaster-Zeitrelais sein können, wird auch gebraucht.

Nein, die Zeitrelais kauft man in China.

von Matthias H. (mechatroniker123)


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Warum sind hier alle immer so negativ und nur am nörgeln?
Ein Ingenieursstudium ist mit dem MEdizinstudium und dem Jurastudium 
wohl eines der Fächer, die sich finanziell lohnen. Un der sTatt wird 
bestimmt jedes Jahr tausenden von Studenten die Ingenieursausbildung 
bezahlen, weil niemand Ingeniuere braucht.
Die Autoindustrie steigt auf elektrische Antriebe um. Industreianlagen 
und Maschien sind mittlerweile vollgepflastert mit Sensoren. Die 
erneuerbaren Energien sind viel schwer zu handhaben, als die 
konventionellen Energieträger. Die moderne Medizin verwendet immer mehr 
elektronische Geräte. Ich denke, da gibts noch genug zu tun für 
Hardware-Entwickler. Denn nicht alles kann man einfach in China 
bestellen.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Ingenieure sind nur bessere Techniker schrieb:
> Der Michel mag nur Ärzte, Juristen und Politiker.

Naja!

Also das Ansehen von Politikern in der Gesellschaft ist doch unter aller 
Sau. Wie kann man denn da einfach das Gegenteil behaupten? Das ist doch 
Mumpitz.

Und Juristen sind auch nicht besonders beliebt, zumindest Anwälte aka 
"Winkeladvokaten" nicht sonderlich. Richter zwar schon, aber das sind ja 
im Vergleich nur wenige.

von AffeMitWaffe (Gast)


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Matthias H. schrieb:
> Warum sind hier alle immer so negativ und nur am nörgeln?

Das tun 80% der deutschen Bevölkerung. Darum sind die meisten Deutschen 
im Ausland irritiert wie zufrieden Menschen in anderen Ländern sind, 
obwohl sie oftmals weit weniger haben.

von Reinhard S. (rezz)


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AVR schrieb im Beitrag #6342957:
> Der Typ kennt mich nicht und schon glaubt er, dass es an meinem
> Sozialverhalten liegen würde. Die Gehirnwäsche hat funktioniert und in
> seinem Unterbewusstsein festgesetzt.
>
> Ingenieur -> sozialer Krüppel

Soziale Krüppel und Idioten gibts in allen Schichten und Berufen. Und 
wer den Beruf/Job/sonstwas des Ansehens wegen auswählt würd ich schon in 
eine von beiden Kategorieren stecken wollen.

von MaWin (Gast)


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Berufsstarter schrieb:
> Warum ist das heute so?

Ist ja gar nicht so, geht nur AVR so.

> Verwandte Ings von mir sind hoch angesehen, vor
> allem in der eigenen Family.

Eben. Endlich jemand da, der das kaputte Zeug reparieren kann ohne sich 
gleich mit dem Schraubendreher die Schlagader aufzuschlitzen.

Noch höheres Ansehen haben in der Familie Ärzte. Die können auch die 
Schlagader wieder zunähen.

AffeMitWaffe schrieb:
> Das tun 80% der deutschen Bevölkerung. Darum sind die meisten Deutschen
> im Ausland irritiert wie zufrieden Menschen in anderen Ländern sind,
> obwohl sie oftmals weit weniger haben

Oftmals haben die Menschen dort viel mehr. Höhere Eigenheimquote, also 
ein Zuhause statt Arbeiterlagerregal und höheres Vermögen, weniger 
Stress denn wer selbständig ist kann seine Zeit selbst einteilen und 
grössere Familie also nicht Alleinkâmpfer. Hier ist vor allem der Konsum 
hoch, das freut die Ramschverkaufsfirmen und verhindert es, jemals an 
Vermögen zu kommen. Selbst die Rente ist hier niedrig, vgl. Österrreich. 
Nur Firmen sind hier reich.

von MaWin (Gast)


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felix schrieb:
> Nein, die Zeitrelais kauft man in China

Weil es hier keinen Anbieter gibt, weil sich der deutsche Ing zu fein 
ist für den Pöbelkram.

von AffeMitWaffe (Gast)


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Selbst in Schwellenländern meckern die Leute weniger als die den ganzen 
Tag jammernden Deutschen.

MaWin schrieb:
> Höhere Eigenheimquote, also ein Zuhause statt Arbeiterlagerregal und
> höheres Vermögen, weniger Stress denn wer selbständig ist kann seine
> Zeit selbst einteilen und grössere Familie also nicht Alleinkâmpfer.

Eine höhere Eigenheimquote haben die südeuropäischen Staaten zwar, aber 
auch ein viel niedrigeres Durchschnittsgehalt. Dem Spanier und 
Portugiesen bringt es herzlich wenig, wenn er keine Miete zahlen muss 
und trotzdem nur 1500 EUR netto übrig hat als Ingenieur. Auch beim Thema 
Steuern sind mit Belgien, Frankreich und den Skandinaviern genug vor 
Deutschland.

MaWin schrieb:
> Hier ist vor allem der Konsum hoch, das freut die Ramschverkaufsfirmen
> und verhindert es, jemals an Vermögen zu kommen.

Nicht richtig. Die Deutschen bunkern das Geld und sparen, während die 
Amerikaner, Russen und Chinesen es mit vollen Händen rauswerfen. Darum 
ist unser Binnenmarkt quasi nicht vorhanden. Da gibt es viele 
Statistiken zu.

MaWin schrieb:
> Nur Firmen sind hier reich.

Neben Selbstständigen aller Arten sind hier wie in jedem anderen Land 
auch viele Ärzte, Piloten, Juristen, Führungskräfte, Apotheker, 
Kaufleute und Makler reich. Es können aber nicht viele und auch nicht 
alle reich sein, sonst steigen die Preise entsprechend, Angebot und 
Nachfrage, und alle haben wieder gleich wenig.

von Exploiteur (Gast)


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> MaWin schrieb:
>> Hier ist vor allem der Konsum hoch, das freut die Ramschverkaufsfirmen
>> und verhindert es, jemals an Vermögen zu kommen.
>
> Nicht richtig. Die Deutschen bunkern das Geld und sparen, während die
> Amerikaner, Russen und Chinesen es mit vollen Händen rauswerfen. Darum
> ist unser Binnenmarkt quasi nicht vorhanden. Da gibt es viele
> Statistiken zu.

Der "Binnenmarkt" ist deshalb nicht vorhanden bzw. nur gering 
ausgebildet, weil der deutsche Kapitalist noch weniger zahlt, als der 
nichtdeutsche Ausbeuter. Dies gilt vor allem für den sogenannten 
Niedriglohnsektor.

von AffeMitWaffe (Gast)


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Exploiteur schrieb:
> Der "Binnenmarkt" ist deshalb nicht vorhanden bzw. nur gering
> ausgebildet, weil der deutsche Kapitalist noch weniger zahlt, als der
> nichtdeutsche Ausbeuter. Dies gilt vor allem für den sogenannten
> Niedriglohnsektor.

Das ist nicht richtig, was genug Statistiken der OECD und EU beweisen. 
Mein portugiesischer und spanischer Kollege würden beide auch viel 
lieber in der Heimat arbeiten, aber dort verdient laut ihnen ein 
Ingenieur so viel wie ein Schlosser in Deutschland. Was jedoch richtig 
ist: Die Deutschen sind die mit Abstand größten Heulsusen.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Reinhard S. schrieb:
> Soziale Krüppel und Idioten gibts in allen Schichten und Berufen.

Aber bei Akademikern fällt es mehr auf, weil die (unterbewusste) 
gesellschaftliche Erwartungshaltung viel höher ist.

von ;) (Gast)


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AffeMitWaffe schrieb:
> Die Deutschen sind die mit Abstand größten Heulsusen.

Was wäre denn besser? Die Paläste niederbrennen?

Ist doch klar, dass Leute in besonderen Lebens- und
Geschäftslagen Hebel und Wege suchen, um andere Leute
auszubeuten. Gewinne sind privatisiert, Verluste werden
solidarisiert und die geistige Elite steht brav daneben
und hält die Hand auf. Materielle Nöte haben die Akademiker
im allgemeinen nie.

von AffeMitWaffe (Gast)


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;) schrieb:
> Was wäre denn besser? Die Paläste niederbrennen?
> Ist doch klar, dass Leute in besonderen Lebens- und Geschäftslagen Hebel
> und Wege suchen, um andere Leute
> auszubeuten. Gewinne sind privatisiert, Verluste werden solidarisiert
> und die geistige Elite steht brav daneben
> und hält die Hand auf.

Besser wäre etwas an der Situation zu ändern, anstatt nur zu Meckern. 
Wenn andere Länder so viel besser sind, dann auswandern. Wenn das eigene 
Gehalt einem nicht reicht, dann weiterbilden, einen anderen Job suchen 
oder wie ein Bekannter einen 450€-Basisjob noch dazu nehmen, falls 
Überstunden beim Hauptjob nicht ausbezahlt werden. Ansonsten Überstunden 
en Masse.

Realität: Seit die Menschen angefangen haben irgendetwas auf Höhlenwände 
zu kritzeln gab es KEINE bessere Zeit zu leben als die letzten 50 Jahre. 
Es ist dumm das nicht zu genießen, weil es anderen noch besser geht. Was 
bevorzugst du denn sonst für eine Zeit? Das 19te Jahrhundert mit 100 
Arbeitsstunden pro Woche wie Elon Musk? Statistiken zeigen dass je nach 
Land zwischen 2/3 und 4/5 der Bevölkerung ihren Job hassen. Primär aus 
Faulheit und Sekundär aus Feigheit, ändern die meisten trotzdem nichts 
daran. Meckern Ändert nichts daran. AfD wählen auch nicht. Nur man 
selbst kann das ändern. Ich habe den Arbeitgeber solange gewechselt bis 
ich zufrieden war. Ganz einfach.

von Joggel E. (jetztnicht)


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Bisher kam relativ viel Stuss. Nein, es ist nicht wichtig, was man als 
Berufseinstieg waehlt. Denn man kann immer wechseln. Ein Studium ist nur 
eine Basis, keine Berufserfahrung. Was du in zwei Semesterstunden 
gehoert hast ziehst du dir in 3 Wochen Arbeitszeit auch rein.
Als Absolvent grad in die Entwicklung halte ich eher sinnlos. denn du 
weisst ja absolut nichts. Das sollte auch ein Arbeitgeber wissen. Ja, du 
kannst theoretisch alles herleiten, das ist aber nicht effizient. 
Sinnvoll ist das Thema einzukreisen. Denn Entwicklung, sofern es nicht 
grad darum geht mit drei Transistoren einen Ballon aufzublasen 
beinhaltet :
-einen Controller
-Firmware dazu,
-Kommunikation zu irgendwas
-Software dazu
-Hardware als
- Analogik
- Digitalik
- Sensoren
- Aktoren

Alles hat seine eigenen Eigenschaften und spezifikationen und muss 
erarbeitet werden. Dazu kommt noch :
- Bauteile Auswahl, unter Beruecksichtigung von Lagerhaltung, Preis, 
Spezifikationen.
- Fertigung. Wie muss die Fertigung einbezogen werden
- EMV und Sicherheit
- Normen

Wenn man diese nicht von Beginn weg einbezieht macht man einfach eine 
Runde mehr. Man kann delegieren, ja, und macht eine oder zwei Runden 
mehr.

Wobei diese Leute, dann mehr oder weniger ueberlappen. Ich erwaehnt 
einmal einem Einkaeufer gegenueber, dass ein DAC eigentlich nur ein 
Widerstandsnetzwerk sei. Worauf der dann der Geschaeftleitung gegenueber 
beklagte, was fuer eine Pfeife ich sei, der nicht mal wisse was ein DAC 
sei. Er hatte mit Elektronik eigentlich nichts am Hut, wurde aber 
optimiert instruiert, auch auf die Endungen einer Teilenummer -A, -B und 
so zu achten. Ich wurde daraufhin instruiert, den Elan der Einkaeufer 
nicht zu untergraben.

: Bearbeitet durch User
von Mark (Gast)


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Joggel E. schrieb:
> Bisher kam relativ viel Stuss.

Und dann machst du gleich damit weiter

Joggel E. schrieb:
> Nein, es ist nicht wichtig, was man als
> Berufseinstieg waehlt. Denn man kann immer wechseln. Ein Studium ist nur
> eine Basis, keine Berufserfahrung. Was du in zwei Semesterstunden
> gehoert hast ziehst du dir in 3 Wochen Arbeitszeit auch rein.

Das interessiert keinen Arbeitgeber. Der will einen Bewerber, der schon 
im Thema drin ist und möglichst keine Einarbeitung braucht. Aufgrund der 
Bewerberschwemme, kann sich der Arbeitgeber dieses Anspruchsdenken 
leisten.

von Joggel E. (jetztnicht)


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Und daher erkennst du, dass Entwicklung, welche mit drei Transistoren 
einen Ballon aufzublasen uebersteigt nicht machbar ist, weil es einfach 
zuviel ist.
In vielen Faellen kann ein Arbeitgeber gar nicht abschaetzten was der 
Bewerber koennen muss. Er will einfach seine Probleme geloest haben.

Ich hab auch so angefangen. Software fuer Controller. Die Hardware wurde 
extern gemacht. In einer Produktions Firma. Von einem Layouter 
gelayoutet, welcher nie etwas anderes machte. Die EMV Tests wurden auch 
vergeben. Bis das dann alles zusammenpasste dauerte es Jahre. Ich habe 
Wochen lang sporadische Software Fehler gesucht, welche effektiv EMV 
war, wo sich das Geraet selbst stoerte.
Jetzt mache ich alles selbst am Stueck, aus einem Guss, da geschieht 
sowas nicht mehr.

: Bearbeitet durch User
von AffeMitWaffe (Gast)


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Joggel E. schrieb:
> Ich habe Wochen lang sporadische Software Fehler gesucht, welche
> effektiv EMV war, wo sich das Geraet selbst stoerte.
> Jetzt mache ich alles selbst am Stueck, aus einem Guss, da geschieht
> sowas nicht mehr.

Neben fehlenden Interruptsperren der Klassiker. Schön ist auch wenn 
nichts getrennt wurde und die Applikation beim nächsten Controller 
gefühlt komplett neu geschrieben werden muss.

von Joggel E. (jetztnicht)


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Mein Berufsanfang war vor 40 Jahren. Seither hat sich alles 
verkompliziert. Wir hatten einen Controller, den V20. Der wurde nachher 
20 Jahre lang verbaut. Heute mit einem neuen Controller, waeren die 
Anforderungen derart anders, dass man sowieso allen neu schreiben 
muesste.

: Bearbeitet durch User
von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Wie MaWin weiter oben schon schrieb: mit einer entsprechenden Nische 
kann man durchaus auch in der Elektronikentwicklung gutes Geld 
verdienen. Es gibt mehr als genug Spezialzeugs, das entwickelt werden 
muss, oftmals in Verbindung mit Maschinen. So etwas vergibt man nicht 
nach China, sondern macht das hier vor Ort - ohne Zeitzonen, 
Sprachschwierigkeiten und mit kurzen Wegen und am besten direkt an der 
Maschine.

Es gibt wirklich mehr als genug Bedarf an Elektronik, gerade auch bei 
kleinen Serien. Einfach mal die Augen aufmachen - schon hier im Forum 
fallen mir spontan einige Dinge ein, für die es einen Markt gibt.

MaWin schrieb:
> AffeMitWaffe schrieb:
>> Das tun 80% der deutschen Bevölkerung. Darum sind die meisten Deutschen
>> im Ausland irritiert wie zufrieden Menschen in anderen Ländern sind,
>> obwohl sie oftmals weit weniger haben
>
> Oftmals haben die Menschen dort viel mehr. Höhere Eigenheimquote, also
> ein Zuhause statt Arbeiterlagerregal und höheres Vermögen, weniger
> Stress denn wer selbständig ist kann seine Zeit selbst einteilen und
> grössere Familie also nicht Alleinkâmpfer.

Naja, das kann man hier auch alles haben. Man muss es halt tun :-)
Sehr zufrieden bin ich auch - wir haben uns allerdings auch vom extremen 
Konsum abgekoppelt.

Und man darf nicht vergessen, dass gerade die Häuser in den südlichen 
Ländern nicht mit unseren hier vergleichbar sind. Es ist dort einfach 
viel wärmer - Heizungen sind oftmals unnötig, Wände entsprechend dünn. 
Ich kenne einige Häuser in Spanien und Italien (Familie meines Cousins 
bzw. meines Onkels) - sorry, aber hier würde die niemand abnehmen. 
Selbst halbwegs schließende Türen scheinen ein Fremdwort zu sein. Ist 
dort aber auch alles nicht nötig, weil sich das Leben eh draußen auf der 
Straße oder Kneipen abspielt.

Ein preiswertes Haus hilft aber auch nicht viel, wenn man keinen Job 
hat. Und davon gibt es in vielen anderen Ländern gerade viele junge 
Leute.

> Hier ist vor allem der Konsum
> hoch, das freut die Ramschverkaufsfirmen und verhindert es, jemals an
> Vermögen zu kommen.

Die Sparquote sagt allerdings etwas anderes.

> Selbst die Rente ist hier niedrig, vgl. Österrreich.

Hatten wir doch alles schon: Du zahlst in Österreich auch deutlich 
mehr in die Rentenkasse ein - natürlich gibt es dann da mehr Rente. Dazu 
kommen die Mindesteinzahlungsfristen: liegst Du unter der Schwelle von 
15 Jahren, dann gibt es nix: mit etwas Pech hast Du also 14 Jahre 
umsonst eingezahlt. In DE sind es fünf Jahre.
Weiterhin vergessen viele, dass es in AT keine Pflegeversicherung und 
entsprechende Transferleistungen des Staates gibt: die gesamten Kosten 
schultert man dort alleine. Das ganze Konstrukt kann also schnell zu 
Gunsten DEs kippen.

Also immer genauer hinschauen: was steckt in "die haben die viel höheren 
Renten!" alles noch so mit drin.

Sehr gut finde ich allerdings, dass in AT alle einzahlen, also auch wir 
Unternehmer. Auch gut ist die Angleichung der Pensionen an die Renten.

: Bearbeitet durch Moderator
von M. K. (mkn)


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MaWin schrieb:
> Wird in Firmen alles outgesourct, man kauft fertiges aus China.

Quark!
Man entwickelt in DE und läßt Masse in China fertigen.
Unspannende Massenmarktartikel kann man auch mal so importieren.
Wenn Materialrückverfolgung und Serientreue wichtig ist, braucht man 
jemanden vor Ort.

Je spezieller der Markt, je höher die Anforderungen und je schneller die 
nötigen Reaktionszeiten, umso weniger gibt man das weit weg.

Der Entwickler ist nur oft der letzte Arsch für die Führungsschicht.
Ein Idiot der 'nur' Spefifikationen umsetzen soll die jemand ohne viel 
Praxiswissen zusammengedübelt hat, der aber das doppelte Verdient.
Der beste Entwickler wird nicht Entwicklungsleiter oder Projektmanager.
Der beste Entwicker bleibt genau da wo er ist, mit einem überschaubaren 
Gehalt und ein paar Karrieristen über ihm, die auf seinem Rücken zum 
Erfolg reiten.

Aber wenn Du Spaß am Entwickeln, Stress und dem permanenten Vorwurf zu 
langsam und teuer zu sein Lust hast, ist das KMU schon der richtige Ort.
Brauchst aber ein dickes Fell.

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo MaWin.

MaWin schrieb:

>> Nein, die Zeitrelais kauft man in China
> Weil es hier keinen Anbieter gibt, weil sich der deutsche Ing zu fein
> ist für den Pöbelkram.

Der ist sich nicht zu fein, sonndern der weiss, dass er sich einen 
Anpfiff vom Cheffe einhandelt, wenn er ein "luxoriöses Zeitglied" 
irgendwo eindesignt, statt ein Zeitrelays irgendwo zuzukaufen.

Bei den ganzen Sonderanfertigungen/Kleinstserien ist es wichtiger, 
Entwicklungszeit statt Material zu sparen. Bei Großserien ist es genau 
umgekehrt. Da tüfftelt die absolute Elite der Branche lange daran herum, 
möglichst viel Material einzusparen, bis harscharf an der Grenze zum 
Murks, der überhaupt nicht mehr funktioniert.

Um auf den TO zurückzukommen: Es lohnt sich eigentlich nur, wenn und 
solange Du zu den allerbesten der Branche zählst. Wie groß ist die 
Wahrscheinlichkeit, das Du dazugehören wirst? Wie lange wird diese 
Hochphase Deiner Leistungsfähigkeit anhalten? Ab 50 wird es jedenfalls 
schwer, einen Job zu bekommen, wenn Du nicht Begabung zu Führung und 
Management hast und in den Bereich wechselst.

Dass Du in der Entwicklung meistens nur Befristet für ein Projekt 
eingestellt wirst oder nur über Verleiher Jobs bekommst sollte Dir auch 
klar sein. Das bedeutet je nach Projekt alle paar Monate bis paar Jahre 
neues Projekt, neue Firma, und diese in einem anderen Teil Deutschlands 
oder Europas.

Das überstehst Du auch nur mit Begabung im Management.
Wohlgemerkt, Begabung, weil lernen führt immer nur zu unbefriedigenden 
Ergebnissen.


Es ist u.U. ganz gut, irgendwie eine andere Berufsausbildung als 
Fallback zu haben.


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von AffeMitWaffe (Gast)


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Bernd W. schrieb:
> Um auf den TO zurückzukommen: Es lohnt sich eigentlich nur, wenn und
> solange Du zu den allerbesten der Branche zählst. Wie groß ist die
> Wahrscheinlichkeit, das Du dazugehören wirst? Wie lange wird diese
> Hochphase Deiner Leistungsfähigkeit anhalten? Ab 50 wird es jedenfalls
> schwer, einen Job zu bekommen, wenn Du nicht Begabung zu Führung und
> Management hast und in den Bereich wechselst.

Kann ich nicht bestätigen. Ü50 wechselt auch kaum noch einer. Und wenn 
das Unternehmen pleite geht und man alt ist, dann hat man in ausnahmslos 
jedem Beruf ein Problem. Ich als Ingenieur habe dann aber genug verdient 
so dass meine Schäfchen schon im trockenen sind, was ein Bandarbeiter 
idR nicht sagen kann.

von M. K. (mkn)


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AffeMitWaffe schrieb:
> Kann ich nicht bestätigen.

Ich auch nicht.
Die Besten der Branche, wer soll das sein?
Irgendein technischer Manager mit einem 20 köpfigen Team, die die 
eigentliche Arbeit machen und der medial sichtbar ist?
Der Durchschnittsentwickler kommt schon beim korrekten umsetzen einer 
Applikationsschrift ins straucheln.
Da muss man nicht Einstein sein um da seine Brötchen zu verdienen.

Unter Druck arbeiten, kreative Lösungen finden und sich fachlich uneinig 
zu sein ohne sich die Zähne einzudrücken das sind eher die Fähigkeiten 
die ein Entwickler braucht.
Der einzelne Entwickler ist immer ein kleines Rädchen im großen 
Getriebe.
Ohne das Know How vieler Fachbereiche, Schaltungen die kluge leute vor 
langer Zeit entwickelt haben und ICs die wir nur als Black Box 
betrachten, ist die Einzelleistung nicht viel wert.

Krebs heilen tun wir alle nicht.

von Zoltan (Gast)


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Ich habe jetzt nach dem Berufseinstieg genau zwei Jahre Erfahrung. Die 
besten Kollegen und auch die Manager waren nach der Uni immer erstmal 
als kleiner Entwickler tätig, sei es Code-Junky, sei es Schaltungen 
entwerfen und programmieren. Auch Qwertz oder EhrlicheAusnahmeHier waren 
mal so klein. Man lernt in einem KMU als Mädchen für Alles unglaublich 
viel. Man muss aber aufpassen, dass man nicht einen narzisstischen Chef 
hat, denn das kann einen psychisch so runterziehen, dass du dich nie 
wieder erholen kannst. Leider wächst die Chance so einen Chef zu 
bekommen, je niedriger die Mitarbeiteranzahl des Unternehmens ist.

von Hipster (Gast)


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Entwicklung ist was für Nerds. Geh ins Projektmanagment.

von Joggel E. (jetztnicht)


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Ja, genau. Im Projektmanagement lernst du dass sich nerdige Entwickler 
wie Ballerinen verhalten, und du bist der Zudiener.

von Manfred (Gast)


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Joggel E. schrieb:
> Ja, genau. Im Projektmanagement lernst du dass sich nerdige Entwickler
> wie Ballerinen verhalten, und du bist der Zudiener.

Wenn Dir das so geht, bist Du auf der falschen Position.

von AffeMitWaffe (Gast)


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Zoltan schrieb:
> Die besten Kollegen und auch die Manager waren nach der Uni immer
> erstmal als kleiner Entwickler tätig, sei es Code-Junky, sei es
> Schaltungen entwerfen und programmieren.

Am besten sogar eine Klitsche wo man all diese Dinge für mindestens 1-2 
Projekte erledigen muss. Beim Schaltungsentwurf, Layouten, 
Programmieren, Bauteilauswahl usw lernt man unheimlich viel, was einem 
später auf vielen Positionen im Konzern hilft. Im Konzern muss man dann 
das Lastenheft und die Ausschreibung erstellen, Zulieferer koordinieren, 
Meilensteinabnahmen und Systemtests durchführen. Dabei wird man über das 
Ohr gehauen wenn man es nie selbst gemacht hat. Man kann ohne auch kaum 
zur Lösungsfindung beitragen.

von M. K. (mkn)


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Joggel E. schrieb:
> dass sich nerdige Entwickler
> wie Ballerinen verhalten

Yep.
Und ich bin ein Entwickler.
Ist schon manchmal schwierig und ich musste wohl auch mit den Jahren 
Kompromissfähiger werden.
Manchen geht das aber völlig ab, da wird dann nur auf volle 
Konfrontation und Zickenkrieg gearbeitet.
Die können Zoff auch wirklich über Jahre aufrecht erhalten.
Wie Kindergarten ist das manchmal.

Z.B. bei MC.net sieht man doch sehr schön, wie unbestrittene 
Fachkompetenz gepaart mit völliger Unfähigkeit zur gemäßigten verbalen 
Kommunikation stets zu sehr erheiternden Beleidigungsorgien, Fuss 
aufstampfen und Schmollen führt.

Ein GUTER Projektmanager versteht sich als Mittler, Zuarbeiter, 
Motivator und Terminüberwacher.
Sehr viele Gute kenne ich aber nicht.
Viele Glaube die Entwickler wären Ihr persönliches Eigentum und müssten 
springen wenn sie es verlangen.

von Joggel E. (jetztnicht)


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> von Manfred (Gast)
>>Joggel E. schrieb:
>> Ja, genau. Im Projektmanagement lernst du dass sich nerdige Entwickler
>> wie Ballerinen verhalten, und du bist der Zudiener.
>
>Wenn Dir das so geht, bist Du auf der falschen Position.

Ich war eigentlich immer der Entwickler, hatte aber die Chefs als 
Zudiener. Fuehlt sich gut an.

von Weißwas (Gast)


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Meine Erfahrung als Hardwarentwickler sind ziemlich gut und ich kann 
hier viele Meinungen nicht unterschreiben. Muss aber auch sagen, dass in 
diesem Forum schon 2010 von vielen mit großer Überzeugung vom Untergang 
der deutschen Industrie und erst Recht der deutschen Automobilindustrie 
gepredigt wurde. Es folgten 10 Boomjahre.

Durch das Thema Digitalisierung kommen meiner Meinung nach sogar goldene 
Zeiten auf Hardwarentwickler zu. Denn in Zukunft wird doch jeder dumme 
Wasserkocher mit nem µC ausgestattet, damit er auch Teil des Smart Homes 
werden kann. In der Industrie wird wie blöd automatisiert und Sensoren 
überall eingebaut. Natürlich ändert sich der Fokus davon 
Transistorkurven zu lesen hin zu Kenntnissen im High Speed Design, 
Signalintegritätsanalayse usw. Zu glauben, dass deutsche Firmen einen so 
wichtigen Teil der Wertschöpfung und des Knowhows an China auslagern 
halte ich für ziemlich fehlgeleitet. Man sieht doch gerade eher den 
gegensätzlichen Trend, wenn man mal den Fall Huawei bedenkt.

von EhrlicheAusnahmeHier (Gast)


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Weißwas schrieb:
> Muss aber auch sagen, dass in diesem Forum schon 2010 von vielen mit
> großer Überzeugung vom Untergang der deutschen Industrie und erst Recht
> der deutschen Automobilindustrie gepredigt wurde. Es folgten 10
> Boomjahre.

Dass die Nichtsnutze Lügen verbreiten, weil sie sich von der zukünftiger 
Konkurrenz fürchten, um verpasste Chancen aufgrund eigener 
Fehlentscheidungen zu rechtfertigen oder einfach nur aus Neid, sollte 
nicht dazu führen, dass man nicht seinen Träumen und Interessen folgt.

Den Untergang der deutschen Automobilindustrie hätten die Experten hier 
auch von vor 20 und 30 Jahren gepredigt, und sie werden es auch in 10 
und 20 Jahren noch predigen. Es gibt jedoch weit und breit keine 
Alternative die Statussymbol, individuelle Mobilität und einen niedrigen 
Preis so vereint wie z.B. Skoda.

von Donaudampfschifffahrtselektroingenieur (Gast)


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AffeMitWaffe schrieb:
> Am besten sogar eine Klitsche wo man all diese Dinge für mindestens 1-2
> Projekte erledigen muss

Das eher nicht, wer nicht sofort im Konzern einsteigt hat ja bekanntlich 
niemals mehr eine Chance.

von AVR (Gast)


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Donaudampfschifffahrtselektroingenieur schrieb:
> Das eher nicht, wer nicht sofort im Konzern einsteigt hat ja bekanntlich
> niemals mehr eine Chance.

Kann jemand diese Behauptung bestätigen?

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo weißwas.

Weißwas schrieb:

> Meine Erfahrung als Hardwarentwickler sind ziemlich gut und ich kann
> hier viele Meinungen nicht unterschreiben.

Das man damit Glück haben kann, bestreitet keiner. Aber die 
Wahrscheinlichkeit, selber zu den Glückspilzen zu gehören, ist doch 
recht klein.
Ok, in seiner Jugend ist man mutiger (oder eher naiver), und traut sich 
alles zu. Aber die Realität hat mir dann gezeigt, dass ich besser 
vorsichtiger gewesen wäre.

> Muss aber auch sagen, dass in
> diesem Forum schon 2010 von vielen mit großer Überzeugung vom Untergang
> der deutschen Industrie und erst Recht der deutschen Automobilindustrie
> gepredigt wurde. Es folgten 10 Boomjahre.

Ok, nicht über die letzten zehn, sondern die letzten 20 Jahre: ca. 70% 
aller Firmen, nicht nur die Autozulieferer, mit denen ich irgendwie mal 
zu tun hatte, existieren nicht mehr.

> Durch das Thema Digitalisierung kommen meiner Meinung nach sogar goldene
> Zeiten auf Hardwarentwickler zu. Denn in Zukunft wird doch jeder dumme
> Wasserkocher mit nem µC ausgestattet, damit er auch Teil des Smart Homes
> werden kann.

Ja. Aber das wird in erster Linie in Indien und China und bald auch 
Afrika gemacht.

> In der Industrie wird wie blöd automatisiert und Sensoren
> überall eingebaut.

Ja. Aber die Industrie wird insgesamt weniger personalintensiv und Du 
brauchst immer mehr extrem Leistungsfähige*). Das gibt der 
Bevölkerungspool nicht mehr her.
Für Durchschnittsmenschen wird die Perspektive sehr flach.

> Natürlich ändert sich der Fokus davon
> Transistorkurven zu lesen hin zu Kenntnissen im High Speed Design,
> Signalintegritätsanalayse usw. Zu glauben, dass deutsche Firmen einen so
> wichtigen Teil der Wertschöpfung und des Knowhows an China auslagern
> halte ich für ziemlich fehlgeleitet. Man sieht doch gerade eher den
> gegensätzlichen Trend, wenn man mal den Fall Huawei bedenkt.

Das ist mittlerweile aber schon zu spät, das umzudrehen. Du findest in 
diesem Sektor wenig Anbieter ausserhalb von China, und dort ist 
mittlerweile auch das aktuelle KnowHow.

*) Warum eine Leistungsgesellschaft auch immer eine 
Überforderungsgesellschaft und Versagergesellschaft wird:
Beitrag "Re: Stress als neues Statussymbol"
und detailierter:
https://www.mikrocontroller.net/topic/453652#5459790


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von Joggel E. (jetztnicht)


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Naja. Die Leute gewöhnen sich an den Komfort und die Sozialleistungen 
und verlieren die Motivation 6 Tage zu 10 Stunden abzureissen und alles 
zu geben. Dann zieht die Musik eben weiter, weil Leute anderswo das eben 
zu geben bereit sind.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Joggel E. schrieb:
> Naja. Die Leute gewöhnen sich an den Komfort und die
> Sozialleistungen und verlieren die Motivation 6 Tage zu 10 Stunden
> abzureissen und alles zu geben. Dann zieht die Musik eben weiter, weil
> Leute anderswo das eben zu geben bereit sind.

Die Arbeitszeit alleine sagt doch fast gar nichts aus. Man kann mit 
einer 35h-Woche wesentlich produktiver und erfolgreicher sein als mit 
einer 60h-Woche. Die erfolgreichsten Unternehmen in Deutschland haben 
die besten Sozialleistungen und die höchsten Gehälter.

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