Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Tätigkeit als Testingenieur sinnvoll?


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von Z80 (Gast)


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Hallo zusammen,

Ich bin neulich mit dem Studium fertig geworden und suche Stellen als 
Testingenieur.

Meine Frage wäre nun, ob der Job nachhaltig wäre? Kann man das sein 
Leben lang machen? Kann man später woanders hin wechseln?

MfG

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Z80 schrieb:
> suche Stellen als Testingenieur.
Was macht so ein "Testingenieur" wie du einer werden willst?
Kann man dieses Wissen und Können auch in anderen Bereichen anwenden?
Die Antworten auf diese beiden Fragen beantworten auch deine anderen 
Fragen.

> Ich bin neulich mit dem Studium fertig geworden und suche Stellen als
> Testingenieur. Meine Frage wäre nun
Warum, frage ich mich, fragen sich Leute solche Sachen erst dann, wenn 
es fast zu spät ist? Ist das Studienende so abrupt gekommen, dass du 
vorher keine Zeit hattest, darüber nachzudenken? Oder lebst du generell 
eher nur so in den Tag hinein?

: Bearbeitet durch Moderator
von OS für Hyperaktive (Gast)


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Z80 schrieb:
> Meine Frage wäre nun, ob der Job nachhaltig wäre? Kann man das sein
> Leben lang machen? Kann man später woanders hin wechseln?

Der ist für viele sogar notwendig, weil man dann endlich mal nach 16 
Jahre schule richtige Hardware anfassen kann. Manche lernen erst jetzt 
mit Testequipment wie Scope oder JTAG-BIST etc. pp. umzugehen.

Und wenn du nicht wenigstens zu beginn der Karriere lernst was Hardware 
überhaupt ist, dann ist schnell schluss mit der Entwicklerlaufbahn und 
du verreckst an einem Schreibtisch-Job

Youtube-Video "Fantastic : Beasts Crimes of Grindelwald | Ridiculous Scene 4k"

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Z80 schrieb:
> Meine Frage wäre nun, ob der Job nachhaltig wäre? Kann man das sein
> Leben lang machen? Kann man später woanders hin wechseln?

Ein Leben lang ist heute bei allen Jobs schwer. Es hat sich durchgesetzt 
dass Mitarbeiter nur noch Resourcen sind, die man auch so behandelt. 
Loyalität von Seiten der Arbeitgeber gibt es nicht mehr und als 
Arbeitnehmer schuldet man auch keine Loyalität mehr.

Es kann also gut sein, dass du dich in 40 Jahren Berufsleben ein paar 
mal umorientieren musst weil dir die Jobs als Testingenieur ausgehen.

Ansonsten, wenn du dir vorstellen kannst als Testingenieur zu arbeiten 
dann mach das. Achte nur bei deiner Firmenwahl darauf, dass du nicht in 
einer Firma landest in der Testingenieure wie Dreck behandelt werden. Es 
gibt immer wieder Läden da glaubt die Entwicklung das die Tester der 
Feind sind.

von M. K. (mkn)


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Z80 schrieb:
> Kann man das sein
> Leben lang machen?

Welch grauenhafte Vorstellung!

Meine Güte, Du bist doch noch keine 30 und suchst schon nach einer 
Möglichkeit die nächsten 40J Berufsleben mit ein und der selben Sache zu 
verbringen?

Geh raus in die Welt und probier Dich aus.
Du hast jetzt Jahre mit dem Studium verbraucht um dann für 40J Normen zu 
lesen und Geräte zu bedienen?

Natürlich kannst Du das ein Leben lang machen, sofern den überhaupt 
irgendeine Aussage für irgendwas in der Zukunft noch irgendeine 
Bedeutung hat.
Aber warum solltest Du, wenn die Welt so voller spannender Dinge ist die 
man tun kann?

von Pandur S. (jetztnicht)


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Testen ist sicher ein guter Anfang. Er gibt dir spezifische Einblicke in 
Produkte, welche sonst niemand hat. Sicher sehr lehrreich fuer eine 
spaetere Taetigkeit als Entwickler. Machs ein paar Jahre, bis du's 
gesehen hast. Dann mach was Neues... mehr Lohn gibt's naemlich nur bei 
einem Wechsel. Und du hast dann schon Erfahrung im Testen.

von Mark B. (markbrandis)


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Joggel E. schrieb:
> Testen ist sicher ein guter Anfang. Er gibt dir spezifische Einblicke in
> Produkte, welche sonst niemand hat. Sicher sehr lehrreich fuer eine
> spaetere Taetigkeit als Entwickler. Machs ein paar Jahre, bis du's
> gesehen hast. Dann mach was Neues... mehr Lohn gibt's naemlich nur bei
> einem Wechsel. Und du hast dann schon Erfahrung im Testen.

Ich hab noch von keinem Tester gehört, der nach Jahren zur Entwicklung 
hin gewechselt hat. In all der Zeit hat er nämlich wenig bis gar nicht 
entwickelt. Warum sollte man ihn dann als Entwickler beschäftigen 
wollen?

von Bürovorsteher (Gast)


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> Meine Frage wäre nun, ob der Job nachhaltig wäre? Kann man das sein
> Leben lang machen? Kann man später woanders hin wechseln?

Irgendjemand muss es ja machen. Wer sonst, wenn nicht du?

von Senf D. (senfdazugeber)


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Bürovorsteher schrieb:
> Meine Frage wäre nun, ob der Job nachhaltig wäre? Kann man das
> sein Leben lang machen? Kann man später woanders hin wechseln?
>
> Irgendjemand muss es ja machen. Wer sonst, wenn nicht du?

Das kommt so ungefähr hin. Tester sind meistens diejenigen, bei denen es 
nicht zum Entwicklungsingenieur gereicht hat. Relativ stupide Arbeit und 
schlechter bezahlt, kommt für mich zum Beispiel nicht in Frage.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Nun, als Absolvent kann man ja nicht entwickeln, da man keine Ahnung 
hat.
Ich hab zwar auch entwickelt, machte einfach was mir gesagt wurde. 
Nachher habe ich Inbetriebnahme gemacht. Das ist dann Testen etwas 
naeher am Kunden. Dann kam ein Job mit embedded Software. Dort hatten 
wir dann viele EMV Probleme, weil der Hersteller der Hardware keine 
Ahnung von EMV hatte. Der hatte einen Layouter, welche nur Layouts 
machte, aber nie bei einem EMV Test war.
Ich selbst habe erst nachher mit Hardware angefangen. Und jetzt mach ich 
alles am Stueck, aus einem Guss.

von Motzkopp (Gast)


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Hannes J. schrieb:
>
> Ansonsten, wenn du dir vorstellen kannst als Testingenieur zu arbeiten
> dann mach das. Achte nur bei deiner Firmenwahl darauf, dass du nicht in
> einer Firma landest in der Testingenieure wie Dreck behandelt werden. Es
> gibt immer wieder Läden da glaubt die Entwicklung das die Tester der
> Feind sind.

Die Tester sind meine Feinde, die erwischen so gut wie nie wirklich 
wichtige Fehler. Ich darf dann im Produktionsbetrieb den Karren aus dem 
Dreck ziehen.
Die Tester sind komischerweise immer pünktlich fertig. Schwierige und 
komplexe Dinge werden ausgelassen. Knallt es später, sind sie nicht die 
Leute die die Scherben aufsammeln oder zur Rechenschaft gezogen werden.

von Lukas (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Das kommt so ungefähr hin. Tester sind meistens diejenigen, bei denen es
> nicht zum Entwicklungsingenieur gereicht hat. Relativ stupide Arbeit und
> schlechter bezahlt, kommt für mich zum Beispiel nicht in Frage.

Das mag für "stupides Testen" gelten, für komplexes Testen wie im ADAS 
Bereich oder ähnliches gilt es nicht. Was macht der Tester 
so?...Entwickelt das Umgebungsmodell, Fahrzeugmodell, verschiedene 
Sensormodelle, Restbus, Objekteinspeisung, muss sich in Detail mit fast 
allen Modulen im System auskennen um richtig testen zu können (situation 
analysis, perception, function, failure management, bus level etc.). Und 
noch nebenbei entwickelt er Tests. Der SW Entwickler hingegen werkelt 
nur an ein Paar Funktionen in seinem Submodule (ist jetzt genauso 
verallgemeinert wie von Dir ;-))

Nicht ohne Grund ist die Gehaltseinstufung von Entwickler und Tester 
gleich (in Unternehmen, die überleben wollen).

von Tonton (Gast)


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Doch ich habe es geschafft.
Ich habe 3 Jahre lang  als Testingenieur (QS  bei einer EMS: Electronic 
Manufacturing Services) gearbeitet.
Seit 4 Jahre arbeite  ich bei einer anderer Firma als 
Hardwareentwickler.

von Motzkopp (Gast)


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Lukas schrieb:
> Senf D. schrieb:
>
> Nicht ohne Grund ist die Gehaltseinstufung von Entwickler und Tester
> gleich (in Unternehmen, die überleben wollen).

In der Softwareentwicklung ist das meist nicht der Fall und das auch zu 
Recht.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Tonton schrieb:
> Ich habe 3 Jahre lang  als Testingenieur (QS  bei einer EMS: Electronic
> Manufacturing Services) gearbeitet.
Das ist aber 1. eine recht kurze Zeit und 2. dicht an der Fertigung. Du 
hast dir da also Wissen erarbeitet, das für die Hardwareentwicklung und 
anschließende Serienfertigung tatsächlich gut brauchbar ist.

Etwas anderes sind Testingeniere, die das machen, was
Lukas schrieb:
> Entwickelt das Umgebungsmodell, Fahrzeugmodell, verschiedene
> Sensormodelle, Restbus, Objekteinspeisung, muss sich in Detail mit fast
> allen Modulen im System auskennen um richtig testen zu können (situation
> analysis, perception, function, failure management, bus level etc.).
Denn das sind eigentlich alles nur relativ abstrakte Schnittstellen. Und 
meist macht er dann hinterher nur einen Haken bei 
DIN/EN/UL/ISO/SONSTIGENORM []passed oder []failed, ohne mit dem 
Entwickler eine Lösung für das Problem zu suchen oder eine Lösung 
vorzuschlagen.

von Lukas (Gast)


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Lothar M. schrieb:
> Denn das sind eigentlich alles nur relativ abstrakte Schnittstellen. Und
> meist macht er dann hinterher nur einen Haken bei
> DIN/EN/UL/ISO/SONSTIGENORM []passed oder []failed, ohne mit dem
> Entwickler eine Lösung für das Problem zu suchen oder eine Lösung
> vorzuschlagen.

Abstrakt? Also der C++ und Python code ist nun keine Abstraktion :-), 
die physikalischen Grenzen des SGs auch nicht. Wenn ein Tester manuell 
haken machen muss, dann macht er keine Testautomatisierung und ist 
wirklich nur ein einfacher Tester, da gebe ich Dir Recht.
Natürlich kann man die Arbeit den Entwicklern abnehmen, aber was machen 
sie denn die ganze Zeit sonst? :).

Es nicht so, dass SW-Entwicklung im Testing Bereich weniger 
anspruchsvoll ist. Vielleicht reden wir beide von Tätigkeiten 
unterschiedlicher Komplexität ;-).

Also für den Threadersteller: ja, im Konzern, anspruchsvolle 
Testingstellen sind mit ca. 100k (40Std. Woche) honoriert wie eine reine 
SW-Entwicklung (wobei ich nicht weiß, wo man die Linie hier ziehen 
soll). Wechsel ist auch kein Problem, letztendlich bleibst du ständig 
auf dem Laufenden.

Aber bitte kein einfaches Testing, wo die ganze Testumgebung schon steht 
und du klickst da was zusammen, ist ja klar!

von Senf D. (senfdazugeber)


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Lukas schrieb:
> Es nicht so, dass SW-Entwicklung im Testing Bereich weniger
> anspruchsvoll ist.

Anscheinend fühlst du dich in deiner Ehre als Tester verletzt, aber das 
ändert nichts daran:
Testing ist deutlich weniger anspruchsvoll als Entwicklung und wird 
daher auch weniger gut bezahlt. Tester sind meistens als Stellen für 
Techniker ausgeschrieben, dafür muss man eben nicht studiert haben. Wer 
so eine Stelle als Ingenieur oder Informatiker ausübt, verkauft sich 
unter Wert, aber warum nicht, wenn der Job demjenigen Spaß macht?

: Bearbeitet durch User
von Dirk K. (knobikocher)


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Senf D. schrieb:
> Testing ist deutlich weniger anspruchsvoll als Entwicklung

Und Nachts ist es immer kälter. Leider genauso falsch. Pauschalisieren 
ist selten gut ;) Im Weltall ändert sich die Temperatur nicht, egal wo 
auf der Welt es gerade Nacht ist. Worauf ich hinaus will: es kommt 
darauf an.

Vorgefertigte Tests wo nur ein Haken gemacht wird und bei Fehlern das 
Ergebnis an die Entwicklung gegeben wird: da mag das zutreffen.
Also z.B. Testingenieur in einem Prüfinstitut.

Wenn das Test-Team im eigenen Haus sitzt und aus den Anforderungen des 
Projekts die Testfälle definiert und die Testumgebung dazu selbst 
entwickelt - dann eher nicht. Denn, welche Wunder, da wird dann eben 
auch entwickelt.

Senf D. schrieb:
> Tester sind meistens als Stellen für
> Techniker ausgeschrieben

Das mag bei deinem Arbeitgeber so sein. Aber darum gleich 
pauschalisieren?

Mahlzeit!

von Lukas (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Lukas schrieb:
>> Es nicht so, dass SW-Entwicklung im Testing Bereich weniger
>> anspruchsvoll ist.
>
> Anscheinend fühlst du dich in deiner Ehre als Tester verletzt, aber das
> ändert nichts daran:
> Testing ist deutlich weniger anspruchsvoll als Entwicklung und wird
> daher auch weniger gut bezahlt. Tester sind meistens als Stellen für
> Techniker ausgeschrieben, dafür muss man eben nicht studiert haben. Wer
> so eine Stelle als Ingenieur oder Informatiker ausübt, verkauft sich
> unter Wert, aber warum nicht, wenn der Job demjenigen Spaß macht?

Tja, mein Text nicht komplett gelesen oder nicht verstanden, du kannst 
in deiner Blase bleiben. Ich genieße meinen Job als SW-Entwickler fürs 
Testen (kurz Tester) mit meinen 100k Euro pro Jahr im Konzern :-).

von Senf D. (senfdazugeber)


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Lukas schrieb:
> Ich genieße meinen Job als SW-Entwickler fürs Testen (kurz Tester) mit
> meinen 100k Euro pro Jahr im Konzern :-).

Du bestätigst nur das, was ich bereits schrieb:
> Anscheinend fühlst du dich in deiner Ehre als Tester verletzt, aber das
> ändert nichts daran

Ja, du bist der tollste Hecht im Teich, das wissen wir jetzt. Meinen 
herzlichen Glückwunsch dazu.
Ich finde dein Verhalten allerdings reichlich kindisch. Ich weiß 
nämlich, was meine Tester-Kollegen verdienen, die tariflichen 
Einstufungen sind kein Geheimnis. Bei neuen Stellen sind die im Intranet 
sogar von jedem internen Mitarbeiter direkt als Teil der 
Stellenausschreibung einsehbar.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Offenbar gibt es da vielfältige Ansichten. Kommen wir also zum meiner 
ursprünglichen allerersten Frage:
Lothar M. schrieb:
>>> Was macht so ein "Testingenieur" wie du einer werden willst?
Denn auch die Bandbreite eines "Hardwareentwicklers" erstreckt sich von 
"Vorwiderstandsberechnung für LEDs" bis hin zu "Datenhandling im 
GHz-Bereich". Und dann stellt sich da auch noch die Frage, ob Z80 (Gast) 
das Zeug zum "Hardwareentwickler" gehabt hätte, ohne vorher ein 
"Testingenieur" gewesen zu sein.

Aber so wie ich das sehe, werden wir das vermutlich nicht erfahren... 
;-)

: Bearbeitet durch Moderator
von Motzkopp (Gast)


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Dirk K. schrieb:
>
> Wenn das Test-Team im eigenen Haus sitzt und aus den Anforderungen des
> Projekts die Testfälle definiert und die Testumgebung dazu selbst
> entwickelt - dann eher nicht. Denn, welche Wunder, da wird dann eben
>
>

In den 25 Berufsjahren in der Softwareentwicklung im Bereich komplexer 
Buchhaltung mit z.B. 50 Mio Zeilen Code haben die Inhouse Tester mich 
noch immer angerufen, was eigentlich die genauen Anforderungen waren und 
ihnen sei etwas aufgefallen und ob das jetzt falsch oder richtig ist. 
Meist testen meine selbst geschriebenen Unitests gründlicher als die. 
Und für technische Probleme müssen die keine Lösung erarbeiten. 
Natürlich sind die meist schlechter bezahlt, bei mir hat aber auch nie 
ein Ing getestet.

von Dirk K. (knobikocher)


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Motzkopp schrieb:
> was eigentlich die genauen Anforderungen waren und
> ihnen sei etwas aufgefallen und ob das jetzt falsch oder richtig ist.

Also schlechtes Anforderungsmanagement. Kenne ich auch :)
Gerade heute hat ein Entwickler so nebenbei angemerkt, dass er bei 
mehreren Anforderungen ein "nicht Konform" melden muss (das Dokument mit 
den Anforderungen gibt es seit einem Jahr, wurde auch von ihm 
"durchgearbeitet" und ist bereits abgenickt). Bei einer Anforderung war 
so viel Interpretationsspielraum, das wir es als konform angesehen 
haben, nur er nicht. Beide Interpretationen sind aber korrekt -> 
Anforderungen schlecht definiert.

Was ich auch erlebt habe: wenn der SW-Ersteller gleich der 
Anforderungsmanager ist. Der Tester fragt dauernd nach weil die SW 
andauernd durchfällt und die Anforderung eben nicht schriftlich 
festgehalten ist. Weil, hat der Softwerker ja im Kopf -> ist darum der 
Tester blöd?

In beiden Fällen hat das Anforderungsmanagement versagt.

Imaginäre Anforderung: 12V Ausgang. Ich klatsche ein Netzteil rein. 
Tester fragt nach: Toleranz? Maximaler Strom? Temperaturbereich? Ist der 
Tester deswegen blöd? Im Gegenteil, er hinterfragt eine mangelhaft 
definierte Anforderung.

Insofern sehe ich deine Aussage als Bestätigung, das Tester durchaus auf 
dem Niveau von Entwicklern sind, bzw. immer sein sollten.

Schönes Wochenende!

von Motzkopp (Gast)


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Schlechtes Anforderungsmgmt. durchaus, aber warum müssen die Entwickler 
die Tester bemuttern ? Die können sich mit den Anforderern rumärgern und 
alles durchdiskutieren, wie die Entwickler auch. Die Tester sollen den 
Entwicklern was erzählen und nicht umgekehrt.
Und im Falle eines Fehlers im Produktionsbetrieb sollte der Tester 
mindestens  genau demselben Stress ausgesetzt werden, wie der 
Entwickler, das ist nie der Fall.

von Dirk K. (knobikocher)


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Motzkopp schrieb:
> aber warum müssen die Entwickler
> die Tester bemuttern

Warum müssen? Wo steht, dass sie es müssen? Gibt es ein Gesetzt dazu? 
Werden die Entwickler dazu vom AG gezwungen? Warum sind denn die Tester 
"die blöden" wenn es vorgeschrieben ist?

Für mich verdichtet sich folgendes Bild:
SW fällt durch. Tester kontaktiert den Entwickler Motzkopp um das 
Problem zu lösen. Motzkopp ist aber eben ein Motzkopp und versteht dies 
als Unzulänglichkeit des Testers. Das Problem scheinen mir nicht die 
Tester zu sein, sondern jemand mit der Einstellung sich Motzkopp zu 
nennen was scheinbar Programm bei ihm ist.

Fehler machen immer nur die anderen, korrekt?

von Lukas (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Lukas schrieb:
>> Ich genieße meinen Job als SW-Entwickler fürs Testen (kurz Tester) mit
>> meinen 100k Euro pro Jahr im Konzern :-).
>
> Du bestätigst nur das, was ich bereits schrieb:
>> Anscheinend fühlst du dich in deiner Ehre als Tester verletzt, aber das
>> ändert nichts daran
>
> Ja, du bist der tollste Hecht im Teich, das wissen wir jetzt. Meinen
> herzlichen Glückwunsch dazu.
> Ich finde dein Verhalten allerdings reichlich kindisch. Ich weiß
> nämlich, was meine Tester-Kollegen verdienen, die tariflichen
> Einstufungen sind kein Geheimnis. Bei neuen Stellen sind die im Intranet
> sogar von jedem internen Mitarbeiter direkt als Teil der
> Stellenausschreibung einsehbar.

Wahrscheinlich ist die Komplexität der Produkte, die ihr herstellt sehr 
aber sehr niedrig, deshalb braucht Ihr keine Tester mit 
Ingenieurstudium.

In meiner Firma werden SW-Entwickler genauso wie Entwicklungsingenieure 
für Test mit EG15 eingestuft.

von Motzkopp (Gast)


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Dirk K. schrieb:
>
> Tester zu sein, sondern jemand mit der Einstellung sich Motzkopp zu
> nennen was scheinbar Programm bei ihm ist.
>
> Fehler machen immer nur die anderen, korrekt?

Nein, nur ich mache die Fehler und die Tester sollen mir gefälligst 
sagen welche, sonst braucht man sie nicht.

von Mitarbeiter (Gast)


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Arbeite auch "im Testing", eher software lästig. Konzern.

Die Tester die extern sind, sind oft studierte Informatiker die von sich 
selber sagen nicht das Zeug zum Entwickler zu haben und deswegen Testing 
machen. Es sind nicht unbedingt Versager, aber bisher habe ich bei einem 
von Zehn gemerkt dass er sich überhaupt (privat) für Technik 
interessiert. Die anderen machten es nur weil es in der Heimat (Indien, 
Pakistan, etc) halt gute Jobaussichten gab. Die machen das nicht aus 
Überzeugung, sondern Geld gegen Arbeitszeit. Eine Externe mit der ich 
mal zu tun hatte (aus Pakistan) war die Schande der Familie weil sie auf 
Master im Ingenieurwesen studiert hat statt Medizinerin zu werden. Wobei 
ich mich ja fragte wie sie es ohne jegliche intrinsiche Motivation für 
technische Themen durch den Master geschafft hat.


Von den Internen macht keiner mehr nur Testing sondern wird irgendwann, 
bzw recht schnell zum Koordinator für irgendwas entwickelt.


Man kann also als Testingenieur arbeiten, dann aber am besten als direkt 
Angestellter ohne Leihbude.

Reines Testing sollte man nicht langer als 2-3 Jahre machen.

von asdfjklö (Gast)


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Lothar M. schrieb:
> Warum, frage ich mich, fragen sich Leute solche Sachen erst dann, wenn
> es fast zu spät ist? Ist das Studienende so abrupt gekommen, dass du
> vorher keine Zeit hattest, darüber nachzudenken? Oder lebst du generell
> eher nur so in den Tag hinein?

Was eigentlich gar keine schlechte Eigenschaft ist. Nur in den Tag 
hinein leben meine ich. Da gibt es schon weniger Risiko auf Burnout und 
allgeimein eine große Chance auf ein stressfreies Leben.

von Lügendetektor (Gast)


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Mitarbeiter schrieb:
> Eine Externe mit der ich
> mal zu tun hatte (aus Pakistan) war die Schande der Familie weil sie auf
> Master im Ingenieurwesen studiert hat statt Medizinerin zu werden. Wobei
> ich mich ja fragte wie sie es ohne jegliche intrinsiche Motivation für
> technische Themen durch den Master geschafft hat.

Sie hat also den Master in Ingenieurwesen gemacht ohne einen Bachelor zu 
haben?
Komische Geschichte..
Des Weiteren sind Pakistaner und Inder extreme Angeber, da wird keiner 
von sich behaupten "die Schande der Familie" zu sein.
Mein Lügendetektor schlägt Alarm.

von Mitarbeiter (Gast)


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Lügendetektor schrieb:
> Sie hat also den Master in Ingenieurwesen gemacht ohne einen Bachelor zu
> haben?
> Komische Geschichte..
> Des Weiteren sind Pakistaner und Inder extreme Angeber, da wird keiner
> von sich behaupten "die Schande der Familie" zu sein.
> Mein Lügendetektor schlägt Alarm.

Glaubs, oder glaubs nicht ¯\_(ツ)_/¯

Natürlich hat sie vorher den Bachelor gemacht. Zumindest stand das in 
ihrem Lebenslauf. Hab ja auch nicht das Gegenteil behauptet.

Sie hat natürlich auch nicht wörtlich gesagt das sie "die Schande der 
Familie sei" das hab ich jetzt mal ganz mutig aus dem interpretiert was 
ich da rausgehört hab.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Nicht ueberall fuehrt einBachelor zum Master. Das ist nur seit neuem in 
den Bolognia Staaten so. Ich machte mal ein Studium... irgendwann kam 
Bolognia und mein Abschluss wurde als Master erkannt.
Desgleichen konnten, soweit ich weiss, Mediziner durchdruecken, dass sie 
gleich den Master bekommen. Die bekommen zumindest hier den Doktor 
nachgeworfen, im Sinne von einem Monat Aufwand, welchen man am Ende des 
Studiums noch rasch reindrueckt. Ohne wissenschaftliche Arbeit. Das war 
aber schon immer so. Denn ohne Doktor kommen sie bei den Deppen nicht 
als Autoritaetsperson rueber. Daher. Am Ende des Studiums bekommen die 
den Master, und die Doktorarbeit, welche vielleicht 10 Seiten betraegt 
koennen sie gleich hervorziehen.

von Z80 (Gast)


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Guten Abend zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. Ich bin bald mit dem Master fertig und 
habe im Augenblick 3 Optionen, die ich für mich gefunden habe:

- als Testingenieur
- als Röntgentechniker
- Inbetriebnahme

Etwas anderes schwebt mir nicht vor, weil ich kein Interesse an z.B. 
Karriere habe und einfach mein Geld verdienen möchte. Ich bewerbe mich 
fleißig weiter, aber im Augenblick sieht es nach der Stelle als 
Röntgentechniker aus, da ich da schon zum Vorstellungsgespräch 
eingeladen worden bin.

MfG

von Senf D. (senfdazugeber)


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Z80 schrieb:
> Etwas anderes schwebt mir nicht vor, weil ich kein Interesse an z.B.
> Karriere habe und einfach mein Geld verdienen möchte.

Das siehst du in ein paar Jahren bestimmt anders, aber dann ist der 
Karrierezug vielleicht schon für dich abgefahren. Karriere heißt auch 
deutlich mehr Geld und mehr Unabhängigkeit. Also, überlege es dir lieber 
noch einmal.

von Z80 (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Das siehst du in ein paar Jahren bestimmt anders, aber dann ist der
> Karrierezug vielleicht schon für dich abgefahren.

Glaub mir, es ist mir völlig egal, wo dieser Karrierezug hinfährt :)

von Pandur S. (jetztnicht)


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Auch inbetriebnahme ist ein guter Start. Dort lernst du, wie 
Anforderungen, verbaut in einem Geraet und ausgeubt beim Kunden nicht 
genau aufeinander passen. Die Entwickler haben ein geniales Feature 
eingebaut, dies aber dem Kunden nicht, oder nicht richtig kommuniziert. 
Der versucht damit was Anderes, was aber so nicht geht, und findest das 
Produkt Abfall, und wuerde nie mehr kaufen...
Dann ist es an dir bidirektional zu vermitteln. Und bist mitten in der 
Entwicklung.
Nur macht man diesen Job nicht zu lange. Vielleicht ein paar Jahre.

: Bearbeitet durch User
von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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M. K. schrieb:
> Aber warum solltest Du, wenn die Welt so voller spannender Dinge ist die
> man tun kann?

Natürlich, weil alles immer bedingungsfeindlicher wird! ;) Am besten 
gleich während des Studiums einen sicheren Job suchen: 
Jobcenter-Mitarbeiter, um die vielen arbeitslosen Ingenieure zu 
verwalten.

von Jo S. (Gast)


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Joggel E. schrieb:
> Testen ist sicher ein guter Anfang. Er gibt dir spezifische Einblicke in
> Produkte, welche sonst niemand hat. Sicher sehr lehrreich fuer eine
> spaetere Taetigkeit als Entwickler.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Tester später in die Entwicklung 
wechseln kann. Umgekehrt schon eher, aber das ist ein Abstieg.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Jo S. schrieb:
> Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Tester später in die Entwicklung
> wechseln kann. Umgekehrt schon eher, aber das ist ein Abstieg.

Vollkommen richtig erkannt. ?

von Pandur S. (jetztnicht)


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> Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Tester später in die Entwicklung
wechseln kann. Umgekehrt schon eher, aber das ist ein Abstieg.


Doch sicher, kein Problem. Hab ich gemacht. Denn Testen ist eine 
einfachere Arbeit, die kann man einem Unerfahrenen geben. Das Testen 
beinhaltete dann auch gleich die Reparatur, und so kommt man in die 
Materie rein. Von Bestehendem lernen war noch nie falsch. Zwischen 
Testen und Hardware Entwickeln waren allerding noch andere Jobs, in 
Software.

Was nicht geht is gleich als Absolvent entwickeln zu wollen. Mit etwas 
Glueck hat man die Grundschaltungen des Transistors begriffen. Wenn sie 
nur als Vierpole vorkamen eher nicht.

Meine Aussage ... Entwickeln kann man erst wenn man eine sehr gute 
Ahnung hat. Und die muss ja von irgendwo her kommen.

: Bearbeitet durch User
von Mark B. (markbrandis)


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Joggel E. schrieb:
> Was nicht geht is gleich als Absolvent entwickeln zu wollen.

Selbstverständlich geht das. Man bekommt eben eine kleinere Teilaufgabe 
für den Anfang, und nicht gleich die Verantwortung für ein komplettes 
Gerät.

> Meine Aussage ... Entwickeln kann man erst wenn man eine sehr gute
> Ahnung hat. Und die muss ja von irgendwo her kommen.

Ja: Durch Ausbildung/Studium und Berufserfahrung. Nichtsdestotrotz gibt 
es Aufgaben, an die man auch einen Anfänger heranlassen kann. Niemand 
wird als Profi geboren.

von Lupin (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Tester später in die Entwicklung
> wechseln kann. Umgekehrt schon eher, aber das ist ein Abstieg.

Was ist denn ein "Tester"? Meinst Du jemanden der die Testgeräte 
bedient? Na das ist kein Ing-Job.
Aber ein Testingenieur entwickelt auch, nämlich die Test-Software und 
Hardware (klar, idR kauft man sich entsprechendes Equipment, aber das 
will auch ins System integriert und dann programmiert werden). Und wenn 
man dann mit dem Produkt aus der Entwicklung, welches nur teilweise 
funktioniert, undokumentiert und nicht wirklich fertig ist arbeiten muss 
erfordert das manchmal auch ein bisschen Know-How. Selten dass man eine 
richtige/vollstände oder gar erprobte Vorgabe über die Funktionen der 
Hardware oder die durchzuführenden Prüfschritte hat.

HW/SW-Entwicklung ist da deutlich entspannter, da man da eher sein 
eigenes Ding macht und nicht auf den Mist von anderen aufbauen muss.

von Ludwig Lustlos (Gast)


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Lupin schrieb:
> HW/SW-Entwicklung ist da deutlich entspannter, da man da eher sein
> eigenes Ding macht und nicht auf den Mist von anderen aufbauen muss.

Oh Gott -eigene Ding machen- jetzt weiss man warum soviel Mist aus der 
R&D Abteilung kommt. Worum gibt man den Spezifikation und teure 
Schulungen, wenn die dann doch am ihrer eigenen Hutkrempe entlang 
entwickeln...

von Mark B. (markbrandis)


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Lupin schrieb:
> HW/SW-Entwicklung ist da deutlich entspannter, da man da eher sein
> eigenes Ding macht und nicht auf den Mist von anderen aufbauen muss.

Das mag vielleicht in kleinen Firmen so sein. In einer großen Firma hat 
man in aller Regel Vorgaben von anderen Abteilungen, an die man sich 
halten muss.

von MaWin (Gast)


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Lupin schrieb:
> HW/SW-Entwicklung ist da deutlich entspannter, da man da eher sein
> eigenes Ding macht und nicht auf den Mist von anderen aufbauen muss

Ähm.
Du hast noch nie gearbeitet, nur deine Hobbys durchgezogen ?

Ein richtiger TestIng schreibt Testprogramme und sorgt für 
automatisiertes Testen nach ISO9001, d.h. ein ein Mal gemeldeter Fehler 
tritt so nicht mehr auf.

Dazu muss er auch die reinkommenden Fehlermeldungen aufbereriten damit 
sie nachvollziehbar werden, eigentlich gehört er also auch in den first 
level support.

Ein guter TestIng ist Geld wert. Oftmals werdern aber Mittelmässige die 
nicht kreativ genug sind als Produktentwickler eben ins TestLab gesteckt 
und schlechter bezahlt.

Wenn nicht gleich ganz eingespart, soll doch nach BWL Meinung der Kunde 
das Testen übernehmen.

von Senf D. (senfdazugeber)


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MaWin schrieb:
> Ein guter TestIng ist Geld wert. Oftmals werdern aber Mittelmässige die
> nicht kreativ genug sind als Produktentwickler eben ins TestLab gesteckt
> und schlechter bezahlt.

Genauso sieht das in der Praxis aus. Wer als Entwickler leider nicht 
fähig genug ist, kann also immer noch Tester werden.
Vom Tester zum Entwickler schaffen es dagegen die wenigsten.

von Lupin (Gast)


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Ludwig Lustlos schrieb:
> Oh Gott -eigene Ding machen- jetzt weiss man warum soviel Mist aus der
> R&D Abteilung kommt. Worum gibt man den Spezifikation und teure
> Schulungen, wenn die dann doch am ihrer eigenen Hutkrempe entlang
> entwickeln...

Die Spezifikationen und Schulungen gibt es natürlich.
Bisher habe ich es aber nur so kennengelernt (auch in wirklich sehr 
großen Firmen), dass die Spezifikation geschrieben wird nachdem das 
Produkt fertig ist. Natürlich gab es zu Projektbeginn auch eine damit 
der Kunde glücklich ist, wo dann überall "tbd" oder Dinge drin standen 
die am Ende dann ganz anders umgesetzt wurden.

von Tester (Gast)


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Mark B. schrieb:
> Joggel E. schrieb:
> Testen ist sicher ein guter Anfang. Er gibt dir spezifische Einblicke in
> Produkte, welche sonst niemand hat. Sicher sehr lehrreich fuer eine
> spaetere Taetigkeit als Entwickler. Machs ein paar Jahre, bis du's
> gesehen hast. Dann mach was Neues... mehr Lohn gibt's naemlich nur bei
> einem Wechsel. Und du hast dann schon Erfahrung im Testen.
>
> Ich hab noch von keinem Tester gehört, der nach Jahren zur Entwicklung
> hin gewechselt hat. In all der Zeit hat er nämlich wenig bis gar nicht
> entwickelt. Warum sollte man ihn dann als Entwickler beschäftigen
> wollen?

Ich weiß ja nicht was du testest, aber ich schreibe als Tester 
regelmäßig 1000de lines of Code.

von Höhlentroll (Gast)


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Wer testest eigentlich die Tests?

von Tester (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Joggel E. schrieb:
> Testen ist sicher ein guter Anfang. Er gibt dir spezifische Einblicke in
> Produkte, welche sonst niemand hat. Sicher sehr lehrreich fuer eine
> spaetere Taetigkeit als Entwickler.
>
> Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Tester später in die Entwicklung
> wechseln kann. Umgekehrt schon eher, aber das ist ein Abstieg.

Bullshit. Wenn du nur Affentests machst vllt.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Tester schrieb:
> Bullshit. Wenn du nur Affentests machst vllt.

Testen ist nun einmal weniger anspruchsvoll Entwickeln, da beißt die 
Maus keinen Faden ab.
Entwickeln bedeutet, Dinge von Grund auf neu zu erschaffen.
Testen bedeutet, existierende Dinge nur noch auf ihre korrekte Funktion 
zu überprüfen.

: Bearbeitet durch User
von Fpgakuechle K. (fpgakuechle) Benutzerseite


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Senf D. schrieb:

> Testen ist nun einmal weniger anspruchsvoll Entwickeln, da beißt die
> Maus keinen Faden ab.

Nein, das kann man so nich pauschal sagen. IMHO ist Charakterlich Test 
sehr anspruchsvoll, weil es verlangt die Tätigkeit des Entwicklers in 
Frage zu stellen ohne ihn zu beleidigen. Mut zur Kritik, Selbstkritik 
und externe gehört dazu.

Von Steve Wozniak heisst es, er konnte das in einer Person machen, 
sozusagen mit sich selbst Reviews über seine Konstruktionen machen. Das 
machte ihn herausragend.

> Entwickeln bedeutet, Dinge von Grund auf neu zu erschaffen.

Das wäre die permanente Neu-erfindung des Rades, das ist eher dumm. 
Gutes Entwickeln bedeudet Re-Use, am besten von gut verifizierten 
Komponenten und so das man sie nicht 'beschädigt' oder side-effects 
einführt.

> Testen bedeutet, existierende Dinge nur noch auf ihre korrekte Funktion
> zu überprüfen.

Nicht nur, Entwickler und Tester müssen beide verstehen, was die 
korrekte Funktion ist und insbesonders der Tester darf sich nicht vom 
Entwickler beschwatzen lassen, daß das was der Entwickler gemacht hat, 
schon das richtige wäre.

Und das Equipment zum Testen ist meist auch nicht ohne, viele Entwickler 
tun sich schon mit der Bedienung eines Oszilloskopes unnötig schwer.

von djm (Gast)


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Fpgakuechle K. schrieb:
> Nicht nur, Entwickler und Tester müssen beide verstehen, was die
> korrekte Funktion ist und insbesonders der Tester darf sich nicht vom
> Entwickler beschwatzen lassen, daß das was der Entwickler gemacht hat,
> schon das richtige wäre.

Richtig, der Tester muss das Was verstehen, aber eben nicht das Wie. 
Daher existiert da schon ein großer Knowhow-Gap.

von Senf D. (senfdazugeber)


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djm schrieb:
> Richtig, der Tester muss das Was verstehen, aber eben nicht das Wie.
> Daher existiert da schon ein großer Knowhow-Gap.

Ja. Der Tester hat nur den vereinfachten Blick von außen und weiß nichts 
über die Komplexität innendrin.

von Ludwig Lustlos (Gast)


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Senf D. schrieb:
> djm schrieb:
>> Richtig, der Tester muss das Was verstehen, aber eben nicht das Wie.
>> Daher existiert da schon ein großer Knowhow-Gap.
>
> Ja. Der Tester hat nur den vereinfachten Blick von außen und weiß nichts
> über die Komplexität innendrin.

Die oft unnötig ist, weil der Entwickler wieder mal das Rad neu erfinden 
wollte. Naja manche kommen erst nach Jahrzehnten im Job drauf, das 
"Komplexität" etwas ist, was man vermeiden sollte: - "Keep it simple, 
stupid!"

https://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip

von djm (Gast)


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Selbst wenn ich es so simpel wie möglich mache, ändert es nichts an der 
Tatsache, dass der Tester immer mit weniger Komplexität umgehen muss.

von Mark B. (markbrandis)


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Tester schrieb:
> Ich weiß ja nicht was du testest, aber ich schreibe als Tester
> regelmäßig 1000de lines of Code.

Dann scheinst Du auf einer sehr niedrigen Ebene zu testen (Modultests). 
Das machen hier in der Firma die Entwickler selbst. Die Tester von der 
anderen Abteilung kommen erst ab der Ebene Integrationstest und 
funktionale Tests dazu, und dafür schreiben sie keinen Code selbst.

von Ludwig Lustlos (Gast)


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djm schrieb:
> Selbst wenn ich es so simpel wie möglich mache, ändert es nichts an der
> Tatsache, dass der Tester immer mit weniger Komplexität umgehen muss.

Nope, die Applikation bestimmt den Grad der Komplexität und die 
Anwendung ist ja für Entwickler und Tester gleich.

Aber Natürlich kann der Entwickler die Lösung komplezierter machen als 
eigentlich nötig. Und natürlich bringen schlecht gewählte und schlecht 
verstandene Entwicklungstools Probleme mit mit denen sich nur der 
Entwickler auseinanderstezen muß. Dafür ht aber auch der Tester seine 
ganz eigene Schlachten zu schlagen, von denen der Entwickler nicht 
mibekommt.

Schaut man auf Studien zum Testanteil bei Softwareprojekten, kommt man 
schon mal  auf 20% bis 70%, also in Bereiche, wo im Vergleich der 
Entwicklungsaufwand geringer ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Testaufwand

Und insbesonders in kritischen Bereichen wie Luftfahrt liegt der 
Schwerpunkt eindeutig auf Test (Qualifikation) und Spezifikation, das 
eigentliche Coden (Entwicklung) schrumpft zu einem eher marginalen 
Abschnitt.

von Erich (Gast)


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Mark B. schrieb:
> ab der Ebene Integrationstest und
> funktionale Tests dazu, und dafür schreiben sie keinen Code selbst.

Ach,
und wer erstellt dann die Scripte für die Prüfaufbau?
Werden die CAN-Botschaften mit einem Wassertrichter aus einer Gießkanne 
reingeschüttet?
Und den Vergleich von erwarteten Werten mit separat erfassen externen 
Meßwerten macht der Hausmeister?

von Senf D. (senfdazugeber)


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Erich schrieb:
> Und den Vergleich von erwarteten Werten mit separat erfassen externen
> Meßwerten macht der Hausmeister?

Das macht ein Diff-Tool. So einfach ist das. Nicht gerade 
Raketenwissenschaft.

von Ludwig Lustlos (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Erich schrieb:
>> Und den Vergleich von erwarteten Werten mit separat erfassen externen
>> Meßwerten macht der Hausmeister?
>
> Das macht ein Diff-Tool. So einfach ist das.

Nein, ein Difftool wie
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Dateivergleichsprogrammen

ist nicht geeignet um bspw. die Ergebnisse eines Klima-Tests von 
Embedded Elektronik automatisiert zu bewerten.

Wahrscheinlich haste nur eine sehr rudimentäre Kenntnis von den 
Tätigkeiten eines Testingenieurs. Da mal zur Nachhilfe ein Handbuch für 
Zuverlässigkeitstest
http://everyspec.com/MIL-HDBK/MIL-HDBK-0700-0799/MIL_HDBK_781A_1933/.

von Mark B. (markbrandis)


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Erich schrieb:
> Ach, und wer erstellt dann die Scripte für die Prüfaufbau?

In unserem Fall gibt es eine Simulation mit LabView, die von einer 
externen Firma betreut wird.

> Werden die CAN-Botschaften mit einem Wassertrichter aus einer Gießkanne
> reingeschüttet?

Das macht die Simulation.

> Und den Vergleich von erwarteten Werten mit separat erfassen externen
> Meßwerten macht der Hausmeister?

Das macht sinnvollerweise ein Skript, wenn es automatisierbar ist, oder 
eben ein Mensch wenn es nicht automatisierbar ist. Und wenn es ein 
Mensch macht, braucht es auch keinen Code dazu. ;-)

von wer (Gast)


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Mark B. schrieb:
> Erich schrieb:
>> Ach, und wer erstellt dann die Scripte für die Prüfaufbau?
>
> In unserem Fall gibt es eine Simulation mit LabView, die von einer
> externen Firma betreut wird.
>
>> Werden die CAN-Botschaften mit einem Wassertrichter aus einer Gießkanne
>> reingeschüttet?
>
> Das macht die Simulation.
>
>> Und den Vergleich von erwarteten Werten mit separat erfassen externen
>> Meßwerten macht der Hausmeister?
>
> Das macht sinnvollerweise ein Skript, wenn es automatisierbar ist, oder
> eben ein Mensch wenn es nicht automatisierbar ist. Und wenn es ein
> Mensch macht, braucht es auch keinen Code dazu. ;-)

Wow... wird hier eine Scheiße geschrieben. Die Klitschen Ingis, die nur 
vorgefertigtes nutzen und von Tuten und Blasen keine Ahnung haben 
sabbern wieder das Forum zu.

"Hey... wir Ingis, deren Produkte nur 2Monate halten brauchen keine 
Testingenieure!" :D

von Jo S. (Gast)


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Jo S. schrieb:
> Joggel E. schrieb:
>> Testen ist sicher ein guter Anfang. Er gibt dir spezifische Einblicke in
>> Produkte, welche sonst niemand hat. Sicher sehr lehrreich fuer eine
>> spaetere Taetigkeit als Entwickler.
>
> Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Tester später in die Entwicklung
> wechseln kann. Umgekehrt schon eher, aber das ist ein Abstieg.

Meine Antwort bezieht sich ausschließlich auf den Text von Joggel E. und 
nur auf mein nahes berufliches Umfeld.

"Tester" führen Funktionstests nach Vorgaben der Entwickler durch, d.h. 
sie unterstützen diese. Sie gehören zur Entwicklungsabteilung, ihre 
Berufsbezeichnung ist Entwicklungstechniker, da die allermeisten von 
ihnen st. gepr. Techniker sind. Ihre Funktionsbezeichnung lautet 
Funktionstester.

Wenige von ihnen haben sich zuvor als Entwicklungsingenieur erprobt, 
sind dann aber wegen persönlicher Schwächen* ins Testen gewechselt. Als 
Entw.-Ing. (Absolvent) in EG10(Bayern) gestartet und dann als Tester in 
EG9 abgestuft. Die Techniker beginnen als Berufsanfänger in EG8.
*) fehlendes Durchhaltevermögen, unsicher, unzuverlässig, unbeständig, 
schwache Teamfähigkeit/Kooperationsbereitschaft, halten Termine nicht 
ein, etc.

Selbstverständlich gibt es auch viele anspruchsvolle und vor allem 
verantwortungsvolle Aufgaben für Testingenieure, deren Versagen auch 
sehr große Unternehmen in den Ruin treiben könnte.

Die Spannbreiten sind sehr weit. Auch bei der Entwicklung gibt es große 
Niveauunterschiede von einfach bis hoch komplex.

@Fragensteller  Tester für was?

Wünsche uns allen bald wieder sommerliches Wetter!   ;)   :)

  Jo S.

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