Batteriesäure für andere Zwecke?

#6369355
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Wer bin ich?  . schrieb:
> Ich bin kein Chemiker
Ich schon.

> Platinen ätzen kann man damit sowieso nicht?
Nicht komfortabel. In der Konzentration greift Schwefelsäure (was 
Batteriesäure ist) Kupfer nicht an - aber ungefähr alles andere. 
Aufkonzentrieren geht nicht so einfach (Destillation tut nicht; 
Azeotrop).

Mit ordentlich Langeweile:
Konkreten Gehalt bestimmen, teilneutralisieren und als 
Natriumhydrogensulfat kristallisieren. Damit dann Elektrolyse zu 
Natriumpersulfat zum Platinenätzen ... lohnt aber wirklich nicht.

> Bleisäure
Gibt es so nicht. PbSO4, was das Reaktionsprodukt von Blei und 
"Batteriesäure" ist, also in gebrauchter, nicht aber in frischer 
Batteriesäure drin ist, ist "ein toter Hund" (chemisch gesehen; schön 
giftig und umweltschädlich).

Wenn das gebrauchte Batterisäure ist, bitte ordnungsgemäß entsorgen und 
ansonsten bitte mindestens ordnungsgemäß lagern (je nachdem, die alt die 
Plastik?-Flasche und deren Deckel ist, kann das schnell zu einem See auf 
und einem Loch im Boden führen.
#6369377
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Wer bin ich?  . schrieb:
> aber Platinen ätzen kann man damit sowieso nicht?

Kann man, ähnlich dem Salzsäure/Wasserstoffperoxid Ätzprozess, aber mit 
Pech geht der Photolack auch gleich mit runter.

Dennoch ist 38% Schwefelsäure eine nützliche Grundchemikalie die man 
nicht wegwirft. Immerhin ist deine Batteriesäure wohl nicht aus alten 
Akkus rausgelaufen, sondern neue in technischer Qualität.

Man nutzt es als Elektrolyt, um Aluminium elektrolytisch zu eloxieren, 
oder Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten ohne daß dabei 
Chlor entsteht, zum Beizen von Stahl (z.B. Entrosten oder nach dem 
Schweissen), als pH-Senker im Schwimmbad oder zum Ansäuern von Gülle zur 
Verwendung in Biogasanlagen.

Für schöne chemische Experimente ist sie noch nicht konzentriert genug, 
bei 350 GradC kannst du sie aber bis 98% aufkonzentrieren.

Einfache Experimente wie Sulfate erzeugen (Kupfersulfat, Aluminiumsulfat 
etc.) geht aber gut.
#6369391
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Wer bin ich?  . schrieb:
> Und für andere interessante chemische Prozesse um an einen bestimmten
> Stoff ranzukommen?

Ich sag mal so: H₂SO₄ wurde uns damals als „Das Blut der Chemie“ 
vorgestellt. Man kann sehr viele Sachen damit machen, nicht zuletzt 
natürlich auch die Gewinnung einer gewissen Stickoxidsäure aus deren 
Salzen. Auch ist’s ein prima Trockenmittel für alles Mögliche.

Allerdings ist Batteriesäure a) um die 37% und müsste daher mit hohem 
Energieaufwand aufkonzentriert werden, und b) von nur technischer 
Reinheit, was bedeutet, es könnten Sachen drin sein, die man in anderen 
chemischen Reaktionen nicht möchte (schon gar nicht in solchen mit 
besagter Stickoxidsäure). Andererseits könnte man das Aufkonzentrieren 
dann noch einen Schritt weitertreiben, wenn man’s eh schon auf 
Temperatur hat, und das Zeugs selbst destillieren – spätestens das ist 
aber auch die Stelle, wo man sich einfacher ’ne Flasche 96% kaufen geht.

Nachtrag: Wenn man allerdings schon fragen muss, was man damit machen 
könnte, sollte man tunlichst die Finger davon lassen, das irgendwie 
aufkonzentrieren oder sonstwie verwursten zu wollen. Der Stoff ist recht 
unangenehm bei Berührung, insbesondere in höheren Konzentrationen 
oder/und bei höheren Temperaturen.
#6369425
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Wer bin ich?  . schrieb:
> Kann man Batteriesäure irgendwie für andere Zwecke verwenden außer für
> Autobatterie?

Frische Batteriesäure: Ich mach damit Chip-Decapping Experimente auf ner 
Hot Plate. Bis auf die Passivierungsschicht auf dem Silizium greift die 
heiße Säure so ziemlich alles an. Die Chips sind nicht mehr funktional 
aber für optische Analyse taugen sie noch.
Das ist aber eher eine Spezialanwendung und nichts, das man auf dem 
Küchentisch machen sollte ;-)

Deine Säure würde ich auch eher entsorgen, besonders aufgrund der 
Verunreinigungen. Wenn du wirklich welche brauchst, dann kauf dir 
frische.
#6369607
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Wolle G. schrieb:
> "Stickoxidsäure" noch nie gehört. Oder ist das eine "neue" Nomenklatur?

Das ist ’ne Umschreibung, zugegebenermaßen keine korrekte – lässt sich 
nicht direkt aus NO₂ darstellen, zersetzt sich aber zu dem Dioxid und 
Wasser, „Dioxidohydroxidostickstoff“ erschien mir zu lang, und den 
bekannteren Namen wollte ich hier rauslassen, um nicht gewisse Leute 
anzulocken, wonach der Thread dann wahrscheinlich verschwinden würde.

Wolle G. schrieb:
> Sicher?  Bei einer Konzentation von 38% schwer vorstellbar.

Sicher, ja – nach dem Aufkonzentrieren.

Jack V. schrieb:
> Auch ist’s ein prima Trockenmittel für alles Mögliche.
>
> Allerdings ist Batteriesäure a) um die 37% und müsste daher mit hohem
> Energieaufwand aufkonzentriert werden,
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #6370081
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Andreas B. schrieb:
> ● J-A V. schrieb:
>> man kann die Säure noch für Galvanikexperimente nutzen.
>
> Man sollte Schwefelsäure eben NICHT für irgendwelche Experimente nutzen
> wenn man davon keine Ahnung hat. Das Zeug macht überall schöne kleine
> Löcher in die Kleidung. Wenn man nicht aufpasst, auch in die Augen.
> Daher nochmal: -> Wertstoffhof.


All die Platinen-Ätzer sind jetzt ach so tolle Chemie-Experten?
All diesen Hobbylogen gesteht man die Kenntnis
über ätzende Stoffe ja auch zu!

So wie man mit Platinen-Chemikalien umgeht,
sollte das ja wohl mit Akkusäure dann auch kein Problem sein!
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #6370179
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Andreas B. schrieb:
> ● J-A V. schrieb:
>> So wie man mit Platinen-Chemikalien umgeht,
>> sollte das ja wohl mit Akkusäure dann auch kein Problem sein!
>
> Eben nicht. Ich habe zufälligerweise Chemie studiert, das mit den
> Platinenätzern kannst Du also stecken lassen.
> Schwefelsäure ist nochmal ein anderes Kaliber.

Anderes Kaliber...
NaOH oder Eisenchlorid will man auch nicht auf der Haut
oder in den Augen haben. Dann Persulfat...

Ich erwarte somit von Dir, dass Du
bitte ab jetzt bei JEDEM genauso warnend ankommst,
der hier etwas in Sachen Platinen-Ätzen machen will.
#6370255
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● J-A V. schrieb:
> Anderes Kaliber...
> NaOH oder Eisenchlorid will man auch nicht auf der Haut
> oder in den Augen haben. Dann Persulfat...

Mit Fe-III-chlorid kannst Du Dich einschmieren. Da passiert nicht viel.
NaPersulfat ist auch noch recht harmlos.
NaOH ist aber ebenfalls ein anderes Kaliber.

Achim B. schrieb:
> Ins Auge geschmiert hab ichs mir noch
> nicht. Halte ich für nicht notwendig.

Na, ja. Einmal umgefüllt, winzige Tröpfchen spritzen hoch und dann hast 
Du das in den Augen. Bei Fe-III-chlorid oder NaPersulfat hält sich das 
dann noch in Grenzen. Bei NaOH oder gar Schwefelsäure sieht es schon 
etwas anders aus.

● J-A V. schrieb:
> Ich erwarte somit von Dir, dass Du
> bitte ab jetzt bei JEDEM genauso warnend ankommst,
> der hier etwas in Sachen Platinen-Ätzen machen will.

Es ist ein Unterschied ob hier irgendwelche Leute Platinen ätzen oder 
jemanden, der keine Ahnung hat, empfohlen wird irgendwelche Experimente 
mit Schwefefelsäure zu machen.
Was Du da in Deiner Stube treibst ist mir egal aber laß bitte solche 
Empfehlungen.
#6370293
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● J-A V. schrieb:
> ebenso habe ich je Schwefelsäure auf die Haut bekommen.

Ich schon. Als winzige Tropfen. Das gemeine daran ist: Man merkt es erst 
später.
Auch die berühmten kleinen Löcher durch Minitröpfchen auf der Kleidung 
siehst Du erst nach dem Waschen. Und nein, das war dann nicht die 
Waschmaschine.
Was NaOH betrifft: Dort sind Verätzungen sehr ekelhaft. Nicht zuletzt 
deshalb weil es eine Weile dauert, bis Du das NaOH unter fließenden 
Wasser wegbekommen hast. Gleiches gilt für Schwefelsäure.

● J-A V. schrieb:
> Ich meinte ja nicht, dass man ohne Schutz arbeiten soll.
> Natürlich wurde DAS jetzt garantiert wieder so verstanden.

Das nicht unbedingt aber es ist ein Unterschied ob man jetzt solche 
Chemikalien notwendigerweise (mit Schutzmaßnahmen) verwendet oder ob man 
Experimente damit macht. Dann sollte man schon wissen was man tut.
#6370604
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Auf Jeans ergibt sich dac schicke "stone-washed" design ganz ohne 
Steine.

Und mit Salpetersäure gemischt (Nitriersäure) kann man Schießbaumwolle 
herstellen. In den alten Römpp Experimentierbüchern war das noch 
beschrieben, später schlug die political correctness zu. Haben wir noch 
gefährlich gelebt!
https://de.wikipedia.org/wiki/Cellulosenitrat
https://de.wikipedia.org/wiki/Nitriers%C3%A4ure
#6370639
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… das wollte ich eigentlich rausgehalten haben, siehe oben.

Nun ja – wenn’s schonmal da ist: für Schießbaumwolle reicht es 
glücklicherweise nicht, die Stoffe zusammenzukippen und umzurühren. 
Damit bekommt man allenfalls gering nitrierte Zellulose, 
wahrscheinlicher aber eher den hübschen, höchst giftigen, rotorangenen 
Nebel, und zwar viel davon.
(Firma: مهندس) #6370760
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Jack V. schrieb:
> „Dioxidohydroxidostickstoff“ erschien mir zu lang, und den bekannteren
> Namen wollte ich hier rauslassen, um nicht gewisse Leute anzulocken ...
Na, DAS ist doch wohl kein Geheimnis, HNO3 steht in jedem Chemiebuch 
oder Chemie ab Realschule aufwärts.

In den alten Chemiebaukästen für Jugendliche wurde auch die Herstellung 
von Schießbaumwolle erklärt - das fällt heutzutage flach wegen 
'political correctness'.

Schwefelsäure ist ziemlich gemein: beim Autobasteln ein Hauch auf die 
Finger ... und die Hemden & Hosen zerfallen dann erst nach ein paar 
Tagen.
#6370896
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Mohandes H. schrieb:
> Schwefelsäure ist ziemlich gemein: beim Autobasteln ein Hauch auf die
> Finger ... und die Hemden & Hosen zerfallen dann erst nach ein paar
> Tagen.

Muss nicht sein. Vor sehr langer Zeit wollte ich mit einem Kumpel ins 
Kino, der nachmitrags noch ein bisschen geschraubt hatte. In der S-Bahn 
saß er auf einmal recht freizügig bekleidet da. Wir wurden weder 
gesteinigt noch festgenommen; damals kam man mit so etwas noch davon.
Gast #6379169
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> Batteriesäure für andere Zwecke?

Die betreffende hat die Summenformel H2SO4 (Bleiakku).
Mein damaliger Prof. für "Grundlagen der Elektrotechnik" (sic!)
verkündete, diese Säure sei ideal:
Eine Badewanne voll davon, und man könnte ALLE(S) missliebige
(jeden Sondermüll; alle lästigen Gläubiger/Innen, Erbschleicher/Innen, 
Schwiegermütter/Väter, Volksverräter/Innen uvm.)
völlig rückstandsfrei entsorgen!

Aktuell wäre das doch eine Option für (d.h.: gegen) sämtliche
Klimaleugner/Innen, Coronavidiot/Innen, Falschwähler/Innen und sonstige
Ewiggestrige/Innen ...
#6379416
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U. B. schrieb:
> Eine Badewanne voll davon, und man könnte ALLE(S) missliebige
> (jeden Sondermüll; alle lästigen Gläubiger/Innen, Erbschleicher/Innen,
> Schwiegermütter/Väter, Volksverräter/Innen uvm.)
> völlig rückstandsfrei entsorgen!

Das kommt bei raus, wenn man sein Wissen aus billigen Romanen und/oder 
Fernsehserien bezieht :|
#6379454
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Andreas B. schrieb:
> Für conc. H2SO4 kannst Du das glauben. Etwas K-chromat rein und es wird
> perfekt. Mit Batteriesäure wird es so wohl nicht funktionieren.

Die löst eben nicht „alles“. So bleiben beispielsweise viele Kunststoffe 
intakt, und von „rückstandsfrei“ kann bei organischem Material ja wohl 
auch keiner reden, der mal tatsächlich gesehen hat, was damit passiert.
#6379463
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Also für mich schließt „ALLE(S)“ alles mit ein. Und wie gesagt: von 
„rückstandsfrei“ kann bei den wenigsten Sachen die Rede sein. Alles 
andere wird ’ne ganz hässliche Sauerei. Aber in billigen TV-Serien und 
Romanen und so wird’s halt so dargestellt, als würde sich so Kram 
tatsächlich einfach und sauber in Säure auflösen. Daher mein Beitrag 
oben.

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