Forum: HF, Funk und Felder Borkohle- Schichtwiderstand- gewendelt oder nicht ?


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von Edi M. (edi-mv)


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Hallo HF- Freunde,

Ich habe ein Frequenzgang- Problem in einem sehr alten Röhren- HF- 
Generator 150-230 MHz aus DDR- Zeiten, 60er Jahre.
Der (Gegentakt-) Oszillator war infolge durchgeschlagener 
Keramikkondensatoren defekt, ich mußte zwei abgebrannte Widerstände in 
den Anodenkreisen wechseln.
Bei Nachgleich- Messungen stellte ich jetzt fest, daß der Frequenzgang 
schlecht ist, dieser sollte absolut geradlinig sein, hat aber "Berge" 
und "Täler" im Bereich 1-3 dB.

Eine Amplitudenregelung (Gewinnung einer Regelspannung, 
Regelspannungsverstärkung, Regelung wirkt über die Anodenspannung) ist 
nicht in der Lage, dies auszugleichen. Ohne Regelung ist die 
Frequenzgang- Kurve genau gleich, die Amplitude höher, aber nun sind die 
Differenzen sogar sehr groß.

Die originalen Widerstände waren laut Unterlagen Borkohle- 
Schichtwiderstände B- TGL 4634, 5,1 KOhm, 1 Watt, Toleranz 5%, ich setze 
normale Typen ein.
Eine induktionsarme Ausführung ist NICHT angegeben.

Ist eine Weile her, die abgebrannten Widerstände habe ich leider 
weggeschmissen, ist auch nicht sicher, ob man was hätte sehen können, 
die waren total verkohlt.
(Deswegen wohl "Borkohle"...)

Eine zweite Generator- Baugruppe hatte den gleichen Fehler, auch hier 
wechselte ich die gleichen Widerstände. Der Frequenzgang ist hier 
ebenfalls nicht gerade, aber der Generator ist in der Frequenz tiefer 
(50-150 MHz).

Ursache waren in einem Fall durchgeschlagene Keramik- Kondensatoren, die 
habe ich natürlich getauscht, im zweiten Fall die Röhre.

Da sonst alles einwandfrei funktioniert, halte ich es noch für möglich, 
daß der Fehler an der Wendelung der Widerstandsschichten liegt, diese 
könnte im Anodenkreis Resonanzen verursachen.

In dem Gerät sind in den Präzisions- Ausgangsspannungsteilern 
Metallschichtwiderstände verwendet worden, die sind laut Unterlagen 
ungewendelt, diese sind aber nur im Ohm- Bereich.

Ich habe leider keine Spezifikation der B- TGL 4632.
Weiß jemand, ob diese Borkohle- Schichtwiderstände ungewendelt waren ?

: Bearbeitet durch User
von Günter Lenz (Gast)


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von Edi M.schrieb:
>Bei Nachgleich- Messungen stellte ich jetzt fest, daß der Frequenzgang
>schlecht ist, dieser sollte absolut geradlinig sein, hat aber "Berge"
>und "Täler" im Bereich 1-3 dB.

Vielleicht hat dein Meßkabel Resonanzen oder Stehwellen.
Ist das Meßkabel mit dem Wellenwiderstand am Ende abgeschlossen?

Die Schaltung kenne ich und habe sie schon selber experimentell
aufgebaut. Die Röhre erzeugt bei dieser Schaltung selber ihre
eigene Regelspannung durch Gittergleichrichtung.

von nachtmix (Gast)


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Edi M. schrieb:
> Eine induktionsarme Ausführung ist NICHT angegeben.

Wird man aber bei so einer Geschichte annehmen können.
Wissentlich ist mir Borcarbid als Widerstandsmaterial allerdings noch 
nicht untergekommen.

von michael_ (Gast)


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Borkohle sagt mir etwas.
Ich weiß, dass die bei gleicher Bauform die doppelte Leistung abkonnten.
Gegenüber normalen Kohlewiderständen.
Und so ein Widerstand wurde am Zeilentrafo eingesetzt.
Kann gut möglich sein, dass er aufgrund niedriger Induktivität dort bei 
etwas höherer Frequenz nötig war.
In meiner Erinnerung sah er braun aus und war gewendelt.
Vielleicht weniger als die Normalen.

von Edi M. (edi-mv)


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Günter Lenz schrieb:
> Vielleicht hat dein Meßkabel Resonanzen oder Stehwellen.
> Ist das Meßkabel mit dem Wellenwiderstand am Ende abgeschlossen?

Ja. Das Gerät hat selbst intern perfekte Abschlüsse, koaxiale 
Präzisions- Spannungsteiler.
Die Kontrolle erfolgt durch das Gerät selbst- es gibt dazu eine 
Meßstellung des Betriebsartenschalters.

Eine Messung mit einem Tastkopf (Zubehör des Gerätes) bestätigt den 
mangelhaften Frequenzgang.

> Die Schaltung kenne ich und habe sie schon selber experimentell
> aufgebaut. Die Röhre erzeugt bei dieser Schaltung selber ihre
> eigene Regelspannung durch Gittergleichrichtung.

Das reichte den Entwicklern nicht- die Ausgangs- HF wird, wie 
beschrieben, in einem präzisen Koaxial- Gleichrichterkopf 
gleichgerichtet und eine Regelspannung erzeugt, die die Anodenspannung 
beeinflußt.

von michael_ (Gast)


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Edi M. schrieb:
> Die originalen Widerstände waren laut Unterlagen Borkohle-
> Schichtwiderstände B- TGL 4634, 5,1 KOhm, 1 Watt, Toleranz 5%, ich setze
> normale Typen ein.

Die Werte kommen mir irgendwie bekannt vor.
In deinem Fundus hast du sicher alte DDR Zeilentrafos (SW?).
Wie gesagt, die sahen braun aus und hatten die Kappen mit den 
Blechstreifen.

von Edi M. (edi-mv)


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michael_ schrieb:
> In deinem Fundus hast du sicher alte DDR Zeilentrafos (SW?).

Leider nein, schon lange nicht mehr- was ich hatte, habe ich schon vor 
Jahrzehnten verbaut. Und wenn ich nochmal an die Baugruppen rangehen 
sollte, weil sich herausstellt, daß die genannten Original- Widerlinge 
ungewendelt sind, würde ich auch 4 Ersatzwiderstände benötigen, dann 
würde ich natürlich alle 4 tauschen.

von Hp M. (nachtmix)


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Edi M. schrieb:
> Das reichte den Entwicklern nicht- die Ausgangs- HF wird, wie
> beschrieben, in einem präzisen Koaxial- Gleichrichterkopf
> gleichgerichtet und eine Regelspannung erzeugt, die die Anodenspannung
> beeinflußt.

Eine solche Leistungsstabilisierung sollte allerdings jegliche Allüren 
des Oszillators beseitigen.

Evtl. hast du doch einen systematischen Fehler in deinem Meßaufbau, oder 
diese Stabilisierung funktioniert nicht.

P.S.:

Günter Lenz schrieb:
> Vielleicht hat dein Meßkabel Resonanzen oder Stehwellen.
> Ist das Meßkabel mit dem Wellenwiderstand am Ende abgeschlossen?

Oder das Kabel passt nicht zum Abschluss.
Kommerzielle Meßtechnik hat meist 50 Ohm, Antennentechnik 75 Ohm.

: Bearbeitet durch User
von Edi M. (edi-mv)


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Hp M. schrieb:
> Eine solche Leistungsstabilisierung sollte allerdings jegliche Allüren
> des Oszillators beseitigen.
>
> Evtl. hast du doch einen systematischen Fehler in deinem Meßaufbau, oder
> diese Stabilisierung funktioniert nicht.
>
> P.S.:
>
> Günter Lenz schrieb:
>> Vielleicht hat dein Meßkabel Resonanzen oder Stehwellen.
>> Ist das Meßkabel mit dem Wellenwiderstand am Ende abgeschlossen?
>
> Oder das Kabel passt nicht zum Abschluss.
> Kommerzielle Meßtechnik hat meist 50 Ohm, Antennentechnik 75 Ohm.

Ich grüble auch schon, bisher ging mir noch kein Licht auf.

Es gibt kein Meßkabel für die Eigenmessung. Die ist komplett integriert.

Das Gerät kann auch mit einem zweiten Meßkopf die Ausgangsspannung 
messen, da ist dann ein Kabel nötig, das Originalkabel dafür ist 
vorhanden, ein fingerdickes Kabel, etwa 30cm lang. Das Ergebnis ist 
exakt gleich.

Beide genannten Kontrollen/ Messungen haben immer einen eigenen 
Abschlußwiderstand an Bord- bei der alten Maschine sind es noch 60 Ohm.

Ein Fehler in der Stabilisierung wäre eine Möglichkeit. Habe ich auch 
schon daran gedacht, aber komme da nicht weiter.

Der Oszillator wird 50mal/Sek. durchgestimmt.
Wenn die Regelung nicht schnell genug mitkommt, könnten Anstiege und 
Einbrüche möglich sein.

In der Regelung ist eine Koaxialdiode als Richtspannungserzeuger drin.
Die war defekt, habe ich getauscht, allerdings OA603 original, gegen 
OA604, diese sind nahezu identisch, der geringe Unterschied des 
Richtstroms bei 3 GHz dürfte bei Frequenzen um 100 MHz eher keine Rolle 
spielen.

Datenblatt:
https://hjs.lima-city.de/DDR/index.php?gif=OA603

Die Amplitude der HF wird an der Regelstufe nur mit einem Steller 
eingestellt, auf 1,4 V Uss. Das funktioniert. Jedoch kann sie 
offensichtlich die Ua nicht über den Bereich stabilisieren.
Auch bei geringstem Hub sind die Unregelmäßigkeiten nachzuweisen.

Es gibt außer der Siebung der Richtspannung zur Regelung keine 
zeitbestimmenden Glieder, die die Regelung träge machen. Die 
Kondensatoren dort sind bereits ersetzt.

Wie geschrieben, mit deaktivierter Regelung ist die Amplitude hoch, mit 
sehr hohen Differenzen zw. Bergen und Tälern, eine total unbrauchbare 
Kennlinie.

: Bearbeitet durch User
von Ralph B. (rberres)


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Bei Mouser gibt es 0,5W Kohlemassewiderstände.

https://www.mouser.de/Passive-Components/Resistors/Carbon-Composition-Resistors/_/N-5g9p?P=1yzbppyZ1yzeg5u

man könnte statt 5,1Kohm 2 Stück 2,4Kohm oder 2,7Kohm in Reihe schalten.

Ralph Berres

von Bernd (Gast)


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Borkohlewiderstände(Roter Lack) hatten eine höhere Leistung als normale 
Kohleschichtwiderstände(Grüner Lack).
Da der Borkolewiderstand heißer werden durfte, aber der rote Lack das 
nicht verkraftete, sah er nach einiger Zeit in der Mitte schwarz aus. 
Der funktioniert aber noch immer, obwohl er durchgebrannt aussah. Mit 
der Zeit brannten die aber dann doch wegen fehlendem Schutzlack ab.
Die wurden nicht lange produziert. Das war eine Fehlentwicklung genauso 
wie die Gewaplastkondensatoren.

Das hat aber nichts mit gewendelt oder nicht zu tuen.
Meiner meinung nach spielt es keine Rolle , ob die Anodenwiderstände 
gewendelt oder nicht sind.
Schalte doch mal Jeden eine kleine kleine Drossel 5Wdg in 
Widerstandsdurchmesser Plusseitig in Reihe - wird es dann schlechter ?

Viele Grüße
Bernd

von Bernd (Gast)


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Nachtrag,
die Widerstände und Drosseln sollten aber die richtige Einbaulage haben, 
so daß sie nicht induktiv mit den Schwingkreis koppeln.

Viele Grüße
Bernd

von michael_ (Gast)


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Bernd schrieb:
> Da der Borkolewiderstand heißer werden durfte, aber der rote Lack das
> nicht verkraftete, sah er nach einiger Zeit in der Mitte schwarz aus.
> Der funktioniert aber noch immer, obwohl er durchgebrannt aussah. Mit
> der Zeit brannten die aber dann doch wegen fehlendem Schutzlack ab.

Das kam mir auch noch in den Sinn.
Ob sie wirklich defekt waren?

von Ralph B. (rberres)


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was man vielleicht probieren könnte wäre eine 6lochdrossel in Reihe zu 
den 5,1Kohm Widerstände zu schalten. Dieses Ferritmaterial hat eine hohe 
Dämpfung und sperrt hohe Frequenzen recht breitbandig, ohne dabei 
ausgeprägte Resonanzen zu erzeugen.

Ralph Berres

von Edi M. (edi-mv)


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Danke für die Hinweise.

Die EInbaulage ist vorgegeben- Leiterplatte. Da koppelt nichts anders 
als vorher.

Das mit einer Drossel habe ich auch schon überlegt- Problematisch aber, 
da ranzukommen, sehr eng, die komplette Baugruppe ist abzulöten ind 
abzuschrauben. Aber möglich. Wenn alle Stricke reißen- werde ich das 
testen.

Auch Dank für den Hinweis auf Kohlemassewiderstände- das Gerät enthält 
etliche ungewendelte.
Und ich habe an dieser Stelle auch nicht die Ansprüche der Audiofreunde, 
die solche Bauteile verabscheuen.

Ja, die ollen Kohledinger waren verkohlt, UND die Kohleschicht 
hochohmig- die Stufen waren komplett ausgefallen.

Die Dinger haben 56 Jahre Brutzelzeit gehabt, irgendwann waren sie gar.

Es gibt noch einige Sachen, die ich testen muß- Relaiskontakte nennt der 
Hersteller selbst. Leitungen wären zu prüfen, und in einer folgenden 
Verstärkerstufe fand ich einen "abben Draht" an einer Spule (!), und der 
sogar von seiner Lötstelle ein Stück entfernt- was ich nun gar nicht 
verstehe.

Da das Gerät noch vor Monaten einwandfrei funktionierte, muß sich etwas 
geändert haben.
In der anderen Stufe bekam ich den Frequenzbereich nach Wechsel der 
Gitter- Keramikkondensatoren (zerfallen) nicht hin- ich hatte statt 
Keramikscheiben solche in Röhrchenform, gleiche Kapazität, verwendet.
Oszillator riß unten ab. NAch Verwendung je zweier Scheiben (wegen der 
Kapazität: Soll 25 pF, Röhrchen 25 pF, Scheiben jetzt 22 + 3,3 pF) ging 
es.
Das Röhrchen war lang, und bildete vielleicht eine Parasitärkapazität 
gegen irgendwas.

Ich bleibe dran.

von Edi M. (edi-mv)


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Die Frage hat sich erledigt, es gibt einen dritten Oszillator gleicher 
Schaltung, die Widerstände sehr weit hinter ihrer Leiterplatte.
Mit einem Zahnarzt- Lupenspiegel konnte ich mit die Borkohlen ansehen- 
die sind auch gewendelt.

Dafür fand ich zwei Spulen im anschließenden Breutbandverstärker, eine 
hatte "den Kopf verloren", ein Kern war noch vorhanden, eine hatte sich 
gelöst, und es war kein Kern drin- laut Foto sollte einer drin sein- 
aber es könnte sein, daß er herstellerseitig beim Abgleich weggelassen 
wurde, wie auch ein vorhandener, aber nicht angeschlossener Trimmer- ich 
denke nicht, daß ICH den abgelötet hatte.

Im Schaltplan sind auch etliche Bauteile ohne Wertangabe, in der 
Stückliste nur ein Richtwert- das Gerät ist beim Abgleich schon sehr 
aufwendig gewesen.
Die Stückliste gibt auch keinen Aufschluß auf den fehlenden Kern.

Ursache ist nach bisherigen Erkenntnissen der Oszillator, direkt an 
dessen Ausgang ist der Frequenzgang deutlich schlecht- nachfolgend gibt 
es einen Mischer (Schwebungsprinzip), danach ist es eine umgesetzte 
Frequenz mit flacheren Verläufen, der Verstärker linearisiert diese 
weiter mit Abgleichmitteln.

Mit Verwendung kleinerer Bauteile mit weniger Drahtlänge und Abgleich 
der beiden Spulen konnte ich den Frequenzgang besser hinbekommen- aber 
ein Teilbereich ist immer noch höher, etwa 0,3- 0,4 dB. Wäre akzeptabel- 
nur war der Frequenzgang eigentlich gerade wie ein Lineal.

Nun ja... alte Kiste eben. Aber... muß sich auch machen lassen.
Ich werde den betreffenden Oszillator nochmal sichten.
Ich bleibe weiter dran.

: Bearbeitet durch User
von nachtmix (Gast)


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Edi M. schrieb:
> Es gibt kein Meßkabel für die Eigenmessung. Die ist komplett integriert.

Klar, an diesem Punkt wird die Spannung stabilisiert, und sie bleibt 
dank der Regelung dort auch weitgehend konstant, wenn die Last sich 
ändert.
Einen Kurzschluss dort wird man aber nicht ausregeln können, und der 
ergibt sich:

a) Wenn man ein am Ende offenes Koaxkabel mit einer elektrischen Länge 
von ungeraden Vielfachen von lambda/4 anschliesst. (λ/4λ, 3λ/4, 
5λ/4,...)
 oder
b) ein kurzzgeschlossenes Koaxkabel mit einer elektrischen Länge von 
geraden Vielfachen von lambda/4. (2λ/4 = λ/2, 4λ/4 = λ, 6λ/4 = 3λ/2 , 
...)

anschliesst.

Wenn man also mit einem Detektor am Ende eines nicht korrekt 
abgeschlossenen Koaxkabels misst, wird man dort immer eine 
frequenzabhängige Welligkeit feststellen. (60 Ohm Kabel sind kaum noch 
üblich, und ein 60 Ohm Detektor an einem 50 Ohm Kabel macht natürlich 
stehende Wellen.)


Die Bauweise dieser patronenförmigen Spitzendioden entspricht übrigens 
den hierzulande gebräuchlicheren 1N21, für Frequenzen um 3GHz (C-Band) 
und 1N23 für Frequenzen um 10GHz (X-Band), die hauptsächlich als 
Empfangsmischer in Radaranlagen verwendet wurden. Dort hat man sie 
einfach durch den rechteckigen Hohlleiter hindurchgesteckt  (parallel 
zur schmalen Seite).
Für "langsam wackelnden Gleichstrom" kann man ihren Frequenzgang 
tatsächlich ignorieren, aber in Wirklichkeit sind sie mittels der 
S-förmig gebogenen Kontaktfeder, die auf den Kristall drückt, auf ihre 
Einsatzfrequenz abgeglichen.

von nachtmix (Gast)


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Edi M. schrieb:
> In der Regelung ist eine Koaxialdiode als Richtspannungserzeuger drin.
> Die war defekt, habe ich getauscht, allerdings OA603 original, gegen
> OA604, diese sind nahezu identisch, der geringe Unterschied des
> Richtstroms bei 3 GHz dürfte bei Frequenzen um 100 MHz eher keine Rolle
> spielen.

Verwendest du die Diode evtl falschrum?
Bei den 1N21 etc. jedenfalls gibt es R-Versionen, bei denen A und K 
vertauscht sind.
Später gab es auch umsteckbare Versionen mit zwei gleichen Enden, so 
dass man wahlweise A oder K in den federnden Fußkontakt stecken konnte.


> Die war defekt

Es ist bekannt, dass man solche Dioden mit einem gewöhnlichen Ohmmeter 
historischer Bauart "Zappelphilip" zerstören kann!
Die auf die Meßspannung von 3V aufgeladenen Strippen reichen aus um die 
im Datenblatt spezifizierte "Burn out Energy" zu überschreiten.

von Edi M. (edi-mv)


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@Nachtmix,

Beides nicht.
Ich verwende zum Überprüfen und EIchen das eigene Zubehör, alles 60 Ohm.
Die Eigenmessung (hieß damals EMK- Messung) hat dies ebenfalls, und ist 
intern.

Eine 1N21 habe ich nicht.
OA603 und 60h sind nahezu identisch.
Und umgekehrt verwenden ? Das sind Patronen- Gehäuse, die passen 
anderherum nicht in ihren koaxialen Gleichrichterkopf.

nachtmix schrieb:
> Es ist bekannt, dass man solche Dioden mit einem gewöhnlichen Ohmmeter
> historischer Bauart "Zappelphilip" zerstören kann!

Die vorher eingesteckte OA603 war über'n Jordan- lieferte keine 
Richtspannung, die neue schon- da erübrigte sich eine Überprüfung.
Und... ein ganz klein büschen Ahnung hat der Edi...
:-)

Die Regelung scheint es nicht hinzubekommen, den Frequenzgang auf eine 
exakt gerade Linie zu bekommen- allerdings ist 0,3- 0,4 dB auch nicht 
wirklich viel.

Tatsächlich zeigt die Abnahme am Oszillator- Ausgang eben genau den 
verbogenen Frequenzgang.

Ich kann mir noch nicht so den Reim darauf machen.

Der Hersteller aber auch nicht.
Im Handbuch gibt er bei einem Bereich die betr. Osz.- Röhre, und über 
alle Bereiche unkonstantem Ausgangssignal den Hinweis, die Regelröhren 
und die Diode zu wechseln. Isses aber nicht.

von Edi M. (edi-mv)


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@nachtmix,

Und es fand sich wieder ein Fehler- in der von Ihnen vermuteten 
Richtung- eine UHF- Schraubverbindung war zwar ok, aber das in diese 
hineinführende Kabel hatte schlechten Kontakt zwischen Schirmung und 
Steckergehäuse- das Schirmgeflecht ist oxydiert. Das brachte eine 
Fehlanpassung.

Ist aber immer noch nicht so, wie es mal war- irgendwo ist noch was im 
Argen.

Ist auch eine Teufelsgerät, enorm schwer, sehr aufwendig- und eben auch 
sehr alt. Da ist alle Jahre wieder viel zu tun, zweimal habe ich schon 
sehr aufwendige Arbeiten durchgeführt, so etwa 20 Leiterplatten- 
Einstellregler getauscht, weil die alten Stück für Stück zerfielen.

Wenn Sie das interessiert- ich kann Ihnen den Schaltplan senden, wenn 
Sie mir die Mailadresse zukommen lassn (hier per Privatnachricht), das 
Gerät hat sehr große Pläne, in Tischgröße.

: Bearbeitet durch User
von Edi M. (edi-mv)


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Und weiter geht's.

nachtmix schrieb:
> Verwendest du die Diode evtl falschrum?
> Bei den 1N21 etc. jedenfalls gibt es R-Versionen, bei denen A und K
> vertauscht sind.

Tatsächlich- gibt es- gleiches Gehäuse, anderherum gepolt- hätte ich 
nicht gedacht !
Ich hatte noch 2 Exemplare OA513- die sind andersherum !
OA603, 604, 605 sind aber richtig.

Das Gerät hat 3 koaxiale Durchgangs- Gleichrichterköpfe.

1. Gleichrichterkopf II/ OA603 am Umschalter der Generatoren, hier wird 
direkt am Generatorausgang gemessen ("EMK- Messung"), Die Richtspannung 
wird als Frequenzgang angezeigt, und es wird eine Regelspannung 
bereitgestellt.

2. Gleichrichterkopf II/ OA603 an der HF- Ausgangsbuchse, also hinter 
dem Spannungsteiler, der dden gewählten Generator mit 60 OHm abschließt.
Die Richtspannung wird als Frequenzgang angezeigt.
Hier wird z. B. der Eingang eines Filters eingespeist.
Z. B. bei kapazitiver Belastung fällt die Kurve auf der hochfrequenten 
Seite ab.

3. Gleichrichterkopf III/ OA605 an der HF- Eingangsbuchse, die einen 60 
Ohm- Widerstand besitzt.
Die Richtspannung wird als Frequenzgang angezeigt.
Hier wird z. B. der Ausgang eines Filters eingespeist.

Bereits das Entfernen einer Diode ist sichtbar. Bei der Diode I keine 
Regelung, Amplitude hoch, Frequenzgang hohe Ua im hochfrequenten 
Bereich.
Diode II und III: Frequenzgang hochfrequent abfallend.

Die Dioden müssen ausgesucht werden.

Ich habe jetzt die OA603 vom HF- Ausgang zur EMK/ 
Regelspannungsgewinnung versetzt.
Der Frequenzgang sieht besser aus, aber immer noch nicht so perfekt 
gerade wie früher. Auch ein Abtrennen des Ausgangsspannungsteilers 
ändert es kaum.

Sieht also nach der Regelung aus- aber ich komme verdammt nicht drauf, 
warum die das nicht schafft, die hat keine Kapazitäten, die eine 
schnelle Reaktion bei Veränderung der Ua aufgrund des Durchstimmens in 
1/25 oder 1/50 Sek. verzögern, der Abschluß ist es aber auch nicht.

Ich bleibe dran.

von Edi M. (edi-mv)


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So, wieder etwas Zeit verbracht.

Verdammte Axt- ich habe behauptet, da wäre kein zeitbestimmender 
Kondensator in der Regelung, dabei hätte mir das Ding auf den Kopf 
fliegen müssen- ist ein richtig dicker Bucker ! Und im Buch ist seine 
Funktion ja auch erwähnt... genau die im Verdacht stehende Funktion !
Ich muß wohl mal wieder zu Fielmann.
:-)
Lesen strengt meine Augen aber wirklich an- manchmal entgeht mir was.

Der Kondi ist ein 4µF/ 630V- Metallpapierkondensator, in einem üblichen 
Alu- Schraubbecher, wie Elkos, 2 Anschlüsse unten, Gehäuse an Masse.
Und der hat noch Kapazität, aber es wird mehr angezeigt- 10µF Grund: er 
bringt etwa 25 KOhm Isolationswiderstand mit.
Das ist... Schrott.

Allerdings- ich habe 4 Stück WIMA 1 µF (ich habe z. Z. keinen 4 µF) 
angehängt- funktioniert nicht ! Keine Anzeige !
Auch andere MP- Kondensatoren um 5 µF- Keine Anzeige.

Da ist in der Regelung wohl etwas richtig sauer. Die Röhren sind ok.
Ich werde mir die hochomigen Widerlinge mal ansehen.
Ich bleibe dran.

Ich habe mal die Regelschaltungt angehängt- ist schon irre aufwendig, 
was die damals gebaut haben.
Rot- HF
Grün- Markenspektrum
Blau- Richtspannung
Rot gestrichelt- Anodenspannung geregelt

: Bearbeitet durch User
von Ralph B. (rberres)


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irgendwie erinnert mich der Aufbau an den Swob2 den ich mal vor 
Jahrzehnten hatte.

Ralph Berres

von Edi M. (edi-mv)


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Ralph B. schrieb:
> irgendwie erinnert mich der Aufbau an den Swob2 den ich mal vor
> Jahrzehnten hatte.
> Ralph Berres

Gut erkannt- ich habe das DDR- Pendant zum SWOB- "BWS1".
Hier im µC habe ich schon einige Bilder von Frequenzgangaufnahmen mit 
dem Gerät  eingestellt:

Beitrag "Bandfilter mit DDS-Generator wobbeln"
Beitrag "Bandfilter mit DDS-Generator wobbeln"

Ich habe das BWS Anfang der 90er Jahre aus meinem Elektronik- Betrieb 
gerettet- dort wurden alle Produktionsanlagen-zum Teil von einem Tag auf 
den anderen- geschlossen, und komplett verschrottet.
Ich habe das Gerät weitgehendst restauriert, z. B. alle Röhren und fast 
alle Kondensatoren und Relais gegen Neuteile getauscht, da es ja nur 
stundenweise angeworfen wird, dürfte die Lebenserwartung noch sehr hoch 
sein.

SWOB und BWS sind Oldtimer, solche Geräte erfordern auch mal liebevolle 
Nacharbeiten.

von Edi M. (edi-mv)


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So- geschafft !

Tatsächlich war ein 390 KOhm, R94, "unendlich Ohm".

Auf dem Widerling ist etwas grüner Lack abgeplatzt, abgeraucht ist er 
nicht.
An einer anderen Stelle war noch ei Hochomiger "superhochohmig" 
geworden.
Dazu noch der fette MP- Kondensator mit sattem Reststrom im HF- Teil, im 
Foto der große Alubecher unten.
Den habe ich dringelassen. Ich habe die 4 WIMA- Klötzer 1µF provisorisch 
eingebaut, kommen später 2 Stück 2 µF/ 630 Vishay rein. Muß 4 µF sein, 
sonst gibt's Veränderungen der Kennlinie.

Auch die anderen Bereiche sehen jetzt gut aus- kleine Abweichungen im 
zehntel dB- Bereich, ich werde noch meinen Vorrat an Koaxial- Dioden auf 
linearen Frequenzgang testen, das ist eine Hersteller- Empfehlung, und 
auch einen kompletten Neuabgleich machen.
Dafür benötigt man auch schon einen Tag.

Damit ist der Fehler gefunden, das Thema erledigt.

Wenn man an so einer Kiste baut, kriegt man schon Respekt vor den 
Entwicklern, die sowas auf die Beine gestellt haben. Bei dem Preis 
-Gegenwert eines Autos- mußte da schon richtig was gemacht werden.
Aber- solche Geräte sind auch haltbar- der BWS1 ist immerhin 56 Jahre 
alt- ob ein vergleichbares Gerät von heute so alt wird ?

von Hp M. (nachtmix)


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Edi M. schrieb:
> ich werde noch meinen Vorrat an Koaxial- Dioden auf
> linearen Frequenzgang testen,

Schön, dass du noch welche hast.
Wenn das Gerät nun zufrieden stellend funktioniert, und die restlichen 
Dioden noch original verpackt sind, liesse ich diese in Ruhe.
Durch das Testen werden sie ja nicht besser, und du wirst wohl keinen 
Nachschub mehr bekommen.
Das sind nämlich Ge-Dioden, während es sich bei den noch gut 
erhältlichen 1N21 & Co um Si-Dioden handelt.
Vielleicht funktionieren die Si-Dioden wegen ihrer geringeren 
Sperrströme sogar besser, der HF-Pegel ist ja wahrscheinlich relativ 
hoch.
Problematisch könnte aber die Montage sein, denn der grosse Bruder der 
DDR hat bestimmt alles metrisch gemacht, während 1N21 usw. ein zölliges 
USA-Produkt sind.

Ich habe mal ein Bild von einer X-Band-Diode (1N23 o.ä.)mit wählbarer 
Polarität und ihrem geschlitzten Steckfuss angehängt. Die Abmessungen 
von 1N21 und 1N23 sind identisch.

von Edi M. (edi-mv)


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Hp M. schrieb:
> Problematisch könnte aber die Montage sein, denn der grosse Bruder der
> DDR hat bestimmt alles metrisch gemacht, während 1N21 usw. ein zölliges
> USA-Produkt sind.

Im BWS1 ist nichts von großen Bruder drin. OA- Dioden sind DDR. Und DE/ 
DDR  waren immer metrisch.

Hp M. schrieb:
> Wenn das Gerät nun zufrieden stellend funktioniert, und die restlichen
> Dioden noch original verpackt sind, liesse ich diese in Ruhe.
> Durch das Testen werden sie ja nicht besser, und du wirst wohl keinen
> Nachschub mehr bekommen.

Testen auf Frequenzgang ist Hersteller- Empfehlung. Dazu hat BWS1 einen 
Durchgangskopf im Zubehör, den habe ich leider nicht, und den Hersteller 
finde ich nicht, da stehen andere Namen am Gebäude...
:-)

https://www.google.com/maps/@52.5069285,13.4709464,3a,75y,81.89h,104.64t/data=!3m6!1e1!3m4!1seD1q9GnrrdZrmVM5meb4zQ!2e0!7i13312!8i6656

Aber alle 3 Gleichricherköpfe sind Durchgangsköpfe, und das 
Diodentauschen ist Sekundensache, siehe Fotos, die Rändelschraube 
herausdrehen, dann ist die Diode raus, dann noch den kleinen Verschluß 
mit dem Schraubenzieherschlitz rausdrehen, dann kann man die Diode mit 
ihrer Druckfeder herausnehmen.

Die 1N23 dürfte auch passen. Scheint auch Kathode am Röhrchengehäuse zu 
haben. Sie haben ja schon mal Fotos der Diode mit Halterung eingestellt:

Beitrag "Hohlleiter Dioden montieren"

Der HF- Pegel ist mit genau 1 Vss festgelegt. Testen sollte also nicht 
schaden.
Die Dioden sind noch zu bekommen.
Ich habe eine Schachtel mit 10 Dioden OA604, die werde ich mal 
durchzappeln.

Einige Kleinigkeiten muß ich sowieso noch machen- ein Spulenkörper ist 
zerfallen, und die Kondensatoren müssen noch ersetzt werden.

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