Hallo,
dann sind wir künftig alle kleine Informatiker, die ihre Lebens- und
Freizeit damit verbringen werden, dem Zug am Horizont hinterher zu
rennen. Dumm nur, dass der Zug schneller fährt als man rennen kann ...
Dann wäre interessant zu wissen, was man stattdessen aus dem Lehrplan
streicht. Sexualkunde vielleicht, denn dafür ist künftig eh keine Zeit
mehr.
Werner
Werner B. schrieb:> Hallo,>> dann sind wir künftig alle kleine Informatiker, die ihre Lebens- und> Freizeit damit verbringen werden, dem Zug am Horizont hinterher zu> rennen. Dumm nur, dass der Zug schneller fährt als man rennen kann ...
Du solltest nicht deine eigenen Problem mit der Informationstechnik auf
die breite Mehrheit projizieren.
Es ist ja nicht so als gäbe es Informatik oder ITG usw. nicht schon
längst an den meisten Schulen.
Entweder das sind bessere Office-Kurse oder Programmierkurse oder sowas
wie "Medienkompetenz".
Kocht halt jeder seine Suppe. Vielleicht wird es mal etwas strukuriert
wenn es ein Pflichtfach wird.
> Dann wäre interessant zu wissen, was man stattdessen aus dem Lehrplan> streicht. Sexualkunde vielleicht, denn dafür ist künftig eh keine Zeit> mehr.
Diese Polemik ist Unsinn. Die ganze Welt dreht sich inzwischen um
Digital und Vernetzt. Und du willst das Thema nicht gesondert in den
Schulen behandelt sehen? Das wäre Wahnsinn.
Werner B. schrieb:> dann sind wir künftig alle kleine Informatiker,
Wenn man sieht wie viele trotz Mathe, Physik, Chemie und Bio und GM oder
GK immer noch an Verschwörungstheorien oder Homöopathie glauben, nicht
mal das Ohmsche Gesetz anwenden können oder trotz Geschichte immer noch
rechtes Gedankengut haben, dann kannst du sicher davon ausgehen dass
auch der Informatikunterricht spurlos an vielen vorbeigehen wird.
Cyblord -. schrieb:> Vielleicht wird es mal etwas strukuriert wenn es ein Pflichtfach wird.Cyblord -. schrieb:> Die ganze Welt dreht sich inzwischen um Digital und Vernetzt.
Da kann es nur wünschenswert sein, wenn der große Zardoz ein wenig
entzaubert wird; fundierte Sachkenntnis ist dabei sicherlich nicht
schädlich. Es müsste lediglich sichergestellt werden, dass nicht eine
Generation von blindwütig IT-begeisterten Technokraten ohne
Sozialkompetenz herangezüchtet wird.
Werner B. schrieb:> dann sind wir künftig alle kleine Informatiker, die ihre Lebens- und> Freizeit damit verbringen werden, dem Zug am Horizont hinterher zu> rennen. Dumm nur, dass der Zug schneller fährt als man rennen kann ...
Du projizierst Deine eigene Situation auf Dritte.
> Dann wäre interessant zu wissen, was man stattdessen aus dem Lehrplan> streicht. Sexualkunde vielleicht, denn dafür ist künftig eh keine Zeit> mehr.
Wie twitterte schon vor fünf Jahren eine Schülerin:
"Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder
Versicherungen. Aber ich kann 'ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4
Sprachen."
Dieses Zitat führte damals zu einem ziemlichen großen Aufschrei, da er
ja sehr prägnant die Situation an vielen Schulen darstellt. Ein Freund
von mir arbeitet als Lehrer für Spanisch und Deutsch und ist daher auch
eher recht geisteswissenschaftlich eingestellt. Allerdings findet er es
auch erschreckend, wie sehr die Naturwissenschaften mittlerweile an
Ansehen verlieren, insbesondere auch auf Ministerialebene. Er streitet
sich auch recht häufig mit dem Kultusministerium, weil von dort
teilweise auch inhaltlich unsinnige bzw. sogar falsche Abituraufgaben
gestellt werden.
Das Kultusministerium ist seiner Meinung nach mittlerweile zum reinen
Sammelbecken für gescheiterte Lehrerinnen in den Laberfächern geworden,
denen traditionell die Naturwissenschaften ein Dorn im Auge sind. Aus
der Arbeit in irgendwelchen Ausschüssen hat er schon mehrmals wirklich
ernstgemeinte Vorschläge vernommen, sämtliche
mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fächer komplett aus
dem Schulunterricht zu streichen. Derzeit konnten sich diese
Befürworterinnen zwar noch nicht durchsetzen, aber er befürchtet, dass
es sich nur um eine Frage der Zeit handelt.
Percy N. schrieb:> Es müsste lediglich sichergestellt werden, dass nicht eine> Generation von blindwütig IT-begeisterten Technokraten ohne> Sozialkompetenz herangezüchtet wird.
Die wären nicht schlimmer wie die Generationen von BWLer deren Gott nur
der Shareholder Value ist.
Andreas S. schrieb:> Derzeit konnten sich diese Befürworterinnen zwar noch nicht durchsetzen,> aber er befürchtet, dass es sich nur um eine Frage der Zeit handelt.
Magst Du verraten, welches Bundesland in Rede steht?
Andreas S. schrieb:> Aus> der Arbeit in irgendwelchen Ausschüssen hat er schon mehrmals wirklich> ernstgemeinte Vorschläge vernommen, sämtliche> mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Fächer komplett aus> dem Schulunterricht zu streichen.
Macht doch Sinn. Den ganzen Mathe-, Informatik-, Physik- etc. -Unfug
kann man auch outsourcen, das können die z.B. in Indien besser und
billiger. Wir sollten uns auf unsere kulturellen Kernkompetenzen wie
eben Lyrik konzentrieren, denn Goethe interpretieren kann man
hierzulande noch am Besten.
Außerdem kann man ohne Sprach-Unterricht auch keine Datenblätter und
Geschäftsmails lesen; ein Geisteswissenschaftler ist also in der
Industrie bestens aufgehoben.
Percy N. schrieb:> Andreas S. schrieb:>> Derzeit konnten sich diese Befürworterinnen zwar noch nicht durchsetzen,>> aber er befürchtet, dass es sich nur um eine Frage der Zeit handelt.>> Magst Du verraten, welches Bundesland in Rede steht?
Schleswig-Holstein. Aber warum sollte es in anderen Bundesländern anders
sein? Auch dort wird es etliche untaugliche Lehrer geben, die für den
Schuldienst nicht mehr erträglich sind und dann auf ein kleines
Sachbearbeiterpöstchen ins Ministerium abgeschoben werden.
Andreas S. schrieb:> Schleswig-Holstein.
Das wird schon wieder. Frau Ernst hat sich nach Potsdam abgesetzt.
> Aber warum sollte es in anderen Bundesländern anders> sein?
Das wird schon werden. Frau Ernst hat sich nach Potsdam abgesetzt.
Percy N. schrieb:> Frau Ernst hat sich nach Potsdam abgesetzt.
Solch ein Wandel findet nicht innerhalb der Amtszeit einer einzigen
Ministerin (2014-2017) statt, sondern ist ein fortwährender Prozess. Und
warum sollte ein Minister überhaupt etwas dagegen unternehmen? Er kann
sich doch eher damit schmücken, ein möglichst großes, d.h.
personalstarkes, Ministerium zu führen. Ob dabei irgendetwas Brauchbares
herauskommt, ist doch völlig egal. Insbesondere im Bildungsbereich
zeigen sich die Ergebnisse doch erst nach vielen Jahren bis Jahrzehnten.
Wer dort wirklich etwas Gutes einführt, erntet doch selbst nicht mehr
die Lorbeeren, sondern sein Nachfolger oder dessen Nachfolger.
Cyblord -. schrieb:> Du solltest nicht deine eigenen Problem mit der Informationstechnik auf> die breite Mehrheit projizieren.
I.d.R. bin ich in meinem Umfeld der Einäugige unter den Blinden.
Die breite Mehrheit ist nicht über mir, sondern unter mir.
Das zentrale Problem ist wie schon im Eingangspost beschrieben: Der Zug
fährt schneller, als die Mehrheit rennen kann. Und der Zug ist bereits
abgefahren. Das wird nichts.
Schon in meiner Ausbildung hat man mich mit Zeug gefüttert, was
technologisch längst überholt war. Man ist nach 2 Jahren
Vollzeitausbildung gerade mal besserer Hilfsarbeiter. Einem hat man
hinterher sogar eine Stelle als Staplerfahrer angeboten. Kein Witz!
Ein gutes Beispiel ist dieses Forum hier: Nahezu bei jeder Fragestellung
beginnt das Hauen und Stechen zwischen den Ahnungslosen und den
Halbprofis. Letztere wissen alles, aber nichts richtig.
Im aktuellen Schulsystem halte ich ein weiteres Pflichtfach für sinnlos.
30 Pubertierende mit den unterschiedlichsten Begabungen und Interessen
werden dort zusammengeworfen und lernen irgendwelche Theorie von Leuten,
die noch nie in der Industrie gearbeitet haben.
Informatik ist nun mal nicht was für jeden, genauso wie auch nicht jeder
3 Fremdsprachen und 2 Instrumente lernen muss. Was man machen sollte:
Mehr in gute Lehrer investieren, die vom Fach sind und die Schulen mit
modernen PCs ausstatten, um die wirklich interessierten Schüler mehr zu
fördern. Dort sollten dann interessante Projekte angeboten werden. Bei
nicht genug Interessenten könnte man auch mit anderen Schulen
kooperieren und den Kindern so schon mal das Konzept eines
Dienstleisters nahebringen.
Werner B schrieb:> I.d.R. bin ich in meinem Umfeld der Einäugige unter den Blinden.> Die breite Mehrheit ist nicht über mir, sondern unter mir.
Du klingst wie Trump. Typischer Fall von Dunning Kruger.
Weich W. schrieb:> Informatik ist nun mal nicht was für jeden
Und auch ein weites Gebiet. Mehr als Grundlagen kann man m.E. nicht in
ein paar Schulstunden packen.
Weich W. schrieb:> Was man machen sollte:> Mehr in gute Lehrer investieren, die vom Fach sind und die Schulen mit> modernen PCs ausstatten, um die wirklich interessierten Schüler mehr zu> fördern.
Was eher passieren wird, ist das Mobbing solcher interessierten Schüler.
War schon zu meiner Zeit so. Man wurde schon zum Idioten abgestempelt,
wenn man sich für Technik begeistert hat. Von den Mitschülern und
manchen Lahrern :(
Traurig, aber wahr.
AVR schrieb im Beitrag #6403944:
> Was eher passieren wird, ist das Mobbing solcher interessierten Schüler.> War schon zu meiner Zeit so. Man wurde schon zum Idioten abgestempelt,> wenn man sich für Technik begeistert hat.
Mobbende Lehrer würde es auf dieser hypothetischen Schule nicht geben,
denn die Lehrer wären dort selbst vom Fach. Sie würden sich dadurch also
selbst beleidigen.
Die mobbenden Schüler sitzen währenddessen in anderen Kursen und lernen
dort, ihre Aggressionen zu bewältigen und zu ihrem Vorteil einzusetzen.
Natürlich wird es immer noch Totalverweigerer geben, aber die landen
dann irgendwann auf der klassischen Sonderschule und müssen selbst
sehen, wo sie bleiben.
Programmierer schrieb:> Macht doch Sinn. Den ganzen Mathe-, Informatik-, Physik- etc. -Unfug> kann man auch outsourcen, das können die z.B. in Indien besser und> billiger. Wir sollten uns auf unsere kulturellen Kernkompetenzen wie> eben Lyrik konzentrieren, denn Goethe interpretieren kann man> hierzulande noch am Besten.
Ein Umschwenken hat jetzt auch keinen Sinn mehr. Weiter so mit Gedicht,
Tanz, Gesang und Gott. Das bereitet auf die Beamtenkarriere am besten
vor. Ein paar Trottel of Science (T.Sc.) um die Bullshit-Jobs
gegenzufinanzieren finden sich immer.
Meistens wird/ist die Informatik an den Schulen zu einer
Office-Anwender-Ausbildung eines jetzt hier nicht näher genannten
Marktführers.
Für die Ausbildung ist ein IT-Sicherheitskonzept zu erstellen und das
Ganze zu akkreditieren. Ohne das darf kein IT-Gerät an der Schule im
Lehrbetrieb betrieben werden. Die Schülerinnen und Schüler auf einer
schulischen echten Hardware ein Betriebssystem (Desktop oder Server)
selbst aufsetzen zu lassen (mit oder ohne Vernetzung), geht durch die
einzuhaltenden Mindestvorgaben an die IT-Sicherheit deshalb nicht durch
den Genehmigungsgang.
Dieter schrieb:> schulischen echten Hardware ein Betriebssystem (Desktop oder Server)> selbst aufsetzen zu lassen (mit oder ohne Vernetzung), geht durch die> einzuhaltenden Mindestvorgaben an die IT-Sicherheit
VM + eigenes Netzwerk
Eine VM ist zwar keine echte Hardware, aber kann gleich noch was über
Virtualisierung lernen und der Unterschied zu echter Hardware ist nicht
so groß.
Edit: Zitat gekürzt
Welche Programmiersprache soll eigentlich dafür benutzt werden?
Ja, ich weiß, es kommt jetzt "Informatik ist nicht nur Programmieren",
aber dann könnte man einfach mehr Mathe-Unterricht anbieten.
Wieder Python für alle? An allen Schulen?
Python finde ich gut für den Einstieg, danach je nach Interesse. Für die
Webentwickler eher Java und Javascript, für die Anwendungsentwickler C#
oder C++ und für Embedded natürlich C.
Weich W. schrieb:> Python finde ich gut für den Einstieg,
Ich nicht. Eine "strengere" Sprache wäre aus meiner Sicht viel besser.
Das ist wie erst x Jahre lang Schreiben nach Gehör praktizieren und dann
mit Grammatik kommen.
Werner B schrieb:> I.d.R. bin ich in meinem Umfeld der Einäugige unter den Blinden.> Die breite Mehrheit ist nicht über mir, sondern unter mir.
Du wurst wissen, warum Du genau diesen Umgang pflegst.
>> Schon in meiner Ausbildung hat man mich mit Zeug gefüttert, was> technologisch längst überholt war. Man ist nach 2 Jahren> Vollzeitausbildung gerade mal besserer Hilfsarbeiter.
Wer nach Schule ind Lehre bzw Studium immer noch nicht kapiert hat, dass
ihm lediglich die Basis vermittelt werden kann, ind selbstäbdig zu
lernen, für den sind die,Aussichten nicht gerade rosig.
> Einem hat man> hinterher sogar eine Stelle als Staplerfahrer angeboten. Kein Witz!
Eben ...
ich hätte einfach Mathe / Physik erweitert.
Um irgendwelche Simulationen am PC. Immer im Kontext Mathe +
Programmieren.
Also nix mit Mathe abwählen und Informatik als Pflichtfach wählen. Sowas
sollte man gleich unterbinden.
Percy N. schrieb:> Wer nach Schule ind Lehre bzw Studium immer noch nicht kapiert hat, dass> ihm lediglich die Basis vermittelt werden kann
Dann hättest du sicherlich nichts dagegen, wenn deine Kinder jetzt in
der Schule DOS und BAsic lernen müssten?
Die Grundlagen sind ja gleich.
René H. schrieb:> Das ist doch alles nicht neu. Seit Jahren soll Informatik> Pflichtfach werden, aber bis heute nichts passiert.
Wird auch nicht passieren. Die glorreichen Helden, die dass leisten
sollen kämpfen auch heute noch tapfer mit dem Tageslichtprojektor und
DIE sollen Informatik!???
Mal ernsthaft, wie stellt ihr euch das vor? Das sind Lehrer!
Kinder statt Inder schrieb:> Ich nicht. Eine "strengere" Sprache wäre aus meiner Sicht viel besser.
Vor ein paar Jahren hätte ich da noch zugestimmt, aber heutzutage wird
extrem viel mit Python gemacht und allein damit kommt man schon sehr
weit auf dem Jobmarkt. Außerdem ist es für Anfänger nicht sehr
motivierend, wenn sie gleich mal mit "public static void main(String[]
args)" erschlagen werden, nur um "Hello world" auszugeben.
Das Konzept von Datentypen muss man bei Python übrigens auch lernen. "1"
+ 1 gibt einen Fehler.
Weich W. schrieb:> "1"> + 1 gibt einen Fehler.
Dann muss man multiplizieren. Dann gibt es auch keinen Fehler. Diese
Idee finde ich absurd ;-) Wie kann man einen String mit einer Zahl
multiplizieren???
Hiopoloi schrieb:> Wird auch nicht passieren. Die glorreichen Helden, die dass leisten> sollen kämpfen auch heute noch tapfer mit dem Tageslichtprojektor und> DIE sollen Informatik!???
Informatik ist, wenn die Schüler Tablets von der Schule bekommen und
damit dem Lehrer zeigen wie man eine App installiert.
Dieter schrieb:> Meistens wird/ist die Informatik an den Schulen zu einer> Office-Anwender-Ausbildung eines jetzt hier nicht näher genannten> Marktführers.
Das ist eine Katastrophe. Dann noch das Betriebsystem dazu. In der
SChule.
Und die Kinder müssen Zuhause ja auch üben / lernen. Also müssen sie
das gleiche System auch Zuhause haben.
Das wäre ein Alptraum.
Kinder statt Inder schrieb:> Dann hättest du sicherlich nichts dagegen, wenn deine Kinder jetzt in> der Schule DOS und BAsic lernen müssten?> Die Grundlagen sind ja gleich.
Das hast Du (leider nur scheinbar) gut erfasst: Das Grundsätzliche kann
ohne Ablenkung durch Klimbim erfasst werden.
Es kann zB bestimmt nicht schaden, eine CASE--Unterscheidung mit IF und
GOTO darzustellen.
Gegenüber DOS wäre möglicherweise ein anderes OS zu bevorzugen; CP/M
sollte genügen.
Auf welchen Systemen läuft
LOGO?
Gustl B. schrieb:> Gymnasium:> Klassen 12 ... 9:
Ähm,
10. Klasse: OOP, Datenbanken
11. Klasse: Datenstrukturen (Listen, Bäume), OOP (weiterführende Themen)
12. Klasse: Formale Sprachen, nebenläufige Prozesse, Berechenbarkeit
Da wird nicht gekleckert.
Ist es eigentlich schon Rassismus / frauenfeindlich, wenn da vier /
fünf Jungs sitzen?
Percy N. schrieb:> Auf welchen Systemen läuft> LOGO?
SChau dir die Themen an, die da dran kommen. LOGO wäre bei diese
Stundenplänen warhscheinlich was für den Kinergarten.
Kinder statt Inder schrieb:> wenn da vier /> fünf Jungs sitzen?
Moment mal,
"Informatik soll Pflichtfach an Schulen werden"
müssen an diesem Unterricht ALLE Schüler teilnehmen?
Ähm, bitte was? Kein Wahlpflichtfach zum Auswählen / Abwählen? Dieser
Schuss wird nach hinten losgehen.
Und sehr viele Eltern werden nicht in der Lage sein ihren Kindern bei
den Hausaufgaben zu helfen. Weil sie davon einfach keine Ahnung haben.
Nein, ich bin gegen diese Entwicklung.
Kinder statt Inder schrieb:> Ist es eigentlich schon Rassismus / frauenfeindlich, wenn da vier /> fünf Jungs sitzen?
Bitte was? Wieso das denn? Frauenfeindlich wäre es nur, wenn sie nicht
teilnehmen dürften oder nicht gleich behandelt werden.
Rassismus ist das schon gleich gar nicht ausser du bist der Meinung,
dass Frauen und Männer unterschiedliche Rassen sind.
Kinder statt Inder schrieb:> müssen an diesem Unterricht ALLE Schüler teilnehmen?
An einem Pflichtunterricht natürlich. Außerdem ist Informatik schon an
manchen Schularten in manchen Jahrgangsstufen Pflicht.
Percy N. schrieb:> Werner B schrieb:>> I.d.R. bin ich in meinem Umfeld der Einäugige unter den Blinden.>> Die breite Mehrheit ist nicht über mir, sondern unter mir.> Du wurst wissen, warum Du genau diesen Umgang pflegst.
Der "Umgang" wohnt und lebt hier um mich herum. Nahezu alle in schicken
EFHs. Die Leute sind allesamt gescheit und haben studiert, haben aber
mit Informatik nichts am Hut. Und nein, die Leute wollen keinen Server
aufsetzen. Und nein, die wollen auch nichts programmieren. Und nein, mit
Linux wollen die sich auch nicht herumschlagen. Was sind das nur für
Leute, wie sind die zu ihrem EFH gekommen?
> Wer nach Schule ind Lehre bzw Studium immer noch nicht kapiert hat, dass> ihm lediglich die Basis vermittelt werden kann ...
Genau, beim Bewerbungsgespräch heißt es dann: Einarbeiten ist nicht
vorgesehen, wir können ihnen auch nichts beibringen. Sie fangen am
Montag um 8 Uhr an und arbeiten ab 8 Uhr mit 100%. Sonst können wir sie
nicht gebrauchen.
Find ich gut hatte Lehrer die sich das selbst beigebracht hatten
teilweise.
Gab ne Mischung aus Exel , Pascal Boardland Delphi , Schaltungstechnik
als Simulation technische Informatik, Vektorgrafik,
Spieleprogrammierung, GUI, HTML.
War super .
Problem sehe ich darin das sich die Sprachen ändern die Lehrer aber 40
Jahre Hinterherhinken.
Sagen wir Lehrer studiert mit 20-26.
Meist schon eine veraltete Programmiersprache dann möchte er das
Unterrichten weitere 40 Jahre. Da muss aktiv Fortbildung dann
stattfinden.
Aber wer möchte mich 55 noch ne neue Programmiersprache lernen als
Lehrer mit demotivierten Schülern.
Ausnahmen bestätigen die Regeln meine Lehrer waren super und motiviert
in den Naturwissenschaften obwohl der Altersschnitt 60 war
Kinder statt Inder schrieb:> SChau dir die Themen an, die da dran kommen. LOGO wäre bei diese> Stundenplänen warhscheinlich was für den Kinergarten.
Na ja, wohl eher für die Grundschule, wenn man die Kinder unbedingt
schon so früh zwingen will, ständig auf ein Display zu starren.
Kinder statt Inder schrieb:> Und sehr viele Eltern werden nicht in der Lage sein ihren Kindern bei> den Hausaufgaben zu helfen. Weil sie davon einfach keine Ahnung haben.
Wie schon damals bei Mengenlehre und Sexualkunde. Und was ist das
Ergebnis? Die Deutschen sterben aus; und die paar Überlebenden können
nicht rechnen! Meinst Du das?
Werner B. schrieb:> Genau, beim Bewerbungsgespräch heißt es dann: Einarbeiten ist nicht> vorgesehen, wir können ihnen auch nichts beibringen. Sie fangen am> Montag um 8 Uhr an und arbeiten ab 8 Uhr mit 100%. Sonst können wir sie> nicht gebrauchen.
Nachvollziehbar. Du willst ja auch 100% Gehalt vom 1. Tag an, nehme ich
an.
Ich habe und hatte mit dieser Einstellung kein Problem, weil ich mich da
beworben habe wo ich sofort produktiv sein kann. Das Studium war vorbei.
Ich erwarte nicht dass mein Arbeitgeber mir etwas beibringt.
Gustl B. schrieb:> Bitte was? Wieso das denn?
Ich habe irgendwie gedacht das wäre ein Wahlpflichtfach. Dann würden ja
nur ein paar Freaks an dem Unterricht teilnehmen. (also
Steuergeldverschwendung - diese Nerds würden auch in ihrer Freizeit
programmieren lernen)
Aber die Sache ist ja viel schlimmer. Alle müssten da durch. Bei diesem
Fach ist das absolut nicht nötig. 99,9% der Schüler brauchen nicht zu
wissen was eine abstrakte Klasse ist.
Mathe - ja, mehr Mathe - JA! Aber nicht sowas. Nicht verpflichtend für
alle.
Da will ein Mädchen z.B. Medizin studieren und braucht gute Noten und
muss solchen Schwachsinn auswendig lernen.
Cyblord -. schrieb:> Ich erwarte nicht dass mein Arbeitgeber mir etwas beibringt.
Ok, wenn dein AG also sagt "wir programmieren in C".
Und nach einem Jahr "Hey Leute, C++ ist ab jetzt unsere
Programmiersprache".
Und nach zwei Jahren "Rust, nur Rust - alles umstellen". Und du bist 62.
Dann machst du natürlich begeistert mit oder?
Kinder statt Inder schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Ich erwarte nicht dass mein Arbeitgeber mir etwas beibringt.>> Ok, wenn dein AG also sagt "wir programmieren in C".>> Und nach einem Jahr "Hey Leute, C++ ist ab jetzt unsere> Programmiersprache".>> Und nach zwei Jahren "Rust, nur Rust - alles umstellen". Und du bist 62.> Dann machst du natürlich begeistert mit oder?
Begeistert hin oder her. Ich programmiere meine favorisierte Sprache in
meiner Freizeit.
Nur 1.) Mein AG würde das nicht einfach vorschreiben, denn dazu wäre er
schlicht nicht in der Lage. Wer sollte genau tun? Wenn dann könnte der
Teamleiter so was entscheiden, der das aber sicher nicht aus heiterem
Himmel macht.
2.) Ich würde versuchen für die Umstellung den Lead zu übernehmen. Man
wächst an Herausforderungen und kann so zeigen ob man wirklich was drauf
hat.
Würde der AG jetzt sagen: OK embedded ist tot wir machen Handy-Games,
würde ich wohl wechseln. Hat aber mit der Sprache nur indirekt zu tun.
Cyblord -. schrieb:> Ich habe und hatte mit dieser Einstellung kein Problem, weil ich mich da> beworben habe wo ich sofort produktiv sein kann.
Welche Firma sucht Leute, die in veraltetem Zeugs (DOS, BASIC) fit sind?
> Du willst ja auch 100% Gehalt vom 1. Tag an...
Seit wann gibt es ab dem ersten Tag 100% Gehalt?
Werner B. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Ich habe und hatte mit dieser Einstellung kein Problem, weil ich mich da>> beworben habe wo ich sofort produktiv sein kann.>> Welche Firma sucht Leute, die in veraltetem Zeugs (DOS, BASIC) fit sind?
Wohl niemand. Der Trick scheint zu sein, in aktuell benötigtem Zeug fit
zu sein und zu bleiben. Überraschung!!
>> Du willst ja auch 100% Gehalt vom 1. Tag an...>> Seit wann gibt es ab dem ersten Tag 100% Gehalt?
Kommt drauf an wie du 100% definierst. Ich verlangte auf jeden Fall vom
1.Tag mehr als ein Azubi-Gehalt, daher kann ich nicht erwarten dass der
AG mich ausbilden muss.
Kinder statt Inder schrieb:> Aber die Sache ist ja viel schlimmer. Alle müssten da durch. Bei diesem> Fach ist das absolut nicht nötig. 99,9% der Schüler brauchen nicht zu> wissen was eine abstrakte Klasse ist.> Mathe - ja, mehr Mathe - JA! Aber nicht sowas. Nicht verpflichtend für> alle.>> Da will ein Mädchen z.B. Medizin studieren und braucht gute Noten und> muss solchen Schwachsinn auswendig lernen.
Das nennt sich Allgemeinbildung. Und wo im Lehrplan steht was von
abstrakten Klassen? Zeig mir das bitte. Hier geht es nicht um ein
Studium, sondern darum, dass Leute mal gesehen haben was ein Programm
ist.
Wenn jemand Medizin studieren will braucht der auch kein Sport, Musik,
Kunst, Geschichte, Geographie, ... würdest du das alles streichen?
Werner B. schrieb:> Die bekommen einen 3-wöchigen Crashkurs, dann passt das.
Ganz klar nein.
Du kannst das ganz normal als Unterrichtsfach in der Lehrerausbildung
machen. Dann musst du das studieren und im Referendariat unterrichten.
Das Studium ist da recht ähnlich wie das Bachelor Informatik.
Und dann kannst du Informatik aber auch als Erfeiterungsfach machen.
Also zusätzlich zu deinen Unterrichtsfächern. Das habe ich gemacht. Das
ist im Referendariat ein einjähriger Kurs mit Klausur und eine
Lehrprobe.
Cyblord -. schrieb:> Man> wächst an Herausforderungen und kann so zeigen ob man wirklich was drauf> hat.
Oje.
Alles was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker.
Lernen durch Schmerz.
Das ist auch meiner Sicht einfach nur Masochismus ;-)
So dachten wahrscheinlich auch die Leute, die solche Lehrpläne
zusammengestellt haben.
(weil sie ja alle dumm sind und alles glauben was ihnen von ihren
"Beratern" gesagt wird. und so kamen sie auf die Idee dass unsere Zukunf
"digital" sein wird. Also müssen jetzt alle Schüler Programmierer
werden. Egal wie. Wie am Fließband.
Vielleicht sollte jemand mal diesen Idioten erklären dass die größten
Programmierer ever - Dennis Ritchie, Ken Thompson, Donadl Knuth, Richard
Stallman, und, und, und - NIE so einen Blödsinn in der Schule hatten.)
Kinder statt Inder schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Man>> wächst an Herausforderungen und kann so zeigen ob man wirklich was drauf>> hat.>> Oje.> Alles was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker.> Lernen durch Schmerz.
Wieso sollte es Schmerz bereiten wenn ich in MEINER EIGENEN Profession
Herausforderungen annehme?
Hat man dann nicht irgendwie den Beruf verfehlt?
Gustl B. schrieb:> Das nennt sich Allgemeinbildung. Und wo im Lehrplan steht was von> abstrakten Klassen?
Nein, abstrakte Klassen gehören nicht zur Allgemeinbildung. Ich sage
sogar - sie müssen auch nicht unbedingt zur Programmierung dazu gehören.
OOP ist einfach nur ein Programmierparadigma. Es gibt auch andere.
in welchem Lehrplan steht das? Im Lehrplan für die 11.(!!!) Klasse.
Kinder statt Inder schrieb:> in welchem Lehrplan steht das? Im Lehrplan für die 11.(!!!) Klasse.
Gymnasium. Da muss man auch Gedichte interpretieren und lernen wie
Photosynthese funktioniert. Auch Photoeffekt ist da Pflicht und
Integrale rechnen, stöchiometrische Gleichungen, Zahnformel des Hundes,
Albedo und Innertropische Konvergenzzone. Ist eben Abitur, muss niemand
machen.
Wenn du jetzt anfängst da Dinge aus Informatik zu streichen, dann
streichen Andere Leute Dinge aus z. B. Mathe. Übrig bleibt dann am Ende
nicht mehr viel. Denn zum Überleben im Alltag reicht erstaunlich wenig.
Kinder statt Inder schrieb:> müssen an diesem Unterricht ALLE Schüler teilnehmen?
Macht man es nicht, sitzen da fast nur Jungs drin. Nicht weil die Mädels
das nicht könnten, sondern weil diese Rollenteilung umso ausgeprägter
ist, je grösser die Wahlfreiheit ist.
Kinder statt Inder schrieb:> Gustl B. schrieb:>> Das nennt sich Allgemeinbildung. Und wo im Lehrplan steht was von>> abstrakten Klassen?>> Nein, abstrakte Klassen gehören nicht zur Allgemeinbildung. Ich sage> sogar - sie müssen auch nicht unbedingt zur Programmierung dazu gehören.> OOP ist einfach nur ein Programmierparadigma. Es gibt auch andere.
Die ganzen Dinge, die man in der Schule sind nicht für jeden gleich
nützlich. Darum geht es auch nicht. Schule sollte für das Leben
vorbereiten, auch wenn das an Gymnasien manchmal etwas anders gesehen
wird bzw. die Schwerpunkte z.T. recht weit entfernt vom normalen Leben
sind. Es wurde schon genannt, dass sich die programmiertechnischen
Aspekte gut mit Mathe und Physik verknüpfen lassen. Das sehe ich auch
so. Und ja, Programmierung gehört auch zur Allgemeinbildung. Um
vorbereitet zu sein, muss man die Konzepte kennen. Elektromagnetische
Wellen kann man in der Schule verstehen - Maxwell ist was für die Uni;
Und in Mathe kann man den Schülern auch Konzepte aus der Informatik
zeigen. Meines Erachtens wird es auch immer wichtiger, die
gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung zu beleuchten, da diese
einen großen Einfluss auf unser Leben haben.
A. K. schrieb:> Macht man es nicht, sitzen da fast nur Jungs drin. Nicht weil die Mädels> das nicht könnten, sondern weil diese Rollenteilung umso ausgeprägter> ist, je grösser die Wahlfreiheit ist.
Ich habe die Vermutung, dass bei nach Geschlechtern getrenntem
Unterricht die Jungs furchtbar unterlegen sein würden, während sie bei
Coedukation das Niveau senken würden.
Percy N. schrieb:> A. K. schrieb:>> Macht man es nicht, sitzen da fast nur Jungs drin. Nicht weil die Mädels>> das nicht könnten, sondern weil diese Rollenteilung umso ausgeprägter>> ist, je grösser die Wahlfreiheit ist.>> Ich habe die Vermutung, dass bei nach Geschlechtern getrenntem> Unterricht die Jungs furchtbar unterlegen sein würden, während sie bei> Coedukation das Niveau senken würden.
Das halte ich für Gender-Schwachsinn.
Dieses überlegene weibliche Niveau müsste sich ja dann später im Leben
mal irgendwo zeigen. In gleichberechtigten Gesellschaften müssten ja
jetzt langsam mal die wissenschaftlichen und technischen Durchbrüche
alle von Frauen gemacht werden.
Percy N. schrieb:> Ich habe die Vermutung, dass bei nach Geschlechtern getrenntem> Unterricht die Jungs furchtbar unterlegen sein würden, während sie bei> Coedukation das Niveau senken würden.
"die Leistungen von Jungen sind nur an koedukativen Schulen schwächer
als die von Mädchen" https://de.wikipedia.org/wiki/Koedukation
Dass Vorstellung, Chancengleichheit in einer gemischten Gesellschaft am
besten durch systematische Entmischung zu erreichen, ist allerdings
nicht leicht zu verdauen und politisch ein Sprengsatz.
Cyblord -. schrieb:> In gleichberechtigten Gesellschaften müssten ja> jetzt langsam mal die wissenschaftlichen und technischen Durchbrüche> alle von Frauen gemacht werden.
Nicht, so lange "irgendwas mit Menschen" oder - moderner - "irgendwas
mit Medien" die Berufwahl vieler Mädchen bestimmt.
Das ist ja gerade die Ironie dahinter. Je freier die Wahl, desto
ausgeprägter das Rollenverhalten. Wird die Entscheidung hingegen von
wirtschaftlichen und anderen Zwängen mitbestimmt, kann die Verteilung
deutlich gleichmässiger ausfallen als bei uns.
Gleichberechtigung führt nicht notwendigerweise zu Gleichheit, wie sich
zeigt. Sehr zum Missvergnügen jener, die sie das erhofft hatten. Und
soweit ein familiärer Einzelfall dafür stellvertretend sein kann, ist
auch Koedukation keine Gewähr dafür, dass die Entscheidungen anders
ausfallen.
Und welche Unterrichtsstunden wurden eigentlich reduziert? Die Zeit muss
ja von irgendwo kommen.
Und wenn man betrachten welcher Blödsinn in der letzten Zeit an den
Schulen dazu kam, dann müssten die Unterrichtsstunden von wirklich
wichtigen Fächern (Mathe, Physik) reduziert werden. Sie haben doch nicht
die gender-"studies" storniert oder?
Was wird jetzt für diese Informatik gestrichen? Ich hoffe doch nicht
z.B. Mathe (wobei ich mir das bei diesen "Experten" locker vorstellen
kann)
A. K. schrieb:> Und> soweit ein familiärer Einzelfall dafür stellvertretend sein kann, ist> auch Koedukation keine Gewähr dafür, dass die Entscheidungen anders> ausfallen.
Andersrum wars gemeint: Soweit ein familiärer Einzelfall dafür
stellvertretend sein kann, ist auch eine Mädchenschule keine Gewähr
dafür, dass die Entscheidung anders ausfällt.
A. K. schrieb:> Dass Vorstellung, Chancengleichheit in einer gemischten Gesellschaft am> besten durch systematische Entmischung zu erreichen, ist allerdings> nicht leicht zu verdauen und politisch ein Sprengsatz.
Das könnte daran liegen, dass diejenigen, die getrennte Bildungswege für
Jungen und Mädchen fordern, häufig zugleich auch unterschiedliche
Bildungsinhalte anstreben. Bei Schleiermacher luest sich das noch ganz
nett, in der aktuellen Praxis ist das natürlich abwegig.
Ich habe das zweifelhafte Privileg genießen dürfen, eine (vormalige)
"Wissenschaftliche Oberschule für Jungen" besuchen zu dürfen, im ersten
coeduzierten Jahrgang. Wir Schüler hatten Spaß, aber die Lehrer
schienen im Gegensatz zu uns erst herausfinden zu müssen, wie Mädchen
funktionieren, als hätten sie nie zuvor eins gesehen. Es klingt
grotesk, aber wir hatten damals getrennte Schulhöfe, für jede
Klassenstufe und jedes Geschlecht ein eigenes Areal. Eines Tages standen
die Jungs der Quinta an der sorgfältig auf dem Asphalt des Schulhofes
aufgemalten Demarkationslinie und skandierten "Die Mauer muss weg",
nahezu die ganze Pause lang. Im nächsten Jahr war der Spuk vorüber.
"So wurden in verschiedenen Studien z. B. auffallende Unterschiede im
Verhalten (Mädchen in koedukativen Schulen sind deutlich risikoscheuer
als Jungen, Mädchen in reinen Mädchenschulen aber nicht), den Leistungen
(die Leistungen von Jungen sind nur an koedukativen Schulen schwächer
als die von Mädchen), "
lautet Dein Zitat etwas weniger verkürzt, und beleuchtet das Problem der
Mädchen im coedukativen Technikunterricht: Sie lassen sich von den
Jungdn dominieren, die wiederum von der Verteidigung der eigenen
Dominanz (gerade auch über die anderen Jungen) so beansprucht werden,
dass der Gegenstand des Unterrichtes dabei zu kurz kommen muss.
Percy N. schrieb:> Sie lassen sich von den> Jungdn dominieren,
Wann war das so? Vor 100 Jahren? ;-) Oder beschreibst du die Situation
an einer SChule in der No-Go-Area?
Nichts von Greta, Angela, Annalena und ihren Beta-Männchen mitbekommen?
Kinder an die Macht schrieb:> Wann war das so? Vor 100 Jahren? ;-)
Das ist auch heute oft noch so. Liegt aber nicht nur an den Jungs.
Mädchen werden häufig anders erzogen als Jungs. Da wird anders gewichtet
was wichtig ist - oder was die Eltern glauben, dass für das Mädchen
wichtig ist. Dem Sohn zeugt man wie man ein Gerät repariert, das
Mädchen, das da auch gerne zugucken würde schickt man aber zur Mutter in
die Küche helfen. Das ist jetzt sehr überspitzt. Fakt ist, dass sich
Mädchen im Schnitt in den Naturwissenschaften für weniger kompetent
halten - auch wenn das nicht stimmt. Jungs hingegen überschätzen sich
oft. Das führt dann dazu, dass sich Mädchen in Naturwissenschaftlichen
Fächern weniger am Unterricht beteiligen.
Was ich auch einen wichtigen Beitrag finde ist die Attribuierung. Also
wie Jemand sich selbst eine positive/negative Erfahrung begründet.
Mädchen tendieren dazu gute schulische Leistungen external zu
attribuieren. Sie sagen sie hatten Glück oder die Prüfung war einfach.
Schlechte schulische Leistungen attribuieren sie öfter internal. Ich
habe zu wenig gelernt, ich bin dumm, ich kann kein Mathe, ...
Jungs attribuieren im Schnitt genau anders herum. Bei guten Leistungen
internal (ich kann Mathe, ich habe viel gelernt, ...) und bei schlechten
Leistungen external (Prüfung war zu schwer, fiese Korrektur, ...).
Das ist natürlich nicht bei jedem Mädchen und Jungen so, aber es gibt da
eben eine Tendenz.
https://www.researchgate.net/profile/Guenter_Faber/publication/232537780_Madchen_im_Mathematikunterricht_Selbstkonzept_und_Kausalattributionen_im_Grundschulalter/links/53df41f40cf2cfac992960f1/Maedchen-im-Mathematikunterricht-Selbstkonzept-und-Kausalattributionen-im-Grundschulalter.pdf
Dass es diese Tendenz gibt ist vermute ich Erziehungssache.
Gustl B. schrieb:> Das ist auch heute oft noch so. Liegt aber nicht nur an den Jungs.
Richtig. Die bösen Jungs haben (diesmal) nichts damit zu tun.
Das ist einfach die Natur. Du kannst nicht eine testosterongeladene
Maschine mit sowas vergleichen.
Gustl B. schrieb:> Das führt dann dazu, dass sich Mädchen in Naturwissenschaftlichen> Fächern weniger am Unterricht beteiligen.
Na klar. Das ist die Erklärung. Es interessiert sie ganz toll, aber sie
trauen sich halt nicht.
Und sie würden gern auch im Straßenbau arbeiten - werden aber von den
Männern unterdrückt und machen es dann doch nicht. Bei der Müllabfuhr
sind die Plätze unter Frauen auch sehr begehrt. Aber auch da trauen sie
sich nicht.
Wie wäre es mal mit dieser Erklärung: Dieser SCh.... interessiert sie
einfach nicht! Es gibt einige, die sich für sowas interessieren. Soll
ich beschreiben wie die (meistens) aussehen? Im Prinzip wie auch die
männlichen Nerds. Nur der Bart ist kürzer.
Cyblord -. schrieb:> Vielleicht wird es mal etwas strukuriert> wenn es ein Pflichtfach wird.
was denn abgewählt werden kann wie Physik?
wiviele schlagen hier auf und wollen den geschlossenen Stromkreis
erklärt haben?
Ich hatte selbst "Chefs" die am ICT einpolige Messungen von mir
verlangten!
Es würde ja reichen wenn die Lehrpläne wirklich mal in Physik dauerhaft
einen geschlossenen Stromkreis verankern würden und ohne dieses Wissen
auch zumindest den Schulabgängern das Abitur/Hochschulreife und den MSA
verweigern würden.
Joachim B. schrieb:> Es würde ja reichen wenn die Lehrpläne wirklich mal in Physik dauerhaft> einen geschlossenen Stromkreis verankern würden
Hier in Bayern ist der Stromkreis natürlich im Lehrplan. Und zwar in
Jahrgangsstufen in denen man Phsyik als Pflichtfach hat.
Joachim B. schrieb:> was denn abgewählt werden kann wie Physik?
Tja ... und dann kommt wer anders der Geographie für total wichtig hält
und findet es schlimm, dass das abgewählt werden kann. Oder Chemie, oder
Biologie.
Ich finde ein Schüler sollte alle Fächer mal gehabt haben. Für die
Grundlagen. Wenn es dann darüber weit hinausgeht, dann im
Wahlpflichtteil. Da kann sich der Schüler dann spezialisieren.
Der schwere Teil ist dann festzulegen was die Grundlagen sind die
unterrichtet werden sollen. Photosynthese? Verdauungssystem?
Zitronensäurezyklus? Matrizrechnung? Integrale? e-Funktion? Komplexe
Zahlen? Photoeffekt? Komptoneffekt? Radioaktivität? Die Burg im
Mittelalter? Der 30-jährige Krieg?
Alles nicht so einfach ... jeder findet unterschiedliche Dinge wichtig.
Percy N. schrieb im Beitrag #6404641:
> wurde ja auch nicht verwandelt ...
Den hab ich nicht mal selbst erkannt. Danke (-:
Gustl B. schrieb:> Der schwere Teil ist dann festzulegen was die Grundlagen sind die> unterrichtet werden sollen.
solange Hobbyhandwerker eher an Stromkreisen rumbasteln als um die Welt
zu segeln halte ich Physikgrundkenntnisse für nötiger, merkt man immer
wieder hier!
Gustl B. schrieb:> Der 30-jährige Krieg?
hochinteressant, ich kenne noch 333 Issos Keilerei
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Issos
aber nötig nur für smalltalk, im Leben nicht wirklich!
Gustl B. schrieb:> Ich finde ein Schüler sollte alle Fächer mal gehabt haben. Für die> Grundlagen. Wenn es dann darüber weit hinausgeht, dann im> Wahlpflichtteil. Da kann sich der Schüler dann spezialisieren.
Man sollte sich auch von der Vorstellung trennen, dass Schüler in der
Schule irgend etwas dauerhaft Nützliches lernen könnten, abgesehen von
Rechtschreibung, Grundrechenarten und anderen Alltagskünsten.
Die Spezialisierung im Wahlpflichtteil gibt dem Schüler immerhin die
Möglichkeit, das auszublenden, was er nie brauchen wird, sofern er es
schon weiß. Einer meiner Mitschüler wusste mit 14 schon genau, dass er
später Arzt werden wollte, was er auch geschafft hat. Irgendwie war er
mir damals unheimlich, obwohl wir uns gut verstanden haben.
Der Großteil der Schüler hat hingegen überhaupt keinen Plan, und ich
denke, man kann ihnen das nicht verübeln.
Percy N. schrieb:> Man sollte sich auch von der Vorstellung trennen, dass Schüler in der> Schule irgend etwas dauerhaft Nützliches lernen könnten, abgesehen von> Rechtschreibung, Grundrechenarten und anderen Alltagskünsten.
ich bin immer noch der Meinung das gewisse "Alltagskünste" also Physik
dazu gehören.
Beitrag "Re: Kondensator für Auto Hifi Radio"
wenn ich lese Student also Hochschulreife Abitur und dann den Ohmschen
Spannungsabfall bei zig Ampere nicht zu berücksichtigen.
Ein Kondensator kann Stromspitzen zwar überbrücken muss aber auch
nachgeladen werden, mit dünnen Bindfäden oder Klingeldraht geht das
nicht!
Soviel Wissen sollte man eben schon haben.
Aber wenn mir an der Kaufhauskasse einer sagt ich bin Student und kann
den m² Preis eines Abschnitts von der Rollenbahn von laufende Meter
nicht sagen, was soll man da von der aktuellen Hochschulreife halten.
OK manche Studenten sind dann irgendwo falsch abgebogen.
Joachim B. schrieb:> solange Hobbyhandwerker eher an Stromkreisen rumbasteln als um die Welt> zu segeln halte ich Physikgrundkenntnisse für nötiger, merkt man immer> wieder hier!
Klar merkt man das hier weil die hier aufschlagen. Ein Elektronikforum
ist aber nicht repräsentativ für die Themen im Leben. Ich behaupte mal
die meisten Menschen beschäftigen sich im Leben gar nicht mit Elektronik
oder Elektrik. Benutzen ja, aber reparieren oder verstehen wollen, nein.
Nicht falsch verstehen, ich finde Physik auch extrem wichtig, auch wenn
man es nie benötigt. Aber das sind Einzelmeinungen. Im Leben ist es
vielleicht wichtiger mit Geld umgehen zu können, sich gut verkaufen und
beeindrucken zu können, sich so zu ernähren und verhalten damit man die
Wohlstandskrankeiten vermeidet, soziales Geplänkel um erfolgreich eine
Partnerschaft führen zu können und Freunde zu finden, ... die Leute
kommen auch ohne Physik erstaunlich gut durchs Leben.
Joachim B. schrieb:> ich kenne noch 333 Issos Keilerei
Klar, das lernt man auf dem Gymnasium.
Joachim B. schrieb:> aber nötig nur für smalltalk, im Leben nicht wirklich!
Tja, vielleicht schon wenn man durch gute Smalltalkfähigkeiten mit den
richtigen Leuten zusammenkommt und so Geschäftspartner kennenlernt.
Man sollte unterscheiden zwischen:
- für das Überleben wichtig
- für das Leben wie es ist in der heutigen Welt wichtig.
Für das Überleben wären vor allem Sport und viele Handwerkfähigkeiten
sinnvoll. Und das Wissen von Biologie und Physik.
Für das Leben in einer Gesellschaft mit Arbeitsteilung und so, wie sie
eben ist, da sind andere Dinge wertvoll.
Percy N. schrieb:> Man sollte sich auch von der Vorstellung trennen, dass Schüler in der> Schule irgend etwas dauerhaft Nützliches lernen könnten, abgesehen von> Rechtschreibung, Grundrechenarten und anderen Alltagskünsten.
Aha. Also ein Schüler kann zwar Grundrechnen lernen, aber keine anderen
dauerhaft nützlichen Sachen? Also ich habe da vom Ohmschen Gesetz gehört
und finde das weiterhin nützlich.
Joachim B. schrieb:> wenn ich lese Student also Hochschulreife Abitur und dann den Ohmschen> Spannungsabfall bei zig Ampere nicht zu berücksichtigen.>> Ein Kondensator kann Stromspitzen zwar überbrücken muss aber auch> nachgeladen werden, mit dünnen Bindfäden oder Klingeldraht geht das> nicht!>> Soviel Wissen sollte man eben schon haben.
Das kommt darauf an wie gelernt wurde.
Leider wird vieles - auch in Mathe und Physik - nicht verstanden sondern
nur auswendig gelernt. Schüler werden schon in der Grundschule zum
Auswendiglernen erzogen. In den meisten Fächern haben sie Erfolg, wenn
sie stur auswendig lernen. Und das können die dann auch und wenden es
auf Fächer an in denen man verstehen sollte.
Tja und die Lehrer stellen dann auch viele Prüfungsfragen die durch
Auswendiglernen zu lösen sind. Einfach weil das sonst irre viel Kritik
gäbe und die Noten schlecht würden.
Ich verlinke hier nochmal einen alten Text der weiterhin gilt:
https://faculty.utrgv.edu/eleftherios.gkioulekas/OGS/Misc/ARUSSIAN.PDF
Der ist von Andrei Toom, einem Lehrer der in Russland und den USA
unterrichtet hat. Er vergleich die beiden Systeme. Heutzutage ist das
hier er es für die USA beschrieben hat. Die Schüler/Studenten wollen
fast immer nur gute Noten möglichst einfach und sind nicht interessiert
etwas tiefer zu verstehen. Ist jetzt natürlich auch pauschalisiert, aber
in die Richtung geht es.
Keiner braucht Informatik als Pflichtfach.
Aber alle brauchen Mathe und Physik.
Dualer Student der Informatik hier in der Arbeit: Kennt die Faktoren für
Einheiten nicht. Milli, Mikro, Nano etc. Aber ist in der Lage zu sagen
123 µs ist langsam. Auf meine Frage was denn der Faktor für µ sei,
konnte er nur antworten "Keine Ahnung".
Gustl B. schrieb:> Percy N. schrieb:>> Man sollte sich auch von der Vorstellung trennen, dass Schüler in der>> Schule irgend etwas dauerhaft Nützliches lernen könnten, abgesehen von>> Rechtschreibung, Grundrechenarten und anderen Alltagskünsten.>> Aha. Also ein Schüler kann zwar Grundrechnen lernen, aber keine anderen> dauerhaft nützlichen Sachen? Also ich habe da vom Ohmschen Gesetz gehört> und finde das weiterhin nützlich.
Das war etwas unglücklich formuliert; gemeintxwar, man sollte nicht
allzu viel erwarten. Wie hoch man die Messlatte kegen will, muss jeder
in jedem Einzelfall wohl selbst entscheiden. Eine naive Vorstellung
eines Hebels wird man eher erwarten dürfen als das Konzept eines
Dreisatzes, aber ob Ohm und Kirchhoff sitzen müssen, halte ich für
fraglich.
Ich habe vor ein paar Jahren in einem Supermarkt zwei junge Mänber
erleben dürfen, Habitus etwa Stud MaschBau, die für irgend eine
Fressivität einkaufen wollten und nun beratschlagten, welcher Käse
erstanden werden sollte. Irgendwann kam einer der beiden auf die Idee,
dass die einzelnen Sorten mit unterschiedlichen Gewichten abgepackt und
daher die Preise nicht direkt vergleichbar seien. Halkeluja! Und nun
ging die Raterei los, wie man das jetzt verechnen müsse ...
Die Grundpreise standen sowohl am Regal als auch auf der Ware selbst.
Ich hoffe, dass es nicht wirklich MaschBauStudis waren.
Nick M. schrieb:> Keiner braucht Informatik als Pflichtfach.> Aber alle brauchen Mathe und Physik.
Genau so.
Dort können sie dann auch mal irgendwelche Simulation am PC machen,
Funktionen plotten, irgendwelche Figuren drehen spiegeln skalieren,
usw..
Aber Blödsinn a la abstrakte Klasse , Polymorphie, rekursiver Binärbaum
zum Allgemeinwissen für alle zu erklären und als Pflichtfach zu
definieren - das ist einfach nur krank.
Percy N. schrieb:> Das war etwas unglücklich formuliert; gemeintxwar, man sollte nicht> allzu viel erwarten.
Man sollte nicht allzu viel verlangen.
Das Wissen vermehrt sich exponentiell. Was Einstein vor 100 Jahren alles
in der Schule über Physik gelehrt hat, haben die Schüler wahrscheinlich
nach der 9. Klasse drauf.
Ich meine, wie kann man von Kindern immer mehr verlangen (jetzt noch die
Infomatikkenntisse!), wenn sie schon in der Schule Grundlagen der
Quantenphysik vermittelt bekommen (in weiterfürhren
Wahlpflichtveranstatlungen). Einstein konnte damals dieses Wort nicht
mal schreiben!
einverstanden schrieb:> Aber Blödsinn a la abstrakte Klasse , Polymorphie, rekursiver Binärbaum> zum Allgemeinwissen für alle zu erklären und als Pflichtfach zu> definieren - das ist einfach nur krank.
In der Tat. An manchen Gesamtschulen hatte man extreme Probleme, während
des Lockdowns mit den Schülern irgendeine Form des E-Learnings
durchzuführen, da es an absoluten IT-Grundkenntnissen fehlte. Ein
solcher Pflicht-Informatik-Unterricht müsste:
- Alles am Handy/Tablet machen; einen PC kann sich keiner leisten
- WLAN zur Verfügung stellen; einen Heim-Internet-Anschluss oder gar
mobile Daten kann sich erst recht keiner leisten (Danke, Telekom!)
- Die folgenden Grundkenntnisse vermitteln:
- Einen Browser starten
- Eine Website aufrufen
- Eine Google-Suche durchführen
- Bei Wikipedia recherchieren
- Arbeitsergebnisse in einem Dokument speichern
- Ein Webforum (Moodle) benutzen (WhatsApp & Co sind verboten)
- Apps installieren
Diese Aspekte wären für Lernen auf die Entfernung essentiell gewesen,
aber jetzt ist es zu spät. Vielleicht kann man ja für den nächsten
Lockdown vorsorgen.
Die einzige IT-Kenntnis vieler Schüler ist anscheinend Instagram und
WhatsApp. Alles andere, was für unsereins selbstverständlich ist,
übersteigt die Fähigkeiten um ein Vielfaches. Man kann sich das nicht
vorstellen, aber das Web haben viele noch nie gesehen!
PS: Der Physik-Unterricht bei uns war sehr gut. Die Formeln und Gesetze
hab ich größtenteils längst vergessen, aber ich fand sehr gut wie
systematisch erläutert wurde, wie historisch wissenschaftliche
Erkenntnisse bewiesen wurden: Die Existenz von Atomen, Elektronen,
schwarzen Löchern... Diese Denkweise zu lernen könnte
Verschwörungstheorien bremsen. Da muss man allerdings sehr früh
ansetzen, vermutlich in der Grundschule, aber natürlich mit einfacheren
Beispielen die sich anschaulich direkt beweisen lassen.
einverstanden schrieb:> Dort können sie dann auch mal irgendwelche Simulation am PC machen,> Funktionen plotten, irgendwelche Figuren drehen spiegeln skalieren,> usw..
Können sie gerne. Der Computer als Werkzeug. Hab ich kein Problem damit.
Informatik als Pflichtfach ist wie:
Rechnungswesen, theoretische Physik (dunkle Materie usw,), Dudelsack als
Pflichtinstrument, Verordungen für die Landwirtschaft, Überkopfschweißen
von Edelstählen mit Spiegel, ...
Ich kann den Verantwortlichen für unser Bildungswesen nur das nahelegen:
https://www.youtube.com/watch?v=MRrPbNLhEuQ
Dauer aber 1 1/2 Stunden. Hier werden Zusammenhänge die für die
Entwicklung des Hirns wichtig sind erklärt. Gibt noch mehr von Manfred
Spitzer, finde ich alles sehr interessant.
einverstanden schrieb:> Einstein konnte damals dieses Wort nicht> mal schreiben!
Wie auch wenn er für seine Arbeiten zu Grundlagen der Quantentheorie
erst später seinen Nobelpreis Physik bekommen hat.
Aber so klein wie du meinst war das Wissen damals nicht. Die
Maxwellschen Gleichungen gab es schon früher, auch wenn die weder damals
noch heute in der Schule gelehrt worden sein dürften.
Gustl B. schrieb:> Ein Elektronikforum> ist aber nicht repräsentativ für die Themen im Leben. Ich behaupte mal> die meisten Menschen beschäftigen sich im Leben gar nicht mit Elektronik> oder Elektrik. Benutzen ja, aber reparieren oder verstehen wollen, nein.
dazu gibt es aber viel zu viele youtube Videos die irgendwas ohne
Grundlagen zusammenbasteln und dann heulen die Nachbauer oder töten
unschuldige SoC.
Sorry ohne Physikgrundlagen geht halt absolut nichts in unserer Welt.
Wieviele Hobbyschrauber haben einen Akkuschrauber und basteln
Holzbretter zusammen, ein Haus/Carport/Fahrradschuppen was nicht beim
ersten Wind umfällt oder bei etwas mehr Schnee auf dem Dach wird das
noch lange nicht.
Auch dazu braucht man Physik.
Programmierer schrieb:> einen Heim-Internet-Anschluss oder gar> mobile Daten kann sich erst recht keiner leisten (Danke, Telekom!)
Was ist das denn für eine alternative Wahrheit?
30 Euro im Monat ist "nicht leistbar"?
Selbst bei Harz4 gibt der Staat ca. 30 Euro monatlich dazu.
Udo S. schrieb:> Was ist das denn für eine alternative Wahrheit? 30 Euro im Monat ist> "nicht leistbar"?
Für viele nicht. Wer sich auch keine Schulhefte oder Bücher leisten
kann, wo 4 Kinder in einem Schlafzimmer schlafen, ... der Staat bzw. das
Schulsystem kann den Leuten nicht vorschreiben, wie sie ihr Geld
ausgeben sollen, besonders denen nicht, die sowieso in Armut leben.
Udo S. schrieb:> Selbst bei Harz4 gibt der Staat ca. 30 Euro monatlich dazu.
Haben viele nicht.
Schulfächer sind doch generell ... ähm
mal ehrlich der Durchschnittsdeutsch ist fürchterlich unmusikalisch,
Musikunterricht ist also vielfach vergebens.
Nein, den will ich nicht abgeschaft wissen,
aber Informatik ist eben auch nicht nutzloser (mMn im Gegenteil)
Ich finde gut, wenn Kinder Dinge lernen die später nützlich sein
könnten.
für manche ist das Sport, Philosophie oder Geschichte
für andere Mathematik, Physik oder Chemie
und für wieder Andere eben Informatik, Musik oder Kunst
Wieso also die Kinder nicht was lernen lassen
mit dem sie später vielleicht nicht ihren Lebensunterhalt verdienen,
mindestens aber ein besseres Verständniss für Ihr Umfeld haben?
(ist wie mit den Fremdsprachen, ich hab französisch nie gebraucht, werd
ich wohl auch nichtmehr... trotzdem gut, dass man aufgeschnappte
Bröckchen versteht, das macht die Welt kleiner und freundlicher)
nur weil die Eltern das nicht beherrschen und dem (zu unrecht) keinen
Wert beimessen?
eben!
'sid
Programmierer schrieb:> Für viele nicht. Wer sich auch keine Schulhefte oder Bücher leisten> kann, wo 4 Kinder in einem Schlafzimmer schlafen, ... der Staat bzw. das> Schulsystem kann den Leuten nicht vorschreiben, wie sie ihr Geld> ausgeben sollen, besonders denen nicht, die sowieso in Armut leben.
Ja, so ähnlich hat sich auch Christina Jäger für das zuständige
Ministerium letztlich in der Bundespressekonferenz geäußert, als die
neuen Hartz4-Sätze vorgestellt wurden. Auf die Frage des Journalisten
Jung, warum im "Warenkorb" für Bildung pro Monat keine zwei Euro
vorgesehen seien, erklärte Frau Jäger, es sei jedem selbst überlassen,
was er mit dem Geld anfange.
Leider hat Jung davon abgesehen, nachzufragen, ob sich die Leute die
Schulhefte vom Mund absparen sollen.
Percy N. schrieb:> Auf die Frage des Journalisten> Jung, warum im "Warenkorb" für Bildung pro Monat keine zwei Euro> vorgesehen seien, erklärte Frau Jäger, es sei jedem selbst überlassen,> was er mit dem Geld anfange.
Und deswegen haben Lehrer an bestimmten Schulen immer einen Satz
Reserve-Bücher, -Blöcke, -Stifte, -Malkästen usw. zur Hand, um die
Schüler, die sich das nicht leisten können, zu versorgen. Wobei wie
gesagt viele auch kein Hartz IV haben, z.B. weil sie das dafür nötige
Beamtendeutsch nicht bewältigen können oder gar nicht wissen, dass es
das gibt. Asylsuchende bekommen sowieso keins.
sid schrieb:> das macht die Welt kleiner und freundlicher)
Nicht doch, im Gegenteil.
Mitteilungen wie
"Ich habe Hunger"
"Ich bin müde"
"Meine Windel ist nass"
kann jedes Wickelkind ohne jedewede Sprachkenntnisse kommunizieren.
"Ich will das haben"
"Das kriegst Du aber nicht, das ist meins!"
"Das glaubst Du!"
schafft man auch noch nonverbal; und auch für
"Ich will mich jetzt paaren" und
"Träum was anderes und mach's Dir selbst"
sind noch keine Sprachkenntnisse erforderlich.
Man kommt also auch ohne verbale Kommunikation ganz brauchbar durch
wesentliche Situationen des Lebens.
Aber der Kreis der Leute, mit denen Du den halben Tag lang um Kaisers
Bart streiten kannst, wächst durch Sprachlenntnisse gewaltig. Deine Welt
wird also größer. Und potentiell unfreundlicher...
einverstanden schrieb:> Aber Blödsinn a la abstrakte Klasse , Polymorphie, rekursiver Binärbaum> zum Allgemeinwissen für alle zu erklären und als Pflichtfach zu> definieren - das ist einfach nur krank.
Das sagst du jetzt zu Informatik. Jemand Anderes kommt mit dem gleichen
Argument und legt Axt an Themen der Biologie (Zitronensäurezyklus), der
Chemie (stöchometrische Gleichungen), der Mathematik (komplexe Zahlen),
...
Das ist eben was das Gymnasium ausmacht, dass es deutlich mehr lehr als
man später braucht. Niemand wird gezwungen dorthin zu gehen, zumindest
nicht vom Staat. Man kann auch sehr gut ohne Gymnasium studieren, wir
haben ein extrem durchlässiges Bildungssystem.
Mittelschule -> Ausbildung -> Meister -> Studium an Uni
Mittelschule -> Ausbildung -> BOS -> Fachgebundenes Abi -> HF
Mittelschule -> Ausbildung -> BOS -> Abi -> Uni
Realschule -> FOS -> Fachgebundenes Abi -> HF
Realschule -> FOS -> Abi -> Uni
Um mal ein paar Wege zu nennen.
Wenn du jetzt anfängst am Gymnasium zu kürzen, dann bleibt da
irgendwann, nachdem Jeder mal was streichen durfte was er für
überflüssig hält, Realschule übrig.
Joachim B. schrieb:> dazu gibt es aber viel zu viele youtube Videos die irgendwas ohne> Grundlagen zusammenbasteln und dann heulen die Nachbauer oder töten> unschuldige SoC.
Ja und? Es gibt auch irre viele Leute die sich falsch ernähren oder
sonst wie Schaden zufügen.
Das Problem ist eher, dass heute oft nur (öffentlich) gejammert wird
statt daraus zu lernen. Und es ist auch völlig üblich geworden, dass
Leute einfach Dinge tun ohne vorher mal zu gucken was geht und wie das
Andere gemacht haben.
Joachim B. schrieb:> Wieviele Hobbyschrauber haben einen Akkuschrauber und basteln> Holzbretter zusammen, ein Haus/Carport/Fahrradschuppen was nicht beim> ersten Wind umfällt oder bei etwas mehr Schnee auf dem Dach wird das> noch lange nicht.>> Auch dazu braucht man Physik.
Klar braucht man die. Aber wie viele der Leute die einen korrekten
Carport gebaut haben haben vorher tatsächlich mit Physik gerechnet? Ich
vermute das tendiert gegen Null. Was berechnet wurde war elementare
Geometrie. Aber ganz sicher nicht mit Lastverteilung oder Hebelkräften.
Da nimmt man lieber gleich einen etwas dickeren Balken.
---------------------------------------------------------
Ich will ja hier nicht sagen, dass Informatik so irre wichtig ist oder
unwichtig ist. Ich will eigentlich zwei Dinge sagen:
1. Gymnasium (und nein, das habe ich nicht studiert) sollte Gymnasium
bleiben und nicht im Niveau gesenkt werden. Denn dann wird als Nächstes
das Niveau der Studiengänge gesenkt. Alles schon passiert. Ist nicht gut
für die Bildung. Es muss auch nicht die Mehrheit der Leute Abi haben, so
viele Studierte braucht es nicht. 10% mit Abi würde prima reichen wenn
die dann auch studieren und nicht wie heute oft Ausbildungen machen.
Den Rest decken Realschule und Mittelschule ab. Und dann wären die
Abschlüsse auch wieder mehr wert. Heutzutage ist ein Realschulabschluss
mit mäßigen Noten kaum zu gebrauchen. Viele Ausbildungsbetriebe wollen
sehr gute Realschulabschlüsse oder Abitur. Ausnahmen sind dort wo Leute
fehlen wie im Handwerk.
2. Es ist nicht so wichtig welche Details und Fakten Kinder lernen,
sondern dass sie Denken lernen. Sie sollen lernen selbständig zu denken,
Dinge zu hinterfragen, auch eigene Ergebnisse anzuzweifeln, zu
überprüfen, zu vergleichen. Sie sollen nicht lernen Dinge unhinterfragt
auswendig zu lernen und zu reproduzieren und auch nicht Dinge zu glauben
nur weil das Jemand mit Reichweite/Autorität sagt.
Ich vermute wenn wir das schaffen haben wir schon vieles besiegt, die
Pseudowissenschaften/Esoterik und auch die Leute die Aussagen von
Politikern/seltsamen "Experten"/Meinungsmachern nur nachplappern ohne zu
hinterfragen oder sogar unhinterfragt in ihr eigenes Weltbild aufnehmen
(5G hat Corona verursacht!!!).
Wie kann man das gut beibringen? Im wissenschaftlichen Unterricht. Da
sollen aber nict irgendwelche Dinge wie U=R*I vom Himmel fallen, sondern
man muss sie erstmal selber im Unterricht erforschen. Dann überprüfen ob
das denn tatsächlich stimmt. Erst danach kann man das als belastbare
Aussage betrachten und verwenden.
Genauso in Mathe, so eine Formel wie die Mitternachtsformel ist irre
praktisch, aber auch die muss verstanden werden und darf nicht nur
geglaubt werden.
Gustl B. schrieb:> 1. Gymnasium (und nein, das habe ich nicht studiert) sollte Gymnasium> bleiben und nicht im Niveau gesenkt werden. Denn dann wird als Nächstes> das Niveau der Studiengänge gesenkt. Alles schon passiert. Ist nicht gut> für die Bildung.
Das ist in D schon längst geschehen. Irgendwer kam auf die unglaublich
schlaue Idee, 50 % jedes Jahrgangs sollten Abitur machen und 30 %
studieren.
Parallel dazu wurden Ausbildungsberufe wie "Kaufmann im Einzelhandel,
Fachbereich Tankstelle" und "Fachkraft Systemgastronomie" erfunden,
"Handelsfachpacker" und "Kaufmann für Lagerwirtschaft" gab es wohl schon
länger. Früher hießen duese Kaufleute einfach Kaufmannsgehilfen, und
niemand hatte Anlass, sich daran zu stören.
Vor sechs Jahren fielen mir die ersten dualen Studentinnen an der
Aldi-Kasse auf.
Ich warte noch auf den HwK-Abschluss "Handlanger" oder
"Produktionshelfer".
Was soll der Quatsch?
Percy N. schrieb:> Das ist in D schon längst geschehen.
Leider. Bildung ist unser wichtigster Rohstoff. Da brauchen wir nicht
herdenweise Mittelmaß das dann den Bachelor mit Bulimielernen in
Regelstudienzeit macht. Wir brauchen gute Leute die dann auch gerne
länger studieren aber am Ende auch etwas können, kreativ denken gelernt
haben, auf gute neue Ideen kommen, ...
Das fängt in der Schule an. Man sollte Kinder nicht (wie derzeit üblich)
darauf trainieren möglichst gut und schnell Fakten auswendig zu lernen.
Vielleicht fängt das auch schon vorher an, vor der Schule. Kleine Kinder
sind neugierig, die wollen vielen Dingen auf den Grund gehen. Das ist
irre nervig, aber wichtig. Die stellen da richtig schwere Fragen. Warum
ist der Himmel blau?
Dann vergeht Zeit, einige Jahre späte sind die selben Kinder großteils
desinteressiert. Was ist dazwischen passiert? Wo wurde ihnen dieser
innere Forscherdrang aberzogen?
Ich weiß das nicht. An einer Schule haben wir im Fach Natur und Technik
Geräte vom Wertstoffhof zerlegt und "zerforscht" das fanden die Kinder
sehr spannend. Ich glaube, dass jedes Kind erstmal neugierig ist und
gerne seine Umwelt erkundet. Und wenn man das Kind nicht daran hindert
(darf zu Hause nicht basteln oder viele Fragen werden mit "das ist so,
basta", "das macht man so weil man das schon immer so macht") oder ihm
beibringt, dass Fragen stellen ungewünscht ist, dann bleibt das auch
neugierig/interessiert.
Percy N. schrieb:> "So wurden in verschiedenen Studien z. B. auffallende Unterschiede im> Verhalten (Mädchen in koedukativen Schulen sind deutlich risikoscheuer> als Jungen, Mädchen in reinen Mädchenschulen aber nicht), den Leistungen> (die Leistungen von Jungen sind nur an koedukativen Schulen schwächer> als die von Mädchen),
Jungen werden in der Schule für die gleichen Leistungen schlechter
bewertet. Im deutschen Schulsystem sind eher weibliche Tugenden gefragt
wie still sitzen, malen usw.
Gustl B. schrieb:> Dann vergeht Zeit, einige Jahre späte sind die selben Kinder großteils> desinteressiert. Was ist dazwischen passiert? Wo wurde ihnen dieser> innere Forscherdrang aberzogen?
Das nennt sich Pubertät: der Forscherdrang konzentriert sich auf den
eigenen Körper, explorative Humangenetik und den corpus dilecti.
uns hilft nur noch Einwanderung wie in "normalen" Ländern also vorallem
leute mit Studium und Sprachkentnissen ... aktuell vergreisen wir rapide
und mit <1 kind pro fertile frau ... vielleicht atmet dann die ganze
Welt auf ;-)
Percy N. schrieb:> Man kommt also auch ohne verbale Kommunikation ganz brauchbar durch> wesentliche Situationen des Lebens.>> Aber der Kreis der Leute, mit denen Du den halben Tag lang um Kaisers> Bart streiten kannst, wächst durch Sprachlenntnisse gewaltig. Deine Welt> wird also größer. Und potentiell unfreundlicher...
kannste mal sehen wie verscheiden wir die Welt wahrnehmen..
ein Beispiel: ich spreche/verstehe kein Arabisch und finde es klingt
zunächst.... öhm... sagen wir unfreundlich für mein europäisches Ohr.
Nun lief ein Vater mit seiner kleinen (~5-6?) Tochter an der Hand vor
mir her und ich glaubte er wäre ihr wegen irgendwas böse (wie gesagt
klang für mich inhaltlich ach "mach das nicht nochmal junges
fräulein!!!"...)
Das Mädchen entgegnete ihrem Vater auf Deutsch
"Papa, auf Deutsch; Du musst das doch auch lernen!"
er
"Ja Schatz,... wie war es bei dein Freundin, hattest Du Spass?"
und schwupp... verstehen was der Mann sagte hat ihn schon viel
sympathischer erscheinen lassen.
klar, das geht mit Franzosen sorum nicht,
da klingt ja erstmal alles wie eine Aufforderung zum Geschlechtsakt.
Aaber egal wie besch* man pseudo französisch daherstammelt,
in Frankreich werden die Menschen SCHLAGARTIG deutlich freundlicher,
wenn man es wenigstens versucht!
Quatscht man die dummdreist auf Deutsch oder Englisch an, ist die
Antwort meistens abwinkend und nein.
Sowas meine ich..
Irgendwann im letzten Jahrtausend (1996? sowas) hatte ich mich in ein
kleines
Dorf in den italienischen Alpen verfahren (sightseeing statt stau war
der Plan... egal)
ich stand also relativ hilflos mit meinem deutschen Kennzeichen und nem
FalkPlan von 1978 auf dem Dorfplatz (Linde (mit Rundbank...wie im Film),
Bäcker, Metzger, Post...alles zu!)
ältere Menschen schauten mich fragend an, ignorierten mich aber
weitestgehend.
bis ich eine ältere Dame die direkt an mir vorbeilief ansprach und um
Hilfe bat (mit schlimm eingerosteter Sprach(in)kompetenz)
es dauerte keine 3 Minuten und die Dame hatte ein halbes Dutzend
Menschen zusammengetrommelt die versuchten mir auf dem FalkPlan den Weg
zurück zur Autobahn zu zeigen.
Sie waren sich nur nicht einig wo in dem Plan wir eigentlich genau
seien.
da waren schonmal so 120km Unterschied in den einzelnen Zeigefingern.
Es wurde viel diskutiert, und lange!
Bis ein Mann sich entschied, dem ein Ende zu bereiten, sein Auto holte
und mich bat ihm hinterherzufahren;
er würde mich zur Autobahn bringen, das wäre einfacher als -wie er
sagte-
"alten Hennen beim Gackern zuzuhören"
mit vielen guten Wünschen für gute Reise und schönen Urlaub etc
war ich knapp zehn Minuten später auf der Autobahn.
Im Grunde war das schon das Bemerkenswerteste was in dem Urlaub
geschehen ist; und ich bezweifle, dass das ebenso herzlich gelaufen wäre
in einer
den Dorfältesten unbekannteren Sprache.. (wenngleich mir da ein
Vergleich fehlt)
Also doch doch.. verbale Verständigungsmöglichkeit ist schon schön :D
Gut, das ist jetzt bei Informatik vllt auch ein schlechtes Beispiel mit
der Sprache,
aber wie Kenntnisse in Mathematik helfen den alltäglichen
Lebens/Arbeitswahnsinn zu meistern so würden Grundlagen der informatik
ebenfalls helfen
und sei es nur zu Verstehen was diese depperte Windowsfehlermeldung da
nun bedeuten soll auch mal ohne direkt die komplette Familie
durchzutelefonieren.
'sid
Gustl B. schrieb:> Vielleicht fängt das auch schon vorher an, vor der Schule. Kleine Kinder> sind neugierig, die wollen vielen Dingen auf den Grund gehen. Das ist> irre nervig, aber wichtig. Die stellen da richtig schwere Fragen. Warum> ist der Himmel blau?> Dann vergeht Zeit, einige Jahre späte sind die selben Kinder großteils> desinteressiert. Was ist dazwischen passiert? Wo wurde ihnen dieser> innere Forscherdrang aberzogen?
Weil den Kindern eben so viel irrelevantes Zeug reingeprügelt wird, dass
sie keinen Spaß mehr am Lernen haben, während ihre Interessensgebiete zu
kurz kommen. Was interessiert mich als technikaffiner Mensch, welcher
Kaiser 1350 Österreich regiert hat und wie viele Metaphern auf Seite 110
von "Faust" vorkommen und was juckt es mich als Sprachgenie, was ein
n-dimensionales Monoid ist? Natürlich sollte trotzdem jeder rechnen
können, wissen was Hitler gemacht hat und wer Goethe war.
Cyblord -. schrieb:> Das halte ich für Gender-Schwachsinn.> Dieses überlegene weibliche Niveau müsste sich ja dann später im Leben> mal irgendwo zeigen. In gleichberechtigten Gesellschaften müssten ja> jetzt langsam mal die wissenschaftlichen und technischen Durchbrüche> alle von Frauen gemacht werden.
Wird schwierig, der durchschnittliche IQ liegt bei den Männchen ja ein
paar Punke höher und bei den hochbegabten sind die auch überproportional
vertreten.
Sigmund Frust schrieb:> durchschnittliche IQ liegt bei den Männchen ja ein> paar Punke höher und bei den hochbegabten sind die auch> überproportional vertreten.
Da ist wieder nur die Hälfte richtig. Der Mittelwert über das Spektrum
der Begabungen (technisch und sprachlich zusammengezählt) ist gleich
zwischen Mädchen und Jungs. Allerdings ist die Verteilung
unterschiedlich. Die Verteilung von ist schmalbandiger. D.h. nur sehr
wenige Mädchen sind im obersten Bereich, wie auch im untersten Bereich.
Es gbt daher auch weniger Mädchen, die nicht lesen können und einfache
Zahlen addieren können als bei den Jungs. Das hat die Natur so
eingerichtet, dass die kleinen Abweichungen von der Mitte größer sind
als bei den Mädchen. Das hat die Natur so eingerichtet damit die Mädchen
selektieren können, wer sich am besten an die neue Situation angepaßt
hat und dessen Gene wollen diese für ihr Baby unbedingt haben. Darum
sind für viele Frauen auch verheiratete Männer viel interessanter als
welche die schon etwas länger am Suchen sind.
Dieter schrieb:> Die Verteilung von ist schmalbandiger. D.h. nur sehr> wenige Mädchen sind im obersten Bereich, wie auch im untersten Bereich.> Es gbt daher auch weniger Mädchen, die nicht lesen können und einfache> Zahlen addieren können als bei den Jungs.
Das ist korrekt. Bei Männern gibt es mehr Genies aber auch mehr
komplette Trottel.
Dieter schrieb:> Da ist wieder nur die Hälfte richtig. Der Mittelwert über das Spektrum> der Begabungen (technisch und sprachlich zusammengezählt) ist gleich> zwischen Mädchen und Jungs.
Nein, da bist du Opfer der Propaganda geworden. Der Mittelwert ist nur
gleich, weil man bei der Messung trickst indem man jeweils auf den
Mittelwert 100 normiert (aus "Antidiskriminierungsgründen").
Lässt man die geschlechterspeziefische Normierung weg, dann liegen die
Männchen um ein paar Punkte höher. Ursache ist das durchschnittlich
größere Gehirn bei den Männchen.
Sigmund Frust schrieb:> Ursache ist das durchschnittlich> größere Gehirn bei den Männchen.
Ist das wirklich so? Männer sind eben im Schnitt größer, haben also
folglich größere Füße, Hände, wiegen mehr, und haben auch einen größeren
Kopf mit mehr Hirnmasse. Aber sind sie deswegen auch intelligenter? Da
würde ich gerne mal eine Quelle sehen. Größer ist nicht immer besser.
Frauen leben z. B. im Schnitt länger obwohl sie kleiner sind. Nicht
alles was schon korreliert hängt tatsächlich zusammen:
https://www.tylervigen.com/spurious-correlations
Gustl B. schrieb:> Frauen leben z. B. im Schnitt länger obwohl sie kleiner sind.
1.) Da besteht auch keine Relation. Aber man schaue sich die Evolution
an. Größeres Gehirn = Intelligenter. Das passt vom Hamster über den
T-Rex bis zur ganzen Homo Reihe. Ob das zwischen Männern und Frauen aber
TATSÄCHLICH einen praktischen Unterschied macht, darf bezweifelt werden.
Der wichtige Faktor sind wirklich die größeren Ausschläge nach oben und
unten auf der IQ Skala.
2.) Dass Frauen länger leben hat wohl nur zu einem kleinen Teil ein
physiologisches, als mehr eine Gesellschaftliche Ursache. Frauen gehen
z.B. öfter zum Arzt als Männer, ernähren sich im Schnitt gesünder usw.
Gustl B. schrieb:> Sigmund Frust schrieb:> Ursache ist das durchschnittlich> größere Gehirn bei den Männchen.>> Ist das wirklich so?
Ja, Männchen haben im Mittel ein größeres Gehirn und die Größe
korreliert bei beiden Geschlechtern mit dem IQ.
Zumindest ist das auch nachvollziehbar, sonst müsste man ja spekulieren,
ob die schlauen Männchen aus irgendwelchen Gründen ein besseres Gehirn
haben.
Cyblord -. schrieb:> Dass Frauen länger leben
liegt wohl daran das Männer nur wenige Grundbedürfnisse haben die
leichter zu erfüllen sind.
Frauen ihre Grundbedürfnisse dauerhaft zu erfüllen ist viel
anstrengender, das kostet Lebenszeit.
Joachim B. schrieb:> na na kann nicht stimmen, üblicherweise leben kleinere Säuger kürzer!
Innerhalb der Art ist gemeint, nicht übergreifend. Kleine Hunderassen
leben länger als grosse.
> Informatik soll Pflichtfach an Schulen werden
Ein schöner erster Schritt wäre, wenn z.B. die Regierungsmitglieder,
-die uns meist ziemlich unwidersprochen die Welt erklären dürfen-
u.a. diesbezüglich wenigstens eine Grundausbildung hätten
Genoss(inn)en dürfen.
Beispiele (Quelle u.a.: Wikipedia):
Merkel: Ost-Physikerin/Chemikerin, vorher Klassenbeste in Russisch
und immerhin auch Mathe, später dann politisch tätig
(d.h.: politisch agitierend)
Scholz: Das "Studium der Rechtswissenschften"
hat ihm womöglich jede Befangenheit genommen, bei
Finanz"vorkommnissen", à la HSH Nordbank, Wirecard,
CUM-Ex; sowie der kürzlichen
Neuverschuldung Deutschlands von insgesamt bescheidenen
ca. 3000000000000 €
( i.W. 3 Billionen €, stimmt die Zahl der Nullen?).
Altmaier: (Immerhin entlassen als) Obergefreiter der Bw,
weiterhin abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaft.
Karliczek: Diplom-Kauffrau
Scheuer: Lehramt für Realschulen, Politikwissenschaft
Das wäre sowieso mal wünschenswert wenn, wenn wir in der Regierung
Experten hätten und die Leute nicht von dem einen Ministeramt zum
nächsten wechslen. Expertise sollte man nicht den Lobbyisten überlassen.
Aber das sagt sich leicht. Selbst wenn da ein IT Experte wäre, dann
würde der auch von allen Seiten bedrängt. Von der Wirtschaft, von
Lehrerverbänden, ... am Ende ist das auch ein Mensch, der kann sich
entscheiden zwischen:
- Seine aus IT Sicht besten Ziele verfolgen aber von vielen Leuten daran
gehindert werden. Das ist dann ein Kampf gegen Windmühlen und gegen
viele Interessengruppen.
- Den einfachen Weg gehen, das machen was die mächtigsten Gruppen wollen
und das Geld nehmen. Da kommt dann vielleicht ein IT Lehrplan bei raus
den ein Microsoft Lobbyist geschrieben hat und es wird nicht
irgendwelche Rechner an Schulen geben sondern iPads weil das die andere
Lobby so will.
Tja. Auch Merkel ist nicht dumm. Die Politik die sie macht ist ein
Kompromiss. Da wirken viele Gruppen auf sie ein und sie versucht das
irgendwie so umzusetzen, dass alle einverstanden sind. Sie weiß
vermutlich selber, dass das nicht das Beste für die Umwelt, die nächste
Generation, ... ist. Aber es ist im Moment der beste Kompromiss um zu
viel schlechte Presse zu vermeiden.
Tja die Amerikaner fahren da etwas smarter. Trump hat einen großen Teil
seiner Versprechen eingelöst. Niedrigste Arbeitslosenquote ever (vor
Corona), höchster Dow Jones Stand ever (vor Corona), Mauer zu Mexiko
steht illeg. Einwanderung: -80%, andere Nato-Staaten zahlen mehr USA
weniger zur Nato, neue Deals mit Kanada, Mexiko, Korea, Japan, China
abgeschlossen.
Bevor die Empörung kommt: Scholz und co. kleistern die Coronafolgen im
Moment noch mit absurd hohen Schulden zu, sonst hätten wir auch sehr
viel mehr Arbeitslose.
pmurt dlanod schrieb:> Bevor die Empörung kommt: Scholz und co. kleistern die Coronafolgen im> Moment noch mit absurd hohen Schulden zu, sonst hätten wir auch sehr> viel mehr Arbeitslose.
stimmt, aber da stehst Du ziemlich allein da mit Deiner Meinung, hier
merkt die Mehrheit sowieso nichts mehr ... womit wir wieder beim Thema
wären:
Informatik soll Pflichtfach an Schulen werden
Warum man ausgerechnet Informatik als Pflichtfach einführt ist genauso
dumm wie die gesamte Schulpolitik.
Sollen sie lieber die Schulzeit drastisch verkürzen mit anschließender
verpflichtender Berufschule - dann kann jeder für sich wählen was er
will.
Informatik, Etechnik, Maschbau, usw. sind Fächer für Berufsschulen oder
eben Studium - bei allgemeinbildenden Schulen sollten sie lieber Fächer
wie Werkstoffkunde einführen - das ist eigentlich ein Grundlagenfach für
sehr viele Fachrichtungen.
Stattdessen unsinnige Fächer und vor allen Dingen eine unsinnige
Schulzeitdauer.
Gustl B. schrieb:> Das wäre sowieso mal wünschenswert wenn, wenn wir in der Regierung> Experten hätten und die Leute nicht von dem einen Ministeramt zum> nächsten wechslen. Expertise sollte man nicht den Lobbyisten überlassen.
Aber Politik den Experten? Schau Dir unsere Justizministerin an!
Es wäre schon viel gewonnen, wenn ein gewisses Grundverständnis für
Naturwissenschaften zur Allgemeinbildung zählte. Es wäre auch viel
gewonnen, wenn ein gewisses Grundverständnis für Politik zur
Allgemeinbildung zählte. Und es wäre auch viel gewonnen, wenn ein
gewisses Grundverständnis für wirtschaftliche Zusamnenhänge zur
Allgemeinbildubg zählte.
Ich bezweifle allerdings, dass das erreichbar ist, solange unsere Medien
von Fußball-Bundesliga, Quizsendungen und Kochshows dominiert werden,
mit ein bisschen Radau und Gehüpfe drumherum. Da helfen auch Herr Lesch
und Frau Nguyen-Kim nicht viel weiter: um zu erkennen, worum es bei
Hochsprung, Kugelstoßen oder Basketball jeweils geht, genügt es,
hinreichend lange die Spirtschau zu konsumieren. Für
Wissenschaftssendungen, die über das Troglodyten-Niveau von Galileo
hinausgehen, ist schon ein gewisses Vorverständnis erforderlich.
Zwischen Sesamstraße und alpha ist eine zu große Lücke.
ohne Account schrieb:> Stattdessen unsinnige Fächer und vor allen Dingen eine unsinnige> Schulzeitdauer.
Ich fand meine 13 Jahre Schulzeit (4 Jahre Grundschule + 9 Jahre
Gymnasium) nicht zu lange und insgesamt sehr gut, und vor allem auch,
dass alle möglichen Fächer dabei waren. Das Abitur heißt nicht umsonst
allgemeine Hochschulreife.
Ich möchte nicht, dass die Ingenieurselite in Deutschland aus reinen
Fachidioten besteht. Jeder soll auch etwas über Geschichte, Philosophie,
Literatur usw. wissen. Das gehört einfach dazu, man nennt es auch
Allgemeinbildung.
ohne Account schrieb:> bei allgemeinbildenden Schulen sollten sie lieber Fächer> wie Werkstoffkunde einführen - das ist eigentlich ein Grundlagenfach für> sehr viele Fachrichtungen.
Diese sehr vielen Fachrichtungen sind nicht zufällig allesamt Ings? Und
sogar in MINT nur einer von vier Buchstaben.
Dieses Fach soll ausserdem extrem demotivierend sein, durfte ich hören.
ohne Account schrieb:> Stattdessen unsinnige Fächer und vor allen Dingen eine unsinnige> Schulzeitdauer.
Sehe ich nicht so. Den Menschen wird eben Vielfalt präsentiert. Das
dauert eben ein paar Jahre. Klar könnte man das kürzer machen, aber
wozu?
Willst du, dass ein Mensch möglichst schnell in der Industrie ankommt
und dann einen geistig nicht sehr anfordernden Job den Rest seines
Lebens macht?
Das kannst du haben, Mittelschule, Ausbildung.
Aber wie das eben so ist, Jeder findet andere Dinge an der Schulbildung
sinnlos.
Percy N. schrieb:> Es wäre schon viel gewonnen, wenn ein gewisses Grundverständnis für> Naturwissenschaften zur Allgemeinbildung zählte. Es wäre auch viel> gewonnen, wenn ein gewisses Grundverständnis für Politik zur> Allgemeinbildung zählte. Und es wäre auch viel gewonnen, wenn ein> gewisses Grundverständnis für wirtschaftliche Zusamnenhänge zur> Allgemeinbildubg zählte.
Exakt!
Wobei ich finde, dass sich das auch jeder selbst beibringen kann wenn er
Denken gelernt hat.
Das sind die beiden Extremvarianten:
a) Man bringt den Schülern viele Fakten bei, die sie auswenig lernen und
wiedergeben.
b) Man verzichtet auf viele Fakten, bringt ihnen aber bei wie man Dinge
selbst ergründet, hinterfragt, überprüft, ...
Bei a) wissen die Kinder nach der selben Zeit deutlich mehr, man könnte
also sagen, die Schulbildung war erfolgreicher, weil sie mehr Details
wiedergeben können. Aber dafür fehlt ihnen das Handwerkszeug ihr Wissen
sinnvoll zu erweitern. Klar, sie können weitere Aussagen aufschnappen
und nachplappern, aber ob diese stimmen können sie kaum überprüfen.
Bei b) kommen die aus der Schule und wissen weniger, dafür können sie je
nach Interesse selbst deutlich schneller dazulernen und auch
unterscheiden was richtig und falsch ist.
Leider gibt es hier eine Tendenz zu a), auch in den
naturwissenschaftlichen Fächern.
In NRW gab es mal das Unterrichtsfach Debattieren. Das hätte ich gerne
wieder. Denn wenn man nach Twitter/Facebook/... guckt, dann sieht das so
aus als ob Derjenige gewinnt der prominenter ist oder seine Meinung
lauter ruberbringt - aber nicht der der bessere Argumente hat.
Was mir auch fehlt ist die wissenschaftliche Herangehensweise. Eine
Aussage ist solange wahr bis sie widerlegt wurde. Und wenn sich mehrere
Aussagen wiedersprechen, dann kann man zwar eine Meinung haben was man
glaub das wahr sei, aber man kann auch mal zugeben, dass man das nicht
weiß. Man muss sich nicht immer sofort auf die ein oder andere Seite
stellen. Leider wird einem das als Schwäche ausgelegt wenn man zu etwas
keine klare Meinung hat oder nicht dem einen oder anderen Lager
zugeordnet werden will.
Percy N. schrieb:> genügt es,> hinreichend lange die Spirtschau zu konsumieren.
Naja, man kommt recht gut ohne viel Denken durch das Leben. Denken ist
mühsam und es macht oft nicht glücklicher. Mehr Wissen macht auch nicht
glücklicher.
Percy N. schrieb:> Zwischen Sesamstraße und alpha ist eine zu große Lücke.
Das ist aber selbst gemacht. Es ist nicht so als hätten die Leute alle
keine Zeit mal nachzudenken, etwas zu lernen, ... sie haben Zeit, viel
Zeit. Sie verwenden die Zeit eben für Oberflächlichkeiten, aus unserer
Sicht. Und vielleicht ist das ja auch richtig so?
Für das Leben in der heutigen Gesellschaft mit Arbeitsteilung, da ist es
vielleicht sogar objektiv gesehen wichtiger sich mit Promiklatsch, Mode
und so auszukennen als zu wissen wie man Ströme und Spannungen
berechnet. Denn mit den "Oberflächlichkeiten" lernt man Partner kennen,
hält man seinen Freundeskreis, kann mitreden, ... und wann muss er
Durchschnittsmensch das Ohmsche Gesetz anwenden? Die Meisten vermutlich
nie. Die geben zu keine Ahnung zu haben und rufen den Elektriker.
Ist das schlimm? Wir laufen dadurch sehenden Auges in einige Probleme.
Wir bauen eine Gesellschaft die immer mehr von Technik abhängt die von
immer weniger Menschen verstanden wird und von noch weniger Menschen
gewartet/gebaut werden kann. Das sind so tönerne Füße.
Und dann ist das Problem, dass Leute die keine Ahnung haben nicht gerne
zugeben, dass sie keine Ahnung haben, sondern dann Dinge glauben und
wiedergeben als wären es Wahrheiten. Das fängt bei Pseudowissenschaften
an und geht zur Esoterik und Masernpartys.
Ich vermute ja, dass das mit dder Bildungsmisere ein Selbstläufer ist
der sich selbst verstärkt (Feedbackschleife). Wenn du eine Generation
"verloren" hast, dann erzieht die ihre Kinder anders und legt auf andere
Dinge wert. Da wird dann "etwas können" niedriger bewertet als "etwas
wissen/etas haben/besitzen". Weil das so ist ändert sich auch was die
Kinder dann als wichtig bewerten. Die 3. Generation wird dann noch mehr
in diese Richtung erzogen.
@ Senf D.: Exakt!
A. K. schrieb:> Diese sehr vielen Fachrichtungen sind nicht zufällig allesamt Ings? Und> sogar in MINT nur einer von vier Buchstaben.
Dem Vernehmen nach sollten Teile dieses Faches auch bei
Hauswirtschaftslehre nützlich sein können.
Percy N. schrieb:> Dem Vernehmen nach sollten Teile dieses Faches auch bei> Hauswirtschaftslehre nützlich sein können.
Also sollte man dieses Fach nicht nur für allgemeine Hochschulreife
einführen, sondern auch in allen anderen Schulwegen verpflichtend
machen? Böden schrubben ist nach Abi nicht allzu häufig vertreten.
Gustl B. schrieb:> Bei b) kommen die aus der Schule und wissen weniger, dafür können sie je> nach Interesse selbst deutlich schneller dazulernen und auch> unterscheiden was richtig und falsch ist.Gustl B. schrieb:> Percy N. schrieb:>> genügt es,>> hinreichend lange die Spirtschau zu konsumieren.>> Naja, man kommt recht gut ohne viel Denken durch das Leben. Denken ist> mühsam und es macht oft nicht glücklicher. Mehr Wissen macht auch nicht> glücklicher.
Nun, ich tendiere zu b), aber es hilft nicht viel weiter: die Regeln
für Leichtathletik sind recht einfach durch Beobachtung abzuleiten, und
sie machen die meisten wihl auch nicht unglücklich. Bei Fußball wird es
schon schwieriger, aber wesentliche Grundzüge sind erschließbar;
notfalls sind die Regeln im Netz auffindbar.
Habe ich aber in der Oberstufe zB Bio und Chemie abgewählt, dann stehe
ich dauerhaft auf dem Schlauch, weil nahezu alles, was an Literatur
verfügbar ist, auf dem Stoff aufbaut, der mir gerade fehlt. Bei Physik
sieht es ähnliich aus, lediglich für Mathe ist das Angebot deutlich
besser.
Das beschränkt sich keineswegs auf MINT-Fächer. Wer sich über
Kunstgeschichte im Allgemeinen oder Baustilkunde im Speziellen
unterrichten möchte, der steht vor dem gleichen Problem wie derjenige,
der sich kursorisch über Reimformen belesen möchte: es gibt nichts
Niedrigschwelliges, was über ein paar Gemeinplätze a la "Duden
Allgemeinbildung" hinausginge.
Hauswirtschaft halte ich für wichtiger als Informatik. Die meisten
hoffnungsvollen jungen Damen können weder kochen noch bügeln noch
vernünftig putzen (ist wenn man es korrekt machen will gar nicht so
trivial) noch wirtschaftlich einen Haushalt führen.
Informatik braucht nicht unbedingt Schulfach werden. Wichtiger sind
Grundlagen wie Mathe. Also mehr Stunden in Mathe und dafür unnütze
Fächer wie Kunst abschaffen.
pmurt dlanod schrieb:> Hauswirtschaft halte ich für wichtiger als Informatik. Die meisten> hoffnungsvollen jungen Damen können weder kochen noch bügeln noch> vernünftig putzen ...
Gib den hoffnungsvollen jungen Damen 50 Euro die Stunde, dann können sie
PERFEKT kochen, bügeln und putzen.
ohne Account schrieb:> Stattdessen unsinnige Fächer und vor allen Dingen eine unsinnige> Schulzeitdauer.
Bei einer kürzeren Schulzeitdauer hast du die Kindsköpfe noch früher auf
dem Arbeitsmarkt. Wenn du eine kürzere Schulzeitdauer möchtest, musst du
die Reifung der Kinder beschleunigen. Ich habe so meine Zweifel, ob das
möglich ist. Auch habe ich so meine Zweifel, ob das den Kindern gerecht
würde.
Man solle sich mehr an den Walldorfschulen orientieren:
Malen nach zahlen, Namen Tanzen, Eurythmo, Spiritualität,...
Den anderen Quatsch lernt man an der Uni sowieso nochmal von vorne, wzu
dann Kinder in der Schule schon foltern, in dem Alter hat man sowieso
noch kein Interesse daran. Zum Fachidioten wird man im Studium, das muss
nicht schon in der Schule sein, vor allem nicht wenn es kaum einen
interessiert.
Bertram E. schrieb:> Wenn du eine kürzere Schulzeitdauer möchtest, musst du die Reifung der> Kinder beschleunigen. Ich habe so meine Zweifel, ob das möglich ist.> Auch habe ich so meine Zweifel, ob das den Kindern gerecht würde.
Du sprichst ein Thema an, das mit einem Problem verknüpft ist: Es sind
gerade vernachlässigte Kinder, die früher reifen und selbständig werden,
während bei behüteten Kindern Reifeverzögerungen gefördert zu werden
scheinen.
Percy N. schrieb:> Es wäre schon viel gewonnen, wenn ein gewisses Grundverständnis für> Naturwissenschaften zur Allgemeinbildung zählte. Es wäre auch viel> gewonnen, wenn ein gewisses Grundverständnis für Politik zur> Allgemeinbildung zählte. Und es wäre auch viel gewonnen, wenn ein> gewisses Grundverständnis für wirtschaftliche Zusamnenhänge zur> Allgemeinbildubg zählte.>> Ich bezweifle allerdings, dass das erreichbar ist, solange unsere Medien> von Fußball-Bundesliga, Quizsendungen und Kochshows dominiert werden
Ist wie auf dem Markt: Es wird das angeboten, was nachgefragt wird.
Bestes Beispiel ist meiner bessere Hälfte: Obwohl Einser Abitur mit
anschließendem Studium zieht die sich jeden Abend genau diesen Müll
rein. Ich kann da nur noch staunend das Weite suchen.
Geht es dann mal irgendwann um Politik oder Naturwissenschaften, wird
sofort umgeschaltet oder angewidert das Zimmer verlassen. Bei letzterem
wird der Müllkonsum auf dem Smartphone fortgesetzt.
Percy N. schrieb:> Es sind gerade vernachlässigte Kinder, die früher reifen und> selbständig werden ...
Sicher? Die Erfahrungen aus meinem Umfeld sprechen da eine andere
Sprache. Klar kann man sich schon frühzeitig in einem LKW setzen und
ohne besondere Ausbildung sein eigenes Geld verdienen. Meist merken dann
genau diese Leute nicht, dass sie wie eine Zitrone ausgepresst werden.
Im Gegensatz zu den gut behüteten Kindern, wo Mama und Papa aufpassen,
dass solch eine Fehlentwicklung nicht stattfindet. Da wird in der Schule
unterstützt (u.U. mit Privatunterricht) und dafür gesorgt, dass der Bub
oder das Mädel studiert.
Bertram E. schrieb:> Im Gegensatz zu den gut behüteten Kindern, wo Mama und Papa aufpassen,> dass solch eine Fehlentwicklung nicht stattfindet. Da wird in der Schule> unterstützt (u.U. mit Privatunterricht) und dafür gesorgt, dass der Bub> oder das Mädel studiert.
Damit erziehst Du keine Staatsbürger, sondern Dauereleven, die brav ihr
Pensum lernen.
Irgendwann haben sie ihren Abschluss; wenn sie selbst Glück haben, auf
Lehramt. Schule kennen sie ja schon ...
Percy N. schrieb:> es gibt nichts> Niedrigschwelliges, was über ein paar Gemeinplätze a la "Duden> Allgemeinbildung" hinausginge.
Das ist aber gerade heutzutage kein Problem wenn man gelernt hat wie man
Informationen sucht und filtert, auf Plausibilität überprüft, und
mehrere unterschiedliche Quellen einordnet. Man kommt so leicht an
Information wie noch nie. Nur ist das eben sehr viel Information aus
allen Richtungen und es ist oft unklar welche Qualität die Quelle hat.
pmurt dlanod schrieb:> Die meisten> hoffnungsvollen jungen Damen können weder kochen noch bügeln
Das ist beides ziemlich unwichtig. Kochen ist nur das zusammenmatschen
von Zeug. Es gibt Nahrung die muss man kochen wie Kartoffeln, aber sonst
ist das nur Gematsche das dem Geschmack dient.
Wichtiger wäre eine gesunde Ernährung. Also zu lernen was gut für den
Menschen ist und was nicht. Ganz früher brauchte man das nicht, alles
was gut schmeckte war gesund, das hat die Evolution so eingerichtet.
Aber heutzutage erzeugen wir selbst gut schmeckende Nahrung die aber
ungesund ist, also eigentlich ein Betrug an unseren Sinnen/Instinkten.
Da muss man dann aktiv lernen wie man dem Betrug entkommt.
Wird in Schulen vor zu viel Zucker gewarnt? Kennt man dort mittlerweile
BMMF? Ja, googelt das mal. Man sollte Kleinkinder die noch nicht
immunkompetent sind nicht mit Kuhmilch füttern. Das wurde früher auch
nicht getan, da wurde lange gestillt. Heute kommt das Kind so früh wie
möglich in die KiTa damit beide Eltern arbeiten und sich schicke Autos,
große Häuser und teure Urlaube leisten können. Da haben sie die
Prioritäten etwas verschoben. Folge vom Kuhmilchkonsum (es ist konkret
nur das eurasische Rind betroffen) ist ein sehr deutlich erhöhtes
Darmkrebsrisiko.
Thomas1 schrieb:> Also mehr Stunden in Mathe und dafür unnütze> Fächer wie Kunst abschaffen.
Und warum ist Kunst unnütz? Dort lernen die Kinder doch kreativ zu sein.
Bertram E. schrieb:> Percy N. schrieb:>> Es sind gerade vernachlässigte Kinder, die früher reifen und>> selbständig werden ...>> Sicher?
Ist eben die Frage was man unter "reif" versteht. Und auch was man als
Ziel setzt. Will man junge Erwachsene die schnell für sich selbst sorgen
können und der Industrie als billige Arbeiter dienen? Will man kreativ
denkende Leute die auf neue Ideen und elegante Lösungen kommen?
Gustl B. schrieb:> Und warum ist Kunst unnütz? Dort lernen die Kinder doch kreativ zu sein.
Braucht man Schule nicht, denn Kreativität wird dort manchmal als
hinderlich angesehen...
Beschäftigung mit Kunst und Kultur sind Lebensqualität. Schule muss
unbedingt auch Raum für zweckfreie Dinge haben. Optimierung kommt später
im Beruf genug zum tragen.
100Ω W. schrieb:> Braucht man Schule nicht, denn Kreativität wird dort manchmal als> hinderlich angesehen...
Exakt deshalb braucht man dort Kunst.
(Ich hatte selber Kunst Leistungskurs und bin daher nicht ganz neutral
...)
Gustl B. schrieb:> Ist eben die Frage was man unter "reif" versteht. Und auch was man als> Ziel setzt. Will man junge Erwachsene die schnell für sich selbst sorgen> können und der Industrie als billige Arbeiter dienen? Will man kreativ> denkende Leute die auf neue Ideen und elegante Lösungen kommen?
Kann es sein, dass Du gerade den bekannten Fehler perpetuierst,
Bildungslücken und Unwissenhheit mit Dummheit, Desinteresse und
mangelnder Intelligenz gleichzusetzen?
Ich habe verschiedentlich Menschen kennengelernt, deren
Bildungsbiographie alles andere als geradlinig und störungsfrei
verlaufen war. Die haben micht nur regelmäßig die anderen Zeitgenossen,
die entsprechende Bildungsabschlüsse auf dem geraden, von Mami und Papi
mit Rosen bestreuten, Weg erreicht hatten, in die Tasche gesteckt,
sondern waren auch allemal die interessanteren Gesprächspartner.
Angenehmer waren sie auch.
A. K. schrieb:> Es gibt allerdings auch Leute, denen höhere Bildung in der Jugend vom> Elternhaus verwehrt wurde,
Solche kenne ich auch.
> und die sich zeitlebends darob grämen.
Das lässt sich vermeiden, indem man den Arsch hochkriegt. Von eben
solchen Bildingsbiographien hatte ich geschrieben.
Percy N. schrieb:> Kann es sein, dass Du gerade den bekannten Fehler perpetuierst,> Bildungslücken und Unwissenhheit mit Dummheit, Desinteresse und> mangelnder Intelligenz gleichzusetzen?
Nein. Wenn ich schreibe:
Gustl B. schrieb:
> Ist eben die Frage was man unter "reif" versteht. Und auch was man als> Ziel setzt. Will man junge Erwachsene die schnell für sich selbst sorgen> können und der Industrie als billige Arbeiter dienen? Will man kreativ> denkende Leute die auf neue Ideen und elegante Lösungen kommen?
Dann meine ich, dass Leute mit langer ausführlicher Schulbildung am Ende
eher Akademiker werden. Der mit Abitur wird dann der Informatiker der
Dinge entwickelt und sich ausdenkt, der mit Mittelschulabschluss wird
Programmierer. Der setzt das dann in die Praxis um. Klar der darf auch
nicht dumm sein und gerade im Handwerk gibt es viele schlaue Leute, die
haben gelernt wie man die Arbeit sehr effizient erledigt und den
üblichen Problemen die immer wieder auftreten gut aus dem Weg geht. So
ein Zimmerer oder Schreiner kann da schon was, auch vom
Vorstellungevermögen.
Das ist aber eine andere Richtung, ich will das gar nicht werten, es
braucht ja Beides. Der Zimmerer auf dem Bau ist nicht der, der sich
Gedanken über neue Baumaterialien macht und die erforscht. Der Schreiner
macht erforscht keine besseren Kleber. Das machen Akademiker die
hoffentlich wisschenschaftliches Arbeiten gelernt haben und da
Versuchsreihen durchführen und die Physik der Materialien verstehen.
Leider ist es aber auch so, dass der Zimmerer und der Schreiner (ausser
die Meister) oft weniger verdienen als Akademiker. Ist halt so, eine
stichhaltige Begründung kenne ich nicht. Beide sind ohne den Anderen
aufgeschmissen und Beide erledigen wertvolle Arbeit. Ja, der Akademiker
war länger in der Ausbildung und hat da nix/weniger verdient. Ob das den
Unterschied rechtfertigt weiß ich nicht.
Gustl B. schrieb:> Dann meine ich, dass Leute mit langer ausführlicher Schulbildung am Ende> eher Akademiker werden.
Ja, mit Abi bekommt man leichterxeinen Studienplatz als mit HSA.
> Der mit Abitur wird dann der Informatiker der> Dinge entwickelt und sich ausdenkt, der mit Mittelschulabschluss wird> Programmierer.
Wer oder was hondert ihn, ein Aufbau- oder Abendgymnasium zu besuchen?
> Der setzt das dann in die Praxis um. Klar der darf auch> nicht dumm sein und gerade im Handwerk gibt es viele schlaue Leute, die> haben gelernt wie man die Arbeit sehr effizient erledigt und den> üblichen Problemen die immer wieder auftreten gut aus dem Weg geht. So> ein Zimmerer oder Schreiner kann da schon was, auch vom> Vorstellungevermögen.
Und mancher Akademiker kann zwar nicht so schöne Schubladen bauen, aber
perfekt darin denken. Das scheint gar nicht so schwierig zu sein.
Percy N. schrieb:> Wer oder was hondert ihn, ein Aufbau- oder Abendgymnasium zu besuchen?
Klar kann er das. Machen ja auch Manche. Sind aber eher weniger als die
die das Studium nach dem Gymnasium angefangen haben.
Ich vermute, dass Leute mit Ausbildung früher eine Familie gründen, wenn
sie schon mal eigenes Geld verdient haben nicht noch studieren wollen,
ihnen die Zeit fehlt oder sie abends nach der Arbeit einfach fertig
sind. Vielleicht sind sie auch zufrieden. Mit Meister kann man gut
verdienen und auch studieren. Da ist dder Weg über den Meister zum
Studium attraktiver als das Abendgymnasium.
Percy N. schrieb:> Und mancher Akademiker kann zwar nicht so schöne Schubladen bauen, aber> perfekt darin denken. Das scheint gar nicht so schwierig zu sein.
Schubladen sind wie Vorurteile Abkürzungen. Das spart einem das Denken.
Ich verwende auch sehr gerne Schubladen. Einfach weil man viele Dinge
doch in verschiedene Teilmengen unterteilen kann oder auch muss. Gerade
wenn man über eine große Anzahl etwas sagt wie über alle Berufstätigen,
alle Schüler, ... dann bieten sich Schubladen an. Natürlich passen die
nicht für Alle immer, es bleiben also Leute übrig die man falsch
eingeordnet hat oder die sich nicht einordnen lassen, aber für eine
Betrachtung einer großen Anzahl ist diese Gruppe oft egal.
Bei Berufstätigen kann man nach Abschluss unterscheiden/einteilen. Und
nach dem was der Abschlus und die zugehörigen Berufe fordern. In der
Mehrheit der Fälle wird man damit richtig liegen, aber nicht immer.
Senf D. schrieb u.a.:
> Ich möchte nicht, dass die Ingenieurselite in Deutschland aus reinen> Fachidioten besteht. Jeder soll auch etwas über Geschichte,> Philosophie, Literatur usw. wissen. Das gehört einfach dazu,> man nennt es auch Allgemeinbildung.
Zustimmung. -
Weiter fände ich es gut, wenn es für alle ein Pflichtfach
"Lebenskunde" (au weia, das klingt ja schon völkisch ...)
gäbe, mit Hauswirtschaft -nicht nur Kochen-,
Werken - aktuelle Bezeichnung: manuelle Tätigkeiten sekundärer Art-
u.ä.
Hätte ich seinerzeit gerne gehabt, wurde aber
"wg. Lehrermangels nicht erteilt "
(im Zeugnis wurde das gestempelt, sonst hätte es wundgeschriebene
Finger und daher noch mehr Stundenausfälle gegeben ...).
Heute wäre solch ein Fach noch weniger im Sinne der
'Leistungs'gesellschaft:
Weniger Konsum und Abfall ist schlecht für das Wachstum,
das "weniger CO2" kommt uns schon teuer genug ...
---
Blöd ist halt, dass sich sowohl in den Bundes- und
Länderregierungen und in den sie (angeblich?) kontrollierenden
Parlamenten sich wenig Facharbeiter, Ingenieure etc. befinden,
sondern weit überwiegend Juristen, Sozial-, Politik- u.ä.
Wissenschaftler befinden.
Z.B. leitete das Bundes-Forschungsministerium eine Dame, deren
inzwischen aberkannte Dr.-Arbeit das vielsagende Thema hatte:
"Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und
Erfordernissen heutiger Gewissensbildung"
https://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Schavan#Aberkennung_des_Titels_wegen_vors%C3%A4tzlicher_T%C3%A4uschung
Da können die weiterhin vorhandenen Experten (aller Geschlechter)
ganz ohne Abschluss oder Ahnung jedweder Art auch nix mehr versauen;
die sind sogar NOCH unbefangener und -zumindest fachlich-
völlig unabhängig ...
Gustl B. schrieb:> Bei Berufstätigen kann man nach Abschluss unterscheiden/einteilen. Und> nach dem was der Abschlus und die zugehörigen Berufe fordern. In der> Mehrheit der Fälle wird man damit richtig liegen, aber nicht immer.Gustl B. schrieb:> Ist eben die Frage was man unter "reif" versteht. Und auch was man als> Ziel setzt. Will man junge Erwachsene die schnell für sich selbst sorgen> können und der Industrie als billige Arbeiter dienen? Will man kreativ> denkende Leute die auf neue Ideen und elegante Lösungen kommen?
Es ist schon bemerkenswert, wie gründlich Du Deine Abgrenzungen und
Unterscheidungen vornimmst: alles schön nach DIN. In Deiner Welt ist nur
sehr beschränkt Platz für atypische Bildungsgänge oder gar Berufe. Und
damit meine ich nicht den promovierten Taxifahrer, sondern den nicht
akademisch gebildeten Künstler, der zuvor Steinmetz gelernt hatte, oder
den Tischler mit Einser-Abitur. Für den Akademiker mit Abi auf dem
zweiten Bildungsweg schei st Du ja immerhin noch etwas Verständnis
sufzubringen.
Aber auf Kreativität Wert zu legen nimmst Du für Dich in Anspruch.
Seltsam: die Friseurin meiner Frau ist deutlich kreativer und
experimentierfreudiger als mein akademisch gebildeter Arzt. Ich bin's
zufrieden.
Deine Auffassung hingegen erscheint mir vor allem als eines: arrogant.
Vor dem Lesen und Schreiben lernt man erstmal das Alphabet. Man muss ja
nicht gleich bis in die tiefsten Analysen der Hochliteratur gehen.
Ich denke, zumindest Grundlagen im Umgang mit Computern wären wichtig
als Pflichtfach zu haben. Und damit meine ich nicht, "wie verwendet man
Word".
Wichtig fände ich folgendes:
0) Computer und Software sind keine schwarze Magie, und sind nicht die
Lösung für jedes Problem
1) Computer sind überall, im Laptop, Smartphone, Radio, etc.
2) Früher gab es mal menschliche Computer, Taschenrechner sind special
purpose Computer (können nur eine Aufgabe erledigen, dinge Ausrechnen),
PCs sind eine form von general purpose Computern (man kann sie anweisen,
beliebiges zu tun), Smartphones sind zwar general purpose Computer,
durch die Hersteller werden die Nutzer aber sehr eingeschränkt, wodurch
wieder nur bestimmte vorgesehene Dinge damit machbar sind.
3) Einen normalen ATX PC zusammenstecken
4) Was ist ein OS, was ist ein Bootloader
5) Verschiedene Betriebssysteme installieren, Systeme auf verschiedene
Arten booten, und solchen kram.
6) Was ist ein Dateisystem, was sind Berechtigungen und ACLs, wie mache
ich ein Backup, wie installiere und deinstalliere ich auf verschiedenen
Systemen ein Programm, wie lese ich ein Logfile, was ist Malware, darum
hättest du das Backup machen sollen.
7) Was ist ein Programm, was ist ein Ablauf, was ist imperative vs.
deklarative Programmierung, in letzterem falle auch funktionale
Programmierung vs. logische Programmierung, und wie hängt dies zusammen.
Nicht im Detail, nur oberflächlich, dass man ne Idee bekommt, was das
aus Abstrakter Sicht ist.
8) Unterschied Interpreter vs. Compiler
9) Python installieren, und in der python Konsole 1 + 1 eintippen
10) Ein Hello World Programm schreiben, in mehreren Sprachen. Dann
ausbauen lassen zu 2 zahlen eingeben und addieren. Mehr ins Detail muss
man ja nicht gehen, der Einstieg ist das Wichtige.
11) Ein simples Dokument in Markdown schreiben, und dann das selbe
nochmal in HTML.
12) Was sind die Limitationen von PCs und Programmen, und wann sollte
man eine Aufgabe nicht einem PC überlassen, und warum.
13) Was ist ein Netzwerk, was ist das Internet, was ist das Web. Wobei,
da könnte man dann noch ein weiteres Fach machen, für den Umgang mit
Medien.
Das lässt natürlich noch vieles offen, aber um eine ganz grobe Ahnung
von PCs zu vermitteln, sollte es reichen.
Gustl B. schrieb:> Und warum ist Kunst unnütz? Dort lernen die Kinder doch kreativ zu sein.
In der Schule dürfen alle die gleichen Bilder mahlen und wer dann doch
kreativ wird, der wird mit einer schlechten Note auf Linie gebracht.
Percy N. schrieb:> Es ist schon bemerkenswert, wie gründlich Du Deine Abgrenzungen und> Unterscheidungen vornimmst: alles schön nach DIN. In Deiner Welt ist nur> sehr beschränkt Platz für atypische Bildungsgänge oder gar Berufe. Und> damit meine ich nicht den promovierten Taxifahrer, sondern den nicht> akademisch gebildeten Künstler, der zuvor Steinmetz gelernt hatte, oder> den Tischler mit Einser-Abitur.
Wenn man allgemeine Aussagen treffen will, dann orientiert man sich an
den Mehrheiten. Mir ist bewusst, dass es das alles gibt was du nennst,
aber das sind eben Minderheiten. Und keine sehr großen.
Die meisten Tischler haben kein Abitur, die meisten akademischen
Künstler kommen von einer Kunsthochschule.
Percy N. schrieb:> Aber auf Kreativität Wert zu legen nimmst Du für Dich in Anspruch.> Seltsam: die Friseurin meiner Frau ist deutlich kreativer und> experimentierfreudiger als mein akademisch gebildeter Arzt.
Ich finde Jeder sollte seine Kreativität fördern dürfen. Ich bin aber
auch der Meinung, dass die Mehrheit der Menschen mit Berufsausbildung
und ohne Studium wenig kreativ sein dürfen bei der Arbeit. Friseur ist
da eine Ausnahme. Ja, es gibt noch mehr Ausnahmen, aber das macht nicht
die Mehrheit der Berufstätigen mit Ausbildung aus.
Ob ein Friseur kreativer als ein Arzt ist möchte ich nicht beurteilen.
Kommt auch auf die Art des Arztes an und ob der handwerklich etwas
macht.
Ich weiß auch nicht wie man das vergleichen sollte. Ein Arzt bei der
Operation muss wenige Entscheidungen am Tag aber genau durchdenken und
planen, ein Friseur ist dagegen die ganze Zeit kreativ, kann aber auch
kleine Fehler leichter korrigieren und es geht nicht um die Gesundheit.
Finde ich schwierig. Aber ja Friseur, Steinmetz, ... können sehr kreativ
sein. Je nachdem welche Freiheiten man bekommt. Der Steinmetz kann auch
von der Firma dazu verdonnert werden den ganzen Tag nur monoton Steine
zu polieren. Genauso kann der Arzt den ganzen Tag nur Blut abnehmen und
EKG aufnehmen.
🐧 DPA 🐧 schrieb:> Wichtig fände ich folgendes:> 0) Computer und Software sind keine schwarze Magie, und sind nicht die> Lösung für jedes Problem> 1) Computer sind überall, im Laptop, Smartphone, Radio, etc.
[...]
> 13) Was ist ein Netzwerk, was ist das Internet, was ist das Web. Wobei,> da könnte man dann noch ein weiteres Fach machen, für den Umgang mit> Medien.
Das bring mal der Generation Whatsapp und Instagramm bei. Du wirst sehr
viele gelangweilte Schüler haben.
Uiuiui schrieb:> In der Schule dürfen alle die gleichen Bilder mahlen und wer dann doch> kreativ wird, der wird mit einer schlechten Note auf Linie gebracht.
Ja, stimmt, müsste man ändern. Im Kunst Leistungskurs war das aber
deutlich weniger eingeschränkt.
100Ω W. schrieb:> Das bring mal der Generation Whatsapp und Instagramm bei. Du wirst sehr> viele gelangweilte Schüler haben.
Aber gerade da wäre es wichtig. Wir haben zwar jetzt eine Generation
Digital Natives, aber eigentlich sind das digitale Analphabeten weil sie
das zwar benutzen können, aber nicht wissen wie es funktioniert. Auch
das ist pauschal, trifft aber auf die Mehrheit zu.
Und dann glaubt man eben Dinge, redet mit Geräten und es sprießen
Pseudowissenschaften aus dem Boden.
Gustl B. schrieb:> Ich bin aber auch der Meinung, dass die Mehrheit der Menschen mit> Berufsausbildung und ohne Studium wenig kreativ sein dürfen bei der> Arbeit. Friseur ist da eine Ausnahme. Ja, es gibt noch mehr Ausnahmen,> aber das macht nicht die Mehrheit der Berufstätigen mit Ausbildung aus.
Wenn man von den Buchhaltern absieht, ist bei Kaufleuten Kreativität
tatsächlich wohl weniger gefragt, obwohl zB Einzelhandelskaufleute hier
wieder gefordert sind, seit kaum noch Dekorateure beschäftigt werden.
Und selbst die Gestaltung der Ansage auf dem Anrufbeantworter
überfordert zwar manchen, doch kommt man da auch mit einem gerüttelt
Maß an Grundtumbheit recht weit.
Bei den Handwerkern sieht es aber völlig anders aus. Nur die relativ
jungen Gewerke sond hiervon weniger betroffen, wie Elektro oder Gas
Wasser Heizung.
Was aber soll ein Goldschmied, Juwelier, Konditor, Buchbinder,
Schriftsetzer (auch am PC!), Schmied ohne Krativität anfangen? Die wären
aufgeschmissen! Sicherlich können Maler, Tapezierer und Fliesenleger im
Einzelfall auch damit beauftragt werden, in der neu errichteten
Beamtentagesstätte "Meter zu kloppen". Bestimmend für das Berufsbild ist
das aber nicht. Ein ordentlich gesetztes Steinpflaster entsteht auch
nicht von allein. Usw ...
Gustl B. schrieb:> , die meisten akademischen Künstler kommen von einer Kunsthochschule.
Wer hätte es gedacht ..
Uiuiui schrieb:
> In der Schule dürfen alle die gleichen Bilder mahlen
Passt zu meinem o.a. Vorschlag betr. Fach "Lebenskunde".
"Mahlen" ist eine elementare Tätigkeit.
https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BChle#Die_Geschichte_der_M%C3%BChlen
SCNR
> und wer dann doch> kreativ wird, der wird mit einer schlechten Note auf Linie gebracht.
Aber nur dann,
wenn ihre/seine Kreativität weder genug 'mainstream' bzw. 'bunt' ist ...
Gustl B. schrieb:> die meisten akademischen> Künstler kommen von einer Kunsthochschule.
Nicht nur die Künstler. Auch andere Akademiker kommen meist aus einer
Akademie.
pmurt dlanod schrieb:> Hauswirtschaft halte ich für wichtiger als Informatik. Die meisten> hoffnungsvollen jungen Damen können weder kochen noch bügeln noch> vernünftig putzen (ist wenn man es korrekt machen will gar nicht so> trivial) noch wirtschaftlich einen Haushalt führen.
Woran liegt das eigentlich, dass die nicht kochen können? Wenn
"Hauswirtschaft" fehlt, dann waren die Eltern auch nicht in der Lage zu
kochen und das Wissen zu vermitteln?
dumme Frage schrieb:> Woran liegt das eigentlich, dass die nicht kochen können?
Das liegt aus meiner Sicht genau an solchen Ansichten hier:
Gustl B. schrieb:> Kochen ist nur das zusammenmatschen von Zeug. Es gibt Nahrung die muss> man kochen wie Kartoffeln, aber sonst ist das nur Gematsche das dem> Geschmack dient.
Wenn ich sowas lesen muss, rollen sich bei mir die Fußnägel hoch.
Senf D. schrieb:> Wenn ich sowas lesen muss, rollen sich bei mir die Fußnägel hoch.
Koch ist halt auch so ein Beruf, für den mancher Kreativität für
verzichtbar hält.
Senf D. schrieb:> Wenn ich sowas lesen muss, rollen sich bei mir die Fußnägel hoch.Percy N. schrieb:> Koch ist halt auch so ein Beruf, für den mancher Kreativität für> verzichtbar hält.
Beim Kochen ging es oben noch nicht um Kreativität. Ich finde
Hauswirtschaft als Fach wichtig. Ich finde es auch wichtig/sinnvoll,
dass das Essen gut schmeckt und koche daher aus selber Gerichte bei
denen man die Zutaten auch einzeln roh essen könnte.
Ich finde aber, dass es bei Hauswirtschaft und Kochen nicht nur um
Kochen un Bügeln gehen sollte. Sondern eben auch daraum was man isst und
zwar unter gesundheitlichen Gesichtspunkten. Wir haben sehr weit
verbreitete Volkskrankheiten wie Diabetes, da wäre es doch eine gute
Sache wenn die Leute gleich lernen wie man gesund und lecker kocht. Das
ist nämlich kein Widerspruch und schließt sich nicht aus.
Und zur Kreativität:
Ja, die von dir genannten klassischen Handwerksberufen haben alle viel
damit zu tun. Aber wie groß ist der Anteil der Berufstätigen die so
einen Beruf ausüben? Wo sind denn die meisten Menschen beschäftigt?
Pfleger, Kassierer, Fahrzeuglenker, Lieferdienste, Reinigung,
Gastronomie, Verkauf, Büro, Fertigung. Aber ja, auch da gibt es Berufe
bei denen muss/kann man kreativ sein.
Warum nicht wieder eine Berufsausbildung mit Abitur anbieten? In der DDR
gab es sowas bereits. Bekannte Absolventen wie Gysi (lernte
Rinderzüchter) sind bekannt. Mit dem Abi können die später noch
studieren.
Wie darf man sich das vorstellen? War das normele Berufsschule und dort
konnte man das Abitur machen?
Bei uns gibt es die BOS mit Abitur und man kann den Meister machen der
wie ein Abitur zählt.
Gustl B. schrieb:> Wo sind denn die meisten Menschen beschäftigt? Pfleger, Kassierer,> Fahrzeuglenker, Lieferdienste,
Die müssen ziemlich häufig zumindest recht findig sein. Göttergleiche
Kreativität voller Inspiration wird aber auch von Akademikern eher
selten erwartet.
> Reinigung,
Ja, das geht vermutlich tatsächlich ziemlich 08/15.
> Gastronomie,
ähm .. wo arbeiten noch mal gleich die Köche?
> Verkauf,
hatten wir schon, Stichwort Dekorateur. Und wenn Du tatsächlich echte
Verkäufer meinen solltest: die brauchen auch Kreativität, um dem Kunden
klarzumachen, dass er genau das kaufen will, was gerade verfügbar ist
und weg muss. Weil er nämlich genau diesen heißen Scheiß schon lange
haben wollte, doch, doch ...
Btw: Du warst noch nie mit einer Frau Klamotten shoppen, gell?
> Büro,
Du glaubst nicht, was die Damen sich alles alles einfallen lassen, wieso
der Chef gerade nicht erreichbar ist ...
> Fertigung. Aber ja, auch da gibt es Berufe bei denen muss/kann man> kreativ sein.
Richtig. Und es ist überaus erstaunlich, wie kreativ die öffentliche
Verwaltung gerne ihre Verwaltungsakte begründet.
Dann hätten wir noch die Berufe, die überhaupt keiner geregelten
Ausbildung interliegen; all die Leutchen in dem Nagelstudios und
Tattoosalons.
Dagegen hat so eine arme Sau wie zB ein Facharzt für Nephrologie doch
relativ wenig Gestaltungsmöglichkeiten; und der Vermessungsingenieur
wohl auch eher nicht. Gut, der Pastor kann natürlich das Blaue vom
Hommel herinter phantasieren, das ist sogar seine Aufgabe, aber dieser
Arbeitsmarkt ist recht begrenzt. Da hat es der Steuerberater ähnlich
schön; der kann seiner Kreativität nahezu ingestört freien Lauf lassen.
Fein heraus sind auch die Physiklehrer: für nahezu jeden Furz, den
jemals ein Physiker gelassen hat, gibt es von Leybold oder Phywe die
passende Unterrichtseinheit einschließlich Versuchsaufbau.
Ob es das auch von Merck oder Schott für die Chemiekollegen gibt, weiß
ich nicht ...
Nee, nee, das für einen bestimmten Job erforderliche Maß an Kreativität
korreliert bei weitem nicht so stark mit der "Höhe" des erforderlichen
Bildungsabschlusses, wie Du es hier darstellst.
Percy N. schrieb:> ähm .. wo arbeiten noch mal gleich die Köche?
Klar gibt es Köche, aber das ist eine kleine Minderheit. Die Mehrheit in
der Gastronomie ist Bedienung.
Percy N. schrieb:> hatten wir schon, Stichwort Dekorateur. Und wenn Du tatsächlich echte> Verkäufer meinen solltest: die brauchen auch Kreativität, um dem Kunden> klarzumachen, dass er genau das kaufen will, was gerade verfügbar ist> und weg muss. Weil er nämlich genau diesen heißen Scheiß schon lange> haben wollte, doch, doch ...> Btw: Du warst noch nie mit einer Frau Klamotten shoppen, gell?
Nein, mit Verkauf meine ich hauptsächlich Kassierer. Ich hätte da gerne
belastbare Zahlen zu, aber habe sie nicht. Gefühlt sind die
Kassierer/Fleischereifachverkäufer/Regaleeinräumer in der Mehrheit.
Percy N. schrieb:> Du glaubst nicht, was die Damen sich alles alles einfallen lassen, wieso> der Chef gerade nicht erreichbar ist ...
Das tun sie und trotzdem müssen sie auf den Amt laufend gleiche
Formulare bearbeiten.
Percy N. schrieb:> Fein heraus sind auch die Physiklehrer: für nahezu jeden Furz, den> jemals ein Physiker gelassen hat, gibt es von Leybold oder Phywe die> passende Unterrichtseinheit einschließlich Versuchsaufbau.
Ob das sinnvoll ist ist fraglich. Ja, viele Sachen sind tatsächlich gut
durchdacht, aber einige Sachen sind schlicht Ramsch. Da will man eben
schnell Geld mit Schulen machen. Da enthalten Übungskästen Material das
schlecht verarbeitet ist und schnell kaputt geht, kosten aber irre viel.
Ist eben der Staat, der kauft es trotzdem. Die Anleitungen zu den
Versuchen und Kästen wirken manchmal als seien sie von Leuten
geschrieben die die Physik selbst nicht verstanden haben.
Und dann ist jetzt einiges mit Elektronik. Das lenkt vom Wesentlichen ab
und ist oft unnötig.
Aber es stimmt, es gibt Lehrmittelfirmen die eigentlich für jedes Fach
Bücher mit Begleitmaterial anbieten. Die Qualität ist aber stark
schwankend.
Ein Problem dabei ist auch, dass Lehrer das hernehmen können ohne es
selbst verstanden zu haben. Ja, es gibt Physiklehrer die Versuche 1:1
auswendig lernen.
Percy N. schrieb:> Nee, nee, das für einen bestimmten Job erforderliche Maß an Kreativität> korreliert bei weitem nicht so stark mit der "Höhe" des erforderlichen> Bildungsabschlusses, wie Du es hier darstellst.
Das war eine Zuspitzung meinerseits, gebe ich gerne zu, und du nennst
Berufe die nicht von der Mehrheit ausgeübt werden.
Ich bleibe dabei, es korreliert. Wie stark weiß ich nicht. Ich habe nach
Daten gesucht aber nicht wirklich viel gefunden. Wie viele Leute
arbeiten im Straßenbau bei der Asphaltkolonne oder auf dem bau als
Maurer? Wie viele sitzen den ganzen Tag an der Kasse, im LKW, im
Postauto, beim Lieferdienst?
Ich weiß es nicht aber vermute das sind mehr als die Leute die
Koch/Friseur/Tattooierer/... sind.
Gustl B. schrieb:> Klar gibt es Köche, aber das ist eine kleine Minderheit. Die Mehrheit in> der Gastronomie ist Bedienung.
Und Du lässt Dir gerne Dein Chappi on einer Aluschale unter einer
nackten Leuchtstofflampe auf den Resopaltisch klatschen, von einer
Bedienung im Jogginganzug mit Lockenwicklern?
Gustl B. schrieb:> Nein, mit Verkauf meine ich hauptsächlich Kassierer. Ich hätte da gerne> belastbare Zahlen zu, aber habe sie nicht. Gefühlt sind die> Kassierer/Fleischereifachverkäufer/Regaleeinräumer in der Mehrheit.
Oh weh, da wirfst Du einiges durcheinander.
- reine Kassierer sind deutlich in der Minderheit gegenüber Verkäufern.
Daneben gibt es noch Verkäufer mit Kassiertätigkeit. Btw ein beliebter
Tarifstreitpunkt in der Textilbranche.
- Fleischereifachverkäufer sind Servocekräfte, die nur in Ausnahmefällen
kassieren. Dafür sollten sie in der Lage sein, eine kalte Platte
ansehnlich anzurichten.
- Regaleinräumer sind, sofern sie überhaupt als solche beschäftigt
werden, typische Hilfskräfte oder extern gestellte Kräfte. Und auch hier
obwohl es ein typischer Aushilfenjob am unteren Ende der Hackordnung
ist, kann Talent als Dekorateur gefragt sein, allerdings "eher" selten.
Gustl B. schrieb:> Das tun sie und trotzdem müssen sie auf den Amt laufend gleiche> Formulare bearbeiten.
Es mag bizarr wirken, aber auch dies kann man so oder so tun. Ich
erinnere mich aus meiner Sklaven-Tätigkeit für eine Bundesbehörde an
einen Kleinkrieg mit einer Vorgesetzten, die einen bestimmten
Lebenssachverhalt auf einem Formular anders dargestellt sehen wollte als
ich. Es gab dazu eine mehrbändige Loseblatt-Dienstanweisung. Wir konnten
beide mehrere Fundstellen darin vorweisen, die die jeweils eigene
Ansicht stützten.
Kinder, welch ein Spaß!
Gustl B. schrieb:> Ich bleibe dabei, es korreliert. Wie stark weiß ich nicht.
Wir können es ja eingrenzen. Mein Tipp für den Korrelationloeffizienten
wäre "-1 < Kor <1".
;-)
Percy N. schrieb:> Und Du lässt Dir gerne Dein Chappi on einer Aluschale unter einer> nackten Leuchtstofflampe auf den Resopaltisch klatschen, von einer> Bedienung im Jogginganzug mit Lockenwicklern?
Ist mir ehrlich gesagt egal. Aber wenn du meinst Kreativität im Beruf
besteht daraus über sein eigenes Aussehen/Auftreten entscheiden zu
können, dann sehe ich das nicht so.
Percy N. schrieb:> kalte Platte ansehnlich anzurichten.
Das mag unter Kreativität fallen, ja, aber ich verstehe darunter eher,
dass man sich Gedanken macht, selber Ideen verwirklicht, Lösungen
findet, ...
Percy N. schrieb:> Es mag bizarr wirken, aber auch dies kann man so oder so tun.
Tatsache, das geht bei so ziemlich jeder Tätigkeit. Aber ist das
Kreativität wenn ich mich entscheiden darf zwischen Tackern und Lochen?
Vielleicht ist Kreativität auch nicht der richtige Begriff. Vielleicht
meine ich tatsächlich Freiheit und Verantwortung im Beruf. Das trifft
aber auch auf die kalte Platte zu. Wenn der Auftrage lautet "einmal
kalte Platte" dann ist das sehr offen gestellt. Wenn die dem Kunden
nicht gefällt dann hat man ihn vielleicht verloren. Ja, vielleicht hast
du da tatsächlich Recht und ich sehe das zu sehr begrenzt und verbinde
mit Kreativität zu sehr das Denken und Knobeln weil das in meinem Hobby
so ist.